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    Musaion Top 100 Rezensent

    Aktiv seit: 13. Juli 2020
    "Hilfreich"-Bewertungen: 7942

    Bitte beachten Sie

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    180 Rezensionen

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    Das Christ-Elflein (Ein Weihnachtsmärchen)

    Das Christ-Elflein (Ein Weihnachtsmärchen) (CD)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    11.12.2022
    Booklet:
    5 von 5
    Gesamteindruck:
    5 von 5
    Klang:
    5 von 5

    Entzückend!

    Welch ein entzückendes - vollkommen zu unrecht vergessenes - Werk Pfitzners.
    Hinreißend dargeboten von Sängern und Musikern - mehr als hörenswert!
    Die Walküre

    Die Walküre (CD)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    11.12.2022
    Booklet:
    1 von 5
    Gesamteindruck:
    4 von 5
    Klang:
    5 von 5

    Eine der besten Aufnahmen des Werkes

    Diese Studioaufnahme unter Furtwänglers Dirigat ist zurecht berühmt:
    Suthaus ist sehr gut bei Stimme, klingt frisch und phrasiert sehr gut. Einziger Kritikpunkt: Am Anfang nimmt man ihm den fast zu Tode gehetzten Flüchtenden nicht recht ab.
    Die Rysanek als Sieglinde singt auch sehr überzeugend, allerdings undeutlich in der Artikulation.
    Großer Pluspunkt ist Ferdinand Frantz` Wotan: eine prachtvolle Stimme, subtil phrasierend und mit gestochen klarer Artikulation - er braucht sich vor keinem anderen Rollenvertreter zu verstecken. Erstklassig!
    Sehr gut die anderen Sänger: Mödls exzellente Brünnhilde, Fricks dunkel-kerniger Hunding und Kloses Fricka.
    Furtwängler dirgiert mit bewunderungswürdiger Selbstverständlichkeit - welch ein Jammer, dass dieser geplante Studioring nicht über die Walküre hinauskam - sie hätte das Zeug gehabt, zur Referenzaufnahme zu werden.
    Im Vergleich zu anderen Gesamtaufnahmen des Werkes gefällt mir nur noch Keilberths 1954 musikalisch besser: Lorenz ist ein ganz anderes Sängerkaliber als Siegmund: stimmlich und darstellerisch unübertrefflich. Mödls Sieglinde klarer artikuliert (trotz Live-Mitschnitt), die Varnay als Brünnhilde gewaltig und Greindl als brutal-aggressiver Hunding.

    Boris Godunow (Ausz.)

    Boris Godunow (Ausz.) (CD)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    11.12.2022
    Booklet:
    4 von 5
    Gesamteindruck:
    5 von 5
    Klang:
    4 von 5

    Aus dem Schatzkästchen der Vergangenheit 6

    Diese ausgewählten Szenen dokumentieren glücklicherweise ein Zeugnis außerordentlicher Gesangskunst:
    1. Ludwig Weber als Boris Godunow ist - wie schon von Zeitgenossen berichtet - ein herausragender Rollenvertreter. Sein ebenso klangschöner wie klangvoller Bass verdeutlicht den schmalen Grad von königliche Kraft und Autorität, innige Zuneigung zu seinen Kindern, Zweifel und Angst seit der Machtübernahme und den Umschlag in tief erschütternde Qual in den Schlussszenen. Neben Schaljapin und London der beste Boris, den ich kenne. Er übertrifft beide in der äußerst musikalisch differenzierten Gesangskunst - gerade im Piano.
    2. Georg Hann ist ein großartiger Pimen.
    Recht gute Klangqualität.
    Ein Muss für Freunde dieser Oper und der Gesangskunst und ein weiteres starkes Argument dafür, dass für deutsche Hörer eine auf deutsch gesungene Oper ein echtes Musikdrama sein kann und sollte und tausendmal glaubwürdiger gesungen und verstanden werden kann, als wenn rein phonetisch erlernte Rollen vorgetragen werden. Nun ja - tempi passati.
    Das Rheingold

    Das Rheingold (CD)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    05.12.2022
    Booklet:
    1 von 5
    Gesamteindruck:
    5 von 5
    Klang:
    4 von 5

    Legendäre Aufnahme aus den 50er Jahren

    Diese Aufnahme zu loben hieße Eulen nach Athen tragen - deswegen kurz und bündig: eine Traumbesetzung und ein Dirigent, der souverän das Musikdrama zum Leben erwecken kann. Unbedingt empfehlenswert!
    Anmerkung: Im Gegensatz zur Myto-Ausgabe hat sich hier ein Tipp-Fehler eingeschlichen: Der Wotan wird natürlich von Hermann Uhde (nicht: Werner Uhde) gesungen und zwar exzellent. Aufmerksamkeit verdient auch der selten dokumentierte Erich Witte als hörenswerter Loge. Wo gibt es heute so eine Besetzung???
    Das Rheingold

    Das Rheingold (CD)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    05.12.2022
    Booklet:
    1 von 5
    Gesamteindruck:
    5 von 5
    Klang:
    4 von 5

    Eine der legendären Aufnahmen der 50er Jahre!

