Schwere Kost
"Das Werk, an dem ich arbeite, ist mein eigenes Leben, das gesegnete, das verfluchte" (Booklet S.12). Bei kaum einem anderen Komponisten spiegelt sich sein Leben in seiner Musik so wider wie bei Pettersson. Unangepasst, kompliziert, deprimiert, ein ständiges Auf und Ab. Er war ein schwieriger Mensch und genauso schwierig ist seine Musik, so schwierig, dass man cpo anfangs kaum zutraute, eine GA seiner 16 Sinfonien zu produzieren. Aber cpo schaffte das und veröffentlicht nun die gesammelten Werke in einer Klappdeckelbox mit fettem, 99-seitigem Booklet. Das braucht man auch, um sich in die Musik einzuarbeiten. Sieben Dirigenten und fünf Orchester bot cpo auf, um dem Pettersson-Koloss Herr zu werden. Und es ist bewundernswert wie die Interpreten diese schwere Kost versuchten, dem Hörer schmackhaft zu machen. Bei mir ist das nicht ganz gelungen. Petterssons Musik ist mir zu zerrissen, zu depressiv und fahrig. Liegt aber sicher daran, dass ich ohnehin kein großer Fan der Moderne bin. Doch wer sich mal so richtig eine musikalische Aufgabe zur Brust nehmen möchte: Hier ist sie!