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    meiernberg Top 10 Rezensent

    Aktiv seit: 30. August 2010
    "Hilfreich"-Bewertungen: 14552
    974 Rezensionen
    Klavierquintett op.87 Klavierquintett op.87 (CD)
    01.07.2021
    Booklet:
    5 von 5
    Künstlerische Qualität:
    5 von 5
    Repertoirewert:
    5 von 5

    Alt und Neu in schöner Partnerschaft

    Mit "Alt und Neu" sind da nicht Entstehungszeiten gemeint, sondern schlicht die Hörgewohnheiten. Wer kennt es nicht das berühmte Schubert'sche Forellen-Quintett? Und wer kennt es, das hier mitgegebene Hummel'sche Quintett? Doch das macht gerade den Reiz dieser neuen cpo-CD aus: Ein alt bewährtes Quintett einem neu ausgegrabenen Stück in Partnerschaft gegenüber zu stellen. Beide Stücke haben als Klavier-Quintette die gleiche Besetzung, beide Stücke sind unbestreitbar Meisterwerke ihrer Gattung und doch unterscheiden sie sich, weil sie verschiedenen Stilepochen entstammen. Hummels Stück entstand 17 Jahre vor Schuberts Hit und atmet ganz die Luft der ausgehenden Wiener Klassik. Schubert hingegen weist in die Romantik. Entsprechend sein "Programm" für das Quintett. Das Booklet gibt schöne Infos über die Wertschätzung Hummels durch Schubert und den Vorbildcharakter, den Hummels Stück für Schubert hatte. Wie dem auch sei: Beide Stücke sind Zeugnisse hoher Quintett-Kompositionskunst, die wunderbar auf einer CD zusammen passen. Die fünf Herren des Libertalia Ensembles meistern die musikalischen Herausforderungen bravourös. Und obwohl es an guten Aufnahmen des Forellen-Quintetts nun wirklich nicht mangelt, ist diese Aufnahme Dank einer schönen Hummel-Partnerschaft nur wärmstens zu empfehlen. Leider wieder einmal verschenkter CD-Platz (56 Min.), der für eine "Zugabe" gut hätte genutzt werden können.
    Klarinettensonaten Nr.1 & 2 (op.112 & 134) Klarinettensonaten Nr.1 & 2 (op.112 & 134) (CD)
    30.06.2021
    Booklet:
    5 von 5
    Gesamteindruck:
    5 von 5
    Klang:
    5 von 5
    Künstlerische Qualität:
    5 von 5
    Repertoirewert:
    5 von 5

    Noch ein bemerkenswerter "Schumann"

    Die Namensfamilie "Schumann" ist ja in der Musikwelt bestens vertreten. Von Robert und Clara muss man nicht reden. Mit schon sechs CD-Veröffentlichungen hat sich zudem cpo für Georg Schumanns Werk eingesetzt. Nun tauchen auf einer neuen cpo-CD drei Werke von Georgs jüngerem Bruder Camillo auf, die durchaus aufhorchen lassen und dies besonders für Klarinettenfreunde. Denn auf der CD befinden sich drei großformatige Stücke für Klarinette und Klavier: die fünfteilige, fast 20-minütige Serenade, die über halbstündige Sonate op.112 in vier Sätzen und schließlich die dreisätzige Sonate Nr.2 op.134. Die hohe Opuszahl zeigt schon, wie umfangreich Schumanns Werk ist. Schön, dass nun die Klarinetten-Freunde auf ihre Kosten kommen. Und wie! Da sind nicht nur die virtuosen Passagen der Soloklarinette zu nennen, die im Verbund mit einem sehr harmonischen Klaviersatz den romantischen Kompositionsstil fast unbeeinflusst ins 20.Jahrhundert hinüberretten, sondern auch zwei Solistinnen, die dieses Klangideal wunderbar in Musik umsetzen können und ihre jeweiligen Instrumente bestens beherrschen. Das sind wirklich schöne Stücke, die das Kammermusikrepertoire für diese Instrumente sehr bereichern. Ob sie geeignet sind, auch den Weg in die Konzertsäle zu finden, muss sich erst noch zeigen. Verdient hätten sie es. Klang und Booklet sind tadellos.
    Symphonie Nr.6 Symphonie Nr.6 (CD)
    03.06.2021
    Booklet:
    5 von 5
    Gesamteindruck:
    5 von 5
    Klang:
    5 von 5
    Künstlerische Qualität:
    5 von 5
    Repertoirewert:
    5 von 5

    Überraschend gut

    Im Vergleich zu seiner 3.Sinfonie hat sich Lachners Stil doch verändert. War die Dritte einfach "nur" schöne Musik, etwas unpersönlich, wie "schon mal gehört", so ist die nun von cpo veröffentlichte Sechste doch schon profilierter. Melodisch sehr eingängige Themen verbinden sich mit rhythmisch prägnanten Elementen, die von dem Orchester aus Taiwan und dem Dirigenten Schmalfuss auch sorgfältig herausgearbeitet werden. Mit Energie, Schwung und auch spieltechnischem Können, das sich hinter keinem europäischen Sitzenorchester verstecken muss, gehen die Interpreten zur Sache und machen aus Lachners Sinfonie eine echte Bereicherung des Repertoires. Selbst Robert Schumann, so ist zu lesen, war über die Komposition voll des Lobes! Da sollten sich doch manche Dirigenten und Orchester auch für das Stück im Konzertsaal interessieren. Leider verlangt die Kasse (und das Publikum) mehr nach Beethoven, Schubert und Weber. Das beigegebene Fagott-Concertino ist mit seinen 17 Minuten ein schönes Paradestück für das Instrument. Vorbildlich und virtuos von der Solistin vorgetragen. Die Aufnahmetechnik ist leicht hallig, bildet aber alle Orchestergruppen präzise ab. Im Booklet liefert Bert Hagels eine mit Zeitangaben genaue Analyse der Kompositionen. Vorbildlich!
    Meine Produktempfehlungen
    • Symphonie Nr. 3 d-moll op. 41 Symphonie Nr. 3 d-moll op. 41 (CD)
    Symphonie Nr.1 h-moll Symphonie Nr.1 h-moll (CD)
    03.06.2021
    Booklet:
    3 von 5
    Gesamteindruck:
    5 von 5
    Klang:
    5 von 5
    Künstlerische Qualität:
    5 von 5
    Repertoirewert:
    5 von 5

    Respekt - wer's macht!

