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    meiernberg Top 10 Rezensent

    Aktiv seit: 30. August 2010
    "Hilfreich"-Bewertungen: 14552
    974 Rezensionen
    Symphonie Nr.3 op. 90 "Ships" Symphonie Nr.3 op. 90 "Ships" (CD)
    19.04.2019
    Booklet:
    5 von 5
    Gesamteindruck:
    5 von 5
    Klang:
    4 von 5
    Künstlerische Qualität:
    5 von 5
    Repertoirewert:
    5 von 5

    Kein "Cockney-Wagner" von der Insel

    Auf Seite 5 des (vorzüglichen) Booklets kann man lesen, man habe "Josef Holbrooke als den Cockney-Wagner tituliert". Wer immer das gesagt hat, er muss taub oder zumindestens einen Gehörschaden gehabt haben. Denn Holbrookes Musik hat nun gar nichts mit dem Stile Wagners zu tun. Ganz im Gegenteil: Man hört ganz viel Ravel und Debussy, also viel Impressionismus und nur gelegentlich schauen mal romantische Wendungen vorbei. Das macht Holbrookes Musik spannend, aber eben auch nicht "mal so nebenbei" konsumierbar. Die über 40-minütige 3.Sinfonie ist da ein schönes Beispiel. Man muss gut zuhören, um die z.T. feinen musikalischen Strukturen zu erkennen. Dabei kann Holbrooke auch dick auftragen und einen Traditions-Shanty im letzten Satz seiner Sinfonie - quasi zum Mitsingen - einarbeiten. Die 15 sinfonischen Variationen über ein Englisches Volklied sind ein beeindruckendes Beispiel für den Einfallsreichtum und die Sinfonisches Dichtung "The Birds of Rhiannon" für die Gefühlswelt und den Gedankenreichtum des Komponisten. All das wird wunderbar gespielt von der Deutschen Radio Philharmonie. Und - natürlich - kann das nur ein Engländer so gut: Howard Griffiths, der bewährte (nicht nur) cpo-Dirigent. Die Qualität des Booklets wurde schon angesprochen. Prima! Die Aufnahmetechnik ist mir etwas zu trocken geraten und das Cover-Bild der Seeschlacht mir zu martialisch. Der 3. Satz der Sinfonie heißt "Merchantships". Da hätte man doch auch ein schönes Bild von Handelschiffen finden können!? Aber das bleibt wohl Geschmacksache.
    Holbrooke hat acht Sinfonien geschrieben. Bleibt also noch mächtig viel zu tun!
    Cellokonzert Cellokonzert (CD)
    12.04.2019
    Booklet:
    5 von 5
    Gesamteindruck:
    5 von 5
    Klang:
    5 von 5
    Künstlerische Qualität:
    5 von 5

    Auf großartigen Wegen

    Nun ist Vol. III der Cellokonzerte von Exil-Juden erschienen. Eine großartige Serie! Mit Kompositionen des Wieners Karl Weigl tritt kein neuer Name auf. Im Katalog gibt es Aufnahmen seiner Sinfonien 5 und 6, Konzerte und verschiedene Kammermusik. Das nun durch cpo vorgelegte Cellokonzert ist neu und eine wunderbare Katalogergänzung im Cello-Repertoire, der man mehr Konzertsaal-Präsenz wünschen möchte. Solist Wallfisch, der sich ja selbst sehr für das Projekt einsetzt, spielt dieses Brahms-nahe Stück mit viel Leidenschaft und Virtuosität. Das Berliner Konzerthausorchester unter Dirigent Milton begleitet aufmerksam und wird von der Technik klanglich sehr durchsichtig und präsent eingefangen. Auch die Cello-Sonate und die zwei kleinen Beigaben spiegeln die hohe Qualität die Interpretationen wider. Ein Dank an alle Beteiligten für diese Würdigung eines zu Unrecht aus den Konzertsälen verbannten Komponisten!
    Cellosonaten Nr.1 F-Dur op.37 & Nr.2 d-moll op.56 Cellosonaten Nr.1 F-Dur op.37 & Nr.2 d-moll op.56 (CD)
    31.03.2019
    Booklet:
    5 von 5
    Gesamteindruck:
    4 von 5
    Klang:
    5 von 5
    Künstlerische Qualität:
    4 von 5
    Repertoirewert:
    5 von 5

    Kurze "Kahn-Fahrt" als Repertoirefüller

    Klasse geht vor Masse! Richtig! Klasse in Masse! Noch besser! Dass die ganze "Kahn-Fahrt" schon nach 52'28 Min. vorbei ist, erstaunt mal wieder. So groß ist die Klasse der Kahn-Kompositionen nun auch wieder nicht, um ihnen ein solches Alleinstellungsmerkmal zu verpassen. Kahns Kompositionen sind schöne Beispiele der Spätromantik, gesanglich und prima anzuhören. Mehr aber auch nicht. Trotzdem wurde ein Künstlerduo der ersten Garde aufgefahren: Thedeen und Triendl machen Ihre Sache erwartungsgemäß hervorragend. Doch mehr als ein respektables Stück Repertoireerweiterung bringen auch sie nicht zustande. Alles andere passt: gute Aufnahmetechnik und informatives Booklet. Eine CD-Beitrag für Cello-Kammermusikfreunde.
    Passionsoratorium "Wer ist der, so von Edom kömmt" Passionsoratorium "Wer ist der, so von Edom kömmt" (CD)
    31.03.2019
    Booklet:
    5 von 5
    Gesamteindruck:
    5 von 5
    Klang:
    5 von 5
    Künstlerische Qualität:
    5 von 5
    Repertoirewert:
    5 von 5

    Drei in einem Boot

    Mit ganz verschiedener Aufgabenteilung. Graun war wohl der Baumeister, Telemann ein Zulieferer und Bach der Steuermann.
    So ließe sich jedenfalls dieses 42-teilige Pasticcio charakterisieren, das über 116 Minuten durchaus zu gefallen weiß. Schon die beiden Eingangssätze zu der zweiteilig angelegten Passionsmusik lassen aufhorchen: ganz der Einfallsreichtum Telemanns und die geniale Choralbearbeitungskunst Bach. Das ist schon toll wie der musikalische Charakter von Telemanns Einleitungschoral im Chor Nr.3 von Graun aufgegriffen und fortgeführt wird. Im Ganzen merkt man die ordnende und auswählende Hand Bachs bei der Zusammenstellung der einzelnen Teile zu einem Ganzen. Das hat Thomaskantor Gotthold Schwarz mit seiner Sänger- und Instrumentalistenschar auch ständig im Blick, ohne die einzelnen Besonderheiten der Stücke zu vernachlässigen. Ohnehn hat das Dirigat eines Thomaskantors außerhalb seines zu ihm gehörenden Interpretenumfelds aus Leipzig Seltenheitswert. Umso mehr darf sich der Musikfreund freuen über diese Entdeckung, die wunderbar interpretiert, aufgenommen und im Booklet kommentiert wurde. Eine echte Bereicherung!
    Passions-Kantaten Vol.3 Passions-Kantaten Vol.3 (CD)
    30.03.2019
    Booklet:
    5 von 5
    Gesamteindruck:
    5 von 5
    Klang:
    5 von 5
    Künstlerische Qualität:
    5 von 5
    Repertoirewert:
    5 von 5

