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    schriibli Top 100 Rezensent

    Aktiv seit: 26. Februar 2011
    "Hilfreich"-Bewertungen: 2852

    Bitte beachten Sie

    Wir können nicht sicherstellen, dass die Angaben von Verbrauchern stammen, die das Produkt tatsächlich genutzt oder erworben haben.

    99 Rezensionen

    Wir können nicht sicherstellen, dass die Angaben von Verbrauchern stammen, die das Produkt tatsächlich genutzt oder erworben haben.
    Simple Dreams: A Musical Memoir

    Linda Ronstadt
    Simple Dreams: A Musical Memoir (Buch)

    2 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern Inaktiver Stern Inaktiver Stern
    02.04.2026

    Hmmm . . .

    Ich mach's relativ kurz: Das Werk hat mich ziemlich enttäuscht und insbesondere Lesern, die sich nähere Einblicke in Lindas erfolgreichste Zeit (von ca. 1974 bis 1982) versprechen, wird es wahrscheinlich genauso gehen. Ich kann mich des Eindrucks nicht erwehren, dass Miss Ronstadt regelrecht bemüht war, diese Ära weitgehend auszublenden. Darüber hinaus ist "Simple Dreams" im Ganzen eine irgendwie recht sprunghafte Angelegenheit. Fazit: Keine wirkliche Empfehlung meinerseits.
    Ein merkwürdiges Ensemble: Comedian Harmonists 1928-1935

    Matthias Blazek
    Ein merkwürdiges Ensemble: Comedian Harmonists 1928-1935 (Buch)

    2 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern Inaktiver Stern Inaktiver Stern
    17.10.2025

    Ein (nicht) merkwürdiges Buch

    "Matthias Blazek (. . .) wendet sich hier detailliert dem Leben und Schaffen der beliebten Musiker zu (. . .). In seinem vorliegenden Buch beleuchtet er zahlreiche bislang unbekannte Details ( . . .)." Als alter Fan der Comedian Harmonists waren es genau diese Worte von der Buch-Rückseite, die mich zum Kauf bewogen haben. Das war ein Fehler, denn die Anschaffung hat sich für mich insgesamt als Enttäuschung erwiesen.

    Um es gleich vorweg zu nehmen: Das einzig wirklich Neue und daher Interessante, was das Buch zu bieten hat, sind bislang kaum oder nicht bekannte Abbildungen. Diese sind zum großen Teil jedoch so klein, so dass auch dieser Aspekt oft enttäuscht und mitunter geradezu verpufft. Ansonsten sind vor allem folgende, wenig erfreuliche Auffälligkeiten anzumerken:

    Die Texte leiden unter Blazeks doch recht bescheidenem Schreibstil - die Lektüre bereitet auf diese Weise kein wirkliches Vergnügen. Des Weiteren muss ich den Aufbau der Kapitel als wenig gelungen kritisieren. Oft fällt auch auf, dass Sätze kurz darauf in nur minimaler Abwandlung noch einmal serviert werden - als ob der Autor dem Leser nicht zutrauen würde, die Sätze schon beim ersten Mal voll erfassen zu können. Darüber hinaus ist die Anordnung der Bildunterschriften und -erläuterungen z.T. eher unorthodox und im Zusammenspiel mit dem restlichen Text geradezu verwirrend.

    Zum Inhaltlichen muss man feststellen, dass sich hier doch Einiges an Errata eingeschlichen hat - zumal die als Standardwerke zu bezeichnenden Veröffentlichungen "Sechs Lebensläufe" von Eberhard Fechner und "Ein Vokalensemble erobert die Welt" von Peter Czada und Günter Große sowie Andreas Schmauders exzellente Diskographie "Irgendwo auf der Welt" die Geschichte der Gesangsgruppe und ihrer Nachfolgeformationen weitaus differenzierter zu erzählen wussten und darüber hinaus in diesem Buch auch weidlich zitiert werden. Angesichts dieser Tatsache ist so etwas doch schwer nachzuvollziehen. Wer sich für Leben und Wirken der Harmonists wirklich im Detail interessiert, dem möchte ich bevorzugt diese o.a. Abhandlungen ans Herz legen.

    Zusammenfassend bleibt das Fazit, dass dieses Buch nur einen recht geringen über die zuvor erschienenen Veröffentlichungen hinausgehenden Wert zu bieten hat. Es wäre weitaus wünschenswerter gewesen, Blazek hätte sich auf die zu Beginn bereits erwähnten, z.T. wirklich interessanten Fotodokumente und Abbildungen konzentriert und diese den Fans des Sextetts in entsprechend vernünftiger Größe in einer Art Coffee Table Book präsentiert. Dafür wäre ich auch gerne bereit gewesen, einen angemessenen Preis zu bezahlen. Aber so bereue ich, die knapp 25 Taler für dieses Buch ausgegeben zu haben.
    Joni Mitchell Archives Vol. 3: The Asylum Years

    Joni Mitchell
    Joni Mitchell Archives Vol. 3: The Asylum Years (CD)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    07.10.2023
    Klang:
    5 von 5
    Musik:
    5 von 5

    WAS FÜR EIN ARCHIV-KNÜLLER!

    Auch wenn Platten-Rezensionen bekanntlich immer eine ziemlich individuelle Geschmacksfrage sind - für mich zumindest stellt diese dritte Box aus der “Archives“-Serie mit fast 100 bislang unveröffentlichten Aufnahmen aus Jonis ersten vier Jahren bei David Geffens Asylum-Label eindeutig den bisherigen Höhepunkt dieser Reihe dar.

    Egal, ob Demo-Aufnahmen, Outtakes, Alternativ-Versionen oder (offenbar komplette) Konzert-Mitschnitte - ein unglaubliches Füllhorn an absolut hochklassigem Material in Top-Sound, welches jeden ernsthaften Mitchell-Fan in Ekstase versetzen sollte. Da es mir schlicht unmöglich ist, daraus nur wenige Highlights herauszupicken, will ich es auch gar nicht erst versuchen. Der einzige Wermutstropfen ist der monetäre Aspekt. Sicher gibt es einen Personenkreis, welcher die Box kaufen wird, ohne auch nur einmal mit der Wimper zu zucken. Andere wiederum werden (auch nicht gänzlich unverständlich) erst mal abwarten, bis in absehbarer Zeit hoffentlich einmal weniger Taler dafür aufgerufen werden.

    Auf jeden Fall übertrifft dieser 5-CD-Set die musikalischen Hoffnungen, die sich bei mir persönlich im Vorfeld aufgebaut hatten, um ungeahnte Längen - weit mehr, als ich je zu träumen gewagt hätte . . . Chapeau!
    Catch Bull At Four (50th Anniversary Remaster)

    Catch Bull At Four (50th Anniversary Remaster) (CD)

    2 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern Inaktiver Stern Inaktiver Stern
    01.12.2022
    Klang:
    5 von 5
    Musik:
    4 von 5

    Enttäuschend!

    Der Sound mag nach den Erfahrungen mit "Mona Bone Jakon", "Tea For The Tillerman" und "Teaser & The Firecat" auch bei dieser Wiederveröffentlichung erneut hervorragend sein. Aber nach den bisherigen Anniversary-Veröffentlichungen der vorangegangenen Alben dürfte dies nun für das Gros der Cat-Stevens-Fans eine herbe Enttäuschung sein: Keine Deluxe-Editions! Keine Bonus-Tracks! Ja, nicht einmal ein Remix war es den Verantwortlichen wert! Es handelt sich also um nicht mehr und nicht weniger als lediglich ein Remaster der regulären Platte.

    Es wurde in den einschlägigen Fan-Foren bereits trefflich spekuliert und diskutiert, warum dieser letzten der vier "großen" LPs von Cat Stevens eine so wenig wertschätzende Behandlung widerfährt: Die vorherigen 50th-Anniversary-Boxen waren zugegebenermaßen alles andere als ausgesprochen günstig. Da überlegt sich der ein oder andere Konsument durchaus schon zweimal, bevor - und ob überhaupt - er da zuschlägt. Hinzu kamen z.B. Aufnahmen vom Plumpton Festival 1970 (auf "Mona Bone Jakon"), die von so grottenschlechter Bootleg-Qualität sind, dass sie selbst für eingefleischte Fans nur sehr bedingt von Interesse sind. Und nun wird gemunkelt, dass der Verkaufserfolg die Erwartungen der Industrie wohl kaum erfüllt haben könnte und man möglicherweise vor diesem Hintergrund künftig von weiteren opulent ausgestatteten Ausgaben absehen will. Das entschuldigt allerdings keinesfalls, dass man nicht einmal "Crab Dance", die damalige non-LP B-Seite der Single "Can't Keep It In", miteinbezogen hat. (Das Instrumental wurde zwar bereits während der "Mona Bone Jakon"-Sessions aufgenommen, aber auf der entsprechenden Super-Deluxe-Edition war es ebenfalls nicht enthalten. Lediglich die 4-CD-Box "On The Road To Find Out" von 2001 hatte diese kleine Rarität auf der Tracklist.)

