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    meiernberg Top 10 Rezensent

    Aktiv seit: 30. August 2010
    "Hilfreich"-Bewertungen: 15879

    Bitte beachten Sie

    Wir können nicht sicherstellen, dass die Angaben von Verbrauchern stammen, die das Produkt tatsächlich genutzt oder erworben haben.

    1061 Rezensionen

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    Sämtliche Klavierwerke

    Sämtliche Klavierwerke (CD)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    17.07.2026
    Booklet:
    5 von 5
    Gesamteindruck:
    5 von 5
    Klang:
    5 von 5
    Künstlerische Qualität:
    5 von 5
    Repertoirewert:
    5 von 5

    Deutsche Schule und italienische Leichtigkeit

    Mit diesem Nicolai-Zitat beginnt Christof Keymer seinen lesenswerten Booklettext zu den von ihm selbst eingespielten Klavierwerken von Otto Nicolai. Auf 2 CDs ist alles versammelt, was der Komponist „ganz aus dem Geist eines romantischen Klavierklangs“ (Booklet S. 6) geschaffen hat. Pianist Keymer analysiert im Booklet sehr anschaulich, was er da spielt. Und er spielt prima und es gelingt ihm tatsächlich, den romantischen Klavierklang zu erzaubern. Sehr schön und der Beweis, dass der Komponist Nicolai weit mehr konnte, als „nur“ seine „Lustigen Weiber…“. Schade nur, dass diese Tatsache bei so vielen Musikfreunden noch nicht so recht angekommen ist. Diese neue cpo-Do-CD sollte das ändern.
    Il Mose (Oratorium für Soli,Streicher,Bc)

    Il Mose (Oratorium für Soli,Streicher,Bc) (CD)

    3 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern Inaktiver Stern
    16.07.2026
    Booklet:
    4 von 5
    Klang:
    5 von 5
    Künstlerische Qualität:
    5 von 5
    Repertoirewert:
    4 von 5

    Eine neue cpo-Rarität, aber...

    ...man wird sicherlich zwei Fragen stellen dürfen: 1. Muss alles, was an Musik komponiert wurde, aufgenommen und auf CD gepresst werden? Dies sei vorweg gesagt: Die Interpreten sind großartig, allen voran der glockenhelle Sopran von Veronika Skuplik. Natürlich muss man sich daran gewöhnen, dass die Figur des Moses von dieser hellen Sopranstimme (!!) gesungen wird. Ohnehin leidet das Oratorium über Ereignisse nach dem Auszug aus Ägypten für den nicht-italienischen Hörer an Verständlichkeit. Wobei ich bei der zweiten Frage bin. Sie betrifft die „Dramaturgie“ des Booklets, das ja eigentlich eine besondere Qualitätsgarantie bei cpo darstellt. Warum gibt es beim Libretto keine deutsche Übersetzung, sondern nur eine englische? Ich verstehe das deshalb nicht, weil der wieder sehr ausführliche Booklettext bis S. 13 auf Deutsch verfasst ist. Danach – bis zum Libretto - folgt der Text in Englisch. Das ist weder logisch noch sinnvoll. Englischkenntnisse und eine sehr kurze Inhaltsübersicht (S.12) helfen zwar. Das Problem lösen sie nicht. Schade eigentlich, weil das Ensemble Weser-Renaissance um Michael Cordes wieder für eine gelungene Rarität sorgt, die man einmal hört. Und dann?
    Triosonaten op. 3 Nr. 1-7

    Triosonaten op. 3 Nr. 1-7 (CD)

    4 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern
    16.07.2026
    Booklet:
    4 von 5
    Gesamteindruck:
    4 von 5
    Klang:
    5 von 5
    Künstlerische Qualität:
    5 von 5
    Repertoirewert:
    4 von 5

    Oboeissimo

    Die CD enthält 6 Sonaten für zwei hohe Stimmen, Gambe und Cembalo. Zusätzlich die kurze Sonate Nr.7 für 3 Stimmen „A Capella“. Ich kannte zuvor den Barockkomponisten Dornel nicht und weiß nach dem Abhören der CD nicht so recht, ob ich etwas verpasst hatte oder nicht. Ich kann Julien Dudruque im Booklettext auf Seite 8 nicht recht folgen, wenn er zur Interpretation meint, das instrumentale Veränderungen keine Abwechslung gebracht hätten und das Bestehen auf lediglich zwei/drei Oboen die Qualität der Kompositionen beweist. Ich hätte das anders „gehört“. Dornel ließ offen, welche „hohen“ Stimmen er gemeint hat. Ich meine der Wechsel zwischen Violinen, Flöten und Oboen innerhalb der Abfolge der 7 Sonaten hätte den Werken in ihrer Farbigkeit und ihren Interpretationsmöglichkeiten gut getan. Für den Hörer wäre das Hören zudem spannender und abwechslungsreicher gewesen. Die Möglichkeiten hätte das fabelhafte Bläserensemble L’Orfeo gehabt. Es hat sich anders entschieden. So erleben wir eine knappe Stunde Oboenklang. Sicher hoch kultiviert und virtuos gespielt und doch letztlich über 7 Sonaten hinweg etwas gleichförmig, zumal die Qualität der Kompositionen einen auch nicht gerade vom Hocker haut. Wie gesagt. Oboeissimo – ein Klangfest für Oboen.
    Bei aller „kleinen Kritik“ – eine schöne neue CD, die mit einem neuen Barockkomponisten bekannt macht.
    Symphonien op.35 Nr.1-3

