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    meiernberg Top 10 Rezensent

    Aktiv seit: 30. August 2010
    "Hilfreich"-Bewertungen: 14552
    974 Rezensionen
    Blockflötenquartette "In Nomine" Blockflötenquartette "In Nomine" (CD)
    02.10.2015
    Booklet:
    5 von 5
    Gesamteindruck:
    4 von 5
    Klang:
    5 von 5
    Künstlerische Qualität:
    4 von 5
    Repertoirewert:
    5 von 5

    Für Blockflöten-Freunde

    Für Musikfreunde, die keinen direkten Zugang zu den Instrumenten der Blockflöten-Familie haben, dürfte diese CD nicht zur ersten Wahl gehören. Sicher, durch Oberlingers virtuoses Spiel ist die Blockflöte wieder "in Mode" gekommen. Doch Oberlingers Flöte wird zumeist von anderen Instrumenten oder Ensembles begleitet und ist ganz auf Virtuosität ausgerichtet. Nicht so bei dieser CD mit Kompositionen des frühen Christopher Tye. Hier wird sehr werkdienlich im Sinne der Musik des 16.Jahrhunderts mit einem Blockflöten-Quartett- , bzw. -Quintett musiziert. Im Wechsel der 29 Stücke wechseln auch die Besetzungen und Instrumente. Für Blockflöten-Freunde ist das ein spannendes Erlebnis, zumal hervorragend musiziert wird. Für nicht geübte Ohren stellt sich jedoch bald das Hörgefühl von Eintönigkeit ein. Nur (!!) Blockflöten in 29 (!!) Stücken ist für den Normal-Hörer vielleicht doch des Guten zuviel. Aufnahmetechnik und Booklet-Qualität sind sehr gut!
    Francesca da Rimini op.4 Francesca da Rimini op.4 (CD)
    29.09.2015
    Booklet:
    3 von 5
    Gesamteindruck:
    5 von 5
    Klang:
    5 von 5
    Künstlerische Qualität:
    5 von 5
    Repertoirewert:
    4 von 5

    Das Orchester als Star der Oper

    Man kann sich nur wundern, dass Zandonais Oper so wenig auf den Spielplänen der Opernbühnen zu finden ist. Zandonais "Francesca da Rimini" ist ein großartiges Werk, groß besetzt, sehr effektvoll instrumentiert, mit schlagkräftigen Chören, profilierten Solopartien und einem Stoff, der alles hergibt, was ein guter Opernstoff braucht: Dramatik, Liebe, Tod und Verzweiflung. Daraus lässt sich trefflich Oper machen und Zandonai hat es getan - und wie! Die sich an Puccini orientierende Tonsprache hat einen eigenen Charakter, ist etwas herber und entbehrt der "süßlichen" Kantilenen und Arien. Zum Mitsingen gibt es nicht viel, dafür aber ständige musikalische Überraschungsmomente. Dabei ist das Orchester der Star der Oper. Die Orchestervor- und -zwischenspiele sind besondere Höhepunkte und auch sonst "untermalt" das Orchester die Gesangspartien auf sehr eindrückliche Art. Man höre sich nur den sehr dramatischen Schluss der Oper (Francesca und Paolo werden umgebracht) an. Was Zandonai da ins Orchester geschrieben hat, ist schon die ganze Oper wert und fesselt ungemein.
    Die Freiburger Interpreten um den Dirigenten Fabrice Bollon überzeugen. Besonders das Orchester verdient sich ein Extra-Lob und beweist, wie gut auch die Orchesterkultur "in der Provinz" ist. Sopranistin Christina Vasileva überzeugt als Titelheldin auch in lyrischen Passagen, während - und das ist der einzige Kritikpunkt - Tenor Martin Mühle als Paolo mit einem penetranten Forte/Mezzoforte die eigene Stimme strapaziert. Der großartigen Gesamtleistung (auch der Chor!) tut das keinen Abbruch.
    Auch die Aufnahmetechnik ist großartig und bildet selbst den großen Orchesterklang differenziert ab. Lediglich hinter das Booklet muss man ein Fragezeichen machen. Es ist mit 87 Seiten zwar sehr umfangreich, liefert zum originalen italienischen Libretto nur eine englische Übersetzung. Deutsch fehlt! Warum? Vielleicht wäre der Umfang dann zu groß geworden. Schade bleibt es trotzdem! Im ganzen: eine großartige Produktion!
    Violinkonzerte Nr.1 D-Dur op.42 & Nr.2 F-Dur op.86 Violinkonzerte Nr.1 D-Dur op.42 & Nr.2 F-Dur op.86 (CD)
    28.09.2015
    Booklet:
    5 von 5
    Gesamteindruck:
    5 von 5
    Klang:
    5 von 5
    Künstlerische Qualität:
    5 von 5
    Repertoirewert:
    5 von 5

    Prädikat: Schöne Musik!

    Mehr wohl auch nicht! Aber das reicht schon, um im heutigen Musikbetrieb zu einem positiven Urteil zu kommen, nicht aber, um Kompositionen zu unvergänglichen Meisterwerken zu machen. In Sachen Gernsheim ist die Lage besonders kritisch, weil er als ausgeprägter Brahmsianer zu wenig eigenständiges Profil entwickeln konnte oder wollte. Immer gab es einen, der es besser konnte als er: Brahms! Das gilt nicht nur für seine Sinfonien, sondern ebenso für seine beiden Violinkonzerte. Da hört man wirklich schöne Musik, gekonnt an klassischen Vorbildern orientiert. Aber irgend etwas "Zündendes" fehlt. Die Musik packt und bewegt zu wenig, sondern ist so recht für den Sonntag-Nachmittags-Kaffee geeignet. Auch das beigegebene Fantasiestück macht da keine Ausnahme. Bitte kein Missverständnis: Die Wiederbelebung der Gernsheim-Konzerte ist verdienstvoll und erweitert das Repertoire. Aber in der Topp-Liga spielen sie nicht.
    Daran können auch die prima agierenden Hamburger Musiker um den Solisten Linus Roth und den Dirigenten Johannes Zurl nichts ändern. Sie tun ihr Bestes in Sachen Wiederbelebung. Auch die Technik und ein 1A-Booklet tragen dazu bei. Empfehlenswert!
    4 Kommentare
    Anonym
    30.09.2015

    Auf jedenfall in der oberen Liga

    Ich kenne die Sinfonie Nr. 1 op. 32 mit Siegfried Köhler und möchte sagen, dass dies ein exzellentes sommerlich lyrisch-dramatisches Werk ist. Hätte Schumann dieses Werk komponiert, hätte man zurecht anerkannt, dass er unter Beibehaltung seiner eigenen Stilmittel eigenständig Brahms Charakteristik übernommen hätte. In der Tat verwendet Gernsheim Brahms dunkles Timbre in Verbindung mit Schumanns blütenhaften romantischen Geist. Er entwickelte sehr eigene Themen, die zwar nach Schumann und Brahms klingen, doch so noch nie gehört wurden und so unbedingt noch fehlten. Eine wichtige Bereicherung der romantischen Welt um die Brahms-Schule herum. (urantik,ao,a.nc)
    Anonym
    08.10.2015