    Wie dem auch sein mag - mir persönlich sind diese Umstände kein besonderer Ansporn, mir diese Neu-Auflage zum regulären Preis zuzulegen. Vielleicht zu einem späteren Zeitpunkt, wenn die CD einmal zum Nice Price angeboten werden sollte. Aber vorerst: Thanks - but no thanks!
    Charmed Life: The Best Of The Divine Comedy (Deluxe Edition)

    The Divine Comedy
    Charmed Life: The Best Of The Divine Comedy (Deluxe Edition) (CD)

    4 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern
    29.04.2022
    Klang:
    5 von 5
    Musik:
    5 von 5

    KOMPILATION MIT FEHLER

    Zusammenstellungen wie diese sind irgendwie immer eine gewisse Ansichtssache. Dass aber in einem 2 bzw. 3 CDs umfassenden und vom Meister höchstselbst zusammengestellten "Best Of" der 2016er Hit "Catherine The Great" nicht enthalten ist, ist für mich schlicht nicht nachvollziehbar. Neil Hannon scheint das wunderbare Stück als dieser Kompilation nicht würdig befunden zu haben. Meines Erachtens - und im wahrsten Sinne des Wortes - ein Fehler. Bedauerlicherweise auch nicht der Einzige. Daher mein Punkteabzug.
    Charmed Life: The Best Of The Divine Comedy

    The Divine Comedy
    Charmed Life: The Best Of The Divine Comedy (CD)

    3 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern Inaktiver Stern
    04.02.2022
    Klang:
    5 von 5
    Musik:
    5 von 5

    Kompilation mit Fehler

    Zusammenstellungen wie diese sind irgendwie immer eine gewisse Ansichtssache. Dass aber in einem 2 bzw. 3 CDs umfassenden und vom Meister höchstselbst zusammengestellten "Best Of" der 2016er Hit "Catherine The Great" nicht enthalten ist, ist für mich schlicht nicht nachvollziehbar. Neil Hannon scheint das wunderbare Stück als dieser Kompilation nicht würdig befunden zu haben. Meines Erachtens - und im wahrsten Sinne des Wortes - ein Fehler. Bedauerlicherweise auch nicht der Einzige. Daher mein Punkteabzug.
    Let It Be (Limited 50th Anniversary Super Deluxe Edition)

    The Beatles
    Let It Be (Limited 50th Anniversary Super Deluxe Edition) (CD)

    2 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern Inaktiver Stern Inaktiver Stern
    27.08.2021
    Musik:
    4 von 5

    DER FAN WIRD WIEDER GEMOLKEN!

    Da hat der treue Beatles-Fan jetzt so lange drauf gewartet - warten MÜSSEN! Das Ganze lag ja bereits seit etlichen Jahren in der Schublade. Und nun erneut nur eine weitgehend vertane Chance: Nichts Halbes und nichts Ganzes! Dabei handelt es sich hier um eines der legendärsten Beatles-Projekte überhaupt - und gleichzeitig um das wahrscheinlich Umstrittenste. Der Eine oder Andere wird jetzt womöglich denken "Womit ist er denn unzufrieden? 5 CDs, eine BluRay-Audio und eine nette Aufmachung inklusive gebundenem Buch - das ist doch was?!"

    Nun, ich will gerne aufzeigen, woran meiner Ansicht nach diese Veröffentlichung krankt. Das fängt schon mal mit den 5 CDs an: CD 5 ist nichts weiter als ein schlechter Witz, denn sie enthält ganze - sage und schreibe - 4 (in Worten: VIER) Tracks! Angesichts der schier erschlagenden Masse an Aufnahmen, die während der gesamten Sessions in der Zeit vom 2. bis 31. Januar 1969 unter Produzent Glyn Johns eingespielt wurden (zuzüglich der zwischen März und April 1969 während Phil Spectors Post-Production aufgenommenen Overdubs und vorgenommenen Edits), ist völlig unverständlich, dass hier eine ganze CD für eine Laufzeit von nicht mehr als einem schwachen Viertelstündchen verbraten wurde.

    Das nächste dicke Ärgernis: Bekanntermaßen spielten die Beatles am 30.1.1969 auf dem Dach des damaligen Apple-Hauptquartiers in der Londoner Savile Row ihren berühmten letzten "öffentlichen" Auftritt. Kann mir bitte ein Mensch plausibel erklären, warum dieses Ereignis (welches komplett aufgenommen wurde) nicht in dieser sogenannten "50th Anniversary Super Deluxe Edition" enthalten ist?! Mit einer Gesamtlänge von unter 45 Minuten hätte dieser Mitschnitt in Gänze beispielsweise problemlos auf der ziemlich verschleuderten 5. CD Platz gefunden. Stattdessen nur ein einziges unveröffentlichtes Stück vom Dachkonzert. So etwas macht mich wirklich nahezu sprachlos!

    Ein weiterer Punkt sind die der endgültigen "Let It Be"-LP vorangegangenen Versuche von Glyn Johns, das Ganze unter dem Titel "Get Back" so zu veröffentlichen, wie es der ursprünglichen Idee der Beatles entsprach - nämlich als Aufnahmen der Band ohne nennenswerten Produktions-Schnickschnack, back to the roots, simpel und ungeschönt. Zwischen Januar '69 und Januar '70 hatte Johns 4 Versionen des angepeilten Albums abgemischt, welche allesamt von der Band abgelehnt wurden. Bei dem hier nun enthaltenen Glyn-Johns-Mix handelt es sich um die letzte Version, die er zwischen Dezember '69 und Januar '70 erstellt hatte. Es wäre doch durchaus interessant gewesen, wenn man in diesem Set zum Vergleich nun auch beispielsweise den ersten Mix von Anfang '69 zu Gehör gebracht hätte - Fehlanzeige!

    Was wurde schon seit Jahrzehnten spekuliert, was alles eine Deluxe Edition von "Let It Be" hoffentlich enthalten würde und wie sie denn aussehen könnte. Dies alles, so hatte man gehofft, könnte eine solche Box z.B. enthalten:
    - "Let It Be" remixed und remastert
    - Recording-Outtakes (und davon gibt es jede Menge!)
    - die interessantesten Mixes von Glyn Johns
    - Audio-DVD mit High-Res, Surround Sound etc.
    - das "Get Back"-Buch vom originalen Box-Set
    - DVDs mit dem Film zuzüglich Outtakes
    - das Plakat zum Film
    Aber da haben die solchermaßen erwartungsvollen Beatles-Anhänger die Rechnung ohne den Wirt gemacht - sprich: die Industrie.

    Denn natürlich möchten alle möglichen Beteiligten was vom Kuchen abbekommen (und zwar soviel wie nur möglich). Und deshalb wird es nun - so wie die Dinge stehen - zu folgender (selbstverständlich jeweils separat zu erwerbender) Produkt-Palette kommen: Die LP-Versionen, CD-Ausgaben, zusätzliches Hardcover-Book, "Get Back"-Film / DVD und "Let It Be"-Film / DVD . . . da wird nochmal kräftig gemolken, was das Zeug hält. Mit den Beatles-Fans kann man es schließlich machen (und zwar noch bevor sie alle in die Grube gefahren sind, weil danach dürfte dieser ganze "Super Deluxe"-Zug der Beatles endgültig abgefahren sein)! Wobei sich wohlgemerkt der Fan im allgemeinen relativ gerne melken lässt - aber nur sofern er denn auch einen entsprechenden Gegenwert dafür erhält, und das sehe ich hier wirklich nicht gegeben.

    Der gut-sortierte Hardcore-Fan hat ganz nebenbei - bis auf die neuen Mixes im neuen Mastering-Gewand - den Löwenanteil dieser Aufnahmen dank der Bootleg-Branche seit Ewigkeiten bereits in seiner Sammlung. Mein Fazit daher zum Schluss: Ich persönlich werd' mich im konkreten Falle dieser Marketing-Politik verweigern. Aber das darf und soll selbstredend jeder so halten, wie er will.
    By The Way (Papersleeve)

    By The Way (Papersleeve) (CD)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    14.08.2021
    Klang:
    5 von 5
    Musik:
    5 von 5

    DAS LETZTE STUDIO-ALBUM - MIT DEM POSTER!

    Beim Lesen der Vorankündigung hat's mich ja schier vom Stuhl gehauen! Sollte ich das tatsächlich noch erleben dürfen - die alten Frumpy-Platten mit den spektakulären Covers in der Ausgabe als "Mini-LP"-CDs aus Nippon?! Das war für mich ein alternativloses Muss, und die Vorfreude war dementsprechend. Im Gegenteil - sie wurde durch Verschiebung des VÖ-Termins noch in die Länge gezogen. Nun sind sie in der Tat da. Und wenn man von der soundtechnischen Enttäuschung über "Frumpy 2" absieht, gibt es durchaus Anlass für Freude bei den Fans der legendären Formation.

    Kurz vor dem Ende der Band erschien 1972 noch das dritte Opus "By The Way". Die Besetzung von Frumpy in den letzten Tagen, Wochen und Monaten waren ein wenig von Chaos und Unbeständigkeit geprägt. Gitarrist Rainer Baumann war gegangen und durch Thomas (heute Carola) Kretschmer ersetzt worden. Auch wenn er zur Produktion von "By The Way" wieder in den Schoß der Familie zurückgekehrt war, so wechselten sich während der letzten Monate von Frumpy Baumann und Kretschmer auf den Bühnen in einer Weise ab, dass heute auf Anfrage sowohl Kretschmer als auch Drummer Carsten Bohn nicht unbedingt genau sagen konnten, zu welchem Zeitpunkt wer genau die Geige in der Hand gehalten hat. Auch Jean-Jacques Kravetz wurde von Ende '71 bis in den Frühling '72 durch Erwin Kania ersetzt, kam aber während der Aufnahmen zu dieser Platte auch wieder zurück. Auf "By The Way" wirkten sich all' diese Umstände nicht aus - die Platte ist (wie ihr Vorgänger) aus einem Guss. Und auch die Tatsache, dass sich Frumpy nach einem letzten Konzert am 22.7.72 in Langelsheim auflösen sollten, deutet sich in der Musik in keinster Weise an.

    Diese japanische Wiederveröffentlichung im originalen Papersleeve beinhaltet auch das maßstabsgetreue Poster, welches der Erstausgabe seinerzeit beilag. Da das Beiblatt die Lyrics nur in japanischen Hieroglyphen enthält, muss man sich für die Entzifferung auf der Cover-Rückseite entsprechender Augengläser bedienen. Wie bei den anderen beiden Japan-Ausgaben der Frumpy-Studioalben ist die Tatsache, dass man die CDs nicht mit den damaligen Labels der Originalplatten (hier Swirl-Vertigo, das Multicolour-Label von "2" und Philips beim Debut-Album) versehen hat, bedauerlicherweise als Wermutstropfen zu bewerten - keine Ahnung, weshalb dieses I-Tüpfelchen ausgespart wurde. Das Klangbild entspricht 1:1 der ursprünglichen Repertoire-CD - nur der Lautstärkepegel ist demgegenüber seltsamerweise um 2 db reduziert . . . aber lieber etwas zu wenig als zuviel (wie bei "Frumpy 2" - siehe ebendort).