    Diese Aufnahme zu loben hieße Eulen nach Athen tragen - deswegen kurz und bündig: eine Traumbesetzung und ein Dirigent, der souverän das Musikdrama zum Leben erwecken kann. Unbedingt empfehlenswert, besonders wegen dem ansonsten relativ selten dokumentierten Wotan Uhdes und dem noch seltener zu hörenden Erich Witte, der einen sehr guten Loge singt!
    Daniel Behle - Heimat (Deluxe-Edition im Hardcover)

    Daniel Behle - Heimat (Deluxe-Edition im Hardcover) (CD)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    23.11.2022
    Booklet:
    5 von 5
    Gesamteindruck:
    5 von 5
    Klang:
    5 von 5

    Eindrucksvoll

    Den lobenden Vorrezensenten ist vollumfänglich zuzustimmen. Behle hat sich (wieder einmal) als feinsinniger Liedsänger gezeigt und trifft für die vielgestaltigen Musikstücke jeweils den eigenen Ton.
    Herausgehoben seien unter anderem: Die unterschiedliche Gestaltung von Vater, Sohn, Erlkönig und Erzähler in Schuberts "Erlkönig", Schuberts "Meeresstille" und "Wandrers Nachtlied" und die witzig-hintersinnigen Lieder "Heimat ist da, wo der Schlüssel passt" von Behle selbst und Kreislers "Wien ohne Wiener".
    Lobenswert ist die Begleitung durch German Hornsound.
    Mit Adorfs Rezitationen kann ich mich nicht recht anfreunden - zu wenig modulationsfähig ist seine Greisenstimme. Aber wegen ihm habe ich dieses Album nicht gekauft. Der Rest ist hervorragend gelungen!
    Götterdämmerung

    Götterdämmerung (CD)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    23.11.2022
    Booklet:
    1 von 5
    Gesamteindruck:
    5 von 5
    Klang:
    4 von 5

    Referenzeinspielung

    nsgesamt kann diese Einspielung wohl Referenzstatus beanspruchen:
    1. Das Sängerensemble ist insgesamt das durchgehend beste auf Platte.
    Max Lorenz ist in absoluter Topform - selbst Lauritz Melchior kann den unbekümmert-furchtlosen Held nicht so kongenial singend darstellen wie er. Glasklare Diktion, fein gesungene Details und als Nagelprobe das gefürchtete hohe C nach fast vier Stunden Gesang jubelnd mühelos - wer es nicht gehört hat, glaubt es kaum.
    Astrid Varnay ist als Brünnhilde exzellent und ohne (sonst manchmal vorkommende) Schärfen in der Höhe. Greindl als brutal-finsterer Hagen erreicht fast Ludwig Weber, Hermann Uhde ist ein stimmgewaltiger Gunther. Neidlinger ist als Alberich eine Größe für sich und welche Aufnahme kann mit der Mödl als dritte Norne und Gutrune aufwarten?
    2. Joseph Keilberth weiß aus der Aufführung ein lebendiges Musikdrama zu machen. Die Aufnahmequalität ist den Umständen entsprechend gut.
    Fazit: Mag es in einzelnen anderen Aufnahmen bessere Momente geben, in der Gesamtwirkung ist diese Einspielung unerreicht. Es ist eines der großen Versäumnisse oder besser ein schwerer Fehler Wieland Wagners, den damals besten Wagner-Tenor nicht häufiger eingesetzt zu haben, sondern zweitklassige Sänger wie Windgassen oder Vinay.
    Tipp: Wer suchen mag, findet die Walküre von 1954 mit Lorenz - ähnlich herausragend!
    Götterdämmerung

    Götterdämmerung (CD)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    21.11.2022
    Booklet:
    1 von 5
    Gesamteindruck:
    5 von 5
    Klang:
    4 von 5

    Referenzeinspielung

    Insgesamt kann diese Einspielung wohl Referenzstatus beanspruchen:
    1. Das Sängerensemble ist insgesamt das durchgehend beste auf Platte.
    Max Lorenz ist in absoluter Topform - selbst Lauritz Melchior kann den unbekümmert-furchtlosen Held nicht so kongenial singend darstellen wie er. Glasklare Diktion, fein gesungene Details und als Nagelprobe das gefürchtete hohe C nach fast vier Stunden Gesang jubelnd mühelos - wer es nicht gehört hat, glaubt es kaum.
    Astrid Varnay ist als Brünnhilde exzellent und ohne (sonst manchmal vorkommende) Schärfen in der Höhe. Greindl als brutal-finsterer Hagen erreicht fast Ludwig Weber, Hermann Uhde ist ein stimmgewaltiger Gunther. Neidlinger ist als Alberich eine Größe für sich und welche Aufnahme kann mit der Mödl als dritte Norne und Gutrune aufwarten?
    2. Joseph Keilberth weiß aus der Aufführung ein lebendiges Musikdrama zu machen. Die Aufnahmequalität ist den Umständen entsprechend gut.
    Fazit: Mag es in einzelnen anderen Aufnahmen bessere Momente geben, in der Gesamtwirkung ist diese Einspielung unerreicht. Es ist eines der großen Versäumnisse oder besser ein schwerer Fehler Wieland Wagners, den damals besten Wagner-Tenor nicht häufiger eingesetzt zu haben, sondern zweitklassige Sänger wie Windgassen oder Vinay.
    Tipp: Wer suchen mag, findet die Walküre von 1954 mit Lorenz - ähnlich herausragend!
    Zar und Zimmermann

    Zar und Zimmermann (CD)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    03.11.2022
    Booklet:
    4 von 5
    Gesamteindruck:
    5 von 5
    Klang:
    4 von 5

    Aus dem Schatzkästlein der Vergangenheit 5

    Was für eine schöne, stimmige Aufnahme dieses Werkes!
    Glanzpunkt ist Kurt Böhmes Van Bett: ein "Erzkomödiant" in einer seiner Paraderollen (dass er auch anders konnte beweist sein Freischütz Kaspar) - nur Georg Hann ist vergleichbar in der vis comica und stimmlichen Gestaltungsfähigkeit. Dazu ein Bass in Saft und Kraft - einzigartig!
    Auch die restliche Besetzung erweist sich als Crème de la Crème und Idealbesetzung dieser Spieloper: Prey, Terkal, Pröbstl ...
    Ein amüsanter Hörgenuss!
    Meine Produktempfehlungen
    • Zar und Zimmermann Zar und Zimmermann (CD)
    Lohengrin

    Lohengrin (SACD)

    2 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern Inaktiver Stern Inaktiver Stern
    30.10.2022
    Booklet:
    2 von 5
    Gesamteindruck:
    2 von 5
    Klang:
    4 von 5

    " Ein exzellenter konzertanter Lohengrin"?

