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    Heimacker Top 100 Rezensent

    Aktiv seit: 25. Mai 2020
    "Hilfreich"-Bewertungen: 740

    Bitte beachten Sie

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    319 Rezensionen

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    Ludwig Güttler - In allen meinen Taten (CD & DVD mit dem Konzert zur Eröffnung der Frauenkirche Dresden)

    Ludwig Güttler - In allen meinen Taten (CD & DVD mit dem Konzert zur Eröffnung der Frauenkirche Dresden) (CD)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    08.12.2022
    Booklet:
    5 von 5
    Gesamteindruck:
    5 von 5
    Klang:
    5 von 5

    Ein Schwanengesang

    Professor Güttler möchte der Bühne Valet sagen und gibt seinen Fans und allen Freunden barocker Trompetenmusik resp. Corno da caccia einen Doppelpack aus CD und DVD als Vermächtnis. Ein Erbe, noch mit warmen Händen gegeben, wie meine Oma gesagt hätte. Wer den Künstler erlebt hat, und er stand und steht oft auf der Bühne, wird dies kaum glauben. Mir wird er fehlen, als Bläser, Dirigent und Entertainer. Unvergessen seine Einstudierungen eines Kirchen- oder Weihnachtsliedes mit dem Publikum am Ende eines Konzertes, seine Belehrungen fürs Publikum ("an dieser Stelle würde ich klatschen") und seine charmanten Ansagen und Anekdoten. Er ist unermüdlich im Aufspüren von Stücken, die wenig bis gar nicht gespielt werden und in den Archiven schlummern. Beispiele dazu finden wir auf den vorliegenden Platten.
    Der Mitschnitt der (katholischen) g-Moll Messe von Hasse bei der Einweihung der (protestantischen) Frauenkirche auf DVD ist historisch wie künstlerisch ein Erlebnis. Auch, wenn der Meister mal nicht bläst. Die CD enthält neben einigen Neueinspielungen vorwiegend Aufnahmen älterer Veröffentlichungen mit seinen Weggefährten. Eine besondere Zusammenarbeit verbindet Ludwig Güttler mit dem Organisten Friedrich Kircheis. Beide sind schon wie ein altes Ehepaar. Die musikalische Abstimmung ist nicht zu toppen. Auf der CD sind mit Stücken von Langlais und Reger auch einige nicht barocke Nummern.
    Der Booklet-Text des Dresdner Musikjournalisten Karsten Blüthgen ist der gelungene Versuch einer Reminiszenz über ein unvergleichlich reiches Künstlerleben.
    Der Doppelpack ist eine akustisch wie optisch gelungene Erinnerung an eine großen Mann, an dessen Bühnenabschied ich nicht glauben kann.
    Symphonien Nr.2 & 5

    Symphonien Nr.2 & 5 (CD)

    4 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern
    07.12.2022
    Booklet:
    2 von 5
    Gesamteindruck:
    4 von 5
    Klang:
    4 von 5

    Ein wenig von Allem

    Frank Beermann kommt viel rum. Dieses Mal sind es die Berner Symphoniker, die mit ihm arbeiten. Das Orchester ist ausgewogen und gut. Und der Maestro ist bei Reznicek in seinem Element. Beide, Orchester und Dirigent, leisten Pionierarbeit. Vergleiche mit anderen Aufnahmen kann man nicht anstellen, da es keine gibt. Mir erscheinen die Interpretationen schlüssig. Die besondere Romantik des Komponisten unromantisch gespielt.
    Die B-Dur-Sinfonie strotzt vor musikalischen Einfällen. Die Arrangements sind an Abwechslung kaum zu überbieten. Wie es die Satzbezeichnungen schon sagen: Von "sehr lustig" bis zu "abgeklärter Ruhe" ist alles dabei. Auf jeden Fall leicht und fluffig und ein Genuss für den Hörer. Die sinfonischen Tänze der Nummer 5 sind wohl eher als Sinfonik denn als Ballettmusik zu verstehen, obwohl es auch tänzerische Aufführungen gegeben hat. Die Komposition ist deutlich zeitgemäßer.
    Das Booklet hat den typischen Eckhardt-van-den Hoogen-Text. Poetisch kostbar, informativ, schwer verständlich und ermüdend zu lesen. Nichts für das breite Publikum.
    Die Musik des Komponisten ist toll. Die Einspielungen sind gut. Das reicht für eine Empfehlung.
    Symphonie Nr.1 "Tragische"

    Symphonie Nr.1 "Tragische" (CD)

    4 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern
    07.12.2022
    Booklet:
    3 von 5
    Gesamteindruck:
    4 von 5
    Klang:
    4 von 5

    Kontrastprogramm

    In Fortsetzung der Gesamtaufnahme der Sinfonien Rezniceks für cpo agiert Frank Beermann für die erste Sinfonie mit dem Staatsorchester aus Frankfurt an der Oder. Ein solider Klangkörper, gut geeignet fürs Seltene. Die Sinfonie wird recht flott gegeben, nicht zu romantisch. Obwohl sie stilistisch zur Hochromantik zu zählen ist. Viel Blech, viele Wendungen, viel Affektion - ein unterhaltsames Werk. Warum das Ding vom Komponisten "Tragische" genannt wurde, bleibt sein Geheimnis. Die Deutungsversuche der Rezensenten dazu sind mehr als fragwürdig. Die Bet- und Bußgesänge sind dramaturgisch passend zur 1. Sinfonie. Die vorliegende Interpretation ist, gelinde gesagt, eine Herausforderung an den Langmut der Zuhörer. Sie Sängerin mag eine gute Opernsängerin sein. Liedgesang kann sie nicht. Kein Textverständnis, falsche Betonungen, stilistisch merkwürdig.
    Dafür, dass Reznicek im Bühnenalltag nicht vorkommt und auch auf Tonträger keine Vergleichsmöglichkeiten vorliegen, ist das Engagement der Künstler und der Plattenfirma höchst löblich.
    Der Booklet-Text Herrn Dr. van den Hoogens ist gut recherchiert. Aufgrund des Ausdrucks leider nicht leicht und schon gar nicht vergnüglich zu lesen. Sachlichkeit kann man dem Autor nicht vorwerfen. Es ist mehr der Versuch einer prosaischen Komponistenbiografie als eine sachliche, allgemeinverständliche Werksbeschreibung. Ist halt sein Stil.
    Die Musik Rezniceks gehört m.E. zum Bildungskanon. Die Sinfonie kling gut. Die Kröte mit den Gesängen kann man schlucken. Insofern eine Kaufempfehlung.
    Streichquartette c-moll,cis-moll,d-moll,e-moll,B-Dur