    In jedem Fall dürfte diese Neuauflage sowohl für Fans der Band als auch für Liebhaber von CDs im Miniatur-Cover sehr willkommen sein. Sängerin Inga Rumpf feiert dieser Tage bekanntlich ihren 75. Geburtstag . . . meine Güte, wie die Zeit vergangen ist - jedenfalls herzlichen Glückwunsch!
    Meine Produktempfehlungen
    • All Will Be Changed (Digisleeve) All Will Be Changed (Digisleeve) (CD)
    All Will Be Changed (Digisleeve)

    All Will Be Changed (Digisleeve) (CD)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    14.08.2021
    Klang:
    5 von 5
    Musik:
    5 von 5

    DAS CHAMÄLEON IN VOLLER PRACHT!

    Beim Lesen der Vorankündigung hat's mich ja schier vom Stuhl gehauen! Sollte ich das tatsächlich noch erleben dürfen - die alten Frumpy-Platten mit den spektakulären Covers in der Ausgabe als "Mini-LP"-CDs aus Nippon?! Das war für mich ein alternativloses Muss, und die Vorfreude war dementsprechend. Im Gegenteil - sie wurde durch Verschiebung des VÖ-Termins nach hinten noch in die Länge gezogen. Nun sind sie in der Tat da. Und wenn man von der soundtechnischen Enttäuschung über "Frumpy 2" absieht, gibt es durchaus Anlass für Freude bei den Fans der legendären Formation.

    "All Will Be Changed", Frumpy's Debüt-Album war 1970 erschienen und es erstaunt mich noch heute, dass die Plattenfirma damals dem Erstling einer jungen Band ein dermaßen exklusives Cover spendierte. Und genau dieses Psychedelic-Cover in Plastik-Ummantelung, welches außen das bunte Chamäleon und innen zwei sozusagen "wellenaktive" s/w-Bilder der Band zeigt, gibt es nun in vollem Glanz und Gloria auch in CD-Version. Um die Angabe hier bei jpc (Stand: 14.8.2021) also zu korrigieren: Es handelt sich mitnichten um ein Digisleeve sondern um ein waschechtes "Mini-LP"-Cover.

    Ungewöhnlicherweise gibt es zu dieser Japan-CD (wie übrigens auch bei "Frumpy 2") keinen OBI-Strip. Auch die Textbeilage ist mager und beinhaltet keine Songlyrics. Dafür - und das ist mit die Hauptsache - ist der Sound nicht solch eine Zumutung wie beim gleichzeitigen Reissue des zweiten Frumpy-Albums. Der Dynamik-Level ist zwar auch hier alles andere als niedrig, aber der Klang ist sauber und ausgewogen. Wie schon bei den früheren CD-Veröffentlichungen sind die beiden nur auf Single erschienenen Stücke "Roadriding" und "Time Makes Wise" als Bonus-Tracks enthalten.

    Ein kleiner Wermutstropfen, der bei allen 3 Japan-Ausgaben der Frumpy-Studioalben zu bemängeln ist, ist die Tatsache, dass man die CDs nicht mit den damaligen Labels der Originalplatten (hier Philips, das Multicolour-Label von "2" und Swirl-Vertigo bei "By The Way") versehen hat - warum dieses I-Tüpfelchen ausgespart wurde, ist mir recht unerklärlich.

    Ob es ein Zufall ist, dass diese Veröffentlichungen mit dem 75. Wiegenfest von Inga Rumpf zusammenfallen? Jedenfalls gehe ich soweit zu behaupten, dass die Bosse von Universal in Deutschland (die derzeitigen Rechteinhaber) nicht auf die Idee kämen, einer der legendärsten 70er Rockbands des Landes eine solche Ehre zu erweisen. Armes Deutschland!
    Meine Produktempfehlungen
    • By The Way (Papersleeve) By The Way (Papersleeve) (CD)
    2

    2 (CD)

    3 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern Inaktiver Stern
    14.08.2021
    Klang:
    2 von 5
    Musik:
    5 von 5

    "MINI-LP"-SUPERCOVER - MIT SOUND-ENTTÄUSCHUNG!

    Beim Lesen der Vorankündigung hat's mich ja schier vom Stuhl gehauen! Sollte ich das tatsächlich noch erleben dürfen - die alten Frumpy-Platten mit den spektakulären Covers in der Ausgabe als "Mini-LP"-CDs aus Nippon?! Das war für mich ein alternativloses Muss, und die Vorfreude war dementsprechend. Im Gegenteil - sie wurde durch Verschiebung des VÖ-Termins nach hinten noch in die Länge gezogen. Nun sind sie in der Tat da. Und ich dachte mir, dass ich für die optisch durchaus beeindruckenden Teile hier Spitzenbewertungen 'raushauen werden müsse. Aber bei genauerem Hinsehen bzw. -Hören stellte sich dann bedauerlicherweise doch nicht alles als das Gold heraus, was es zu sein versprach.

    "Frumpy 2" erstrahlt optisch in blendender Erscheinung: In einer dem Original wirklich gut nachempfundenen halbrunden (und wie dunnemals wiederverschließbaren) Tragetasche steckt das mehrfach ausklappbare Roundcover . . . so weit so fantastisch! Bei der CD selbst, war ich gespannt, wie man das Design in Anlehnung an die berühmten Erstausgaben in blauem bzw. grünem Splatter-Vinyl wohl gestaltet hat - würde es die komplette Plattenoptik geben oder nur das multicoloured Swirl-Label der A-Seite? Und da wartete die erste Entäuschung auf mich: weder noch! Dabei wäre es nun wirklich kein sonderlicher Act gewesen, zumindest das Label zu reproduzieren (wie das bei solchen "Mini-LP"-Reissues absolut üblich ist). Aber was sage ich - es sollte noch schlimmer kommen . . .

    Nun sollte es an den Audio-Test gehen. Zum Vergleich hatte ich ja noch die CD von Repertoire aus anno domini 1993, welcher ich nach einem seinerzeitigen Vergleich mit der Philips/SPV/Universal-Veröffentlichung von 2008 klanglich den Vorrang einräumen musste und daher in meiner Sammlung beibehielt. Die würde ich jetzt garantiert ausmustern können - da war ich mir sicher. Und zwar sowas von! Und da lag ich nun sowas von daneben - das hätte ich in meinen wildesten Träumen nicht zu fürchten gewagt, dass die Japaner hier audiotechnisch dermaßen versagen würden!

    Zunächst mal sind wir uns ja hoffentlich einig, dass wir es bei den CD-Veröffentlichungen aus dem Land der aufgehenden Sonne in der Regel mit hochwertigen Produkten zu tun haben, was sich nicht nur im Klanggewand sondern auch entsprechend im Preis spiegelt. Der Sound dieser CD jedoch spricht leider Gottes eine gänzlich andere Sprache. Das Mastering dieses Silberlings kann man nur als Katastrophe bezeichnen. Der Pegel ist so überdimensional, dass die ganze Scheibe von Verzerrungen geprägt ist - als ob Dynamik alles wäre. Darüberhinaus hat man die Bass-Frequenzen auf Kosten der Mitten unnötig in den Vordergrund geholt. Das Ganze hat mich dermaßen abgeturnt, dass ich mir die Zeit für weitere Gegenüberstellungen unter klanglichen Aspekten erspart habe. Genug ist genug . . . der HiFi-verwöhnte Fan muss sich hier mit Grausen abwenden, da die Repertoire-CD auch noch nahezu 30 Jahre später die Nase eindeutig vorne hat. Da hätte man Inga Rumpf zum 75sten eine größere Freude machen können . . . nein: MÜSSEN!

    Das zugegebenermaßen gelungene Outfit sollte dem geneigten Frumpy-Fan die Anschaffung einer audiotechnischen Lärmschleuder zu hohem Preis nur bedingt wert sein. Es sei hier daher ausdrücklichst darauf hingewiesen! Außer Spesen nur Optik gewesen.
    Meine Produktempfehlungen
    • By The Way (Papersleeve) By The Way (Papersleeve) (CD)
    3 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern Inaktiver Stern
    26.06.2021
    Klang:
    2 von 5
    Musik:
    5 von 5

    NOCHMAL TANGLEWOOD - ZU ALLEM ÜBERFLUSS!

    Es gibt Fälle, da hat derjenige, der die Wahl hat, keinerlei Qual: Wenn es von ein und demselben Konzert eine schlechtere und eine bessere Version gibt, entscheidet man sich als Kunde einfach für Letzteres. Daher verstehe ich nicht, was sich das Label Audio Vaults davon versprochen hat, ein minderwertiges Produkt nachzuschieben, wo doch erst zwei Monate zuvor die identische Aufnahme in klar besserem Sound auf den Markt gekommen ist. So geschehen nun im Fall von The Who mit ihrem Auftritt 1970 in Tanglewood.

    Ich kann es kurz machen. Werter Who-Fan - vergiss diese Veröffentlichung, denn sie macht wenig Freude! Greife lieber zu "Live 1970" aus dem Hause London Calling - diese präsentiert die derzeit qualitativ beste Tanglewood-Aufnahme auf dem Markt. Näheres kann man meinem dort zu findenden Review entnehmen. Die zwei Taler, die "Live At Tanglewood" im direkten Vergleich mit "Live 1970" momentan (Stand: 26.6.21) günstiger ist, sind am absolut falschen Ende eingespart.
    Meine Produktempfehlungen
    4 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern
    21.04.2021
    Klang:
    3 von 5
    Musik:
    5 von 5

    FACTS UND PLATTEN ZUM THEMA "THE WHO AT WOODSTOCK"

    Zu diesen Aufnahmen sind leider einige Fehlinformationen im Umlauf, die der Interessent berücksichtigen sollte. Das fängt schon mal an mit der Behauptung, dies hier sei der Mitschnitt einer Rundfunkübertragung . . . das - mit Verlaub - ist blanker Unsinn, denn einen solchen Broadcast gab es überhaupt nicht.

