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    Silberstein

    Aktiv seit: 26. August 2010
    "Hilfreich"-Bewertungen: 862

    Bitte beachten Sie

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    158 Rezensionen

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    Klavierkonzert Nr.3

    Klavierkonzert Nr.3 (CD)

    3 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern Inaktiver Stern
    08.05.2026
    Booklet:
    3 von 5
    Gesamteindruck:
    3 von 5
    Klang:
    2 von 5
    Künstlerische Qualität:
    4 von 5
    Repertoirewert:
    5 von 5

    Welt von gestern

    Eine wichtige Veröffentlichung? Ich weiß nicht - bestätigt sie doch eher die Vorurteile gegen den probefaulen "Kna" in diesen Interpretationen, die von gestern oder gar vorgestern herüberzuwehen scheinen, und auch tontechnisch nicht State of the Art der 60er sind: eine unidiomatisch schwerfällige "Euryanthe" (quasi durch die Wagnerbrille rückblickend gesehen), Beethovens 3. Klavierkonzert, dessen Orchesterbegleitung in der Kulisse zu versinken scheint, und von einer gemeinsamen Vision von Solist und Dirigent ist auch nichts zu spüren (viel gelungener beispielsweise die Live-Neuveröffentlichung des Teams Anda-Böhm, siehe Empfehlungen). Im Mittelsatz freut sich jeder Anda-Fan über die Fusion von mozartscher Süße und beethovenscher Poesie, das ist wunderbar gespielt. Der Brahms dann betont knorrig, holzschnittartig - das schadet ihm weniger, das kann man noch mal so hören -, die Haydn-Variationen hingestellt wie archaische Altarbilder. Von der Dritten gibt es einfach - auch aus dieser Dirigenten-Generation - bewegt-bewegendere Interpretationen, beispielsweise Barbirolli mit den Wienern, und detailreich-durchdachte von den Neueren sowieso (zuletzt Blomstedt, Chailly). Wie sagte Knappertsbusch zum Orchester anstelle einer Probe: "Meine Herren, Sie kennen das Stück, ich kenne das Stück, wir sehen uns heute Abend." Dann aber lieber im "Parsifal" ...
    Meine Produktempfehlungen
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    12 Symphonien op.3 Nr.1-6 & op.4 Nr.1-6

    12 Symphonien op.3 Nr.1-6 & op.4 Nr.1-6 (CD)

    4 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern
    08.05.2026
    Booklet:
    5 von 5
    Gesamteindruck:
    4 von 5
    Klang:
    5 von 5
    Künstlerische Qualität:
    5 von 5
    Repertoirewert:
    4 von 5

    Scharfkantig

    Ich werde wohl kein Beck-Fan mehr in diesem Leben ... was natürlich ebenso an mir, meinem Geschmack, meiner Prägung liegt wie an diesem zwar von der Musikgeschichte weitgehend vergessenen, aber nicht uninteressanten Komponisten. Das fast durchgehend "Ungemütliche", Scharfkantige, durch Füsslis Alptraum-Vision auf dem Cover schon angedeutet (Framing?) und durch die pointierte, fast schon drahtige Musizierweise von La Stagione und dem gelernten Flötisten Schneider noch hervorgehoben, ist eben nichts, was sich in (meinem) Herz und Kopf so recht festsetzt. Die Symphonien op. 3 Nos. 3 - 5 sind schon lange in meinem Besitz, ohne dass ich häufig zu ihnen zurückgekehrt wäre, und diese Box mit der Gesamtaufnahme - gleichwohl mindestens aus enzyklopädischer Warte verdienstvoll, wie auch das kenntnisreiche Beiheft von Schneider selbst - wird das wohl nicht wesentlich ändern. Leicht ironisch ausgedrückt: Wer von Haydn nur die als "Sturm-und-Drang-Symphonien" bekannten Werke mag, der wird auch die hier gebotene Unruhe und Aufgeregtheit schätzen. Klug finde ich die Betrachtung aus der klassischen - also rückblickenden - Perspektive auf Becks Werke unter Zitieren von Charles Rosen, die mir erklärt, warum unsere verwöhnten Ohren nicht mehr quasi unschuldig auf all das Neue reagieren können. Sei's drum! Es muss nicht jeder alles mögen.
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    Cembalokonzerte As-Dur & F-Dur

    Cembalokonzerte As-Dur & F-Dur (CD)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    24.04.2026
    Booklet:
    5 von 5
    Gesamteindruck:
    5 von 5
    Klang:
    5 von 5
    Künstlerische Qualität:
    5 von 5
    Repertoirewert:
    5 von 5

    "Sounds good ...!"

    Wer bei "Berliner Schule" an lange Kameraeinstellungen, Weltschmerz und offene Enden denkt, bestätigt, dass der Begriff inzwischen eher mit dem - auch nicht mehr ganz neuen - deutschen Film assoziiert wird. Hier steht er für die Komponisten um den musikliebenden, aber wenig menschenfreundlichen Friedrich II. von Preußen. Dessen oft frustriertes Aushängeschild war das Originalgenie Carl Philipp Emanuel Bach. Der mir bisher unbekannte Johann Gottlieb Janitsch gehört in diesen Kreis an der Schwelle zwischen gelehrtem und galantem Stil - aber wie anders klingt er! Ich habe selten eine so elegante Cembaloaufnahme gehört, das gilt für das Instrument, die virtuose Spielweise, die Aufnahmetechnik (wobei mich wundert, dass im ansonsten sehr guten Beiheft die Friedenskirche von Swidnica / Schweinitz mit ihren biografischen Bezügen zum Komponisten prominent erwähnt wird, die Aufnahmen selbst aber in der staatlichen Musikschule von Jastrzebie-Zdrój stattfanden - sorry für die fehlenden Diakritika!). Janischs gefälliger, sogar liebenswürdiger Gestus scheint mir näher am "Londoner Bach", dem jüngeren Bruder Johann Christian, Mozarts bewundertem Vorbild, dessen gesammelten "Clavierkonzerten" ich eine solche Akustik gewünscht hätte. Da ist wenig von den gesuchten und oft gewollt wirkenden "Bizarrerien" des Carl Philipp Emanuel, die zwar immer von seiner unerschöpflichen Innovationskraft und Fantasie künden, längeres Hören aber manchmal anstrengend machen. Hier aber: eine knappe Stunde feiner Unterhaltung, auf die mildes Licht fällt wie in den beschworenen Kirchenfenstern der Friedenskirche ... Empfehlung für unfriedliche Zeiten!
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    Symphonie Nr. 2 c-moll op.85