    Streichquartette c-moll,cis-moll,d-moll,e-moll,B-Dur (CD)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    06.12.2022
    Booklet:
    4 von 5
    Gesamteindruck:
    4 von 5
    Klang:
    5 von 5

    Späte Liebe

    Über Emil Nikolaus von Reznicek gibt es inzwischen viel zu lesen. Unter anderem auf der Internetseite Dr. Michael Wittmanns, der den Booklet-Text geschrieben hat und sich löblicher weise um die Veröffentlichung der Werke des Komponisten bemüht. Der Booklet-Text ist sachlich und informativ. Die Titelangaben der CD 2 sind bis auf Quartett-Nummer und Tonarten frei erfunden. Man kann nicht alles haben. Wenn man die Nummer 4 komplett hören will, muss man in die Mittelsätze von Nummer 6 wechseln und zurück. Die Mittelsätze sind angeblich identisch. Mit einer anderen Verteilung der Quartette hätte man auch beide Werke komplett untergebracht. So ist des Hörers Mitarbeit gefordert.
    Rezniceks Streichquartette sind interessante Werke von der romantischen Zeit des Studienanfängers mit 22 Jahren bis zu den Quartetten 3 bis 6. Dort hatte der Komponist die Fünfzig bereits überschritten. Sie gehen stilistisch zunehmend in die neue Klassik, wenn sie auch nicht die Innovationen der Werke von Zeitgenossen erreichen. Es ist zwar kein Anachronismus, aber ein Innehalten auf dem Kompositionsstil der Jahrhundertwende, mit ein paar Reibungen und chromatischen Passagen. Aber das war es dann schon. Besonders das letzte und einzige Dur-Quartett mit seinem Notturno und dem abschließenden Variationssatz sind schönste Spätromantik.
    Das Minguet-Quartett ist bestens aufeinander eingespielt. Die Stücke kommen sehr dynamisch daher. So, wie man es auf der Bühne erwartet. Kein Versuch einer Referenz-Aufnahme. Mitreißend gespielt. Die vier Streichenden (so heißt es jetzt wohl korrekt) sind gut abseits des Mainstreams unterwegs.
    Klare Kaufempfehlung für den Raritätenschrank.
    Pelleas und Melisande op.5

    Pelleas und Melisande op.5 (SACD)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    30.11.2022
    Booklet:
    3 von 5
    Gesamteindruck:
    4 von 5
    Klang:
    5 von 5

    Expressionistisches vom hohen Norden

    Arnold Schönberg hatte nach einer spätromantischen Phase in seiner Jugend und vor den bekannten Werken der zweiten Wiener Schule eine expressionistische Periode. Diese Modeströmung in der Kunst, die sich mit dem Ausdruck innerer Stimmungen befasste, beherrscht die beiden vorliegenden Einspielungen. Die Psychoanalyse hielt Einzug in die Kunst. Baudelaires "Blumen des Bösen", Maeterlincks "Pelléas et Mélisande" - auch als Oper Claude Debussys -, Josef Suks "Asrael-Sinfonie": Depression wohin man schaut. Die Stücke sind chromatisch geschrieben - schwere Kost für Liebhaber romantischer Klänge.
    Das Opus 5 wird gern in Konzerten gegeben. Der Klangreichtum des riesigen Orchesters ergreift Musiker wie Zuhörer. Auf Platte ist dies nicht ganz so effektvoll darstellbar. Edward Gardener reizt die dynamischen Möglichkeiten nicht voll aus. Das Melodram "Erwartung" ist reine Tiefenpsychologie und thematisch nicht mein Ding. Zuviel Depression und Fatalismus. Sara Jakubiak, gefeierte Diva auf den europäischen Opernbühnen, liegt diese Musik. Sie bringt die Stimmungen mit sicherer Intonation gut rüber. Dieses Stück ist mir noch nicht im Konzert begegnet.
    Das Booklet in Englisch, Deutsch und Französisch ist informativ, gut verständlich und beinhaltet das deutsche Libretto der "Erwartung" . Die Teilung des einsätzigen "Pelleas" in Partitur-Abschnitte hilft dem Hörer beim Werksverständnis.
    Insbesondere "Pelleas und Melisande" sind auch für ein breites Publikum interessant.
    Symphonisches Konzert für Cello & Orchester op.125

    Symphonisches Konzert für Cello & Orchester op.125 (CD)

    4 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern
    29.11.2022
    Booklet:
    3 von 5
    Gesamteindruck:
    4 von 5
    Klang:
    3 von 5