    Gernsheim, ein eigenständiger Komponist neben Schumann und Bruch

    Ich möchte doch höflich anmerken, dass diese Rezension in einem Punkt auf gar keinen Fall richtig ist: Gernsheim war kein Brahms-Epigone, er steht eher eigenständig neben Schumann und Bruch. Neben Schumann wegen der Sinfonie Nr 1, den Violinsonaten und dem Chor-Orchesterwerk „Der Zaubermantel“ op. 55, neben Bruch wegen den Violinkonzerten, der Kammermusik und auch so gewagten Chororchesterwerken „Salamis“ op 10, Agrippina op. 45 und „Germania“ op. 24 (ein Werk auf die Niederringung Napoleons, vergleichbar mit Beethovens „Wellingtons Sieg“ und Egmont, oder Bruchs „Armenius“ op. 43).
    Typisch für Gernsheim als Juden, dass er den herannahenden Faschismus und wie dieser das Volk vergiftet in seinen Werken auch mal thematisierte. Viele haben das getan. Berühmter Vorgänger darin eben Beethoven, der Napoleon verwarf. ( Siehe auch „Eroica“)
    In „Das Zaubermantel“ thematisiert er einen lieblichen Text, worin es darum geht, dass die Frau des König Artus untreu wird, während die des Tristan, genannt Floribel, ihrem Gatten zugetan bleibt.
    Die Violinkonzerte sind exzellent werktreu von Zurl und Roth interpretiert, und die kompositorische Substanz ist mehr als nur schön, nämlich echt nahrhaft.
    Wem Bruch gefällt, dem gefällt auch Gernsheim. Man beachte hierzu die CPO -Versionen der Bruchkonzerte (und die Rezensionen von Meiernberg), die ich für ebenso innovativ halte wie nun die Stücke von Gernsheim.

    ankerantik
    Anonym
    21.10.2015

    Trotzdem

    "Brahmsianer" bedeutet nicht "Nachahmer" oder Epigone. Gernsheim war mit Brahms eng befreundet und bewunderte ihn. Nicht ohne Grund verschwand Gernsheim in der Rezeptionsgeschichte im Vergessenheit, während Brahms zu hohen Ehren gelangte. Wer Ohren hat, kann deutlich die musikalischen Gemeinsamkeiten beider Komponisten feststellen. Das mildert nicht die Qualität der Kompositionen von Gernsheim, zeigt aber doch, dass Brahms ihm deutlich überlegen war. Nichts anderes habe ich in meiner Rezension festgestellt. Ansonsten darf es natürlich gerne andere Sichtweisen und Beurteilungen geben.
    Anonym
    22.10.2015

    Ja, aber eine erstklassige Ergänzung

    Auf alle Fälle würde ich auch sagen, dass man Brahms Werke nicht ersetzen kann. Aber darum geht es ja auch gar nicht. Er soll ja nur ergänzt werden. Gernsheim hat Werke vorzuweisen, die Brahms so nicht bietet. Genauso weist auch Schumann Sachen vor, die wir bei Brahms so nicht finden. So etwas wie Gernsheims Agrippina op. 45 (in einer späteren Version op. 77) kann natürlich Brahms op. 45 „Ein deutsches Requiem“ nicht ersetzen, gibt aber eine weitere Sichtweise hinzu. So ergänzen sich die Chor-Orchesterwerke von Schumann, Brahms und Gernsheim zu einem Gesamtwerk gleich gesonnener Künstler. Vergleichbares gab es überall, z. B. in der Malerei.
    Im übrigen meine ich, dass Gernsheim ein – wie CPO so oft bei Neuentdeckungen sagte – zu Unrecht vergessener Komponist war, denn es ist völlig klar, dass die Musikgeschichte niemals zu jeder Zeit gerecht war, aufgrund von historischen Engpässen ( Krieg, politische kulturelle Verfolgung, Nichtbeachtung durch Vergessen usw. ), bis dann eine Besserung kam. Natürlich ist es am Anfang immer gewagt, einem relativ unbekannten Künstler einen hohen Rang zuzuschreiben, aber gerade im Fall Gernsheim lege ich diese Scheu zunehmend ab, da mir seine Werke immer besser gefallen, und gerade die beiden Violinkonzerte und die Fantasie sind ein Geniestreich an Einfällen, die es mit dem Besten deutscher europäischer Musik aufnehmen können.
    Man denke im Vergleich dazu einmal an Bach, der total vergessen wurde. Oder an Sergej Tanejew, der derzeit wiederentdeckt wird und ein enormes Gesamt-Meisterwerk an genialen Werken mit besten Einfällen bietet.

    (urantik,ao,a.nc)
    Streichersymphonien Vol.1 Streichersymphonien Vol.1 (CD)
    27.09.2015
    Booklet:
    5 von 5
    Gesamteindruck:
    5 von 5
    Klang:
    5 von 5
    Künstlerische Qualität:
    5 von 5
    Repertoirewert:
    5 von 5

    Neue Klänge

    Die Streichersinfonien des kindlichen Mendelssohn waren lange etwas betuliche Streicherübungen und standen im Schatten der "großen" Meisterwerke. Ende der 90er Jahre war es schließlich das concerto köln (wer sonst?), das diese 13 Werke durch temperamentvollen Zugriff zu funkelnden Perlen machte. Das war fast sensationell und kein Ensemble danach konnte diesen Interpretationen das Wasser reichen. Michi Gaigg ist mit ihrem L'Orfeo Barockorchester auf der neuen cpo-Produktion nahe dran. Sie erreicht nicht ganz den kühnen, rhythmischen und stürmischen Zugriff der Kölner, lässt aber durch einen anderen "Kunstgriff" aufhorchen: Ein Fortepiano spielt durchgängig den Generalbass mit und parliert gekonnt im Hintergrund. Das verpasst dem Streicherklang eine zusätzliche, sehr reizvolle Note und führt zu einem Bassfundament, was dem Gesamtklang zusätzliches Gewicht verleiht. Vielleicht geht - im Vergleich zum concerto köln - etwas Spritzigkeit und Leichtigkeit verloren. Gewonnen wird jedoch ein neues Klangbild dieser kleinen Schmuckstücke, das beeindruckt und überzeugt. Auch sonst ist diese CD wohl gelungen und macht als Vol.1 Appetit auf die nächsten Folgen.
    Ein Kommentar
    sonate00
    10.06.2024