    Symphonie Nr. 2 c-moll op.85 (CD)

    4 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern
    23.04.2026
    Booklet:
    5 von 5
    Gesamteindruck:
    4 von 5
    Klang:
    5 von 5
    Künstlerische Qualität:
    5 von 5
    Repertoirewert:
    4 von 5

    Dicke Ritter, ernste Töne

    Was auch immer man von der Trennung zwischen E- und U-Musik hält - und ihrem Effekt, dass Spitzenkönner im "leichten Fach" vielfach noch von oben herab behandelt werden -, das c-Moll-Hauptwerk dieser CD IST ohne jeden Zweifel: ernste Musik. Alles hebt schon "etwas bewegt, ernst" an, das Beiheft bemüht Brahms, Bruckner, Mahler - und tatsächlich hat der für mich gelungenste Satz der 2. Symphonie, der letzte, etwas von dessen Trauermärschen. Kauns Gestus erinnert aber auch an Elgar, unter dessen glänzender Oberfläche ja auch Melancholisches brütet, und bereits im Kopfsatz kämpft sich mal eine Melodie von Tschaikowskys Gnaden durchs Stimmengeflecht. Ob man diese Symphonie nun gerne hören wird, nachdem man sie oft gehört hat - wie oft bei Spät- und Spätesromantischen erschließt sich dann erst ausreichend "tiefere Bedeutung" und Zusammenhang -, bleibt wohl Neigungssache. Gefällig ist hier nichts.

    Eher schon beim "Falstaff", mit dem Kaun sein Talent für gestisches Komponieren schlagend beweist: Bereits mit den ersten Takten betritt der dicke Ritter quasi vor unseren Augen die Bühne. Wieder der Vergleich mit Elgar: Kauns Werk nimmt sich im Vergleich zu dessen deutlich umfangreicherer und heftig wuchernder Tondichtung op. 68 c-Moll in etwa aus wie das bekannte Gemälde des "Mönchsmalers" Grützner, den auch das Beiheft bemüht, zum echten Shakespeare: schlichter, vordergründiger, schnell im Kopf (Verdi, als Theatergenie auf Augenhöhe, lassen wir hier mal außen vor ...).

    Wer die eher schwerblütige spätromantische Sinfonik eines Richard Wetz, eines Felix Draeseke schätzt, liegt und hört mit dieser Aufnahme sicher nicht falsch.
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    Kammermusik (erweiterte Neuauflage) (CD)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    19.04.2026
    Booklet:
    5 von 5
    Gesamteindruck:
    5 von 5
    Klang:
    5 von 5
    Künstlerische Qualität:
    5 von 5
    Repertoirewert:
    5 von 5

    "Ich bin ein Mensch mit seinem Widerspruch."

    Den Künstler vom Werk trennen - bei Hans Pfitzner ist man immer besonders versucht, das zu tun. Wie kann es sein, dass diese bis zuletzt dem Schönen und tief Romantischen verpflichteten Werke - allein der Überblick über die Entwicklung der vier bedeutenden Streichquartette über ein ganzes Lebensalter lohnt die Anschaffung der Box -, von einem "schäbigen Neidnickel" (Zitat Richard Strauss) geschaffen wurden, einem unbelehrbaren Antisemiten (den der Exilant Bruno Walter dennoch weiter bewunderte)? "Zerrissenheit", wie eines der hier enthaltenen Klavierstücke heißt, und Widersprüchlichkeit sind wohl doch die Hauptmerkmale des Menschen Pfitzner, dem bei aller charakterlichen Fehlbarkeit Mission war, notfalls im Alleingang die Romantik zu retten. Das Zerrissene dieser Seelenhaltung, die Gegenüberstellung von lieblicher Melodie und depressivem Versinken, von grantigem Aufbegehren und einem Humor, dem nicht zu trauen ist, ist nicht nur im "Palestrina" aufzuspüren, auch in den meisten der hier versammelten Werke, bis sich im späten Sextett op. 55 ein ganz und gar nicht harmonischer Lebensbogen zu runden scheint - gegen die Zeit. Das Kriegsende empfand er als Katastrophe, die zum Krieg und im Krieg begangenen Verbrechen wollte er so nicht sehen. Es lohnt sich kaum, Pfitzner zu lesen. Aber sehr, Pfitzner zu hören. Ein Widerspruch, der bleibt - und den auch das hervorragende Beiheft an vielen Beispielen belegt. Die Ensemble-Leistungen, all diese Widersprüche wieder unter einen Bogen zu zwingen, verdienen volle Anerkennung.
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    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    19.04.2026
    Booklet:
    5 von 5
    Gesamteindruck:
    5 von 5
    Klang:
    5 von 5
    Künstlerische Qualität:
    5 von 5
    Repertoirewert:
    5 von 5

