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    2. Alle Rezensionen von rtrechow bei jpc.de

    rtrechow

    Active since: October 16, 2012
    "Helpful" ratings: 1401

    Please note

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    72 reviews

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    Sonaten & Partiten für Violine BWV 1001,1003,1004

    Sonaten & Partiten für Violine BWV 1001,1003,1004 (CD)

    5 of 5 stars Active star Active star Active star Active star Active star
    Oct 9, 2020
    Booklet:
    3 of 5
    Overall impression:
    5 of 5
    Sound:
    4 of 5
    Artistic quality:
    5 of 5
    Repertoire value:
    2 of 5

    Wundervoll!!

    Ach du Schrott - das ist die Version mit hinzugefügtem Piano von Robert Schumann. So eine Aufnahme hatte ich schon einmal gekauft - grässlich, gleich weiter verkauft.
    Jetzt hab ich in diese reingehört, und die Violinistin hat mich beeindruckt.
    Also CD bestellt (für 2,99 Euro im Oktober 2020 kein großes Risiko).

    Und jetzt haut mich diese Aufnahme fast um!

    Zunächst: Serge Heinz, der Pianist, tut genau das, was er tun sollte:
    er hält sich völlig zurück!
    Er ist ganz klar "Begleitung".
    Er trägt ein paar Akkorde bei, die Harmonien werden vielleicht etwas "bestärkt" und der Klang etwas runder, voller -
    und er bleibt immer "leise" genug.
    Das ist alles.

    Die Violine beherrscht das Kangbild - und so ist es gut!
    Und Frau Chabot spielt technisch sicher, mit schönem, etwas spröden Ton
    (das könnten durchaus Darmsaiten sein...), ohne Vibrato/Schweller/künstliche Betonungen oder Verzögerungen.
    Tempi sind eher langsam,
    gelassen, aber groß, wo die Musik groß ist,
    und alles klingt natürlich und richtig -
    für meine Ohren eine ganz tolle Aufnahme!

    Das Begleitheft ist französisch-englisch, über die Violine wird nichts geschrieben.
    Aber dass das Piano ein Steinway ist und wer den gestimmt hat...
    Kantaten "Himmlische Stunden, selige Zeiten"

    Kantaten "Himmlische Stunden, selige Zeiten" (CD)

    5 of 5 stars Active star Active star Active star Active star Active star
    May 15, 2020
    Booklet:
    5 of 5
    Overall impression:
    5 of 5
    Sound:
    5 of 5
    Artistic quality:
    5 of 5
    Repertoire value:
    5 of 5

    Hoffnung

    Etwas wirklich "Neues" entdecken wir Klassik-Liebhaber, die seit vielen Jahren Komponisten "testen" und Aufnahmen miteinander vergleichen, irgendwann fast nicht mehr...
    Die Hoffnung, noch einmal einen ganz großen "Neuen" zu finden, wird immer geringer.
    Shostakovich und Bartok waren es für ich - vor ca. 15 Jahren :-) ,
    Pärt hat mich berührt,
    und immer wieder taucht eine besonders schöne Aufnahme von Musik aus sehr früher Zeit (1500 - 1700) auf, bei der ich einen neuen Komponisten-Namen kennen und schätzen lerne.

    Aber eigentlich suche ich nur noch nach besseren (oder "anders guten") Aufnahmen der Werke, mit denen meine CD-Schränke voll sind -
    und die neuen Interpreten sind in der Regel der Grund, weitere Aufnahmen zu kaufen!

    Ich reduziere seit Jahren meinen Bestand:
    von etwa 30 Marienvespern habe ich vielleicht 10 behalten,
    von 20 H-Moll-Messen etwa 8 oder 10,
    die Bach-Kantaten habe ich von Suzuki (die Box), Kuijken solistisch fast alle, 3 CDs mit frühen Kantaten vom Purcell Quartet, ein paar Herreweghe-Aufnahmen, alle (sind nur ein paar...) von Pierlot und noch einige mehr (z.B. eine wundervolle von Cantus Cölln, ein paar schöne mit Daniel Taylor und S. LeBlanc,...).
    Gardiner z.B. hab ich aussortiert.

    Und nun habe ich in Frau Feuersingers CD hineingehört (Herzens-Lieder), sie hat mir gefallen, und für 9,99 Euro hab ich sie zum Vergleichen gekauft.
    Als ich sie dann mit Kirkby/Freiburger Barockorchester und Suzuki (mit Carolyn Sampson!) verglichen habe, war die neue Aufnahme viel viel schöner:
    instrumental viel rauher, echter, so gar nicht "weichgespült" (so klangen sogar die Freiburger im Vergleich!),
    kein Gedanke an "schnell" und "schwungvoll" (und emotionslos), sonder natürlich, authentisch - und langsam, wo es langsam sein soll!
    Einfach herausragend gut!
    Schließlich Frau Feuersinger:
    eine Stimme zwischen Sopran und Alt, warm und voll klingend, hier in deutlich tieferer Lage als Kirkby,
    absolut natürlich und trotzdem (bzw. gerade wegen fehlendem "Gekünstelten") tief berührend.
    Mit wundervollem Piano...

    Eine herausragende CD schon wegen der Bach-Kantate,
    aber die "Entdeckung" war Graupner:
    ziemlich zeitgleich mit J.S. Bach, schreibt er voller überraschender Ideen - und wundervoller Melodien.
    Das klingt "früher" als Bach, näher an Schütz und ähnlich wie Bachs früher Kantaten.
    Erstaunlich!
    Berührend, ergreifend, fesselnd -
    nach vielen Jahren habe ich einmal wieder einen Komponisten für mich "entdeckt".

    Ich habe inzwischen beide Graupner-CDs von Feuersinger/Capricornus Consort Basel gekauft und bin begeistert -
    und es soll noch etwa 1000 noch nie aufgenommene Werke Graupners in Bibliotheken geben...

    Ich empfehle unbedingt die CD "Herzenslieder" - und wenn Ihnen diese gefällt, dann die beiden Graupner-CDs.






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    2 of 5 stars Active star Active star Inactive star Inactive star Inactive star
    Dec 13, 2019
    Booklet:
    4 of 5
    Overall impression:
    2 of 5
    Sound:
    4 of 5
    Artistic quality:
    2 of 5
    Repertoire value:
    4 of 5

    Das ist nicht "französisch", was Frau Schirmer da macht

    Ich schätze Ragna Schirmers Haydn- und Händel-CDs sehr, die ich auch besitze.
    Sie verbindet dort Schwere und Leichtigkeit, so dass die Musik berührend und im richtigen Maß auch "groß" oder gewichtig daherkommt, wo sie es verdient.
    Ihr Ravel klingt leider auch so.

