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    meiernberg Top 10 Rezensent

    Aktiv seit: 30. August 2010
    "Hilfreich"-Bewertungen: 14552
    974 Rezensionen
    Klaviersonaten d-moll,F-Dur,g-moll,B-Dur Klaviersonaten d-moll,F-Dur,g-moll,B-Dur (CD)
    30.07.2022
    Booklet:
    5 von 5
    Gesamteindruck:
    5 von 5
    Klang:
    5 von 5
    Künstlerische Qualität:
    5 von 5
    Repertoirewert:
    5 von 5

    Das Instrument ist der Star

    Die Überschrift soll die Qualitäten der Solistin Flora Fabri keineswegs schmälern. Ihre Leistung ist prima, gerade in Anbetracht der nicht einfachen Spielweise des Tangenten-Flügels, dessen Klang man erst einmal "verarbeiten" muss. Im Produkt-Film erläutert Frau Fabri Wesen und Charakter des Instruments und der eingespielten Werke Wolfs sehr anschaulich. So muss man kein Hellseher sein um anzunehmen, dass es ohne das Instrument "Tangentenflügel" wohl kaum eine Aufnahme der vier Sonaten und der Fantasia des Ernst Wilhelm Wolf gegeben hätte. Die Kompositionen sind nicht überragend, wegen des Instruments aber schon herausragend. Solistin Fabri produziert denn auch schöne Stücke: 12 im Ganzen. Die Sonaten sind jeweils dreisätzig. Lediglich die letzte Sonate hat zwei Sätze plus der ausladenden über 20 Minuten dauernden Fantasia. Flora Fabri versucht alles, Abwechslung in das Klanggeschehen zu bringen, kann aber doch den recht einförmigen Klangcharakter des Instruments nicht ändern. So ist diese CD wohl doch nur etwas für Freunde der Tastenintrumente und ihrer vielen Varianten.
    Concertino op.43 für Klavier & Streichorchester Concertino op.43 für Klavier & Streichorchester (CD)
    29.07.2022
    Booklet:
    5 von 5
    Gesamteindruck:
    5 von 5
    Klang:
    5 von 5
    Künstlerische Qualität:
    5 von 5
    Repertoirewert:
    5 von 5

    Grandioser Einzelgänger

    Wo gibt es das schon, dass jemand vom Zeitgeist und aktuellen Strömungen und Entwicklungen unbeeindruckt seinen musikalischen Weg geht. Das gibt es alles bei Hans Gal. Der hat nämlich seinen eigenen Weg, wie im Booklet wiederholt "altdeutsche Schule" genannt, gesucht, gefunden und unberirrt beschritten. Abseits der Atonalität und seriellen Techniken blieb seine Musik immer zugänglich, leicht fasslich und harmonisch, ohne trivial oder altmodisch zu wirken. Immer wiederkehrende moderne Wendungen verhindern ein "antiquiertes" Klanggeschehen. Der Hörer kann sich bei Hans Gal also auf viele musikalische Überraschungen einstellen. War das schon beim Erscheinen seiner vier Sinfonien im Jahre 2015 auf dem englischen Label AVIE der Fall, so beeindruckt dies noch mehr in der hier sehr abwechslungsreichen Zusammenstellung von Kammermusik mit Klavier. Das Programm geht los mit einem Klavierquartett. Es folgen eine Suite für Klavier solo und ein kurzes Concertino für Klavier und Streicher. Den Abschluss bildet ein knapp 4-minütiges Impromptu für Viola und Klavier. Also (fast) alles dabei, was ein Kammermusikherz höher schlagen lässt. Dass das auch beim Hören der Stücke so bleibt, ist ein Verdienst von Pianist Wallfisch, den drei Mitgliedern des Aron-Quartetts und dem kurzen Auftritt der Streicher des Franz-Liszt-Chamber-Orchestra unter der Leitung von Hartmut Rohde. Sie alle legen sich mächtig ins Zeug und präsentieren in - z.T. Ersteinspielungen - mustergültige Interpretationen, die dem Andenken Gals alle Ehre machen - und den Hörern dieser neuen cpo-CD eine Freude.
    Symphonien d-moll & e-moll Symphonien d-moll & e-moll (CD)
    28.07.2022
    Booklet:
    5 von 5
    Gesamteindruck:
    5 von 5
    Klang:
    5 von 5
    Künstlerische Qualität:
    5 von 5
    Repertoirewert:
    5 von 5

    Mehr als nur "eine Folge theatralischer Szenen"

    Der sonst sehr ausführliche und lesenswerte Booklet-Artikel von Dorit Schleissing widersteht leider nicht der Gefahr, Loewes sinfonisches Schaffen aus seinem Liedschaffen heraus zu deuten. Alles soll irgendwie mit Wort und Text, Handlung und Drama zu tun haben, weil Loewes Hauptwerke eben das zum Thema haben. Der Bedeutung der beiden hier eingespielten Loewe-Sinfonien wird man mit dieser verkürzten Sichtweise m.E. nicht gerecht. Die beiden Werke sind nämlich wunderbare Schöpfungen der romantisch-sinfonischen Kompositionsepoche, die nicht in jedem Falle "ein Programm" für sich in Anspruch nahm. Und - soviel ich weiß - hat auch Loewe seinen Sinfonien keine Programmatik zugeordnet. Löst man sich also von dem "Balladen-Komponisten", so bekommt man volltönende, klangvolle und im besten Sinne romantische Sinfonien zu hören, die Dirigent Gaudenz mit seinen Jenaer Philharmonikern locker, geschmeidig, mit Gefühl und Temperament zu Gehör bringt. Die E-moll-Sinfonie dürfte eine CD-Premiere sein, die D-moll-Sinfonie wurde schon 1994 von Jacques Houtmann und der Lorraine-Philharmonie auf dem Label Koch-Schwann veröffentlicht. Gaudenz nimmt in seiner Interpretation mehr Fahrt auf, lässt lebendiger und durchsichtiger musizieren, während Houtmann mehr das "Wuchtige" liebt. Schon die Anfangstakte zeugen davon. Auch die klarere Aufnahmetechnik hat Gaudenz auf seiner Seite. Die knapp 5-minütige Themisto-Ouvertüre ist eine nette Zugabe. Von der Qualität des Booklets war schon die Rede. Fazit: Es bleibt unverständlich, warum Schätze solcher Art in der Versenkung verschwunden sind. cpo hat sie ausgegraben. Bravo!
    Arpeggione - Sonate D.821 Arpeggione - Sonate D.821 (CD)
    04.07.2022
    Booklet:
    5 von 5
    Klang:
    5 von 5
    Künstlerische Qualität:
    5 von 5
    Repertoirewert:
    5 von 5