    Perlt und prickelt

    359 Aufnahmen von Chopins hochberühmtem Ersten Klavierkonzert verzeichnet Apple Music. Und trotzdem soll die Suche nach weniger bekannten, musikalisch lohnenden romantischen Klavierkonzerten, die viele erstmals in dieser tollen Serie von Hyperion Records kennen- und lieben gelernt haben, nach "nur" 87 Ausgaben jetzt beendet sein. Die Begründungen eines ehemaligen Produzenten reichen von den gestiegenen Kosten für Orchesteraufnahmen bis zu "Wir haben alles Lohnenswerte eingespielt" - nicht erwähnt wurde die Übernahme des kleinen Privatlabels durch einen Major. Wie überaus schade - und wie dankbar darf man doch für die bisherigen Entdeckungen sein! Ist ein Glas halb voll oder halb leer? Hier geht es nicht mal nur um ein Glas, sondern eine ganze festliche Tafel voller Champagnerflöten. Interpretatorisch exzellent dargeboten - Sir Stephen Hough und Howard Shelley z.B. haben im Rahmen der Edition immer wieder für Highlights gesorgt -, orchestral tadellos und ebenso aufgenommen. Der Sammler kennt sie inzwischen und kann sagen: Paderewski und Medtner, Bortkiewicz und Brüll, die vernüglichen Moscheles und Kalkbrenner, Scharwenkas Schwergewichte, die dichten Satz und musikalische Substanz verbinden, Henselt oder auch das unberühmte kurze Konzert des berühmten Rimsky-Korssakow, sie alle lohnen auch das Wiederhören. Wer romantischen Überschwang, Panache!, diesen ganzen Gestus von Spielfreude, Hedonismus und Virtuosität liebt, der kommt seit Jahren an dieser Serie nicht vorbei. Jetzt heißt es innehalten - und vielleicht hoffen, dass an der einen oder anderen Stelle, beim einen oder anderen Label doch noch Unentdecktes, Romantisches, Klavieristisches wieder auftaucht und die Reise noch nicht zu Ende ist. Bis dahin: bon voyage! - denn auch um sich hier durchzuhören (und durch Vol. 2 ...) reicht ein Urlaub vermutlich nicht aus. Anmerkung: Die Beihefte kenne ich nur aus den Originalausgaben, sie sind gut, informativ und oft auch mit britischem Humor verfasst. Alle Texte sind aber auch auf der Website von Hyperion abrufbar.
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    Sinfonias

    Sinfonias (CD)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    19.04.2026
    Booklet:
    5 von 5
    Gesamteindruck:
    5 von 5
    Klang:
    5 von 5
    Künstlerische Qualität:
    5 von 5
    Repertoirewert:
    5 von 5

    Halali!

    Wer sich beim Musikhören in die Rolle eines Fürsten hinein fantasiert, der mit seiner Jagdgesellschaft über Stock und Stein galoppiert, ohne Rücksicht auf Verluste (und die Landwirtschaft) - der ist mit dieser Musik gut bedient. Denn dafür wurde sie zumindest zum Teil geschaffen: Als Jagd-Begleitung. Graupner, der äußerst produktive Bach- und Händel-Zeitgenosse - der häufig nach Telemann klingt -, war ein bescheidener Mensch. Ob er mitjagen durfte wie später Haydn auf Schloss Eszterházy, ist trotz allen Hörnerschalls zu bezweifeln; es gibt auch kein Bild von ihm. Aber musikalische Bilder gibt es hier, und die lohnen das Kennenlernen: federnd-verspielt und vielseitig vor allem auch in den ideenreichen Orchester-Besetzungen. Natürlich: ein Gebrauchskomponist. Das hatte man als Angestellter eines Landgrafs von Hessen-Darmstadt auch zu sein, aber auf diesem Niveau klingt da gar nichts nach "Auftrag". Der ebenfalls vielseitige Herr Heyerick und seine Musikanten führen uns durch Frühformen der Sinfonie und Ouvertüren, ganz überwiegend festlich-repräsentativen Charakters, aber auch mit gedeckten Zwischen-Tönen aufwartend. Eine feine Jagd-Beute auch für Nicht-Fürsten ...
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    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    15.03.2026
    Booklet:
    5 von 5
    Gesamteindruck:
    5 von 5
    Klang:
    5 von 5
    Künstlerische Qualität:
    5 von 5
    Repertoirewert:
    5 von 5

    Also sprach Zoroaster

    Mit Karacho fegen Michi Gaigg und ihr Barockorchester durch diese genuinen Theater-Musiken und zeigen gleich mal auf, was den französischen Barock von den größten Exegeten des deutschen unterschied: das weltliche Element auch als Weltoffenheit, der repräsentative Glanz, das Lebensbejahende statt "Ich habe genug". Das ist nicht fürs Jenseits komponiert, und so spielt es L'Orfeo auch wie direkt "on stage". Nebenbei lässt sich gerade bei Rameau ein Wandel der Interpretation ausmachen, der zeigt, wie viel in ihm steckt: Von Raymond Leppards hochvirtuosen Darstellungen der späten 60er mit "super polished" Bläserstimmen (z.B. "Vorhang auf!", PHILIPS 454 426-2 - warum ist von diesem Pionier der Alten Musik, der über 250 Aufnahmen gemacht hat, eigentlich sogar online kaum noch etwas greifbar?) über den strengen Gustav Leonhard, der eher das Gravitätisch-Höfische betont ("Les Paladins"-Suite, PHILIPS 432 968-2) bis eben zu Gaigg und L'Orfeo: So heutig klang Altes noch nie, und trotzdem mag ich auch die anderen Darstellungsformen und -weisen.
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    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    14.03.2026
    Booklet:
    1 von 5
    Gesamteindruck:
    5 von 5
    Klang:
    5 von 5
    Künstlerische Qualität:
    5 von 5
    Repertoirewert:
    5 von 5

    Bach at his best

    Wer die größte Musik des Abendlandes nicht nur anhand von "Papierhüllen" beurteilt - dieses Verpackungskriterium wird in gewissen Rezensionen überraschend häufig erwähnt -, der möchte wohl doch eher etwas über die Qualität der Einspielungen wissen.

