(Fast) alles zusammen
Den Pfitzner muss man nicht mögen. Ich meine seine Person. Seine nationalsozialistisch-antisemitische Gesinnung war ja auch wirklich widerwärtig! Aber als Musikfreund habe ich mich daran gewöhnt, wie bei Wagner, Person und Werk voneinander zu trennen. Ist man dazu bereit, staunt man nicht schlecht über den romantischen Geist seiner Kompositionen. Und - wieder einmal - war es cpo, sich diesem Werk mutig anzunehmen. Mit Dirigent Albert fand man ja auch den rechten (nicht politisch gemeint!) Mitstreiter. Zeugnis von den Pfitzner-cpo-Produktionen im Orchesterbereich legt nun diese schmucke neue Klapp-Box ab, die auf 5 CDs (leider wieder in Papierhüllen) und einem fetten 75-seitigen Booklet zum Sparpreis auch die Musikfreunde anlocken sollte, die bislang einen Bogen um Pfitzner gemacht haben. Die Begegnung lohnt. Die Tonqualität ist prima, die beiden Orchester und die Solisten sind topp und Dirigent Albert erweist sich - wie schon beim Hindemith - als wahrer Topp-Entdecker. Und es gibt viel zu entdecken, vieles in singulären Erstaufnahmen. Komplett sind die Orchesterwerke leider nicht. Da hat dann wohl doch das Budget oder der Mut gefehlt!? Doch auch so eine einzigartige Veröffentlichung!