    Vergleichseinspielung

    Ich stimme Ihnen in allen Punkten zu. Erwähnenswert wäre noch eine frühere Einspielung der Symphonien mit The Hannover Band und Roy Goodman. Diese Aufnahme ist ebenso spritzig wie die rezensierte und verwendet auch ein Fortepiano als Continuo-Instrument. Die Einspielung erfolgte Anfang der 90er Jahre. Allerdings hatte hier die Tontechnik kein glückliches Händchen. Diese Aufnahmen klingen wenig transparent und wie aus der Ferne aufgenommen. Kein Vergleich zur den Aufnahmen mit Michi Gaigg. Bei cpo leider nur noch als Downloads verfügbar!
    Symphonien C-Dur & D-Dur (Hickmann C8 & D8) Symphonien C-Dur & D-Dur (Hickmann C8 & D8) (CD)
    24.08.2015
    Booklet:
    5 von 5
    Gesamteindruck:
    5 von 5
    Klang:
    5 von 5
    Künstlerische Qualität:
    5 von 5
    Repertoirewert:
    5 von 5

    Ganz eigenes Profil

    Mit Franz Anton Hoffmeister macht cpo ja z.Zt. Werbung. Die erste Folge der formidablen Bläserserenaden wird zu einem Spottpreis verkauft, weil der cpo-Katalog beigegeben ist. Das lohnt sich! Noch mehr lohnt sich jedoch die ganz neue cpo-Produktion mit den beiden späten Sinfonien des Franz Anton Hoffmeister. Gestorben 1812 wähnt man ihn als ein "Nicht-mehr-Mozart" und "Noch-nicht-Beethoven". Doch weit gefehlt! Zu hören ist ein ganz eigenständiger Beitrag zum Genre der klassischen Sinfonie. Im Gegensatz zur Zeitkritik findet der Rezensent die C-Dur-Sinfonie in der Mitte des Programms den "Knüller" und das schönste Beispiel für Hoffmeisters Reichtum an Einfällen melodischer und rhythmischer Art. Da "spricht" ein Komponist seine ganz eigene Sprache und entwickelt ein ganz persönliches Profil. Gehörigen Anteil daran hat sicherlich auch Dirigent Howard Griffiths, der die Partitur mit Temperament, Schwung und Verve anpackt. Das Orchestra della Svizzera italiana ist bestens aufgelegt und folgt den Anweisungen minutiös. Die Aufnahmetechnik ist herausragend und macht den Orchesterklang bis hinein zu Nebenstimmen glänzend durchhörbar. Das Booklet ist - wie sollte es anders bei cpo sein - erste Sahne!
    Meine Produktempfehlungen
    • Serenaden für Bläser Serenaden für Bläser (CD)
    Klaviertrios Nr.1 & 2 (C-Dur op.15 / c-moll op.48) Klaviertrios Nr.1 & 2 (C-Dur op.15 / c-moll op.48) (CD)
    24.08.2015
    Booklet:
    5 von 5
    Gesamteindruck:
    5 von 5
    Klang:
    5 von 5
    Künstlerische Qualität:
    5 von 5
    Repertoirewert:
    4 von 5

    Reminiszenzen an Reger, Busoni und Schönberg

    Hält man die Doppel-CD mit den drei umfangreichen Werken Adolf Buschs in den Händen, so fragt man sich umgehend, in welcher Musiksprache dieser berühmte komponierende Geiger wohl geschrieben hat. Schnell ist klar: Jederzeit tonal erinnert seine Musik sehr an die komplexen Werke eines Reger oder Busoni, in struktureller Art wohl auch an Schönberg. An ihn jedoch nur hintergründiger, weil Busch ja Schönbergs atonalen Kompositionsstil vermied. So ist Buschs Musik zwar immer tonal, dadurch aber nicht leichter fasslich. Der sehr komplexe und raffinierte Tonsatz erfordert einerseits virtuose Interpreten und andererseits geduldige und verständige Zuhörer. Allein das über 40-minütige Klavierquartett erfordert wegen seiner Länge die volle Aufmerksamkeit. Das Ravinia-Trio (mit Ulrich Eichenhauer zusätzlich im Klavierquartett) meistert die anstrengenden Aufgaben mit großer Leidenschaft, viel Können und Musikalität.
    Eine Doppel-CD also, die alle die Kammermusikfreunde anspricht, die sich auf kapitale musikalische "Brocken" einlassen wollen und sich mit den Erlebnissen besonderer Musik belohnen wollen.
    Technik und Booklet sind wieder einmal bester cpo-Standard.
    2 Kommentare
    Anonym
    03.09.2015

    Eher Busch und Bach

    Busch ähnelt mit seinen Stil wohl möglich eher Bach und denen, die ihm konsequent huldigten. Dazu gehören im zwanzigsten Jahrhundert besonders Rutland Boughton, Marco Enrico Bossi. Wohl auch Braunfels. Vielleicht auch Miaskowsky.
    Anonym
    04.07.2024

    Schwer einzuordnender Komponist Adolf Busch.

    Beim Hören der Werkfolge Opp.15/48/59 wird deutlich, wie nah der Komponist Adolf Busch der Tonsprache Max Regers steht. Die ständig schwebende, chromatisch fortlaufende, unruhige Stimmung des Geschehens lässt einfach keinen anderen Vergleich zu. Demgegenüber ersteht in den ruhigen, singenden Sätzen eine auffällige Nähe zu Johannes Brahms Kammmermusik. Das sind die offenkundigen musikalischen Vorbilder von Adolf Busch. Busoni hingegen geht einen anderen Weg, zu einem romanischen Klassizismus, die anhaltende spätromantische deutsche Chromatik sind nicht sein Ding. Weiter gehen die tonalen Werke des jungen Arnold Schönberg scharf an die Grenzen der Form seiner Kompositionen, die er bald später sprengen wird. Das allerdings könnte Adolf Busch niemals in Betracht ziehen, er wiederum ist ein Vertreter der deutschen Spätromantik, ein später, epigonaler Anhänger bereits verlassenen Territoriums. Aber Johann Sebastian Bach ist in dieser Musik nicht wiederzufinden, sicher ist Bach ein unbedingter Vorfahre dieser Kompositionen, jedoch lebt und spricht die hier zu hörende Musik eine eindeutig spätromantische Tonsprache, barocke Floskeln, Kompositionsprinzipien oder Wendungen findet man hier kaum. - Heraus zu heben sei das Flötenquintett Op. 59 von Adolf Busch, ein reizvolles, an das Klarinettenquintett von Max Reger erinnerndes Werk mit durchaus eigenständigem, vom Vorbild unabhängigem Hörerlebnis.
    Concertino op. 42 für Violine & Streichorchester Concertino op. 42 für Violine & Streichorchester (CD)
    24.08.2015
    Booklet:
    5 von 5
    Gesamteindruck:
    5 von 5
    Klang:
    5 von 5
    Künstlerische Qualität:
    5 von 5
    Repertoirewert:
    5 von 5