    Symphonien op.35 Nr.1-3 (CD)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    16.07.2026
    Gesamteindruck:
    5 von 5
    Klang:
    5 von 5
    Künstlerische Qualität:
    5 von 5
    Repertoirewert:
    5 von 5

    Tolle Fortsetzung

    cpo setzt in der Wranitzky-Reihe – die hoffentlich eine Fortsetzung findet – auf verschiedene Dirigenten und Orchester. Bei dieser Neuaufnahme ist zwar wieder der bewährte Howard Griffiths dran. Doch das Orchester hat gewechselt. Nach den Hannoveranern ist nun das Rundfunkorchester aus München dran. Und es war ja auch nicht anders zu erwarten, dass dies Orchester seine Sache ebenso gut macht. Garant ist ja auch Dirigent Griffiths, der sich zu einem Spezialisten der Sinfonik des 18. Jahrhunderts gemausert hat. Viele Einspielungen von ihm gibt es bei cpo. Diese ist wieder ein Volltreffer und eine tolle Fortsetzung der Wranitzky-Reihe. Natürlich liegt das auch an den Kompositionen Wranitzkys. Seine drei Sinfonien Op.35 sind sehr schöne Beispiele einer echt produktiven musikalischen Epoche. Dirigent Griffiths versteht es auch, den ganzen Schwung und Zauber dieser schönen Partituren zum Klingen zu bringen. Bert Hagels liefert einen ausführlichen – und sogar verständlichen – Booklet-Kommentar mit Analysen.
    Sehr informativ. Auch die Aufnahmetechnik stimmt. Wranitzky hat ja 47 Sinfonien komponiert. Genug Stoff also für weitere Fortsetzungen.
    Klarinettentrio g-moll op.94

    Klarinettentrio g-moll op.94 (CD)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    16.07.2026
    Booklet:
    5 von 5
    Gesamteindruck:
    5 von 5
    Klang:
    5 von 5
    Künstlerische Qualität:
    5 von 5
    Repertoirewert:
    5 von 5

    Mehr als ein Akademiker

    Zu gerne werden Künstler – insbesondere Komponisten – irgend welchen Gruppen oder Richtungen zugeordnet. So erging es wohl auch dem Wilhelm Berger, den man mangels „großartiger und großformatiger“ Produktionen rasch den „Berliner Akademikern“ zuordnete, also Leuten, die zwar ihr Handwerk beherrschten, „nicht hingegen besondere Originalität oder gar Genius“ besaßen (Booklet S. 4). Musikfreunde können sich nun selbst ein Urteil über sein Kammermusikschaffen bilden und das mit einem reifen und einem frühen Werk. Beides, das Trio und die Sonata, sind gut halbstündige Stücke in vier, bzw. drei Sätzen. Als Zugabe gibt es ein kurzes undatiertes Scherzo, den Rest einer unvollendeten Sonate. Das Trio finde ich besonders interessant, weil die Kombination Klarinette und Cello besonders reizvoll ist. Die Töne verschmelzen so schön und der Klavierpart gibt ihnen Raum dazu. Nicht weniger eindrucksvoll ist die Cello-Sonate in ihrer kantablen Schlichtheit, die ganz auf virtuose Effekte verzichtet. Mit den drei Solisten ist der Produktion ein Volltreffer gelungen: der meisterhafte Meyer, der neugierige Yang und der bewährt-erfahrene Triendl. Ein Erfolgs-Trio. Sehr zu empfehlen!
    Love & Devotion - Deutsche Barock-Motetten aus Leipzig

    Love & Devotion - Deutsche Barock-Motetten aus Leipzig (CD)

    4 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern
    16.07.2026
    Booklet:
    4 von 5
    Gesamteindruck:
    5 von 5
    Klang:
    5 von 5
    Künstlerische Qualität:
    5 von 5
    Repertoirewert:
    4 von 5

    Gelungener Streifzug...

    ...rund um die Thomaskirche vor und nach Bach. Das ist wirklich eine gute Idee: Man nehme einen formidablen Chor und Chorleiter und wähle ein Programm von 10 zumeist kurzen Chorstücken aus, die Komponisten vor und nach J.S.Bach an der Thomaskirche in Leipzig gewirkt haben. So entsteht ein chormusikalischer Streifzug durch 200 Jahre Chormusik in Leipzig. Von Knüpfer, Schelle, Fabricius bis hin zu Krebs und Hiller reicht die Auswahl. Natürlich darf auch der alte Bach nicht fehlen. Und hier findet sich mein einziger kleiner Kritikpunkt. Alle Stück sind sorgfältig gewählt und astrein gesungen. Eine vorbildliche Chorqualität. Volle Anerkennung! Warum jedoch Dirigent Burchards als Bach-Beitrag ein Pasticcio gewählt hat, bei dem noch nicht einmal völlig klar ist, was Bachs Beitrag dazu war, erschließt sich mir nicht. Alle anderen Komponisten erscheinen mit „reinen“ Stücken, nur der Bach nicht. Dabei hätte es bei ihm doch genügend Auswahl gegeben. Egal. Schön klingt auch die Pasticcio-Motette. Noch schöner ist die chorische Leistung. Fazit: überragende Interpretationen dieser Leipziger Motetten. Leider ohne einen „echten“ Bach.
    Benjamin Frankel Edition

    Benjamin Frankel Edition (CD)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    12.07.2026
    Booklet:
    5 von 5
    Gesamteindruck:
    5 von 5
    Klang:
    5 von 5
    Künstlerische Qualität:
    5 von 5
    Repertoirewert:
    5 von 5

    Alles prima!