    Und dann auch noch gut! Sicherlich sind Dirigent Haimor und seine Philharmoniker aus Reutlingen nicht die erste Wahl. Umso anerkennenswerter ist es, dass sie sich diesem Furtwängler-Brocken gewidmet haben. Und wirklich! Sie tun es mit Erfolg. Klar, hier und da könnte noch etwas mehr Kraft entwickelt werden. Aber im großen und ganzen erfüllen sie diese fast 90-minütige Kraftanstrengung mit Bravour. Furtwänglers Tonsprache ist nämlich nicht einfach. Zwar ist sie in der Tradition der Spätromantik verhaftet, doch mit vielen harmonischen Querungen und Sperrungen durchsetzt. Dem Hörer - und damit erst recht den Interpreten - wird viel abverlangt. Da muss man hören und nachhören, auch mal Pause machen und verschnaufen. Im Vergleich zu Vorgängereinspielungen (z.B. Walter und Albecht) lässt sich Haimor am meisten Zeit und schafft dadurch Raum zum Atmen der langgezogenen Melodiebögen. Das ist alles gut gemacht. Fraglich bleibt jedoch, ob das reicht, diesem sinfonischen Koloss zum Durchbruch zu verhelfen. Furtwängler - so kann man lesen - hat ja wohl selbst nicht recht daran geglaubt. Aufnahmetechnisch ist die Einspielung gelungen. Nur mit dem Booklet bin ich nicht zufrieden. Eckhardt van den Hoogens intellektuell verschwurbelter, 10-seitiger Kommentar ist wohl nur was für Leser mit passendem Intelligenzquotienten. Viel weniger wäre da viel mehr gewesen!! Trotzdem: Hat man sich einmal durch den Hoogen-Text gekämpft, erfährt man doch recht viel über Komponist und Werk. Im ganzen eine sehr erfreuliche sinfonische Großtat!
    2 Kommentare
    Anonym
    03.06.2021
    „...verschwurbelter Kommentar...“ wie herrlich und zutreffend!
    JAW-Records Top 50 Rezensent
    07.06.2021
    Verschwurbelt? - finde ich nicht ... Das Bemühen um Reflexion und das Streben nach Erkenntnis in großen Zusammenhängen (u.a. im in meiner Besprechung erwähnten "Spiegeln" der Interaktion zwischen Komponist, Werk und dem Hörer) haben per se nichts mit "Intelligenzquotienten" zu tun. Schade, dass das Wort Intelligenz heute gern verwendet wird um zu demonstrieren, dass man mit einer differenzierten Einstellung nichts zu tun haben möchte bzw es zu anstrengend ist, in diese einzutauchen. Gerade im Text von van den Hoogen ist viel mehr von Gefühl(t)em und von Lebenserfahrung die Rede als von "Verstand" ...
    Endimione (Serenata in 2 Akten / 1776) Endimione (Serenata in 2 Akten / 1776) (CD)
    02.06.2021
    Booklet:
    5 von 5
    Gesamteindruck:
    4 von 5
    Klang:
    5 von 5
    Künstlerische Qualität:
    5 von 5
    Repertoirewert:
    5 von 5

    Gelungene Wiederbelebung?

    Gelungen ja! Aber auch nötig? Sicherlich nicht ohne Grund verfiel das Stück in einen 200-jährigen Dornröschenschlaf, aus dem Wolfgang Brunner und seine Salzburger Hofmusik sie nun wachgeküsst haben. Und tatsächlich sprüht diese Serenata-Oper nicht gerade vor kompositorischer Kunstfertigkeit. Schon die vierminütige Einleitung ist recht schlicht gehalten und wird nur durch das formidable Spiel der Salzburger aufgewertet. Auch die Handlung bringt mit seiner amorträchtigen Geschichte keine neuen musikalischen Erkenntnisse. Alles ist irgendwie schon mal da gewesen oder von anderen Schöpfern besser gemacht. An den großen Bruder Joseph darf man gar nicht denken. So erschöpft sich die Dramaturgie mit 23 Rezitativen und Arien von vier Protagonisten und einem kurzen abschließenden Chor, sicherlich dem stärksten Teil der Oper. Ein 80-seitiges Booklet liefert alle nötigen Informationen, auch ein dreisprachiges Libretto. Die Interpretation ist konkurrenzlos, die Solistinnen und Solisten sind stimmlich voll auf der Höhe, der Chor hat nur wenige Schlussmomente zu singen und Dirigent Brunner lässt seine Salzburger Hofmusikanten hip-mäßig lebendig aufspielen. Fazit: Sicher ein wichtiger Beitrag zur Ehrenrettung des "kleinen" Haydn. Doch unentbehrlich im CD-Regal? Sicher nicht!
    Kantaten "For the Hanoverian Kings of England" Kantaten "For the Hanoverian Kings of England" (CD)
    02.06.2021
    Booklet:
    5 von 5
    Gesamteindruck:
    5 von 5
    Künstlerische Qualität:
    5 von 5
    Repertoirewert:
    5 von 5

    Telemann - immer wieder gut

    Er kann ja eigentlich machen, was er will, der Telemann. Es ist immer gut. Selbst die Gelegenheitskompositionen auf dieser CD zeugen von seiner Meisterschaft. Natürlich hat man zu heutiger Zeit vielleicht doch etwas Probleme mit den "Anlässen" der drei Hauptwerke, die alle den englischen Königen gewidmet sind. Was heute etwas befremdlich wirken mag, war damals eine Selbstverständlichkeit und Telemann absolvierte seine Aufgaben mit höchst lebendigen Stücken großer Virtuosität. Ira Hochmanns barockwerk hamburg meistert die anspruchsvollen Partituren großartig. Die leicht hallige Akustik bringt auch wunderbar Raum in die Aufnahme. Nur mit den beiden Solisten bin ich nicht so glücklich: Hanna Zumsande meistert zwar die z.B. höllisch schwere Aria "Ich muss entlaufen" (Track 13) sehr gut. Ihre Stimme hat jedoch etwas Schärfe und nicht den leichten, hellen Klang, den man sich gewünscht hätte. Sie klingt immer etwas "beansprucht". Gleiches gilt für den Bass des Dominik Wörner. Der hat sicherlich schon eine großartige Sängerkarriere hinter sich, aber wohl doch seinen Zenit überschritten. Sei's drum. Zur Erweiterung des musikalischen Telemann-Bildes trägt diese neue cpo-CD sicherlich bei. Mehr wohl doch nicht. Booklet und Aufnahmetechnik sind bestens. Eine schöne Ergänzung der Telemann-Edition bei cpo.
    Orgelwerke Vol.7 Orgelwerke Vol.7 (SACD)
    02.06.2021
    Booklet:
    5 von 5
    Gesamteindruck:
    5 von 5
    Klang:
    5 von 5
    Künstlerische Qualität:
    5 von 5
    Repertoirewert:
    5 von 5