    Also wenn das "exzellent" sein soll, dann weiß ich auch nicht mehr, welche Maßstäbe angelegt wurden!
    Vogt klingt wie stets völlig deplaziert bei Wagner: ein Domsingknappe, aber kein Ritter. "Sei nun bedankt" mag ja noch angehen, sobald es aber dramatisch wird, kann er stimmlich die Rolle nicht mehr ausfüllen. Auch von einer Rollengestaltung kann bei ihm nicht die Rede sein, denn seiner Stimme geht sowohl Schmelz und Wärme für die lyrischen Szenen ebenso ab, wie dramatische Wucht. "Hilflosigkeit" trifft es wohl am besten - die ganze Partie wird gesungen wie von einem Schüler in der ersten Klasse, der mühsam seinen Text buchstabiert.
    Nylund schlägt sich achtbar, aber sie ist zu oft undeutlich in der Diktion und malt mit breitem Pinsel - auch hier fehlt lyrische Wärme und Feinheit, wie sie die großen Rolleninterpretinnen, allen voran die Grümmer, besaßen. Insgesamt in Ordnung - mehr aber auch nicht.
    Struckmann klingt als König Heinrich abgekämpft und rau. Wärme und Mitgefühl für Elsa kann er kaum zum Ausdruck bringen - majestätische Stimmfülle schon gar nicht. Noch schlechter als unter Barenboim - das wundert nicht und hätte Mahnung sein sollen.
    Nikitins Telramund kämpft derartig mit Artikulationsproblemen, die eine Rolleninterpretation unmöglich machen, dass man sich mit Grausen abwendet.
    Dalayman als Ortrud hat mit Schärfen zu kämpfen - ihr haben die Brünnhilden etc. nicht gut getan.
    Elder dirigiert recht ausgewogen - der einzige "Lichtblick" bei dieser ansonsten traurigen Aufnahme, deren Sängerensemble sehr schwach ist.
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    Symphonien Nr.8 & 9

    Symphonien Nr.8 & 9 (SACD)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    10.10.2022
    Booklet:
    5 von 5
    Gesamteindruck:
    5 von 5
    Klang:
    5 von 5
    Künstlerische Qualität:
    5 von 5
    Repertoirewert:
    5 von 5

    Was für ein "Geburtstagsgeschenk" zum Achtzigsten!

    Jordi Savall - das musikalische "Wundertier"- hat mit 80 Jahren ein derart fulminante und eindringliche Schubert-Einspielung vorgelegt, dass man nur staunen kann. Hat mir Jacobs mit seiner kürzlichen Einspielung der beiden Symphonien schon sehr imponiert, setzt Savall "noch einen drauf". Die "Unvollendete" ist düster-verhangen (herrlich mysteriös die Celli und Kontrabässe) und mit langem Atem getragen (da ist Jacobs etwas zügiger) und die Pauken akzentuieren bedrohlich-kraftvoll.
    Ähnlich dramaturgisch geschickt, aber ohne Effekthascherei die Neunte. Glücklicherweise auch keine Hetzerei wie bei Dausgaard
    Le Concert folgt dem Dirigat mit Leidenschaft und Spielfreude und in warmem Ton - ideal.
    Äußerst gelungen ist außerdem wieder das informative Booklet.
    Nach der hervorragenden Beethoven-Symphonien-Aufnahme steht nun - hoffentlich - die Gesamteinspielung der Schubert-Symphonien an - man darf sie gespannt erwarten und Savall ist Größtes zuzutrauen und zu wünschen.
    Elisabeth Grümmer sings Opera

    Elisabeth Grümmer sings Opera (CD)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    25.09.2022
    Booklet:
    3 von 5
    Gesamteindruck:
    5 von 5
    Klang:
    5 von 5
    Künstlerische Qualität:
    5 von 5
    Repertoirewert:
    5 von 5

    Die Seele des Gesanges

    Elisabeth Grümmer besaß den schönsten lyrischen Sopran in Deutschland nach dem 2. Weltkrieg und sie war auch die beste Gestalterin in Partien, die einen empfindsamen Charakter darstellen, so die Elisabeth in "Tannhäuser", Elsa in "Lohengrin" oder Agathe in "Freischütz" - hier ist sie bis heute das Maß aller Dinge. Mit völliger stimmtechnischer Mühelosigkeit kann sie subtilste Bedeutungsschattierungen scheinbar ganz natürlich als Seelenausdruck darstellen. Absolut präzise Artikulation lässt jede Silbe verständlich werden und widerlegt alle Behauptungen, dass Deutsch eine schwierig zu singende Sprache sei, die mit "Konsonantenspuckerei" etc. verbunden wäre. Blanker Unsinn - wundervolles Legato und präzise Artikulation werden hier ein ums andere Mal demonstriert. Phantastisches Beispiel: Desdemonas "Lied von der Weide": Die Grümmer liebkost geradezu jede Silbe und jeden Auslaut - das ist Sängerglück pur!!!
    Meine Produktempfehlungen
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    Klavierkonzerte Nr.9 & 18

    Klavierkonzerte Nr.9 & 18 (CD)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    22.09.2022
    Booklet:
    4 von 5
    Gesamteindruck:
    5 von 5
    Klang:
    5 von 5
    Künstlerische Qualität:
    5 von 5
    Repertoirewert:
    5 von 5

    Würdige Fortsetzung der Reihe

    Kristian Bezuidenhout stellt erneut seine außergewöhnlichen Fähigkeiten als Mozart-Interpret eindrucksvoll unter Beweis. Er besitzt die notwendige Virtuosität, um dem technichen Anspruch gerecht zu werden, aber vor allem einen genuinen Sinn für die Auslotung der einzelnen Werke und ihrer Sätze - einfach fabelhaft, gerade auch im idealen Zusammenspiel mit dem FBO.
    Ein Auftritt mit Aplomb und Bravour!
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    • Klaviersonaten Nr.1-18 Klaviersonaten Nr.1-18 (CD)
    Symphonien Nr.4 & 8

    Symphonien Nr.4 & 8 (CD)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    16.09.2022
    Booklet:
    5 von 5
    Gesamteindruck:
    5 von 5
    Klang:
    5 von 5
    Künstlerische Qualität:
    5 von 5
    Repertoirewert:
    5 von 5

    Auf höchstem Niveau!