    Diesmal ist bei dieser neuen cpo-Box wirklich alles prima: Frankels Musik ist prima. Die Interpreten sind prima. Die Verpackung und Präsentation sind prima und der Preis ist am besten! Da stimmt mal alles! Frankels bei cpo erschienenen Werke auf 11 CDs kompakt neu zu veröffentlichen, war wohl die allerbeste Idee! Da ist nun alles vertreten: die 8 Sinfonien, Orchesterwerke, die 3 Konzerte, Streichermusik, 2 CDs mit Filmmusik, die 5 Streichquartette und andere Kammermusikstücke. Alles in einer schmucken Box mit 111-seitigem Booklet und den 11 CDs in Papphüllen mit dem originalen Artwork. Keine dünnen Papierhemdchen. Prima! Und doch Vorsicht: Wer meint, sich mit Frankels Musik spätromantisch umschwärmen lassen zu können, der irrt. Frankels Musik ist zwar immer tonal, schwankt aber behende zwischen Spätromantik und Avantgarde und findet eine ganz eigene „moderne“ Tonsprache. Die ist nicht immer ganz eingängig und erfordert genaues Zuhören. CD 7 mit der Filmmusik zu „Battle of the Bulge“ mag zwar interessante Musik sein (incl. NS-Panzermarsch). Als bekennender Pazifist mag ich jedoch diese drastisch-musikalische Kriegsrhetorik nicht. Das ist aber Ansichtssache. Wie schon bei den Hindemith-Boxen ist wieder der – leider schon verstorbene - deutsche Dirigent Albert für die Mehrzahl der Aufnahmen verantwortlich. Doch auch die übrigen Akteure sind bestens und liefern einzigartige Interpretationen ab. Wirklich eine tolle Box! Prima!
    British Music for Strings Vol.5

    British Music for Strings Vol.5 (CD)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    18.06.2026
    Booklet:
    5 von 5
    Klang:
    5 von 5
    Künstlerische Qualität:
    5 von 5
    Repertoirewert:
    5 von 5

    Wieder was für Streicher-Fans

    Gerade Komponisten „von der Insel“ bescheren den Streicher-Fans wunderbaren „Stoff“. Da sind eben nicht nur die Prunkstücke von Elgar oder Vaughan Williams, sondern viele weitere Glanzstücke. Dirigent Bostock hat die Stücke seiner Landsleute gesammelt und bringt nun schon Vol. 6 seiner „British Music for Strings“ heraus. Und wieder finden sich Namen, die man sich merken sollte, sechs Persönlichkeiten mit starken Stücken. Alle sind typisch britisch, von großem Klangsinn und gemäßigter Moderne geprägt. Alles gut anzuhören. Lediglich an die Komposition von William Mathias muss man sich wohl etwas „gewöhnen“. Dirigent Bostock hat seine Pforzheimer Streicher wieder bestens im Griff. Eine neue cpo-CD, die wieder in allen Teilen hochinteressant und eine echte Bereicherung ist. Prima!
    Fantasie-Suiten

    Fantasie-Suiten (CD)

    4 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern
    18.06.2026
    Booklet:
    5 von 5
    Gesamteindruck:
    4 von 5
    Klang:
    5 von 5
    Künstlerische Qualität:
    5 von 5
    Repertoirewert:
    3 von 5

    Für Leute, die schon alles haben

    Aus der Zeit der ausgehenden Renaissance und des Frühbarock gibt es reichlich musikalische Zeugnisse, die zum großen Teil auch auf Schallplatte dokumentiert sind. So auch bei cpo. Die Frage darf man mal stellen, ob es alle Werke dieser Zeit verdient haben, verewigt zu werden. Wieder entdecken und aufführen – klar! Doch gleich eine Aufnahme produzieren? Bei dieser CD mit Werken des spätbarocken John Hingeston stellt sich mir solch eine Frage. An dem tollen Ensemble „Echo du Danube“ um Christian Zincke liegt das ganz sicher nicht. Alle spielen stilsicher und gekonnt. Ich meine, es liegt an den Kompositionen. Zincke hat 10 mehrteilige, sog. „Fantasy-Suites“ ausgewählt, die alle „frei“ komponiert sind, also ohne feste Regeln oder ein Programm. Die Besetzungen sind alle sehr ähnlich und somit auch der Klangcharakter der Stücke. Eigentlich weiß man nach dem Anhören der ersten (hier Nr.3) Suite schon, wie es weitergeht. Es kommt nicht unbedingt Langeweile auf, aber ein Maß an Gleichförmigkeit stellt sich ein. Dabei wird der Hingeston sicher den Henry Purcell gekannt haben. Immerhin waren sie noch Jahrzehnte lang Zeitgenossen. Doch wie anders und aufregend klingt der Purcell. Vielleicht ist der Vergleich nicht angebracht, doch den Gedanken darf man schon noch haben. So hinterlässt diese CD bei aller Interpretationskunst doch einen etwas zwiespältigen Eindruck. Wie gesagt: Eine CD für Leute, die schon alles haben.
    Kammermusik für Flöte