    Wertvolles von Weinberg

    Noch vor Jahren sah es im Weinberg-Aufnahmen-Katalog recht mau aus. Auch Dank cpo (im Kammermusik-Bereich) hat sich dies geändert und der Musikfreund hat nun doch Auswahl. Im Orchesterbereich gibt es da doch noch viel zu entdecken und cpo macht sich an die Arbeit. Auf der neuen CD sind zwei ganz besonders schöne Stücke von Weinberg zu hören: das Concertino op.42 und die Rhapsody op.47/3, jeweils für Violine und Streicher. Beide Stücke gehören sicherlich zum Nachdrücklichsten, was Weinberg geschrieben hat. Anders die Sinfonie Nr.10 für Streicher. Gerade in den beiden letzten Sätzen ist das doch herbe Kost, an die man sich erst gewöhnen muss.
    Die Interpreten sind großartig! Ewelina Nowicka ist eine Super-Solistin und hat das Opus 47 glänzend eingerichtet. Mutter und Tochter Duczmal dirigieren das Amadeus Chamber Orchestra aus Polen feinfühlig, straff und überlegen.
    Bei den Track-Nummern im Booklet muss man etwas aufpassen und auf der 2.Seite mit Track 5(!!) weiterzählen. Dann stimmt's! Sonst stimmt an dieser neuen CD alles. Sehr empfehlenswert!
    Klaviertrio op.18 Klaviertrio op.18 (CD)
    24.08.2015
    Booklet:
    5 von 5
    Gesamteindruck:
    5 von 5
    Klang:
    5 von 5
    Künstlerische Qualität:
    4 von 5
    Repertoirewert:
    5 von 5

    Mehr als ein Außenseiter

    Freunden französisch-romantischer Sinfonik war Alberic Magnard stets ein Begriff. Zeitweise waren drei Gesamtaufnahmen seiner vier Sinfonien auf dem Markt, Werke, die gar nicht hoch genug eingeschätzt werden können. cpo erweitert nun die Hörerfahrungen mit Magnard um eine neue Kammermusik-CD. Enthalten sind zwei kapitale, bis zu 40-minütige Stücke: das Klavier-Trio op.18 und die Violinsonate op.13. Neugierige Kammermusikfreunde werden da nicht enttäuscht. Die sich an der klassischen viersätzigen Form orientierenden Kompositionen bieten viel Gelegenheit zu solistischem Auftreten und gediegenem Ensemblespiel: Magnards Musik ist stets kraftvoll und ausdrucksstark, sicherlich nicht innovativ, aber von großer kontrapunktischer Finesse. Geigerin Laurenceau, Cellist Hornung und Pianist Oliver Triendl sind beste Anwälte dieser neu belebten schönen Kompositionen. Auch die Aufnahmetechnik und das Booklet sind vortrefflich. Beste Empfehlung!
    Philharmonisches Orchester Graz - Intermezzi del Verismo Philharmonisches Orchester Graz - Intermezzi del Verismo (CD)
    24.08.2015
    Booklet:
    5 von 5
    Gesamteindruck:
    4 von 5
    Klang:
    5 von 5
    Künstlerische Qualität:
    4 von 5
    Repertoirewert:
    4 von 5

    Gesammelte Schätzchen

    Bei manchen Opern wartet man ungeduldig - auf die berühmten Intermezzi! Wer ein großer Freund dieser kleinen Schätzchen ist, braucht - zumindest aus dem Bereich des Verismo - nicht mehr zu Gesamtaufnahmen zu greifen und sie umständlich herauszusuchen. Nein: Auf dieser neuen cpo-CD sind sie alle versammelt - von Puccini, Mascagni zu Leoncavallo und Montemezzi. 12 Stücke von 7 Komponisten, vorgestellt von einem bislang unbekannten Orchester und Dirigenten aus Graz. Fazit: Die Akteure machen ihre Sache sehr gut, treffen die verschiedenen Stimmungen ausgezeichnet und sind beste Botschafter der "Intermezzi del Verismo". Zusätzlich ist diese CD ein Beweis, dass es keiner großen Interpretennamen bedarf, um eine gelungenen CD zu präsentieren. Ein Höhepunkt ist zudem der Booklettext von Eckhardt van den Hoogen, der sehr sachkundig und mit einer Portion unterschwelligem Humor in das Programm der CD einführt. Prima!
    Ein Kommentar
    Anonym
    27.09.2015
    Eine kleine Anmerkung zum Orchester:
    Es handelt sich immerhin um das Hausorchester des zweitgrößten Opernhauses in Österreich, meiner Meinung nach ideale Wahl für diese wunderbare Musik.
    Cellokonzert c-moll op.21 Cellokonzert c-moll op.21 (CD)
    28.07.2015
    Booklet:
    5 von 5
    Gesamteindruck:
    5 von 5
    Klang:
    5 von 5
    Künstlerische Qualität:
    5 von 5
    Repertoirewert:
    5 von 5

    Solokonzerte mit famosen Bordmitteln

    Diese neue Atterberg-CD ist der Beweis, dass man keine großen Solisten-Namen nötig hat, um tolle Musik zu machen. Die beiden Solisten aus dem Orchester der NDR Radionphilharmonie sind famos und bewältigen ihre Solopassagen souverän. Und das nicht zu knapp: Fast durchgängig sind sie in den beiden Konzerte beschäftigt, vom ersten Takt an. Denn Atterberg verzichtet auf große Orchestereinleitungen oder -zwischenspiele. Zudem reduziert er im Hornkonzert den Orchesterapparat auf Streicher, Klavier und Schlagwerk, was einen besonderen klanglichen Reiz bewirkt. Schön, dass diese noch im besten Sinne "romantischen" Konzerte nun auf CD greifbar sind und den Atterberg-Zyklus von cpo auf nachdrückliche Art und Weise abschließen.
    Booklet- und Aufnahmequalität sind wie immer: topp!
    Klaviertrios op.4 Nr.1-3 Klaviertrios op.4 Nr.1-3 (CD)
    26.07.2015
    Booklet:
    5 von 5
    Gesamteindruck:
    5 von 5
    Klang:
    5 von 5
    Künstlerische Qualität:
    4 von 5
    Repertoirewert:
    5 von 5