    Weiter auf hohem Niveau

    Die Reihe der Graupnerschen Passionskantaten ist bei Volume 3 angekommen. Da darf man ein erstes Resümee ziehen:
    Erneut wird auf sehr hohem Niveau musiziert. Die Mannheimer Hofkapelle ist großartig und das Solistensemble Ex Tempore besteht aus lauter exquisiten Sängerinnen und Sängern. Dirigent Florian Heyerick hat alles souverän im Griff, interpretiert locker, leicht und rhythmisch akzentuiert, ohne in Übertreibungen zu verfallen. Das hört sich alles gut und schön an und doch darf man sich fragen, für wen diese CD produziert wurde. Sicher, der Repertoirewert ist hoch. Aber hätte es nicht gereicht, dem Hörer eine Auswahl der besten Stücke zu präsentieren? So ist diese neue Scheibe wohl eher etwas für Graupner-Sammler oder Sammlern von Passionsmusiken. Die werden hoch erfreut sein und ihre Sammlung durch eine weitere kleine Perle bereichern können.
    Booklet und Aufnahmetechnik sind tadellos und entsprechen dem hohen cpo-Standard.
    Missa brevis h-moll TVWV 9:14 Missa brevis h-moll TVWV 9:14 (CD)
    30.03.2019
    Booklet:
    5 von 5
    Gesamteindruck:
    5 von 5
    Klang:
    5 von 5
    Künstlerische Qualität:
    5 von 5
    Repertoirewert:
    5 von 5

    Diesen Telemann muss man mögen...

    ...oder nicht! Denn 70 Minuten Countertenor-Musik ist doch eine ganze Menge und es ist der Kompositionskunst Telemanns und Gesangskunst Alex Potters zu danken, dass diese Scheibe letztlich doch Erfolg beschieden sein dürfte. 17 Countertenor-Gesangs-Nummern stehen drei sehr kurzen Instrumentalnummern gegenüber. Da muss sich ein Solist schon strecken, um nicht Eintönigkeit zu verbreiten. Potters angenehme Stimme hilft da über manche Längen hinweg. Ohnehin muss ich zugeben, dass diese an die Vertonungen des 17.Jahrhunderts erinnernden Stücke mich nicht so ansprechen und sicherlich nicht zu Telemanns Sternstunden gehören. Doch die Liebe cpos zu dem Hamburger Meister scheint ja - Gott sei Dank - grenzenlos zu sein. Das vierköpfige Begleitensemble macht seine Sache prima. Im gelungenen Booklet kann man alle Texte (auch die lateinischen) in deutscher Sprache nachlesen. Gut so! Eine erneute Telemann-Rarität - empfohlen nicht nur den Telemann-Getreuen, sondern allen Leuten, die gute Musik und Interpretationen zu schätzen wissen.
    Symphonien Nr.0-9 (mit Blu-ray Audio) Symphonien Nr.0-9 (mit Blu-ray Audio) (CD)
    08.03.2019
    Booklet:
    5 von 5
    Gesamteindruck:
    4 von 5
    Klang:
    4 von 5
    Künstlerische Qualität:
    5 von 5
    Repertoirewert:
    5 von 5

    Ein enttäuschendes Remastering

    Ich bin aufgewachsen mit diesen Haitink-Bruckner-Sinfonien und bin immer noch ein großer Fan dieses Dirigenten.
    Mit großer Spannung habe ich nun auf die remasterten Aufnahmen gewartet. Schon die "alten" Aufnahmen klangen immer noch gut und ich erhoffte mir - ähnlich wie bei Kempes Strauss-Box - einen erheblichen klanglichen Zugewinn. Nix da!
    Die neuen Aufnahmen klingen vielleicht etwas präsenter, aber von erhöhter Durchsichtigkeit keine Spur. Stattdessen mulmen manche Bassstellen und Trompeten schneiden die Luft. Ich weiß nicht, ob die Abbey-Road-Tontechniker da ein unglückliches Händchen hatten oder die Originalbänder einfach nicht mehr hergaben. Im Vergleich zum Remastering von Kempes Strauss-Orchesterwerken muss man sich das jedenfalls fragen. Die Blue-ray-Version kann ich nicht abhören. Vielleicht ist die ja besser. Das wäre ja schade für alle "konventionellen" Hörer wie mich z.B.. Trösten kann einen die schöne Aufmachung mit den Original-Platten-Covern von damals, die viele Erinnerungen bei mir wecken. Auch das dicke Booklet ist prima. Streiten kann man darüber, ob der Schuber mit den Doppel-CDs eine gute Idee war. Ich hätte eine normale Klapp-Box aus praktischen Gründen bevorzugt. Doch das ist Geschmacksache.
    Ein Kommentar
    Contrapunctus
    09.03.2019

    Volle Zustimmung!

    Ich dachte schon, dass ich mit meiner Enttäuschung hinsichtlich des neuen Remasterings alleine sei. Wort für Wort Ihrer Rezension kann ich voll und ganz unterschreiben. Auch ich hatte mich auf diese Neuauflage gefreut - und wurde enttäuscht. Allerdings habe ich nicht die Blu-Ray-Ausgabe, sondern den parallel erschienen hochauflösenden Download in 24bit/96kHz erworben. In diesem Fall ist das Attribut "HiRes" völlig fehl am Platz, denn der bescheidene Klang benötigt gewiss keine hohe Auflösung. - Mit Ihrem Hinweis auf das zuständige (Remasting-)Tonstudio haben Sie meiner Ansicht nach aber einen wunden Punkt getroffen, denn ich bin davon überzeugt, dass in den Originalbändern mehr klangliches Potenzial steckt.
    Dass es auch anders geht, zeigen japanische (SACD-)Produktionen der Firmen Universal Music Japan LLC (nicht zu verwechseln mit "unserer" Universal!), Tower Records oder Esoteric. Diese Firmen beauftragen nämlich für Remasteringarbeiten ganz bestimmte - meiner Ansicht nach die besten - Tonstudios (für Decca/Philips-Aufnahmen i.d.R. UK ClassicSound; für DG-Aufnahmen Emil Berliner Studios). Die außer-japanischen Blu-Ray-Produktionen von Universal werden in anderen Studios remastert (DG: MSM München oder Polyhymnia NL; Decca/Philips Abbey-Road-Studios).
    Nach meinen Erfahrungen schneiden die japanischen (SACD-)Produktionen durchweg besser hinsichtlich des Remasterins ab als vergleichbare Universal Produktionen auf Blu-Ray. In einigen Fällen werden/wurden sogar dieselben Originalbänder sowohl im japanischen Auftrag als auch im Auftrag der Universal remastert - in unterschiedlichen Studios (z.B. Mozart-Sinfonien mit Karl Böhm und BPO).