    Vielleicht sind meine zum Vergleich herangezogenen Aufnahmen zu gut - ich habe Osborne und Chamayou in "Gaspard" und "Pavane" gegen Schirmer gehört.
    Das Geheimnisvolle, Schillernde, unter der Oberfläche schimmernde und aus der Ferne anklingende -
    das fehlt so völlig bei Frau Schirmer,
    sie klingt gegen Chamayou oder Osborne so erdverbunden, beinahe derb oder plump,
    dass es fast schmerzt.
    Während Gaspard mit einer gewissen Größe oder Steifheit noch irgendwie einen eigenen Charakter hat - insbesondere Scarbo - ist die Pavane fast unerträglich un-emotional, wird einfach wie ein derber Bauerntanz abgespult...
    Eigentlich ist sie gedacht als langsamer Schreit-tanz, getanzt von einem namenlosen, vor vielleicht Jahrhunderten schon verstorbenen Kind und klingt z.B. bei Osborne so viel nostalgischer und trauriger...
    (Meine Lieblingsaufnahme ist eine Live-Version von Maisenberg, über 7 Minuten und wunderbar zart)

    Vielleicht bin ich zu hart.
    Aber diese CD möchte ich nicht wieder hören - zumindest nicht, um mich an ihr zu freuen...
    Clara Haskil spielt Mozart

    Clara Haskil spielt Mozart (CD)

    5 of 5 stars Active star Active star Active star Active star Active star
    Jun 21, 2019
    Booklet:
    3 of 5
    Overall impression:
    5 of 5
    Sound:
    4 of 5
    Artistic quality:
    5 of 5
    Repertoire value:
    4 of 5

    Kaufen!!

    Nur ganz kurz:
    wer noch nicht die Violinsonaten von Grumiaux/Haskil hat, sollte hier sofort zugreifen.
    Schöner, gelassener, "menschlicher", berührender ohne jeden Kitsch oder Künstlichkeit habe ich sie nie gehört -
    und mühsam einzeln gebraucht zusammengekauft.
    Hier sechs späte Violinsonaten aus dieser unvergleichlichen Partnerschaft für 12 Euro (Stand 21. Juni 2019) zu bekommen
    und zusätzlich späte Klavierkonzerte und ein paar Klaviersonaten von Mozart - das ist einfach toll.
    Kaufen! : - )

    Zum booklet kann ich nichts sagen,
    der Klang ist warm und natürlich (und natürtlich "alt").
    Symphonien Nr.6 & 8

    Symphonien Nr.6 & 8 (CD)

    3 of 5 stars Active star Active star Active star Inactive star Inactive star
    Mar 25, 2019
    Booklet:
    4 of 5
    Overall impression:
    3 of 5
    Sound:
    4 of 5
    Artistic quality:
    3 of 5
    Repertoire value:
    3 of 5

    "verschmitztes Lächeln"....

    Die Bewertung vor meiner von FünfPlusEins trifft es ganz gut: "federnd", "frischer Klang"... -
    die Frage ist nur,ob man bei Schuberts h-Moll-Sinfonie ein verschmitztes Lächeln vor sich sehen will...

    Wer Größe, Schwere, Tiefe sucht, wird diese woanders finden (für mich wie nirgendwo sonst in Brüggens Gesamtaufnahme).

    Da klingt Schubert wie ein zerrissener Nachfolger Beethovens.

    Und die 6. Sinfonie nicht wie eine mittlere Sinfonie von Mozart (die - meiner Meinung nach - oft einfach "leer" sind).

    :-)
    Streichquartette Nr.1-16

    Streichquartette Nr.1-16 (SACD)

    4 of 5 stars Active star Active star Active star Active star Inactive star
    Jan 2, 2019
    Booklet:
    4 of 5
    Overall impression:
    4 of 5
    Sound:
    5 of 5
    Artistic quality:
    4 of 5
    Repertoire value:
    4 of 5

    "Beethovenmaschine": voller Energie - aber die Poesie fehlt

    Die Kritiker überschlagen sich gerade einmal wieder, eine "Referenzaufnahme" soll das sein... -
    für mich nicht.
    Ich bin vielleicht verwöhnt, seit vielen Jahren suche ich nach den packendsten, berührendsten Aufnahmen von Beethovens Streichquartetten, kaufe oft Gesamtaufnahmen und habe nur die (in meinen Augen) besten behalten.
    Ich mag spröden Klang - Schluchzer, Portamenti und vibratoreiches Spiel klingen für mich unnatürlich und berühren mich gar nicht.
    Ich habe daher z.B. wieder abgegeben die Gesamtaufnahmen vom Neuen Leipziger Streichquartett, vom Gewandhausquartett (ziemlich grässlich...), vom Guarneri-Quartett,...
    Wegen zu kühlem, sachlichem Spiel dagegen flogen wieder raus z.B. das Vermeer- Quartett oder das für mich völlig überbewertete Emerson-Quartet (wie bei Shostakovichs Quartetten) - dieses Quartet kann mich nie berühren (und will wohl auch gar nicht, so glatt und poliert und kalt spielen sie...).

    Im Regal übrig geblieben sind dagegen noch das Quartetto Italiano (ruhig, groß, schön, oft sehr langsam - und trotzdem ohne jeden Kitsch, sondern eher spröde),
    das Cleveland-Quartett (die haben knapp die Auryns verdrängt und das wunderbar "elegante", aber für mich zu glatte Takacs-Quartett) - man hört sofort, das hier Menschen Musik machen, und das Cleveland-Quartett singt (und tanzt sogar manchmal...) Beethoven! (Außerdem z.B. das Bush-, Vegh-, Mosaiques-, Turner- und Fitzwilliam-Quartett, zum Teil mit nur einzelnen CDs). Die langsamen Sätze sind beim Cleveland-Quartett oft nicht so berührend - aber dafür gibt es ja das Belcea-Quartett. Meine Aufnahme für die einsame Insel...
    Hier spielen die Musiker beispiellos differenziert und gefühlvoll ohne jeden Kitsch, oft zart und leise, spröde und zurückgenommen - und nie klingt das gewollt oder unnatürlich - eine Aufnahme, wie ich sie immer erträumt und bis dahin nicht gefunden hatte. Ich empfehle als Test den langsamen Satz (den "heiligen Dankgesang") aus op.132 - nie habe ich den annähernd so ergreifend gehört...

    Und nun endlich zum Quartetto di Cremona:
    Der Klang ist toll. Und Kitsch gibt es hier nicht.
    Alle vier Stimmen klingen oft gleichwertig, Klänge werden aufeinander und nebeneinander gestellt und reiben sich -
    das klingt stark, voller Energie, und in den Kritiken findet man immer wieder Worte wie "energiegeladen", "feurig", "temperamentvoll", "Furor" - ja, die sind da! Und wie!
    Vor 10 Jahren wäre diese Gesamtaufnahme vielleicht sogar mein Favorit gewesen - da hatte ich andere Vorlieben...
    Doch vergleicht man einen der langsamen Sätze - da reicht schon jeder einzelne langsame Satz aus den 6 Quartetten opus 18 - mit einer anderen hervorragenden Aufnahme, dann wird das Defizit der Cremoner erschreckend deutlich:
    diese Musik atmet nicht!
    Das Quartetto die Cremona "singt" nicht, wo Beethoven singt,
    es wird nicht leise, wo andere eine Melodie sanft zu Ende bringen,
    und viel zu oft hatte ich das Gefühl, dass alle Stimmen immer gleich wichtig sind - während sich ganz besonders bei den Belceas, aber auch dem Cleveland-, Auryn-, Takacs-, und so weiter oft drei Stimmen zurück nehmen, um einer den Vorrang zu lassen.
    Und die Bedeutung von Pausen, von Stillstand - und vom "richtigen" Wiederaufnehmen einer Melodie haben (in meinen Augen) andere viel besser erkannt als de Cremoner, deren hauptsächliches Ziel es immer wieder zu sein scheint, die Energie, den Vorwärtsdrang - und sogar die Härte und Kompromisslosigkeit, die zum Teil in Beethovens Musik steckt - wirklich aus jedem Satz herauszuarbeiten. Und die dabei gar keine Ruhe oder Gelassenheit in der Musik finden.
    Und das klingt dann oft wie Arbeit - und nicht wie Musik, die von Menschen gemacht wird, um unsere Herzen zu berühren...