    Cello mal etwas anders

    Natalia Gutman ist eine Vertreterin der großen russischen Cellisten-Generation des 20. Jahrhunderts. Wunderkind, technisch brillant mit breitem Repertoire. Meist mit einem Tempo, das die Mitspieler fordert und mitunter überfordert. Sie spielt einen durchgehend singenden Ton mit viel Vibrato. Selbst die Springbogen-Passagen klingen selten gekratzt.
    Die vorliegende Platte bringt zwei Konzertmitschnitte von 1981 zu Gehör, die thematisch nichts verbindet. Das Konzert op.125 von Prokofjew, eine seiner letzten Kompositionen und noch von fremder Hand fertiggestellt, wird wenig aufgeführt. Man greift eher auf das Basisopus 58 zurück, das den meisten Hörern leichter erfassbar ist. Die Solistin spielt es mit viel Tempo und kostet die Soloteile genüsslich aus. Sie kann es eben. Das Doppelkonzert von Brahms ist oft auf deutschen Bühnen zu hören. Hier spielt es die Cellistin mit ihrem leider früh verstorbenen Gatten. Das Stück wird hierzulande meist sehr romantisch verkleistert. In der vorliegenden Aufnahme ist dies nicht so. Mir ist es fast zu wenig Romantik.
    Die Aufnahmen sind tontechnisch absolut Retro. Wahrscheinlich waren die Mitschnitte nur für den Rundfunk und nicht für die Platte gedacht. Klingt ein wenig nach Mono aus den fünfziger Jahren. Das Booklet hat einen kurzen informativen Text in Russisch, Englisch und Französisch.
    Die Platte ist ein schönes Tondokument einer Cellistin auf dem Zenit ihres Könnens und einem russischen Spitzenorchester der achtziger Jahre.
    Symphonien Nr.3 & 4

    Symphonien Nr.3 & 4 (CD)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    29.11.2022
    Booklet:
    2 von 5
    Gesamteindruck:
    4 von 5
    Klang:
    5 von 5

    Sinfonik abseits der Bühnen

    Es wird sich bei jeder Edition Reznicekischer Werke darüber beschwert, dass die Stücke nicht auf die Bühne kommen. Geholfen hat es nicht. In deutschen Landen ist der Komponist kein Zugpferd. Seine Musik ist schön und man kann sie mit einer ordentlichen Musikanlage inzwischen umfangreich zu Hause genießen. Die beiden vorliegenden Sinfonien sind stilistisch in der Romantik angesiedelt. Mit langsamen Beginn, hübschen Melodien, vielen Wendungen, tollen Bläserpassagen in Blech und Holz - Musik zum Hinhören, Träumen, Entspannen - für das breite Publikum gemacht.
    Frank Beermann ist Experte für die rare Romantik. In seiner Zeit als GMD in Chemnitz hat er mit der Robert-Schumann-Philharmonie viel Reznicek eingespielt und auf die Bühne gebracht. Der Komponist soll kein Trauerkloß gewesen sein. Und so lässt der Maestro auch die Stücke spielen. Selbst den Trauermarsch der f-Moll-Sinfonie. Die Aufnahmen sind von guter Qualität.
    Das Booklet ist nicht so der Bringer. Der Text ist ein literarischer Erguss im Stil des 18. Jahrhunderts. Auf drei Seiten können wir lesen, dass der Komponist keine Deutung der beiden Sinfonien hinterlassen hat, und dem Autor auch nichts einfällt. Die anschließende theoretische Deutung hat er zum großen Teil exklusiv. Schwer zu lesen und zu verdauen.
    Die Musik ist dafür umso schöner und meinerseits eine klare Empfehlung. Wer Brahms mag, dem gefällt auch Reznicek.
    Symphonie E-Dur

    Symphonie E-Dur (CD)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    16.11.2022
    Booklet:
    4 von 5
    Gesamteindruck:
    5 von 5
    Klang:
    5 von 5

    Schönes Konzept

    Die E-Dur Sinfonie Hans Rotts wird gern auf Platte aufgenommen, und sie erlebt derzeit wieder Beachtung in den Konzertsälen. Kein Wunder, denn es ist hochromantische Sinfonik mit hervorragenden Bläsersätzen, insbesondere die Hörner sind eine Wucht. Mahlers Blumine wird auch hin und wieder gern gegeben. Auch, wenn Mahler sie aus seiner ersten Sinfonie gestrichen hat, ist es hörenswerte Musik aus der gleichen Zeit, wie Rotts Sinfonie. Die Ergänzung der Platte mit Bruckners Präludium passt dramaturgisch hervorragend zu den anderen beiden Stücken. Eine veritable Verhaltensstörung hatten alle drei Komponisten. Bei Hans Rott wird das immer besonders herausgestellt. In seiner Musik ist davon nichts zu spüren.
    Die Aufnahmen sind sehr gut gelungen. Es ist stilistisch das Repertoire, das die Bamberger und Jakub Hrusa beherrschen. Der Maestro befindet sich ohnehin momentan im Höhenflug bei den großen Orchestern. Und das nicht ohne Grund!
    Den englisch/deutschen Booklet-Text hat Hrusa selbst geschrieben. Ich finde es immer interessant, wenn die Interpreten ihre Sicht zu den Werken kund tun.
    Es ist eine sehr empfehlenswerte Zusammenstellung sinfonischer Werke mit Rotts großer Sinfonie in hervorragender Qualität.
    Ein Kommentar
    Anonym
    19.11.2022

    Musikalische Discovery of the year

    Ich schließe mich dem Rezensenten vollkommen an - ich vergebe 10 Punkte von 10 Punkten für
    Perfprmance
    Aufnahme
    Konzeption und
    Repertoirewert

    Für mich die Aufnahme des Jahres 2022
    Klarinettentrio op.114

    Klarinettentrio op.114 (CD)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    10.11.2022
    Booklet:
    4 von 5
    Gesamteindruck:
    5 von 5
    Klang:
    5 von 5