    B. Forck und die Akademie für Alte Musik Berlin haben ihre erstklassige Reihe mit Einspielungen der Beethoven-Symphonien fortgesetzt und diese Einspielung weist dieselben Vorzüge ihrer Vorgängereinspielungen auf:
    1. Eine interessante Kopplung mit zeitgenössischen Werken von Méhul und Cherubini, die anregend und erhellend ist. So etwas macht Sinn - nicht über Jahrhunderte hinweg.
    2. Unter Forck spielt die Akademie wie elektrisiert, präzise und äußerst differenziert ohne in modernistische Extreme zu verfallen, die meist eher den Allüren der Dirigenten dienen als dem Werk, das trotz Beethovens "revolutionärem Charakter" ein Kind seiner Zeit war - wie die Vergleichsbeispiele erahnen lassen und weil Beethoven immer auf den erfolg beim zahlenden Publikum schielen musste - obgleich es selbstverständlich ein ziemlich außergewöhnliches war.
    3. Der Klang ist warm, präsent und zeigt die Instrumente und den Klang des Orchesters von seiner besten Seite - hier offenbart sich allein schon der Qualitätsunterschied der Instrumente z. B. zum MusicAeterna Orchestra.

    Fazit: Diese Aufnahme gehört in die Spitzengruppe der Beehoven-Symphonien-Aufnahmen. Man darf mit freudiger Gespanntheit auf die weiteren Aufnahmen warten. Weiter so!
    Igor Levit - Tristan

    Igor Levit - Tristan (CD)

    2 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern Inaktiver Stern Inaktiver Stern
    11.09.2022
    Booklet:
    5 von 5
    Gesamteindruck:
    2 von 5
    Klang:
    5 von 5
    Künstlerische Qualität:
    3 von 5
    Repertoirewert:
    2 von 5

    Wer`s mag...

    Ausgehend von Titel des Albums zunächst etwas zu Wagners Vorspiel zu seiner Oper. In früheren Zeiten, als es noch keine Tonaufnahmen gab, machte es Sinn Klavierfassungen von Orchesterwerken zu erstellen, damit die Menschen zuhause diese Musik für sich spielen und hören konnten. Seit es Schallplatten gibt, macht es keinen Sinn mehr, da es grundsätzlich defizitär gegenüber der Orchesterfassung ist. So auch hier - es geht zu viel Musikalisches verloren (vgl. Tristan-Akkord). Das gilt natürlich auch für Mahler: ein vielschichtiger Orchesterklang lässt sich nicht auf das Klavier reduzieren.
    Henzes Geräusche und Tonansammlungen (Musik möchte ich es nicht nennen) kann man mögen - muss es aber nicht.
    So bleiben Liszts Werke, die werden von Levit sehr einfühlsam interpretiert und ich finde sie recht gut gelungen.
    Insgesamt halte ich die Kopplung für unglücklich gewählt: Henze grauenhaft, Wagner und Mahler höre ich wesentlich lieber im Orchesterklang - bleibt nur der hörenswerte Liszt: ein wenig wenig für zwei Cd`s.
    Renata Tebaldi zum 80.Geburtstag - Ihre großen Erfolge

    Renata Tebaldi zum 80.Geburtstag - Ihre großen Erfolge (CD)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    08.09.2022
    Booklet:
    5 von 5
    Gesamteindruck:
    5 von 5
    Klang:
    5 von 5
    Künstlerische Qualität:
    5 von 5
    Repertoirewert:
    5 von 5

    Prima donna assoluta des Verdi- und Puccini-Gesangs in den 50er und 60er Jahren

    Dieser etwas provokante Titelist deshalb gewählt, weil noch heute die Callas weithin bekannt und ihre Aufnahmen in zahllosen Ausgaben verfügbar sind, während die Tebaldi - gerade was Recitals angeht - bedenklich in den Schatten des Vergessens zu geraten droht. Dabei war sie stimmlich mit einer wunderbaren lyrischen Sopranstimme gesegnet und technisch makellos.
    Was vielleicht zu ihrer schwindenden Bekanntheit beiträgt, ist die fatale Neigung mancher Kritiker (im deutschsprachigen Raum insbesondere Kesting), die Callas als intensive Gestalterin über den Schellenkönig zu loben, während die Tebaldi als "Engelsstimme" abqualifiziert wird, was an sich ja schon etwas merkwürdig ist, denn schöner als ein Engel kann man ja nicht singen, oder?
    Dabei trifft aber diese Ansicht den Kern der Gesangskunst der Tebaldi nicht - sie kann nämlich durchaus dramatisch singen, aber eben sehr subtil und differenziert, indem sie z. B. den Wechsel der Stimmfärbung nutzt. Außerdem ist es ein Merkmal klugen Singens, das eigene Stimmmaterial dabei nicht zu verschleißen: die Callas hatte ihre Stimme schon mit 42 Jahren ruiniert, wobei deutliche Stimmprobleme schon 5 Jahre früher auftraten. Renata Tebaldi hat mehr als 10 Jahre länger "durchgehalten".
    Hinzu kam bei der Callas die bedenkliche Neigung Rollen zu singen, die nicht ihrem Persönlichkeits- und Stimmcharakter entsprachen und dabei zu übertreiben: "die Tigerin" hat zwar durchaus einzigartige und faszinierende Rollenportäts der Turandot, Mimi, Carmen oder Tosca geliefert, aber nur in den dramatischen Momenten teilweise überzeugen können ( leider treten ab Ende der 50er oft Schärfen in der Tongebung auf). Das Mädchenhafte oder Naive dieser Rollen konnte sie aber nicht darstellen.
    Auch hier war die Tebaldi klüger: Sie konentrierte sich auf Verdi und Puccini und was sie sang, ist nicht mehr übertroffen worden.
    Endlich gibt es eine kleine Anthologie dieser Ausnahmesängerin. Sie sei besonders Einsteigern empfohlen, die lernen wollen zu hören, wie man singend gestalten kann.
    Giuseppe Giacomini - Tenor's Favourite Songs