    Vielmehr handelt es sich dabei um eine Version der in Sammlerkreisen sattsam bekannten Referenz-Kopie von Eric Blackstead, dem Produzenten des Original-'Woodstock'-Albums. Sie stammt vom Soundboard und wurde sicherheitshalber parallel zu den 8-Spur-Aufnahmen von Eddie Kramer mitgeschnitten. Und diese Kopie ist nicht nur die Quelle diverser Bootlegs, die im Laufe der Jahrzehnte in unterschiedlicher Qualität (je nach Generation der Tape-Dubbings) in Umlauf kamen - auch die hier vorliegende CD präsentiert eine (zugegebenermaßen eher bessere, wenn auch nicht erstklassige) Version der Blackstead-Referenz-Aufnahme. Nicht mehr und nicht weniger. Wobei . . . auch das stimmt nicht so ganz - es ist weniger: Ein Gutteil von Pete Townshends Kommentaren (inklusive des Zwischenfalls mit Abbie Hoffman) wurde für diese Veröffentlichung ohne Not 'rausgeschnitten. Für diejenigen, die den Zusammenhang nicht kennen, ist daher unersichtlich, warum Townshends Gitarre bei "Do You Think It's Alright?" auf einmal dermaßen verstimmt ist.

    Man wird über Kopfhörer übrigens bemerken, dass der Begriff 'stereo' doch etwas irreführend ist (um es gelinde auszudrücken). Das ist auch nicht weiter verwunderlich, da die P.A-Anlage (von deren Mischpult die Aufnahme abgezapft wurde) in Woodstock gar nicht in stereo, sondern lediglich in mono gefahren wurde. Und wer hier im Übrigen von einem "Gottesgeschenk" in "High-End" spricht, sollte bei Gelegenheit vielleicht doch mal den HNO seines Vertrauens aufsuchen. Es ist desweiteren eine Fehlannahme zu glauben, dass es keine bessere Aufnahme dieses Who-Spektakels gibt. Denn jeder, der sich intensiver mit allem beschäftigt, was mit Woodstock zu tun hat, sollte wissen, dass Rhino/Warner anlässlich des 50. Jubiläums mit einem 38-CD-Box-Set die wohl für alle Zeiten umfassendste Festival-Gesamtausgabe veröffentlicht hat. Diese war auf 1969 (!) Exemplare limitiert, nur als Vorbestellung aus den USA, England und Australien erhältlich und trotz eines extrem stolzen Preises binnen recht kurzer Zeit vergriffen (derzeitiger mittlerer Preis auf dem Second-Hand-Markt, Stand 4/2021: um die 2500 Taler).

    Diese Mammut-Box umfasst so gut wie alles, was an Multitracks und mehr archiviert ist - selbstredend auch den kompletten Auftritt der Who, und zwar remixed in bestmöglichem Sound und astreinem Stereo. Das ist tatsächlich das NonPlusUltra und das Ende der Fahnenstange. Und sollten die Herren Townshend und Daltrey (die nach wie vor hartnäckig - und zu Unrecht - behaupten, Woodstock sei einer der miserabelsten Who-Auftritte aller Zeiten gewesen) sich nicht dazu durchringen, diese von Andy Zax erstellte Fassung nochmals in Eigenregie herauszugeben, dann werden die 1969 exklusiven Besitzer der Box (und diejenigen, welche den Download davon ergattern konnten) die Einzigen bleiben, die eine gänzlich offizielle Fassung davon ihr Eigen nennen können.

    Wer jedoch nicht ganz so hohe Ansprüche hat, der wird hier soundtechnisch (wenn auch mit erheblichem Abstand) einigermaßen gut bedient, und für den stellt diese (wenn auch nicht von der Band autorisierte) Veröffentlichung eine überlegenswerte Alternative dar.
    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    15.04.2021
    Klang:
    4 von 5
    Musik:
    5 von 5

    TANGLED UP IN 'WHO'

    Wer bereits die Video-Aufzeichnung dieses Auftritts kennt, der weiß, dass die 'Who' an jenem Abend - wie eigentlich meistens während ihrer Zenit-Jahre 1969-71 - einen bockstarken Auftritt abgeliefert hatten. Der Inhaber der beiden 'Fillmore'-Rocktempel und Impresario Bill Graham veranstaltete in Lenox, Massachusetts im dortigen Tanglewood Music Shed (einem Open-Air-Schuppen für ansonsten klassische Musik) in zwei aufeinander folgenden Jahren ein Mini-Festival. Nachdem 'The Who' bereits im Jahr zuvor zu Gast waren, traten sie am 7. Juli 1970 unter dem Motto "The Fillmore In Tanglewood" nach 'It's A Beautiful Day' und 'Jethro Tull' als Headliner des Abends erneut dort auf.

    Diese Doppel-CD hat nur einen kleinen Schönheitsfehler: Das komplette Konzert wurde bereits 2011 in einer Produktion von Open Media Networks im Rahmen einer kanadischen Radio-Show ausgestrahlt. Die dem Broadcast zugrunde liegenden zwei CDs klingen grandios! Und damit kann die hier vorliegende Doppel-CD von 'London Calling' nicht ganz mithalten. Sie klingt vergleichsweise etwas flacher und mittenbetonter - und damit leider weniger ausgewogen (daher ein Stern Abzug). Nichtsdestotrotz ist der Sound für eine solche . . . sagen wir: von Seiten der Band nicht autorisierte Veröffentlichung richtig geil und bringt die immense Power der 'Who' - für meine Begriffe - besser 'rüber als z.B. der offizielle Mitschnitt von der Isle Of Wight aus demselben Jahr.

    Das Fazit kann also nur lauten: Fans der erwähnten 'Who'-Glanzzeiten sollten diese Chance nicht ungenutzt lassen. Was jetzt noch fehlt, ist eine offizielle entsprechend remasterte DVD bzw. Bluray vom Video dieses Ereignisses (Lediglich 3 Songs sind seinerzeit auf "Thirty Years Of Maximum R&B Live" erschienen). Aber wer weiß, . . .
    The Story Of Beat-Club Vol. 1: 1965 - 1968

    The Story Of Beat-Club Vol. 1: 1965 - 1968 (DVD)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    22.02.2021
    Bild:
    5 von 5
    Klang:
    5 von 5
    Musik:
    5 von 5

    The Beat Goes On - Forever!

    Dass ich das noch erleben durfte! Lange genug gedauert hat es ja nun wirklich, bis sich die Verantwortlichen dazu durchringen konnten, die rechtlichen Fragen für eine DVD-Veröffentlichung zu klären. Und die Beatles sind trotzdem noch außen vor. Und die Stones streckenweise auch. Und die Folgen 9, 13 und 23 fehlen gleich komplett. Aaaaaaber ansonsten präsentiert „The Story Of Beat-Club“ in 3 fetten Boxen á 8 DVDs genau das, auf was eine Legion von Beat-, Pop- und Rockfans in aller Welt nunmehr seit Jahrzehnten warten musste: Die nahezu kompletten Folgen der wichtigsten und darüber hinaus stilprägendsten aller Musik-Sendungen im deutschen Fernsehen.

    Die Erwähnung der Vollständigkeit ist insbesondere im Hinblick auf einen ganz speziellen Umstand erforderlich: Die bisherigen „Beat-Club“-Wiederholungen im Fernsehen bzw. vorangegangene Veröffentlichungen auf VHS / DVD haben sich ausschließlich auf die Musik beschränkt. Sparten wie z.B. die Hitparaden, viele Interviews und - vor allem - die ganzen journalistischen Beiträge zu Kultur, Subkultur, Politik etc. wurden stets ausgeklammert und haben von daher seit damals in den Archiven geschlummert. Das alles im entsprechenden Kontext jetzt endlich wieder sehen zu können, ist ein unsagbarer Genuss. Interessant auch, wenn man in diesem Zusammenhang mal auf die Namen achtet, die im Abspann auftauchen . . .

    Volume 1 dieses Gesamtpakets dürfte in erster Linie die Beat-Fans und Komplettisten ansprechen. Ausschließlich in schwarz/weiß findet man hier den Ausstoß der Folgen bis zum 14.9.68 vor. Außer uns’ Uschi Nerke treten noch Gerd Augustin (der früh geschasste eigentliche Erfinder der Reihe), dessen Nachfolger Dave Lee Travis und Eddie Vickers (vom BFBS) als Moderatoren auf. Von so gut wie keinem Interieur bis hin zu den legendären Go-Go-Girls, von nahezu statischen Kameraeinstellungen bis zu ersten visuellen Spielereien kann man hier im Laufe der einzelnen Folgen der Entwicklungen erster Teil nachverfolgen. Was mich persönlich interessieren würde: Folge 24 kam damals von der Funkausstellung in Berlin - und war der erste (und vorerst einzige) „Beat-Club“ der in Farbe gesendet wurde. Die Ausstrahlung erfolgte wohlbemerkt nicht live, sondern als Aufzeichnung. Es muss also eine MAZ in Farbe von dieser Folge gegeben haben. Ob diese noch existiert, entzieht sich meiner Kenntnis. Hier ist jedoch alles nur in gewohntem Monochrom zu sehen.

    Die 3 Boxen waren zwar längst überfällig, kamen zum Glück aber wenigstens noch zu meinen Lebzeiten. Die DVDs bieten sowohl bild- als auch tontechnisch angesichts des Materialalters keinerlei Grund zu Beanstandung. Jeder Box liegt ein ca. 40-seitiges informatives Booklet bei. Allerdings sind der Redaktion hie und da doch einige ärgerliche Fauxpas unterlaufen. So findet man z.B. fehlerhafte Interpreten-Namen, fehlerhafte Titel, und den ein oder anderen Titel hat man (ungeachtet der tatsächlichen Präsenz in der Sendung) überhaupt nicht aufgeführt.