    Dass alte Decca/Philips-Aufnahmen und insbesondere Aufnahmen von Haitink mit "seinem" CGO optimal remastert deutlich besser klingen können, zeigen japanische Veröffentlichungen. Als Beispiel seien die Tschaikowsky-Sinfonien Haitink/CGO genannt (Tower Records: 7 CDs, PROC-1278/84). Die reguläre Ausgabe im Rahmen der "Collector's Edition" kann da klanglich nicht mithalten.
    Eine Nacht in Venedig Eine Nacht in Venedig (CD)
    05.03.2019
    Booklet:
    5 von 5
    Gesamteindruck:
    4 von 5
    Klang:
    5 von 5
    Künstlerische Qualität:
    4 von 5
    Repertoirewert:
    5 von 5

    Strauss oder Korngold?

    Man sollte sagen: beides! Ohne den Strauss hätte ja der von mir sehr geschätzte Korngold keine Vorlage zur Bearbeitung gehabt. In einer Zeit, in der man sich immer mehr auf die sog. "Originalfassungen" besinnt, darf man aber durchaus streiten, ob Korngolds Version die bessere ist. Zweifellos ist sie in der Anlage, der Qualität und Instrumentation dem Original überlegen. Aber: eine Bearbeitung eben, nicht ein Strauss-Original. Wie dem auch sei: Die Musik hat nach wie vor ihre Meriten, ist populär, schwungvoll und auf den Weltbühnen sehr erfolgreich - im Original und und in Korngolds Bearbeitung. Die Grazer Oper hat sich nun für Korngold entschieden und nutzt - mit den formidablen Grazer Philharmonikern - Korngolds künstlerische Intrumentationseingriffe voll aus. Der Chor singt prächtig und die Solisten sind toll drauf, vielleicht nicht die erste Garde, aber ein Ensemble mit großem Operetten-Geist und -Sinn. Einzig die Aussprache einzelner Protagonisten hat noch Luft nach oben. Wieder einmal bewährt sich Marius Burkert als versierter und erfahrener Operetten-Dirigent. An der Aufnahme-Technik gibt es nichts zu meckern. Auch das sehr informative Booklet wäre super-toll, wäre da nicht das wiederholt bei cpo festzustellende Manko: kein Libretto, nur eine Inhaltsangabe. Eigentlich schade! Im Ganzen aber eine sehr erfreuliche Produktion!
    Symphonie Nr.3 Symphonie Nr.3 (CD)
    04.03.2019
    Booklet:
    5 von 5
    Gesamteindruck:
    5 von 5
    Klang:
    5 von 5
    Künstlerische Qualität:
    5 von 5
    Repertoirewert:
    4 von 5

    Alfven zum Zweiten...

    ...und das mit seiner 3. Sinfonie plus gewichtiger Zugaben. Zur Qualität dieses Volume 2 in Alfvens Orchesterschaffen bei cpo muss man nicht mehr viel sagen. Was zu Vol. 1 (Sinfonie Nr.1) zu sagen war, trifft auch hier zu: kerniges Musizieren, schöne und informative Präsentation und beste Aufnahmetechnik. Wieder profitiert Borowicz von seinen - im Vergleich zu Järvi - moderateren Tempi und einer durchhörbareren Aufnahmetechnik. Das ist ein ganz großer Zyklus im Entstehen, auf den der Musikfreund - leider Repertoirepolitik bei cpo - wieder lange und häppchenweise warten muss! Das Berliner Orchester spielt prächtig und hat - im Vergleich zu Järvis Stockholmer Philharmonikern - ganz leicht die Nase vorn. Die beiden Zugaben sind schön, aber nicht neu, weil sie schon - teils mehrfach - im Repertoire vertreten sind. Da ist vielleicht ein kleiner Kritiker-Tipp an cpo angebracht: Gibt es in Alfvens Oeuvre nicht Werke, die noch auf eine gute Einspielung warten, weniger oder gar nicht im Katalog vertreten sind?
    Wir dürfen gespannt sein, uns aber jetzt freuen über diesen zweiten Alfven-Streich!
    Meine Produktempfehlungen
    • Symphonie Nr.1 f-moll op.7 Symphonie Nr.1 f-moll op.7 (CD)
    Das Weltgericht (Oratorium) Das Weltgericht (Oratorium) (CD)
    04.03.2019
    Booklet:
    5 von 5
    Klang:
    5 von 5
    Künstlerische Qualität:
    5 von 5
    Repertoirewert:
    5 von 5

    Grandioses Chor-Oratorium

    Warum "Chor-"Oratorium? Weil der Chor einen Großteil "der Last" trägt! Und was für eine Last! Eine grandiose Last. Gespannt verfolgt man das Jüngste Gericht in Tönen, das Komponist Friedrich Schneider in bester Mendelssohn-Manier in Szene gesetzt hat. Dirigent Meyer hat sich einen schlagkräftigen Chor, prima Solisten und seine camerata lipsiensis (auf Originalistrumenten) gewählt,. Das Ergebnis ist großartig: viel Spannung, heftige Kontraste, krachende Pauken, feinsinnige Lyrismen. In der Tat: Es ist alles da, was ein großartiges Oratorium braucht, sowohl, was die Komposition betrifft, als auch die Interpretation.
    Ratlos steht man vor der Tatsache, dass dieses Werk so lange vergessen war und nun (Meyer sei Dank!) wieder ans Tageslicht gekommen ist. Wenige Soloarien und -Rezitative wechseln mit Duetten, Quartetten, Chören und Doppelchören ab. Nie kommt Langeweile auf. Stets drängt die Handlung - auch die musikalische - nach vorne und gipfelt schließlich im grandiosen Schlusschor. Wer von der Temperamentslage der Komposition und Interpreten vorab mal eine Ahnung haben möchte, der höre sich die Nr. 12 des 3.Teils an: "Erde flammen, Monde fallen". Das hätte Mendelssohn auch nicht besser hingekriegt! Apropos: Mendelssohn. Da sollte der Meyer mit seiner Truppe sich mal an den "Elias" und "Paulus" machen. Kann nur grandios werden! Wie wär's cpo?
    Der blutige und sterbende Jesus  (Oratorium Passionale 1705/1729) Der blutige und sterbende Jesus (Oratorium Passionale 1705/1729) (CD)
    03.03.2019
    Booklet:
    5 von 5
    Gesamteindruck:
    5 von 5
    Klang:
    5 von 5
    Künstlerische Qualität:
    5 von 5
    Repertoirewert:
    5 von 5