    Feines Repertoire

    Drei gern gespielte Stücke mit dem Cello als zentralem Ausdruckselement versprechen ein schönes (CD-)Konzert für die herbstliche Stimmung. Brahms erste Cellosonate, ein frühes Werk mit stilistischen Elementen aus Barock und Wiener Klassik, sein spätes Klarinettentrio mit viel Gesanglichkeit und Rachmaninows große, wehmütige Sonate, zehn Jahre nach Brahms Klarinettentrio entstanden, sind großes Kino für den Kammermusikfreund. Beide Komponisten waren Klaviervirtuosen. Dementsprechend hat das Klavier nicht nur begleitende Funktion.
    Die drei Interpreten gehören zu den Solisten-Stars auf ihrem Instrument. Sie kennen sich von der Bühne und arbeiten perfekt zusammen. Yuja Wang nimmt sich in den repetierenden Teilen angenehm zurück, um in den virtuosen Passagen für das Klavier um so mehr zu brillieren. Gautier Capucon ist ein Vertreter des singenden Cellos. Kein Traktierer, wie Haydn einst die Cellisten beschrieb. Andreas Ottensamer hat ebenfalls einen weichen Ton und intoniert makellos. Es ist zweifellos eine der guten Aufnahmen der Stücke auf dem Markt.
    Das Booklet hat einen interessanten und gut verständlichen Text in Englisch und Deutsch, mit hübschen Fotos. Für das Kleid hat Frau Wang vermutlich einen Waffenschein. Schöne Platte für den Tagesausklang.
    Violinkonzerte Nr.4,6,7

    Violinkonzerte Nr.4,6,7 (CD)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    08.11.2022
    Booklet:
    2 von 5
    Gesamteindruck:
    5 von 5
    Klang:
    5 von 5

    De Bériot im Kleinen

    Neben seinen halbstündigen Konzerten hat de Bériot auch kürzere Werke des Genres geschrieben, was die Konzertabende zuweilen etwas abwechslungsreicher macht. Der Komponist hat die Stücke deswegen aber nicht weniger virtuos gestaltet. Es sind drei wunderbare kleine Konzerte, ergänzt um ein Variationsstück im Barockstil und einer fiktiven Ballettmusik. De Bériot war selbst begnadeter Auftrittskünstler und wusste, wie Erfolg funktioniert.
    Die Künstler haben die Werke vermutlich ausschließlich für die Plattenproduktion einstudiert. Insofern ist die Qualität bemerkenswert hoch. Die Tschechische Kammerphilharmonie aus Pardubice unter dem betagten Rumänen Michael Halász macht ihre Aufgabe gut. Die japanische Solistin Ayana Tsuji gibt hier mit 19 Jahren ihr Plattendebüt. Sie ist zweifellos der neue Stern am japanischen Geigenhimmel. Das Orchester hat zuweilen Mühe ihrem Tempo zu folgen, was bei der Schwierigkeit der Stücke bemerkenswert ist.
    Schöne Musik für Geige und Orchester mit jugendlichem Anstrich.
    Violinkonzerte Nr.2,3,5

    Violinkonzerte Nr.2,3,5 (CD)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    08.11.2022
    Booklet:
    3 von 5
    Gesamteindruck:
    5 von 5
    Klang:
    5 von 5

    Technischer Querschnitt

    Als hervorragender Virtuose auf der Geige hat de Bériot seine zehn Violinkonzerte jeweils mit technischen Besonderheiten ausgestattet. Das ist auch bei den drei vorliegenden Konzerten der Fall. Vom Aufbau her sind es typische Werke ihrer Zeit nach dem Vorbild der Paganini-Konzerte. Die beiden längeren Stücke sind stilistisch mehr deutsche Romantik als französische Klassik.
    Das Slowakische RSO spielt solide. Kirk Trevor hat das Orchester, das vorwiegend begleitend agiert, sehr gut eingestellt. Philippe Quint ist bei den virtuosen Passagen gut gefordert. Er bewältigt die Konzerte solide. In unseren Breiten ist der russischstämmige Amerikaner weniger bekannt, obwohl er zur Zeit mit Korngold und einem Chaplin-Programm durch Westeuropa tourt.
    Die Stücke auf der Platte sprechen ein breites Publikum an. Virtuose Musik mit leichtem Zugang für den Hörer. Wahrscheinlich nur auf Platte zu erleben.
    Duos concertants für 2 Violinen op.57 Nr.1-3

    Duos concertants für 2 Violinen op.57 Nr.1-3 (CD)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    02.11.2022
    Booklet:
    2 von 5
    Gesamteindruck:
    5 von 5
    Klang:
    5 von 5

    Zwei Geigen und süße Melodien

    Musik aus der Zeit der Romantik in ihrer verklärtesten Art, geschrieben von de Bériot, dem belgischen Stargeiger seiner Zeit. Nach seiner Phase als Bühnenkünstler beschäftigte er sich nach dem frühen Tod seiner Frau mehr mit Komponieren und in der Lehre. Die Erfahrungen mit dem Publikum sind in den Kompositionen zu spüren. Schwärmerische Melodien, mit leichtem Zugang für den Hörer, manchmal beschwingt, meist verträumt. Neben den drei konzertanten Duos ist eine Suite aus Prinz Jussupows Spanischem Ballett enthalten, die sich stilistisch nahtlos an die anderen Stücke anschließt.
    Christine Sohn und John Marcus sind mehr in den Staaten unterwegs und hierzulande weniger bekannt. Marcus tourt noch mit den Knights gelegentlich durch Deutschland. Beide spielen mit klarem, singenden Ton in perfektem Einklang. Die Aufnahmen wurden vom Gitarristen Norbert Kraft realisiert. Ein Garant für hohes Niveau auf technischer Seite.
    De Bériot und Prinz Jussupow dürften außerhalb der Musikerszene kaum jemand kennen. Eine Platte zum Gern-Hören.
    Orchesterwerke