    Wie Kritiker hier von "Menschlichkeit", "geistiger Durchdringung" oder "Erschütterung" schreiben können, bleibt mir unverständlich. Mein Herz zumindest erschüttert Beethoven viel eher in den Händen des Belcea-Quartetts -
    und mit den Cleveland-Opas tanzt es manchmal...

    Gemessen an den Besten ist mir diese Einspielung immerhin trotzdem 4 Sterne wert...

    1000 Klassische Werke, die man gehört haben muss

    1000 Klassische Werke, die man gehört haben muss (CD)

    2 of 5 stars Active star Active star Inactive star Inactive star Inactive star
    Sep 29, 2018
    Booklet:
    2 of 5
    Overall impression:
    2 of 5
    Sound:
    4 of 5
    Artistic quality:
    3 of 5
    Repertoire value:
    1 of 5

    Ausschnitte von Ausschnitten...

    ganz kurz:
    um jemanden, der keine "Klassik" mag, dafür zu interessieren vielleicht ganz nett -
    das ist wirklich ein Ritt von der frühen Musik bis in die Moderne.
    Die Interpretationen sind zumindest im Bereich Barock und Alte Musik zumTeil toll -
    Orchestra of The Age of Enlightenment und Taverner Players z.B.bei Bach.

    Die Werkauswahl ist auch nachvollziehbar.
    Aber dann werden fast immer nur Einzelsätze/Stücke aus den Werken präsentiert -
    und diese sind dann noch gekürzt!
    "Ausschnitt" aus einem Satz von Beethovens Violinkonzert,
    "Ausschnitt" aus Klavierkonzert-Sätzen,
    "Ausschnitt" aus dem ersten Satz der "Mondscheinsonate"... -
    Oh Mann...

    Und manche Interpretationen sind dann auch wieder ziemlich grässlich - hören Sie z.B. einmal die Hörprobe von Mozarts "Ah, vous dirais-je, Maman" von Cicolini - so steif und un-kindlich,wie es nur geht (oder eben nicht geht... - CD 15, Stück 5).

    Insgesamt zum jetzigen Preis 2 Sterne als "Bonboniere" der klassischen Musik...
    Concerti op.8 Nr.1-4 "4 Jahreszeiten"

    Concerti op.8 Nr.1-4 "4 Jahreszeiten" (CD)

    3 of 5 stars Active star Active star Active star Inactive star Inactive star
    Sep 13, 2018
    Booklet:
    4 of 5
    Overall impression:
    3 of 5
    Sound:
    4 of 5
    Artistic quality:
    3 of 5
    Repertoire value:
    1 of 5

    Gewollt - und zum Teil fast geschmacklos...

    Nach sicher weit über 20 verschiedenen Aufnahmen, die ich gehört habe, nun diese.
    Ich hatte auf tolle Aufnahmetechnik, einen gleichzeitig "schönen" und doch "vollen" Geigenton, in Betonen der Reibungen und Kontraste gehofft - und das Ganze ohne übertrieben Tempi.
    Von den Tempi hat Sinkovsky meine Erwartungen erfüllt... - sonst nicht.

    (Ich bewerte nach meinem Geschmack. Wie auch sonst...:-))

    Sinkovskys Orchester klingt dünn und entfernt.
    Seine Solovioline klingt ebenfalls dünn, viel zu weich, wenig stabil oder "erdig" -
    und dann macht er noch Sachen,die ans Geschmacklose grenzen:
    in den "kratzigen" Abschnitten, wenn zumindest ich richtig vor mir sehen will,wie der Solist mit dem Bogen die Töne aus den Saiten "kratzt", da wird Sinkovskys Ton oft fast nur Geräusch - und diese Stellen spielt er dann noch (viel zu) schnell...
    Und bringt auch an diesen Stellen glissandi, ein"Schleifen" von einem Ton zum anderen - nicht kratzig, sondern süßlich!!
    Gruselig...

    Natürlich gibt es auch gelungene Abschnitte,besonders die leise gespielten Stellen -
    doch insgesamt ist diese Aufnahme für meinen Geschmack nicht konkurrenzfähig.
    (Und Herrn Sinkovsky singen hören wollte ich auch nicht. Schon gar nicht zwischen den Violinkonzerten).

    Meine Tips: die Billigversion mit Blankestejn/English Chamber Orchstra (höre ich immer wieder gerne, gerade zum Vergleich. Grandiose Solistin!).
    Wie Sinkovsky übrigens höher gestimmt als heute bei historisch informierten Aufnahmen üblich.

    Carmignola/Sonatori - für meinen Geschmack manchmal zu schnell, aber toller Klang, grandiose Sologeige! Und ohne jedes Mätzchen, solistisch besetztes Orchester (auch höher gestimmt...)

    Lezbor/Ars Antiqua Austria - die Aufnahme, die Sinkovsky vielleicht machen wollte:
    Ungeheuer packend, originell, nie zu schnell, mit schönem UND vollem Geigenton - und weitgehend ohne Geschmacklosigkeit oder billige Effekte. Und mit einem grandiosen (und grandios klingenden) solistisch besetzten Orchester.
    Vor allem der Winter ist packend wie selten oder nie zuvor (dagegen ist Sinkovsky fast ein wenig lächerlich...)!
    Cembalosuiten d-moll, g-moll, A-Dur (Tänze aus dem Bauyn Manuscript)

    Cembalosuiten d-moll, g-moll, A-Dur (Tänze aus dem Bauyn Manuscript) (CD)

    5 of 5 stars Active star Active star Active star Active star Active star
    Jun 13, 2018
    Booklet:
    5 of 5
    Overall impression:
    5 of 5
    Sound:
    5 of 5
    Artistic quality:
    5 of 5
    Repertoire value:
    5 of 5

    Schlicht wundervoll

    Dies ist eine wundervolle CD.
    Ich hatte mal die gesamte "Klaviermusik" von Louis Couperin, Aufnahme mit David Moroney, Cembalo. Hab ich wieder verkauft.
    Diese neue CD hat damit gar nichts zu tun... - so anders,
    so viel schöner, wärmer, besonderer klingen die selben Stücken unter den Händen von Herrn Kolesnikov!
    Selten oder nie (vielleicht bei Perahias "Händel-Suiten und Scarlatti"-CD (vergriffen) vor vielen Jahren...) habe ich Musik als so verzaubernd, überraschend und vertraut, intim und berührend, modern und alt gleichzeitig empfunden wie beim ersten (und zweiten!) Hören dieser wundervollen Aufnahmen.
    Voller Schönheit, voller Ruhe, voller Gelassenheit, aber nie langweilig -
    nie klingt die Musik "schwierig" oder mühevoll - ich war ein bisschen sprachlos...

