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    meiernberg Top 10 Rezensent

    Aktiv seit: 30. August 2010
    "Hilfreich"-Bewertungen: 14552
    974 Rezensionen
    Sämtliche Orchesterwerke Sämtliche Orchesterwerke (CD)
    27.03.2022
    Booklet:
    3 von 5
    Gesamteindruck:
    4 von 5
    Klang:
    5 von 5
    Künstlerische Qualität:
    5 von 5
    Repertoirewert:
    5 von 5

    Das Booklet ist zu bemängeln

    Ganz klar. Es ist super, dass endlich mal eine GA des Orchesterwerks von Franck erscheint. Pünktlich zum Jubiläum. Die 4-CD-Box ist auch nett aufgemacht und enthält auch viele Infos im Booklet. Nur: Die kann man wohl nur mit der Lupe lesen. Warum ist die Schrift so klein? Warum sind auf den vier Papphüllen die Tracknummern der Stücke nicht verzeichnet und warum gibt es keine Informationen zum Orchester und den Dirigenten? Ein dreisprachiger Text wäre auch wünschenswert gewesen. Deutsch fehlt. Dabei handelt es sich wirklich um ansprechende Aufnahmen, in denen sich die Interpreten hörbar für ihren Landsmann engagieren. Da hätte man auch bei der Booklet-Gestaltung mehr an die Zuhörer (Kunden) denken sollen.
    Sämtliche Streichquartette Sämtliche Streichquartette (CD)
    15.03.2022
    Booklet:
    5 von 5
    Gesamteindruck:
    5 von 5
    Klang:
    5 von 5
    Künstlerische Qualität:
    5 von 5
    Repertoirewert:
    5 von 5

    Endlich alle zusammen

    Der eigentliche Wert dieser Edition ist ihre Geschlossenheit, nachdem einige Folgen längere Zeit nicht lieferbar waren. Nun bekommt der Kammermusikfreund alle (veröffentlichten) Streichquartette - ganze acht an der Zahl - in einer handlichen 4-CD-Box präsentiert. Und da heißt es zugreifen, denn den Quartettfreund erwarten schöne Stücke. Moliques Quartette sind wohl keine innovativen musikalischen Ereignisse. Das waren sie auch schon zur Zeit ihrer Entstehung nicht. Der sehr ausführliche und informative Kommentar Wolfgang Binals im Booklet gibt Aufschluss: Molique konnte sich - trotz Spohr-Lehrjahre - nicht so recht für die musikalische Romantik entscheiden. Blieb stecken in Anfängen und Ansätzen, ohne altmodisch zu wirken. Seine Musik bewegte sich eben (fast) ausschließlich auf klassischen Fundamenten. Das schmälert nicht die Qualität seiner Kompositionen, sondern kennzeichnet Stil und Charakter seiner Quartette. Alle acht in dieser Box eingespielten Stücke sind edel, sehr melodiös und meisterhaft gesetzt. Alle um eine halbe Stunde lang. Ausnahme das kürzere Opus 44 und das über 40-minütige Werk op.17. Die Stücke wurden zwischen 2003 und 2009 aufgenommen und haben sicherlich auch zum Erfolg des großartigen Mannheimer Streichquartetts beigetragen. Die absolvieren ihre Aufgaben nämlich großartig. Eine tolle Box, die jeder Freund der Streichquartett-Musik haben sollte.
    12 Madrigalische Trostgesänge 12 Madrigalische Trostgesänge (CD)
    12.03.2022
    Booklet:
    5 von 5
    Gesamteindruck:
    5 von 5
    Klang:
    5 von 5
    Künstlerische Qualität:
    5 von 5
    Repertoirewert:
    5 von 5

    Trostmusik zur rechten Zeit

    Diese CD kann man nur dankbar in Empfang nehmen. In einer Zeit, die alles andere ist, nur nicht friedlich und gerecht, kann sie Zuversicht und Hoffnung schenken. Das liegt auch an Briegels Kompositionskunst. Er versteht es, die Texte seiner 12 Trostgesänge nicht durch kunstvolle Verschränkungen der Einzelstimmen "zuzudecken", sondern bleibt bei aller polyphonen Gestaltung der Stimmen doch so schlicht, dass der erstaunte und bewegte Hörer durch den Text mitgenommen wird. Natürlich hat da das Ensemble Polyharmonique seine Verdienste. Was diese sechs Damen und Herren in Begleitung kundiger Basso Continuo-Instrumentalisten leisten, ist stimmlich und gestalterisch großartig. Zudem hat sich das Ensemble darüber Gedanken gemacht, wie die Gesänge optimal präsentiert werden können. Wie es auf dieser CD zur Abfolge und "Unterbrechung" durch acht kleine Orgelfugen gekommen ist, lässt sich im vorzüglichen Booklet nachlesen. Schmuckstückchen sind auch diese kleinen Orgelfugen, die Kurt Eichhorn auf einer wunderbaren Ehrlich-Orgel beisteuert. Das sind kurze Stücke, allesamt nicht länger als zwei Minuten, die es aber "in sich" haben. Fazit: Diese CD erscheint zu einer Zeit, als Krieg in der Ukraine herrscht und sendet gleichsam ein Zeichen für Frieden, Trost und Hoffnung in schlimmer Zeit aus. Bewegend!
    Klavierquintett "Wolga-Quintett" Klavierquintett "Wolga-Quintett" (CD)
    10.03.2022
    Booklet:
    5 von 5
    Gesamteindruck:
    5 von 5
    Klang:
    5 von 5
    Künstlerische Qualität:
    5 von 5
    Repertoirewert:
    5 von 5

    Poetisch inspririert...