    Stetige Qualität

    Über Weinbergers Reger-Edition bei cpo muss man ja kaum noch ein Wort verlieren. Weinbergers Spiel ist großartig, die Wahl seiner Instrumente glücklich und seine Registrierungen den Werken sehr angemessen. Wenn dann auch noch eine gelungene Aufnahmetechnik dazu kommt - Musikfreund, was willst du mehr? All diese Prädikate treffen nun auch für Vol. 7 der Reger-GA zu, die jedoch länger hat auf sich warten lassen. Das Warten hat sich gelohnt. Auf zwei CDs hat Weinberger wieder exemplarische Interpretationen vorgelegt, u.a. auch die interessanten Stücke op.56, die Reger selbst als "leicht ausführbar" bezeichnete, was immer das bei Reger auch bedeutet haben möge. Ein leichter Reger ist immer noch ein schwerer Reger! Und so brauchte es auch bei diesen Stücken einen Organisten vom Kaliber Weinbergers. Alles prima - auch das Booklet, das alle Dispositionen mitliefert. Die Qualität des Surroundsounds kann ich nicht beurteilen. Der Audio-CD-Klang jedenfalls ist bestens.
    Egmont op.84 Egmont op.84 (CD)
    18.05.2021
    Booklet:
    5 von 5
    Gesamteindruck:
    5 von 5
    Klang:
    4 von 5
    Künstlerische Qualität:
    5 von 5
    Repertoirewert:
    5 von 5

    Mit Tempo allein "entrümpeln"?

    Mag sein, dass ich da altmodisch bin: Aber rasche Tempi allein rechtfertigen noch keine neue Sichtweise. Schneller spielen kann jeder - wenn er es technisch kann. Besonders in der Barockmusik meinen manche Neuinterpreten, durch (super-)rasche Tempi neue Klangwelten zu erobern. In diese Gefahr begibt sich leider nun auch Marcus Bosch in der 3.Folge von Beethovens "Musiken für das Theater". In den beiden ersten Folgen war dieser Hang auch hörbar und auch verständlich. In dieser Folge haben wir es jedoch mit besonders dramatischen Kompositionen zu tun, bei denen man berechtigt fragen darf, ob es das Tempo allein macht. Gut, Bosch braucht für die Egmont-Ouvertüre fast zwei Minuten weniger als der schon flotte Harnoncourt. Und Bernstein ist da mit seinen fast neun Minuten wie aus der Zeit gefallen. Aber macht das Sinn? Natürlich verliert Boschs Egmont-Version seinen staatstragenden Charakter und auch Beethovens Schlachtengemälde op.91 geht flotter und weniger bombastisch über die Bühne als gewohnt. Und doch fragt man sich: Ist das gut? Möchte ich das so hören? Beethoven hat diese Musik bewusst plakativ angelegt. Warum dann nicht auch so interpretieren? Klar, Bosch mag sich an der Spielpraxis der damaligen Zeit orientiert haben. Doch wie würde Beethoven mit den instrumentalen und spieltechnischen Möglichkeiten der heutigen Zeit seine Werke heute interpretieren? Ein ewiger Disput über die HiP! Egal. Was Bosch zweifellos gelingt ist eine neue (schnellere) Sichtweise auf die Werke und sehr lebhafte Interpretationen. Das gilt auch für die seltener zu hörenden Ouvertüren op.124 und 115. Ob die (gut) gesprochenen Zwischentexte zur gesamten Egmont-Schauspielmusik für das Hörerlebnis hilfreich sind, mag dahin gestellt sein. Dem Verstehen helfen sie sicher. Das umfangreiche Booklet ist sehr lesenswert. Die Aufnahmetechnik ist gut, hätte aber durchaus etwas mehr Volumen vertragen. Eine sehr interessante und - eben auch - sehr diskussionswürdige Einspielung.
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    • Die Ruinen von Athen op.113 Die Ruinen von Athen op.113 (CD)
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    Il Matrimonio Segreto Il Matrimonio Segreto (CD)
    18.05.2021
    Booklet:
    5 von 5
    Gesamteindruck:
    5 von 5
    Klang:
    5 von 5
    Künstlerische Qualität:
    5 von 5
    Repertoirewert:
    5 von 5

    Rasantes Opernvergnügen

    Es ist immer ein dankbarer Opernstoff, wenn Partner es eigentlich nicht sein sollen, dann aber doch werden. Wenn dann schon eine Ehe bestand, die eigentlich erst (mit einer anderen Partnerschaft) hätte zustande kommen sollen, dann ist eine turbulente Handlung vorprogrammiert. Diesen Stoff der "Il Matrimonio Segreto" ließ sich Cimarosa natürlich nicht entgehen. Leider muss der interessierte Hörer in dem sehr ausführlichen Booklet erst im Kleingedruckten nachlesen, was der Titel denn auf deutsch heißt. Lösung: "Die heimliche Ehe". Dirigent De Marchi hat dieses Stück nun für die Innsbrucker Festwochen in Originalsprache, ungekürzt und in HiP-Manier zur Aufführung gebracht. Herausgekommen ist eine Opera buffa, die beste Spiellaune und viel Spaß macht. Schon in der Ouvertüre schlägt der Dirigent mit seinem Innsbrucker Festival-Ensemble energische und temperamentvolle Töne an, lässt schon mal die Pauke krachen und die Streicher kratzen. Auch in der Abfolge der insgesamt 49 Nummern hält De Marchi sein effektives Interpretationskonzept bei. Obwohl ohne bekannte Namen besticht das Solisten-Ensemble an Homogenität und großer Freude an Gesang und Spiel. Hier und da muss man mal eine kleine Unreinheit im Zusammenspiel hinnehmen, die sicher im Studio ausbügelt worden wäre. Aber das ist gerade der Reiz einer Live-Aufnahme: Spontaneität und Lebendigkeit statt steriler Perfektion. Ein dreisprachiges Libretto ermöglicht auch das Mitverfolgen der Handlung. Und die Aufnahmetechnik der Live-Aufnahme? Die ist erstaunlich gut gelungen. Fazit? Nach Mozarts "Tito" wieder eine gelungene Einspielung aus Innsbruck.
    Kantaten Kantaten (CD)
    16.05.2021
    Booklet:
    5 von 5
    Gesamteindruck:
    5 von 5
    Klang:
    5 von 5
    Künstlerische Qualität:
    5 von 5

