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Wir können nicht sicherstellen, dass die Angaben von Verbrauchern stammen, die das Produkt tatsächlich genutzt oder erworben haben.

202 Rezensionen

Wir können nicht sicherstellen, dass die Angaben von Verbrauchern stammen, die das Produkt tatsächlich genutzt oder erworben haben.
Kurzer Prozess Edith Löhle
Kurzer Prozess (Buch)
4 von 5 Sterne

Moral predigen ist leicht, Moral begründen schwer.

Rassismus, Sexismus und Bodyshaming waren völlig normal in Film und Fernsehen – doch heute stehen unsere Kindheitshelden vor Gericht und müssen vor dem Internationalen Moralgerichtshof Rechenschaft ablegen für Werte, deren Langzeitfolgen bei uns heute offen zutage treten: Minderwertigkeitskomplexe, toxische Schönheitsideale, verzerrte Liebesbilder. Case closed – aber was ist die Moral der Geschichte?

Selten habe ich ein Buch aus so vielen verschiedenen Perspektiven gelesen. Dabei gibt es die Haupterzähler*Innen wie Reha als Chefanklägerin oder Lexi, die als Reporterin groß rauskommen will, aber auch Einzelstimmen der Kindheitsikonen. Es gibt Fakten, abstruse Szenen und einiges aus den Verhandlungen – dabei suchte ich beim Lesen manchmal den roten Faden. Bei der Vielzahl der Figuren war es schwer, wirklich Bindung aufzubauen. Selbstverständlich haben diese – wie auch unsere Ikonen – Fehler und Schwächen, doch im Gegensatz zu den Ikonen weiß ich viel zu wenig über sie. Allerdings kann ich sagen, dass Aladin mich sehr positiv überrascht hat.

Sprachlich gefiel mir der Text sehr gut – besonders kleine Highlights wie Saubermaus-Image rundeten für mich die Geschichte ab.

„Kurzer Prozess“ - der Name, der Programm für das Buch ist, ist eine Satire und ein wildes Zusammenspiel verschiedenster Figuren, Meinungen und Zielen, die versuchen, Moral zu definieren. Auch aus meinem Alltag kenne ich die angesprochenen Probleme, beispielsweise bei der Frage, ob man die „Feuerzangenbowle“ oder alte Disney-Filme noch schauen darf. Selbstverständlich ist der historische Kontext keine Entschuldigung, für mich, aber durchaus ein Zeugnis dessen, was wir heute (hoffentlich) nicht mehr so sehen. Rehas Vater fasst es ganz gut zusammen: „Man verliert nie, mal gewinnt man und mal lernt man.“

Insgesamt ein unterhaltsames Buch mit einem extrem wichtigen Thema, allerdings mit kleinen Schwächen. Und eines bleibt: Moral ist nicht einklagbar, sondern etwas, an dem wir alle als Gesellschaft arbeiten müssen.
Lucy Hell Britta Sabbag
Lucy Hell (Buch)
5 von 5 Sterne

Girl-Power aus der Hölle

Dieses Buch hat mich tatsächlich schon beim ersten Blick auf das Cover überzeugt. Die Illustrationen von Sarah Friede sind einfach ein echter Hingucker: frech, modern und cool und genau passend zu Lucy, die alles andere als ein braves kleines Mädchen ist. Auch im Inneren gibt es jede Menge Schwarz-Weiß-Illustrationen und Vignetten sowie farbige Vorsatzbilder, die die Geschichte wunderbar ergänzen.

Lucy ist die Tochter des Teufels und kann es kaum erwarten, eines Tages die Hölle zu übernehmen. Schließlich hat ihr Vater beschlossen, in Rente zu gehen und für Lucy steht fest, dass sie natürlich seine Nachfolgerin wird! Doch der konservative Höllenvorstand sieht das ganz anders. Ein Mädchen als Höllenchefin? Und dann ist Lucy vielleicht auch noch nicht böse genug? Das lässt sich die selbstbewusste Teufelstochter natürlich nicht gefallen und macht sich kurzerhand auf den Weg zur verbotenen Erde, um zu beweisen, was in ihr steckt.

Beim Lesen musste ich immer wieder schmunzeln. Britta Sabbag erzählt mit viel Humor und einem wunderbar frechen Schreibstil, der meiner Meinung nach perfekt zur Zielgruppe ab 8 Jahren passt. Besonders die Höllensprüche, verdrehten Sprichwörter und die teilweise herrlich skurrilen Namen der Figuren haben mir richtig gut gefallen.