    Obacht! In den Liner-Notes findet die Planung eines weiteren Projektes mit raren Tracks aus dem „Beat-Club“ Erwähnung. Wie man dem Buch „’Beat-Club’ – alle Sendungen, alle Stars, alle Songs“ von Thorsten Schmidt (Kultur Buch Bremen, 2005) entnehmen kann, vermodern in den Archiven von Radio Bremen noch ÜBER 300 SONGS, welche kaum bis überhaupt noch nie gesendet wurden. Laut Redakteur Jörg Sonntag wurde dieses Vorhaben zwischenzeitlich jedoch ad acta gelegt. Auf dem "Beat-Club"-Kanal von Studio Hamburg auf YouTube waren zwar einige solcher Schätze eine Zeit lang zu sehen - das Allermeiste davon ist jedoch nach rechtlichen Querelen inzwischen längst wieder verschwunden.
    Meine Produktempfehlungen
    • The Story Of Beat-Club Vol. 2: 1968 - 1970 The Story Of Beat-Club Vol. 2: 1968 - 1970 (DVD)
    • The Story Of Beat-Club Vol. 3: 1970 - 1972 The Story Of Beat-Club Vol. 3: 1970 - 1972 (DVD)
    The Story Of Beat-Club Vol. 2: 1968 - 1970

    The Story Of Beat-Club Vol. 2: 1968 - 1970 (DVD)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    22.02.2021
    Bild:
    5 von 5
    Klang:
    5 von 5
    Musik:
    5 von 5

    The Beat Goes On - Forever!

    Dass ich das noch erleben durfte! Lange genug gedauert hat es ja nun wirklich, bis sich die Verantwortlichen dazu durchringen konnten, die rechtlichen Fragen für eine DVD-Veröffentlichung zu klären. Und die Beatles sind trotzdem noch außen vor. Und die Stones streckenweise auch. Und die Folgen 9, 13 und 23 fehlen gleich komplett. Aaaaaaber ansonsten präsentiert „The Story Of Beat-Club“ in 3 fetten Boxen á 8 DVDs genau das, auf was eine Legion von Beat-, Pop- und Rockfans in aller Welt nunmehr seit Jahrzehnten warten musste: Die nahezu kompletten Folgen der wichtigsten und darüber hinaus stilprägendsten aller Musik-Sendungen im deutschen Fernsehen.

    Die Erwähnung der Vollständigkeit ist insbesondere im Hinblick auf einen ganz speziellen Umstand erforderlich: Die bisherigen „Beat-Club“-Wiederholungen im Fernsehen bzw. vorangegangene Veröffentlichungen auf VHS / DVD haben sich ausschließlich auf die Musik beschränkt. Sparten wie z.B. die Hitparaden, viele Interviews und - vor allem - die ganzen journalistischen Beiträge zu Kultur, Subkultur, Politik etc. wurden stets ausgeklammert und haben von daher seit damals in den Archiven geschlummert. Das alles im entsprechenden Kontext jetzt endlich wieder sehen zu können, ist ein unsagbarer Genuss. Interessant auch, wenn man in diesem Zusammenhang mal auf die Namen achtet, die im Abspann auftauchen . . .

    Mit Volume 2 zeichnen sich zunehmend nicht nur Veränderungen in der musikalischen Landschaft ab. Aus Beat wurde Pop, Psychedelic, Rock, . . . Und Mike Leckebusch fand mehr und mehr Gefallen an der Spielwiese seiner zunehmend psychedelisch angehauchten Optik, was leider zur Folge hatte, dass man in gleichem Maße die entsprechenden Interpreten vor lauter lauter mitunter kaum noch erkennen konnte. Abgang: Dave Lee Travis. Kurzauftritt (für nur 6 Folgen): Dave Dee. Und dann war’s nur noch Uschi. Aber: NEU! Jetzt in Farbe. Definitiv! Was da in den Farbtöpfen gerührt wurde, ward bis dato im deutschen TV noch nie gesehen - der helle Wahn! Nicht nur, dass das auch den ein oder anderen „Beat-Club“-Anhänger überforderte - es machte auch den Go-Go-Girls den Garaus: Abgang der Weidhaas-Sisters. Aber musikalisch wurde der „Beat-Club“ zwischen dem 12.10.68 und dem 26.9.70 immer anspruchsvoller, was jedoch leider nicht alle Zuschauer unbedingt zu würdigen wussten. Perle vor die Säue, kann ich da nur sagen.

    Die 3 Boxen waren zwar längst überfällig, kamen zum Glück aber wenigstens noch zu meinen Lebzeiten. Die DVDs bieten sowohl bild- als auch tontechnisch angesichts des Materialalters keinerlei Grund zu Beanstandung. Jeder Box liegt ein ca. 40-seitiges informatives Booklet bei. Allerdings sind der Redaktion hie und da doch einige ärgerliche Fauxpas unterlaufen. So findet man z.B. fehlerhafte Interpreten-Namen, fehlerhafte Titel, und den ein oder anderen Titel hat man (ungeachtet der tatsächlichen Präsenz in der Sendung) überhaupt nicht aufgeführt.

    Obacht! In den Liner-Notes findet die Planung eines weiteren Projektes mit raren Tracks aus dem „Beat-Club“ Erwähnung. Wie man dem Buch „’Beat-Club’ – alle Sendungen, alle Stars, alle Songs“ von Thorsten Schmidt (Kultur Buch Bremen, 2005) entnehmen kann, vermodern in den Archiven von Radio Bremen noch ÜBER 300 SONGS, welche kaum bis überhaupt noch nie gesendet wurden. Laut Redakteur Jörg Sonntag wurde dieses Vorhaben zwischenzeitlich jedoch ad acta gelegt. Auf dem "Beat-Club"-Kanal von Studio Hamburg auf YouTube waren zwar einige solcher Schätze eine Zeit lang zu sehen - das Allermeiste davon ist jedoch nach rechtlichen Querelen inzwischen längst wieder verschwunden.
    Meine Produktempfehlungen
    • The Story Of Beat-Club Vol. 1: 1965 - 1968 The Story Of Beat-Club Vol. 1: 1965 - 1968 (DVD)
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    The Story Of Beat-Club Vol. 3: 1970 - 1972

    The Story Of Beat-Club Vol. 3: 1970 - 1972 (DVD)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    22.02.2021
    Bild:
    5 von 5
    Klang:
    5 von 5
    Musik:
    5 von 5

    The Beat Goes On - Forever!

    Dass ich das noch erleben durfte! Lange genug gedauert hat es ja nun wirklich, bis sich die Verantwortlichen dazu durchringen konnten, die rechtlichen Fragen für eine DVD-Veröffentlichung zu klären. Und die Beatles sind trotzdem noch außen vor. Und die Stones streckenweise auch. Und die Folgen 9, 13 und 23 fehlen gleich komplett. Aaaaaaber ansonsten präsentiert „The Story Of Beat-Club“ in 3 fetten Boxen á 8 DVDs genau das, auf was eine Legion von Beat-, Pop- und Rockfans in aller Welt nunmehr seit Jahrzehnten warten musste: Die nahezu kompletten Folgen der wichtigsten und darüber hinaus stilprägendsten aller Musik-Sendungen im deutschen Fernsehen.

    Die Erwähnung der Vollständigkeit ist insbesondere im Hinblick auf einen ganz speziellen Umstand erforderlich: Die bisherigen „Beat-Club“-Wiederholungen im Fernsehen bzw. vorangegangene Veröffentlichungen auf VHS / DVD haben sich ausschließlich auf die Musik beschränkt. Sparten wie z.B. die Hitparaden, viele Interviews und - vor allem - die ganzen journalistischen Beiträge zu Kultur, Subkultur, Politik etc. wurden stets ausgeklammert und haben von daher seit damals in den Archiven geschlummert. Das alles im entsprechenden Kontext jetzt endlich wieder sehen zu können, ist ein unsagbarer Genuss. Interessant auch, wenn man in diesem Zusammenhang mal auf die Namen achtet, die im Abspann auftauchen . . .

    Volume 3 ist meiner bescheidenen Ansicht nach der absolute Höhepunkt der ganzen Trilogie. (Zugegebenermaßen eine völlig subjektive Betrachtung.) Das Repertoire ging immer mehr auf Abstand zu den Charts, und die einzelnen Darbietungen wurden immer länger. Frage: Gab es je etwas Vergleichbares im (deutschen) TV? Antwort: Nein, das war absolut einmalig! Die Dinge beim „Beat-Club“ hatten sich allerdings dahingehend entwickelt, dass sich auf Dauer nicht nur eine gewisse Stagnation breit machte, sondern auch fast unmerklich das Ende einer Ära bevorstand. Die Zuschauer kehrten dem samstagnachmittäglichen Bildschirm und damit auch dem „Beat-Club“ zunehmend den Rücken. Und dann ging plötzlich alles ganz schnell: Am 9.12.72 fiel mit der 83. Folge (bezeichnenderweise ein Special über die Osmonds!) der Vorhang. Vier Tage später flimmerte mit dem „Musikladen“ der sogenannte Nachfolger des „Beat-Club“ über den Bildschirm. Uschi Nerke war wieder dabei. An ihrer Seite „agierte“ nun ein substanzarmer, dafür umso öligerer Schleimbeutel namens Manfred Sexauer. Auch wurde Mike Leckebuschs (kaum verhohlene) Vorliebe für T&A (Tits & Asses) nur noch zur plakativen Masche. Für „Beat-Club“-Fans war das keine Alternative.

    Die 3 Boxen waren zwar längst überfällig, kamen zum Glück aber wenigstens noch zu meinen Lebzeiten. Die DVDs bieten sowohl bild- als auch tontechnisch angesichts des Materialalters keinerlei Grund zu Beanstandung. Jeder Box liegt ein ca. 40-seitiges informatives Booklet bei. Allerdings sind der Redaktion hie und da doch einige ärgerliche Fauxpas unterlaufen. So findet man z.B. fehlerhafte Interpreten-Namen, fehlerhafte Titel, und den ein oder anderen Titel hat man (ungeachtet der tatsächlichen Präsenz in der Sendung) überhaupt nicht aufgeführt.