    Orchesterwerke (CD)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    21.10.2022
    Booklet:
    3 von 5
    Gesamteindruck:
    4 von 5
    Klang:
    4 von 5

    Russisches Orchesterprogramm

    In Russland kennt Tanejew jedes halbwegs gebildete Kind. Bei uns kaum einer. Und die hier eingespielten Stücke schon gar nicht. Obwohl diese zum Teil Ohrwürmer sind, reich an Melodien und gesanglichen Linien und perfekt orchestriert. Die Musik macht ein wenig süchtig auf mehr. Sie ist voller russischer Seele. Manchmal schwermütig, aber nie fatalistisch.
    Thomas Sanderling, der Älteste der Söhne Kurt Sanderlings, ist mit dem russischen Repertoire bestens vertraut. Mit dem Orchester seiner Geburtsstadt hat er geniale Partner für die Aufnahmen. Er lässt die Stücke mit viel Schwung und wenig Pathos spielen. Das Booklet ist englisch getextet und informativ geschrieben. Etwas spartanisch in der Aufmachung. Die Platte ist eine lohnende Investition.
    Konzert für Orgel, Streicher & Pauken

    Konzert für Orgel, Streicher & Pauken (CD)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    20.10.2022
    Booklet:
    4 von 5
    Gesamteindruck:
    5 von 5
    Klang:
    5 von 5

    Fulminantes Finale

    Iveta Apkalna und Mariss Jansons haben uns mit dem SO des BR einige ergreifende Abende beschert. Wozu die Künstler auf der Bühne fähig sind und waren, wird in den vorliegenden Live-Aufnahmen eindrucksvoll dokumentiert. Es ist wohl eine der letzten, wenn nicht gar d i e letzte CD-Produktion des Maestros. Die Solistin hat die Konzertorgel in den letzten Jahren weltweit wieder in den Fokus des Konzertlebens gerückt. Die Registerwahl und ihr Spiel sind sehr transparent. Und sie ist eine hervorragende Mitspielerin für ihre musikalischen Partner. Die Abstimmungen und Einsätze kommen nahezu perfekt, was bei Orgelwerken nicht so einfach ist.
    Die Orgelsinfonie ist in den Konzertsälen oft zu hören. Poulencs Konzert weniger. Beide Werke sind sehr intensiv und interessante Beispiele für die französische Spätklassik. Der Booklet-Text ist informativ und gut verständlich geschrieben. Es gibt ein paar hübsche, teilweise sogar farbige Fotos. Die Platte ist eine schöne Erinnerung an einen großen Maestro.
    Violinkonzert A-Dur WoO 4

    Violinkonzert A-Dur WoO 4 (CD)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    20.10.2022
    Booklet:
    4 von 5
    Gesamteindruck:
    4 von 5
    Klang:
    4 von 5

    Original Herzogenberg

    Es war wohl im 19. Jahrhundert nicht so einfach, als Komponist wahrgenommen zu werden und seine Werke verlegt zu bekommen, wenn man kein berühmtes Protegé hatte. Heinrich von Herzogenberg hat sich an Johannes Brahms, Joseph Joachim und deren Umfeld gehalten. Dabei hat er ein wenig Selbstaufgabe betrieben, um Brahms zu gefallen. Bei den beiden Stücken auf der vorliegenden Platte ist dies (noch) nicht der Fall. Das Violinkonzert ist ein schönes romantisches Konzert mit viel Gesang und ergreifenden Melodien. Die Odysseus-Sinfonie ist ein programmatisches Frühwerk des Komponisten, das Herzogenbergs Talent als musikalischer Geschichtenerzähler mit viel Affektion offenbart.
    Ulf Wallin und Frank Beermann sind ein bewährtes Team fürs selten gespielte Repertoire. Die Deutsche Radiophilharmonie ist ein perfektes Orchester. Die Art der Interpretation der Stücke entspricht meinem Geschmack. Es wird nicht zu sehr romantisiert.
    Dr. Wiecherts Booklet-Text ist wieder sehr fundiert recherchiert und interessant. Die Herzogengesellschaft und das Erforschen der Werke und des Lebens des Komponisten waren ihm merklich Herzenssache. Speziell bei den hier eingespielten Werken ist es schade, dass sie nicht auf die Bühne kommen.
    Die Soldaten (Vocal Symphony)

    Die Soldaten (Vocal Symphony) (CD)

    4 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern
    25.09.2022
    Booklet:
    2 von 5
    Gesamteindruck:
    4 von 5
    Klang:
    4 von 5
    Künstlerische Qualität:
    5 von 5
    Repertoirewert:
    2 von 5

    Zimmermann-Querschnitt

    Um es vorweg zu nehmen: Die Musik Bernd Alois Zimmermanns ist nichts für romantische Ohren. Seine Werke sind äußerst dynamisch ohne musiktheoretische Regeln. Irgendein Experte hat dafür mal den Begriff atonal erfunden. Das Violinkonzert, das Leila Josefowicz grandios gibt, ist ein abwechslungsreiches Wechselspiel von Geige und Orchester. Die Solovioline ist ständig am Limit und wird immer wieder vom Orchester ausgebremst. Die Geigerin ist eine der wenigen Künstler im modernen Repertoire, die bei aller Emotionalität auch noch die Töne trifft. Der sinfonische Auszug aus der Oper "Die Soldaten" entstand einige Jahre später. Die Instrumentalteile sind sehr rhythmus-betont und vorwärtstreibend. Die Orgasmus-Szene im zweiten Akt sucht wohl in der Musikliteratur ihres Gleichen. Die Collage Photoptosis, das Auftreffen des Lichts, ist eine sich ständig verändernde und steigernde Klangkomposition. Zwei Jahre vor Zimmermanns Tod entstanden, hat er hier seinen Personalstil gefunden. Er legt Musikzitate aller möglichen Epochen übereinander und verbindet sie in einem Klangteppich. Man bekommt wunderbar die Ohren freigeblasen und den eigenen Tinnitus übertönt. Dieses Stück wird gelegentlich als Konzertouvertüre auf den Bühnen gespielt. Der Rest nicht. Was beim Violinkonzert schade ist.
    Das Finnische RSO unter Hannu Lintu spielt die Stücke exzellent. Die Sänger haben mich nicht ganz so überzeugt. Das Booklet hat einen englischen und finnischen Text. Das Libretto gibt es dafür in deutsch und englisch, inklusive Regieanweisungen zum Nachstellen der Szenen.
    Musik für Freunde moderner Klassik!
    Ultimate Hits: Rock And Roll Never Forgets