Mein persönlicher Lieblingscharakter war allerdings Schnups. Der kleine Basilisk ist Lucys treuer Sidekick, kann sprechen und wird ausgerechnet ständig für eine Ratte gehalten. Allein seine Auftritte sorgen für einige witzige Momente und machen ihn einfach unglaublich sympathisch.

Was mir an der Geschichte besonders gefallen hat, ist die Botschaft, die ganz selbstverständlich mitschwingt: Nur weil jemandem etwas nicht zugetraut wird, bedeutet das noch lange nicht, dass er es nicht schaffen kann. Lucy lässt sich nicht in eine Rolle drängen, die andere für sie vorgesehen haben, sondern geht ihren eigenen Weg. Dabei spielen auch Freundschaft, Mut und Zusammenhalt eine wichtige Rolle. Für mich ist das ein richtig schönes Buch über Girl-Power, Selbstvertrauen und Freundschaft, verpackt in eine lustige und fantasievolle Geschichte. Die Kombination aus der höllisch guten Story und den tollen Illustrationen macht das Buch zu einem echten Wohlfühl-Leseerlebnis für junge Leserinnen und Leser.
Für alle ab 8 Jahren, die starke Mädchen, witzige Geschichten, außergewöhnliche Figuren und eine ordentliche Portion Teufelei mögen kann ich dieses Buch wärmstens empfehlen. Hier steckt jede Menge Girl-Power zwischen den Seiten!
School of Witches - Die Zeit der Hexen Gina Mayer
School of Witches - Die Zeit der Hexen (Buch)
4 von 5 Sterne

Magische Hexenfantasy

School of Witches – Die Zeit der Hexen hat mir richtig gut gefallen. Die Geschichte ist magisch, unterhaltsam und lässt sich sehr angenehm lesen. Besonders die Mischung aus Hexenschule, Freundschaft, Geheimnissen und einem kleinen bisschen Herzklopfen macht das Buch zu einer schönen Fantasygeschichte für jüngere Leserinnen.

Was ich besonders hervorheben muss, ist die Gestaltung des Buches. Schon das Cover ist einfach wunderschön und macht direkt Lust darauf, in diese magische Welt einzutauchen. Auch im Inneren gibt es immer wieder tolle Illustrationen, die das Lesen noch schöner machen und perfekt zur Atmosphäre der Geschichte passen.

Die Charaktere mochte ich ebenfalls und ich bin gespannt, wie es mit ihnen und der School of Witches weitergeht. Für mich insgesamt ein wirklich schönes, liebevoll gestaltetes Fantasybuch, das von mir 4 von 5 Sternen bekommt.
Die Mitternachtsreise Matt Haig
Die Mitternachtsreise (Buch)
5 von 5 Sterne

Typisch Matt Haig

Matt Haig schafft es mit „Die Mitternachtsreise“ wieder einmal, eine besondere Geschichte mit tiefgründigen Fragen über das Leben zu verbinden.

Ein ruhiges und emotionales Buch über Liebe, Entscheidungen, verpasste Chancen und die Frage, was ein erfülltes Leben eigentlich ausmacht.
Buckeye Patrick Ryan
Buckeye (Buch)
5 von 5 Sterne