    Kammermusik für Flöte (CD)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    18.06.2026
    Booklet:
    5 von 5
    Gesamteindruck:
    5 von 5
    Klang:
    5 von 5
    Künstlerische Qualität:
    5 von 5
    Repertoirewert:
    5 von 5

    Neues vom Bernhard

    Die beiden Romberg-Cousins Bernhard und Andreas bringt man ja leicht durcheinander. Im gleichen Jahr geboren wurde der Bernhard immerhin 20Jahre älter als der Andreas. Komponieren taten beide. Und wie! Der Katalog ist recht gut mit Aufnahmen bestückt. Auch der cpo-Katalog. Der wird nun durch eine weitere Kammermusikplatte bereichert.
    Die drei Damen und zwei Herren des Ardinghello Ensembles haben drei Werke eingespielt: das jeweils halbstündige Grand Trio und das Quintett op.1, Nr.3. Nr.1 und 2 dieses Opus 1 stammen übrigens vom Cousin Andreas. Dazwischen plaziert sich das kürzere Divertimento. Die Stücke leben ganz aus dem Geist der Klassik und lassen doch schon vereinzelt die aufkommende Romantik ahnen.Besonders das frühe Quartett (Op.1!) ist dafür ein schönes Beispiel. Da sind alle fünf Ensemble-Mitglieder mit von der Partie und beweisen – wie auch bei den beiden anderen Werken – ihr Gespür für den Stil dieser Beethoven-Epoche. Klar, dass der Bernhard dem Cello seine besondere Aufmerksamkeit widmete. War ja auch „sein“ Instrument. Fazit: Schöne Stücke nicht nur für Kammermusik-Freunde. Prima CD!
    Symphonien e-moll & C-Dur

    Symphonien e-moll & C-Dur (CD)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    18.06.2026
    Booklet:
    5 von 5
    Gesamteindruck:
    5 von 5
    Klang:
    5 von 5
    Künstlerische Qualität:
    5 von 5
    Repertoirewert:
    5 von 5

    Der erste und der letzte Streich

    Da sind sie nun die vier erhaltenen Sinfonien des Romantikers Hiller. Zwei Sinfonien gelten als verloren. So schließt Dirigent Griffiths mit seinem Brandenburger Orchester die Edition ab. Neu sind nun die erste und die letzte Sinfonie des Komponisten. Zu der Erkenntnis kommt man erst, wenn man den (vorzüglichen) Booklettext gelesen hat. Leider gibt es wohl keine Nummerierung. Egal. Die Interpreten legen sich wieder mächtig ins Zeug, um diese Musik zum Leben zu erwecken. Sicher, man hört den Unterschied. Das E-moll-Frühwerk ist jugendlich frischer und stellenweise ungestüm. So fehlt ein echter langsamer Satz. Stattdessen ein sehr bewegtes Andante scherzando. Die späte C-Dur-Sinfonie atmet dagegen Größe und Erfahrung. Das klingt zwar alles sehr schön und ist ebenso schön gespielt. Aber man stellt sich doch die Frage, ob diese Stücke – abgesehen von der Aufnahmeproduktion – jemals den Weg in den Konzertsaal finden. Ich fürchte nicht! Da ist die „Konkurrenz“ zu groß. Aber auf CD eine wunderbare Bereicherung des Repertoires.
    Ouvertüren für Bläser Vol.3

    Ouvertüren für Bläser Vol.3 (CD)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    18.06.2026
    Gesamteindruck:
    5 von 5
    Klang:
    5 von 5
    Künstlerische Qualität:
    5 von 5
    Repertoirewert:
    5 von 5

    Die Bläser blasen wieder

    Und wie! Das liegt nicht nur an der Virtuosität der acht Solisten des L’Orfeo-Ensembles, sondern viel mehr wohl an der Genialität des Georg Philipp Telemann. Denn was der produziert hat, ist immer besonders. Das gilt wiederum – natürlich – für die dritte Ausgabe seiner Bläserwerke, die cpo unter „Wind-Overtures Vol.3“ veröffentlicht hat. Die Suiten, Sonaten und sonstigen Werke sind von den Titeln her nicht sofort als Bläser-Werke identifizierbar. Erst bei Betrachtung der näheren Werkbeschreibungen wird klar: Hier hat Telemann ein Herz für Blasinstrumente bewiesen. Und wie! Das sind alles kleine Kunstwerke: ob der kurze Marsch f-Dur, die achtteilige Suite oder die vierteilige Sonate c-moll – die Kompositionen sind wie alle übrigen Werke auf dieser neuen CD ein „gefundenes Fressen“ für die Blasmusikanten. Die spielen groß auf und demonstrieren, was man auf Holzblasinstrumenten (mit Cembalo und Schlagwerk) alles anstellen kann.
    Virtuos komponiert, virtuos gespielt. Super! Auch die Technik und Bookletqualität passen.
    Also worauf warten?
    Sämtliche Symphonien Vol.1

    Sämtliche Symphonien Vol.1 (CD)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    18.06.2026
    Booklet:
    5 von 5
    Gesamteindruck:
    5 von 5
    Klang:
    5 von 5
    Künstlerische Qualität:
    5 von 5
    Repertoirewert:
    5 von 5