    Bob Seger
    Ultimate Hits: Rock And Roll Never Forgets (CD)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    25.09.2022
    Klang:
    4 von 5
    Musik:
    5 von 5

    Erinnerungen

    Die Lieder Bob Segers sind fester Bestandteil meiner Jugenderinnerungen: Das Against The Wind, das in der DDR leicht subversiv verstanden wurde und die ganzen anderen Titel für einsame Herzen, die auch heute noch wirken, wenn man sich nachts damit ans Barpiano setzt. Es ist 70er-Jahre-Musik, meist im Originalklang. Viele der Titel sind als Coverversionen bekannt geworden. Mir gefallen meist beide Varianten. Für mich ist es Musik für einsame Whiskey-Abende.
    Symphonien Nr.1 & 2

    Symphonien Nr.1 & 2 (CD)

    3 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern Inaktiver Stern
    30.08.2022
    Booklet:
    4 von 5
    Gesamteindruck:
    3 von 5
    Klang:
    3 von 5
    Künstlerische Qualität:
    3 von 5
    Repertoirewert:
    1 von 5

    Für Sammler romantischer Sinfonien

    Heinrich von Herzogenberg gehörte zu den großen Personen der Romantik. Er machte sich einen Namen als Lehrer und Entdecker Bachscher Musik. Als Komponist wurde er nicht so wahrgenommen, wie die Großen seiner Zeit. Den Sinfonien fehlen die großen Melodien und die Publikumswirksamkeit. Vier Minuten Trauermarsch am Beginn der c-Moll-Sinfonie wollen überstanden sein. Viele Brüche, viel Hektik, laut und sehr laut. Die B-Dur-Sinfonie hat in den letzten beiden Sätzen sehr schöne Momente. Die Pauken und Trompeten lassen die Affinität zur Barockmusik spüren.
    Die Internationale Herzogenberg Gesellschaft hat in der Zeit ihres Bestehens das Leben und Werk Heinrich von Herzogenbergs umfangreich erforscht, dokumentiert und auch publiziert. Der Booklet-Text ihres Vizes Dr. Wiechert ist ein beredtes Beispiel dafür. Selten sind Texte so umfangreich recherchiert und lesenswert. Leider ist es der Gesellschaft auch nicht gelungen, die Werke Herzogenbergs auf den Bühnen zu etablieren. Immerhin sind einige Aufnahmen motiviert worden.
    Frank Beermann und die NDR Radiophilharmonie sind für Raritäten bestens aufgestellt. Der Maestro lässt die Stücke im Stile der Sinfonien von Brahms spielen. Vorwärtsdrängend mit viel Wucht. Ob eine andere Interpretationsweise besser gewesen wäre, ist zu bezweifeln. Vergleiche wird es wohl weder auf den Bühnen noch auf Platte geben. Zur Vervollständigung der Plattensammlung romantischer Musik sind die Aufnahmen geeignet.
    Violinkonzerte Nr.1,8,9

    Violinkonzerte Nr.1,8,9 (CD)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    26.08.2022
    Booklet:
    3 von 5
    Gesamteindruck:
    4 von 5
    Klang:
    5 von 5
    Künstlerische Qualität:
    5 von 5
    Repertoirewert:
    2 von 5

    Kurze Komponisten-Karriere

    Die ersten Jahre seines Musikerlebens zog de Bériot als Geigenvirtuose durch die Lande. Meist mit seiner späteren Gattin, der berühmten Sängerin Maria Malibran. Die soll auch ganz gut Klavier gespielt haben. Kurz nach der Hochzeit fiel sie vom Pferd und starb. Nun begann mit Ende Dreißig der Hauptteil der Komponisten-Karriere des Karl-August. Die Violinkonzerte entsprechen in Aufbau, Struktur und Virtuosität dem Zeitgeist. Paganini, Lipinski usw. haben in ähnlichem Stil komponiert. Der Virtuose war meist auch Dirigent, sodass der Orchesterpart während der Soli nur begleitend ausfallen konnte. Auch der Hang zur Janitscharen-Musik war in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts groß. Die Musik des Komponisten unterscheidet sich von der seiner Zeitgenossen durch mehr Gesanglichkeit und Lyrik.
    Die Aufnahmen sind sehr gut gemacht. Das Orchester und den Dirigenten gibt es nicht mehr. Die Solistin hatte wohl ein besonderes Glück im Leben. Ihr Gatte, ein deutscher Geschäftsmann, gründete für sie die Label Marco Polo und später NAXOS, um ihr die Produktion und Verbreitung seltener Violinkonzerte zu ermöglichen. Eine Erfolgsgeschichte. Frau Nishizaki spielt auf technisch hohem Niveau und besonders in den lyrische Passagen hinreißend schön. In China und weiten Teilen Asiens war und ist die Japanerin ein Star.
    Das Booklet mit englischem Text hat auch teilweise Übersetzungen ins Deutsche und Französische. Ist aber knapp gehalten. Auf unseren Bühnen kommt de Bériot nicht vor. Die Platte ist eine schöne Rarität.
    Musik für Violine solo Vol.1