    Aufnahmetechnik tadellos, Beiheft dreisprachig und informativ -
    und der Repertoirwert ist in meinen Augen enorm:
    als würde vor unseren Augen ein Schatz gehoben, der zuvor unsichtbar war.
    Alle anderen Aufnahmen nicht nur von Klavierwerken von Louis Couperin,
    sondern der gesamten französischen Klaviermusik des Barock werde ich ab sofort an dieser Aufnahme messen.
    Arthur Rubinstein plays Chopin

    Arthur Rubinstein plays Chopin (CD)

    5 of 5 stars Active star Active star Active star Active star Active star
    Apr 18, 2018
    Booklet:
    1 of 5
    Overall impression:
    5 of 5
    Sound:
    4 of 5
    Artistic quality:
    5 of 5
    Repertoire value:
    5 of 5

    Wundervoll!

    Diese Box entspricht praktisch der unten aufgelisteten

    "Chopin Collection (1991 Remastering")

    und enthält Rubinsteins Chopin-Aufnahmen v.a. aus den 60er Jahren - jetzt aber im 1999er Remastering.
    Die Stücke sind lediglich auf ein paar CDs weniger verteilt - und es gibt KEIN Beiheft (sehr sehr ärgerlich...).

    Der Klang ist wundervoll:
    warm UND spröde genug,
    nicht zu hart und nicht zu verhallt - einfach "richtig".
    Leises "Bandrauschen" stört mich überhaupt nicht.

    Zur Interpretation:
    ich bin manchmal erschreckt, wie unsentimental Rubinstein spielt -
    keine "Salonmusik", kein Parfum - die Walzer z.B. sind sehr schnell, fast schroff.
    Oder die Scherzi!
    Aber auch die "gefühlvolleren" Stücke (Nocturnes, z.T. Polonaisen,...), die Sonaten, Balladen,... sind niemals zerdehnt oder "ausgemolken" - im Gegenteil!
    Zunächst klingen sie einfach "richtig", natürlich, fließend.
    Und um so berührender werden dadurch die sanfteren, lyrischen Momente -
    ich kann mich nur wiederholen:

    bei Rubinstein klingt Chopin einfach "richtig", oft so, als würde er für sich spielen - oder improvisieren...

    Klarere 5 Sterne kann es kaum geben...
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    Streichquartette Nr.1-15

    Streichquartette Nr.1-15 (CD)

    5 of 5 stars Active star Active star Active star Active star Active star
    Mar 13, 2018
    Booklet:
    4 of 5
    Overall impression:
    5 of 5
    Sound:
    5 of 5
    Artistic quality:
    5 of 5
    Repertoire value:
    5 of 5

    Wundervolle moderne Gesamtaufnahme zutiefst berührender Musik

    Shostakovichs Streichquartette höre ich seit vielen Jahren - zeitweise hatte ich sieben oder acht Gesamtaufnahmen zuhause...
    In den letzten Jahren habe ich immer mehr aussortiert - geblieben sind die zwei "Ur-russischen" des Borodin-Quartetts (die 2. Serie mit ALLEN Quartetten bei EMI; es gibt eine frühere "Gesamtaufnahme bei Chandos oder so, als Shostakovich erst bei Nr. 12 angekommen war!) und vom "Shostakovich-Quartett" - beide vollblütig, mit großem Klang, packenden Melodiebögen. Beide Aufnahmen sind absolute Klassiker, die Musiker haben zum Teil die Quartette mit Shostakovich zusammen erarbeitet und/oder waren Widmungsträger.
    Weitergegeben habe ich aus verschiedenen Gründen z.B. die Gesamtaufnahmen des Rubio-Quartetts, des Fitzwilliam-Quartetts (der Klang ist so dünn...), des Mandelring-Quartetts, des Sorrel-Quartets, des Pacifica- Quartets (einzeln gekauft) - und ohne jede Reue auch die des Emerson-Quartets.
    Von den modernen Gesamtaufnahmen empfehle ich unbedingt das Danel-Quartet - die einzige Aufnahme, die bei mir neben dem Borodin- und Shostakovich-Quartett bestehen konnte.
    So. Nun aber: warum?
    Ich finde Shostakovichs Quartette zum Teil ungeheuer berührend. Zwischen Sätzen mit großer Härte, Dramatik und zum Teil perkussiven Klängen gibt es immer wieder ruhige, langsame Sätze, die unmittelbar zum Herzen sprechen.
    Hier kann man sehr viel "falsch" machen (wie immer geht es nicht um "objektiv richtig" oder "falsch", sondern um meinen Geschmack). Die wundervollen, ergreifenden Melodien nicht sprechen oder aussingen zu lassen,
    sie untergehen zu lassen in einem Klangbrei,
    aber auch sie zu verkitschen durch Portamenti und übertriebenes Vibrato sind die Dinge, die ich am schlimmsten finde.
    Da sticht das Danel-Quartet hervor durch eine wunderbar natürliche, kitschlose, zutiefst berührende Darstellung und oft sehr langsame, aber nie langweilige Tempi - bei hervorragender Aufnahmetechnik!

    Hier lohnt sich wirklich ein Vergleichshören - das Danel-Quartett ist einfach großartig und berührend!
    Streichquartette Nr.1-15

    Streichquartette Nr.1-15 (CD)

    3 of 5 stars Active star Active star Active star Inactive star Inactive star
    Mar 13, 2018
    Booklet:
    4 of 5
    Overall impression:
    3 of 5
    Sound:
    5 of 5
    Artistic quality:
    3 of 5
    Repertoire value:
    4 of 5

    Technisch grandios - emotional oberflächlich

    Shostakovichs Streichquartette höre ich seit vielen Jahren - zeitweise hatte ich sieben oder acht Gesamtaufnahmen zuhause...
    In den letzten Jahren habe ich immer mehr aussortiert - geblieben sind die zwei "Ur-russischen" des Borodin-Quartetts (die 2. Serie mit ALLEN Quartetten bei EMI; es gibt eine frühere "Gesamtaufnahme bei Chandos oder so, als Shostakovich erst bei Nr. 12 angekommen war!) und vom "Shostakovich-Quartett" - beide vollblütig, mit großem Klang, packenden Melodiebögen. Beide Aufnahmen sind absolute Klassiker, die Musiker haben zum Teil die Quartette mit Shostakovich zusammen erarbeitet und/oder waren Widmungsträger.
    Weitergegeben habe ich aus verschiedenen Gründen z.B. die Gesamtaufnahmen des Rubio-Quartetts, des Fitzwilliam-Quartetts (der Klang ist so dünn...), des Mandelring-Quartetts, des Sorrel-Quartets, des Pacifica- Quartets (einzeln gekauft) - und ohne jede Reue auch die des Emerson-Quartets.
    Von den modernen Gesamtaufnahmen empfehle ich unbedingt das Danel-Quartet - die einzige Aufnahme, die bei mir neben dem Borodin- und Shostakovich-Quartett bestehen konnte.
    So. Nun aber: warum?
    Ich finde Shostakovichs Quartette zum Teil ungeheuer berührend. Zwischen Sätzen mit großer Härte, Dramatik und zum Teil perkussiven Klängen gibt es immer wieder ruhige, langsame Sätze, die unmittelbar zum Herzen sprechen.
    Hier kann man sehr viel "falsch" machen (wie immer geht es nicht um "objektiv richtig" oder "falsch", sondern um meinen Geschmack). Die wundervollen, ergreifenden Melodien nicht sprechen oder aussingen zu lassen,
    sie untergehen zu lassen in einem Klangbrei,
    aber auch sie zu verkitschen durch Portamenti und übertriebenes Vibrato sind die Dinge, die ich am schlimmsten finde.
    Da sticht das Danel-Quartet hervor durch eine wunderbar natürliche, kitschlose, zutiefst berührende Darstellung und oft sehr langsame, aber nie langweilige Tempi - bei hervorragender Aufnahmetechnik!
    Und das Emerson-Quartet?
    Immer wieder habe ich das Gefühl, sie zeigen einfach zu gerne, was sie können.
    Oft viel schneller als die Konkurrenz,
    mit eher mehr Vibrato und einem sehr homogenen Klang,
    in dem die einzelnen Stimmen aber zu sehr miteinander verschmelzen und zu wenig für sich sprechen -
    dies sind für meine Ohren im guten und im schlechten Sinne "blendende" Darstellungen mit viel zu wenig Tiefe und Herz.