Wege, die sich kreuzen

Der Roman "Buckeye" des Autors Patrick Ryan erzählt die Geschichte von zwei Familien von Anfang der 1940er bis Anfang der 1980er Jahre. Erschienen ist der Roman im Ullstein Buchverlag und wurde von Thomas Überhoff aus dem Amerikanischen übersetzt.
Auf dem Cover der deutschen Ausgabe ist ein mächtiger Baum abgebildet. Davor ein junger Mann, der nach unten schaut und ein wenig verloren wirkt. Der Name des Baums - ein Buckeye oder Ohio-Rosskastanie - ist auch der Titel des Romans.
Die Familien Jenkins und Salt leben in der fiktiven Stadt Bonhomie in Ohio. Ihre Wege kreuzen sich an dem Tag, als in Europa der 2. Weltkrieg für beendet erklärt wird und diese Begegnung hat ungeahnte Folgen.
Die Familie Jenkins, das sind Cal, seine Frau Becky und ihr gemeinsamer Sohn Cal jr, liebevoll genannt Skip.
Cal wird mit einem verkürzten Bein geboren, was ihn Zeit seines Lebens von vielem ausschließt. Das sind dann die Momente, in denen er hadert. Er führt erfolgreich einen der  Läden von seinem Schwiegervater.
Seine Frau Becky entdeckt, dass sie die Gabe hat mit Toten Kontakt aufzunehmen. Sehr zur Missbilligung von Cal bietet sie Fremden dies als Dienstleistung an.
Die beiden bekommen einen Sohn. Aufgrund von Beckys Gesundheit kann sie keine weiteren Kinder bekommen.
Bei der Familie Salt handelt es sich um Felix, seiner Frau Margaret und ihrem Sohn Tom.
Felix ist homosexuell, was zu dieser Zeit in keinster Weise toleriert wurde und möglichst im Geheimen geschah. Mit der Heirat will er seine Homosexuallität verbergen.
Margaret wurde von ihrer Mutter vor einem Waisenhaus abgelegt, in dem sie bis zu ihrem achtzehnten Geburtstag lebte. Mit der Heirat erträumt sie sich ein gutes und sorgenfreies Leben.
Felix und Margaret fühlen sich auf der ihnen eigenen Weise zueinander hingezogen, aber es wird nie die große Liebe werden.
Der Autor hat die Geschichte der beiden Familien mit Zeitgeschehen, wie den 2. Weltkrieg, die Kriege in Korea oder Vietnam und die Proteste dagegen, verbunden. Er spricht aber auch Tabuthemen wie Rassismus und Homosexuallität an. Und er gibt nicht nur Freude und Glück, sondern auch Trauer und Leid seinen eigenen Raum. Seine Protagonisten beschreibt er sehr intensiv und geht auf die Schicksale und die damit verbundenen Ängste und Sorgen ein. Dabei wechselt die Geschichte zwischen den Protagonisten.
Der Roman ist mit 656 Seiten kein Roman, der sich schnell liest. Aber durch die wechselseitige Erzählweise ist er kurzweilig und hat mir sehr gut gefallen.
Das Haus der Erinnerung Cynthia Ellingsen
Das Haus der Erinnerung (Buch)
5 von 5 Sterne

Die Geschichte eines Lebens

Nach überstandener Krankheit bittet Evie ihre Enkelin Rainey sie nach Irland zu begleiten, wo sie aufgewachsen ist. Nie hat sie über diese Zeit gesprochen, doch jetzt will sie unbedingt dorthin zurück, um etwas wichtiges zu erledigen. Widerwillig begleitet Rainey die alte Frau. Das Herrenhaus an der Küste, wo Evie aufwuchs, ist heute eine Pension. Genau dort will Evie wohnen. Und dort erzählt sie ihrer Enkelin endlich, wie es war, als sie dort lebte und mit ihrer besten Freundin Harding die schönste Zeit ihres Lebens verbrachte. Sie spricht von versteckten Briefen, die sie wiederfinden muß, um sie noch einmal zu lesen. Doch warum die Dorfbewohner so seltsam auf Evie reagieren und warum sie Irland damals Hals über Kopf verlassen hat, darüber schweigt sie noch immer.

In dem Roman "Das Haus der Erinnerung" unternimmt die junge Rainey eine Zeitreise in die Jahre um 1949, in denen ihre Großmutter ein glückliches Leben in Irland geführt hat. Der Autorin Cynthia Ellingsen ist es gelungen, ihre Leser an die Handlung zu fesseln, in dem sie immer wieder von der Vergangenheit in die Gegenwart springt. Dies sehr oft, wenn es besonders brisant wird. Der Schreibstil ist klar und läßt die Emotionen erahnen, die die Personen durchleben. Am schwersten hat es dabei wohl Evies Tochter, denn sie wird immer außen vor gelassen. Das Band der Zusammengehörigkeit zwischen Evie und ihrer Enkelin Rainey ist viel stärker. Cynthia Ellingsen hat diese Geschichte mit sehr viel Einfühlungsvermögen geschrieben. Die Handlung ist bewegend und bleibt im Gedächtnis!
Nuno Nasenbär Ingolf Lück
Nuno Nasenbär (Buch)
3 von 5 Sterne

Nuno Nasenbär-liebenswert aber ein bisschen wuselig

Nuno Nasenbär von Ingolf Lück mit Illustrationen von Friederike Ablang ist ein Bilderbuch, das bei uns als Familie aus unterschiedlichen Perspektiven betrachtet wurde – und insgesamt gut angekommen ist. ?

