Mehr als ein Akademiker
Zu gerne werden Künstler – insbesondere Komponisten – irgend welchen Gruppen oder Richtungen zugeordnet. So erging es wohl auch dem Wilhelm Berger, den man mangels „großartiger und großformatiger“ Produktionen rasch den „Berliner Akademikern“ zuordnete, also Leuten, die zwar ihr Handwerk beherrschten, „nicht hingegen besondere Originalität oder gar Genius“ besaßen (Booklet S. 4). Musikfreunde können sich nun selbst ein Urteil über sein Kammermusikschaffen bilden und das mit einem reifen und einem frühen Werk. Beides, das Trio und die Sonata, sind gut halbstündige Stücke in vier, bzw. drei Sätzen. Als Zugabe gibt es ein kurzes undatiertes Scherzo, den Rest einer unvollendeten Sonate. Das Trio finde ich besonders interessant, weil die Kombination Klarinette und Cello besonders reizvoll ist. Die Töne verschmelzen so schön und der Klavierpart gibt ihnen Raum dazu. Nicht weniger eindrucksvoll ist die Cello-Sonate in ihrer kantablen Schlichtheit, die ganz auf virtuose Effekte verzichtet. Mit den drei Solisten ist der Produktion ein Volltreffer gelungen: der meisterhafte Meyer, der neugierige Yang und der bewährt-erfahrene Triendl. Ein Erfolgs-Trio. Sehr zu empfehlen!