    ...und von eigentümlichem Reiz. Die Maria Bach war nicht nur an Musik, sondern auch an Literatur und Kunst höchst interessiert. Zeitlebens der Tonalität verpflichtet verströmt ihre Musik doch einen eigentümlichen Reiz, den man kaum beschreiben, wohl nur hören kann. Ihre Tonalität ist eigentümlich "modern altmodisch". Vielleicht kann solche Musik nur jemand schaffen, der wie Maria Bach umfassend künstlerisch begabt und interessiert war. Somit war es Zeit, diese Komponistin wieder ins Bewusstsein zu holen und cpo und den hervorragenden Interpreten für die Pioniertat zu danken. Mir war der Name der Maria Bach gänzlich unbekannt. Aber wenn ich mir nur die ersten Minuten des Wolga-Quintetts anhöre (was ich jedem Neugierigen zum "Test" empfehle), so wird mir klar, was ich bislang verpasste. Ein reich bebildertes Booklet gibt gut Auskunft über Werke und Interpreten. Eine schöne neue CD. Kompliment an alle Beteiligten!
    Jason oder die Eroberung des Goldenen Vließes Jason oder die Eroberung des Goldenen Vließes (CD)
    10.03.2022
    Booklet:
    5 von 5
    Gesamteindruck:
    5 von 5
    Klang:
    5 von 5
    Künstlerische Qualität:
    5 von 5
    Repertoirewert:
    5 von 5

    Ein neuer Schürmann - leider wieder gekürzt

    Das verstehe ich nicht und wäre doch auch gar nicht nötig gewesen: Warum bringt cpo eine deutlich gekürzte Fassung dieser bedeutenden Schürmann-Oper auf den Markt? Schon die Vorgängerin "Die getreue Alceste" wurde gekürzt. Mich wundert auch, dass solche Profis wie die Hochmann und das Hamburger barockwerk diese (unnötigen) Striche mitmachen. Dabei ist es doch (ein sehr begrüßenswerter) Trend, Werke nunmehr in Originalfassungen zu präsentieren. Doch wie auch immer: Produzenten und Interpreten werden ihre Gründe gehabt haben. Gar in der Gefahr, dass eine Gesamtfassung zu Langeweile und Langatmigkeit führen könnte? Leider kann der Hörer das an dieser wieder ausgezeichneten Aufnahme nicht beurteilen. Was zu hören ist, ist jedenfalls erste Liga. Vielleicht nicht, was jede der 54 Stücke betrifft, aber die Interpretation. Die ist - wie schon bei der "Alceste" - kaum zu überbieten. Da wird sängerisch und instrumental auf höchstem Niveau musiziert, das es eine reine Freude ist.
    Die Aufnahmetechnik und die Qualität des Booklets (75 Seite mit zweisprachigem Libretto) sind ebenfalls gelungen. Bleibt nur ein Wunsch offen: Bitte keinen gekürzten Schürmann mehr!
    Meine Produktempfehlungen
    • Die getreue Alceste Die getreue Alceste (CD)
    Sämtliche geistliche Werke Vol.7 Sämtliche geistliche Werke Vol.7 (CD)
    10.03.2022
    Booklet:
    4 von 5
    Gesamteindruck:
    5 von 5
    Klang:
    5 von 5
    Künstlerische Qualität:
    5 von 5
    Repertoirewert:
    5 von 5

    Auf der Zielgeraden

    Während die Sinfonien-Zyklen (Berg, Glass, Mayer, Potter, David u.a.) bei cpo ins Stocken geraten sind (wann geht es da mal endlich weiter?), machen die Reihen barocker Werke zügig Fortschritte. Bei dem geistlichen Werks des Bach-Vorgängers Kuhnau erschien seit 2014 jedes Jahr eine neue Folge und ist nun bei Vol.7 angekommen. Kurz vor dem Ziel, auf der Zielgeraden, denn mit Vol.8 ist die Reihe komplett. Die 7.Folge reiht sich nahtlos in das Meyer'sche Konzept der sechs Vorgänger-Editionen ein: große Spielfreude in historisch informierter Spielweise bei höchster Transparenz. Zur solistischen Chorbesetzung wurde in den Rezensionen der vorangegangenen Folgen genug gesagt. Auch hier zeigt sich: Die hohe Transparenz geht zu Lasten einer chorischen Klangwirkung. Ob Kuhnau (und viele andere Barockkomponisten) es wirklich bevorzugt hätten, ihre Chorkompositionen solistisch zu besetzten? Mit den heutigen spiel- und gesangstechnischen Möglichkeiten wäre das nicht mehr nötig. Für eine CD-Aufnahme schon gar nicht. Und doch ist Meyers Ensemble Opella Musica genau die richtige Formation, um Geschmack an dieser Interpretationsweise zu bekommen. Da wird - auch in Einheit mit der camerata lipensiensis - stil- und werkgerecht, höchst lebendig und tranparent musiziert. Besser kann man es kaum machen, wenn, ja wenn man sich wie Gregor Meyer diesem Konzept verschrieben hat. Die auf dieser mit fast 75 Minuten Spielzeit gut gefüllten CD aufgenommenen fünf Kantaten sind wieder ein schönes Beispiel vorbach'scher Kantatenkunst. Die fünf- bis neuteiligen Stücke bieten Solisten, Intrumentalisten und Choristen reichlich Gelegenheit, musikalisch zu glänzen, wobei die Kantate "Wie schön leuchtet der Morgenstern" sicher - wie in der Produktinfo genannt - das Glanzstück dieser neuen CD bildet, die wiederum in allen Teilen empfohlen werden kann. Etwas muss trotzdem erwähnt werden: Die Track-Nummern auf der Coverrückseite stimmen nicht. Folgt man den Nummern, so starten drei (!!) Kantaten mit den jeweils zweiten Stücken. Im Booklet hingegen stimmen die Angaben. Diese kleine redaktionelle Schludrigkeit schmälert den musikalischen Wert der CD jedoch keineswegs.
    Pimpinone Pimpinone (CD)
    10.03.2022
    Gesamteindruck:
    5 von 5
    Klang:
    5 von 5
    Künstlerische Qualität:
    5 von 5
    Repertoirewert:
    5 von 5