Schon äußerlich macht das Buch einen hochwertigen Eindruck. Das Hardcover ist angenehm griffig und gut verarbeitet, das Cover ansprechend gestaltet und Nuno selbst wirklich niedlich gezeichnet. Auch den CalmeMara Verlag finde ich unterstützenswert, da er Wert auf Nachhaltigkeit legt und soziale Projekte unterstützt. ?

Nuno Nasenbär ist ein sehr liebenswerter Charakter. Er hadert mit seiner ungewöhnlich großen Nase und verliert dadurch zunehmend seine Selbstakzeptanz. Zum Glück hat er tolle Freunde, die ihm zur Seite stehen. Als schließlich sein Baumhaus wegen seiner Nase zusammenbricht, überraschen sie ihn mit einem optimierten neuen Baumhaus– und am Ende gibt es eine große Einweihungsparty. ?

Gerade meinem siebenjährigen Sohn hat die Geschichte sehr gut gefallen. Schon beim Lesen hat er Nuno immer wieder beruhigt: „Ach Nuno, das ist doch nicht schlimm, dass du so eine Nase hast.“ Umso wichtiger war für ihn das Happy End. Auch meine einjährige Tochter hatte viel Freude an den Illustrationen und konnte sich sogar für Nuno als Namen begeistern und zeigte ganz verzückt auf ihre eigene Nase.

Auch wenn für mich ein Bilderbuch nicht immer einen pädagogischen Mehrwert haben muss, vermittelt das Buch schöne Botschaften über Freundschaft und Selbstakzeptanz: Jeder ist anders und jeder ist gut, so wie er ist.

Bei Bilderbüchern gibt es für mich oft zwei Dinge, die besonders herausstechen können: ein außergewöhnlich guter Text oder ganz besondere Illustrationen. Bei Nuno Nasenbär konnte mich leider weder das eine noch das andere vollständig überzeugen. Der Text ist nett und die Geschichte funktioniert, aber sprachlich ist für mich nichts Besonderes hängen geblieben. Auch die Illustrationen waren mir teilweise zu bunt und zu voll. Durch die vielen Details, Farbverläufe, Comic-Elemente und Sprechblasen entsteht stellenweise eine gewisse Unruhe. Gerade auf vollflächigen Doppelseiten hätte ich mir mehr Ruhe und eine klarere Blickführung gewünscht. Auch die verwendete Typografie fand ich persönlich nicht optimal gewählt, eine andere hätte einen hochwertigeren Eindruck hinterlassen.

Was für mich bleibt, ist vor allem der liebenswerte Charakter Nuno und die schöne Idee, klassische Bilderbuchillustrationen mit comichaften Elementen und Sprechblasen zu verbinden. Gerade diese Kombination hat mir gut gefallen und sorgt für etwas Eigenständiges.

Insgesamt ist Nuno Nasenbär für uns ein schönes Familienbuch mit einem sympathischen Charakter und einer wichtigen Botschaft. Mein Sohn und meine Tochter hatten große Freude daran, während ich bei der gestalterischen Umsetzung einige Abstriche machen würde. Gerade bei Bilderbüchern ist das natürlich auch eine Frage des persönlichen Geschmacks.
Die Geschichte und Nuno selbst konnten uns jedenfalls überzeugen – und am Ende ist für mich genau das entscheidend: Die Kinder hatten Spaß, konnten mit Nuno mitfühlen und waren nach der letzten Seite zufrieden. 3,5 ?
Die Flussfrau Tanja Weber
Die Flussfrau (Buch)
5 von 5 Sterne