    Kurz: Gardiners Bach-Kantaten für die DG gehörten und gehören noch immer zu den Allerbesten auf dem Markt, manchmal neben, manchmal vor Herreweghe und Koopman. Die filigrane Durchhörbarkeit, der unglaublich flexible Chor, die reine "Power" und Beherrschung der treibenden Rhythmik (die mir z.B. bei Suzuki meist fehlte) machen diese Einspielungen zum endlosen Vergnügen - d.h. nicht ganz endlos, weil Sir John nach Beendigung des Projekts der "Cantata Pilgrimage" auf seinem eigenen Label weitermachen musste. Auch diese Interpretationen liegen ja nun vollständig, aber viel teurer vor, und über die verzeihlichen Fakes (nicht alles wurde auf der Pilgerreise eingespielt) wurde auch schon zu viel geschrieben. Gar nichts geschrieben außer den Tracks wurde im beiliegenden Booklet; Texte gibt's wohl online. Ich habe viele der besser ausgestatteten und mit schönen Covern ausgestatteten Original-CDs und finde, man sollte dieses Angebot als das beurteilen, was es sein soll: Bach für alle - ein niedrigschwelliges Angebot, diese wunderbare, fantasievolle, warmherzige und menschliche Musik kennenzulernen: als Musik.

    Die Referenz-Lorbeeren gelten übrigens auch den hier versammelten Großwerken: h-moll-Messe, Passionen und Weihnachts-Oratorium, wobei bei letzterem viele auch noch Karl Richters prachtvoll-empfindsamer "deutscher Weihnacht" u.a. mit Fritz Wunderlich die Treue halten werden.
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    Sämtliche Streichquartette

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    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    02.03.2026
    Booklet:
    5 von 5
    Gesamteindruck:
    5 von 5
    Klang:
    5 von 5
    Künstlerische Qualität:
    5 von 5
    Repertoirewert:
    5 von 5

    Der Vollendete

    Hier muss ich mal Hurra schrei(b)en: Mit dieser Gesamtaufnahme plus fügt das begabte Minguet-Quartett den bisherigen Referenzen eine weitere hinzu. Hiermit meine ich insbesondere den Powerhouse-Mendelssohn des Emerson Streichquartetts (DG) mit dem Extra-Zauberkunststück eines von den vier Herren in Doppelbesetzung aufgenommenen Oktetts, und die ausgeglichene, manchmal etwas verhaltene Version des Ysaye-Quartetts (DECCA), die jeweils unterschiedliche Seiten des Genies hervorheben: den strahlenden "Star" und den nachdenklichen Philosophen-Enkel. Das Minguet Quartett scheint eine weitere Seite für wichtig zu halten: Den Gefühlsmenschen Mendelssohn. Ihre direkte, in den Einzelstimmen eindringlich "sprechende" Interpretation bringt uns dessen Ausnahmebegabung in jedem Satz, jedem Takt zu Gehör, aber eben auch seine Menschlichkeit, die Nähe zu seiner Schwester Fanny (das unerhörte späte Quartett op. 80 ist ein direkter Reflex auf ihren frühen Tod und kann als "foreshadowing" seines eigenen gehört werden; musikalisch weist es ebenfalls weit über seine Zeit hinaus bis auf Smetanas ebenfalls schicksalhaftes Quartett Nr. 1 "Aus meinem Leben"), die frische Lebensbejahung der ganz frühen Werke und den künstlerischen Ernst der mittleren. Gut auch die Kopplung beispielsweise des ersten Gattungsbeitrags op. 13 (vor op. 12 komponiert, das ist so ähnlich wie bei Beethovens "erstem" und "zweitem" Klavierkonzert) mit ebendiesem letzten Quartett, oder des 5. mit Fannys eigenem Quartett: Es straft jedermann Lügen, der Geschlechterklischees in Musik sucht und tritt energisch und "maskulin" ins Rampenlicht, das der begabten Schwester im Leben zu oft verwehrt war. Ich habe nie verstanden, warum es relativ wenige Gesamteinspielungen von Mendelssohns Streichquartetten gibt; er war einer der absoluten Meister. Also: Hurra!
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    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    24.02.2026
    Booklet:
    5 von 5
    Gesamteindruck:
    5 von 5
    Klang:
    5 von 5
    Künstlerische Qualität:
    5 von 5
    Repertoirewert:
    4 von 5

    Großer Wurf mit kleinerem Meister

    Gar nicht so selten gelingt cpo - oft in Zusammenarbeit mit öffentlich-rechtlichen Sendern wie hier dem Deutschlandfunk - ein großer Wurf mit "Kleinmeistern", insbesondere bei Kammermusik. So auch hier: Wer hat je von Brambach gehört? Und wer denkt beim Hören vor allem der drei handwerklich hervorragenden und ideenreichen Klavierquartette nicht auch an Schumann und Brahms - also an das "oberste Regal"? Diese Werke sind großformatig, das frühe Sextett auch groß besetzt (es hat eine frühere Entsprechung beim ganz frühen Mendelssohn), aber der kompositorische Ehrgeiz hält sich mit einer erfrischenden Diesseitigkeit und der Betonung
    des Melodischen immer die Waage. Ich finde hier das Element des Gesanglichen übrigens auffälliger als das des Rhetorischen, habe beim Hören nicht das Gefühl, zu etwas überredet zu werden, sondern eher, an einem warmherzigen Gespräch teilzuhaben: Nicht zuletzt ein Verdienst der ja in einer solchen eher seltenen Besetzung nicht immer zusammenspielenden Musiker. Eine schöne Veröffentlichung.
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    4 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern
    23.02.2026
    Booklet:
    5 von 5
    Gesamteindruck:
    4 von 5
    Klang:
    5 von 5
    Künstlerische Qualität:
    4 von 5
    Repertoirewert:
    4 von 5