    Telemanns "Szenen einer Ehe"

    So komisch, wie im Werktitel vermerkt, sind diese drei Intermezzi gar nicht. Immerhin streitet da ein Paar über elementare Dinge, Fragen und Probleme des Alltags, die auch heute aktuell sind. Natürlich macht Telemann aus dem Praetorius-Libretto kleinteilige musikalische Schätze in Form von Arien und Rezitativen. 25 an der Zahl. Das Glück dieser Aufnahme ist es, mit der Berliner Akademie für Alte Musik eine der renommiertesten Ensembles gewonnen zu haben, die man kriegen kann. Die beiden mir bis dato unbekannten Protagonisten stehen dem nicht nach. Sopranistin Marie-Sophie Pollak und Bariton Dominik Köninger mimen großartig Vespetta und Pimpinone, stimmlich und in der musikalischen Gestaltung. Über allem wacht Leiter Georg Kallweit und macht diese in allen Teilen ausgezeichnete Einspielung zu einer Reverenzaufnahme. Sehr zu empfehlen und eine wertvolle Ergänzung des ohnehin schon üppigen Telemann-Katalogs bei cpo.
    Flötenkonzerte Nr.5 e-moll op.19; Nr.7 d-moll op.22; Nr.8 F-Dur op.24 Flötenkonzerte Nr.5 e-moll op.19; Nr.7 d-moll op.22; Nr.8 F-Dur op.24 (CD)
    05.02.2022
    Booklet:
    5 von 5
    Gesamteindruck:
    4 von 5
    Klang:
    4 von 5
    Künstlerische Qualität:
    5 von 5
    Repertoirewert:
    4 von 5

    Nette Konzerte in glänzender Interpretation

    August Eberhard Müller? Wer ist das denn? Das Booklet gibt über den zu seiner Zeit durchaus bedeutenden Musiker gut Auskunft. Doch ihn traf das Schicksal so vieler anderer Musiker-Personen: Er verschwand in der Versenkung. Mit der vorliegenden neuen CD hat cpo das nun geändert und legt drei seiner elf Flötenkonzerte vor. Nun darf man an die Konzerte keine falschen Hoffnungen hegen: Das sind schöne Konzerte der nachbarocken Zeit, die den Hörer aber wohl doch nicht vom Hocker reißen. Jedenfalls mich nicht. Anders mit der Interpretation: Da spielt eine wahre Meisterin ihres Faches und die nachzulesenden Lobenshymnen auf Tatjana Ruhland sind nicht übertrieben. Toll! Ebenbürtig die Begleitung: Dirigent Handschuh hält das Kammerorchester aus Pforzheim zu delikatem Spiel an. Da wird sensibel und schwungvoll musiziert und dem Soloinstrument jederzeit der Vortritt gelassen. Alles sehr schön! Nicht ganz so gefällt mir die Aufnahmetechnik. Die hätte etwas mehr Wärme, Weite und Raum haben sollen. Aber das ist eben auch "Hörgeschmacksache".
    Sämtliche Orgelwerke Sämtliche Orgelwerke (SACD)
    03.02.2022
    Booklet:
    5 von 5
    Gesamteindruck:
    5 von 5
    Klang:
    5 von 5
    Künstlerische Qualität:
    5 von 5
    Repertoirewert:
    5 von 5

    Grandios seltene Orgelsinfonik aus Frankreich

    Dass Friedhelm Flamme mittlerweile zur ersten Garde der Organisten gehört, wird wohl niemand ernsthaft bestreiten wollen. Wer es dennoch tut, sollte sich nun diese neue cpo-Publikation mit den Orgelwerken des Auguste Fauchard anhören. Spätestens dann wird er mir zustimmen müssen. Dabei ist Flamme nicht nur ein ausgezeichneter Organist, sondern macht sich auch für „Verschollene“ des Orgelrepertoires stark. Hier ist es der Franzose Auguste Fauchard, der, aus welchen Gründen auch immer, hinter den Großen der französischen Orgelsinfonik Widor und Vierne verschwunden war. Auch Alexandre Guilmant ist da ein (nicht ganz so) Versprengter, dem sich mehr zu widmen lohnt (ein Tipp für Friedhelm Flamme!). Dabei ist die Beschäftigung Flammes mit Fauchard nicht neu. Schon 2002 spielte er auf dem Label IFO dessen 2.Orgelsinfonie und weitere Stücke auf einer französischen Orgel ein. Jetzt folgt die Gesamtaufnahme der vier Werkgattungen plus weiterer Orgelwerke Fauchards auf 3 CDs in einer hervorragend im Booklet dokumentierten Produktion. Nun darf man vielleicht doch nicht ganz den „noch freundlichen“ romantischen Orgelklang eines Vierne erwarten, dessen Schüler Fauchard ja war. Auch Fauchard ist dem noch-romantischen Klangideal der französischen Orgelsinfonik verpflichtet, wagt aber doch vermehrt kühne Harmonien, Dissonanzen und Brüche. Trotz dieser Fortschritte (vielleicht reichten sie nicht aus) und wegen seiner stark katholisch-liturgischen Bezüge brach seine Musik aus der Zeit und verschwand. Hört man hinein, vernimmt man höchst originelle, kraftvolle, alle Möglichkeiten der Orgel ausnutzende und mit höchsten Schwierigkeiten gespickte Musik. Als Beispiel wähle man auf CD 2 den Track 8 an, das Finale aus „Le Mystere de Noel“. Während da die Füße auf dem Pedal einen ruhigeren Weg gehen dürfen, müssen die Finger virtuos über das Manual fliegen. Nur ein Beispiel, das zeigen kann, welche Anforderungen an den Organisten (und auch die Hörer) Fauchard stellt. Flamme meistert sie großartig. Die Schuke-Orgel aus der Detmolder Heilig-Kreuz-Kirche ist genau die richtige Wahl und das SACD-Verfahren bewährt sich auch hier. Eine tolle Produktion!
    Klaviertrio op.24 Klaviertrio op.24 (CD)
    03.02.2022
    Booklet:
    5 von 5
    Gesamteindruck:
    5 von 5
    Klang:
    4 von 5
    Künstlerische Qualität:
    5 von 5
    Repertoirewert:
    5 von 5