    Giuseppe Giacomini - Tenor's Favourite Songs (CD)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    18.08.2022
    Booklet:
    4 von 5
    Gesamteindruck:
    5 von 5
    Klang:
    5 von 5
    Künstlerische Qualität:
    5 von 5
    Repertoirewert:
    5 von 5

    Ausnahmetalent zum Dritten

    Nach den beiden Arien-Alben hatte das Label Bongiovanni dem damals fast 58jährigen Tenor auch noch die Chance gegeben, die beliebtetsten "Songs" (meist sog. neapolitanische) auf Platte zu bannen und Giacomini hat die Chance wahrlich genutzt! Seit den großen Interpreten von Caruso über Gigli bis Schipa gibt es keinen Sänger, der mit soviel Geschmack, stilistischer Feinheit und vokaler Pracht diese Lieder gesungen und interpretiert hat. Seine Phrasierungskunst und stimmliche Wandlungsfähigkeit lassen alle Gefühlsinhalte der verschiedenen Lieder deutlich werden und machen zugleich bewusst, wie oft diese wunderbaren Musikstücke durch veräußerlichte Darstellung von Sängern, die sie als reine "Verkaufsware" verhökern wollen, verhunzt werden (vgl. Kaufmann, Florez, Domingo etc.). Glücklicherweise diesmal wieder in sehr guter Aufnahmequalität. Unbedingt anhören!
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    Giuseppe Giacomini singt Arien

    Giuseppe Giacomini singt Arien (CD)

    4 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern
    18.08.2022
    Booklet:
    4 von 5
    Gesamteindruck:
    4 von 5
    Klang:
    4 von 5
    Künstlerische Qualität:
    5 von 5
    Repertoirewert:
    5 von 5

    Spät, aber nicht zu spät

    Meinem Vorrezensenten caruso ist völlig beizupflichten und nur wenig ist zu ergänzen.
    Was Giacomini hier leistet ist von ähnlich hohem und höchstem Niveau wie auf der Aufnahme mit dramatischen Arien des selben Labels. Bis auf minimale Verschleißerscheinungen eine großartige Stimme mit squillo in der Höhe und einer farbenreichen Mitte und Tiefe, die dank der sehr guten Technik mühelos alle Arien bewältigt. Aber nicht nur das, Giacomini kann auch gestalten und übertrifft hierin seine Konkurrenten Domingo, Pavarotti und alle anderen, die seit den 70er und 80er Jahren auf dem discokraphischen Rummelmarkt als Tenorstars gehandelt wurden, eindeutig. Es ist äußerst hörenswert, wie er die Stimme abschattieren kann, um verinnerlichte Klage, Melancholie (Werther!) etc. als eindrucksvolle Rollenporträts zu gestalten. Welch Glück, das Bongiovanni diesen Ausnahmesänger im beginnenden Herbst seiner Karriere noch die Chance zur Konservierung seiner Leistungen ermöglicht hat - schade, dass die Aufnahmequalität nicht ganz optimal ist, denn bei den hohen Tönen im Fortissimo kommt die Technik an ihre Grenzen.
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    • Giuseppe Giacomini singt Arien Giuseppe Giacomini singt Arien (CD)
    Jonathan Tetelman - Arias

    Jonathan Tetelman - Arias (CD)

    4 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern
    12.08.2022
    Booklet:
    4 von 5
    Gesamteindruck:
    4 von 5
    Klang:
    5 von 5
    Künstlerische Qualität:
    4 von 5
    Repertoirewert:
    3 von 5

    Lässt aufhorchen

    Dieses Debutalbum ist sehr erfreulich gelungen und weckt Hoffnungen auf mehr.
    Tetelman hat nach einer Ausbildung zum Bariton sich dann zum Tenor "umgebildet" und präsentiert eine Stimme mit strahlender Höhe und einer gut fundierten Mittellage und Tiefe. Eigentlich würde er sich wie Spyres zum Baritenor bestens eignen. Er klingt frapppant wie der junge Kaufmann oder einige andere junge/jüngere Tenöre (z. B. Beczala, Bernheim, dieTommaso) mit viril-bronzener Stimmfarbe, verfügt aber auch über dem notwendigen Squillo in der Höhe - hoffentlich bleibt das so. Eigentlich eine sehr gelungene Platte - wenn da nicht eine Tendenz wäre, wie sie mir in den letzten Jahren bei vielen der jungen Tenöre aufgefallen ist: meist schöne Stimmen und gute Technik, fehlerloser Gesang, aber seltsam uniform in Ausdruck und Darstellung. Leidenschaft wird immer mit ordentlich Forte-/Fortissimo-Singen ausgedrückt, gefühlvolle Stellen mit sauber gebildetem Piano - andere Techniken sind Fehlanzeige - wie auch ein einzigartiger Stimmcharakter. Das ist alles offene, klare - aber auch geheimnislose Tongebung, da klingt ein Werther wie der Manrico oder der Pinkerton.
    Die Tenöre früherer Zeiten klingen einzigartig - man muss nur ein paar Takte hören und weiß sofort, wer da singt.
    Hoffentlich arbeitet er daran und entwickelt sich weiter.
    Giuseppe Giacomini singt Arien

    Giuseppe Giacomini singt Arien (CD)