    Wieder Neues aus Wolfenbüttel

    Liest man in dem sehr informativen Booklettext über das Leben und Wirken des Georg Casper Schürmann nach, so muss man wohl feststellen: Er war ein wahrer Tausendsassa! Komponist mit umfangreichem Werk, Sänger, Schauspieler, Organsisator und Cembalist. Leider überdauerten nur wenige Kompositionen die Zeit. cpo-Stamm-Ensemble "Weser-Renaissance" unter der Leitung von Manfred Cordes präsentiert nun als 5.Folge der "Musik aus Schloss Wolfenbüttel" drei Kantaten Schürmanns, die durchaus aufhorchen lassen und man mag (stellenweise) zustimmen, dass Schürmann anfangs mit Bach und Händel verglichen wurde. Diese Bewertung scheint mir aus heutiger Sicht etwas reichlich mutig. Und doch: Besonders die kurze Lob-Kantate "Auff! Jauchzet,..." besticht durch eine farbige (Lob: natürlich mit Pauken und Trompeten) Instrumentierung und einen lebendigen Wechsel zwischen Chor- und Soloteilen. Die folgende Kantate besteht aus einer Folge von sieben Arien und Rezitativen im Wechsel, während in der letzten Kantate "Siehe, eine Jungfrau ist schwanger" wieder der Chor hinzutritt, nach Cordes' Manier in solistischer Besetzung durch die fünf Solisten, die allesamt zu überzeugen wissen. Fazit: Von "Weser-Renaissance" ist man Gutes gewohnt und bekommt es auch hier. Aufnahmetechnik und Bookletqualität erhöhen den Wert dieser Einspielung. Volle Punktzahl! Leider ist eine Folge der Reihe wohl z.Zt. nicht mehr erhältlich.
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    • Lutherische Choralkonzerte Lutherische Choralkonzerte (CD)
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    Streichquartett e-moll Streichquartett e-moll (CD)
    16.05.2021
    Booklet:
    5 von 5
    Gesamteindruck:
    5 von 5
    Klang:
    5 von 5
    Künstlerische Qualität:
    5 von 5

    Überzeugende Wiederveröffentlichung

    Diese über 30 Jahre alte Aufnahme hat an Bedeutung nicht verloren. Sie trägt nämlich dazu bei, eine Komponistin zu würdigen, die zu Unrecht in Vergessenheit geraten ist. Schon das Label CHANDOS hat sich mit Orchesterwerken von Ethel Smyth an dieser Ehrenrettung beteiligt. Auf dieser CD sind nun zwei Streicherwerke zu hören: Das Quartett opus 1, fünfsätzig von einer kanppen halben Stunde spieldauer und das 20 Jahre später entstandene Quintett e-moll, viersätzig und von fast 42(!!) Minuten Dauer. Ein kapitaler Kammermusikbrocken also. Für Kammermusikfreunde ist die hochromantische Tonsprache der Komponistin sicher eine Freude und den Interpreten hört man die gleiche Begeisterung für diese Rarität an. Es wird engagiert und virtuos musiziert. Booklet und Technik sind tadellos. Der Preis ohnehin konkurrenzlos. Sehr gut!
    Musik für Cello & Harfe - "Cello meets Harp" Musik für Cello & Harfe - "Cello meets Harp" (CD)
    16.05.2021
    Booklet:
    5 von 5
    Gesamteindruck:
    4 von 5
    Klang:
    5 von 5
    Künstlerische Qualität:
    4 von 5
    Repertoirewert:
    5 von 5

    Auf der Suche nach was Besonderem...

    ...wird man mit dieser neuen cpo-CD fündig. Denn was man zu hören bekommt, hat Seltenheitswert: die Klangkombination Cello & Harfe. Keine Frage, das ist reizvoll und von den beiden Solisten wunderbar gespielt. Sehr interessiert - und zuweilen auch fasziniert - habe ich zugehört. Und doch haben mich nicht alle Stücke des 14-teiligen Programms überzeugt. Das liegt wohl auch daran, dass mir bei den für dieses Duo bearbeiteten Stücke die Originalfassungen zu sehr im Ohr liegen. Obwohl zu jeder Zeit eine gängige Praxis, bin ich nie ein Freund von Bearbeitungen geworden. Erklärlich und verständlich sind jedoch diese Bearbeitungen angesichts der sehr mageren Literatur für diese beiden Instrumente. Das Booklet erläutert die Stücke sehr ausführlich und gibt Einblick in die "Werkstatt" des Duos. Das ist sehr erfreulich. Weniger erfreulich - weil eben doch Geschmacksache - ist der reichlich "modische" Titel der CD: "Cello meets Harp". Das klingt mir zu sehr nach "Session" nach Improvisation und Spontaneität. Das ist es aber nicht. Ein wohl durchplantes und vielfältiges Programm wird die Musikfreunde erfreuen, die auf der Suche nach was Besonderem auf diese CD gestoßen sind.
    Kantaten (aus "Musicalisches Lob Gottes") Kantaten (aus "Musicalisches Lob Gottes") (CD)
    11.05.2021
    Booklet:
    5 von 5
    Gesamteindruck:
    5 von 5
    Klang:
    5 von 5
    Künstlerische Qualität:
    5 von 5
    Repertoirewert:
    5 von 5

    Feines Kammerspiel

    Was den Gesang natürlich auch betrifft und vorbildlicher Interpreten bedarf. Die sind da. Mit Dorothee Mields und Hanna Zumsande zwei glockenreine Soprane. Der hell gefärbte Bass von Klaus Mertens passt sich wunderbar ein. Aber mit was für einer Musik Telemanns haben wir es überhaupt zu tun? Da werden auf der einen Seite drei kammermusikalisch geprägte und solistisch besetzte Kantaten in jeweils sieben Teilen präsentiert. Kammermusikalischer geht's kaum: Den drei Gesangssolisten stehen auch nur fünf Instrumentalisten gegenüber, die für eine lebhafte und farbige (Theorbe!!) Begleitung der Rezitative, Arien und Choräle sorgen. Und Telemann? Der hat das alles in kunstvolle Noten gepackt. Wunderbar! Auf der anderen Seite darf "Chefin" Simone Eckert mal ganz solistisch ran: In vier Fantasien für Gambe solo zeigt sie virtuos, was ihr Telemann genial in die Saiten komponiert hat. Da beherrscht eine Solistin ihr Instrument auf ganz außergewöhnliche Weise.
    Und sonst? Mit fast 80 Minuten Spieldauer ist diese neue cpo-CD (endlich einmal wieder) prall gefüllt. Auch das Booklet (mit allen Texten) und die Aufnahmequalität sind prima. Also fünf *****.
    Passions-Oratorium "Ein Lämmlein geht und trägt die Schuld" (1731) Passions-Oratorium "Ein Lämmlein geht und trägt die Schuld" (1731) (CD)
    06.05.2021
    Booklet:
    5 von 5
    Gesamteindruck:
    5 von 5
    Klang:
    5 von 5
    Künstlerische Qualität:
    5 von 5
    Repertoirewert:
    5 von 5