    Kluge Werkzusammenstellung für Kenner

    Keine Frage: Da haben sich vier MusikerInnen zusammengefunden und ein kluges und intelligentes
    Werkprogramm für diese cpo-CD zusammmengestellt. Shostakovich und Weinberg, jeweils mit einem Lieder-Zyklus und einem Trio. Das passt! Ohnehin bringt man diese beiden Komponisten viel zu selten zusammen, wo sie doch soviel Gemeinsamkeit haben. Diese Gemeinsamkeiten und auch die deutlichen Unterschiede arbeiten die Interpreten auf dieser CD deutlich heraus. Für meinen musikalischen Geschmack gebe ich zu: Der Zugang zu den Lieder-Zyklen beider Komponisten fällt mir schwer. Zu unüberwindlich ist für mich die Sprachbarriere. Hinzu kommt dann noch die doch zeitweise recht sperrige Musik. Bei den beiden Trios fällt dieses Sprachhindernis ja weg und doch muss man sich auch in die expressionistische, teils sehr herbe Kammermusiksprache der beiden Komponisten einhören. Also nichts für die Kaffeestunde! Interpretiert werden diese stellenweise sehr schwierigen Stücke hervorragend. Sopranistin Kateryna Kasper beherrscht das Russische (und ihre Stimme!) und ist somit die geeignete Solistin und das Trio Vivente agiert souverän und virtuos. Alles in allem eine gelungene CD für Freunde des „Rand-Repertoires“ und ausgefallener Stücke.
    Toccaten für Cembalo "L'estro intelligente" Toccaten für Cembalo "L'estro intelligente" (CD)
    03.02.2022
    Booklet:
    5 von 5
    Gesamteindruck:
    5 von 5
    Klang:
    5 von 5
    Künstlerische Qualität:
    5 von 5
    Repertoirewert:
    5 von 5

    Mal keine Sonaten...

    Und das ist gut. Verbindet man den Namen Scarlatti doch zu sehr mit der Menge seiner Sonaten, die ja auch reichlich mit Cembalo oder Klavier auf CD vorliegen. Cembalist Marcello Di Lisa tritt dieser einseitigen Betrachtungsweise des Werkes Scarlattis nun mit dieser neuen cpo-CD entgegen. In einem sehr interessanten und ausführlichen Booklet-Aufsatz begründet Di Lisa seine Auswahl von Toccaten mit Scarlattis Meisterschaft im Kontrapunkt, die ihn neben seinen anderen Qualitäten als großen Meister ausmacht. Den Kontrapunkt als "Kern seiner Persönlichkeit", den kann man nun hörend bewundern. Zehn Toccaten finden sich auf der CD, ergänzt durch vier kurze "Lückenfüller". Vielleicht sollte man nicht die ganze CD "im Stück" hören, sondern sich den Titeln nach und nach widmen. So umgeht man doch die relative Gleichförmigkeit einer ganzen Cembalo-Stunde. Di Lisa spielt ausgezeichnet, ist also nicht nur ein guter Kommentator, sonderrn auch Interpret in Sachen Scarlatti. Eine sehr erfreuliche Bereicherung der Scarlatti-Diskografie.
    Sämtliche Sonaten für Violine & Klavier Sämtliche Sonaten für Violine & Klavier (CD)
    03.02.2022
    Gesamteindruck:
    5 von 5
    Klang:
    5 von 5
    Künstlerische Qualität:
    5 von 5

    Schubert auf historischen Instrumenten

    Das ist schon eine gute Idee: Entsprechend dem kompositorischen Fortschritt Schuberts werden die entsprechenden Tasteninstrumente gewählt (natürlich Hammerflügel) und Lena Neudauer spielt auf einer darmbespannten Guadagnini-Geige. Natürlich entsteht dann auch ein entsprechender Klang: feiner, intimer, aber auch lebendig und facettenreich. Nur die "große romantische Geste" fehlt. Und man vermisst sie nicht. Mir ist keine Vergleichseinspielung bekannt, die es - besonders hinsichtlich des Klanges - mit dieser neuen cpo-Produktion aufnehmen könnte. Mit "Klang" ist da gar nicht die Aufnahmequalität gemeint. Die ist auch sehr gelungen. Nein. Mit dem besonderen Klang ist das Zusammenspiel auf historischen Instrumenten gemeint. Und das beherrschen Lena Neudauer und Wolfgang Brunner meisterhaft. So werden kompositorische Strukturen, die sich in den späteren Sonaten künstlerisch verkomplizieren, wunderbar offen gelegt. Musik quasi "zum Mitschreiben". Auch das Booklet ist prima. Deshalb eine Empfehlung an alle Schubert- und Kammermusikfreunde und solche, die es noch werden wollen.
    Ein Kommentar
    sonate00
    24.07.2022

    Vergleichseinspielung

    Ich empfehle hier die Aufnahme mit Anton Steck bei MDG, ebenfalls auf historischem Instrumentarium, die für mich immer noch Referenz ist. Im Gegensatz
    zu Anton Steck ist Lena Neubauer ursprünglich nicht in der Alte-Musik-Szene beheimatet. Leider scheint diese Doppel-CD bereits vergriffen zu sein.
    Violinkonzert Violinkonzert (CD)
    14.12.2021
    Booklet:
    5 von 5
    Gesamteindruck:
    5 von 5
    Klang:
    5 von 5
    Künstlerische Qualität:
    5 von 5
    Repertoirewert:
    5 von 5