    Der Keiser kann auch anders

    Mit ähnlichen Worten schließt Christine Blanken ihren sehr lesenswerten Booklet-Kommentar und verweist dabei auf den Opernkomponisten Keiser. Dabei wissen das cpo-Freunde und Plattensammler schon längst: Ihnen sind nicht vornehmlich Keisers Opern, sondern seine geistliche Musik vertraut. Nun legt cpo eine weitere Passionsmusik von Keiser vor mit einem etwas "gewöhnungsbedürftigen" Titel (s.o.). Das Stück wird ja in der Produkt-Info und im Booklet aufs Höchste gepriesen ob seiner Struktur, Dramatik und Qualität. Ich mag mich diesem Urteil nicht ganz anschließen. Die Menge der 90(!!) Nummern sind auf zwei CDs verteilt und dauern im Schnitt nicht länger als eine Minute. Nur wenige Teile dauern länger. Auch muss man sich erst in die inhaltliche Anlage hineindenken, weil es keinen Erzähler gibt. Die zumiest kurzen Chöre haben oft eine schlichte Gestalt, dafür - und dem sei zugestimmt - sind die Instrumente und Orchesterstimmen sehr farbig und abwechslungsreich gestaltet. Natürlich kann man heute den damaligen - im Booklet beschreibenen - Aufführungsskandal nicht mehr verstehen. Die Neuartigkeit einer so gestalteten Passion jedoch schon. Dirigent Klapprott musste eine große Solistenschar um sich versammeln, um die einzelnen "Rollen" gebührend besetzen zu können. Das ist ihm prima gelungen. Auch der Chor löst seine vergleichsweise geringen Aufgaben vorbildlich. Star ist jedoch die Capella Thuringia, die sehr akzentuiert und profiliert agiert und zum Gelingen einer schönen Aufnahme sehr beigetragen hat. Das 68-seitige Booklet ist vorbildlich. Alles gut. Fazit: eine besondere Neuerscheinung zum Beginn der Passionszeit!
    Grand Trio op.12 Grand Trio op.12 (CD)
    02.03.2019
    Booklet:
    5 von 5
    Gesamteindruck:
    5 von 5
    Klang:
    4 von 5
    Künstlerische Qualität:
    5 von 5
    Repertoirewert:
    5 von 5

    "CD-kurzes" Kammermusikvergnügen

    Zu Beginn sollte man doch die Verdienste von cpo um das Werk Carl Loewes würdigen. Das betrifft ja nicht nur seine Lieder und Balladen, sondern auch Loewes "Randstücke", die doch so bedeutend sind. Dazu gehört sicherlich sein Grand Trio op.12, ein mehr als halbstündiges Paradestück für Trio-Musiker. Da hatte Schumann schon recht: "Jeder Trio-Zirkel muss es haben!" Und ich möchte hinzufügen: auch jeder Kammermusikfreund! Das betrifft auch die beiden Zugaben. Nun nehme ich nicht an, dass die - zweifellos unstrittige - Bedeutung des Grand Trios dazu führte, es nicht durch zu viele Zugaben auf der CD "untergehen" zu lassen. Sicher nicht! Aber was mag denn dann cpo dazu bewogen haben, die Scheibe mit nur 53'31(!!) Spielzeit zu produzieren? Es hätte doch noch mehr vom Loewe gegeben - oder? Das, was nun drauf ist auf der CD, wird immerhin bestens dargeboten vom Trio Lucius/Kratz/Kuchenbuch. Auch die anderen beiden Solistinnen sind erstklassig. Das Booklet ist auch gut. Die Technik übervorteilt meines Erachtens das Klavier im Trio stellenweise zu sehr. Die Violine gerät da arg ins Hintertreffen. Doch das ist vielleicht auch Geschmacksache und schmälert diese gelungene Produktion keineswegs.
    Ouvertüren - "Folies symphoniques" Ouvertüren - "Folies symphoniques" (CD)
    02.03.2019
    Gesamteindruck:
    5 von 5
    Klang:
    5 von 5
    Künstlerische Qualität:
    5 von 5
    Repertoirewert:
    5 von 5

    Gute-Laune-Musik

    Aber nicht nur. Auch nachdenkliche, lyrische Töne weiß der Jacques Offenbach in seinen Ouvertüren anzuschlagen und doch findet er immer wieder zurück zu seinem schwungvollen "Gute-Laune-Stil". So machen diese zwölf Stücke echt Spaß und man kann dem Booklet-Autor Peter Hawig nur zu seinem trefflichen Zitat von Jürgen von Manger gratulieren, der ja einst als Tegtmeier auf humorige Art den Sinn von Ouvertüren charakterisierte. So ist es wohl auch bei Offenbachs Stücken. Erst einmal staunt man über die Vielzahl der Werke und kann dann doch sicher sein, nach Anhören der Ouvertüren die "wesentlichsten Ohrwürmer" vernommen zu haben. Unter der bewährten Leitung von Haus-Dirigent Howard Griffiths profilieren sich einmal mehr die Orchestermusiker aus Frankfurt/O. als vorzügliches Ensemble. Das Boolket beleuchtet zuverlässig den Background der einzelnen Stücke.
    Eine rundum schöne CD für die gute Laune oder gegen die schlechte!
    Eine Herbstsymphonie Eine Herbstsymphonie (CD)
    01.02.2019
    Booklet:
    5 von 5
    Gesamteindruck:
    5 von 5
    Klang:
    5 von 5
    Künstlerische Qualität:
    5 von 5
    Repertoirewert:
    5 von 5