    Musikalische Ansichten aus der Provinz

    Wohl wahr, was im Booklet steht: Es müssen nicht immer die großen Namen, Städte oder Residenzen sein, aus denen Musik kommt. Nein, auch in der Provinz wurde musiziert und komponiert. Der Johann Nicolaus Denninger war so einer, der Ausgang des 18.Jahrhundert über Jahrzehnte für die gesamte Musik am Hofe des Fürsten von Hohenlohe-Neuenstein in Öhringen zuständig war. Viel weiß man von ihm nicht, viel an kompositorischer Hinterlassenschaft ist nicht zu melden, doch für cpo Grund genug, sich wenigstens an vier Klaviertrios zu erinnern. Und es lohnt! Das ist frische, klassizistische Musik. Was jedoch das besondere an dieser CD ist, das sind die Interpreten. Der Name ist Programm: "TRIO 1790". Die zwei Streicher-Damen spielen auf konsequent historisch informierte Art und Weise, ohne Vibrato und großen Ton, aber leicht und flexibel. Harald Hoeren spielt auf einem Fortepiano (Ende des 18.Jahrh.), einem Hammerklavier, dessen Ton wunderbar zur Spielweise der Streicher passt. So gesehen eine sehr angenehme Überraschung: Neues im Repertoire und neue Interpreten, die ihr Handwerk verstehen. Aufnahmetechnik und Bookletqualität entsprechen hohen Ansprüchen.
    Symphoniae sacrae I SWV 257-276 Symphoniae sacrae I SWV 257-276 (CD)
    26.07.2015
    Booklet:
    5 von 5
    Gesamteindruck:
    5 von 5
    Klang:
    5 von 5
    Künstlerische Qualität:
    5 von 5
    Repertoirewert:
    4 von 5

    Gelungene Fortsetzung

    Das nun ist die siebte Folge der cpo-Reihe mit Werken von Heinrich Schütz durch das Bremer Ensemble "Weser-Renaissance". Leiter Manfred Cordes bleibt seinem Konzept auch bei der ersten Folge der Symphoniae Sacrae treu, setzt ganz auch Durchhörbarkeit, Leichtigkeit und Präsenz. So ist auch erklärbar, warum Cordes den 16 Instrumentalisten nur 5 (!!) Sängerinnen und Sänger gegenüber stellt, also ganz auf solistische Besetzung setzt und auf eine chorische Interpretation verzichtet. Was meinen Geschmack betrifft, geht auf diese Weise zwar manch gesanglicher Glanz verloren. Gewonnen wird aber ein Mehr an Durchhörbarkeit, Polyphonie, Lebendigkeit und partnerschaftlichem Musizieren mit den Instrumenten, die ja gerade bei diesen Werken des Komponisten von besonderer Bedeutung sind.
    Die Aufnahmetechnik ist ebenfalls sehr gelungen und das wieder hervorragende Booklet enthält beste Werkeinführungen, Interpreten-Porträts und alle Gesangstexte (lat./deu./engl.). Eine gelungene Fortsetzung der Schütz-Edition!
    2 Kommentare
    Tschabrendeki
    03.10.2015
    Gibt es überhaupt eine Einspielung der Symphoniae Sacrae I, die nicht solistisch bei den Gesangsstimmen besetzt ist?
    So ist es mir unklar, was hier "verlorengeht"...
    wnk
    29.12.2015
    Warum hier auf eine "chorische Interpretation" verzichtet wird? Ganz einfach: Heinrich Schütz hat die Konzerte für 1 bis 3 Solostimmen und Instrumente komponiert.
    Geistliche Musik des Spätmittelalters "Flos Virginum" Geistliche Musik des Spätmittelalters "Flos Virginum" (SACD)
    25.07.2015
    Booklet:
    5 von 5
    Gesamteindruck:
    5 von 5
    Klang:
    5 von 5
    Künstlerische Qualität:
    5 von 5
    Repertoirewert:
    5 von 5

    Stimm-Kunst-Werke

    Das Sensationelle an dieser CD ist weniger die Werkauswahl an alten Motetten (immerhin mit wissenschaftlicher Begleitung!). Sie stammen alle aus dem 15.Jahrhundert, also einer Stilepoche und ebenso klingen sie - alle ziemlich ähnlich. Nein, das Sensationelle sind die vier, bzw. fünf Interpreten der Gruppe STIMMWERCK, was soviel wie Akkord bedeutet. Das ist Stimmkunst in höchster Vollendung, absolut intonationsrein und von größter Textverständlichkeit. Besser kann man das nicht machen! Die einzige Frage, die diese CD aufwirft, ist die, ob es alle 16 Motetten wert waren, aufgenommen zu werden. Selbst ein begleitendes wissenschaftliches Projekt der Uni Wien kann diesen Umstand nur erklären, nicht begründen.
    Letztlich aber bleibt die Werkauswahl - wie bei jeder Musik - Geschmacksache.
    Das sehr gelungene Booklet gibt ausführliche Informationen und enthält alle Texte (lat./deu./engl.). Gerne hätte man jedoch bei den Fotos der Gruppe STIMMWERCK gewusst, wer wer ist. Leider schweigt das Booklet dazu. Trotzdem: eine tolle CD!
    Die Kaiserin Die Kaiserin (CD)
    25.07.2015
    Booklet:
    3 von 5
    Gesamteindruck:
    4 von 5
    Klang:
    4 von 5
    Künstlerische Qualität:
    4 von 5
    Repertoirewert:
    5 von 5

    Rarität für Operetten-Freunde

    Vielleicht war es einfach Zeit, dass nach einer WDR-Mono-Aufnahme von 1953 nun die erste CD-Produktion von Leo Falls selten zu hörender Operette erschien. Anders ist die Publikation nicht zu erklären, denn es handelt sich nicht gerade um einen Operetten-Hit, trotz den Uraufführungserfolges 1915 in Berlin. Operetten-Freunde werden trotzdem ihren Spaß an flotten Liedern und Chören und einer auf Operette hingebogenen belanglosen Handlung haben. Das ist - auch in der Dialog-Regie - flott und spielfreudig inszeniert, kommt jedoch, was die sängerischen Leistungen betrifft, nicht über ein ordentliches Niveau hinaus. Muss es ja vielleicht auch nicht!? Der Gesamteindruck ist wichtiger und da ist der Verdienst um diese aktuelle Neueinspielung sicherlich vorrangig. Das sonst von mir so gelobte cpo-Booklet-Niveau ist diesmal leider etwas lückenhaft. Die Solisten und Dirigenten werden in ausführlichen Portraits vorgestellt, auch Inhalt und Werkgeschichte der Operette. Nur sollte man bei der Auflistung des Großaufgebots an Solisten die Stimmlagen dazuschreiben. Zudem hätte man gerne etwas zu dem sog. "Franz-Lehar-Orchester" und dem gleichnamigen Festival in Bad Ischl erfahren. Denn von da stammt ja wohl die Produktion. Sei's drum! Eine wertvolle Bereicherung des Operetten-Repertoires ist diese cpo-Neuheit allemal!
    Ein Kommentar
    Anonym
    01.12.2017

    Kaiserin ist top

    Die Rezensentin oder der Rezensent hat recht. Bin ganz seiner Meinung und freue mich auf die Aufführung der Kaiserin in Baden bei wien.
    Symphonie Nr.4 e-moll Symphonie Nr.4 e-moll (CD)
    24.07.2015
    Booklet:
    5 von 5
    Gesamteindruck:
    5 von 5
    Klang:
    5 von 5
    Künstlerische Qualität:
    5 von 5
    Repertoirewert:
    5 von 5