    Dritte Enescu-Großtat Ruzickas

    Diese Enescu-CD ist wieder der Hammer! Nach den sensationellen Veröffentlichungen der 4. und 5.Sinfonie durch den Dirigenten Peter Ruzicka folgt nun das Violinkonzert und die Klavier-Phantasie. Und wie bei den beiden Sinfonien handelt es sich wieder um Werke aus Enescus Nachlass, unvollendet und nie publiziert. Das Finale des Violinkonzerts nahm Enescu nie in Angriff. Doch auch zweisätzig dauert das Violinkonzert über 30 Minuten. Besonders eidrucksvoll ist die lange orchestrale Einleitung zum 1.Satz, wo sich die ohnehin glänzend aufgelegte Radiophilharmonie bestens bewähren kann. Auch Solistin Carolin Widmann meistert den Solopart dieses wunderbar romantischen Konzerts mit Bravour. Gleiches gilt für Pianistin Luiza Borac und ihre Mitstreiter für die Fantasie für Klavier und Orchester, ein gut 20-minütiges Paradestück. Das vorzügliche Booklet gibt reichlich Auskunft über Werke und Interpreten. Die Klangtechnik ist super gelungen. Lediglich die knappe Spielzeit (53 Min.) ist zu bemängeln. Da hätte gut und gerne noch eine Enescu-Rarität draufgepasst. Bleibt zu hoffen, dass sich Ruzicka nicht nur bei den Randbereichen von Enescus Werk aufhält, sondern sich auch seinen Jugendsinfonien und grandiosen späteren drei Sinfonien widmet.
    Meine Produktempfehlungen
    • Symphonie Nr.4 e-moll Symphonie Nr.4 e-moll (CD)
    • Symphonie Nr.5 für Tenor, Frauenchor & Orchester Symphonie Nr.5 für Tenor, Frauenchor & Orchester (CD)
    Marianische Musik aus Spanien Marianische Musik aus Spanien (CD)
    10.12.2021
    Booklet:
    5 von 5
    Gesamteindruck:
    4 von 5
    Klang:
    5 von 5
    Künstlerische Qualität:
    4 von 5
    Repertoirewert:
    4 von 5

    Seltene Renaissance aus Spanien

    Gerade in der Renaissance-Zeit war die Marienverehrung groß, besonders auf der iberischen Halbinsel. Das vierköpfige Vocalensemble "Penalosa" hat sich deshalb dort auf die Suche begeben, wo ihr Namensgeber verheimatet ist: nach Spanien. Dort hat das Ensemble acht Motetten des Francisco de Penalosa ausgegraben, durch zwei Motetten und eine sechs-teilige Missa des späteren Tomas Luis de Victoria ergänzt und auf dieser CD veröffentlicht. Nun ist das Angebot von Renaissance-Musik groß, gerade auch auf dem cpo-Label, sodass sich diese Stücke und die Interpreten großer "Konkurrenz" stellen müssen. Und dieser Vergleich macht doch deutlich, warum beide Komponisten über einen lokalen Bekanntheitsgrad nicht hinaus kamen. Sie "zündet" einfach nicht. Die Musik ist zu gleichförmig und das Ensemble hat leider nicht das Format, daraus musikalische Leckerbissen zu zaubern. Das soll keine Kritik am Ensemble sein. Die Musik gibt einfach nicht mehr her. Vielleicht hätte man durch den Einsatz von Instrumenten und einer größeren Chorbesetzung die Musik etwas "aufpeppen" können. Doch letztlich ist das auch musikalische Geschmacksache. Die Tontechnik hätte für diese spezielle Musik etwas mehr Hall vertragen. Das Booklet ist wieder von bester Qualität. Eine CD für Fans!
    Kantaten - Französischer Jahrgang 1714/1715 Vol.1 Kantaten - Französischer Jahrgang 1714/1715 Vol.1 (CD)
    10.12.2021
    Booklet:
    5 von 5
    Gesamteindruck:
    5 von 5
    Klang:
    5 von 5
    Künstlerische Qualität:
    5 von 5
    Repertoirewert:
    5 von 5

    Unendliche Vielfalt

    Da wird ein neues Telemann-Projekt mit 72 Kantaten eines kompletten Jahrgangs aus der schier unerschöpflichen Quelle Telemann gestartet und Vol.1 präsentiert uns auf zwei CDs neun Kantaten des sog. "Französischen Jahrgangs" aus seiner Frankfurter Zeit. Das ausgezeichnete 67-seitige Booklet begründet auch die Bezeichnung "französisch" mit landestypischen Merkmalen, etwa den Zitaten aus französichen Tänzen der Suite oder Gesangsmerkmale. So recht deutlich kann ich die Merkmale nicht heraushören, höre vielmehr Stilmerkmale, die sich IN mehreren europäischen Ländern wiederfinden lassen. Wie dem auch sei. Mit diesem Projekt fügt cpo ihrem ohnehin schon umfangreichen Telemann-Katalog ein weiteres Highlight hinzu. Und keine Schätze sind das. Immer zwischen 10 und 16 Minuten lang bestechen die Kompositionen durch Einfallsreichtum UND Genialität. Die Besetzungen sind alle ziemlich ähnlich: zu einem 4-, bzw. 8-stimmingen Chor und obligatorischen Solisten gesellt sich ein durch Holzblasinstrumente ergänztes Streicherensemble. Für die Kunst Telemanns reicht das, um die jeweiligen Text musikalisch zu deuten. Interessant wird die Box noch dadurch, dass Interpreten am Werke sind, die mir bis dato unbekannt waren. Felix Koch steuert sein barockerfahrenes Ensemble stilsicher durch die einzelnen Kantatenteile. Da wird nichts übertrieben oder vernachlässigt. Alles sehr gekonnt. Lediglich die Continuobesetzungen hätten etwas variabler ausfallen können. Fazit: Ein weiterer Meilenstein aus der unendlichen Vielfalt von Telemanns Schaffen.
    Systematische Anleitung zum Fantasieren op.200 Systematische Anleitung zum Fantasieren op.200 (CD)
    09.12.2021
    Booklet:
    5 von 5
    Gesamteindruck:
    5 von 5
    Klang:
    5 von 5
    Künstlerische Qualität:
    5 von 5
    Repertoirewert:
    5 von 5

