Von Gesellschaftskritik zum Wohlfühlroman
Ab der ersten Seite hat mir der humorvolle Schreibstil gefallen. Das Thema ist zeitgemäß und interessant, das Verschwinden von Tildas Körperteilen und die Realisierung, dass viele Frauen jenseits der Lebensmitte unsichtbar werden, entspricht der Wahrnehmung vieler Frauen und wird lebensklug und glaubwürdig mit dieser fiktiven Krankheit auf die Spitze getrieben. Tildas Weg zu sich selbst und was ihr wichtig ist im Leben, liest sich ein bisschen wie ein Ratgeber, gibt aber auch viele, interessante Impulse vor allem zum Überwinden alter Glaubenssätze, Meditationsformen testen, Lebensfreude wieder finden, etc. Mir haben die lebensklugen Details und die weibliche Solidarität im Buch sehr gut gefallen. Bei jedem Kapitelbeginn gibt es ein Zitat, was ich anfangs zu viel fand, im Laufe des Buches aber verstanden habe, da sie Tildas Entwicklung begleiten. Trotz des Humors hat das Buch anfangs viele gesellschaftskritische Ansätze, die zum Ende hin etwas verwaschen werden. Mir war der Schluss etwas zu vorhersehbar und auch zu kitschig, um glaubhaft zu sein. Deshalb mache ich einen Stern Abzug, kann das Buch aber trotzdem empfehlen.