    Obacht! In den Liner-Notes findet die Planung eines weiteren Projektes mit raren Tracks aus dem „Beat-Club“ Erwähnung. Wie man dem Buch „’Beat-Club’ – alle Sendungen, alle Stars, alle Songs“ von Thorsten Schmidt (Kultur Buch Bremen, 2005) entnehmen kann, vermodern in den Archiven von Radio Bremen noch ÜBER 300 SONGS, welche kaum bis überhaupt noch nie gesendet wurden. Dieses Vorhaben ist laut Redakteur Jörg Sonntag inzwischen ad acta gelegt. Der "Beat-Club"-Kanal von Studio Hamburg auf YouTube hatte zwar zwischenzeitlich einiges davon hochgeladen - das Allermeiste davon ist nach rechtlichen Querelen bedauerlicherweise längst wieder verschwunden.
    Meine Produktempfehlungen
    • The Story Of Beat-Club Vol. 1: 1965 - 1968 The Story Of Beat-Club Vol. 1: 1965 - 1968 (DVD)
    • The Story Of Beat-Club Vol. 2: 1968 - 1970 The Story Of Beat-Club Vol. 2: 1968 - 1970 (DVD)
    Tea For The Tillerman 2

    Tea For The Tillerman 2 (CD)

    1 von 5 Sterne Aktiver Stern Inaktiver Stern Inaktiver Stern Inaktiver Stern Inaktiver Stern
    20.09.2020
    Musik:
    3 von 5

    Aus Alt mach' Neu???

    Steven Demetre Georgiou alias Cat Stevens alias Yusuf Islam mag das aus seinem eigenen künstlerischen Blickwinkel so sehen und das bleibt ihm auch unbenommen. Ich möchte niemandem auf den Schlips treten - ob man jedoch diesen Neuaufguss tatsächlich mag und braucht, muss jeder für sich entscheiden.

    Hätte es die Originalausgabe von "Tea For The Tillerman" 1970 nicht gegeben und die Songs würden so nun zum ersten Mal erscheinen, man würde Yusuf zu Recht eine gelungene Rückkehr zu alter Höchstform attestieren. So aber sagt mir persönlich "TFTT 2" leider überhaupt nicht zu, alldieweil ich das Original schlicht für unerreichbar halte. Da konnte für meine Begriffe nur eine Verschlimmbesserung heraus kommen. Für manch Anderen mag die Neuinterpretation gleichberechtigt als Ergänzung neben der Ur-Version stehen - kann man so sehen, muss man aber nicht.
    Via Satellite

    Via Satellite (LP)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    16.05.2020
    Klang:
    5 von 5
    Musik:
    5 von 5

    SIE SIND WIEDER DA - UND WIE!

    Damit hab' ich - ehrlich gesagt - nicht gerechnet. Um noch ehrlicher zu sein: Ich hatte die Rembrandts seit einer gefühlten Ewigkeit gar nicht mehr auf dem Schirm. "Just The Way It Is, Baby" hatte mich vor 30 Jahren voll gepackt und das erste Album lief bei mir damals in "heavy rotation". Den zweiten Longplayer "untitled" fand ich nur geringfügig schwächer, aber mit "L.P." von 1995 hatten sie mich dann verloren. Nach der folgerichtigen (ersten) Trennung von Danny Wilde und Phil Solem sollte es bis 2001 dauern, bis die beiden mit "Lost Together" einen Neuanfang wagten, was dann auch wieder mehr in die altbewährte Richtung ging. Aber dann war auch erneut Feierabend bei den Herren.

    Wer hätte gedacht, dass die Rembrandts knapp 20 Jahre später erneut aus der Versenkung auftauchen würden? Nun ja, sowas soll vorkommen - aber dass sie dann mit "Via Satellite" nochmal eine dermaßen starke Platte vorlegen würden . . . ! Ich will nicht verhehlen, dass mich das Cover von vorne bis hinten nicht anspricht. Wenn da nicht links unten "the REMBRANDTS" im altbekannten Schriftzug stehen würde, ich hätte sie gnadenlos übergangen. Auch der Albumtitel will mir so überhaupt nichts sagen ("Via Satellite" - ja, mein Gott . . .). Und ich dachte so bei mir "Na, ob das was taucht?" - und sollte prompt eines Besseren belehrt werden.

    Nun sind sie also wieder da, als wären sie nie weg gewesen. Die beiden Songwriter haben wie schon vor drei Jahrzehnten lauter klassische Rembrandts-Ohrwümer aus dem Ärmel geschüttelt, dass einem das Herz aufgeht: die immer leicht an die Fab Four erinnernden Harmonien, der bezeichnende zweistimmige Gesang und eine - im besten Sinne des Wortes - blitzsaubere Produktion sind schlicht zum Zungeschnalzen. Ein durchgehender Genuss, der bestens geeignet ist, in den bedrückenden Corona-Zeiten von 2020 die Laune nicht unerheblich zu bessern. Und wie dunnemals mit ihrem Debut-Album laufen die Rembrandts bei mir wieder in "heavy rotation" . . .
    Via Satellite

    The Rembrandts
    Via Satellite (CD)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    16.05.2020
    Klang:
    5 von 5
    Musik:
    5 von 5

    SIE SIND WIEDER DA - UND WIE!

    Damit hab' ich - ehrlich gesagt - nicht gerechnet. Um noch ehrlicher zu sein: Ich hatte die Rembrandts seit einer gefühlten Ewigkeit gar nicht mehr auf dem Schirm. "Just The Way It Is, Baby" hatte mich vor 30 Jahren voll gepackt und das erste Album lief bei mir damals in "heavy rotation". Den zweiten Longplayer "untitled" fand ich nur geringfügig schwächer, aber mit "L.P." von 1995 hatten sie mich dann verloren. Nach der folgerichtigen (ersten) Trennung von Danny Wilde und Phil Solem sollte es bis 2001 dauern, bis die beiden mit "Lost Together" einen Neuanfang wagten, was dann auch wieder mehr in die altbewährte Richtung ging. Aber dann war auch erneut Feierabend bei den Herren.

    Wer hätte gedacht, dass die Rembrandts knapp 20 Jahre später erneut aus der Versenkung auftauchen würden? Nun ja, sowas soll vorkommen - aber dass sie dann mit "Via Satellite" nochmal eine dermaßen starke CD vorlegen würden . . . ! Ich will nicht verhehlen, dass mich das Cover von vorne bis hinten nicht anspricht. Wenn da nicht links unten "the REMBRANDTS" im altbekannten Schriftzug stehen würde, ich hätte sie gnadenlos übergangen. Auch der Albumtitel will mir so überhaupt nichts sagen ("Via Satellite" - ja, mein Gott . . .). Und ich dachte so bei mir "Na, ob das was taucht?" - und sollte prompt eines Besseren belehrt werden.

    Nun sind sie also wieder da, als wären sie nie weg gewesen. Die beiden Songwriter haben wie schon vor drei Jahrzehnten lauter klassische Rembrandts-Ohrwümer aus dem Ärmel geschüttelt, dass einem das Herz aufgeht: die immer leicht an die Fab Four erinnernden Harmonien, der bezeichnende zweistimmige Gesang und eine - im besten Sinne des Wortes - blitzsaubere Produktion sind schlicht zum Zungeschnalzen. Ein durchgehender Genuss, der bestens geeignet ist, in den bedrückenden Corona-Zeiten von 2020 die Laune nicht unerheblich zu bessern. Und wie dunnemals mit ihrem Debut-Album laufen die Rembrandts bei mir wieder in "heavy rotation" . . .
    Magnetic Waves Of Sound

    The Move
    Magnetic Waves Of Sound (CD)

    4 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern
    25.06.2019
    Klang:
    5 von 5
    Musik:
    5 von 5

    DIE DVD MACHT'S

    Braucht ein Move-Fan eine erneute Best-Of-CD? Im Prinzip überhaupt nicht. Braucht ein Move-Fan DIESE Zusammenstellung? Sagen wir so: Er braucht die beigelegte DVD! Und da es diese nur hier im Doppelpack gibt, kommt er um den Erwerb von "Magnetic Waves Of Sound" kaum herum.

    Auf die CD gehe ich hier nur kurz ein, da sie - wie die meisten bisherigen Kompilationen - einen repräsentativen Querschnitt durch die ganze Schaffenszeit der Move von 1966 bis zum Ende als Band mit zwei Namen (bei den letzten Aufnahmen waren die Move identisch mit dem ersten Line-up des Electric Light Orchestras) 1972. Zwei Dinge scheinen mir erwähnenswert: Leider hat man sich bei Esoteric (die sich ansonsten mit ihren Reissues verdientermaßen einen ausgezeichneten Namen gemacht haben) dazu entschlossen, die ersten 11 Tracks in ihren Mono-Versionen zu präsentieren. Das wäre weitestgehend nicht vonnöten gewesen und ist von daher für meinen Geschmack durchaus diskussionswürdig. Der zweite Kritikpunkt betrifft 2 Tracks, die - ebenfalls für mein Dafürhalten - hier nicht unbedingt vertreten sein müssten. Die Single-B-Seite "Wave The Flag And Stop The Train" gehört ebensowenig zum "Besten" der Band wie "What?" vom Album "Looking On". Da hätten sich zuvorderst andere Perlen angeboten (z.B. "Mist On A Monday Morning", "Beautiful Daughter", "Open Up Said The World At The Door", "Don't Mess Me Up" oder "Down On The Bay"). Dafür gibt es von mir einen Punkt Abzug in der Gesamtwertung.