    In jeder Beziehung eindrucksvoll

    Von Stölzels Brockes-Passion konnte man ja schon bewegt und beeindruckt sein. Gleiches gilt für dieses Passionsoratorium, das so ganz anders ist als man es von Bach gewohnt ist. Da gibt es statt der Evangelientexte freie Nachdichtungen, keine Turbaechöre, keine großen Eingangs- oder Schlusschöre wie man sie von Bachs Passionen her kennt. Sattdessen wird das Passionsgeschehen mit eine Menge Arien "betrachtet" und von insgesamt 21 Chorälen "bestätigt". Dadurch entsteht natürlich eine gewisse Kleinteiligkeit, genauer 63(!!) Nummern bei einer Gesamtspielzeit von 110 Minuten. Insofern braucht man Interpreten, die gegen die Gefahr der Gleichförmigkeit angehen und das ganze musikalische Geschehen zusammen halten und mit Leben erfüllen. Und wer kann das besser als Hermann Max mit seiner Rheinischen Kantorei und seinem Orchester. Man höre nur mal in die Gestaltung der Choräle hinein um zu ermessen, welche Arbeit in die Interpretation dieser Gesänge gelegt wurde. Großartig! Einen Glückgriff hatte Max auch mit den vier Solisten, die alle ausgezeichnet ihre Rollen gestalten. Beigegeben ist ein 47-seitiges Booklet mit allem drum und dran. Eine sehr schöne Produktion!
    Ein Kommentar
    Anonym
    02.12.2021

    Aufnahme wohl besser als Konzerterlebnis

    Ich hatte vor dem Konzert zu den Bachfesttagen die schöne ungarische Einspielung mit dem Purcell Choir und Orfeo Orchstra und kannte auch die wunderbaren Stölzel-Aufnahmen von Ludger Remy. Danach war ich vom Konzert in der Thomaskirche (bei ordentlichem Platz im Mittelschiff) enttäuscht: zu diffus, verwaschen, teilweise dumpf, kein Gesamtklang. Aber es lag wohl doch an der Akustik in der Kirche. Die Aufnahme scheint deutlich gelungener.
    Psalmenkantaten Psalmenkantaten (CD)
    06.05.2021
    Booklet:
    5 von 5
    Gesamteindruck:
    4 von 5
    Klang:
    4 von 5
    Künstlerische Qualität:
    4 von 5
    Repertoirewert:
    5 von 5

    Schön - aber nicht mehr!

    Meine großen Erwartungen an Werke und Interpreten dieser neuen CD wurden leider nicht ganz erfüllt.
    Sicher besteht kein Zweifel darüber - und das Booklet betont dies ausdrücklich - , dass Marianna Martines zu ihrer Zeit eine anerkannte Komponistin war. Hört man die drei Stücke auf dieser CD, so kann man dem durchaus zustimmen, ohne jedoch in Begeisterung zu verfallen. Der beiden Psalmen profitieren von einem gekonnten Instrumentarium. Psalm 110 - wie zu erwarten in den Ecksätzen mit Pauken und Trompeten - und in zwei Sätzen des Psalms 115 durch die Verwendung eines sog. Salterio, einem Hackbrett, das dem Gesamtklang einen besonderen Reiz verleiht. Ohnehin leben die Kompositionen von einem lebendigen Orchesterspiel. Der Chor hingegen enttäuscht etwas. Obwohl die Noten nicht besonders schwierig sind, singt er mir nicht homogen genug. Einzelne Stimmen sind stellenweise zu präsent. Die Solo-Stimmen sind o.k.. Einzig Mezzo Nele Gramss' Stimme ist mir zu unruhig, zu "unsicher". Das überaus schlichte "Sinfoniechen" für Streicher (gerade mal 12 MInuten lang) in der Mitte des Martines-Programms befördert meine Begeisterung auch nicht gerade. Aufnahme- und Bookletqualität sind hingegen tadellos. Fazit: Eine durchaus lohnende Bekanntschaft mit einer Komponistin der Frühklassik. Schön - aber nicht mehr!
    Symphonie Nr.2 Symphonie Nr.2 (CD)
    20.04.2021
    Booklet:
    4 von 5
    Gesamteindruck:
    3 von 5
    Klang:
    2 von 5
    Künstlerische Qualität:
    3 von 5
    Repertoirewert:
    4 von 5

    Nicht zu empfehlen

    Es mag ja Musikfreunde geben, die Carillos Musik gut finden. Ich gehöre nicht dazu und das liegt - ich muss es leider sagen - nicht an Carillos Kompositionskünsten, sondern am Unvermögen der Interpreten. Ein derart "provinzielles" Spielvermögen eines Orchesters habe ich auf CD selten gehört. Jedes Kurorchester spielt besser. Auch die Aufnahmequalität ist mager. Schade: Carillos Musik kann man nur duch qualitätvolle Interpretationen retten. So jedenfalls nicht
    Symphonie Nr.1 g-moll (1826) Symphonie Nr.1 g-moll (1826) (CD)
    08.04.2021
    Booklet:
    5 von 5
    Gesamteindruck:
    5 von 5
    Klang:
    5 von 5
    Künstlerische Qualität:
    5 von 5
    Repertoirewert:
    5 von 5

    Sehr verdienstvoll!