    Plädoyer gegen das Vergessen

    Das ist gut! Jedes Bemühen, Vergessenes in das Bewusstsein und die Erinnerung zurückzuholen, ist sehr lobenswert. Das Label cpo ist ja schon lange in dieser Richtung unterwegs. Bisher gab zumeist Kompositionen, die aus der Versenkung zu neuem Leben geholt wurden. Bei dieser CD ist das anders. Sie ist einem Instrument gewidmet, das heute wohl kaum noch einer auf dem Schirm hat: der Arpeggione. Dies gitarrenartige Streichintrument (Saiten sind wie eine Gitarre gestimmt) wäre wohl gänzlich vergessen, wenn nicht Schubert extra für dies Intsrument eine Sonate komponiert hätte und es auch heute noch Musiker wie Lorenz Duftschmid gibt, die den Arpeggione pflegen und beherrschen. Zu besagter Sonate bringt Duftschmid Instrumentalfassungen von fünf "Liedern ohne Worte" und drei kurze Nocturne von J.F.F.Burgmüller zu Gehör. Alle diese Stücke stellen den Wohlklang dieses "Gitarren-Violoncellos" unter Beweis, was natürlich in erster Linie ein Verdienst des Solisten ist. Doch auch Paul Gulda am Hammerklavier und Gitarrist David Bergmüller leisten ihren Beitrag. All diese Raritäten sind sehr schön aufgenommen und im Booklet hervorragend kommentiert. Ein Muss für Musikfreunde, die in alle Richtungen auf Entdeckungsreise gehen wollen.
    Violinsonaten Nr.1-8 (1681) Violinsonaten Nr.1-8 (1681) (CD)
    03.07.2022
    Booklet:
    5 von 5
    Gesamteindruck:
    5 von 5
    Klang:
    5 von 5
    Künstlerische Qualität:
    5 von 5
    Repertoirewert:
    5 von 5

    Für Geigen-Fans...

    ...ist diese neue cpo-Doppel-CD sicherlich eine spannende Angelegenheit. Immerhin kommen nicht nur historische Instrumente zum Einsatz, sondern Geigerin Plamemna Nikitassova spielt ihre historische Geige in alter Mensur von 1659 auch auf historische Weise an die Brust (nicht den Hals) gelehnt. Zu bewundern im kleinen Spot der Produkt-Info. Besondere Geigen-Kenner mögen auch den klanglichen Unterschied wahrnehmen, der durch die veränderte Spielweise hörbar wird. Ich - als Nicht-Geiger - nehme das nicht so wahr, jedoch die Virtuosität der Solistin und den Klang des schönen Instruments. Verstärkt wird der Klang noch durch eine "klangvoll" zusammengesetzte Continuogruppe mit Cembalo, Violone, bzw. Viola da Gamba und Theorbe, bzw. Barockgitarre. Diese Intrumente des Continuos werden sehr klug und differenziert eingesetzt. Und doch stellt sich bei den insgesamt 9 Sonaten mit 110 Minuten Spielzeit mit der Zeit eine gewisse Einförmigkeit ein. Das mildert die Qualität der Stücke und Interpretationen nicht, lädt aber ggf. doch ein, sich die Sonaten "häppchenweise" zu Gemüte zu führen. Dann hat man doch mehr davon. Wer mehr lesen möchte, findet im gelungenen Booklet reichlich Informationen. Eine runde Sache!
    Zum Groß-Admiral (Oper in 3 Akten) Zum Groß-Admiral (Oper in 3 Akten) (CD)
    03.07.2022
    Booklet:
    5 von 5
    Gesamteindruck:
    5 von 5
    Klang:
    5 von 5
    Künstlerische Qualität:
    5 von 5
    Repertoirewert:
    5 von 5

    Zu (Un-)recht vergessen!?

    Die Formulierung der Überschrift soll zeigen: Es ist nicht ganz einfach zu beurteilen und zu verstehen, warum ein Werk in Vergessenheit geriet. Hat man dann Gründe ermittelt, bleibt immer noch die Frage, ob sie reichen, z.B. eine ganze Oper in der Versenkung verschwinden zu lassen. Mit Lortzings Oper "Zum Groß-Admiral" ist das so. An der Musik kann es jedenfalls nicht gelegen haben. Schon die Ouvertüre stimmt ganz auf Lortzings beschwingt melodiöse Kompositionskunst ein. Ggf. liegt es am "Stoff", an der Geschichte. Die dreht sich - wie so oft - um Diebstahl, Lug und Trug, Streit und Versöhnung und hat nun so gar nichts Mediterranes an sich, wie auch das CD-Cover vermitteln könnte. Der "Groß-Admiral" ist schlicht der Name eines Wirtshauses, in dem die Auseinandersetzungen der Protagonisten stattfinden. Egal. Lortzings eigenes Libretto ist da wohl nicht die stärkste Leistung. Um die Musik tut einem leid. Sie spricht unmittelbar an. Wohl auch der Verdienst einer beachtenswerten Ensembleleistung aus dem Prinzregententheater in München. Da stechen keine berühmten Namen hervor, da zählt "das Team", das Dirigent Ulf Schirmer auf bewährte Manier durch alle Klippen steuert. Die Aufnahmetechnik ist gut, das 87-seitige Booklet besser und die Entdeckungstat dieser Lortzing-Oper durch cpo am besten.
    Triosonaten Nr.1,4,6,7,9,10,17 für Flöte,Violine,Bc Triosonaten Nr.1,4,6,7,9,10,17 für Flöte,Violine,Bc (CD)
    01.07.2022
    Gesamteindruck:
    5 von 5
    Klang:
    5 von 5
    Künstlerische Qualität:
    5 von 5
    Repertoirewert:
    5 von 5

    Nur "Affekte"?