    Ungewollte Fallhöhe

    Das Programm dieser CD weist eine ungeahnte - und ungewollte - Fallhöhe auf. Nicht die Werke selbst, die unbeschwerten Walzer, Märsche, Stückchen, deren berühmtestes "Wiener Praterleben" als Berliner "Sportpalastwalzer" noch berühmter wurde und von einer dahingegangenen Unterhaltungskultur kündet (hätte man es nicht "mit Pfiff" zusätzlich einspielen sollen?). Die Fallhöhe ist biografisch bedingt; der Komponist mit dem schönen, wie erfunden klingenden Namen steht als Stellvertreter für jene Entertainer und Künstler jüdischer Herkunft, die ... einfach nur Musik machen wollten und es irgendwann nicht mehr durften. Das kann man gut hören, ohne Hintergedanken und "Träne im Knopfloch" hören kann man es nicht mehr. Die hohen Opuszahlen künden von der Produktivität des heute Vergessenen. Das transparente Klangbild zeigt: Die Nürnberger legen sich ordentlich ins Zeug für ein Repertoire, das sicherlich nicht ihr Kerngeschäft ist - "Durch's Ziel!"
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    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    10.02.2026
    Booklet:
    5 von 5
    Gesamteindruck:
    5 von 5
    Klang:
    5 von 5
    Künstlerische Qualität:
    5 von 5
    Repertoirewert:
    4 von 5

    Aufforderung zum Danzi

    Von "Tuten und Blasen" hatte er jede Menge Ahnung: Franz Danzi. Bekannt ist er, geprägt und ausgebildet in der damals wichtigen Musik-Metropole Mannheim, auch heute noch in erster Linie für seine Musik für Blasinstrumente in außergewöhnlicher Besetzung - wie sein Vorbild Anton(in) Reicha, der aber in Paris die wohl größere Karriere gemacht hat. Danzi aber war nicht nur mit vielen Großen bekannt und befreundet - der Familie Mozart und Carl Maria von Weber, an dessen Trio g-moll op. 63 die vorliegenden Werke im frühromantischen Gestus erinnern -, er führte jenes zeittypisch unstete Leben zwischen (unterbezahlter) Anstellung und Anerkennung auf der einen Seite und der Suche nach mehr, dessen Härten man heute wohl unterschätzt. Symptomatisch dafür nicht nur das idyllische Ludwig-Richter-Cover, sondern auch die Hinweise im Booklet, dass Danzi diese Trios quasi unentgeltlich seinem Verleger überlassen hat - für sechs Freiexemplare! Wenig ist greifbar von Danzis Musik, das kleine Label NCA hat vor Jahren in Zusammenarbeit mit Rundfunkanstalten z.B. Bläser-Klavierquintette mit Christine Schornsheim oder die reinen Bläserquintette op. 68 veröffentlicht (und wie die fantastische DG-Aufnahme des Weber-Trios mit Gidon Kremer und den Hagens auch nur noch antiquarisch zu finden - die NAXOS- und BIS-Aufnahmen kenne ich nicht); eine einzige Einspielung ist lieferbar von seiner Rübezahl-Oper "Der Berggeist". Die Trios op. 71 füllen also eine Lücke, vielleicht nur eine Nische, die im Begleittext ganz richtig gekennzeichnet ist: Die Form erinnert an etwas Altes, die barocke Triosonate, die Tonsprache weist auf die Romantik voraus. Wunderbar treffen die drei "Spieler" diese vom warmen Flötenton bestimmte Zwischen-Atmosphäre. Der "Biedermeier" war eben nicht durchgehend bieder, sondern gerade in den Kleinformen oft von der Suche nach neuem Ausdruck bestimmt. Eine Empfehlung!
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    Symphonie Nr. 2

    Symphonie Nr. 2 (CD)

    4 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern
    10.02.2026
    Booklet:
    5 von 5
    Gesamteindruck:
    4 von 5
    Klang:
    5 von 5
    Künstlerische Qualität:
    5 von 5
    Repertoirewert:
    4 von 5

    Der große Name

    Es kann bekanntlich Last wie Lust sein, Mendelssohn, Wagner oder auch Mozart zu heißen, wenn man nicht "der Mendelssohn", Mozart oder Wagner ist. Das ging den Söhnen so, in der Nachbetrachtung wird natürlich auch einem Großneffen ein solcher Vergleich eher schaden als nützen - zumal wenn, wie im Fall Arnolds Mendelssohns, jemand so komponiert, als seien eben seit dem berühmten Vorfahren nicht 100 Jahre vergangen. Die CD überrascht sofort mit einem hemmungslos romantischen Violinkonzert, dessen "unendliche Melodie" (ich benutze den Terminus mit Absicht) tatsächlich erst 1921 geschrieben und auch uraufgeführt wurde. Man kann das einfach hören und genießen, anstatt es musikhistorisch zu problematisieren, wenn es derart kunstfertig dargeboten wird wie von der chinesischen Meistergeigerin Ziling Guo und den Hamburger Symphonikern. Deren Streichergruppe ist in der Ära des großen Jeffrey Tate förmlich aufgeblüht, und das hört man hier - während in der Symphonie op. 92, ebenfalls einem Spätwerk von 1922, so viele Stil-Elemente durcheinanderpurzeln, dass das Werk deutlich weniger fassbar erscheint: Nicht sperrig-atonal, sondern im Gegenteil eben durchgehend nostalgisch, eklektizistisch. Letzterer Begriff, ohne den man einen Arnold Mendelssohn wohl auch hörend nicht begreifen kann, wird im Beiheft zu Recht aufgeworfen - und in einem Genre, das ja in der Beethoven-Nachfolge bis zu Mahler immer für das persönliche Bekenntnis genutzt wurde, macht das ebenso nachdenklich wie die Information, dass diese Symphonie in den 20er Jahren beim Publikum sehr gut ankam. Dass auch man auch der "ernsten Musik" in Deutschland damals also mehr als einen Weg offenhielt, scheint eine gute Nachricht, dass diese Nachricht zu spät kommt und danach sehr viel schlechtere kamen, wird durch ein weiteres Detail klar: Wilhelm Furtwängler wollte Mendelssohns 3. Symphonie aufführen, doch "die Zusammenarbeit kam nicht zustande". Angesichts des Todesjahrs 1933 des Komponisten mit dem berühmten, dann verfemten Namen muss man sich wohl nicht fragen, warum nicht. Der Künstler hatte womöglich ein eigenartiges Glück, Erfolge als "der andere Mendelssohn" genießen zu können und das Schlimmste nicht mehr miterleben zu müssen.
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    Streichquintett op.106