    Erfolgreicher Start

    Das ist in Sachen Reicha-Sinfonien gar nicht so einfach. Ein Teil der frühen Sinfonien ist wohl verloren. Das, was erhalten blieb, war völlig durcheinander geraten. Vier erhaltene Sinfonien konnte man aus dem Material rekonstruieren. Sie liegen mir alle in einer tschechischen Panton-Aufnahme mit Altrichter und dem Dvorak Kammerorchester vor. Cpo beginnt nun seine Reihe mit der viersätzigen D-Dur Sinfonie, die bei Panton aber nur drei (!!) Sätze hat, weil einer angeblich verloren ging. Auch sonst stimmen nur die ersten Sätze überein. Ein echtes Kuddelmuddel, das nun cpo mit einer GA aufdröseln will. Toll. Da gibt es nicht nur Interpretationsfragen, sondern auch Fragen des Notenmaterials zu klären. Einen regulären Druck gab es lange nicht. Eine so schwungvolle und engagierte Interpretation gab es auch lange nicht. Deutlich hört man, dass der junge Dirigent Valentin Egel Erkenntnisse der HiP berücksichtigt hat. Im Vergleich zur tschechischen Aufnahme hat sie Biss und Charakter. Die Tschechen wirken dagegen zwar gut, aber etwas bieder. Das Münchner Rundfunkorchester folgt diesen jugendlichen Ambition großartig. Das Booklet und die Aufnahmetechnik lassen keine Wünsche offen. Bleibt nur zu hoffen, das sich cpo nicht im Dschungel der Reicha-Notenblätter verheddert. Seit 2020 wird wohl Ordnung geschaffen (s.Booklet S.4). Volume 1 zeugt davon!
    Sämtliche Bläserkonzerte

    Sämtliche Bläserkonzerte (CD)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    11.06.2026
    Booklet:
    5 von 5
    Gesamteindruck:
    5 von 5
    Klang:
    5 von 5
    Künstlerische Qualität:
    5 von 5
    Repertoirewert:
    5 von 5

    Trotzdem sehr gut!

    Für mich ist die Vollständigkeit dieser Edition zweitrangig. Sicher: Vielleicht sollte man mit dem Wort "Complete" etwas vorsichtiger umgehen. Aber es ist ja noch gar nicht so lange her, da wurden "Complete Symphonies" von Bruckner verkauft. Dabei waren sie alles andere als vollständig. Mir geht es bei dieser Box um die verdienstvolle Tat von cpo, nach all' den Einzelausgaben nun die Aufnahmen zu bündeln und in einer preiswerten Box anzubieten. Das ist einfach gut! Da auch die Qualität der Aufnahmen bestens ist (s. Einzelrezensionen), gibt es eigentlich nur einen Minuspunkt - wieder - zu nennen: die Einzel-CDs in den dünnen Papierhüllen! Doch wer's mag und gut findet!? Das soll auch mein einziger Kritikpunkt an dieser sehr verdienstvollen Edition sein!
    Orchesterwerke Box 2

    Orchesterwerke Box 2 (CD)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    26.05.2026
    Booklet:
    5 von 5
    Gesamteindruck:
    5 von 5
    Klang:
    5 von 5
    Künstlerische Qualität:
    5 von 5
    Repertoirewert:
    5 von 5

    Auf Fünf mach Eins

    Das ist der "neue Stil" von cpo: Wiederveröffentlichungen preiswert als Box zu veröffentlichen. Sehr lobenswert! Nach der Hindemith-Box 1 folgt nun die Hindemith-Box II mit weiteren Orchesterwerken, den Konzerten und Kammermusik. Alles auf fünf CDs versammelt in einer Box. Und was das besonders Gute ist: Die Box ist wieder so ausgefallen, wie es sich der CD-Sammler wünscht. Die fünf CDs sind nicht in dünne Papierhemdchen gepackt, sondern in schönen, mit dem Original-Artwork versehenen Papphüllen, beschriftet und informativ. Dazu ein bestes Booklet, was ja fast immer cpo-Standard ist. Die Aufnahmen wurden schon früher gewürdigt. Sie sind z.T. singulär und bestens gelungen. Besonderen Dank dem unermüdlichen, leider schon verstorbenen Hindemith-Fan Werner Andreas Albert. Eine tolle Box zu einem tollen Preis.
    Italienische Sopran-Kantaten

    Italienische Sopran-Kantaten (CD)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    25.05.2026
    Booklet:
    5 von 5
    Gesamteindruck:
    5 von 5
    Klang:
    5 von 5
    Künstlerische Qualität:
    5 von 5
    Repertoirewert:
    5 von 5