    Logische Fortsetzung

    Oder sollte man sagen: logischer Vorgänger? Was ich in der Rezension zur cpo-Aufnahme der 5.Sinfonie Enescus geschrieben habe, gilt im Wesentlichen auch für seine 4.Sinfonie, die ebenfalls von Pascal Bentoiu vervollständigt und von Peter Ruzicka überlegen geleitet wird. Diesmal jedoch mit der fabelhaften NDR Radiophilharmonie. Wiederum ist der herb-sinnliche Klang zu bewundern, der z.T. auf Traditionen alter Harmonik und Tonreihen beruht. Seine Musik ist harmonisch grundiert, niemals abstrakt oder atonal. Folkloristische Anklänge findet man jedoch vergebens. Das gilt auch für die beiden "Beigaben": Die süffige Tondichtung und sein Alterswerk, die Kammersinfonie op.33 für zwölf Solo-Instrumente, ein Werk von magischer Schönheit, dessen Reiz in der Durchhörbarkeit der einzelnen Stimmen beruht.
    Fazit: Eine erneut großartige Enescu-CD, die den Komponisten als bedeutenden (und leider unterbewerteten) Sinfoniker zeigt. Da kann man nur hoffen, dass cpo jetzt nicht aufhört, sondern die übrigen Orchesterwerke von Enescu auch veröffentlicht. Da gibt es nämlich noch eine Menge zu entdecken!
    Booklet und Technik sind wieder einmal hoher cpo-Standard.
    Meine Produktempfehlungen
    • Symphonie Nr.5 für Tenor, Frauenchor & Orchester Symphonie Nr.5 für Tenor, Frauenchor & Orchester (CD)
    Kirill Petrenko conducts Josef Suk Kirill Petrenko conducts Josef Suk (CD)
    10.07.2015
    Booklet:
    4 von 5
    Gesamteindruck:
    5 von 5
    Klang:
    5 von 5
    Künstlerische Qualität:
    5 von 5
    Repertoirewert:
    4 von 5

    Fällige Neubewertung

    Die drei Suk-CDs Petrenkos bei cpo sind nicht neu. 2002, 2004 und 2006 aufgenommen finden sie sich schon seit geraumer Zeit im cpo-Katalog. Leider etwas vernachlässigt gegenüber der starken Konkurrenz tschechischer Orchester oder Dirigenten. Plötzlich aber steht Petrenko als designierter Chef der Berliner Philharmoniker im Rampenlicht und cpo nutzt rasch die Chance, die drei CDs als preisgünstiges Paket auf den Markt zu werfen. Ohnehin gibt es ja nur eine Handvoll Aufnahmen mit Petrenko. Da ist diese cpo-Tat mehr als erfreulich. Und siehe da: Diese Suk-Aufnahmen entpuppen sich als wahre Schätze. Mochte man anfangs an der orchestralen Kompetenz des Opernorchesters aus Berlin gezweifelt, die Aufnahmequalität der Live-Aufnahmen skeptisch bewertet und Petrenkos Dirigierkunst kaum eingeschätzt haben, so wird man schon nach wenigen Takten der Asrael-Sinfonie eines Besseren belehrt: Das Orchester ist topp in Form, die Aufnahmetechnik sehr präsent und klar durchhörbar. Petrenkos Interpretation stellt z.B. die Vergleichsaufnahmen Libor Peseks bei Virgin klar in den Schatten und das gilt für alle drei CDs. Petrenko wählt raschere Tempi, setzt schärfere Akzente und überzeugt durch mehr Temperament und Ausdruck. Das macht einfach Spaß und ist zusätzlich besonders deshalb interessant, weil man dem zukünftigen Chefdirigenten der Berliner Philharmoniker am Pult eines anderen Berliner Orchesters zuhören kann. Auch die Booklets entsprechen dem hohen cpo-Standard.
    Wer Suk noch nicht kennt, sollte hier zugreifen!
    Symphonie Nr.4 c-moll op.57 Symphonie Nr.4 c-moll op.57 (CD)
    01.07.2015
    Booklet:
    5 von 5
    Gesamteindruck:
    5 von 5
    Klang:
    5 von 5
    Künstlerische Qualität:
    5 von 5
    Repertoirewert:
    5 von 5

    Die Entdeckungsreise nach Dessau geht weiter

    Die Repertoire-Politik von cpo ist unvergleichlich vielfältig, neugierig und kompetent. Sie hat nur einen kleinen Nachteil: Längerfristig weiß der Sammler nicht, wann und ob ein Zyklus (z.B. von Sinfonien) fortgesetzt oder beendet wird oder ob es bei den Einzelaufnahmen bleibt. Was die Sinfonien Klughardts betrifft, geht die musikalische Entdeckungsreise nach Dessau nun mit der dritten CD weiter und man darf hoffen, dass aus der Reihe ein kompletter Zyklus wird. Nach den Nr. 3 und 5 (incl. Beigaben) präsentiert die neue CD die 4. Sinfonie des Dessauers incl. der Drei Stücke op.87. Wieder setzt sich die Anhaltische Philharmonie Dessau engagiert für ihren Hauskomponisten ein und wieder ist es der aktuelle Chefdirigent Hermus (wie bei der Fünften), der mit großer Souveränität das Kind aus der Taufe hebt. Und es lohnt sich erneut: Klughardts spätromantische Tonsprache ist stets kontrolliert, wohl dosiert, nie überladen, sondern ganz den musikalischen Ideen verpflichtet und die scheinen dem Klughardt kaum auszugehen. Der Hörer erfreut sich an wundervollen Melodien und satten Orchesterfarben (Kompliment an das Dessauer Orchester!). Der erste Satz der Vierten soll lt. damaliger Presse Klughardts beste Orchesterkomposition gewesen sein. Ist zu hoffen, dass sich der Hörer (nach komplettem Zyklus) bald selbst ein Urteil bilden kann. Die Drei Stücke op. 87 sind eine leichtere, unterhaltsame Zusage. In jedem Fall lohnt sich wieder dieser Klughardt, der wieder bestens aufgenommen und durch ein tolles Booklet angereichert wurde. Wer diesen Komponisten noch nicht kennt, sollte mit dieser CD erneut die Bekanntschaft schließen. Klughardt-Freunde erfreut die Bereicherung sehr!
    Luther in Worms (Oratorium) Luther in Worms (Oratorium) (CD)
    29.06.2015
    Booklet:
    5 von 5
    Gesamteindruck:
    5 von 5
    Klang:
    5 von 5
    Künstlerische Qualität:
    5 von 5
    Repertoirewert:
    5 von 5