    4 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern
    10.08.2022
    Booklet:
    4 von 5
    Gesamteindruck:
    4 von 5
    Klang:
    4 von 5
    Künstlerische Qualität:
    4 von 5
    Repertoirewert:
    4 von 5

    Zeugnis eines vergessenen Großen

    "Beispielhaft" ist diese Aufzeichnung in zweierlei Hinsicht und somit auch dokumentarisch wertvoll:
    1. Für die Absurditäten des Schallplattenbetriebes, die, beginnend seit den 60er Jahren, ab den 80ern ihren traurigen Höhepunkt ansteuerten. Während "Die drei Tenöre" sich auf zahllosen Operngesamteinspielungen und sonstigen Aufnahmen bis zum Abwinken verewigen durften (und dabei meist jenseits ihrer stimmfachlichen und darstellerischen Möglichkeiten bewegten), blieben diese Gelegenheiten einigen anderen - mindestens gleichwertigen - Kollegen verwehrt.
    a) Carreras: In den 70er Jahren ein hoffnungsvoller lyrischer Tenor, hatte er Anfang der 80er sich schon übernommen und seinen stimmlichen Zenit überschritten, wurde dann durch seine tragische Erkrankung aus der Bahn geworfen und durfte nach deren Bewältigung noch einige Jahre lang aus Mitleid mit ruinierter Stimme Aufnahmen machen.
    b) Pavarotti: In den 60ern ein schönstimmiger, lyrischer Tenor, der mit Aufnahmen im klassischen Belcanto-Repertoire sich große Meriten erwarb, war aber seit Anfang der 80er deutlich über seinen Zenit hinaus, "blockierte" mit seiner Bindung an die Decca aber alle Opernaufnahmen dieses Labels im italienischen Bereich. Tragischer Höhe- eigentlich besser: Tiefpunkt: Der Otello unter Solti 1991 und die anschließende Verwertung neuer und alter Aufnahmen auf Alben für die Resterampe. Singdarstellerisch und schauspielerisch schon immer defizitär, zelebrierte er seit den 80er Jahren das qualvolle Hervorbringen hoher Töne und seinen Körperumfang.
    c) Domingo: Seit Ende der 60er Jahre ein hoffnungsvoller lyrischer Tenor, überforderte er mit dramatischen Partien ab Ende der 70er seine Stimme, die immer dunkler, bronzeartiger und strähnig-verschattet klang. In einer Meisterleistung der PR erlebte er trotzdem1990 mit den gleichsam stimmlich angeschlagenen oder ruinierten Tenören Carreras und Pavarotti in den Caracalla-Thermen einen "Ritterschlag" zum Superstar und durfte weiterhin ungestört immer weitere Aufnahmen machen - weit jenseits von Gut und Böse: "Tiefpunkt" der Fehlbesetzungen und Selbstüberschätzungen: der Tristan 2005.
    Das Tragische an diesen drei Beispielen: 20 Jahre lang /Von Ende der 70er bis weit in die 90er Jahre) waren die drei großen Labels EMI, Decca und DG blockiert und blockierten alle anderen Tenöre im italienisch-französischen Fach und einer der Leidtragenden, denen dadurch eine "Schallplattenkarriere" versagt wurde, war Giuseppe Giacomini, der stimmlich und darstellerisch in den 70er Jahren mindestens gleichwertig und ab den 80er Jahren sogar klar überlegen war.
    2. "Beispielhaft" ist diese Aufnahme aber auch, weil sie glücklicherweise doch noch eine wichtige Sängerpersönlichkeit jenseits der großen Labels und "Starnamen" inwichtigen Partien dokumentiert. Wieder einmal ist es höchst verdienstvoll vom Label Bongiovanni, diesem Sänger ein diskographisches Denkmal gesetzt zu haben. Seien Sie herzlich an dieser Stelle dafür bedankt!

    Giacomini ist noch in guter bis sehr guter Verfassung: der letzte italienische tenore robusto mit gut fokussierter Stimme, metallischer Attacke und durchschlagskräftiger Höhe. Durchaus stimmschön phrasiert er sehr gut und gestaltet sehr differenziert die Partien und das mit glasklarer Diktion. Mit dieser Leistung deklassiert er den fast gleichaltrigen Domingo, der in den 80er und 90er Jahren zahllose Aufnahmen im italienischen Fach machen konnte, aber schon ab den 80er Jahren gaumig-verschattet klang und mit zu viel Brustdruck sang.
    Zwar war Giacomini bei der Aufnahme schon Mitte 50 und die Stimme hat ihren Zenit auch bereits überschritten, aber wie er differenziert singt und die einzelnen Partien singdarstellerisch ausgestaltet ist beispielhaft und z B. die Arien des Otellos sind nur als "großartig" zu bezeichnen. Verdi-Gesang vom Feinsten! Jede Phrase wird ausgeformt, müheloses Piano, Squillo, "Träne in der Stimme, kurzum alles was ein guter Sänger braucht, um die Figur zum Leben zu erwecken.
    Wer Giacomini in seiner Glanzpartie des Otello ganz hören möchte, sollte sich auf die Suche nach der Aufnahme von 1991 mit M. Price als Desdemona und Lombard als Dirigent machen - es lohnt sich!
    Symphonien Nr. 8 & 9

    Symphonien Nr. 8 & 9 (CD)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    05.08.2022
    Booklet:
    5 von 5
    Gesamteindruck:
    5 von 5
    Klang:
    5 von 5
    Künstlerische Qualität:
    5 von 5
    Repertoirewert:
    5 von 5

    Vollendung mit der "Unvollendeten" und der "Großen"

    Nun findet mit dieser Veröffentlichung der Zyklus seinen würdigen Abschluss. Wie die Vorgängeraufnahmen besticht diese mit einer unaufgeregten, aber sehr dramaturgisch-philologischen Interpretation, die man im äußerst informativen Booklet nachlesen kann und man muss rundum zugestehen, dass es Jacobs gelungen ist, dies alles umzusetzen. Interessant auch die Idee mit dem Text "Mein Traum" - wen das stört, der programmiert den Player entsprechend.
    Das B´Rock Orchestra zeigt höchste Spielkultur und Spielfreude - was für ein Team mit seinem Dirigenten!
    Unbedingt hörenswert!!!
    Parsifal