    Um die Diskografie von Werken des Cipriani Potter steht es ja schlecht. Von seinem recht umfangreichen Schaffen hat nur wenig überlebt. Beim Label Classico gab's mal die 7.Sinfonie und bei Unicorn die Sinfonien Nr.8 + 10, obwohl er ja nur neun Sinfonien komponiert hat. Schuld ist ein echtes Zähl-Chaos mit unnummerierten, wieder revidierten und verworfenen Werken. Da gibt es mit den hier eingespielten Werken keine Probleme. Die 1.Sinfonie ist ein vorwärts drängendes, temperamentvolles Stück Sinfonik, das seinen ganz eigenen Charakter hat, kaum vergleichbar mit einem anderen Werk. Dirigent Griffiths geht mit seinem Waliser Orchester das Stück auch mit Engagement und Energie an. Potters musikalische Sprache hat Stil, Statur, Kraft, aber auch Melancholie und Poesie. So bleibt es ein Rätsel, warum diese Musik nicht verbreiteter aufgeführt wird. Das beigegebene Introduzione e Rondo ist mit seiner 20-minütigen Spielzeit ein schönes Beispiel perlender Klavierromantik im Sinne Mendelssohns. So auch die Shakespeare-Ouvertüre zu "Cymbelene", die mit dem flirrenden Anfang ganz an Mendelssohns "Sommennachtstraum" erinnert. Schöne Musik! Alle diese gehobenen Musikschätze wurden in Cardiff glänzend aufgenommen und von cpo im Booklet bestens kommentiert. Eine Pflicht-CD für alle Sinfonik-Freunde!
    Orchestersuiten Nr.1-4 (Erstfassung ohne Trompeten) Orchestersuiten Nr.1-4 (Erstfassung ohne Trompeten) (CD)
    08.04.2021
    Booklet:
    5 von 5
    Gesamteindruck:
    5 von 5
    Klang:
    5 von 5
    Künstlerische Qualität:
    5 von 5
    Repertoirewert:
    5 von 5

    Freude oder Frust

    Es kommt selten vor, dass ich mit einer neuen cpo-CD nicht recht klar komme. Diese gehört dazu und das hat verschiedene Gründe. Da wären zuerst die Interpreten zu nennen. Ich schätze das Concerto Copenhagen mit Lars Ulrik Mortensen sehr. Sie haben großartige Brandenburgische Konzerte bei cpo vorgelegt. Zudem schätze ich Bachs vier Suiten (oder Ouvertüren) ebenso sehr, weil ich sie als Gipfelpunkt ihrer Gattung bezeichnen möchte. Und nun kommt der Mortensen daher und wirft alle meine gewohnte Begeisterung über den Haufen. Er hat nämlich nicht die vertrauten Versionen mit Pauken und Trompeten gewählt, sondern die Frühfassungen, die auf diese Instrumente verzichten. Und er verzichtet nicht nur auf den Glanz bersonders der letzten zwei Suiten, sondern reduziert nochmals das Instrumentarium: Alle Streichintrumente sind (nur) solistisch besetzt. So ist die Musik auch kaum wiederzuerkennen. Die 2.Suite klingt noch am vertrautesten, die erste vielleicht auch noch. Doch dann geht die ungewohnte klangliche Wandlung los. Sie entsteht eben nicht nur durch fehlende Trompeten und Pauken und die solistische Instrumentalbesetzung, sondern auch durch Mortensens Interpretationsansatz: sehr (zu?) flottes, rhythmisch prägnantes Spiel, das den Tänzen Leichtigkeit und Schwung vermittelt. Das macht das dänische Ensemble fabelhaft, Aber: Es klingt eben alles etwas anders. Der ausführliche Bookletkommentar liefert eine schlüssige Entstehungsgeschichte der Kompositionen. Danach versteht man, dass es Sinn macht, den Bachfreund mit diesen frühen Versionen bekannt zu machen, besonders durch solche hochkarätigen Interpretationen. Ich gebe jedoch zu: Mir sind die späteren, glanzvollen Versionen lieber und ich kann nur hoffen, dass Mortensen auch diese mal einspielt. Wieder bei cpo? Es wäre sehr wünschenswert.
    Ein Kommentar
    Anonym
    17.04.2021

    Zusatz

    Zu bemerken wäre noch daß es nicht 2 CDs, sondern nur eine sind.
    Kontrabasskonzerte Nr.1 & 8 Kontrabasskonzerte Nr.1 & 8 (CD)
    03.04.2021
    Booklet:
    4 von 5
    Gesamteindruck:
    5 von 5
    Klang:
    5 von 5
    Künstlerische Qualität:
    5 von 5
    Repertoirewert:
    5 von 5

    Es "grummelt" weiter

    Oder auch nicht. Denn die Kontrabasskonzerte von Sperger sind wahre Virtuosen-Kabinettstückchen. Selbst als Kontrabassist wusste Sperger genau, was man mit diesem Instrument so alles anstellen kann. Wie schon bei der Sperger-Veröffentlichung der Konzerte Nr.2 + 15 sind auch bei diesen frühen Konzerten Nr.1 + 8 kundige Interpreten am Werke. Solist Roman Patkolo wird auch diesmal stil- und gefühlvoll begleitet von Dirigent Bostock und seinem Pforzheimer Orchester. Eine Sinfonia (diesmal die Nr.15) bildet auch erneut den etwas harmlosen Mittelpunkt einer interessanten CD mit z.T. erstmals gespielten Werken des Komponisten. Trotzdem, liebe cpo-Leute, müssen es nicht alle 28 Konzerte Spergers auf CD sein...!?
    Meine Produktempfehlungen
    • Kontrabasskonzerte Nr.2 & 15 Kontrabasskonzerte Nr.2 & 15 (CD)
    Orgelwerke "Sonnenhymnus" Orgelwerke "Sonnenhymnus" (SACD)
    03.04.2021
    Booklet:
    5 von 5
    Gesamteindruck:
    5 von 5
    Klang:
    5 von 5
    Künstlerische Qualität:
    5 von 5
    Repertoirewert:
    5 von 5

