Schöne Musik und ein dickes Fragezeichen
Schöne Musik, aber wer soll das verstehen? Da wird eine fast vergessene, zu ihrer Zeit sehr erfolgreiche Oper wieder entdeckt und mit beachtlichem Niveau eingespielt. Aber wer soll sie verstehen? Der Titel der Oper verrät nur wenig über die Handlung. Irgendwie geht es wohl um eine besondere Stimme. Die kurze Handlungsbeschreibung auf den Booklet-Seiten 9+10 bestätigt das und man weiß dann, worum es geht. Aber reicht das? Es wird auf Slowenisch gesungen. Gut und schlecht. Das ist die Heimatsprache der Urfassung, die oft bearbeitet wurde. Doch rechte Opernfreunde wollen nicht nur über den Inhalt informiert werden, sondern genau wissen, gar mitlesen, was und wovon in Arien, Duetten, Chören etc. gesungen wird. Ein Libretto sucht man im Booklet – wie leider oft – vergebens und hofft nun, durch den abgedruckten QR-Code zu einem Libretto zu gelangen. Dazu sollte man sich schon an den PC begeben, denn auf dem Handy ist der Text noch schwerer lesbar als im kleinen Booklet. Klappt! Doch dann die Ernüchterung: Der Librettotext erscheint in Slowenisch und...Englisch! Alle Musikfreunde, die nicht ausreichend der Sprache mächtig sind, sind wieder angeschmiert. Und das ist sehr schade! Denn die Grazer Aufführung hätte es auch verdient, mit der deutschen Sprache gewürdigt zu werden. So kann man nur ein zwar reich bebildertes, aber unvollständiges Booklet, eine solide Aufnahmetechnik und erstaunlich gute Solisten und Instrumentalisten bewundern.
Hätte man alles besser machen können…!