    Ein Deutsch-Italiener auf Solo-Tour

    Der gute Heinichen hat sein Handwerk besonders in seiner Italienzeit prägen können. Zurück am Dresdener Hof gab's deshalb auch italienische Kost. Denn der Heinichen war ein Meister der Solo-Kantaten. Neu war, dass er das ganze Hoforchester zur Begleitung der Solisten einsetzte. Zu hören auf dieser neuen CD. Sie präsentiert fünf Kantaten aus dieser Zeit, die ihn "als Meister der komplexen Besetzungen" zeigt und beweist, dass er italienische und deutsche Musikkultur seiner Zeit perfekt miteinander zu verschmelzen verstand (Booklet S. 7). Das hätte die Redaktion des Booklets auch mal beherzigen sollen. Alle Texte sind da! Aber italienisch und...englisch! Nichts von Verschmelzung! Egal. Dafür entschädigen die vorzügliche Solistin Miriam Albano und als treffliches Begleitensemble die Academia Montis Regatis aus dem Piemont mit prächtigen Leistungen. Das ist toll und liefert einen grandiosen Einblick in die deutsch-italienische Kantatenkunst des Johann David Heinichen.
    Streichquartette Vol.2

    Streichquartette Vol.2 (CD)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    25.05.2026
    Booklet:
    5 von 5
    Gesamteindruck:
    5 von 5
    Klang:
    5 von 5
    Künstlerische Qualität:
    5 von 5
    Repertoirewert:
    5 von 5

    Wieder fabelhaft

    Ich gebe zu, ein echter Fan der Emilie Mayer zu sein. Waren die Sinfonien schon der Knaller, so sind ihre Streichquartette ebenso beeindruckend. Im Verein mit den vier Damen des Constanze Quartetts echte Frauen-Power! Super! Meiner Rezension zu Vol.1 kann ich nichts hinzusetzen. Auch meinem "Vorrezensenten" stimme ich in jedem Punkt zu. Nicht nur tolle Musik, sondern auch tolle Interpretinnen und beste Produktionsqualität. Sehr zu empfehlen!
    Symphonien Nr.1 "Ukrainische" & Nr.2 "Russische"

    Symphonien Nr.1 "Ukrainische" & Nr.2 "Russische" (CD)

    4 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern
    25.05.2026
    Booklet:
    5 von 5
    Gesamteindruck:
    4 von 5
    Klang:
    5 von 5
    Künstlerische Qualität:
    5 von 5
    Repertoirewert:
    4 von 5

    Eine Entdeckung wert?

    Die Antwort auf diese Frage muss sich jeder Musikfreund selber stellen. Dirigent Serbin jedenfalls hat sie für sich gefunden. Wie im Booklet (S.10) zu lesen ist, beschäftigt sich das Ensemble besonders mit der Entdeckung und Aufführung verschollener oder vergessener Werke des 18.Jahrhunderts. Diesmal sind die Interpreten in der russischen Musikszene des 18.Jahrhunderts fündig geworden: Wanczura und Fomin, Namen, die man zuvor wohl noch nie gehört haben dürfte und Werke von ihnen schon gar nicht. Von Ernst Wanczura präsentiert Serbin in schönster Eintracht seine "Russische" und seine "Ukrainische Sinfonie". Wenn die heutige politische Wirklichkeit man auch so wäre!! Dazu Instrumentalstücke und Tänze aus Fomins Oper Boeslavich. Wer da irgendwelche russischen oder osteuropäischen Klänge vermutet, wird enttäuscht. Die russische Kultur des 18.Jahrhunderts war mitteleuropäisch geprägt. So auch die Musik. Deshalb klingt das alles sehr freundlich nach Vorklassik, ohne große Aufreger und Besonderheiten. Das Ensemble Altera Pars aus Köln macht seine Sache vortrefflich. Auch die Aufnahmetechnik und das Booklet sind bestens. Eine Entdeckung wert? Hören und selbst entscheiden!
    Musik der Hansestädte Vol.4: Musik aus dem alten Hamburg

    Musik der Hansestädte Vol.4: Musik aus dem alten Hamburg (CD)

    4 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern
    25.05.2026
    Booklet:
    2 von 5
    Gesamteindruck:
    3 von 5
    Klang:
    4 von 5
    Künstlerische Qualität:
    4 von 5
    Repertoirewert:
    4 von 5

    Hamburgs Vierte zum Bessermachen

    Die Intention ist aller Ehren wert und musikhistorisch und -wissenschaftlich sicherlich sehr verdienstvoll. Das gilt wohl besonders für Manfred Cordes und seine Ensembles. Und doch wird man mal (wieder) fragen dürfen, ob alles, was in dieser vorbarocken Zeit komponiert wurde, auf Scheibe gepresst werden sollte. Zudem dann – in dieser Vol. 4 – noch mit Mängeln. Nicht besonders gravierende. Aber man hätte es besser machen können. Da wäre einmal die Aufnahmetechnik. Das Hanse-Ensemble ist stark mit Bläsern besetzt. Zu lesen im Booklet. Da agieren u.a. schon mal neben einem Dulcian zwei Cornette und drei(!) Posaunen. Das klingt dann auch so. Da haben die handvoll Sänger keine Chance und werden stellenweise gnadenlos an die Wand gepustet. Die Auswahl der Sängerschar scheint ohnehin kein absoluter Glücksgriff gewesen zu sein. Aber das ist eben auch Geschmackssache. Auch die Auswahl der 10 Stücke von 7 Komponisten sind keine Highlights der Zeit. Die Hamburg-Hymne von Thomas Selle ist da ein kleine Besonderheit. Mehr Unverständnis bringe ich der Verpackung und dem Booklet entgegen. Warum auf der Rückseite des Jewelcase die Interpreten verschwiegen werden, leuchtet mir nicht ein. Noch weniger verstehe den Booklet-Text. Da wird auf vielen Seiten und 6(!) Fotos die Göteborger „Norddeutsche Barockorgel“ vorgestellt. Sehr gekonnt und kundig. Aber warum? Sie ist zwar häufig im Einsatz, doch immer im Ensemble und nicht echt „bemerkbar“, schon gar nicht solistisch. Da scheint mir doch die Booklet-Orgel-Exkursion reichlich überdimensioniert. Wie gesagt: eine interessante, vierte Hamburg-CD. Leider mit einigen Möglichkeiten zum Bessermachen.
    Fantasia symphonica A-Dur