    Parsifal (CD)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    04.08.2022
    Booklet:
    3 von 5
    Gesamteindruck:
    5 von 5
    Klang:
    4 von 5
    Künstlerische Qualität:
    5 von 5
    Repertoirewert:
    5 von 5

    Zweite Referenzaufnahme

    Neben der zurecht hochgeschätzten Aufnahme des Parsifals unter dem Dirigat Knappertsbuschs vom Vorjahr ist diese Aufnahme eine praktisch gleichwertige Referenzaufnahme, die von Andromeda gut auf CD übertragen wurde. Die Mödl ist eine grandiose Kundry, London ein erschütternder Amfortas, Windgassen ein gelungener Parsifal - wobei er hier nicht ganz so frisch wie 1951 klingt. Überwältigend ist Ludwig Weber als Gurnemanz - vielleicht noch eine Spur ergreifender und packender als im Vorjahr. Ein glaubhafter Ritter seines Waffenherrn Titurel im ersten Aufzug und ein Einsiedler mit religiöser Inbrunst - aber ritterlichem Kern - im dritten Aufzug: "So ward es uns verhießen!". Wem da nicht ein Schauer über den Rücken läuft, dem ist auch nicht mehr zu helfen.
    Knappertsbusch schafft wieder den schwierigen Spagat zwischen Weihe und Dramatik. Nie besser - vorher oder später.
    Meine Produktempfehlungen
    • Parsifal Parsifal (CD)
    Die Meistersinger von Nürnberg

    Die Meistersinger von Nürnberg (DVD)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    20.07.2022
    Bild:
    5 von 5
    Booklet:
    4 von 5
    Extras:
    5 von 5
    Gesamteindruck:
    4 von 5
    Klang:
    5 von 5
    Künstlerische Qualität:
    5 von 5
    Repertoirewert:
    4 von 5

    Sommernachtstraum

    Es gibt auch positive Überraschungen - hier liegt eine besonders erfreuliche vor.
    Gatti hat ein sehr gutes Tristan-und-Isolde-Dirigat abgeliefert und ein gutes beim Parsifal und deshalb war ich gespannt, wie ihm die Meistersinger gelungen sind und tatsächlich kann er auch hier überzeugen: differenziert und gut durchhörbar. Vielleicht sollte er manchmal etwas zupackender und dramatischer agieren, andererseits ist er sehr sängerfreundlich und trägt sie durch ihre Partien.
    Sehr positiv ist die Sängerriege zu bewerten: Michael Volle ist glänzend bei Stimme und kann sowohl in den lyrischen Passagen mit feinem, subtilem Piano-Gesang und schöner Phrasierung überzeugen, als auch in den dramatischeren Passagen stimmlich auftrumpfen (Jerum - Jerum). Tatkräftig und agil überzeugt er als Schauspieler gleichfalls. Bei der 4 Jahre späteren Aufnahme aus Bayreuth unter Jordan erreicht er dieses hohe Niveau stimmlich nicht mehr.
    Nächste positive Überraschung ist Roberto Saccà als Stolzing: sehr idiomatisch und textdeutlich, mit strahlender Höhe, feiner Phrasierung und weiten Legato-Bögen - (seit Botha) endlich ein exzellenter Rollenvertreter, der auch darstellerisch überzeugt. Ein Vergleich zu Vogt 2017 in Bayreuth erübrigt sich, da dieser alles mögliche, aber kein (Wagner-)Tenor ist. Insgesamt sängerisch, darstellerisch und optisch vielleicht der beste Stolzing, der auf DVD/BR vorliegt.
    Abgerundet wird die Sängerriege von der sehr schön und ausdrucksvoll singenden Anna Gabler als voll überzeugender Eva, Zeppenfeld als eindrucksvollem, schlank gesungenem Pogner und Markus Werba als Beckmesser, der stimmlich wie darstellerisch sehr gut ist.
    Die Inszenierung präsentiert das Werk als "Sommernachtstraum" und mit diesem Ansatz lässt sich natürlich jeder Firlefanz und alberne Mummenschanz rechtfertigen, dessen Sinnhaftigkeit zwar fraglich, aber immerhin unterhaltsamer und komödiantischer ist als der absurde, pervertierte Unsinn, den Kosky in Bayreuth 2017 meinte auf die Bühne stellen zu müssen und damit den Werkcharakter grundsätzlich verfehlte. Immerhin bietet Herheim mit dem grundsätzlich im romantischen/biedermeierlichen Stil gehaltene "Design" der Kostüme eine akzeptable Ausstattung der Figuren, die z. B. Stolzing anfangs als Burschenschaftler zeigt und damit seinen rittlich-ungestümen Charakterzug durchaus wiedergibt.
    Fazit: Musikalisch ein großer Gewinn für die Discographie, inszenatorisch Geschmackssache.
    Bemerkens- und sammelwert wird die Aufzeichnung durch die Leistungen Volles, der hier seine Chance, als sehr bedeutender Rollenvertreter des Sachs dokumentiert zu werden, ebenso glücklich nutzen konnte, wie Saccà, Gabler oder Werba. Volles Soloalben sind hervorragend, bei den Operngesamtaufnahmen hatte er leider oft Pech, dass ihm andere Interpreten vorgezogen wurden oder er in "schwacher Gesellschaft" war. Diese Aufnahme entschädigt für vieles und wird Bestand haben.
    Meine Produktempfehlungen
    • Michael Volle - Wagner Michael Volle - Wagner (CD)
    • Michael Volle - A Portrait Michael Volle - A Portrait (CD)
    Die Meistersinger von Nürnberg