    Grandiose Entdeckung

    Rechtzeitig zur Luther-Dekade erscheint dieses Werk rund um die Gestalt Luthers in Worms, komponiert von einem Bielefelder Komponisten, den wohl kaum jemand zuvor kannte: Ludwig Meinardus, ein Mann mit bedauerlichen Persönlichkeitsmerkmalen (Antisemit) und einer recht kleinbürgerlichen, pietistisch geprägten Biografie. Trotzdem: Seine Bekanntschaft zu Franz Liszt verhalf ihm zu Erfolgen und ein besonderer Erfolg dürfte in diesen Tagen die lobenswerte Pioniertat von cpo sein, Meinardus' Oratorium "Luther in Worm" zu veröffentlichen.
    Ganz in der musikalischen Tradition der Mendelssohn-Oratorien entfaltet Meinardus eine romantische Bekenntnismusik zum Protestantismus, die beeindruckt. Große Chor- und Choralsätze (Pilger, Nonnen, Anhänger Roms) wechseln ab mit bewegten Solopassagen, für die Meinardus ganze 8 (!!) Solisten vorschreibt.
    Ohnehin musste der in der historisch informierten Aufführungspraxis erfahrene Hermann Max seine superbe Rheinische Kantorei gehörig verstärken und das Originalklang-Ensemble Concerto Köln zu Sinfonieorchester-Größe aufpeppen.
    Entsprechend ist der Klang: sehr flexibel, rasche und rhythmische Tempi, und etwas rau im Klangbild.
    Trotzdem eine großartige Interpretation, der ich nur einen kleinen Kritikpunkt und einen Wunsch beigeben möchte:
    Matthias Viewegs Bass in der Titelpartie ist sehr hell und baritonal timbriert. In der Rolle des Luther hätte ich mir einen kraftvollen Bass mit Statur, Größe und Autorität gewünscht, ganz so, wie es Theo Adam einst als Elias verkörperte. Und:
    Ich möchte dieses Werk einmal mit modernem Sinfonieorchester in traditioneller romantischer Interpretation hören. Das klingt sicher anders - aber wohl auch nicht schlecht.
    Die Beigabe eines 60-seitigen Booklets zu dieser Doppel-CD macht diese cpo-Veröffentlichung gänzlich zu einem musikalischen Schatz. Besondere Empfehlung!
    Ein Kommentar
    Anonym
    11.07.2015

    Zu "ich möchte dieses Werk einmal mit modernem Orchester in traditioneller romantischer Interpretation hören"

    Nur Mut. Wenn einem das Klangbild oder das Tempo einer CD-Aufnahme nicht ausreichen und man eine Alternativ-Aufnahme wünscht, muss man nicht die nächsten hundert Jahre abwarten: es gibt PC-Programme, mit denen man das Klangbild (z. B. den Hall) und das Tempo der Musiktracks verändern kann. Ein Programm ist berühmt und heißt "Magic Music Maker", kostet um die 80 €. Hier kann man sogar unterdrückte Instrumente neu einfügen, um Instrumenten mehr Deutlichkeit zu verleihen . Ein billigeres Programm heißt "Audacity", um die 25 €. Mit solchen Programmen kann man mit Fantasie und Interpretations-Kenntnis selbst hölzernsten Aufnahmen eine Art Furtwängler-Status verleihen. Wichtig ist, dass man Programmversionen kauft, die nach Erscheinen des eigenen PC-Betriebssystems herausgebracht wurden, da sie sonst nicht vollständig funktionieren.
    Klavierquintette Nr.1 d-moll op.35 & Nr.2 h-moll op.63 Klavierquintette Nr.1 d-moll op.35 & Nr.2 h-moll op.63 (CD)
    27.06.2015
    Klang:
    5 von 5
    Musik:
    5 von 5

    Wer Brahms mag...

    ...der mag auch Gernsheim! Schon seine bei cpo veröffentlichten Sinfonien 1 + 3 zeigten die geistige und musikalische Verwandtschaft von Brahms und Gernsheim.
    Ähnliche Hörerfahrungen kann man nun in der neusten Gernsheim-CD von cpo machen. Auch in den beiden halbstündigen Klavier-Quintetten kann Gernsheim eine Huldigung an Brahms nicht verleugnen. Und doch handelt es sich hier nicht um einen Brahms-Verschnitt oder Epigonentum. Immer wieder findet Gernsheim zu ganz eigenen musikalischen Ausdruckswegen, die überraschen und erfreuen, etwa der böhmische Charakter des späten Quintetts. Da ist Esprit drin und wird böhmische Freude und Lebensart hörbar. Da lächelt selbst Dvorak um die Ecke...!.
    Aufnahmetechnik und Booklet-Qualität entsprechen dem hohen cpo-Standard.
    Meine Produktempfehlungen
    • Symphonien Nr.1 g-moll op.32 & Nr.3 c-moll op.54 Symphonien Nr.1 g-moll op.32 & Nr.3 c-moll op.54 (CD)
    Streichquartette Streichquartette (CD)
    27.06.2015
    Klang:
    5 von 5
    Musik:
    5 von 5

    Wie so ein "Neuer"

    Da ist cpo ja spitze, wenn es darum geht, Schätze vergessener Komponisten zu heben. Immer wieder entdecken die Repertoire-Planer neue Kompositionen von neuen Komponisten, wobei "neu" im Sinn von "unbekannt" zu verstehen ist. Ernst Wilhelm Wolf als Weimarer Vertreter der Frühklassik mag sicher auch das Opfer eines abfälligen Urteils von Goethe gewesen sein. Wenn man jedoch die nun von cpo publizierten fünf Streichquartette hört, möchte man Goethe so gar nicht zustimmen. Denn da erklingt Kammermusik von leichter und gekonnter Art. Einflüsse von Haydn und Mozart sind hörbar geschickt verarbeitet und zu stimmungsvoller Musik verschmolzen.
    Der etwas raue Ton des Pleyel-Quartetts aus Köln passt gut zu den aufgekratzten Kompositionen.
    Eine schöne, neue Kammermusik-CD von cpo!
    Michael Schneider - The Virtuoso Recorder Vol.3 (Concertos of the English Baroque) Michael Schneider - The Virtuoso Recorder Vol.3 (Concertos of the English Baroque) (CD)
    27.06.2015
    Klang:
    5 von 5
    Musik:
    4 von 5

    Vol.III für Blockflöten-Fans

    Schon lange ist die Blockflöte der Kinderstube und Schulmusik entwachsen und durch virtuose Solisten (z.B. Laurin, Oberlinger) zu besonderer Beliebtheit und Bedeutung aufgestiegen. cpo huldigt dieser alt-neuen Fangemeinde mit Vol.III von "The Virtuose Recorder". Alles wiederum unter den musikalischen Regie von Michael Schneider und seiner Cappella Academica Frankfurt. Die neue Edition widmet sich vier englischen Barockkomponisten mit insgesamt neun, z.T. sehr kurzen Konzerten. Und wieder kann man den Solisten und musikalischen Akteuren nur Lob zollen, weil auf hohem Niveau musikziert wird. Und wieder ist diese Sammlung wohl doch nur etwas für Blockflöten-Fans, geben einige Stücke doch nicht mehr her als etwas Virtuosität. Wie dem auch sei: Mit einem schönen Booklet und bester Aufnahmetechnik wird diese neue CD ihre Freunde finden.
    Meine Produktempfehlungen
    • Michael Schneider - The Virtuoso Recorder Vol.1 Michael Schneider - The Virtuoso Recorder Vol.1 (CD)
    • Michael Schneider - The Virtuoso Recorder Vol.2 (Concertos of the Italian Baroque) Michael Schneider - The Virtuoso Recorder Vol.2 (Concertos of the Italian Baroque) (CD)
    Violin-Concertini Nr.1 & 5 (opp.15 & 133) Violin-Concertini Nr.1 & 5 (opp.15 & 133) (CD)
    03.06.2015
    Klang:
    5 von 5
    Musik:
    4 von 5