    Fantasia symphonica A-Dur (CD)

    4 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern
    25.05.2026
    Booklet:
    5 von 5
    Gesamteindruck:
    4 von 5
    Klang:
    4 von 5
    Künstlerische Qualität:
    5 von 5
    Repertoirewert:
    5 von 5

    Geht es auch anders?

    Mehr und mehr entdecken die Plattenproduzenten und Dirigenten, dass Operetten-Komponisten mehr – oder: auch anders – Musik schreiben konnten als „nur“ flotte, leichte Muse. Das gilt eben auch für Franz von Suppe, den man ja eindeutig in die Operettenwelt Wiens verorten würde. cpo setzt nun Dirigent Ernst Theis und die Staatsmusiker aus Frankfurt/O. in Gang, um beim guten Suppe die andere Seite der Komponistenmedaille zu entdecken. Da wäre nämlich die 1859 komponierte, gut halbstündige Fantasia Sinfonica. In den traditionellen vier Sätze angelegt und in der typischen romantischen Tonsprache der Zeit geschrieben, ist nicht recht einsichtig, warum es eine „Fantasia“ sein soll. Für mich eine klassische Sinfonieform. Die cpo-Aufnahme ist keine Premiere. Fast zeitgleich nahm Dirigent Rudner mit den Wiener Tonkünstlern das Stück auf NAXOS auf. Auch die Aufnahme liegt mir vor. Sie unterscheiden sich nicht viel. Theis hat vielleicht den etwas festeren Zugriff und spart eine Minute. Andererseits hat die Naxos-Aufnahme weniger Hall. Das ist besser. Auch das „Beiprogramm“ bei NAXOS gefällt mir eher, weil doch u.a. auf Operettenstücke zurückgegriffen wird. cpo hängt da die 12 Spanischen Tänze an, bei denen ich mich frage, was daran „spanisch“ sein soll?! Da klingt sogar ein Bolero mehr nach Wien als nach Andalusien. Vom Hocker hauen einen die Stücke nicht. Das klingt alles schön, wird alles toll gespielt und ist gut aufgenommen. Doch mehr als einen gehobenen Unterhaltungswert messe ich diesen Suppe-Stücken nicht bei. Dann doch lieber seine Wiener Operetten-Seite!
    Symphonie Nr.2

    Symphonie Nr.2 (CD)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    25.05.2026
    Booklet:
    5 von 5
    Gesamteindruck:
    5 von 5
    Klang:
    5 von 5
    Künstlerische Qualität:
    5 von 5
    Repertoirewert:
    5 von 5

    Wer Schostakowitsch mag...

    ...der mag auch Papandopulo. Doch ganz so einfach ist das nicht. Papandopulo hat als Komponist schon seinen eigenen Kopf. Auf Schostakowitsch kommt man besonders beim Hören des 5.Satzes seiner hier eingespielten 2.Sinfonie. Trotzdem kein Plagiat, sondern 100% Papandopulo. Die anderen Sätze (der 4.Satz mit Sopran-Solo) sind da schon eigenständiger mit ganz persönlichem Klang. Der ist immer tonal begründet und als Hörer muss man keine Angst vor „schrägen Tönen“ haben. Echt gut und eine Bereicherung des sinfonischen Repertoires des 20.Jahrhundert. Etwas komplizierter ist das schon mit dem Hexentanz als 15-minütige Zugabe. Die Hexen tummeln sich schon recht anspruchsvoll und z.T. dissonant. Im sehr guten Booklet ist denn auch zu lesen, dass der Tanz sich doch sehr unterscheidet von seine Frühwerken, die z.T dem politischen Druck und Vorgaben geschuldet waren.
    Eine sehr interessante CD mit guten Solisten, einem kompetenten Dirigenten und Orchester aus Rijeka. Anerkennenswert!
    Symphonisches Gedicht "Der Traum ein Leben"

    Symphonisches Gedicht "Der Traum ein Leben" (CD)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    08.05.2026
    Booklet:
    5 von 5
    Gesamteindruck:
    4 von 5
    Klang:
    5 von 5
    Künstlerische Qualität:
    5 von 5
    Repertoirewert:
    5 von 5

    Bloß gut!