    Vergleichshören macht das fast schmerzhaft deutlich...
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    Klavierkonzerte Nr.1-5

    Klavierkonzerte Nr.1-5 (CD)

    5 of 5 stars Active star Active star Active star Active star Active star
    Feb 19, 2018
    Booklet:
    4 of 5
    Overall impression:
    5 of 5
    Sound:
    5 of 5
    Artistic quality:
    5 of 5
    Repertoire value:
    3 of 5

    Beethoven groß

    Ich bin einmal wieder am Aussortiern meiner CDs. Jetzt waren mal wieder Beethovens Klavierkonzerte dran...
    Das dritte ist (mit dem vierten) mein Lieblingskonzert.
    Ich mag überhaupt nicht "weiche", kitschige Streicher (Karajan!), am Übelsten mit unmotivierten "Schwellern" und "Drückern" oder Portamenti (das "Schleifen" von einem Streicher-Ton zum anderen).
    Schließlich verabscheue ich dauernde kleine Tempo-Verzögerungen, wie sie z.B. Brendel bei Beethoven bei jeder sich bietenden Gelegenheit ohne Anlass einbaut. Diese stören so sehr den natürlichen Fluss der Musik, dass ich Brendel inzwischen bei Beethoven fast unerträglich finde... (seine Konzert-Aufnahmen mit Rattle habe ich aber schon wegen des süßlichen Orchesterklangs aussortiert).

    Großartig finde ich dagegen z.B. die relativ neue Aufnehme des 3. Klavierkonzerts von Andsnes ("Beethoven-Journey"):
    relativ kleines Orchester, die Stimmen durchhörbar, die Orchesterinstrumente klar getrennt (kein fetter "Brei" von Streichern und Bläsern, sondern ein Dialog zwischen den Instrumenten). Der erste Satz schnell und kraftvoll, der zweite wunderbar ruhig - und die Streicher eher spröde als süß...

    Soviel als Vorrede.
    Davis und Kissin sind viel gewichtiger als die Andsnes-Aufnahme:
    das Orchester klingt groß, die Streicher haben einen ziemlich weichen Klang, und Davis und Kissin sind fast immer langsam. Aber sie produzieren keinen Schmalz (eben keine Schleifer und Schweller), die Bläser klingen toll und dialogisieren oft mit den Streichern, die Musik hat einen wunderbaren Fluss - und Kissin ist einfach toll!!
    Er klingt so souverän, klar und natürlich, nimmt sich an Solo-Stellen ganz viel Zeit, ohne je gekünstelt zu wirken. Sein Flügel klingt recht hart - aber das gibt extra Klarheit, die der Musik gut tut - und die ruhigen, poetischen Stellen klingen trotzdem wundervoll zart!

    Ich habe diese Aufnahme mit ein paar anderen in diesem Stil verglichen - vor allem mit den berühmten Klassikern von Arrau und Davis (der gleiche Colin Davis!), die in vielen Kritiken himmelhoch gelobt wird (z.B. Classicstoday). Und Davis/Kissin klingen für mich einhundert Mal natürlicher, schöner, dabei viel weniger kitschig - Arrau/Davis hab ich dann auch aussortiert.

    Das Ganze ist natürlich einfach eine Geschmacksfrage und keine von richtig oder falsch.
    Aber wer seinen Beethoven groß und gewichtig und schön und packend will, dem kann ich Kissin/Davis aus vollem Herzen empfehlen.
    Sonst eher Zinman/Bronfman oder eben Andsnes - fast immer deutlich lebendiger, schneller, durchhörbarer - aber eben auch "kleiner".
    Und als tollen Mittelweg Pires/Harding (nur 3. und 4. Konzert)
    Sämtliche Klavierwerke zu vier Händen

    Sämtliche Klavierwerke zu vier Händen (CD)

    4 of 5 stars Active star Active star Active star Active star Inactive star
    Oct 2, 2017
    Booklet:
    4 of 5
    Overall impression:
    4 of 5
    Sound:
    4 of 5
    Artistic quality:
    4 of 5
    Repertoire value:
    5 of 5

    Gut...

    ... aber nicht großartig.
    Beim Quervergleich mit Eschenbach/Frantz (Box) sowie Perahia/Lupu (Fantasie) bleiben Tal und Groethuysen fast immer mehr an der Oberfläche, sind glatter, schneller, sachlicher.
    Eschenbach/Frantz bleiben dagegen erstaunlich schön, schlicht und in gutem Sinne "einfach" bei den kleineren Stücken wie den Ländlern und Tänzen - oft anrührend schlicht - und finden in den "großen" ("Lebensstürme", Fantasie) dann Drama, Tiefe und Gefühl.
    Für manche sind T und G sicher Referenz - für mich ein wenig enttäuschend. Das ist ja auch immer eine Frage des Geschmacks... - Und die Klaviere klingen bei ihnen auch ein bisschen kühler als bei der Konkurrenz.
    Klaviersonate h-moll

    Klaviersonate h-moll (SACD)

    5 of 5 stars Active star Active star Active star Active star Active star
    Jul 24, 2017
    Booklet:
    4 of 5
    Overall impression:
    5 of 5
    Sound:
    3 of 5
    Artistic quality:
    5 of 5
    Repertoire value:
    4 of 5

    Wahnsinn

    Der Klang ist mäßig - da ist offenbar ein Band mitgelaufen in ein paar Metern Entfernung vom Klavier bei Richters Auftritt in der Carnegie Hall. Die Töne haben wenig Wärme oder Fülle, klingen hart und obertonarm - wie durch ein altes Radio. Und das Band rauscht. Das Publikum hört man aber kaum (außer beim Applaus).
    Aber was Richter da macht, ist einfach grandios!
    Vom ersten Ton an spricht diese Musik!
    Eine dramatischere, spannendere, aufregendere h-Moll-Sonate habe ich nie gehört - aus tiefster Finsternis und Bedrohung über rasende Läufe und Inseln voller Ruhe, Gelassenheit und Schönheit führt Richter uns mit einer unfassbaren Einfachheit durch dieses Monumentalwerk - alles klingt richtig, packend, berührend - und oft klingt es, als entstehe die Musik gerade unter Richters Händen. Am Ende ist man erschöpft - und beglückt, und meint, die Sonate ein Stück weit verstanden zu haben...

    Was ich bei der h-Moll-Sonate noch nie gemacht habe: ich habe die CD direkt nach dem Ausklingen noch einmal gestartet. Bei Richter ist sie zuerst einmal keine intellektuelle Herausforderung, sondern eine ungeheuer emotionale Erzählung. Ein besseres Wort fällt mir nicht ein: Wahnsinn!!