    Ein Großer unter den Kleinen

    Bei der Würdigung dieser neuen cpo-CD mit Orgelwerken Max Drischners soll die NS-Zeit und seine Nähe zur nordischen Rassen-Ideologie außer vor bleiben, so kritisch dieser Umstand auch zu werten ist. An dieser Stelle soll hingegen ausdrücklich begrüßt werden, dass Friedhelm Flamme und cpo sich den Werken Drischners angenommen haben. Um diesen Großen unter den kleinen Komponisten war es ja trotz seiner Bekanntschaften zu Schweitzer und Masur recht ruhig und nach seinem Tod 1971 ganz still geworden. Das lag sicher auch daran, dass Drischners Kompositionen nie auf Effekte aus waren. Eine Ausnahme bildet ggf. sein hier auch eingespielter "Sonnenhymnus" mit seinem markanten und einprägsamen Finalthema im Orgelbass. Aber auch der ist nicht auf Virtuosität ausgelegt und erfordert garantiert kein Orgel-A-Examen. Ohnehin war es Drischners Anliegen, auch für Laien spielbare Orgelmusik zu komponieren. Wie heißen die 12 Choralvorspiele so schön: "...für Dorforganisten". Auch die übrigen Vorspiele, Fantasien und Toccaten sind leicht fasslich und in ihrem Stil "wie aus der Zeit gefallen". Umso bedeutender, dass sich ein Orgelvirtuose wie Friedhelm Flamme dieser Stück annimmt, sich eine besonders farbenreiche Orgel aussucht und Interpretationen hinlegt, die Maßstäbe setzen und das Andenken an Drischners Musik auf besondere Weise ehren. Der Orgelklang wurde prächtig eingefangen und das Booklet klärt ausführlich auf über Komponist, Werk und Interpreten. Eine ganz wichtige CD in der Diskografie Flammes bei cpo und ein Muss für Orgelfreunde.
    Osterkantaten Osterkantaten (CD)
    02.04.2021
    Booklet:
    5 von 5
    Gesamteindruck:
    5 von 5
    Klang:
    5 von 5
    Künstlerische Qualität:
    5 von 5
    Repertoirewert:
    5 von 5

    Ohne Glanz und Gloria,

    dafür mit viel Textdeutung und Feinsinn. Eigentlich bestechen Willens Aufnahmen bei cpo häufig durch knackige, kraft- und glanzvolle Interpretationen. Mit den nun eingespielten fünf Osterkantaten hat sich Willens "stillere" Exemplare ausgesucht, ohne schmetternde Trompeten und Pauken, wie man zur Osterfreude erwarten könnte. Nein. Telemann setzt in diesen 6- bis 8-teiligen Stücken ganz auf die Aussagekraft der Arien und die Wirkung der Choräle. Mit großer Kunstfertigkeit komponiert Telemann "um die Texte herum" und macht sie zur Kernaussage einer musikalischen Botschaft. Willens und seine Kölner Akademie stellen sich auch in der Besetzung dem intimeren Charakter der Musik. Orchesterstimmen sind z.T. solistisch besetzt, ebenso der "Chor". Der wird von vier Soloistinnen und Solisten besetzt, die allesamt zu überzeugen wissen, allen voran Tenor Georg Poplutz. Peter Kooijs Stimme ist zwar etwas in die Jahre gekommen, passt aber immer noch recht gut zum Charakter dieser Stücke. Die beiden Damen singen tadellos. Die Aufnahmetechnik und Bookletqualität entsprechen dem hohen cpo-Standard. Ein etwas anderer musikalischer Osterjubel, der beeindruckt.
    Streichquartette Vol.3 Streichquartette Vol.3 (CD)
    02.04.2021
    Booklet:
    5 von 5
    Gesamteindruck:
    5 von 5
    Klang:
    5 von 5
    Künstlerische Qualität:
    5 von 5
    Repertoirewert:
    4 von 5

    Weiter so!

    Der Schlusssatz meiner Rezension zum Vol. 2 von Mendelssohns Streichquartetten lautete: Weiter so! Nicht nur die Interpretationen waren frisch, engagiert, temperamentvoll und auch sensibel. Auch die Präsentation war vorbildlich: Texte und Aufnahmequalität waren bestens. Nun legen die vier flotten Typen (vgl. das sehr nette Foto des Quartetts auf der Booklet-Rückseite) mit Vol. 3 nach und erfüllen den Wunsch nachdem "Weiter so" auf vorbildliche Weise. Die beiden gut halbstündigen ersten beiden Werke aus Opus 44 erfahren mustergültige Interpretationen mit Reverenzstatus. Ganz toll, was diese Musikerinnen und Musiker da zustande bringen. Die gesamte CD könnte eine für die erste Reihe werden, wenn man die CD noch gefüllt hätte. Knapp über 58 Minuten Spielzeit sind zu wenig. Doch wiederum gilt der Ruf an das Minguet Quartett: Weiter so!
    Meine Produktempfehlungen
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    British Music for Strings Vol.2 British Music for Strings Vol.2 (CD)
    02.04.2021
    Booklet:
    5 von 5
    Gesamteindruck:
    5 von 5
    Klang:
    5 von 5
    Künstlerische Qualität:
    5 von 5

    "Very British" zum Zweiten

    Das hat ja nicht lange gedauert, bis die 2. Folge der Streicherwerke von der Insel bei cpo erschienen ist. Das ist sehr erfreulich und sehr nachmachenswert für die übrigen bei cpo noch ausstehenden Werkzyklen. Sei's drum! Mit dieser neuen CD lernen nicht so kundige Musikfreunde zwei britische Komponisten von Format kennen, allen voran Granville Bantock. Von ihm liegt eine wunderbare Box mit großen Orchesterwerken bei Hyperion vor. Da ist es sehr interessant, kleiner dimensionierte Werke von Bantock kennenzulernen, insbesondere dann, wenn sie auch noch so engagiert vorgetragen werden wie von Bostock und den Pforzheimer Streichern. Die Produkt-Info bemerkt das schon ganz richtig: Es ist wunderbar, was Bantock an Klangfülle aus dem Streichersatz machen kann. Das sind sehr schöne Kompositionen, besonders die sehr markanten "Szenen vom Schottischen Hochland". Das man den selbst in Britain vergessenen Christopher Wilson mit seiner Streicher-Suite wiederbelebt, macht diese CD zusätzlich wertvoll. Es gibt viel zu entdecken in der musikalischen Landschaft Großbritanniens. Neugierige Musikfreunde sollten das nutzen. Diese neue cpo-CD ist da ein schöner Schritt voran.
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    Klavierkonzerte Nr.1 & 2 Klavierkonzerte Nr.1 & 2 (CD)
    05.03.2021
    Booklet:
    5 von 5
    Gesamteindruck:
    5 von 5
    Klang:
    5 von 5
    Künstlerische Qualität:
    5 von 5
    Repertoirewert:
    5 von 5