    Ein Czerny für Pianisten und Klavier-Enthusiasten

    Ich gebe zu, dass ich diese neue DoCD von cpo zwar aufmerksam gehört habe. Ganz schlau bin ich jedoch nicht daraus geworden. Sicher ist mir Czerny als großer Klavierpädagoge schon seit meinen Klavierstundenzeiten ein Begriff. Und doch sind mir diese "Anleitungen zum Fantasieren" fremd geblieben. Das mag am Begriff "Fantasieren" liegen. Noch heute fantasiere ich gerne am Klavier, so frei nach Schnauze, was mir gerade einfällt. Czerny hat da einen andere Begriffsvorstellung. Sein Fantasieren ist nicht "frei", sondern formgebunden. In 51(!!) fast ausschließlich sehr kurzen Kompositionen führt er uns die Vielfalt dessen vor, was der Fantasie an Form und Melodie einfallen kann. Für einen wissbegierigen Pianisten mag das eine tolle Sache sein. Die Stücke sind z.T. virtuos und sehr einprägsam. Der Nicht-Pianist muss sich jedoch anstrengen, um die gut 83 Minuten Klavierformalien durchzuhalten. Um das zu schaffen, ist das Booklet eine große Hilfe - wenn man wegen der sehr kleinen Schrift nicht Mühe hat. Da diese Publikation Kolja Lessings dritter Czerny-Streich ist, darf man sich der Qualität der Interpretation sicher ein.
    Baroque Christmas Cantatas from Central Germany II - "Ehre sei Gott in der Höhe" Baroque Christmas Cantatas from Central Germany II - "Ehre sei Gott in der Höhe" (CD)
    09.12.2021
    Booklet:
    5 von 5
    Gesamteindruck:
    5 von 5
    Klang:
    5 von 5
    Künstlerische Qualität:
    5 von 5
    Repertoirewert:
    5 von 5

    Erneute musikalische Weihnachtsgrüße aus Grimma

    Die 1.Folge der barocken Weihnachtskantaten war ja schon ein schönes Präsent zum Fest. Folge 2 knüpft nun nahtlos an die Vorgängerin an. Wieder sind es sechs Kantaten aus der Sammlung St.Augustin in Grimma. Wieder sind Namen wie Schelle, Erlebach und Liebe (mit zwei Kantaten) dabei und zwei neue Namen tauchen auf. Der wohl bekannte Johann Rosenmüller und eine besonders schönen Beitrag von Gottfried Vogel. Und wieder sind es die Interpreten, die auch schon in der 1.Folge so sehr überzeugen konnten: Das Sächsische Vokalensemble und die Batzdorfer Hofkapelle unter Matthias Jung samt Gesangssolistinnen und -solisten bringen weihnachtlichen Glanz nach Hause und entsprechen mit Pauken und Trompeten dem Motto der CD: "Ehre sei Gott in der Höhe". Es ist einfach eine Freude, den kurzen Kantaten und dem Wechselspiel zwischen Instrumenten, Solostimmen und Chor zuzuhören. Besonders dann, wenn die Interpretationen so gelungen sind. Das Booklet ist hervorragend und zwei redaktionelle Missgeschicke werden schnell korrigiert. Alles in allem ein schönes Weihnachtsgeschenk.
    Meine Produktempfehlungen
    • Baroque Christmas Cantatas from Central Germany I - "Machet die Tore weit" Baroque Christmas Cantatas from Central Germany I - "Machet die Tore weit" (CD)
    Staatskapelle Berlin - Legendary Eterna Recordings Staatskapelle Berlin - Legendary Eterna Recordings (CD)
    29.11.2021
    Booklet:
    1 von 5
    Gesamteindruck:
    2 von 5
    Klang:
    4 von 5
    Künstlerische Qualität:
    5 von 5
    Repertoirewert:
    4 von 5

    Tolle Aufnahmen, miserabel präsentiert

    Wer hat da nur seine Finger im Spiel gehabt, bzw. weggelassen? Da werden tolle Aufnahmen in einer durchaus ansprechenden Aufmachung derart miserabel präsentiert, dass einem die Sprache wegbleibt.
    Also, was fehlt: Keine Angaben zu vielen Interpreten. Die muss man sich selbst aus früheren Veröffentlichungen zusammensuchen. Die Gesangsprotagonisten beim Sommernachtstraum und Mahlers Dritter werden nicht genannt. Unverzeihlich. Keine Aufnahmedaten - nichts. Sowas Schlampiges ist mir noch nie untergekommen.
    Ein Kommentar
    Anonym
    19.03.2024

    Alle Menschen machen Fehler

    Auch der Rezensent ist davon nicht befreit. So bemängelt er die fehlenden Solisten bei Mahlers 3. Symphonie, obwohl diese gar nicht im Angebot enthalten ist. Es handelt sich um die "Auferstehungssymphonie, und das ist immer noch die 2., nicht aber die 3.
    British Music for Strings Vol.3 (British Women Composers) British Music for Strings Vol.3 (British Women Composers) (CD)
    15.11.2021
    Booklet:
    5 von 5
    Gesamteindruck:
    4 von 5
    Klang:
    5 von 5
    Künstlerische Qualität:
    5 von 5
    Repertoirewert:
    4 von 5

    Alles weiblich und wieder "Very British"