    Selbst Arrau klingt dagegen ein bisschen "lahm" - und Paul Lewis wie parfümiert...

    Zum jetzigen Angebotspreis (2,99 Euro im Juli 2017): KAUFEN!!

    Das booklet ist okay,
    und die weiteren Listz-Stücke sind bei Richter auch alle "groß", voller Emotion - mir gefällt´s.

    Unvergessliche und bereichernd ist aber die h-Moll-Sonate (ist klar geworden, schätze ich :-) )



    Sonaten für Violine solo op.27 Nr.1-6

    Sonaten für Violine solo op.27 Nr.1-6 (CD)

    5 of 5 stars Active star Active star Active star Active star Active star
    Jun 26, 2017
    Booklet:
    4 of 5
    Overall impression:
    5 of 5
    Sound:
    5 of 5
    Artistic quality:
    5 of 5
    Repertoire value:
    4 of 5

    Musik!

    So kurz es geht - die CD kostet gerade lächerliche 5,99 Euro (6/2017): von mehreren Versionen der Solo-Violinsonaten Ysayes ist dies meine liebste: schlanker, fast spröder Ton (Barocker Klang ist nicht weit); "bombensichere" Intonation; keine "Schweller", "Schleifer", "Drücker", um Gefühl zu melken aus dieser sehr sehr spröden Musik - und doch: bei Frau Murray ist jeder Satz echte Musik, nie Fingerübung oder Schaustück für technisches Können. Langsame Sätze (die ich viel lieber mag als die schnellen) werden auch langsam gespielt - mit Gelassenheit und Fluss und Ziel... Tolle Aufnahme - ich empfehle, sie zu kaufen!
    Auch renommiertere Musikzeitschriften als "Der Tagesspiegel" haben die CD gelobt - Gramophone: " the yearning Murray creates (...) is heart-wrenching"; "all-important in music that can kaleidoscope from post-Bach to pre-Ligeti sounds within a single phrase" "how exciting this music is in its own right". "the perfection of Murray’s intonation (...) has tipped so far over into another league of accuracy that it adds an extra dimension of enjoyment to an already superlative disc."
    Und ClassicsToday gab 10/10 Punkte für Interpretation/Klang und schließt eine überschäumende Kritik mit der netten Zusammenfassung: "Highly recommended—the modern reference for these works."
    Madrigali Buch 2

    Madrigali Buch 2 (CD)

    5 of 5 stars Active star Active star Active star Active star Active star
    Mar 15, 2017
    Booklet:
    5 of 5
    Overall impression:
    4 of 5
    Sound:
    4 of 5
    Artistic quality:
    5 of 5
    Repertoire value:
    4 of 5

    Wohltuend...

    Die Männerstimmen (Delitiae Musicae besteht NUR aus Männern) und die fast immer langsamen Tempi tun dieser Musik gut: ich hatte/habe andere Aufnahmen der Madrigale von den "Besten" - Concerto Italiano (mein Favoriten bei Monteverdi, Pergolesi,...) sowie La Venexiana - und selbst diese "nerven" einfach nach einiger Zeit: zu viele Kontraste, zu schrille Klangfarben - eine ganze CD Madrigale von Gesualdo anzuhören wird vom Vergnügen schnell zur Belastungsprobe...
    Dagegen machen Delitiae Musicae richtig Spaß - einfach durch ihre etwas ruhigere Herangehensweise und die weicheren, volleren, "runderen" hohen Stimmen.
    (Soweit ich mich erinnere, ist die Tonhöhe auch etwas herunter transponiert gegenüber den Ensembles mit Frauenstimmen. Aber das kann man ja leicht beim Vergleichs-Hören nachprüfen)
    Kaufempfehlung!
    Lied-Edition (Matthias Goerne)

    Lied-Edition (Matthias Goerne) (CD)

    5 of 5 stars Active star Active star Active star Active star Active star
    Sep 29, 2016
    Booklet:
    5 of 5
    Overall impression:
    5 of 5
    Sound:
    5 of 5
    Artistic quality:
    5 of 5
    Repertoire value:
    4 of 5

    Unfassbarer Schatz. Und unfassbar,

    ... dass jemand dieser Sammlung grandioser Aufnahmen 2 Sterne verpasst...
    Zur Schönen Müllerin lesen Sie doch bitte meine Rezension dort,
    die Winterreise ist ähnlich berührend.
    Und von den übrigen CDs habe ich schon einige einzeln gekauft - voller herrlicher Musik, zum Teil zutiefst berührend und ergreifend.
    Goerne ist für mich der wunderbarste Liedsänger seiner Stimmlage überhaupt (und die meisten Schubert-Lieder klingen in meinen Ohren mit der tieferen Bariton-Stimme echter, wärmer, menschlicher als von Tenören gesungen).
    Ich mag Goernes warme, nur ganz gelegentlich und diskret "knödelnde" Stimme sehr,
    und er hat hochklassige Begleiter -
    unübertrefflich für meinen Geschmack Eschenbach in der Winterreise und ganz besonders in der schönen Müllerin.
    Aber das alles steht und fällt mit der Art zu singen - die schönste Stimme hilft nichts, wenn der Vortrag gekünstelt oder pathetisch wirkt.
    Und Goerne wirkt immer echt, ungekünstelt und natürlich.
    Er singt leise so schön, dass man den Atem anhält -
    er ist oft langsam, aber immer klingt das richtig und so, als wäre jede andere Art zu singen falsch...
    Bei Goerne meine ich oft, er singe für sich selbst oder für einen vertrauten Menschen - ein höheres Lob kann ich mir kaum vorstellen.
    Alles Vordergründige, Prahlerische oder Gekünstelte (dazu fällt mir immer Fischer-Dieskau ein) ist ganz weit weg.
    Für den lächerlichen Preis von 30 Euro erhält man schlicht einen Schatz.
    Cellosonaten Nr.1-6

    Cellosonaten Nr.1-6 (CD)

    5 of 5 stars Active star Active star Active star Active star Active star
    Jun 10, 2016
    Booklet:
    4 of 5
    Sound:
    5 of 5
    Artistic quality:
    5 of 5
    Repertoire value:
    4 of 5

    Sehr schön!

    Dies ist "Unterhaltungsmusik" im besten Sinne:
    klangschön, melodisch, oft berührend -
    weil die Interpreten die Musik atmen lassen,
    den langsamen Melodien Zeit und Raum und Richtung geben...
    Das klingt intim,
    vertraut,
    ein bisschen tröstlich...
    Keine Musik, die aufwühlt oder zum Zuhören zwingt -
    aber ganz wunderbare Musik, die mal im Hintergrund läuft - und bei der sich das bewusste Zuhören doch lohnt.
    Von mir 5 Sterne - schöner Klang, gutes booklet,
    das auch - schon fast unüblich geworden - Information zu den Musikern gibt.
    Symphonien Nr.1-9

    Symphonien Nr.1-9 (CD)

    5 of 5 stars Active star Active star Active star Active star Active star
    Apr 25, 2016
    Booklet:
    3 of 5
    Overall impression:
    5 of 5
    Sound:
    4 of 5
    Artistic quality:
    5 of 5
    Repertoire value:
    4 of 5

    So noch nie gehört...