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    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    21.01.2026
    Booklet:
    5 von 5
    Gesamteindruck:
    5 von 5
    Klang:
    5 von 5
    Künstlerische Qualität:
    5 von 5
    Repertoirewert:
    5 von 5

    Der Verinnerlichte

    Hans Gál war mir als Biograf von Brahms - Wagner - Verdi bekannt: von den so unterschiedlichen Komponisten hat er einfühlsame, kenntnisreiche Biografien vorgelegt, die nahelegten, dass hier jemandem nicht nur nichts Musikalisches, sondern auch nichts Menschliches fremd ist. Der antiquarisch erhältliche Band ist immer noch unbedingt lesenswert (er hat noch viel mehr geschrieben). Von Gáls eigenem musikalischen Werk wusste ich wohl, dass es existierte, aber auch die vorhergehenden cpo-Veröffentlichungen kannte ich nicht - und so wusste ich auch nicht, dass man 1976 noch wie Brahms komponieren konnte. Hans' großes Streichquintett op. 106 lässt durchaus an die Gattungsbeiträge von Johannes denken (op. 88, op. 111). Es ist sehr geeignet, die sympathische und besondere Haltung dieses Mannes zur Musik kennenzulernen, zu seiner eigenen und zu der, die er liebte: Musik als Rückzugs- und Erinnerungsraum, der nicht primär die Verzerrungen seines Jahrhunderts spiegelt, sondern vor allem die versunkenen Schönheiten. Immerhin erlebte er, der als Untertan eines Kaisers geborene jüdische Wiener, nahezu 100 Jahre voller grundstürzender Ereignisse, Exil, Gefährdung, aber auch Neuanfängen. Er selbst erteilte dem Deskriptiven, Direkten in der Musik eine Absage und so hören wir hier traumhafte Reflexionen ohne Härten, transparenten Streichersatz und gekonnte Kontrapunktik, vor allem aber: ein Bekenntnis zur Melodie. Sein letztes Streichquartett op. 99 ist eine Synthese aus Vergangenem und wirkt dennoch nirgendwo "nachgemacht": Programmmusik in der eröffnenden "Legende", die gleichwohl unbestimmt bleibt, einer nicht ganz zu trauenden "Burleske" mit einem Humor, der an Schostakowitsch erinnert, die ergreifende "Elegie" und im Abschluss der Nachweis kompositorischer Meisterschaft im Capriccio Fugato. Wenige Komponisten lassen so in ihr Inneres blicken und wahren dabei stets die Form - Hans Gál, der Vornehme, hat seine Neuentdeckung mehr als verdient.
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    Symphonie h-moll

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    4 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern
    13.01.2026
    Booklet:
    5 von 5
    Gesamteindruck:
    4 von 5
    Klang:
    5 von 5
    Künstlerische Qualität:
    5 von 5
    Repertoirewert:
    4 von 5

    All'ungherese

    Die schöne kolorierte Stadtansicht des alten Budapest auf dem Cover führt hinein in die K.u.K. Welt, in der auch Hans Koessler lange zu Hause war, als Grenzgänger zwischen deutschem und ungarischen Nationalgefühl. Wozu die Nationalismen im Vielvölkerstaat führten, ist bekannt - schönere Ergebnisse inspirierten sie künstlerisch, musikalisch. Und so führt ein "unerhörtes" Passacaglia-Konzert hinein in Koesslers Schaffen, strenge Form mit ungarischem Schmelz verbindend, mit genau diesem Schmelz hinreißend dargeboten vom Solisten Fedor Rudin auf seiner wertvollen Stradivari. Das melodienreiche Werk ist unbedingt hörenswert! Die leichten Stern-Einbußen würde ich wegen der dann doch etwas gründerzeitlich-pompösen Symphonie geben, mit viel Schlagwerk und fröhlichem Tamburin (!) im letzten Satz, die manchmal eher wie "noch 'ne Idee" klingt als wie ein wirklich zwingend das eine aus dem anderen entwickelndes Großwerk. Aufgeführt wurde sie nur vielleicht, gedruckt nie, wie denn auch der als Lehrer sehr einflussreiche gebürtige Oberpfälzer kein rechtes Glück mit der öffentlichen Wirkung seiner Werke hatte, vielleicht auch wegen mangelnder PR-Begabung. Das Nürnberger Qualitätsorchester, der BR und cpo können mit dieser Aufnahme zumindest für ein wenig Nachruhm sorgen.
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    Symphonien

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    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    08.01.2026
    Booklet:
    5 von 5
    Gesamteindruck:
    5 von 5
    Klang:
    5 von 5
    Künstlerische Qualität:
    5 von 5
    Repertoirewert:
    5 von 5

    Ein strenger Richter?

    Ganz leicht macht es einem diese Musik nicht. Der fugierte Eingangssatz der G-moll-Symphonie zeigt den strengen Meister - aber Gefühl? Hochinteressant dann der Verweis im Booklet auf ein Oratorium des Komponisten mit einem Lamento in ganz ähnlicher Tonsprache - und als "sinfonische Dichtung geistlicher Art", als Klagegesang und sogar Art Passionsmusik erschloss sich diese Kompositionsweise mir plötzlich, und ihr emotionaler Sinn. Die ganze Bandbreite Richters deutet sich dann durch das zweite gewählte Werk an, mit dem komischen "La Confusione" Schlusssatz in Haydnscher Humorlage. Das ist für mich schon fast das höchste Lob, das man einem Komponisten dieser Zeit, die ja das Originelle, Einzigartige noch nicht zum Kult erhoben hatte, spenden kann (hier noch ein Vergleichs-Verweis auf Joseph Haydns Symphonie Nr. 70 mit der Tripelfuge im Schlusssatz). Eine sehr konzentrierte Interpretation von Frau Gaigg und L'Orfeo: Musik zum Einhören und Hinhören. Und zum Wiederhören.
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    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    03.01.2026
    Booklet:
    5 von 5
    Gesamteindruck:
    5 von 5
    Klang:
    5 von 5
    Künstlerische Qualität:
    5 von 5
    Repertoirewert:
    5 von 5

    Auch noch für den 4., 5. und 6. Weihnachtstag ...