    Aber kommen wir zum Positiven - zur DVD. Zwar war auch hier ein Gutteil des Materials zuvor schon anderweitig erhältlich gewesen, als da wären die Auftritte aus den TV-Reihen "Beat, Beat, Beat" und "Beat-Club" (Letzteren gab es sogar schon einmal komplett!). Das Sahneschnittchen aber ist die BBC-Sendung "Colour Me Pop" aus dem Jahr 1969, welche (vom Vor- und Abspann abgesehen) vollständig ist. Bis auf die Playback-Ausnahmen "Beautiful Daughter", "Wild Tiger Woman" und "Something" können wir hier die Mk.2-Besetzung der Move live und in Farbe erleben. Das macht nun wirklich Spaß. Selbst Nummern wie "Flowers In The Rain" oder das mächtige "Blackberry Way" kommt live klasse 'rüber und zeigen, dass die Band jederzeit imstande war, einen astreinen Harmoniegesang abzuliefern. Meine Güte, Carl Wayne war schon ein äußerst beeindruckender Monster-Sänger, und Roy Wood nicht minder! Dazu gibt es Country-Songs wie "Christian Life" und "Goin' Back", die mich im Repertoire der Band absolut überrascht haben.

    Fazit: Move-Novizen (ob es sowas heute noch gibt?) oder diejenigen, die lediglich einen Überblick über das oeuvre der Band brauchen, finden hier das passende Produkt. Tja, und die beinharten Fans, die "Colour Me Pop" noch nicht im Regal stehen haben, müssen hier eben auch zuschlagen.
    Meine Produktempfehlungen
    • Live At The Fillmore 1969 Live At The Fillmore 1969 (CD)
    Who Came First (Limited-45th-Anniversary-Edition)

    Who Came First (Limited-45th-Anniversary-Edition) (CD)

    3 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern Inaktiver Stern
    31.05.2018
    Klang:
    5 von 5
    Musik:
    5 von 5

    Weitgehend unnötiger Aufguss

    Man kann es relativ kurz machen. Wer bereits die 2006er Reissue dieser wunderschönen Song-Sammlung hat, darf sich getrost entspannen, denn es gibt keinen substanziellen Grund, sich diese erneute Ausgabe zuzulegen.
    Die bislang unveröffentlichten Tracks bringen kaum einen echten Zugewinn: Lediglich "There's A Fortune In Those Hills" ist von potenziellem Interesse, der Rest ist natürlich nett, rechtfertigt aber höchstens für Hardcore-Fans (welche ALLES haben müssen) oder Townshend-Anfänger, ihr Geld für diese Veröffentlichung auszugeben. Für Otto-Normal-Verbraucher aus diesem kühlen Grunde kein "Muss", weshalb ich im Hinblick auf diese Klientel in der Gesamtwertung zwei Sterne Abzug und keine Kaufempfehlung gebe.
    Blues & Boogie Vol.1

    Blues & Boogie Vol.1 (CD)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    08.01.2018
    Klang:
    5 von 5
    Musik:
    5 von 5

    FEINSTER 50s CHICAGO-BLUES IM 21. JAHRHUNDERT

    Kim Wilson ist und bleibt einer der besten Harp-Spieler der zeitgenössischen Blues-Szene. Und "Blues & Boogie, Vol. 1" untermauert dies erneut auf eindrücklichste Art. Dabei bedarf es keinerlei technischen Schnickschnacks: in simplem Mono aufgenommen, kommt Chicago-Blues immer noch am authentischsten 'rüber - urwüchsig, rau, dreckig . . . und unverwüstlich! Natürlich kennt ein eingefleischter Blueser das Gros der dargebotenen Cover-Versionen im Original. Aber bei einer so archaischen Musikform wie dem Blues ist ja gerade auch die Interpretation von entsprechendem Reiz. Und wenn ein Könner wie Kim Wilson (mit seinen kongenialen Begleitern) Hand anlegt, dann kommt fast automatisch ein großer Wurf dabei 'raus. Ich sage "fast", weil auch bei einem Herrn Wilson hin und wieder nicht alles Gold war, was da glänzte. Hier jedoch hat er erneut ein richtig fettes Album 'rausgehauen - Chapeau!
    Meine Produktempfehlungen
    • Cool Step Cool Step (CD)
    True To The Blues: The Johnny Winter Story

    Johnny Winter
    True To The Blues: The Johnny Winter Story (CD)

    3 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern Inaktiver Stern
    17.02.2017
    Klang:
    4 von 5
    Musik:
    4 von 5

    JOHNNY WINTER HÄTTE BESSERES VERDIENT

    Eines ist klar wie Butter: Wer sowohl mit Johnny Winter als Musiker als auch mit seiner Musik nichts anfangen kann, dessen Kritik läuft ohnehin schnurstracks ins Leere. Für mich in meinen Anfangstagen als Gitarrist war Johnny hingegen mit eine der größten Einflüsse auf mein Spiel. Es versteht sich von daher, dass ich einen anderen Blickwinkel auf ihn und sein musikalisches Vermächtnis habe. Nichtsdestotrotz hinterlässt “True To The Blues“ bei mir leider einen zwiespältigen Eindruck.

    Bereits an anderer Stelle wurde die Frage gestellt, wem bzw. welcher Käuferschaft diese noch kurz vor Johnnys unerwartetem Tod veröffentlichte Box wohl zugedacht sein mag. Diese Frage würde ich gerne an Paul Nelson als Kurator dieser Werkschau stellen, da sich mir eine Antwort darauf ebenso wenig erschließt. Für Fans? Die dürften zumeist alle seine Platten schon in ihren Regalen stehen haben, und 2 bis dato unveröffentlichte Aufnahmen sind eindeutig zu wenig, um sich 4 CDs im Prinzip “nochmal“ zu kaufen. Damit wäre für Eingeweihte der musikalische Aspekt dieser Veröffentlichung bereits abgehandelt.

    Ich (als Fan) hab' mir das Teil (entgegen aller Vernunft) dennoch einverleibt. Warum? Zum Einen haben mich die 2 Raritäten tatsächlich gereizt, zumal es Aufnahmen von “Johnny Winter And“ sind, der seinerzeit recht merkwürdig anmutenden, jedoch mindestens ebenso effektiven Kombination von Johnny und den ehemaligen McCoys um Rick Derringer. Somit sind vom Auftritt der Band beim Atlanta International Pop Festival 1970 nun 3 Tracks auf CD in Umlauf. (Und wo bleibt der Rest davon?!) Ansonsten wurde im Großen und Ganzen schon auf die Essenz (1968-2011) aus dem OEuvre Johnny Winters geachtet. Allein eine ganze CD widmet sich erfreulicherweise Johnnys (aufgrund seiner Drogen-Probleme) kurzzeitiger Bluesrock-Formation “And“. Andererseits blieb beispielsweise “The Winter Of '88“ , eines seiner misslungensten Alben, zum Glück komplett außen vor.

    Der zweite Grund meines Kaufs lag in der Hoffnung auf eine hoffentlich opulente Aufmachung mit tollem und seltenem Bildmaterial und sachkundigen Linernotes über Johnnys gesamte Karriere. Und genau hier wird der Fan ein weiteres Mal enttäuscht. Das Erscheinungsbild des “Böxchens“ ist sehr bescheiden - um nicht zu sagen: ausgesprochen billig. Der größte Teil der Fotos ist monochrom, manches Bild würde ich sogar als überflüssig bezeichnen. Das Essay von Brad Tolinski, dem Chefredakteur des Magazins “Guitar World“, bleibt inhaltlich recht rudimentär, und mit der Chronologie nimmt es der Herr Tolinski auch nicht allzu genau. Als Begleittext für eine derartige Veröffentlichung ist so etwas schlicht minderwertig. Dafür hat man alleine 10 Seiten für mehr oder minder kompetente Zitate von ebenso mehr oder minder kompetenten Musikerkollegen verbraten. Auch oder gerade Einsteiger in die Causa “Winter“ wären stattdessen mit einer etwas ausführlicheren und weniger fehlerhaften Abhandlung über Johnnys Leben und Karriere weitaus sinnvoller und besser bedient gewesen.

    Nun könnte man argumentieren, dass der Preis für diese “Johnny Winter Story“ ja nun wirklich nicht exorbitant hoch ist. Nein, ist er beileibe nicht! Und sollte dieses Projekt in erster Linie für Einsteiger gedacht sein, so könnte man das Preis/Leistungsverhältnis als “o.k.“ bezeichnen. Aber sind wir mal ehrlich: Einsteiger greifen in der Regel zu noch günstigeren “Best-Ofs“ . . . ! Hätte man sich jedoch bei Columbia/Sony an Aufmachung und Inhalt anderer vergleichbarer Veröffentlichungen (und von denen gibt es bereits seit Mitte der 80er Jahre genügend mit Vorbild-Charakter) orientiert - ich bin mir sicher, viele Anhänger Johnnys hätten - wie ich - für einen wirklich lohnenswerten Karriereüberblick mit mehr Outtakes aus den Aufnahme-Sessions von Jahrzehnten (!) gerne einige Taler mehr investiert.

    So bleibt “True To The Blues - The Johnny Winter Story“ bedauerlicherweise durchwachsen. Mehr war es den Machern offenbar nicht wert. Soll ich die Box empfehlen? Eingeschränkt . . . und auf eigene Gefahr, denn Johnny Winter hätte meiner Meinung nach etwas Besseres verdient. R.I.P., Johnny!
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    • Raisin' Cain: The Wild and Raucous Story of Johnny Winter Raisin' Cain: The Wild and Raucous Story of Johnny Winter (Buch)
    True To The Blues: The Johnny Winter Story

    True To The Blues: The Johnny Winter Story (CD)

    3 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern Inaktiver Stern
    17.02.2017
    Klang:
    4 von 5
    Musik:
    4 von 5

    JOHNNY WINTER HÄTTE BESSERES VERDIENT

    Eines ist klar wie Butter: Wer sowohl mit Johnny Winter als Musiker als auch mit seiner Musik nichts anfangen kann, dessen Kritik läuft ohnehin schnurstracks ins Leere. Für mich in meinen Anfangstagen als Gitarrist war Johnny hingegen mit eine der größten Einflüsse auf mein Spiel. Es versteht sich von daher, dass ich einen anderen Blickwinkel auf ihn und sein musikalisches Vermächtnis habe. Nichtsdestotrotz hinterlässt “True To The Blues“ bei mir leider einen zwiespältigen Eindruck.