    Tolle Gesamtaufnahme! Großartiger Klang durch die Originalinstrumente ohne Süßlichkeit, gute Aufnahmetechnik - und Brüggen macht aus den "Unterhaltungsstücken", die bei anderern wie Tanzmusik oder Fingerübungen eines Komponisten (ohne Herzblut) klingen, plötzlich Meisterwerke voller Dramatik und Größe, die z.T. erschüttern können... Schuberts Sinfonien kennen ja nur wenige Musikliebhaber richtig gut - außer der 8. (Unvollendeten) und evt. der 5. oder der 9. Ich auch nicht.
    Aber jetzt! - Im Vergleich mit Goodman, Harnoncourt und sogar Immerseels Anima Eterna ist Brüggen der Dramatischste und trotzdem "Natürlichste" - einfach großartig!
    Klaviersonaten Nr.1-18

    Klaviersonaten Nr.1-18 (CD)

    5 of 5 stars Active star Active star Active star Active star Active star
    Apr 25, 2016
    Booklet:
    4 of 5
    Overall impression:
    5 of 5
    Sound:
    4 of 5
    Artistic quality:
    5 of 5
    Repertoire value:
    4 of 5

    Die poetischste aller Gesamtaufnahmen

    Kurzversion: ich habe die schöne, klare, natürliche Gesamtaufnahme von Maria Joao Pires (die zweite, bei der DGG), die für viele Kritiker die Referenz ist. Ich hatte/habe ein paar andere Einzel-Aufnahmen, hatte die Box von Brilliant mit Clara Würtz.
    Aber mir gefällt Uchida bei Weitem am besten! Kommt auch das Witzige, bäuerliche oder einfach tänzerische mancher Sätze ein wenig zu kurz - die großen Sonaten - und dabei vor allem die langsamen Sätze - klingen nirgends richtiger, natürlicher und doch "erdferner", poetischer als bei Uchida... Manchmal scheinen ihre Finger die Tasten kaum zu berühren - schwerelos und wie "vom Himmel" blühen einzelne Töne auf, und ich sitze atemlos und lausche... Dieses Mozart-Erlebnis kenne ich nur von Uchida - und mir gefällt das (wie man erkennen kann...). Wer seinen Mozart lieber ein wenig handfester und mit beiden Beinen auf der Erde hört, für den ist Pires ein sicherer Tip. - Zum Weiterhören: wer mit Uchidas Spielweise glücklich ist, dem empfehle ich ihre Aufnahmen der späten Klavierkonzerte Mozarts unter Tate (ist eine Gesamtaufnahme - wieweit es Einzel-CDs noch gibt, weiß ich nicht. Ich hab ein paar...). Das Orchester (English Chamber Orchestra) klingt in meinen Ohren leider schrecklich süßlich, und die Aufnahmen sind nicht besonders - sind ja auch nicht mehr ganz frisch. Aber sobald Uchida Raum bekommt, hält sie uns in Bann - poetisch, voller Spannung und Ruhe, fast immer eher leise und sanft und zerbrechlich als polternd und donnernd - und doch immer "richtig". Und Uchidas späte Beethovensonaten sind ein Wunder in sich - wieder die sanften, leisen Sätze. Einzigartig!
    Klavierkonzerte Nr.3-5

    Klavierkonzerte Nr.3-5 (CD)

    4 of 5 stars Active star Active star Active star Active star Inactive star
    Feb 14, 2016
    Booklet:
    3 of 5
    Overall impression:
    4 of 5
    Sound:
    4 of 5
    Artistic quality:
    4 of 5
    Repertoire value:
    3 of 5

    Wundervolle Konzertaufnahmen!

    Sehr unterschiedlich finde ich die hier vorliegende Sammlung von Klaviersonaten, Konzerten und den Diabelli-Variationen. Die Sonaten sind streng, klingen oft "groß" - eher langsam oder mit eingebauten, Gewicht gebenden Ritardandi, mit schwerem Anschlag, wenig legato - eher "abgehackt", manchmal fast rustikal! Und bei den alten Aufnahmen kommen dann Wärme, Schönheit, Ruhe oder gar Humor nicht besonders zur Geltung, da "perlt" es nicht, alles klingt ein bisschen schwer, manchmal sogar holprig... fazit: ich brauche diese Aufnahmen der Sonaten nicht. - Und dann kommt die Hammerklaviersonate - wieder schwer, ernst, groß - ein bisschen wie bei Arrau, bei dem das aber "glatter" klingt und schöner, weicher und auch mehr zusammenhängend... Doch den wundervollen, riesigen dritten Satz gestaltet Richter-Haaser dann ganz ungeheuer: mit weichem, aber klaren Anschlag, sehr langsam und mit festem Rhythmus - eine der berührendsten Aufnahmen, die ich je gehört habe! Und dann schließlich die drei "großen" Klavierkonzerte - und wieder passiert Ungeheures: alles klingt groß und schön, Orchester und Pianist harmonieren wunderbar (ist die Aufnahmetechnik auch besser?), die - immer eher langsamen - Tempi stimmen einfach - das 3. und das 4. Klavierkonzert (meine Lieblingsklavierkonzerte überhaupt) klingen so großartig, ernst und schön, wie ich sie kaum je besser gehört habe! Und Richter-Haaser gestaltet die langsamen Mittelsätze so zart und poetisch, mit weichem und doch ganz klarem Anschlag - das ist einfach vollendet und souverän! So bleiben klare 5 Sterne für die Konzerte und die Hammerklaviersonate, der Rest bekommt 2 bis 3 - macht nach meiner Rechnung 4. Bei anderer Gewichtung - z.B. für Hörer, de an den Konzerten nicht interessiert sind - sicher weniger.
    Klavierkonzerte Nr.5,6,8,9,11-27

    Klavierkonzerte Nr.5,6,8,9,11-27 (CD)

    4 of 5 stars Active star Active star Active star Active star Inactive star
    Feb 9, 2016
    Booklet:
    3 of 5
    Overall impression:
    4 of 5
    Sound:
    4 of 5
    Artistic quality:
    4 of 5
    Repertoire value:
    4 of 5

    Okay...

    Ja, der Herr Buchbinder... - hab schon mehrfach Aufnahmen von ihm besprochen, und hier gilt das gleiche: "unsentimental" (s.o.) ist eine passenden Beschreibung. Das Ganze hat oft Größe, Schwung, klingt lebendig und kraftvoll. Die Wiener Streicher sind mir ein wenig zu süß (Geschmacksfrage), und das Klangbild könnte ohrnäher und transparenter sein. Dennoch: eine gute Gesamtaufnahme. Nuuuuuuuur: immer, wenn man sich Zartheit wünscht - ein "Verhalten", ein Sich-Zurücknehmen; wenn der Pianist die Tasten einmal nur sanft berühren und nicht "unsentimental" anschlagen soll - dann kann man darauf rechnen, dass Buchbinder es nicht tut... Es gibt so herrliche langsame Sätze in den späten Klavierkonzerten - und so wunderbare Einsätze in den großen ersten Sätzen... - und wenn man diese im Vergleich hört z.B. mit Perahia, Uchida oder auch Pletnev - dann wirkt Buchbinder auf mich wie ein Handwerker, ein Pianist zweiter Klasse. Oder dritter... Meine Lieblings-Gesamtaufnahme ist immer noch die von Perahia, obwohl mir auch bei ihm das English Chamber Orchestra in den Streichern zu weich ist - und auf ein paar der Aufnahmen von Uchida (ebenfalls mit dem English Chamber Orchestra unter Tate) möchte ich nicht verzichten, weil Uchida an den richtigen Stellen so wundervoll jenseitig, weltentrückt spielt wie kein anderer - die Streicher klingen bei Tate allerdings für meine Ohren manchmal grausam süßlich. Brendel mit dem Scottish Chamber Orchestra unter Mackerras hat für mich den besten Klang - vor allem das Orchester!
    Klaviersonaten Nr.28-32

    Klaviersonaten Nr.28-32 (CD)

    5 of 5 stars Active star Active star Active star Active star Active star
    Aug 27, 2015
    Booklet:
    4 of 5
    Overall impression:
    5 of 5
    Sound:
    5 of 5
    Artistic quality:
    5 of 5
    Repertoire value:
    3 of 5

    Erstaunlich...