    Romantisch-impressionistisches Monstrum

    Der Begriff "Monstrum" soll an dieser Stelle keineswegs negativ gemeint sein. Ganz im Gegenteil! Nur ungenügend kann das Wort beschreiben, was nur gehört werden kann: ein gewaltiges Stück Musik! Gewaltig in den Ausmaßen (67 Minuten), gewaltig die riesige Orchesterbesetzung, gewaltig der Schusssatz (allein über 26 Minuten) und gewaltig die Tonsprache. Auf Seite 7 des vorzüglichen Booklets wird Hans Janciks Deutung von Marx' Tonsprache trefflich zitiert: "Südländische Melodienfreude, romantischer Impressionismus und das Klangerleben einer jungrussischen Schule, vor allem Skrjabins...". Ich gebe zu, besonders in den Sätze 1, 2 und 4 ebenfalls sofort - zumindest streckenweise - an Skrjabin gedacht zu haben, ohne den Booklettext schon zu kennen. Auch den späten Strauss meint man zu hören, Klänge der frühen französischen Impressionisten. Und doch ist die Musik dieser Sinfonie kein stilistisches Plagiat, sondern eine Musikschöpfung eigener Art. Über dem ganzen Stück liegt der Hauch versonnen-grüblerischer Herbstromantik. Warum man nun für diese Aufnahme ausgerechnet auf ein Orchester aus Graz zurückgreifen musste, erklärt sich schnell: Marx war Grazer und so dürfte den Philharmonikern seiner Heimatstadt dieser Werk eine Herzensangelegenheit gewesen sein. Dirigent Wildner behält bei dem ganzen Orchestergewimmel und -getümmel stets den Überblick. Die Aufnahmetechnik bewältigt die schwierige Aufgabe recht gut. In den Höhen hier und da mal etwas zu scharf (Trompeten) und in den Tiefen manchmal recht grummelig (Schlagwerk). Im Ganzen aber doch eine gute Leistung, die auch dazu beiträgt, Orchesterklangfetischisten zu einem neuen Renner zu verhelfen. Es lohnt sich!
    Die Faschingsfee Die Faschingsfee (CD)
    01.02.2019
    Booklet:
    4 von 5
    Gesamteindruck:
    5 von 5
    Klang:
    5 von 5
    Künstlerische Qualität:
    5 von 5
    Repertoirewert:
    5 von 5

    Der Kalman kann's

    Man mag ja zu Operetten stehen wie man will. Dem Schwung und der guten Laune von Kalmans Musik kann man sich kaum entziehen. Das gilt besonders dann, wenn die erstklassigen Interpreten vom Ort der Münchner Erstaufführung kommen: vom Gärtnerplatz. Nun darf man von der "Faschingsfee" keinen tiefgründigen Inhalt erwarten. Und doch muss man anerkennen, dass sich das Stück gegen geltende Konventionen stellt, ohne auf Konfrontation zu setzen. Stattdessen setzt Kalman ähnlich genial wie bei seiner "Csardasfürstin" auf schwungvolle Melodien und eine heitere musikalische Grundstimmung - Operette eben! Solisten, Chor und Orchester am Gärtnerplatz sind erste Garde für dies Genre. Da herrscht echt Stimmung, turbulente Spielfreude und alles ist zuweilen leicht frivol - Operette eben! Hervorragend von Dirigent Michael Brandstätter musikalisch in Szene gesetzt. Bei den Solostimmen gibt es keine Aussetzer. Alle prima! Nur hätte man gerne die Stimmlagen (Sopran, Alt etc.) der Solistinnen und Solisten gewusst. Die jedoch verschweigt das Booklet. Warum nur? Auch fehlen die Gesangtexte. Auf die gesprochen Zwischentexte mag man ja verzichten können. Aber auf die Gesangstexte? Ansonsten liefert das Booklet viele Informationen. Das ist gut. Auch die Aufnahmetechnik stimmt. Resümee: Ein gelungenes "Operetten-Schmanckerl"!
    Ein Kommentar
    Anonym
    02.02.2019

    Echt reffend mit wenigen Worten

    Glückliche Veröffentlichung.Nur Schade, dass man bei derart opernhaften Operetten bei glechem Preis wie sonst bei Opern-CDs nicht auch mal den Text komplett abdruckt. Billiges Papier würde mir auch reichen. Bei Sachen wie Königin Josephine oder die Bajaderie ist das doch echt angebracht.
    Cellokonzert e-moll Cellokonzert e-moll (CD)
    01.02.2019
    Booklet:
    5 von 5
    Gesamteindruck:
    5 von 5
    Klang:
    5 von 5
    Künstlerische Qualität:
    5 von 5
    Repertoirewert:
    5 von 5

    Keine Angst vor neuen Tönen

    Da muss man beim Aram Khachaturian wirklich keine Bedenken haben. Obwohl er zu den bedeutendsten russischen Komponisten des 20. Jahrhunderts gehört, blieb er seinem Stil treu: melodisch, tonal, elegisch und temperamentvoll. Nicht nur seine Gayaneh- und Spartacus-Suiten zeugen davon, sondern auch diese neue cpo-CD. Schon der Beginn des Cello-Konzerts lässt mit seinem elegischen Moderato aufhorchen. Auch im weiteren Verlauf der Komposition und der Rhapsody zeigt sich der Komponist als Meister des Soloinstruments, das er ja auch selbst beherrschte. Zur Verwirklichung einer maßstäblichen Interpretation konnte kein geringerer als der schwedische Meister-Cellist Torleif Thedeen gewonnen werden, der seine Sache erwartungsgemäß großartig macht. Ebenbürtig muss sich das Orchester zeigen, sind doch viele Passagen sinfonisch angelegt. Daniel Raiskin erfüllt mit der Rheinischen Philharmonie auch diese Aufgabe mit Bravour. Herausgekommen ist also eine beispielhafte Aufnahme, die auch denen ans Herz gelegt sei, die sonst "Angst vor neuen Tönen" haben sollten. Die Musik wird sie begeistern!
    2 Kommentare
    UK.A
    19.02.2019

    Khatchaturian war Armenier

    So viel Präzision muss bei aller Vielschreiberei sein: Khatchaturian war kein Russe sondern in Georgien geborener Armenier, der zu Sowjetzeiten zwar zeitweise in Moskau wirkte, dessen Stil sich jedoch durch bewusste Verwendung armenischer Volksmusikelemente deutlich vom Nationalstil seiner russischen Zeitgenossen abhebt. Bis heute gilt er als einer der bedeutendsten Komponisten seines Landes.
    meiernberg Top 10 Rezensent
    06.03.2019

    Man kann's ja auch ganz genau nehmen

    Khachaturian war Sowjetbürger. Umgangssprachlich wurden Bürger der UdSSR seinerzeit "Russen" genannt.
    Die Unabhängigkeit und staatliche Souveränität seines Heimatlandes hat der Komponist gar nicht mehr erlebt. Man kann's aber mit der Genauigkeit auch übertreiben...!
    Geistliche Kantaten Geistliche Kantaten (CD)
    31.01.2019
    Booklet:
    5 von 5
    Gesamteindruck:
    5 von 5
    Klang:
    5 von 5
    Künstlerische Qualität:
    5 von 5
    Repertoirewert:
    5 von 5

    Exemplarisch!