    Musik für Violine solo Vol.1 (CD)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    25.08.2022
    Booklet:
    3 von 5
    Gesamteindruck:
    5 von 5
    Klang:
    5 von 5
    Künstlerische Qualität:
    5 von 5
    Repertoirewert:
    2 von 5

    Lyrische Solo-Geige

    Von Bériots außerordentlicher Kunst als Geigenvirtuose und Komponist für sein Instrument ist in den letzten Jahren einiges auf dem Plattenmarkt erschienen und somit aus der Versenkung aufgetaucht. Meist sind es tolle Künstler die nicht so im Scheinwerferlicht stehen, die sich der Stücke angenommen haben. So auch auf der vorliegenden Platte die bulgarisch-amerikanische Geigerin Bella Hristova. Hierzulande kaum bekannt. Dafür in den Staaten und in Asien ganz gut auf den Bühnen unterwegs.
    Gelegentlich geht mir die Sololiteratur für Geige nach einigen Stücken ein wenig auf die Nerven. Bei Bériots Szenen, Studien und dem Präludium ist das nicht der Fall. Sie sind nicht auf Effekt für den Virtuosen komponiert. Die Virtuosität ist mit viel Gefühl und Abwechslung verpackt. Bella (!) Hristova spielt hinreißend schön fürs Publikum.
    Das Booklet in englisch ist etwas dürftig aber informativ. Die Stücke kommen bei uns nicht auf die Bühne. Die Platte ist vom Kanadischen Gitarristen Norbert Kraft sehr gut produziert. Der Kirchenhall gibt den Stücken zusätzlich Gewicht. Sehr empfehlenswert.
    Klavierkonzert op.16

    Klavierkonzert op.16 (CD)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    21.08.2022
    Booklet:
    4 von 5
    Gesamteindruck:
    5 von 5
    Klang:
    5 von 5
    Künstlerische Qualität:
    4 von 5
    Repertoirewert:
    5 von 5

    Elfe mit Trollen

    Wenn man Alice Sara Ott barfüßig und elfengleich über die Bühne schweben sieht, dann versteht man auch ihre Freude an der Griegschen Musik. Sie spielt im Konzert wie auch auf dieser Platte filigran und leicht. Selbst die lauten Stellen werden nicht übertrieben. Natürlich ist es keine Virtuosenmusik und natürlich meckert die Hälfte der Klavierlehrer darüber, dass man mehr Dynamik und Romantik in die Stücke bringen könnte. Eine Referenz gibt es für diese Musik m.E. ohnehin nicht. Die Meinungen der Experten gehen zu weit auseinander. Für das breite Publikum klingen die Aufnahmen toll. Sie sind gut produziert und auch Orchester und Dirigent verbergen nicht, dass sie zur Weltspitze gehören. Das Wunderland der Elfen, Trolle und anderer nordischer Geister, die Grieg hier beschreibt, wird durch Otts Klavierspiel erlebbar.
    Im Booklet beschreibt die Künstlerin ihren Bezug zu Edvard Grieg und seiner Musik. Man sollte dies vor einer Bewertung gelesen haben. Das Konzert ist auf den Bühnen oft zu erleben. Die Lyrischen Stücke kennt wohl jeder Klavierschüler bzw. -student. Mir gefällt diese Portrait-CD sehr gut. Die Musik entspannt und ist angenehm zu hören.
    A Hymn to Jesus op.37

    A Hymn to Jesus op.37 (CD)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    20.08.2022
    Booklet:
    4 von 5
    Gesamteindruck:
    5 von 5
    Klang:
    5 von 5
    Künstlerische Qualität:
    5 von 5
    Repertoirewert:
    2 von 5

    Große Chormusik von der Insel

    Gustav Holst gehört neben Edward Elgar zu den Komponisten, die die britische Klassik nach einem Dornröschenschlaf wiederbelebt haben. Von Holst sind wahrscheinlich Die Planeten allgemein geläufig. Das hier veröffentlichte Oratorium ist nach einer spirituellen Erfahrung des Komponisten entstanden und bei uns nahezu unbekannt. Anders verhält es sich mit den beiden Stücken Frederick Delius'. Das Meerestreiben wurde in Deutschland uraufgeführt. Beide Werke sind von wunderschöner Lyrik inspiriert.
    Die Aufnahmen sind z.T. Konzert- und Probenmitschnitte in sehr guter Qualität. Die Musiker der Hallé - Orchester und - Chöre aus Manchester gehören zu den ersten Adressen der britischen Klassikszene. Mit Sir Mark Elder haben sie einen renommierten Chef. Die Chöre sind eine besondere Qualität in den Aufnahmen.
    Der englisch/französisch/deutsche Booklet-Text ist informativ. Außerdem sind die Texte in englisch mit abgedruckt. Für das Werksverständnis ist es sinnvoll, sich damit zu befassen.
    Die Platte ist wohl für ein speziell an moderner Chormusik interessiertes Publikum bestimmt. Sie ist auf jeden Fall eine Entdeckung, auch bei wiederholtem Hören.
    Violinkonzerte Nr.2,4,7

    Violinkonzerte Nr.2,4,7 (CD)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    17.08.2022
    Booklet:
    4 von 5
    Gesamteindruck:
    4 von 5
    Klang:
    4 von 5
    Künstlerische Qualität:
    5 von 5
    Repertoirewert:
    2 von 5