    Zugegeben, unter den Christbaum schafft es diese meine Empfehlung nicht mehr. Das ist auch gar nicht schlimm - schließlich hat diese schöne Musik einige Jahrhunderte überlebt und wird somit auch noch bis nächstes Jahr durchhalten. Die hohe Platzierung in den jpc-Charts zeigt, dass sich viele angesprochen fühlen von diesem Einblick in eine fremde und hier doch ganz nahbar wirkende Musikkultur Mittelamerikas (wenn auch womöglich hier und da als Last-Minute-Geschenk...). Volkstümlich und fern von barocker Repräsentation und virtuoser "Überwältigungsdramaturgie" an europäischen Höfen klingt dieses Echo aus Mexiko City, und nicht nur wegen der Verwendung idiomatischer Instrumente wie spanischer Gitarre und spanischer Harfe, denen man ja bei Fux oder Biber eher nicht begegnet, sondern auch wegen der Ensembleleistung ohne Ausfall und des warmen Klangbilds. Kulturelle Aneignung ist eben häufig in der Musikgeschichte Voraussetzung für große Kreativität gewesen. Eine Bereicherung - dann eben für den Gabentisch 2026 ;).
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    Cembalokonzerte D-Dur,F-Dur,G-Dur

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    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    16.12.2025
    Booklet:
    5 von 5
    Gesamteindruck:
    5 von 5
    Klang:
    5 von 5
    Künstlerische Qualität:
    5 von 5
    Repertoirewert:
    5 von 5

    Cembalissimo!

    Klingekunst - das klingt niedlich, sanft, nach Windspiel. Gar nicht so niedlich klingt die Musik des Österreichers Joseph Umstatt, nicht gar so ätherisch wird sie von diesem Ensemble um die Damen Größinger und Mijatovic dargeboten: das sind ausgewachsene Virtuosenkonzerte mit Lust an der Verzierung, am Effekt, besonders die fürs Cembalo! So gibt es das nicht allzu häufig zu hören und reicht für eine klare Empfehlung dieser Nischen-Musik, die zur Entstehungszeit keine war. Im Gegenteil: Höfische Einflüsse führt das Beiheft aus, der repräsentative Gestus ist in der Musik omnipräsent. Die Traversflöte "glänzt" mit ihrem dunklen, runden Ton hier nicht ganz so, gibt den Konzerten - die sicher nicht einfacher sind - einen intimeren Charakter.
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    4 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern
    14.12.2025
    Booklet:
    5 von 5
    Gesamteindruck:
    4 von 5
    Klang:
    5 von 5
    Künstlerische Qualität:
    5 von 5
    Repertoirewert:
    4 von 5

    "Ich hörte Harfenschlag ..."

    Musikhistorisch ist das natürlich interessant: eine Übertragung eines Originalwerks des Bach-Sohnes Johann Christian durch den noch ganz jungen Mozart, der ihn bewunderte - von Sonate zu Klavierkonzert -, dazu Konzerte ihres Zeitgenossen Schroeter, der den Londoner Bach durch dessen stilbildende Bach-Abel-Konzerte kannte und ihm als Music Master nachfolgte, wiederum auf ein anderes Instrument übertragen - von Klavier zu Harfe. Dass ebenjene Harfe, die Frau Frau Aichhorn sensibel, aber auch zuweilen kraftvoller "schlägt", als Solo-Konzertinstrument nie wirklich Furore gemacht hat, liegt natürlich an der "Durchschlagskraft" der Tonbildung und an der Entwicklung der Orchester und an der Konkurrenz vor allem des Klaviers. Die hier vorgestellten Übertragungen wirken charmant, gefällig, reizvoll und illustrieren das "galante Zeitalter", in denen sie entstanden - ein "foreshadowing" auf das bürgerliche Konzert- und Musikleben, in dem eine Sensation die andere jagte und auch der Anspruch an Tiefe und Gehalt der Werke crescendoartig anstieg ...

    Wem Mozarts drei Konzerte nach J.C. Bach KV 107 bekannt vorkommen, kennt sie womöglich aus der früheren Aufnahme von Murray Perahia (Sony SK 39 222), die sie passenderweise ebenfalls mit dem Schroeter-Konzert op. 3 Nr. 3 koppelt und als Supplement zu Perahias großartiger Mozart-Gesamtaufnahme erschien.
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    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    03.12.2025
    Booklet:
    5 von 5
    Gesamteindruck:
    5 von 5
    Klang:
    4 von 5
    Künstlerische Qualität:
    5 von 5
    Repertoirewert:
    5 von 5

    Herr Müller muss weg ...

    ... so erklärt sich der absolute Tiefpreis dieser wunderbaren CD, die entweder aus dem Angebot verschwinden (oder aber als Gesamtausgabe wiederkehren) wird. Also: Zugreifen! Virtuose Flötenkonzerte, die deutlich in die Romantik weisen, von einer Solistin dargeboten, die keine Herausforderung zu scheuen scheint (sie als "Paganini der Flöte" zu bezeichnen, ist freilich eine so ahistorische wie übertriebene Zuschreibung, die der Virtuosin wenig nützt und dem Hörer auch nichts). Das Kammerorchester unter Timo Handschuh begleitet Tatjana Ruhland geschmeidig und alles andere als pauschal. Diese Musik macht in jedem Takt klar, dass der Komponist mit dem Alltagsnamen alles andere als alltägliche Fähigkeiten auch als Solist besaß.
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    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    03.12.2025
    Booklet:
    5 von 5
    Gesamteindruck:
    5 von 5
    Klang:
    5 von 5
    Künstlerische Qualität:
    5 von 5
    Repertoirewert:
    5 von 5

    Eigentlich müsste es sechs Sterne geben ...