    Die Hamburger Ratsmusik mit ihrer Chefin Simone Eckert ist ja nun schon auf einer ganzen Reihe von cpo-CDs vertreten und immer garantieren die Musikerinnen und Musiker aus der Hansestadt Interpretationen von höchster Qualität. Da stimmt alles, nicht nur die technische Beherrschung der Instrumente, sondern auch die geistliche Durchdringung der Partituren. Bei den zumeist recht kontemplativen Stücken dieser CD ist das auch bitter nötig. Zum Erfolg trägt Solo-Sopranistin Dorothee Mields bei, immer wieder als besonderer "Star" unter den Barock-Interpretinnen gefeiert. Sicher, sie macht ihre Sache tadellos. Und doch hätte ich mir an einigen Stellen etwas mehr stimmliche Zurückhaltung und "Schlichtheit" gewünscht. Ihre Stimme ist zuweilen recht dominant mit einem Mangel an zarten Abtönungen. Das ist jedoch nur kleinliche Kritik und mildert den Wert dieser exemplarischen Einspielung in keiner Weise. Auch nicht zwei kleine Booklet-Mängel (bei ansonsten guter Qualität): Auf dem etwas unterbelichteten Foto auf Seite 2 findet sich Simone Eckert sicherlich nicht als "2.v.l.", wie angegeben!? Gemeint ist wohl 2.v.r.! Dann wird bei der Auflistung der Ensemblenamen auf Seite 6 der Name von Simone Eckert nicht mit aufgeführt, obwohl sie doch neben der Leitung auch Gambe spielt (S.5). Spielt sie nun mit oder leitet sie nur? Egal! Auch so eine schöne neue cpo-CD.
    Geistliche Konzerte Geistliche Konzerte (CD)
    31.01.2019
    Booklet:
    5 von 5
    Gesamteindruck:
    5 von 5
    Klang:
    5 von 5
    Künstlerische Qualität:
    5 von 5
    Repertoirewert:
    5 von 5

    Auf bewährten Pfaden

    Manfred Cordes' Ensemble Weser-Renaissance ist nun schon in einer Vielzahl von Aufnahmen für cpo ein Garant für hochqualifizierte Interpretationen von Renaissance- und Barock-Musik. Die können das wirklich! Unter Cordes' Leitung entwickeln sich auch unbekannteste Stücke zu Perlen der geistlichen Musik der Zeit des 16. und 17. Jahrhunderts. In Folge III der "Musik aus Schloss Wolfenbüttel" erleben wir 15 Geistliche Konzerte des Daniel Selichius. Wer kennt den? Sicher auch kaum Kenner dieses besonderen Repertoires. Umso wertvoller ist die Ausgrabung der kurzen Stücke, die im Durchschnitt fünf Minuten lang sind. Da sich dadurch - auch in den Sänger- und Instrumentalbesetzungen - sehr unterschiedliche Stücke ergeben, ist für Abwechslung im Programm gesorgt. Ein Verdienst auch des vorzüglichen Cordes-Ensembles, das musikalisch keine Wünsche offen lässt. Das Booklet dokumentiert die Stücke gut und liefert alle Texte zweisprachig. Eine tipp-topp gelungene neue Cordes-CD!
    Meine Produktempfehlungen
    • Lutherische Choralkonzerte Lutherische Choralkonzerte (CD)
    • 7 Geistliche Konzerte auf Psalm 31 "In te Domine speravi" 7 Geistliche Konzerte auf Psalm 31 "In te Domine speravi" (CD)
    Sämtliche Werke für Flöte & Streicher Vol.2 Sämtliche Werke für Flöte & Streicher Vol.2 (CD)
    31.01.2019
    Booklet:
    5 von 5
    Gesamteindruck:
    5 von 5
    Klang:
    5 von 5
    Künstlerische Qualität:
    5 von 5
    Repertoirewert:
    5 von 5

    Auf bestem Wege

    Meiner Rezension zu Vol.1 ist eigentlich nichts hinzuzusetzen. denn mit beiden Flötenquartetten und dem Steich-Trio setzt das Ardinghello Ensemble konsequent sein Interpretationskonzept fort: stringentes, temperamentvoll Musizieren auf höchsten Niveau ganz im Dienst der Kompositionen. Auf diese Weise erlebt der Hörer die ganze kompositorische und melodische Vielfalt der Stücke. Mit dieser Qualität treten sie auch aus dem Schatten Beethovens hervor und entwickeln sich zu ganz eigenständigen Perlen der musikalischen Klassik. Das ist schön so und begeistert den Kammermusikfreund, der auf der Suche nach diesen "Schätzen" ist. Mit dieser neuen cpo-CD findet er einen solchen Schatz, der zudem angereichert ist durch eine prima Aufnahmetechnik und ein gutes, für cpo-Verhältnisse aber recht knapp gehaltenes Booklet. Uneingeschränkte Kaufempfehlung!
    Das Lied der Nacht Das Lied der Nacht (CD)
    07.01.2019
    Booklet:
    5 von 5
    Gesamteindruck:
    5 von 5
    Klang:
    5 von 5
    Künstlerische Qualität:
    5 von 5
    Repertoirewert:
    5 von 5