    Selten waren bei cpo die Abstände zwischen drei Folgen so kurz wie bei dieser Edition mit Streichermusik von der Insel. Das ist schön, wünschte man sich aber auch für andere noch ausstehende (Sinfonien-)Editionen. Nun, die Hoffnung stirbt zuletzt. Für die Freunde dieser Edition ist die 3.Folge eine Offenbarung. Sie vereint nämlich ausschließlich Stücke weiblicher Komponisten. Dieses Verdienst von Dirigent Bostock für seine "Landsleutinnen" kann nicht hoch genug gelobt werden, weil diese CD die Leistungen der Frauen in einer (leider immer noch) männlichen Domäne ins rechte Licht rückt. Dass Bostock ein reines Streicherprogramm wählt, hat seit Elgars Serenade Tradition. Man denke nur an berühmte Beiträge des Vaughan Williams. Leicht einschränkend muss man natürlich sagen, dass einen die Stücke nicht echt vom Hocker hauen. Mich spricht am meisten das Stück "Heather Hill" von der mir bis dato unbekannten Constance Warren an, dass durch seinen farbigen Stimmensatz alle Klangfacetten eines Streicher-Ensembles auskostet und eine besondere Stimmung zaubert. Aber auch die anderen Stücke sind hörenswert und in ihrer Klanggestalt eben doch "Very British". Lediglich die Impressionen von Ruth Gipps lassen hier und da mal ungewohnte Klänge hören. Bostock und sein Pforzheimer Orchester tun alles, um diesen Stücken Leben einzuhauchen. Ob's gelungen ist, muss jeder Musikfreund für sich entscheiden. Eine sehr erfreuliche, innovative neue cpo-CD.
    Schwedische Tänze op.63 (Orchestersuiten Nr.1 & 2) Schwedische Tänze op.63 (Orchestersuiten Nr.1 & 2) (CD)
    13.11.2021
    Booklet:
    5 von 5
    Gesamteindruck:
    5 von 5
    Klang:
    5 von 5
    Künstlerische Qualität:
    5 von 5
    Repertoirewert:
    5 von 5

    Bär oder Fliege

    Diese Frage, was der Bruch denn nun so musikalisch bedeutet habe, legt Booklet-Kommentator van der Hoogen dem Komponisten des berühmten Violinkonzerts (fast) in den Mund. Und in der Tat muss sich der Musikfreund bemühen, das ganze Werk Bruchs zu erfassen, nicht nur sein so populäres Violinkonzert. Das rührige Label cpo trägt dazu bei, indem es wenig bekannte Stücke Bruchs produziert. So auch diese CD mit Orchesterwerken. Zu Gehör kommen ausnahmslos Kompositionen, die auf Volksmelodien zurückgehen, allen voran den schwedischen Melodien. Bruch fühlte sich ja - so kann man im Booklet lesen - gerade dem Norden sehr verbunden. Seine "schwedische" Serenade und seine beiden Orchestersuiten, auch "Schwedische Tänze" genannt - sind da schöne Beispiele seiner musikalischen Verbundenheit mit Skandinavien. Schöne, gefällige Musik ist das, sehr melodiös und kunstvoll gesetzt. Die einleitende "russische" Suite steht in ihrem mal aufbausenden, mal feinsinnigen Gestus den "Schweden" in nichts nach. Beste russische Seele! Dirigent Albert und seine SWR-Rundfunkmusiker verwirklichen diese Aufgaben mit Bravour. Eine schöne, sinnvolle und nötige Erweiterung des Bruch-Repertoires.
    Das Heidelberger Lautenbuch (Tabulaturbuch des Sebastian Ochsenkun 1521-1574) Das Heidelberger Lautenbuch (Tabulaturbuch des Sebastian Ochsenkun 1521-1574) (CD)
    12.11.2021
    Booklet:
    5 von 5
    Gesamteindruck:
    5 von 5
    Klang:
    5 von 5
    Künstlerische Qualität:
    5 von 5
    Repertoirewert:
    5 von 5

    Lauter Lauten

    Nun, ganz so ist es doch nicht. Da versammelt sich schon etwas mehr auf dieser Lauten-CD als nur Lauten-Musik. Und doch spielt die Laute die größte Rolle in diesem Tabulatorenbuch, das extra für die Laute erstellt wurde. Dass dazu noch einzeln und im Duett gesungen wird, ist eigentlich nur die Zugabe. Und doch wird sie zur Hauptsache. Daran haben der glockenhelle Sopran von Dorothee Mields unbd der Tenor Jan Kobow ihren gehörigen Anteil, denn sie verwandeln die lautenbegleiteten deutschen und lateinischen Lieder und Psalmen in echte Kleinode. 17 an der Zahl sind so auf der CD gelistet, die vom Lautisten und Chef Andreas Arend sinn- und kunstvoll zusammenmgestellt wurden. Zwei Gamben geben dem Gesamtklang zusätzlich eine besondere Note. Ich gebe zu, dass diese neue cpo-CD wohl nur etwas für Spezialisten sein dürfte. Die Empfehlung hingegen geht an alle Musikfreunde.
    Sämtliche Klaviertrios Sämtliche Klaviertrios (CD)
    12.11.2021
    Booklet:
    5 von 5
    Gesamteindruck:
    5 von 5
    Klang:
    5 von 5
    Künstlerische Qualität:
    5 von 5
    Repertoirewert:
    5 von 5

    Ambitioniert

    Da braucht man beim renommierten Hyperion-Trio keine Soge zu haben: Wenn die drei Trio-Mitglieder zur Sache gehen, ist ein tolles Ergebnis zu erwarten. So auch mit dieser Doppel-CD mit den kompletten Klaviertrios des Carl Reinecke. Das sind schöne Stücke, auch wunderbar gespielt. Doch es sei mal erlaubt, auf die Besonderheit dieser Publikation hinweisen und das ist das letzte Stück der zweiten CD, die Trio-Bearbeitung von Beethovens Triple-Konzert durch Reinecke. Das ist echt der Knaller! Wer mal hören will, wie man ein Orchesterstück aufs Trio "transformiert", der sollte hier zugreifen, besser zuhören. Denn er erlebt auch durch die anderen Trio-Kompositionen auf diesen CDs große Kammermusikkunst eines Komponisten, dessen Bedeutung noch immer unterschätzt wird. Eine ambitionierte Produktion.
    Klaviersonaten Klaviersonaten (CD)
    12.11.2021
    Booklet:
    5 von 5
    Gesamteindruck:
    5 von 5
    Klang:
    5 von 5
    Künstlerische Qualität:
    5 von 5
    Repertoirewert:
    5 von 5

    Bemerkenswerter Querschnitt oder "best of"?