    Sicherlich nicht. Und doch lässt sich Autorin Dagmar Glüxam über diese Mode der "musikalischen Nachahmung" in der Musik des 17./18. Jahrhunderts im wieder einmal ausgezeichneten Boolet ausführlich aus und man kommt am Ende der Lektüre doch zu der Erkenntnis, dass "musikalische Nachahmung = Affekte" doch weit mehr bedeutet, als man anfangs annimmt. Alle musikalischen Mittel sind gefordert, "das Herz der Zuhörer zu erreichen und sie zu berühren" (Booklet S.10). Und in der Tat: Diese Auswahl von 7 Triosonaten aus Wagenseils Sammlung von 17 (!!) Trios berührt insbesondere die Herzen der Kammermusikfreunde. Denn sie erwarten kleine - allesamt dreisätzige - Meisterwerke. Alle um die 7-9 Minuten lang, also auch im wörtlichen Sinne sehr kurzweilige und abwechslungsreiche Unterhaltung. Dass auch die Interpretationen kleine Meisterstücke wurden, verdanken wir dem Ensemble "Klingekunst", dessen vier Mitglieder ihrem eindrücklichen Ensemble-Namen alle Ehre machen. Nur "Affekte"? Wenn damit die Emotionen gemeint sind, die Musik auslösen soll, dann trifft diese neue CD von cpo genau ins Schwarze.
    Orchesterlieder Orchesterlieder (CD)
    30.06.2022
    Booklet:
    5 von 5
    Gesamteindruck:
    5 von 5
    Klang:
    5 von 5
    Künstlerische Qualität:
    5 von 5
    Repertoirewert:
    5 von 5

    Weit mehr als "ordentlich"

    Hugo Wolf hat sich ja selbst als einen nicht "ordentlichen" Komponisten bezeichnet. Was immer er damit gemeint haben mag, sein Liedschaffen auf der einen und sein singuläres sinfonisches Meisterstück "Penthesilea" andererseits sprechen eine andere (musikalische) Sprache. Und weit mehr als ordentlich ist auch die neue cpo-Produktion aus Jena. Der neue, junge Chef aus Jena begeistert im Orchesterwerk mit energisch forschem Zugriff, ist deutlich zügiger unterwegs als seinerzeit (1991) Barenboim mit dem Orchestre de Paris und hat natürlich die neuste Studiotechnik im Rücken. Das macht sich in Durchhörbarkeit und klanglicher Dynamik bezahlt und verweist Konkurrent Barenboim deutlich auf die Plätze. In Sachen Orchesterleistung sind die Jenaer sicherlich (noch) kein Spitzenorchester, bleiben der Partitur aber nichts schuldig. Gleiches gilt für die hier eingespielten 12 Orchesterlieder. Allen voran natürlich Bariton Benjamin Appl, dessen wohl klingende Stimme und angemessene Gestaltung die Lieder zu kleinen Schätzen verwandeln. Sehr schön. Das Booklet ist hervorragend, enthält zweisprachig alle Liedertexte und vermerkt auch, dass drei der eingespielten Liedorchestrationen nicht von Wolf, sondern von Reger, einem Unbekannten und Stueber sind. Alles sehr informativ und insbesondere wegen der wenig eingespielten "Penthesilea" eine echte Katalogbereicherung.
    Symphonie Nr.2 Symphonie Nr.2 (CD)
    30.06.2022
    Booklet:
    5 von 5
    Gesamteindruck:
    5 von 5
    Klang:
    5 von 5
    Künstlerische Qualität:
    5 von 5
    Repertoirewert:
    5 von 5

    Sehr erfreulich

    Und das in mehrerer Hinsicht: Es ist sehr erfreulich, dass es mit der Alfven-Sinfonien-Edition jetzt mit der 3.Folge endlich weitergeht. Nach der Ersten und Dritten ist nun die Zweite dran. Hat ja auch lange gedauert. Auch diese Aufnahme lag bereits drei Jahre im Schrank, bevor cpo sie veröffentlichen wollte/konnte. Andererseits: Gut Ding will Weile haben. Und deshalb ist wohl auch die Produktion und Interpretation sehr erfreulich. Natürlich drängt sich da - wieder einmal - der Vergleich zur GA der Sinfonien mit Järvi und den Stockholmer Philharmonikern auf BIS auf. Und siehe da: Ähnliches wie bei den Vorgängerinnen lässt sich konstatieren. Natürlich hat die Aufnahmetechnik in den Jahrzehnten (die BIS-Aufnahmen stammen immerhin aus 1987-92) Fortschritte gemacht. Den ohnehin guten BIS-Klang haben die cpo-Techniker noch toppen können. Und der polnische Dirigent Lukasz Borowicz? Er findet mit deinem fulminat aufspielenden Berliner Orchester wieder seinen eigenen Weg zu Alfvens Musik. Er arbeitet Kontraste schärfer heraus als es Järvi tut. Borowicz nimmt langsamer Sätze langsamer und schnelle Sätze schneller als Järvi und differenziert so auch in dieser Hinsicht deutlicher. Besonders den langsamen Sätzen tut das gut. Ob das auch für seine schnelleren Zeitmaße gilt, mag Ansichtssache sein. Als Zugabe fungiert die geschmackvolle 3.Rhapsodie, auch "Dalarapsodi" genannt. Hier in einer erfreulich "durchgetrackten", dreiteiligen Version. Fazit: Alles echt erfreulich und alles wäre noch erfreulicher, wenn die Musikfreunde auf die Vierte und Fünfte nicht wieder so lange warten müssen.
    Meine Produktempfehlungen
    • Symphonie Nr.1 f-moll op.7 Symphonie Nr.1 f-moll op.7 (CD)
    • Symphonie Nr.3 Symphonie Nr.3 (CD)
    24 Streichquartette 24 Streichquartette (CD)
    12.06.2022
    Booklet:
    5 von 5
    Gesamteindruck:
    5 von 5
    Klang:
    5 von 5
    Künstlerische Qualität:
    5 von 5
    Repertoirewert:
    5 von 5

    Viel Streichquartette für wenig Geld

    Das ist ja unglaublich: 90 (!!) Streichquartette, so ist im Bookllet zu lesen, hat der Bocccherini geschrieben. 24 davon kann der Quartett-Freund jetzt supergünstig in einer 6-CD-Box erwerben. Ohnehin gehört es ja zu den schönen Gewohnheiten von cpo, nach gewisser (langer) Zeit die Folgen von Einzelausgaben in einer Box zusammenzufassen und preiswert auf den Markt zu bringen. cpo wird sich bei dieser Strategie schon was gedacht haben, obwohl ich annehme, dass Kammermusikfreunde - und speziell Freunde der Quartett-Musik - sich frühzeitig mit den Boccherini-Einzelausgaben versorgt haben. So wendet sich diese Zusammenfassung sicherlich an die, die besonders Gesamtausgaben bevorzugen. Auch die Präsentation lohnt sich, weil cpo wohl (hoffentlich!) dazu übergegegangen ist, wie bei den Korstick-Beethoven-Konzerten, auf die Plastik-Jewel-Cases im Schuber zu verzichten und eine platzsparende und umweltfreundliche Papp-Box zu wählen. Warum die Scheiben aber "nur" in weiße Papierhüllen gesteckt wurden (auch noch zugeklebt) und nicht in Papp-Hüllen, das bleibt mir unverständlich. Ein paar Euro mehr hätten es auch sein können. Egal wie. Auf den Sammler wartet eine hochkarätige Aufnahme mit drei verschiedenen Ensembles, die schon in den Einzelausgaben gewürdigt wurden. Super-Aufnahmen! Super auch das Booklet mit einem langen Aufsatz über das Werk des Komponisten und ausführliche Angaben zu Werken und Interpreten. Wer's noch nicht hat - anschaffen!
    Ein Kommentar
    Anonym
    23.06.2023