    Dritter - gelungener - Opernstreich aus Osnabrück

    Hut ab vor den Musiktheatern in der Provinz. Was da z.B. in Osnabrück geleistet wird, wäre jeder Großstadt würdig. Das gilt besonders für die innovativen Kräfte, die dort arbeiten. Nicht einen erneuten "Lohengrin", nein, eine Oper von Hans Gal. Wer ist das denn? Erst in letzter Zeit erinnert man sich an den jüdischen Komponisten, der auf der Schwelle von Spätromantik zur Neuzeit lebte und arbeitete. Seine vier Sinfonien sind schon seit geraumer Zeit im Katalog und auch cpo macht sich nun für Gal stark. Ein ganz tolles Beispiel ist Gals Oper "Das Lied der Nacht", in der es um einen geheimnisvoll anonymen Liedsänger geht, der schließlich zum König erwählt wird und doch so tragisch endet. Gals Musik ist nicht einfach und erfordert neben den besonderen Fähigkeiten der Aufführenden auch die besondere Aufmerksamkeit der Zuhörer. Ein wirklich tolles Ensemble um den jungen Osnabrücker Chef Andreas Hotz erleichtern dem Hörer den Zugang zu diesem besonderen Opernwerk. Das Solistenensemble überzeugt (besonders Sopranistin Lina Liu als Prinzessin), der Chor hat die nötige Flexibilität und Durchschlagskraft und die Sinfoniker bewähren sich erneut, wie sie es schon in manch anderen Produktionen getan haben. Ein 87-seitiges Booklet enthält alles, was der Hörern zudem wissen will und muss. Eine prima Entdeckung und sehr gelungene Produktion.
    Meine Produktempfehlungen
    • Der Graf von Luxemburg Der Graf von Luxemburg (CD)
    • La Nonne Sanglante La Nonne Sanglante (CD)
    Symphonie Nr.3 op.69 für Orgel & Orchester Symphonie Nr.3 op.69 für Orgel & Orchester (SACD)
    04.01.2019
    Booklet:
    5 von 5
    Klang:
    5 von 5
    Künstlerische Qualität:
    5 von 5
    Repertoirewert:
    5 von 5

    Klangrausch

    Die Kombination von großer Orgel und großem Sinfonieorchester kann den Hörer - besonders im Forte - musikalisch berauschen. Der junge Organist Christian Schmitt hat das mit den Bamberger Sinfonikern unter Dirigent Stefan Solyom auf zwei cpo-CDs nachdrücklich unter Beweis gestellt (cpo 6325510 und cpo 4947239). Aufgenommen in der Konzerthalle Bamberg gibt es auf den beiden CDs drei Orgel-Orchester-Sinfonien und die 7. Sinfonie für Orgel-Solo (aus Rouen) zu hören und gleich drängt sich der Vergleich zu den Motette-Aufnahme mit Wißkirchen und Meldau aus den Jahren 1987 und 1998 auf. Natürlich klingen die cpo-Aufnahmen klarer und durchhörbarer, doch der deutlichere Nachhall bei den Motette-Aufnahmen passt gut zum Klang der Werke und vermittelt die Vorstellung von Kirchenraum. Andererseits ist das Orchester bei cpo deutlich besser. Es spielt besser und ist auch klanglich viel besser eingefangen. Die Organisten nehmen sich nicht viel. Schmitts Tempi sind zuweilen deutlich zügiger, was den Werken gut tut. Spieltechnisch und in der Registrierung sind alle zur Debatte stehenden Aufnahmen bestens gelungen. Erfreulich bei cpo ist, dass die Sinfonia Sacra mit ihren fünf Sätzen auch "durchgetrackt" wurde, wo man sich bei Motette leider mit einer Track-Nummer begnügen muss. Die Booklet-Texte aller Ausgaben sind sehr informativ. Auf die Wahl-Waage gelegt, geben die cpo-Ausgaben wohl doch klar den Ausschlag. Eine lohnende und - im Vergleich zu den Motette-CDs - auch wesentlich günstigere Anschaffung!
    Meine Produktempfehlungen
    • Symphonie op.42 für Orgel & Orchester Symphonie op.42 für Orgel & Orchester (SACD)
    Symphonie op.42 für Orgel & Orchester Symphonie op.42 für Orgel & Orchester (SACD)
    04.01.2019
    Booklet:
    5 von 5
    Gesamteindruck:
    5 von 5
    Klang:
    5 von 5
    Künstlerische Qualität:
    5 von 5
    Repertoirewert:
    5 von 5

    Klangrausch

    Die Kombination von großer Orgel und großem Sinfonieorchester kann den Hörer - besonders im Forte - musikalisch berauschen. Der junge Organist Christian Schmitt hat das mit den Bamberger Sinfonikern unter Dirigent Stefan Solyom auf zwei cpo-CDs nachdrücklich unter Beweis gestellt (cpo 6325510 und cpo 4947239). Aufgenommen in der Konzerthalle Bamberg gibt es auf den beiden CDs drei Orgel-Orchester-Sinfonien und die 7. Sinfonie für Orgel-Solo (aus Rouen) zu hören und gleich drängt sich der Vergleich zu den Motette-Aufnahme mit Wißkirchen und Meldau aus den Jahren 1987 und 1998 auf. Natürlich klingen die cpo-Aufnahmen klarer und durchhörbarer, doch der deutlichere Nachhall bei den Motette-Aufnahmen passt gut zum Klang der Werke und vermittelt die Vorstellung von Kirchenraum. Andererseits ist das Orchester bei cpo deutlich besser. Es spielt besser und ist auch klanglich viel besser eingefangen. Die Organisten nehmen sich nicht viel. Schmitts Tempi sind zuweilen deutlich zügiger, was den Werken gut tut. Spieltechnisch und in der Registrierung sind alle zur Debatte stehenden Aufnahmen bestens gelungen. Erfreulich bei cpo ist, dass die Sinfonia Sacra mit ihren fünf Sätzen auch "durchgetrackt" wurde, wo man sich bei Motette leider mit einer Track-Nummer begnügen muss. Die Booklet-Texte aller Ausgaben sind sehr informativ. Auf die Wahl-Waage gelegt, geben die cpo-Ausgaben wohl doch klar den Ausschlag. Eine lohnende und - im Vergleich zu den Motette-CDs - auch wesentlich günstigere Anschaffung!
    Meine Produktempfehlungen
    • Symphonie Nr.3 op.69 für Orgel & Orchester Symphonie Nr.3 op.69 für Orgel & Orchester (SACD)
    Orgelsymphonien Nr.5,6,8-10 Orgelsymphonien Nr.5,6,8-10 (SACD)
    21.12.2018
    Booklet:
    5 von 5
    Gesamteindruck:
    5 von 5
    Klang:
    5 von 5
    Künstlerische Qualität:
    5 von 5
    Repertoirewert:
    5 von 5