    Klavierkonzert-Romantik - durchaus beeindruckend

    Der Komponisten-Name FRANCK geistert ja in verschiedenen Variationen durch das Repertoire. Am bekanntesten ist der CESAR aus Belgien. Sein Namensvetter und Zeitgenosse EDUARD aus Breslau ist da schon eher was für Eingeweihte und sein Sohn RICHARD nur was für Spezialisten. Wie dem auch sei. Bei dieser neuen cpo-CD haben wir es mit zwei Klavierkonzerten des Eduard Franck zu tun, der als Schüler von Mendelssohn getrost zur Garde der Romantiker gezählt werden darf. Der Katalog verzeichnet mittlerweile besonders viele Kammermusikaufnahmen des Eduard. Die beiden hier eingespielten Klavierkonzerte sind Premieren. Das 2.Konzert C-Dur erschien noch nicht einmal im Druck und gerade dieses Konzert macht durch seine choralartige, kraftvolle Orchestereinleitung durchaus Eindruck. Überhaupt macht das Reutlinger Orchester unter der Leitung seines neuen Chefs seine Sache echt gut. Dem steht der junge Solist Georg Michael Grau in nichts nach. Ihm liegen die perlenden, auftrumpfenden oder versonnenen Romantizismen des Klavierparts hörbar gut. Alles klingt so, als könnte und sollte es nicht anders klingen. Das ganze Hörerlebnis beindruckt deshalb durchaus, kommt aber doch wohl nicht besonders weit über das Niveau gefälliger Klavierkonzert-Romantik hinaus. Das schmälert die Empfehlung für Freunde der romantischen Klavier- und Orchestermusik keineswegs, zumal auch alle anderen Bewertungsfaktoren sehr positiv punkten.
    Klavierkonzerte Nr.2 & 4 Klavierkonzerte Nr.2 & 4 (CD)
    05.03.2021
    Gesamteindruck:
    5 von 5
    Klang:
    5 von 5
    Künstlerische Qualität:
    5 von 5
    Repertoirewert:
    5 von 5

    Großer Charakter und große Musik

    Das ist schon beindruckend, was man in dem (wieder einmal vorzüglichen) Booklet zum Wesen und Charakter des Anton Rubinstein lesen kann. Er war nicht nur ein Arbeitstier mit unglaublich vielen und langen (auswendig vorgetragenen) Konzerttauftritten, sondern auch ein eminent fleißiger Komponist. Dazu der honorige und edle Charakter. Was kommt da wohl für Musik raus? Klar, kann nur große Musik sein. Schon die Anfangstakte des 4. Klavierkonzerte lassen hören, wo es lang gehen wird: Große musikalische Gesten, kraftvolle Klavier- und Orchesterbehandlung, virtuoses Solospiel und keine Angst vor großen musikalischen Gefühlen. Es ist schon verwunderlich, dass der Rubinstein-CD-Katalog so wenig hergibt. Seine sechs Sinfonien warten noch immer auf aktuelle Interpretationen, die die z.T. überholten Marco Polo-Aufnahmen ersetzen. cpo macht jetzt einen ersten Schritt in diese Richtung und legt diese beiden Klavierkonzerte in hochkarätigen Interpretationen vor. Das RSB kennt man ja als renommiertes Berliner Ensemble. Die Solistin und den Dirigenten wird man durch diese CD zu schäzen lernen. Das folgende 2.Klavierkonzert des jungen Rubinstein hat nicht ganz die Kraft und Klanggewalt des Vierten, besticht aber auch durch interessante musikalische Wendungen und Einfälle, gerade was das Zusammenspiel zwischen Orchester und Soloklavier betrifft. Wie gesagt: Eine sehr willkommene neue Rubinstein-CD. Da kann man nur hoffen, dass mal die restlichen Konzerte und seine sechs Sinfonien bei cpo folgen. Doch die Erfahrung mit cpo-Werkreihen zeigt: Wenn überhaupt, dann kann es dauern!? Sehr empfehlenswert!
    3 Kommentare
    Anonym
    15.03.2021

    Naja

    Sehr geehrte/r Frau/Herr Meienberg, mir ist aufgefallen, dass Ihre cpo-Bewertungen in der Regel mit 5 Sternen versehen sind. Mal abgesehen von Ihrer ständigen Wiederholung, dass bei Vokalwerken die Libretti nicht mitgeliefert werden, hören sich Ihre "Kritiken" in meinen Ohren wie Lobhudeleien an.
    Anonym
    16.03.2021

    Leiber Kritiker meiner Kritiken

    Jeder darf und kann anders hören. In der Tat habe ich bei cpo viel zu loben, weil die Firma echt Gutes produziert - meistens jedenfalls. Wenn Sie genauer lesen würden, enthalten viele meiner Rezensionen
    auch kritische Anmerkungen. Immer wieder zu den fehlenden Libretti oder zur Aufnahmetechnik.
    Da es sich bei den cpo-Produktionen sehr häufig um Ersteinspielungen handelt, kann ich Vergleichsaufnahmen selten zu Rate ziehen. Insofern sind die meisten cpo-CDs im besten Sinne "singulär" und das ist schon ein Plus an sich. Zudem - das sei auch angemerkt - bin ich kein Typ, der gerne verreißt. Liebe betone ich die positiven Qualitäten,
    Anonym
    23.02.2023

    Vergleiche sollten bei Rezensionen öfter herangezogen werden

    Der kritische Kommentar ist aus meiner Sicht nicht ganz aus der Luft gegriffen. Der Hinweis des Rezensenten, dass cpo oft "Singuläres" auf den Markt bringt, ist ja richtig. Er überzeugt mich aber trotzdem nicht. Denn gibt es bei vielen Aufnahmen doch Alternativen, die man bei Bewertungen zum Vergleich heranziehen könnte. Das macht allerdings deutlich mehr Arbeit und man kann Rezensionen nicht am Fließband produzieren (so wie es Meiernberg ja nun ein bisschen tut?).
    Ein "Hilfreich" würde ich für die vorliegende Rezension - wie für die meisten Rezensionen, die bei jpc eingestellt werden -, jedenfalls nicht geben. Die oft recht allgemein gehaltenen Kommentare sind mir - ehrlich gesagt - zu oberflächlich, nicht nur bei Meiernberg.
    Wer mich jetzt gleich "abwatschen" will: Ich bin seit einigen Tagen zur Vorbereitung einer Kaufentscheidung dabei, durch wiederholtes Hören ein Vergleichsbild verschiedener Aufnahmen des 4. Rubinstein-Klavierkonzerts (darunter auch die neue Einspielung mit Anna Shelest und Neeme Järvi) zu erstellen. Das kostet durchaus mehrere Musikabende. Meinen Eindruck dann auch noch in eine fundierte und lesbare Rezension zu übersetzen, würde viel Zeit kosten. Und ich bin mir bei manchen Daumen-hoch-und-runter-Entscheidungen der cpo-Community nicht so ganz sicher, ob das ausreichend honoriert würde (kniep).
    326 bis 350 von 974 Rezensionen
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