    excellent value, poor sleeves

    Happy with this purchase since the music is nice, and the recording quality, and the way it is played are very good to me.
    A pity the CD sleeves are so poor: thin paper, glued closed tightly, so care must be taken not to tear them apart. I would prefer to pay more and have nice carton sleeves with all the necessary information printed on it as most "budget boxes" have.
    Liebeslieder, Jubel- & Psalmgesang im 17.Jahrhundert Liebeslieder, Jubel- & Psalmgesang im 17.Jahrhundert (CD)
    12.06.2022
    Gesamteindruck:
    5 von 5
    Klang:
    5 von 5
    Künstlerische Qualität:
    5 von 5
    Repertoirewert:
    5 von 5

    Zum Schenken und Verschenken

    Zu dieser CD kann man kaum etwas sagen, zumal der im Produkt-Info schon teilweise abgedruckte Einleitungstext von Georg Poplutz aus dem Booklet schon alles sagt. 13 wohl ausgewählte Stücke (davon 10 in lateinischer Sprache), die sich alle um Liebe Preis und Freude drehen, präsentierte der Tenor seinen Hören. Die von ihm erwünschte Hörfreude stellt sich auch ein. Poplutz gestaltet mit seiner wohltönenden Stimme wunderbar, übertreibt nicht und lässt so den Melodien freien Lauf. Das Johann Rosenmüller Ensemble unterstützt ihn mit alten Instrumenten tatkräftig. Herausgekommen ist ein wunderbarer Querschnitt dieses thematischen Liedschaffens im 17.Jahrhundert. Das Booklet ist prima, enthält alle Liedtexte (incl. der Übersetzungen) und wertvolle Infos zu Komponisten und Interpreten. Auch die Aufnahmetechnik stimmt, so dass dem Schenken und Verschenken nichts im Wege stehen dürfte.
    Dafne (Oper 1627) Dafne (Oper 1627) (CD)
    06.06.2022
    Booklet:
    4 von 5
    Gesamteindruck:
    4 von 5
    Künstlerische Qualität:
    4 von 5
    Repertoirewert:
    4 von 5

    Etwas zwiespältig

    Eine Oper von Heinrich Schütz? Da traut man seinen Ohren ja kaum. Und in der Tat kann man ihnen kaum trauen. Doch aus einem anderen Grund. Denn was da aus den Lautsprechern kommt ist kein Schütz, zumindest kein Dafne-Schütz. Wie das? Booklet und Produkt-Info informieren da sehr ausführlich. In der Tat gab es eine Schütz-Komposition namens "Dafne", jener leidenschaftlichen Götter-Story, die auch schon anderen Komponisten als Stoff diente. Leider ist die Musik von Schütz vollständig verschollen und man ist sich in Fachkreisen noch nicht einmal einig, ob es sich bei "Dafne" überhaupt um eine Oper handelte. Wie dem auch sei. Roland Wilson hat sich drangemacht und die Musik rekonstruiert. Für mich ein sehr fragwürdiges Unternehmen, weil bzgl. der Musik nichts da war, was man hätte rekonstruieren können. So füllte er das Libretto von Martin Opitz mit Musik, von der er annahm, dass sie dem Original nahe kommen könnte. Herausgekommen ist eine höchst spekulative Version, die zwar durchaus hörenswerte Musik bringt, aber mit der Komposition von Schütz wenig bis gar nichts zu tun hat. Soweit zum Werk.
    Roland Wilson bringt "seine Schütz-Version" mit seiner La Capella Ducale und der Musica Fiata höchst selbst zu Gehör. Da versteht es sich bei Wilson von selbst, dass eine hochkarätige Interpretation entstanden ist, die keinen Tadel zulässt. Wie schreibt Wilson in seinem Booklet-Kommenta zum Schluss: " Sie werden einige herrliche Stücke von Schütz und seinen Zeitgenossen hören, die Sie sich sonst wohl nie angehört hätten". Recht hat er. Nur ist die Musik eben nicht die Dafne-Musik von Heinrich-Schütz. So bleibt der Eindruck etwas zwiespältig. Ein Schicksal, das wohl fast jeder Rekonstruktion kaum erspart bleibt.
    Sämtliche geistliche Werke Vol.8 Sämtliche geistliche Werke Vol.8 (CD)
    06.06.2022
    Booklet:
    5 von 5
    Gesamteindruck:
    4 von 5
    Klang:
    4 von 5
    Künstlerische Qualität:
    4 von 5
    Repertoirewert:
    5 von 5

    Ende gut - (nicht) alles gut!

    Nach acht Folgen ist nun Schluss mit Kuhnau. Ein wirklich bemerkenswertes Projekt hat sein Ende gefunden. Nun sollte man denken, dass mit dem Finale auch noch ein Höhepunkt gesetzt werden konnte. Nein, Höhepunkte sind es sicherlich nicht geworden, aber wohl gelungene Bausteine des Kuhnau-Kompositionsgebäudes. Obwohl ich den Eindruck habe, dass man zu Ende der "Complete Sacred Works" doch noch etwas suchen musste, aber nicht recht fündig wurde. Denn einige recht "weltliche" Stücke haben sich ins Programm gemogelt, was die Freude an Kuhnaus Musik jedoch nicht schmälern sollte. Glanzstück dieser CD ist m. E. das letzte Stück der CD, die Arie "Sacra pellat". Ihr jubelnder Tonfall ist einfach ansteckend und der Sekundenauftritt des Echochors als letzte Klangwahrnehmung einzigartig. Auch die Interpretation ist es wieder. Gregor Meyer hat mit seinen Ensembles erneut ganze Arbeit geleistet. Hervorragende sängerische und instrumentale Leistungen machen diese CD zu einem reinen Hörvergnügen. Ein würdiger Abschluss. Trotzdem noch ein kleiner Hinweis für das ansonsten wieder vorbildliche Booklet: Die deutschen Übersetzungen der lateinischen Gesangstexte finden sich nicht - wie angegeben - auf Seite 45 des Booklets, sondern auf Seite 43. Seite 45 gibt es gar nicht. Macht ja nix!
    Musik aus Schloss Wolfenbüttel Musik aus Schloss Wolfenbüttel (CD)
    05.06.2022
    Booklet:
    5 von 5
    Gesamteindruck:
    5 von 5
    Klang:
    4 von 5
    Künstlerische Qualität:
    4 von 5
    Repertoirewert:
    5 von 5