    Musikalisch großartiges Finale

    Meine Rezension der ersten Folge von Schmitts Widor-Edition kam wohl auch deshalb nicht gut an, weil ich über die gestellten Foto-Posen des Organisten gemeckert habe. Davon soll diesmal keine Rede mehr sein, weil diese letzte Folge mit drei (!!) CDs doch vom großartigen Orgelspiel Christian Schmitts dominiert wird. Schmitt registriert und interpretiert nicht nur großartig, er hat auch eine großartige und überaus glückliche Wahl mit der Cavaille-Coll-Orgel in Rouen getroffen. Denn dieses Instrument ist wie gemacht für den großen romantischen Klang von Widors Kompositionen. Wenn diese Orgel auch noch perfekt beherrscht wird, dann kommt eben das besagte "großartige Finale" zustande. Glückwunsch! Der Klang ist hervorragend eingefangen. Nur das ansonsten informative Booklet ist nicht ohne "Irritationen": Die gewaltige 8. Sinfonie wird auf Seite 11 des Booklets u.a. als ein Werk von "fast einer Stunde Spielzeit und sieben Sätzen" beschrieben. Schaut man jedoch mal auf Seite 5, wo die Track-Nummern bezeichnet werden, so wird die Spieldauer der Achten auf dieser CD mit knapp 50 (!!) Minuten und 6 (!!) Sätzen angegeben. Das hätte man abgleichen sollen. Schließlich ist die "Repertoire-Politik" von cpo bei dieser Widor-Edition überraschend. Werden ansonsten Einzelwerke einer Edition zumeist so "nach und nach" auf Einzel-CDs publiziert, rauscht hier gleich auf einer 3-CD-Box der gesamte Editions-Rest auf den Markt. Den Sammler mag es freuen. Weniger erfreut ist sicher der neugierige Widor-Hörer, der z.B. mit der berühmten Toccata aus der Fünften beginnen möchte. Der kommt um den Erwerb der gesamten Dreier-Box nicht herum - und wird es nicht bereuen!
    Meine Produktempfehlungen
    • Orgelsymphonien op.13 Nr.1-4 Orgelsymphonien op.13 Nr.1-4 (SACD)
    Ein Kommentar
    Anonym
    04.02.2022
    Die Achte Symphonie war ursprünglich durchaus siebensätzig, da der große "Variations"-Satz noch von einem ca. 5-minütigen Prélude eingeleitet wurde. Dieses Prélude wurde in späteren Ausgaben von Widor (unverständlicherweise) gestrichen. Heute wird das Prélude öfter auch wieder mit aufgeführt - aus meiner Sicht gerechtfertigt, denn es ist großartige Musik, die perfekt auf den "Variations"-Satz hinführt. In Christian Schmitts Aufnahme nun ist es nicht vorhanden, so dass das Booklet hier in der Tat nicht korrekt ist. Aber die ursprüngliche Fassung hatte - wie gesagt - tatsächlich sieben Sätze und dauerte mit 55 bis 56 Minute annähernd eine Stunde.
    Orchesterwerke Orchesterwerke (CD)
    15.12.2018
    Booklet:
    5 von 5
    Gesamteindruck:
    5 von 5
    Klang:
    4 von 5
    Künstlerische Qualität:
    5 von 5
    Repertoirewert:
    5 von 5

    Wechselbad der Gefühle

    Die Reznicek-Edition bei cpo ist ja schon recht umfangreich und manchmal weiß man nicht so recht, wo und wie man den Reznicek stilistisch einordnen soll. Zu vielfältig und verschieden sind seine Produktionen. Auch die neue Reznicek-CD bei cpo erzeugt solch ein Wechselbar der Gefühle. Die "Karneval-Suite im alten Stil" lässt aufhorchen: Sie ist aus seiner Oper "Gondoliere" entstanden, die im 17. Jahrhundert spielt. So klingt dann auch die Musik. Wie aus dem 17.Jahrhundert, nur groß instrumentiert, aber ohne den Witz und Schalk eines Strawinsky. Die fast halbstündige "Traumspiel-Suite" ist z.T. schwermütige, dichte und düstere Musik mit großem Tiefgang, ganz so wie Strindbergs literarische Vorlage. Die dritte Suite der CD ist schließlich die halbstündige "Sinfonische Suite Nr.1" aus den frühen Jahren des Komponisten. Sehr gefällige, gefühl- und kraftvolle Spätromantik. Kurz und gut: ein rundes, abwechslungsreiches Programm!
    Rund und sicher sind auch die Interpretationen. Thüringens A-Orchester aus Weimar lässt unter der Leitung von Dirigent Solyom alle Farben der Partitur aufleuchten, spielt engagiert und präzise. Lediglich die Aufnahmetechnik aus dem Jahre 2012 (!!) hätte man sich etwas transparenter und präsenter gewünscht. Ein Klasse-Booklet informiert über alles Wichtige. Eine schöne Ergänzung der Reznicek-Edition.
    Flavio Crispo (Oper in 3 Akten) Flavio Crispo (Oper in 3 Akten) (CD)
    13.12.2018
    Booklet:
    4 von 5
    Gesamteindruck:
    5 von 5
    Klang:
    5 von 5
    Künstlerische Qualität:
    5 von 5
    Repertoirewert:
    5 von 5

    Für Barock-Opern-Fans

    Ich gebe zu, kein Kenner von Barockopern zu sein - auch nicht unbedingt ein großer Freund.
    Der ständige Wechsel von Rezitativ und Arie (ggf. noch Chöre) ist nicht so mein Ding. Dass es sich dabei trotzdem um z.T. sehr wertvolle Musik handelt, ist unbestritten. Unbestritten ebenso die verdienstvolle Ausgrabung dieser Heinichen-Oper in einer Live-Aufnahme aus Stuttgart. Man bedenke: Die ganze Oper dauert gut über 3 Stunden. Der 1. und 2. Akt wird jeweils durch eine kurze dreiteilige Sinfonia eingeleitet. Im ganzen ist ein Abfolge von über 40 Rezitativen und folgenden Arien zu hören, ohne Chöre. Lediglich die letzte Nummer führt alle Solisten zu einem kleinen "Chor" zusammen. Die Interpreten rund um Dirigent Jörg Halubek bewältigen diese Mammutaufgabe hervorragend, begleitet durch exzellente Instrumentalisten. Da gibt es nichts zu meckern. Trotzdem gehört eine rechte "Fan-Mentalität" dazu, diese Nummernmenge durchzuhören, ohne einen Anflug von Langeweile zu verspüren. Leider versäumt es Heinichen auch, für besondere musikalische Abwechslung oder Höhepunkte zu sorgen.
    So ist diese Produktion wohl doch eine musikwissenschaftlich Ausgrabungstat - nicht viel mehr. Ein dickes, 103-seitiges Booklet ist den drei CDs beigelegt. Die Aufnahmetechnik der Live-Aufnahme ist tadellos. Wie gesagt: eine Sache für Barock-Opern-Fans.
    501 bis 525 von 974 Rezensionen
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