    Alle Sonaten Scarlattis muss man nicht kennen. Sind ja auch über 500. Auch muss man sich nicht an der Diskussion beteiligen,
    ob man Scarlatti nun auf dem Cembalo oder dem Klavier zu spielen hat. Pianist Michael Korstick hat da seinen eigenen Weg. Er hat für zwei CDs 31 Sonaten ausgewählt. Sozusagen "seinen" Querschnitt, seine "best of" wie die Produkt-Info es trefflich formuliert. Natürlich spielt er auf dem Klavier. Ein Pianist wie Korstick lässt es sich nämlich nicht nehmen, die ganze Bandbreite der Klavier-Klangmöglichkeiten auszunutzen, um Scarlattis Sonaten "blitzen" zu lassen. Tatsächlich funkelt es in bester Virtuosenmanier, woran nicht nur die Hörer dieser neuen Produktion heute ihre Freude haben werden, sondern auch Scarlatti selbst, wenn er denn hätte erleben können, wie seine Kompositionen auf dem Klavier zusätzlich Gestalt gewinnen. Eine prima Platte nicht nur für Leute, die ihren Anfang mit Scarlatti machen wollen.
    Ein Kommentar
    Anonym
    25.11.2021

    Scarlattis 500er

    Alle 500 kannte womöglich nur Scott Ross, der war ja auch Scarlatti-Spezialist und Cembalist. Nichts gegen das pianistische Können Korsticks, jedoch gibt's andre und m.E. subtilere Aufnahmen, die den cembalistischen Reizen des Originals näher sind. gmr.
    Historia Nativitatis - Ein Weihnachtsoratorium nach Heinrich Schütz (SWV 435) Historia Nativitatis - Ein Weihnachtsoratorium nach Heinrich Schütz (SWV 435) (CD)
    12.11.2021
    Booklet:
    5 von 5
    Gesamteindruck:
    5 von 5
    Klang:
    5 von 5
    Künstlerische Qualität:
    5 von 5
    Repertoirewert:
    5 von 5

    Weihnachtspotpourri rund um Schütz

    Das Wort "Potpourri" ist im Zusammenhang mit dieser bemerkenswerten CD-Produktion nicht trivial gemeint. Ganz im Gegenteil. Das großartige Ensemble Polyharmonique hat es nämlich geschafft, ganz im Sinne des Schütz (vgl. S.11 des Booklets) eine Version der musikalischen Weihnachtserzählung zu gestalten (sehr gut im Booklet beschrieben), die für ein kleineres 12-köpfiges Ensemble realisierbar ist. Dazu haben die Musikerinnen und Musiker Instrumentalstücke, Motetten und Choräle von Schütz-Zeitgenossen wie etwa Eccard, Franck, Hammerschmidt, Preatorius, Scheidt u.a ausgewählt und in die Schütz-Weihnachtserzählung "eingebaut". Das ist prima gelungen. Herausgekommen ist auf zwei CDs mit etwa 85 Minuten Spielzeit eine Abfolge von 37 Nummern, die beeindrucken und berühren. Das liegt nicht nur an der Kunst der Kompositionen, sondern auch an der großartigen Interpretation. Alle Achtung! Da auch das Booklet und die Aufnahmetechnik hohem Anspruch genügen, ergeht hier eine uneingeschränkte Weihnachtsempfehlung.
    Werke für Klavier 4-händig / für 2 Klaviere Werke für Klavier 4-händig / für 2 Klaviere (CD)
    11.11.2021
    Booklet:
    5 von 5
    Gesamteindruck:
    5 von 5
    Klang:
    5 von 5
    Künstlerische Qualität:
    5 von 5
    Repertoirewert:
    5 von 5

    Sehr interessante Produktion

    Kompositionen für Klavier-Duos sind ja nicht gerade üppig im Repertoire vertreten. Auf der Suche nach Neuem musste das hoch gehandelte Duo Genova & Dimitrov schon eine lange Reise antreten, um schließlich in den USA fündig zu werden. Amy Beach sollte es dann sein, wohl eine der interessantesten Komponistinnen-Perönlichkeiten der Jahrhundertwende, die sich besonders dem Klavier zugetan fühlte. Mittlerweile gibt es eine durchaus beachtliche Anzahl an Aufnahmen ihrer Werke, die sich allesamt auszeichnen durch eine formal bestens gestaltete romantische Tonsprache, zuweilen sehr persönlich oder durch starke Volksmusikeinflüsse geprägt. Die auf dieser neuen cpo-CD versammelten vier Stücke zeigen sehr schön die kompositorische Handschrift der Amy Beach und die spieltechnische Virtuosität des Interpreten-Duos. Genova & Dimitrov bringen uns auf diese gelungene Weise Stücke in das musikalische Bewusstsein, die es verdienten, zu Standard zu gehören. Der Anfang ist gemacht auch dank eines exzellenten Booklets. Ein Muss für Klaviermusikfreunde, die was Neues hören wollen.
    276 bis 300 von 974 Rezensionen
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