    Wieder mal was Belgisches

    Nach Ysayes Geigenstücken mit Orchester hat sich Laurent Albrecht Breuninger nun mit de Bériot erneut einem großen Belgier der Geiger-Geschichte gewidmet. Wieder ein komponierender Virtuose, der im heutigen Konzertalltag nicht mehr vorkommt. Daran hat auch das Erscheinen der Platte vor mehr als 15 Jahren nichts geändert. Der gute Karl-August kommt aus der französischen Klassik. Wenn auch manche Passagen der Konzerte an die deutsche Romantik erinnern, so ist doch der Kompositions- und Interpretationsstil ein wenig anders. Die Emotionen sind breiter. Die Grenzen weiter ausgereizt.
    Die Aufnahmen sind ausgewogen und musikalisch sehr gut. Beermann und Breuninger sind in diesem Repertoire zu Hause. Leider nur für die Platte. Die auskomponierten Solo-Teile sind schon schwierig zu spielen. Bei den Kadenzen setzt der Solist noch Einen drauf. Z.T. mit Techniken, die es wohl zu de Bériots Zeiten noch nicht gab. Schon fast artistisch.
    Der deutsch/englisch/französische Booklet-Text ist interessant geschrieben. Mit Erklärungen, warum Virtuosen für ihr Instrument anders komponieren, als dies Nicht-Virtuosen tun, mit anschaulichem Lebenslauf des Komponisten und ein wenig Fachsimpelei zum Aufbau der Stücke.
    Eine interessante Platte für alle Freunde von Violinkonzerten, ob interessierter Laie oder Profi.
    Violinkonzert op.141

    Violinkonzert op.141 (CD)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    15.08.2022
    Booklet:
    4 von 5
    Gesamteindruck:
    5 von 5
    Klang:
    5 von 5
    Künstlerische Qualität:
    5 von 5
    Repertoirewert:
    3 von 5

    Romantische Romantik

    Die Musik auf dieser CD verdient den Begriff Romantik in doppelter Hinsicht. Einmal in Sachen des musikalischen Stils und andererseits in ihrer lyrischen und emotionalen Verklärung. Es ist zuckersüße Musik, die man wohl bei jedem Stelldichein, heute Date, spielen kann. Und die gewünschte Wirkung ist gewiss. Reinecke hat sich selbst einen Epigonen Schumanns und Mendelssohns genannt. Das, was wir hier hören, hat über weite Strecken Brahms-Qualität. Wer nicht weiß, was er da gerade hört, würde bei diesen Werken sicher in diese Richtung denken. Fünfunddreißig Jahre Gewandhaus-Kapellmeister. Solange war Karajan nicht einmal bei den Berliner Philharmonikern.
    Orchester, Dirigent und Solist spielen die Sachen wunderbar. Natürlich kann man die Stücke auch abweichend interpretieren. Mir gefallen sie so, wie sie hier dargeboten werden. Auf den Podien wird Reinecke weitestgehend ignoriert. Vielleicht macht ja das Gewandhausorchester das Jahr 2024 zu einem Reinecke-Jahr anlässlich dessen 200. Geburtstages.
    Der Booklet-Text ist sehr informativ und meist gut verständlich. Eine CD für ein breites Publikum.
    Noch zwei Hinweise: Während Reineckes Leipziger Zeit war Julius Klengel erster Cellist im GWO. Auch von ihm gibt es sehr schöne Kompositionen. Wie auch von Fritz von Bose, einem Reinecke-Schüler, mit dem er nach seiner Gewandhauszeit konzertierte.
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    Julia Fischer & Daniel Müller-Schott - Duos für Violine & Cello

    Julia Fischer & Daniel Müller-Schott - Duos für Violine & Cello (CD)

    4 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern
    12.08.2022
    Booklet:
    4 von 5
    Gesamteindruck:
    4 von 5
    Klang:
    4 von 5
    Künstlerische Qualität:
    4 von 5
    Repertoirewert:
    2 von 5

    Kammer-Raritäten

    Stücke, die direkt für ein Duo aus Steh- und Kniegeiger geschrieben sind, gibt es nicht sehr viele. Auf der vorliegenden CD sind drei solcher Werke vom Beginn des zwanzigsten Jahrhunderts von Komponisten aus verschiedenen Regionen Europas enthalten. Diese Zeit war der Beginn der Entwicklung einer einzigartigen stilistischen Vielfalt. Kodály mit seinem Sinn für Folklore, der französische Spätklassiker Ravel mit viel Experimentierfreude und Schulhoff mit seiner Nähe zur zweiten Wiener Schule spiegeln den unterschiedlichen europäischen Zeitgeschmack wider. Das ist das Interessante an dieser CD. Die Interpretationen verlangen eine gewisse Physis, die die beiden Künstler zweifellos mitbringen. Sie spielen die Stücke so, wie sie diese auf der Bühne vor Publikum spielen würden. Mit dynamischen Überhöhungen, auf Effekt bedacht. Die Geige singt, das Cello wird mehr traktiert. Für den normalen Hörer unterhaltsam. Für Puristen nicht so geeignet. Die Halvorsen-Passacaglia, die mehr ein Variationssatz ist, bleibt romantische Zugabe.
    Die Künstler sind im Konzertbetrieb etabliert und häufig auf der Bühne, allerdings weniger miteinander, zu erleben. Sie gehören zu den Spitzenkünstlern der aktuellen Solistengarde. Die Stücke kommen kaum aufs Podium. In den vielen Veranstaltungen, die ich in den letzten Jahren besucht habe, wurden sie nicht gespielt. Der Halvorsen gelegentlich schon. Der Booklet-Text ist als Interview gestaltet und für den Leser unterhaltsam. Neue Klassik ist kein Mozart, aber trotzdem hörenswert.
    151 bis 175 von 319 Rezensionen
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