    Sehr schöne Idee

    Die sechste Folge von "Musik aus Schloß Wolfenbüttel" überrascht. Denn die Idee von "Parallel Settings" (leider muss man da des Englischen kundig sein! Warum nur?) ist ein ganz tolle Idee. Fünf Parallelstücke mit gleicher Textgrundlage werden jeweils von Heinrich Schütz und Michael Praetorius einander gegenüber gestellt. Das ist höchst interessant, weil es dem Hörer ermöglicht, die spezifischen Eigenarten in der Kompositionskunst der beiden Meister zu vergleichen. Manfred Cordes setzt das reiche Instrumentarium seines Weser-Renaissance-Ensembles dazu auch gekonnt und stilsicher ein und verleiht im Zusammenwirken mit den neun bestens disponierten Sängerinnen und Sängern den Stücken Glanz, Nachdenklichkeit und Charakter. Ganz prima. Besonders die letzten beiden Stücke zu "Verleih uns Frieden gnädiglich" passen als Mahnung und Bitte so recht in diese unruhige Zeit. Bei allem Lob für diese neue Weser-Renaissance-Platte seien zwei kleine kritische Anmerkungen gemacht. Das Klangbild ist sehr direkt, zu direkt. Man hat den Eindruck, die Musiker stünden direkt vor einem. Da hätte ich mir etwas mehr Raumklang gewünscht. Doch wer's mag? Schließlich zur Edition. Ich mag's immer praktisch. Um einen Titel zu hören und im Player anzusteuern, möchte ich nicht immer das Booklet herausnehmen. Das muss man hier tun und vielleicht ging's ja auch nicht anders...
    Im Ganzen eine bemerkenswerte neue Folge der beliebten Wolfenbütteler Reihe.
    Klavierkonzerte Nr.0-7 Klavierkonzerte Nr.0-7 (CD)
    25.05.2022
    Booklet:
    5 von 5
    Gesamteindruck:
    5 von 5
    Klang:
    5 von 5
    Künstlerische Qualität:
    4 von 5
    Repertoirewert:
    5 von 5

    Eine herausragende Edition

    Um es gleich vorweg zu nehmen: Michael Korsticks Spiel der gesammelten Klavierkonzerte von Beethoven ist fabelhaft. Rhythmisch akzentuiert, lyrisch sensibel, kraftvoll und zart. Alles da, was eine gelungene Aufnahme braucht. Und doch setzt Korstick keine neuen Akzente. Wie sollte er auch!? In, auf, über, unter, vor und zwischen Beethovens Noten ist eigentlich schon alles gesagt. Fast alle Klaviergrößen haben sich und Beethoven mit einem Zyklus ein Denkmal gesetzt. Auch für Korstick, so ist im Booklet zu lesen, war dies ein Wunschtraum, der wohl nur deshalb in Erfüllung gehen konnte, weil ein großzügiger Mäzen Pate stand. Auch HiP-Interpretationsansätze sind ausgereizt. Mit Hammerklavier und Originalinstrumenten haben sich immerhin auch etliche Klaviergrößen erfolgreich/erfolglos versucht.
    Und das Orchester? Unter Dirigent Constantin Trinks spielen die Wiener Radio-Sinfoniker klangschön und engagiert auf. Alles höchst professionell, aber ohne hörbare Finessen.
    Nein! Was Korsticks Veröffentlichung herausragend macht, ist die Edition. Sie ist m.E. die erste, die alle Werke für Klavier und Orchester, die Beethoven hinterlassen hat, in einer Box zusammenfasst – auch als Fragment. Gut, dass die Chorphantasie weggelassen wurde. Mutig erscheint die Bezeichnung „Piano Concertos 0-7“. Die fünf „etablierten“ Konzerte kennt man ja. Doch Korstick zählt das Konzert nach dem Violinkonzert op.61 als Klavierkonzert „Nr.7“ dazu, ebenso das frühe Konzert WoO 4, das lange verschollen war und nun wieder als „Nr.0“ im Katalog zu finden ist und schließlich das Fragment H 15, einen auskomponierten Satz, den Beethoven wohl als „Klavierkonzert Nr.6“ gedacht hat. Beide, Nr.0 und Nr.6, sind auf Wunsch Korsticks neu instrumentiert, bzw. aufführbar gemacht worden, wobei die Neuinstrumentierung des aufgefundenen Klavierauszugs der Nr.0 von besonderem Interesse ist. Auch das frühe Rondo WoO 6 ist als Zugabe mit dabei. In dieser kompletten Sammlung „aus einer Hand“ liegt der Wert, der herausragende Wert dieser Einspielung. Schließlich – und das ist man ja von cpo gewohnt – wurde der Box ein hervorragendes 57-seitiges Booklet beigelegt. Und noch etwas sei angemerkt: Endlich hat sich cpo mal zu einer Papp-Box mit den vier CDs in getrennten Papp-Schubern entschlossen statt der umweltunfreundlichen Plastikteile. Auch die Grafik ist sehr geschmackvoll und hätte gestimmt, ja wenn nicht ein Ärgernis unterlaufen wäre: Liegt die Box auf dem Tisch, so kann man den Rückentext nur lesen, wenn man einen Kopfstand macht. Auch im CD-Regal muss man die Box auf den Kopf stellen. Das muss doch nicht sein!!
    Trotzdem: Eine beachtenswerte Leistung aller Mitwirkenden und eine Bereicherung des cpo-Repertoires.
    3 Kommentare
    Anonym
    06.06.2022

    Kopfstand

    "Liegt die Box auf dem Tisch, so kann man den Rückentext nur lesen, wenn man einen Kopfstand macht. "
    Das, was auf dem Rücken der Packung steht, das steht auch auf der Vorderseite, und das kann man ganz gut lesen, ohne sich sportlich betätigen zu müssen.
    Anonym
    08.06.2022

    Kopfstand

    Ist das ein Argument dafür, den Rückentext falsch herum aufdrucken zu dürfen/können?
    Anonym
    01.07.2022