    Bereits an anderer Stelle wurde die Frage gestellt, wem bzw. welcher Käuferschaft diese noch kurz vor Johnnys unerwartetem Tod veröffentlichte Box wohl zugedacht sein mag. Diese Frage würde ich gerne an Paul Nelson als Kurator dieser Werkschau stellen, da sich mir eine Antwort darauf ebenso wenig erschließt. Für Fans? Die dürften zumeist alle seine Platten schon in ihren Regalen stehen haben, und 2 bis dato unveröffentlichte Aufnahmen sind eindeutig zu wenig, um sich 4 CDs im Prinzip “nochmal“ zu kaufen. Damit wäre für Eingeweihte der musikalische Aspekt dieser Veröffentlichung bereits abgehandelt.

    Ich (als Fan) hab' mir das Teil (entgegen aller Vernunft) dennoch einverleibt. Warum? Zum Einen haben mich die 2 Raritäten tatsächlich gereizt, zumal es Aufnahmen von “Johnny Winter And“ sind, der seinerzeit recht merkwürdig anmutenden, jedoch mindestens ebenso effektiven Kombination von Johnny und den ehemaligen McCoys um Rick Derringer. Somit sind vom Auftritt der Band beim Atlanta International Pop Festival 1970 nun 3 Tracks auf CD in Umlauf. (Und wo bleibt der Rest davon?!) Ansonsten wurde im Großen und Ganzen schon auf die Essenz (1968-2011) aus dem OEuvre Johnny Winters geachtet. Allein eine ganze CD widmet sich erfreulicherweise Johnnys (aufgrund seiner Drogen-Probleme) kurzzeitiger Bluesrock-Formation “And“. Andererseits blieb beispielsweise “The Winter Of '88“ , eines seiner misslungensten Alben, zum Glück komplett außen vor.

    Der zweite Grund meines Kaufs lag in der Hoffnung auf eine hoffentlich opulente Aufmachung mit tollem und seltenem Bildmaterial und sachkundigen Linernotes über Johnnys gesamte Karriere. Und genau hier wird der Fan ein weiteres Mal enttäuscht. Das Erscheinungsbild des “Böxchens“ ist sehr bescheiden - um nicht zu sagen: ausgesprochen billig. Der größte Teil der Fotos ist monochrom, manches Bild würde ich sogar als überflüssig bezeichnen. Das Essay von Brad Tolinski, dem Chefredakteur des Magazins “Guitar World“, bleibt inhaltlich recht rudimentär, und mit der Chronologie nimmt es der Herr Tolinski auch nicht allzu genau. Als Begleittext für eine derartige Veröffentlichung ist so etwas schlicht minderwertig. Dafür hat man alleine 10 Seiten für mehr oder minder kompetente Zitate von ebenso mehr oder minder kompetenten Musikerkollegen verbraten. Auch oder gerade Einsteiger in die Causa “Winter“ wären stattdessen mit einer etwas ausführlicheren und weniger fehlerhaften Abhandlung über Johnnys Leben und Karriere weitaus sinnvoller und besser bedient gewesen.

    Nun könnte man argumentieren, dass der Preis für diese “Johnny Winter Story“ ja nun wirklich nicht exorbitant hoch ist. Nein, ist er beileibe nicht! Und sollte dieses Projekt in erster Linie für Einsteiger gedacht sein, so könnte man das Preis/Leistungsverhältnis als “o.k.“ bezeichnen. Aber sind wir mal ehrlich: Einsteiger greifen in der Regel zu noch günstigeren “Best-Ofs“ . . . ! Hätte man sich jedoch bei Columbia/Sony an Aufmachung und Inhalt anderer vergleichbarer Veröffentlichungen (und von denen gibt es bereits seit Mitte der 80er Jahre genügend mit Vorbild-Charakter) orientiert - ich bin mir sicher, viele Anhänger Johnnys hätten - wie ich - für einen wirklich lohnenswerten Karriereüberblick mit mehr Outtakes aus den Aufnahme-Sessions von Jahrzehnten (!) gerne einige Taler mehr investiert.

    So bleibt “True To The Blues - The Johnny Winter Story“ bedauerlicherweise durchwachsen. Mehr war es den Machern offenbar nicht wert. Soll ich die Box empfehlen? Eingeschränkt . . . und auf eigene Gefahr, denn Johnny Winter hätte meiner Meinung nach etwas Besseres verdient. R.I.P., Johnny!
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    The Fillmore East (Last 3 Nites) (CD)

    4 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern
    09.12.2016
    Klang:
    3 von 5
    Musik:
    4 von 5

    DER LETZTE WALZER IM FILLMORE EAST

    Kleine Korrektur vorweg - die hier vorliegenden Aufnahmen entstammen komplett einzig dem ALLERLETZTEN Abend im New Yorker Rocktempel am 27 Juni 1971, welcher vor ausnahmslos geladenen Gästen stattfand und live von zwei lokalen Radiostationen übertragen wurde. Die Schließung des Fillmore West in San Francisco in der darauffolgenden Woche wurde auch auf Film festgehalten (s. DVD “Fillmore - The Last Days“). Immerhin können wir uns glücklich schätzen, dass das letzte Hurrah im Fillmore East wenigstens audiotechnisch überliefert ist.

    Nicht alles in dieser 4-CD-Box war für den Fillmore-Fan bisher ungehört. Davon abgesehen, dass alle Aufnahmen schon länger in eingeweihten Kreisen kursierten, ist beispielsweise das komplette Konzert der Allman Brothers schon zweimal offiziell (zumal in superber Soundqualität) veröffentlicht worden. Auch Teile des Mountain-Auftritts waren bereits auf dem 71er Album “Flowers Of Evil“ (ebenfalls in ausgewogenerem Sound / Mix) erschienen. Dem muss man entnehmen, dass der Abend (vom simultanen Stereo-Broadcast abgesehen) auch auf Multitrack-Tapes aufgenommen worden sein muss. Die standen jedoch für diese Veröffentlichung logischerweise nicht zur Verfügung.

    Albert King machte den Anfang. Der Mann, der irgendwie immer ein wenig im Schatten der anderen beiden “Kings“ (B.B. und Freddie) stand, lieferte zwar einen soliden Gig ab, hat mir aber bei seinem Auftritt im TV-Special “Welcome To Fillmore East“ vom September 1970 doch besser gefallen (da hatte er definitiv mehr Feuer in seinem Spiel).

    Danach kommt mit der J. Geils Band bereits ein erstes Highlight des Abends. Wie die die Bühne abfackelten, ist schon beeindruckend! Auch merkt man, dass die Band zu der Zeit bei manchen Nummern bis zu ihrem Erscheinen auf “Full House“ noch am Feinschliff arbeitete, was das Ganze rauer (und für mich persönlich reizvoll) macht. Ein toller Set!

    Edgar Winter's White Trash kamen auch noch ähnlich "rudimentär" (wenn man so will) über die Rampe. Deren Pustefix-Abteilung war leider nicht allzu perfekt abgestimmt. Auch übertrieb es Edgar W. mit seiner Vokalakrobatik mitunter, welche darob auch so manches Mal ein wenig in die Hose ging. Aber der heimliche Gesangsstar hieß nun mal Jerry LaCroix, und der packte den Saal und stellte ihm buchstäblich die Luft ab. Dazu kam noch das elektrisiernde Gitarrenspiel von Neuzugang Rick Derringer. Alles in allem trotz kleiner Schwächen (auch was den Mix angeht) eine schweißtreibende Soul-Blues-Gospel-Rock-Show der ersten Kajütte, welche im darauffolgenden Jahr auf dem Live-Doppelalbum “Roadwork“ zur Perfektion gereift sein sollte!

    Mountain hingegen wurden an diesem Abend auf dem absoluten Zenit ihrer Kraft festgehalten. Nicht ohne Grund findet sich (wie erwähnt) eine knappe halbe Stunde ihrer Darbietung unter dem Gesamttitel “Dream Sequence“ auf “Flowers Of Evil“. (Die dort zu findende Version von “Mississippi Queen“ stammt allerdings nicht von diesem Abend.) Mein Lieblingssatz eines Kritikers zu Leslie West: “Seine Gitarre klingt so, wie er auch aussieht - fett und speckig.“ Besser kann man seinen einzigartigen und unerreichten Sound beileibe nicht beschreiben. Und den zelebriert er hier in Reinkultur. Ganz großes Bluesrock-Kino!

    Mit den Beach Boys fiel danach das Niveau leider ziemlich ab. Eine recht unglückliche Auftritts-Reihenfolge. Aber nachdem die kalifornischen Strandjungs versucht hatten, sich zum Headliner des Abends aufzuspielen und dementsprechend von Bill Graham zurechtgestutzt wurden (“Entweder Ihr spielt jetzt oder Ihr könnt nach Hause fahren“), war der Auftritt dann auch dementsprechend. Auch Country Joe McDonald wäre eher zu Beginn des Abends besser aufgehoben gewesen. So kam er zu diesem Zeitpunkt eher etwas unter die Räder.

    Die Allman Brothers hatten dann zurecht die Ehre, den “letzten Walzer“ im Fillmore East standesgemäß zu beenden. Hierzu findet man an anderer Stelle ausführlichere Würdigungen.

    Im beiliegenden Booklet kann man in drei verschiedenen Statements von Bill Graham nochmals seine umstrittenen Ansichten und Begründungen zu den Schließungen seiner beiden Fillmores nachlesen. Wie schon angeklungen, ist der Sound der 4 CDs nicht makellos. Aber es ist auch nicht so, dass ich sagen müsste, es sei unanhörbar. High-End-Enthusiasten würde ich zwar eher zu Vorsicht raten, aber das historische Ereignis an und für sich sowie der musikalische Inhalt rechtfertigen das Ganze allemal. Ich habe mir jedenfalls diesen 27. Juni 1971 im Fillmore East (und damit leider auch das Ende einer bedeutenden rockmusikalischen Ära) mit großem Vergnügen 'reingezogen.
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