    Überraschendes von Kalliwoda

    Eigentlich hätte man von cpo ja die Fortsetzung, bzw. Vollendung der Sinfonien-Reihe des Wenzel Kalliwoda erwartet. In der Hoffnung, dass auch die nicht mehr lange auf sich warten lässt, überrascht cpo mit dieser CD, die neben drei (von 24!!) Orchester-Ouvertüren (ohne thematischen Bezug) auch zwei Violinkonzerte enthält, die wegen ihrer Kürze wohl "Concertinos" genannt wurden. Die Überraschung ist angenehm: Die Concertinos sind brilliante Virtuosen-Stücke, die von der Solistin vortrefflich inszeniert werden. Die Kalliwoda-bewährte Kölner Akademie (auf hist. Instrumenten) zeichnet sich durch eine einfühlsame Begleitung aus und kann anderseits in den Ouvertüren mal so kräftig "auf die Pauke" hauen und Dirigent Willens sein ganzes Temperament beweisen. Die bewährte cpo-Booklet-Qualität und eine gelungene Aufnahmetechnik machen diese neue CD zudem zu einer konkurrenzlos lohnenden Entdeckung.
    Modern Times (Die komplette Filmmusik) Modern Times (Die komplette Filmmusik) (CD)
    03.06.2015
    Klang:
    5 von 5
    Musik:
    5 von 5

    Einfach umwerfend!!

    Charly Chaplin als Komponist? Wer hätte das gedacht... Das Booklet gibt ausführlich Auskunft über Chaplins "Musikerkarriere" und man ist über die musikalischen Qualitäten des Genies mehr als überrascht. Denn es wird Musik hörbar, die mitreißt, Schwung und Poesie, Strahlkraft und Farbe hat und große illustrative Kraft besitzt. Sicher muss man relativieren, dass Chaplin solche Musik nicht ohne fremde Hilfe komponieren konnte: Denn das Aufschreiben von Noten mussten andere machen, auch die Orchestrierung. Das konnte Chaplin nicht. Und sicher fällt auch dem Komponisten und Dirigenten dieser Aufnahme Timothy Brock großer Dank zu, weil es ohne ihn wohl diese fabelhafte Ausnahme mit der NDR Radiophilharmonie nicht geben würde. Er versteht es auch, seine Musiker gehörig zu motivieren. Die haben nämlich hörbar Spaß an der Musik, wie auch der Hörer. Außerdem wurde hier ein Dokument geschaffen, dessen künstlerischer Wert nicht hoch genug eingeschätzt werden kann. Besondere Empfehlung!
    Sämtliche Werke für Violine & Orchester Vol.2 Sämtliche Werke für Violine & Orchester Vol.2 (CD)
    03.06.2015
    Klang:
    5 von 5
    Musik:
    5 von 5

    Überraschungen

    Diese 2.Folge der kompletten Werke für Violine und Orchester bei cpo wartet mit zwei Überraschungen auf. Mit der ersten war kaum zu rechnen: Dirigent Hermann Bäumer holt aus der NDR Radiophilharmonie ganz ungeahnte Begleiterqualitäten heraus. Ich kann mich nicht erinnern, den Orchesterpart des Bruch-Evergreens jemals so plastisch, nuanciert, ausmodelliert, kraft- und temperamentvoll gehört zu haben. Das ist Klasse und gewinnt dem überstrapazierten Stück ganz interessante Seiten ab, zumal der Orchestersound auch technisch brilliant eingefangen wurde.
    Die zweite Überraschung ist die beigegebene Serenade für Violine und Orchester, eigentlich Bruchs 4.Konzert. Es ist ein wirklich schönes Stück, das eine weitere Verbreitung verdient hätte. Das Adagio "In Memoriam" bleibt hingegen etwas blass. Schließlich ein Wort zur Solistin: Antje Weithaas spielt technisch souverän und gestaltet angemessen. Doch ihr Geigenton bleibt vergleichsweise schmal. Sie legt es nicht auch die große klangliche Geste an und kontrastiert so hörbar mit den kraftvollen Begleitern. Ihre Stärken liegen in den lyrischen Passagen, von denen es auf dieser CD ja eine ganze Menge gibt. Bleibt das Resümee einer gelungenen neuen Bruch-Folge, die - auch wieder wegen der Booklet-Qualität - nur empfohlen werden kann.
    Meine Produktempfehlungen
    • Sämtliche Werke für Violine & Orchester Vol.1 Sämtliche Werke für Violine & Orchester Vol.1 (CD)
    Sämtliche Symphonien Sämtliche Symphonien (CD)
    30.05.2015
    Klang:
    5 von 5
    Musik:
    5 von 5

    Unschlagbar in Preis und Qualität

    Nach den Einzelveröffentlichungen der sechs Gouvy-Sinfonien legt cpo nun eine preiswerte Version der kompletten Sinfonien vor. Und siehe da: Die vier CDs kompakt in einem Pappschuber in den Händen "offenbaren" sich erst so richtig den ganzen Schatz, der einem da in den Händen und später in den Ohren liegt. Gouvys geistreiche, spritzige, melodienselige und auch tiefgründig versponnene Musik geht zu Herzen und heitert Sinn und Gemüt auf. Wer nach schwerer Mahler- oder Brucknerkost (so schön sie ist) sich nicht gleich auf Mozart stürzen will, der liegt bei Gouvy richtig, besonders deshalb, weil seine Sinfonien glänzend gespielt werden von den Radio-Philharmonikern aus Saarbrücken-Kaiserslautern. Jacques Mercier ist als Dirigent der richtig Mann, um Schwung und Temperament in den Laden zu bringen. Die hervorragendes Booklets der einzel-CDs liegen auch der Box bei. Eine wunderbare Edition - unschlagbar in Preis und Qualität!!
    Meine Produktempfehlungen
    • Symphonien Vol.2 Symphonien Vol.2 (CD)
    • Symphonien Vol.3 Symphonien Vol.3 (CD)
    • Symphonien Vol.1 Symphonien Vol.1 (CD)
    • Symphonien Vol.4 Symphonien Vol.4 (CD)
    751 bis 775 von 974 Rezensionen
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