    "Lassen's die faden Sinfonien und schreiben Sie fesche Walzer", soll der Walzer-König Johann Strauß seinem Namenfetter Oscar geraten haben (Booklet S. 5). Bloß gut, dass der Oscar sich an den Rat nicht gehalten hat. Nun gut, Sinfonien sind es nicht geworden. Doch sinfonische Werke allemal. Die haben ihm zwar nicht zum Erfolg verholfen - wie schließlich seine Operetten -, doch hörenswert sind sie wirklich. cpo macht's wieder einmal möglich und bringt nun schon die zweite CD mit sinfonischer Musik heraus. Die Neuheit enthält das dreiteilige sinfonische Poem "Der Traum ein Leben", das mit einem wunderbaren Teil beginnt, in dem die die Musik eine wunderbare pastorale Stimmung erzeugt. Was folgt ist das dreiviertelstündige Ballett "Die Prinzessin von Tragant". Die 15 Teile folgen einer etwas trivialen Handlung, bringen aber sehr schöne Melodien hervor und werfen schon ein Bild auf den zauberhaften "Melodienerfinder" Straus. Dirigent Theis und das Brandenburger Orchester agieren engagiert und kompetent. Ein besonderes Lob verdient diesmal die Aufnahmetechnik. Unerhört plastisch und durchhörbar lassen sich alle Instrumente bestens orten und verhelfen zu einem tollen Hörerlebnis - auch für HiFi-Freaks. Prima!
    Orchesterwerke

    Orchesterwerke (CD)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    05.05.2026
    Booklet:
    4 von 5
    Gesamteindruck:
    5 von 5
    Klang:
    5 von 5
    Künstlerische Qualität:
    5 von 5
    Repertoirewert:
    5 von 5

    Aus alt mach neu!

    An dieses Motto scheint sich cpo seit einiger Zeit zu halten. Wiederveröffentlichungen erscheinen nun nicht mehr in den umweltschädlichen Plastik-Jewel-Cases, sondern in schmucken Papp-Klapp-Boxen. cpo ist ziemlich spät auf diese Idee gekommen. Dass sie nun Wirklichkeit wird, ist mehr als zu begrüßen. Besonders zu begrüßen ist dies bei der neuen Box der Orchesterwerke u.a. von Hermann Goetz. Waren die drei CDs zuvor in den Plastik-Kasten gesteckt und durch die drei Einzel-Booklets ergänzt, so finden sie sich nun - leider in dünne Papierhemdchen gesteckt - in einer schmucken Papp-Box. Das Art-Design ist geblieben. Aber aus drei Booklets wurde nun eines mit 31 Seiten. Sehr informativ. Trotzdem: Lupe bereit legen. Die Schrift ist (zu) klein. Doch: Meckern kann man immer - wenn man will. Fazit: eine gelungene Wiederveröffentlichung zu einem unschlagbaren Preis!
    Sämtliche Orchesterwerke

    Sämtliche Orchesterwerke (CD)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    28.04.2026
    Booklet:
    5 von 5
    Gesamteindruck:
    5 von 5
    Klang:
    5 von 5
    Künstlerische Qualität:
    5 von 5
    Repertoirewert:
    5 von 5

    Eigenwillig schön

    Der gute Jan Dismas war - so kann man nachlesen - sein ganzes musikalisches Leben lang Kontrabassist im Dresdner Hoforchester. Nicht gerade eine herausgehobene musikalische Position. So ganz im Stillen komponierte Zelenka und schuf ein erstaunliches Gesamtwerk. cpo hat nun diese Gesamtaufnahme seines orchestralen Schaffens aus den Jahren 1996-98 in einer schmucken Box neu herausgebracht. Das lohnt. Denn das "Neu Eröffnete Orchester" aus dem Hohen Norden liefert exemplarische Interpretationen ab, auf historischen Instrumenten wunderbar temperamentvoll und stilsicher. Der Musikfreund kann so einen Komponisten und sein Werk kennenlernen, das nur so vor Ideen, Überraschungen und Eigenwilligkeiten wimmelt. Sehr schön! So auch das umfangreiche, 39-seitige Booklet, das bestens informiert. An den bedauerlichen Tatbestand der "CDs in dünnen Papierhemdchen" muss man sich wohl gewöhnen. Doch auch so: Ein musikalisches "Muss" zum absoluten Schnäppchen-Preis.
    Symphonien Nr.1 & 6

    Symphonien Nr.1 & 6 (CD)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    24.04.2026
    Booklet:
    5 von 5
    Gesamteindruck:
    5 von 5
    Klang:
    5 von 5
    Künstlerische Qualität:
    5 von 5
    Repertoirewert:
    5 von 5

    Gut Ding will Weile haben

    Na endlich! Lange hat es gedauert, bis der Zyklus der sechs Woyrsch-Sinfonien abgeschlossen wurde. Jetzt ist es geschafft!. Für die letzte Folge wurden Orchester und Dirigent gewechselt. Warum auch immer - nicht zum Nachteil! Das hohe Niveau wurde gehalten. Die 1.Sinfonie bleibt im traditionellen Rahmen und breitet sich in vier Sätzen und über 36 Minuten hochromantisch aus. Sehr schön! Eine Besonderheit ist die 6.Sinfonie. Mit ihren knapp 20 Minuten und drei liturgisch überschiebenen Sätzen das letzte Orchesterwerk des Felix Woyrsch erschien die Partitur erst 2021 (!!) im Druck (vgl. Booklet S.10). Das stelle man sich mal vor: nach 80 Jahren! Da ist die Dauer des cpo-Woyrsch-Zyklus ja ein Klacks gegen! Das Orchester aus Reutlingen ist sicherlich nicht erste Sahne. Doch unter dem bewährten Dirigat von Howard Griffiths findet es zu bemerkenswerter Form. Ein sehr informatives Booklet ergänzt den gelungenen Abschluss. Danke!
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