    Bewertung kommentieren

    warum sind immer wieder bei Bewertungen zu Kommentaren nur ein Wort zu lesen - hier zweimal Kopfstand? Klongt nach Überschrift und dann fehlendem Text. Programmfehler bei JPC? Mal sehen, ob mein "Testtext" jetzt auch zu lesen ist ...
    Oratorium zum Johannis-Fest "Gelobet sei der Herr" TVWV1:602/1216 Oratorium zum Johannis-Fest "Gelobet sei der Herr" TVWV1:602/1216 (CD)
    30.04.2022
    Booklet:
    5 von 5
    Klang:
    4 von 5
    Künstlerische Qualität:
    5 von 5
    Repertoirewert:
    5 von 5

    Überragende Interpretation

    Man sollte ja kaum glauben, dass es für cpo im Telemann-Repertoire noch echte Goldstücke zu finden gibt (wenn es nicht gar alles Goldstücke sind, was der Meister komponiert hat). Mit dem 30-teiligen, über 53 Minuten dauernden und sieben Gesangssolisten erfordernden "Johannis-Oratorium" ist das überwältigend gelungen. In diesem Oratorium wird der Auszug des Volkes Israel aus Ägypten behandelt und das mit allen künsterlischen und musikalischen Mitteln, die Telemann zu seiner Zeit zur Verfügung standen. Da wird berichtet, meditiert, protestiert, agiert und verfolgt. Besonders gelungen sind die Chöre der aufgebrachten Ägypter. Man höre nur mal Track 5 und 21 und kann ermessen, was Telemann den Ägyptern "für Töne in den Mund gelegt hat". Große Klasse!
    Schon an anderer Stelle habe ich vermerkt, dass ich ein "Fan" von Willens Kölner Akademie bin. Hier liefern sie wieder eine überragende Vorstellung ab und die Solisten stehen dem nicht nach. Da wird federnd, nachdenklich und mit großem Können und Engagement musiziert. Lediglich die Aufnahmetechnik hätte sich dem Rang von Werk und Interpretation anpassen sollen. Etwas mehr an Transparenz wäre wünschenswert gewesen.
    Das beigegebene kurze Oratorium zum Sonntag Misericordias Domini ist dagegen goldene Meterware aus Telemanns Produktion. Aber: Ebenso überragend interpretiert. Ein Muss für Telemann-Freunde!
    Symphonien Nr.4 & 5 Symphonien Nr.4 & 5 (CD)
    30.04.2022
    Booklet:
    4 von 5
    Gesamteindruck:
    5 von 5
    Klang:
    4 von 5
    Künstlerische Qualität:
    4 von 5
    Repertoirewert:
    5 von 5

    Verbeugung vor der ukrainischen Musik

    Keine Frage: Die Wiederveröffentlichung dieser CD durch cpo kann als Würdigung der ukrainischen Musikkultur verstanden werden. Das ist gut, solidarisch und hilfreich in der Zeit des Krieges. Doch auch sonst ist der Boris Lyatoshinsky ein interessanter Komponist. Seine ersten drei Sinfonien, besonders die Erste, haben Anklänge an den Impressionismus. In der Ersten sehr Nahe bei Scriabins Tonsprache. In den beiden Sinfonien dieser CD schlägt der Komponist jedoch eine deutlich herbere Tonspache an. Sehr kraftvoll, motorisch-rhythmisch, zeitweise heftig dissonant. Beide Sinfonien haben eine Länge von 26 Minuten und sind dreisätzig. Sie erfordern ein konzentriertes Zuhören und sind nichts für die sonntägliche Kaffeestunde. Für die wird der Lyatoshinsky seine Musik ja wohl auch kaum komponiert haben!? Im knapp gehaltenen, aber informativen Booklet wird seine Musik kommentiert als "im Sinne emotionaler Konflikte", die ausgetragen werden. Das passt. Dirigent Roland Bader versucht, diese Konflikte mit seinem leider nicht erstklassigen polnischen Orchester hörbar zu machen. Was recht gut gelingt. Die nun schon 28 Jahre alte Aufnahmetechnik ist zwar nicht mehr der letzte Schrei, kann sich aber immer noch hören lassen. Eine respektable Würdigung eines geschundenen Landes.
    Streichquartette op.3 Nr.1-6 Streichquartette op.3 Nr.1-6 (CD)
    30.04.2022
    Klang:
    5 von 5
    Künstlerische Qualität:
    5 von 5

    Eine Inspiration

    Wer kannte sie schon die Frau mit dem schönen Namen Maddalena Lombardini Sirmen? Wohl nur wenige Leute. Und da müssen erst vier engagierten Frauen zu einem Quartett zusammenfinden, sich den Namen der Lombardini geben und Person und Werk bekannt machen. Mit dem Raritäten-Label cpo haben die Musikerinnen auch die richtige Produktionsfirma gefunden. Primgeigerin Wiesbauer ist es deshalb auch selbst, die in einem sehr lesenswerten Booklet-Kommentar Stellung nimmt zu Leben und Werk der italienischen Komponistin. Und sie entwirft das Bild einer Frau, die viele Hindernisse in einer von Männern domierten (Kunst)Welt forträumen musste und viel Courage aufbrachte, um ihre Ziele zu erreichen. Insofern ist diese CD auch die Würdigung einer selbstbestimmten Frau in schwieriger Zeit. Ihre Musik ist schön. Die sechs Streichquartette op.3 sind alle zweisätzig und recht kurz (8 bis 12 Minuten). Sie hören sich alle "italienisch" an, farbenroh, lebendig, eben "unter italienischer Sonne". Vielleicht hauen einen die Quartette nicht vom Hocker. Doch auch in Anbetracht ihrer Persönlichkeit beeindrucken sie schon. Und das ist ein Verdienst des Lombardini Quartetts, das sich mit Leib und Seele, Können und Engagement dieser Musik verschrieben hat. Anerkennung!
    Klavierquartett Nr.3 a-moll op.133 Klavierquartett Nr.3 a-moll op.133 (CD)
    30.04.2022
    Booklet:
    5 von 5
    Gesamteindruck:
    5 von 5
    Klang:
    5 von 5
    Künstlerische Qualität:
    5 von 5
    Repertoirewert:
    5 von 5