    Die Meistersinger von Nürnberg (BR)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    20.07.2022
    Bild:
    5 von 5
    Booklet:
    4 von 5
    Extras:
    5 von 5
    Gesamteindruck:
    5 von 5
    Klang:
    5 von 5
    Künstlerische Qualität:
    5 von 5
    Repertoirewert:
    4 von 5

    Sommernachtstraum

    Es gibt auch positive Überraschungen - hier liegt eine besonders erfreuliche vor.
    Gatti hat ein sehr gutes Tristan-und-Isolde-Dirigat abgeliefert und ein gutes beim Parsifal und deshalb war ich gespannt, wie ihm die Meistersinger gelungen sind und tatsächlich kann er auch hier überzeugen: differenziert und gut durchhörbar. Vielleicht sollte er manchmal etwas zupackender und dramatischer agieren, andererseits ist er sehr sängerfreundlich und trägt sie durch ihre Partien.
    Sehr positiv ist die Sängerriege zu bewerten: Michael Volle ist glänzend bei Stimme und kann sowohl in den lyrischen Passagen mit feinem, subtilem Piano-Gesang und schöner Phrasierung überzeugen, als auch in den dramatischeren Passagen stimmlich auftrumpfen (Jerum - Jerum). Tatkräftig und agil überzeugt er als Schauspieler gleichfalls. Bei der 4 Jahre späteren Aufnahme aus Bayreuth unter Jordan erreicht er dieses hohe Niveau stimmlich nicht mehr.
    Nächste positive Überraschung ist Roberto Saccà als Stolzing: sehr idiomatisch und textdeutlich, mit strahlender Höhe, feiner Phrasierung und weiten Legato-Bögen - (seit Botha) endlich ein exzellenter Rollenvertreter, der auch darstellerisch überzeugt. Ein Vergleich zu Vogt 2017 in Bayreuth erübrigt sich, da dieser alles mögliche, aber kein (Wagner-)Tenor ist. Insgesamt sängerisch, darstellerisch und optisch vielleicht der beste Stolzing, der auf DVD/BR vorliegt.
    Abgerundet wird die Sängerriege von der sehr schön und ausdrucksvoll singenden Anna Gabler als voll überzeugender Eva, Zeppenfeld als eindrucksvollem, schlank gesungenem Pogner und Markus Werba als Beckmesser, der stimmlich wie darstellerisch sehr gut ist.
    Die Inszenierung präsentiert das Werk als "Sommernachtstraum" und mit diesem Ansatz lässt sich natürlich jeder Firlefanz und alberne Mummenschanz rechtfertigen, dessen Sinnhaftigkeit zwar fraglich, aber immerhin unterhaltsamer und komödiantischer ist als der absurde, pervertierte Unsinn, den Kosky in Bayreuth 2017 meinte auf die Bühne stellen zu müssen und damit den Werkcharakter grundsätzlich verfehlte. Immerhin bietet Herheim mit dem grundsätzlich im romantischen/biedermeierlichen Stil gehaltene "Design" der Kostüme eine akzeptable Ausstattung der Figuren, die z. B. Stolzing anfangs als Burschenschaftler zeigt und damit seinen rittlich-ungestümen Charakterzug durchaus wiedergibt.
    Fazit: Musikalisch ein großer Gewinn für die Discographie, inszenatorisch Geschmackssache.
    Bemerkens- und sammelwert wird die Aufzeichnung durch die Leistungen Volles, der hier seine Chance, als sehr bedeutender Rollenvertreter des Sachs dokumentiert zu werden, ebenso glücklich nutzen konnte, wie Saccà, Gabler oder Werba. Volles Soloalben sind hervorragend, bei den Operngesamtaufnahmen hatte er leider oft Pech, dass ihm andere Interpreten vorgezogen wurden oder er in "schwacher Gesellschaft" war. Diese Aufnahme entschädigt für vieles und wird Bestand haben.
    Meine Produktempfehlungen
    • Michael Volle - Wagner Michael Volle - Wagner (CD)
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    Der Barbier von Sevilla (2x Ausz.in dt.Spr.)

    Der Barbier von Sevilla (2x Ausz.in dt.Spr.) (CD)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    15.07.2022
    Booklet:
    4 von 5
    Gesamteindruck:
    5 von 5
    Klang:
    4 von 5
    Künstlerische Qualität:
    5 von 5
    Repertoirewert:
    5 von 5

    Aus dem Schatzkästlein der Vergangenheit (3)

    Dass es 1937/38 möglich war, bis auf die Hauptrolle des Figaro mit Schmitt-Walter, innerhalb eines halben Jahres zwei unterschiedliche Ensembles in Deutschland zusammenzustellen, die allerhöchsten Ansprüchen genügen konnten und bis heute können, mutet heutzutage unglaublich an - aber diese Aufnahmen beweisen es.
    Des Weiteren beweisten diese Aufnahmen ein weiteres Mal, dass Rossini auch auf Deutsch bei entsprechender Technik wunderbar belcantesk gesungen werden kann. Siegfried Augustin hat es im informativen Beiheft trefflich formuliert: "Gesungen wurde glücklicherweise deutsch; zum einen ließen Wortdeutlichkeit und Phrasierungskunst dies zu, zum anderen war das operninteressierte Publikum auch anspruchsvoller als heute und wollte wissen, worum es ging und was die Sänger sangen. Man war noch nicht auf das internationale Wunschkonzert-Einheitsniveau abgesunken, bei dem teilweise nicht einmal mehr die Sänger wissen, was sie eigentlich singen. [...] erfreuen wir uns an der Fülle individueller Sängerpersönlichkeiten und denken wir daran, dass es auch Aufführungen geben kann, die nicht von der Soziologen Blässe angekränkelt sind."
    Besser gesungen wurde diese Oper seitdem nicht mehr - der Klang ist für das Aufnahmedatum recht gut, die Dirigenten tragen die Sänger wunderbar durch ihre Partien.
    51 bis 75 von 180 Rezensionen
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