    Den hymnischen Vor-Rezensenten ist uneingeschränkt zuzustimmen: Diese Box ist eine Tat! Ein riesiges Kaleidoskop der so bedeutenden norddeutschen Orgelschule, dessen warme Klangqualität und -weite vom ersten Ton an für sich einnimmt. Von den Vorgängern des Größten mögen Namen wie Böhm, Weckmann, Reincke und Tunder etwas bekannter, andere unbekannter sein - aber im Wechselspiel auch mit den historischen Orgeln wird einem klar, auf welchen Voraussetzungen Bach aufbaute, welche Kunst schon vor seiner existierte. Toll auch das Booklet mit so akribischen wie liebevollen Informationen zu den Instrumenten, den Komponisten, den Einzelwerken. Nach der Buxtehude-Box ist cpo und Friedhelm Flamme also nun für das zweite Weihnachtsgeschenk zu danken. Risiken und Nebenwirkungen: mit fassungslosen Seitenblicken von Partnerinnen und anderen Mitbewohnern für durchgehende Orgel-Sessions ist zu rechnen ;).
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    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    24.11.2025
    Booklet:
    4 von 5
    Gesamteindruck:
    5 von 5
    Klang:
    4 von 5
    Künstlerische Qualität:
    5 von 5
    Repertoirewert:
    5 von 5

    "Herr Müller ist fort, Frau Müller geht fremd ..."

    Der süffige "Waldmeister" wurde hin und wieder beim Wiener Neujahrskonzert ausgeschenkt - zuletzt von Thielemann 2024, davor von Mehta 2007 und besonders liebevoll abgeschmeckt von Barenboim 2014 -, aber dabei handelt es sich natürlich nur um die Ouvertüre, welche die belebenden Melodien zu einem Strauß bindet. Diesen Luxusklang gibt's natürlich nur bei den Philharmonikern, aber das ganze Stück jetzt in dieser lebendigen Aufzeichnung eines, wie passend, Gastspiels in Wien. Das Münchner Gärtnerplatztheater hat ja Jahrzehnte Erfahrung mit der leichten Muse, die locker zu servieren so schwer ist, was Dirigent Brandstätter und seinem gut aufgelegten Ensemble hier abermals glückt. Nun kann man der Meinung sein, das ein solches Libretto (sehr gut textverständlich, was das Fehlen im Booklet vielleicht verschmerzen lässt) so outdatet ist wie Waldmeister-Bowle. Hier ist der geniale Melodienerfinder Strauss natürlich gegenüber dem schärferen Witz von Offenbach oder Gilbert & Sullivan im Nachteil - aber nur hier. "Fast noch lieber hab ich das bürgerliche Trauerspiel", sagt Herr Müller zwar in dieser duftig-leichten Operette. Aber das ist Geschmacksache, wie Waldmeister: Komödie ist womöglich noch wichtiger in diesen Zeiten ...
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    23.11.2025
    Booklet:
    5 von 5
    Gesamteindruck:
    5 von 5
    Klang:
    5 von 5
    Künstlerische Qualität:
    5 von 5
    Repertoirewert:
    5 von 5

    Sprachlos, vielsagend

    Wunderbar gespielte Streichquartette, die Lust machen auf mehr - und ganz anderes. Verweist doch das Beiheft mehrfach auf Bittners Bühnenwerke, die seinerzeit viel gespielt wurden und deren selbst verfasste Libretti hier sogar mit Raimund und Nestroy (!) verglichen werden. Das würde man gerne mehr hören und sehen. Oder auch: "Lortzing-Stimmung in nach-wagnerischer Tönung": Offenbar war dieser Meister nicht nur selbst inspiriert, sondern inspirierte auch andere zu allen möglichen Vergleichen. Das Pastorale ist da eine wiederkehrende Metapher für das Werk, das Liebenswürdige, das Österreichische eine andere, die auch für die tonal gebundenen, melodiösen und tatsächlich eher un-dramatischen Quartette passt, die aber eher an Schubert, Dvorak erinnern und dabei doch ganz persönlich klingen. Das man Bittner hier und da vorwarf, allzu bäurisch zu klingen, ist mit unserer Hörerfahrung von Mahlers ironisch-grellen Ländern ein Echo von vorgestern. Immerhin: So konnte man noch 1913 bzw. 1917 komponieren, jedenfalls wenn man Julius Bittner hieß! Eine feine Ausgrabung von cpo - gerne tiefer schürfen!
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    17.11.2025
    Booklet:
    5 von 5
    Gesamteindruck:
    5 von 5
    Klang:
    4 von 5
    Künstlerische Qualität:
    5 von 5
    Repertoirewert:
    5 von 5

    Aimez-vous Kauffmann?

    Eine weitere tolle Trio-Veröffentlichung von cpo - die vorwärtsdrängende, kraftbetonte Kammermusik erinnert an Brahms, fast noch mehr an Schumann, dessen Klaviertrios und berühmtes Quintett. Der Name Kauffmann erinnert leider an gar nichts mehr. Kommt da noch was? Das Beiheft erwähnt ein Violinkonzert op. 27, eine Symphonie op. 18: Wenn auch die groß angelegten Werke der Magdeburger Koryphäe von der durchgearbeiteten Qualität seiner Kammermusik sind, würde man sich auf eine Veröffentlichung freuen können. Erstaunlich schon die Perfektion des jungen Meisters im op. 9, ganz zu sich selbst gefunden hat er dann im späteren op. 20.

    In seiner Interpretation setzt das Mitteldeutsche Klaviertrio auf Temperament und Attacke. Dadurch fehlt der Aufnahme nach meiner Empfindung manchmal die tonale Rundung und Tiefe des stilbildenden Beaux Arts Trios - womöglich auch durch die sehr nahe, präsente Aufnahme -, aber sie passt zu einer Musik, die sich durchaus selbstbewusst einreiht in die Reihe des Bekannteren und zu sagen scheint: hört mal her, sonst entgeht Euch was!
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