    Genau: Plädoyer für einen Vergessenen

    Besser kann man es nicht ausdrücken. So überschreibt Michael Wittmann seinen 10(!!)-seitigen Kommentar in dem hervorragenden Booklet und wer ihn gelesen hat, versteht mehr von Mensch, Werk und "Verschwinden" des Ferdinand Hiller. Musikfreunde dürfen ihn nicht mit dem Johann Adam Hiller verwechseln, dessen Thema ja durch Max Regers Orchestervariationen zu einer gewissen Bekanntheit geführt hat. Ferdinand lebte eine Generation später und war mit seinem Namensvetter nicht verwandt. Beide teilte das Schicksal der Vergessenheit. Bei Ferdinand wohl auch deshalb, weil er festhielt an den formalen Prinzipien seiner Zeit und zunehmend als altmodisch bezeichnet wurde. Das Minguet Quartett und der rührige Pianist Oliver Triendl entwerfen mit zwei großformatigen Werken (beide Werke dauern in vier Sätzen je fast 40(!!) Minuten) ein Hörbild eines Komponisten, der ganz in seiner Zeit und in enger Verbindung zu Schumann stand. Und so klingen die Stücke auch: wunderbar geformt und auskomponiert mit schwierigem Klavierpart und wunderbarem Melos in romantischer Tradition. Die Interpreten zögern auch nicht, diese romantischen Attitüden auszukosten. Gut so. Eine schöne Ergänzung des romantischen Kammermusikrepertoires.
    Concerti op.8 Nr.1-4 "4 Jahreszeiten" (für Panflöte & Orchester) Concerti op.8 Nr.1-4 "4 Jahreszeiten" (für Panflöte & Orchester) (CD)
    29.04.2022
    Booklet:
    5 von 5
    Gesamteindruck:
    4 von 5
    Klang:
    5 von 5
    Künstlerische Qualität:
    5 von 5
    Repertoirewert:
    5 von 5

    Pan-Flöten-Paradestück

    Ich gebe zu, kein besonderer Freund von Bearbeitungen zu sein, wenn es dafür keinen zwingenden Grund gibt. Bei Vivaldis Vier Jahrenzeiten gibt es den eigentlich nicht. Es sei denn, man möchte Solistin Andreea Chira ein Paradestück präsentieren. Das ist dieser CD zweifellos gelungen, auch mit der Bearbeitung des zugegebenen Concertos RV 93. Hört man die Stücke durch und liest (und hört), dass auch in der instrumentalen Begleitung "gearbeitet" wurde, um den Klang der Pan-Flöte mehr Geltung zu verschaffen, so verstärkt sich bei mir die Erkenntnis: Eine Meisterin der Panflöte und sehr gute Begleiter unter Dirigent Bostock hüllen Vivaldi in ein neues Klanggewand. Mir ist und bleibt die Violine lieber. Sie kann wie kein anderes Instrument z.B. die klirrende, rauhe Kälte des Winters instrumentieren. Aber wie gesagt: Pan-Flöten-Freunde und Freunde ausgefallener Bearbeitungen werden ihre Freude haben.
    Sonaten Nr.1-11 für das Hamburger Collegium Musicum Sonaten Nr.1-11 für das Hamburger Collegium Musicum (CD)
    16.04.2022
    Booklet:
    4 von 5
    Gesamteindruck:
    4 von 5
    Klang:
    4 von 5
    Künstlerische Qualität:
    4 von 5
    Repertoirewert:
    5 von 5

    Bis an die Grenzen...

    ...hat es der Matthias Weckmann mit seinen 12 Sonaten getrieben. Alle zwischen drei und fünf Minuten lang, alle in unterschiedlicher Mehrstimmigkeit. Dominierend die Posaune und das Cornettino. Wobei wir schon bei der ersten Grenze wären: Nicht allen Musikfreunden werden die von der Musica Fiata verwendeten Instrumente geläufig sein. Was sind das für "exotische" Instrumente: Dulcian, Chitarrone, Cornettino, Bass-Shawn, Bombardo oder Viola da braccio? Natürlich handelt es sich immer um Renaissance-Vorläufer heutiger Blas-, Zupf- oder Streichinstrumente. Das sonst recht informative Booklet schweigt sich leider zu Aussehen, Klang- und Spieltechnik aus. Doch das wäre bei dieser Art Musik wichtig gewesen! Der Weckmann treibt nämlich die Spielbarkeit einzelner Instrumente - besonders des Cornettinos (eine Sonderform des Krummhorn/Zink) - bis an die Grenzen. Das hört man auch und darf sich über manche "schrägen" oder "jaulenden" Töne nicht wundern. Ohnehin treibt Weckmanns reichlich vertrackter Notensatz Spieler und Hörer an die Grenzen. Wechselnde Tempi und Zeitmaße, Rhythmen, Harmonien und Strukturen machen das Hören nicht einfach. Die Produkt-Info und der Booklet-Text beschreiben das trefflich. Man muss sich in Weckmanns etwas herben Klang "hineinhören". Hat man das geschafft, erfährt man sicher einen musikalischen Gewinn. Trotzdem sind mir die 12 Sonaten etwas zu gleichförmig. Im Verlauf der Stücke weiß man schon, "was kommt". Das Ensemble Musica Fiata unter der Leitung von Roland Wilson trägt leider (unverschuldet) zu dieser musikalischen Grenze bei. Die alten Instrumente sind sicherlich schwer zu spielen. Aber ob das Cornettino denn wirklich so reichlich "plärrend" und herb klingen muss, das sei dahingestellt. Das habe ich schon anders (besser!) gehört.
    Im Ganzen handelt es sich bei dieser neuen cpo-CD wieder um eine Ausgrabung, die alle Aufmerksamkeit der Musikfreunde verdient.
    Symphonien Nr.1-6 Symphonien Nr.1-6 (CD)
    30.03.2022
    Booklet:
    5 von 5
    Gesamteindruck:
    5 von 5
    Klang:
    5 von 5
    Künstlerische Qualität:
    5 von 5
    Repertoirewert:
    5 von 5