    ... ist tatsächlich, was Levit hier abliefert als "junger" Interpret.
    Und erstaunlich ist, dass es heute (27.8.2015) von 119 Bewertungen 68 (achtundsechzig!) gibt, die EINEN Stern - die schlechteste Note - geben. Da drängt sich der Verdacht auf, dass es einen (oder mehrere) "Hasser" dieses Pianisten gibt, die absichtlich mehrfach miserabel bewerten. JPC sollte seine Bewertungssystem dringend ändern, um so etwas zu verhindern... - Zur Aufnahme: Aufnahmetechnisch hervorragend - Sony macht das seit Jahren verlässlich gut: herrlicher Klavierklang, rund, ohrnah (aber nicht nervig), klar und voll. Und nun - endlich - zu Levits Interpretation. Ich habe sie verglichen mit anderen aus meiner (umfangreichen) Sammlung - von Arrau über Lewis bis Uchida, dann Buchbinder (die Neue - aussortiert) und Korstick, Kempff (und viele andere...). Ich hätte auch Levit gerne aussortiert - ich habe immer noch zu viele CDs. Aber nein - diese Aufnahmen berühren, und Levit hat tatsächlich eine ganz individuelle Stimme. Wenn er vielleicht in der Hammerklaviersonate nicht an das Gewicht und die Größe von Arrau oder Eschenbach oder die Kompromisslosigkeit von Korstick heranreicht und der unfassbare langsame Satz fast ein wenig belanglos klingt - in anderen Sonaten findet er immer wieder Stellen, die die Musik ganz neu beleuchten, wirklich etwas eigenes sagen. Gerade in langsamen Sätzen findet er eine Ruhe und Tiefe, die aufhorchen lässt - und dabei zeichnet die Aufnahme gerade aus, dass die Darstellung sehr transparent ist, einzelnen Stimmen deutlich herausgearbeitet werden (wobei "arbeiten" ein völlig falsches Wort ist - bei Levit klingt es fast NIE angestrengt, "erarbeitet", sondern selbstverständlich, fließend, natürlich). Technische Probleme scheint er bei jedem Tempo nicht zu kennen (ob er technisch so gut ist oder einfach auch so ein gutes Aufnahmeteam hatte? Aber im Ergebnis ist es ja egal...). Zusammenfassend: eine interessante, individuelle Aufnahme, die in fast jedem Satz etwas eigenes zu sagen hat, neue Entdeckungen ermöglicht. Lediglich die "riesige" Hammerklaviersonate wird ein wenig kleiner, als ich sie sehe...
    Rudolf Serkin,Klavier

    Rudolf Serkin,Klavier (CD)

    3 of 5 stars Active star Active star Active star Inactive star Inactive star
    Jul 28, 2015
    Booklet:
    4 of 5
    Overall impression:
    3 of 5
    Sound:
    2 of 5
    Artistic quality:
    4 of 5
    Repertoire value:
    3 of 5

    Eingeschränkte Empfehlung

    Rudolf Serkin kommt hier auf 4 CDs mit alten Aufnahmen, deren Tonqualität zum Teil einfach schlecht ist - Kammermusik von 1932/38 erfordert schon eine gewisse Bereitschaft, sich überhaupt auf diese Musik einzulassen...
    Zur Interpretation: Serkin ist in einem Wort: streng!
    Streng mit sich, der Musik und dem Hörer: er erlaubt sich und uns keine Abweichungen von dem, was er "richtig" findet/als richtig erkannt hat -
    und daher sind seine Darstellung oft sehr diszipliniert, "klassisch", texttreu. natürlich ist das zunächst einmal positiv.
    Aber immer wieder empfinde ich seine Darstellungen schlicht als freudlos...
    Das ist sicher auch dem Klang geschuldet: der Ton ist eher flach und spröde - sicher großteils einfach aufgrund der Aufnahmetechnik. Doch Serkin tut das seine dazu:
    mir fehlt da oft ein Atmen der Musik, ein Verzögern, ein Betonen von Höhepunkten - bei Serkin denke ich manchmal an eine ("Teufels-) Maschine (diese Bezeichnung soll nur ein Scherz sein!).
    Der erste Satz seiner Pathetique z.B. hat enormen Drive, strebt nach vorn, immer weiter - aber eine Pause, ein Innehalten oder gar eine "Erlösung" gibt es nicht. Und der zweite gibt wenig Trost... (habe zuhause eine spätere Aufnahme von Serkin in der 11-CD-Beethoven-Box: da ist der Klang runder und das Tempo deutlich reduziert - eine meiner Lieblingsaufnahmen der Pathetique!)
    Mozart ist vertreten mit dem grandiosen 20. Klavierkonzert d-Moll KV 467 (ich habe gelesen, Serkin sei berühmt für seine Mozartkonzerte), und Serkin strebt wieder vorwärts - er ist schnell und recht dramatisch, aber bringt wenig Schönheit oder Größe in die Musik, und im zweiten Satz könnte viel mehr Poesie sein
    (Kleiner Exkurs: Solomon im Konzert Nr. 15 auf einem anderen Billig-Sampler war dagegen eine Offenbarung - einer der großen "Alten", die die Musik so lieben, dass sie sie - wenn nötig - auch viel langsamer als notiert spielen oder ausklingen, zur Ruhe kommen lassen. Entscheidungen, über die man heute lange diskutieren würde, die aber "gefühlt" einfach richtig sind, weil sie unser Herz berühren. Aber natürlich dürfen andere Hörer das ganz anders sehen!).
    Am besten gefallen mir die Duos:
    der genau so strenge Busch als Violonist in der Kreutzer-Sonate - sie machen eine Tour-de-force aus dem 1. Satz!
    Und - genau andersherum - der viel freier gestaltende Casals, der einfach einen grandiosen, großen, schönen/dramatischen Ton in die Cellosonate op. 5/2 bringt (ein erstaunliches Meisterwerk - zumindest der 1. Satz - des jungen Beethoven!) - und der strenge, genaue Serkin ist ihm ein angemessener, disziplinierter Partner: Casals prägt das Stück - aber Serkin tut ihm gut,
    zusammen klingen sie wirklich großartig (Viel dramatischer, größer - und schöner! - als Solomon/Piatigorsky z.B.).
    Also eine eingeschränkte Empfehlung... - wer Serkin 100% streng kennenlernen will, hat hier Gelegenheit.
    26 to 50 of 72 reviews
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