Ein besonderes Lese-Erlebnis


Lis wächst während des zweiten Weltkrieges auf dem elterlichen Bauernhof auf. Um einer arrangierten Ehe mit einem sehr viel älteren Bauern zu entgehen, heiratet sie den Frachtschiffer Horst. Und hier beginnt ihr eigentliches Leben, das sie trotz harter Arbeit und vieler Entbehrungen lieben lernt. Als sie nach dem Tod ihres Mannes selbst Kapitänin wird, hat sie mit vielen Vorurteilen zu kämpfen, aber sie schafft es sich ihren Platz in dieser Männerdomäne zu erkämpfen.
Tanja Weber hat mit viel Herzblut das Leben einer Kämpferin beschrieben, die trotz vieler Hindernisse ein zufriedenes Leben führt und mit niemandem tauschen möchte. Als Leser/in begleitet man nicht nur Lis' Leben, sondern erfährt auch einiges über das jeweilige Zeitgeschehen im Nachkriegsdeutschland. Tanja Weber hat mit ihrem Schreibstil ein besonderes Talent, nicht nur die Gefühle der Menschen, sondern auch sehr bildhaft die Natur zu beschreiben. Lis ist eine sehr sympathische Protagonistin, die ich gern durch ihr Leben begleitet und ihren Mut und ihren Durchsetzungswillen bewundert habe.
Mich hat das Buch bereits nach den ersten Seiten in seinen Bann gezogen und ich konnte es kaum aus der Hand legen. Ein selten schönes Buch, das ich sehr genossen habe. Für mich ein besonderes Highlight in meinem Lesejahr
Ich kann diesen Roman uneingeschränkt empfehlen und hoffe sehr, bald noch mehr von dieser Autorin lesen zu dürfen.
Wir jagen Schatten Richard Osman
Wir jagen Schatten (Buch)
5 von 5 Sterne

Geniale Fortsetzung

Der erste Band der Reihe hatte es mir schon angetan. Nun geht es endlich weiter mit Steve, Amy und Rosie. Der Einstieg ist turbulent, spannend und gleichzeitig auch wieder witzig. Mir gefällt der trockene britische Humor des Autors. Die Handlung wird dadurch wunderbar aufgelockert ohne ins Lächerliche abzurutschen.

Man erfährt in diesem Band mehr über die Vorgeschichte der Protagonisten, z.B. wie sich Amy und Adam kennengelernt haben, aber auch wie sich die Beziehung zwischen Steves Freund Tony und Felicity weiter entwickelt. Der Schmerz über den plötzlichen Tod seiner Frau, den Steve noch immer empfindet und die Unfähigkeit darüber mit seinem Sohn zu sprechen, verleihen der Geschichte Tiefe und lassen sie authentisch wirken.

Wie auch schon im ersten Band sind die Protagonisten wieder mit Rosies Privatjet unterwegs, um erst einen und dann mehrere rätselhafte Morde zu lösen. Immer wieder kommt es zu überraschenden Wendungen, so dass die Spannung bis zuletzt erhalten bleibt.

Mir hat das Buch sehr gut gefallen und bekommt von mir eine klare Leseempfehlung. Richard Osman ist mittlerweile einer meiner Lieblingsautoren.
Und mittendrin der Birnbaum Ute Mank
Und mittendrin der Birnbaum (Buch)
5 von 5 Sterne

Tiefgründig und bewegend

Die verwitwete Dora kehrt nach vielen Jahren in ihr Heimatdorf zurück, um dort ihren Lebensabend in einem Altersheim zu verbringen. In Rückblenden wird die Geschichte zweier bester Freundinnen, Dora und Fanny, erzählt. Diese Freundschaft droht zu zerbrechen, denn fast das ganze Dorf folgt der nationalsozialistischen Ideologie und Fanny ist Jüdin. Als die jüdischen Familien deportiert werden, klatschen die Dorfbewohner Beifall. Fanny kann fliehen und wird von einer Familie versteckt, die dabei ihr Leben riskiert. Dora, damals zur Lehrerinnenausbildung an der Ostsee, erfährt erst jetzt, Jahrzehnte später, was damals wirklich geschehen ist. Einige Dorfbewohner erinnern sich, andere wollen sich nicht erinnern oder verklären ihre Erinnerungen. Auch Dora hat ihre Erinnerungen lange verdrängt.

Der Roman ist eine ergreifend erzählte Geschichte über die Schrecken der Naziherrschaft. Er schildert, wie Kinder und Erwachsene damals manipuliert und indoktriniert wurden, wie Familien, die seit Jahrzehnten oder länger im Dorf lebten, zu Feinden erklärt wurden. Er erzählt vom unbeschreiblichen Leid der jüdischen Menschen und von der Überheblichkeit, Ignoranz und Verlogenheit der übrigen Dorfgemeinschaft. Aber er spricht auch von mutigen Menschen, die sich nicht verblenden ließen und ihre Menschlichkeit bewahrt haben. Der ruhige Schreibstil der Autorin gefällt mir gut und macht die Geschichte noch eindringlicher. Mich hat das Buch sehr berührt.
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