    Höchsteinsatz von allen Seiten

    Den sehr informativen (und stellenweise auch recht schwierigen) Booklettext von Habakuk Traber sollte man vor dem Anhören von Tals Sinfonien aufmerksam studieren. Man kommt nämlich u.a. zu der Erkenntnis, dass Tals hier eingespielten Werke zwar "Sinfonien" heißen, mit der formalen Gattung aber so gar nichts mehr gemeinsam haben. Tal vermerkt das selbst. Für ihn sind seine Sinfonien nicht formale Gebilde, sondern Werke des instrumentalen Miteinanders. "Diskussion zwischen einzelnen Instrumenten" wie es Tal ausdrückt (Booklet S.6). Das Fazit liefert Autor Traber im letzten Booklet-Absatz: "...sie sind Werke, die ihre Gültigkeit durch den Höchsteinsatz des menschlichen Subjekts, des komponierenden wie des hörenden, erreichen". Kurz gesagt: Der Hörer muss sich viel Mühe geben, um einen Zugang zu Tal Musik zu erlangen. Und der ist nicht einfach. Eigentlich ist seine Musik nicht atonal, ehe postmodern, sehr dissonant, expressiv, rhythmisch und experimentell. Wie gesagt: "Diskussion" zwischen den Instrumenten. Seinen Lehrer Hindemith kann er nicht verleugnen und doch ist Tal Sinfonik stilistisch kaum einzuordnen. Auf der nun erschienenen GA von Tals Sinfonien sind auf zwei CDs alle sechs Werkgattungen und die "Festive Vision" enthalten. Alle Werke sind einsätzig und zwischen 12 und 22 Minuten lang. Mit Leidenschaft hat sich der leider früh verstorbene Dirigent Israel Yinon der Werke angenommen und mit der NDR Radiophilharmonie das ideale Orchester gefunden, das sich mit gleicher Inbrunst dieser schwierigen Musik verschreibt. Herausgekommen sind wohl exemplarisache und konkurrenzlose Aufnahmen, die ihren Platz in der Diskothek moderner Sinfonik finden werden.
    Ein Kommentar
    Anonym
    10.12.2023

    Super Zusammenfassung, Danke !!

    Ich danke Ihnen für diese sehr präzise und stimmige Zusammenfassung der Einspielungen. Wenn mir Israel Yinon den Zugang zu dieser wirklich sehr abstrakten Musik nicht ermöglicht hat, wird es niemand Anderes schaffen. Ich bin selbst Musiker, aber im Jazzbereich, kann also durchaus mit modernen Klängen etwas anfangen. Meine klassischen Vorlieben gehen bis hin zu Pavel Haas in etwa. Mit Ernst Toch konnte ich noch zurecht kommen, bei Tal leider nicht mehr.
    Streichquartette Vol.4 Streichquartette Vol.4 (CD)
    30.03.2022
    Booklet:
    5 von 5
    Gesamteindruck:
    5 von 5
    Klang:
    5 von 5
    Künstlerische Qualität:
    5 von 5
    Repertoirewert:
    5 von 5

    In allen Teilen gelungen

    Diese 4.Folge der Streichquartette von Ries ist wieder eine gelungene Sache und meiner Rezension von Vol.3 ist eigentlich nichts hinzuzusetzten. Die Interpreten sind spitzenmäßig und die Präsentation ist super. Da darf man getrost auf weitere Folgen hoffen.
    Meine Produktempfehlungen
    • Streichquartette Vol.1 Streichquartette Vol.1 (CD)
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    Flötenkonzerte G-Dur op.12, a-moll op. 53, e-moll op. 63 Flötenkonzerte G-Dur op.12, a-moll op. 53, e-moll op. 63 (CD)
    30.03.2022
    Booklet:
    5 von 5
    Gesamteindruck:
    5 von 5
    Klang:
    5 von 5
    Künstlerische Qualität:
    5 von 5
    Repertoirewert:
    5 von 5

    Gefälliges aus der Nach-Mozart-Ära

    Wieder ein Schneider. Und wieder was aus der Nach-Mozart-Zeit. Gibt es da nicht genug? Mit Georg Abraham Schneider hat die Flötistin Gaby Pas-Van Riet eine wirkliche Rarität ausgegraben. Schneiders in der Musik kennt man ja. Aber den Georg Abraham wohl nur absolute Spezialisten. Das sollte sich jetzt dank der neuen cpo-Produktion ändern, denn sie enthält drei Flötenkonzerte des auch im preussischen Dienst stehenden Schneider. Und siehe da: Es sind wunderschöne Konzerte zu hören, melodienreich und virtuos. Das Konzert op.63 zudem mit einer kraftvollen (Trompeten + Pauken) Orchesterbegleitung. Die ist unter der Leitung von Johannes Moesus ohnhin zupackend geraten und verleiht der Musik Eleganz, aber auch Glanz und Kraft. Die CD ist mit den drei knapp halbstündigen Konzerten prall gefüllt. Prima - nicht selbstverständlich bei cpo. Auch Booklet und Aufnahmetechnik sind tadellos. Eine schöne CD zum Selbstbehalten oder Verschenken. Der Beschenkte hat sie bestimmt noch nicht?!
    2 Passions-Oratorien 2 Passions-Oratorien (CD)
    30.03.2022
    Booklet:
    5 von 5
    Gesamteindruck:
    4 von 5
    Klang:
    5 von 5
    Künstlerische Qualität:
    5 von 5
    Repertoirewert:
    5 von 5

    Sehr schöne Musik - und dann?

    Hinsichtlich der musikalischen Qualität dieser neuen Heinichen-Einspielung kann man jommelli nur zustimmen. Ich schätze Dirigent Willens und seine Kölner Akademie sehr, auch wenn ich nicht unbedingt ein Freund seiner solistisch besetzten Chorpartien bin. Aber das ist Ansichtssache. Auch mit dieser Einspielung liefert Willens höchste musikalische Qualität ab auch, was die Auswahl der Gesangssolisten betrifft. Alle Vier sind prima! Trotzdem sei bezüglich der Werkauswahl eine Anmerkung gemacht. Passionsoratorien leben auch von ihrem Textgehalt. In kaum einer Musik wendet sich die Musik so direkt an den Text wie bei Leiden und Sterben Jesu. Da ist manchmal auch der Text sehr wichtig, um Verständnis für die Musik zu haben und umgekehrt. Und genau da trifft die Anmerkung. Wenn die HörerInnen des Italienischen nicht mächtig sind (und das sind wohl die wenigsten), dann müssen sie die italienischen Gesangstexte in der Booklet-Übersetzung mitverfolgen. Natürlich geht das. Doch mich (des Italienischen leider nicht mächtig) würde das doch gelegentlich hindern, zu dieser Aufnahme zu greifen, anders als es beim visuell unterstützten Operngeschehen der Fall wäre. Das soll den Wert dieser Produktion nicht schmälern, dürfte aber den Wirkungs- und Bekanntheitsgrad der Kompositionen schmälern. Italienisch ist eben nicht mehr so "in" wie am Hofe zur Zeit Heinichens. Wer also diesen "kleinen sprachlichen Umstand" nicht scheut, der nehme das (ausgezeichnete) Booklet zur Hand und erfreue sich an dieser schönen Passionsmusik.
    251 bis 275 von 974 Rezensionen
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