Rezensionsübersicht

4 Rezensionen
Symphonie Nr. 2 Symphonie Nr. 2 (CD)
3 von 5 Sterne
Booklet:
3 von 5
Gesamteindruck:
2 von 5
Klang:
3 von 5
Künstlerische Qualität:
2 von 5
Repertoirewert:
1 von 5

Mutige Musik

Wikipedia gibt an, Mendelssohns zweite Sinfonie sei 1922 vollendet worden. Wie ist das möglich? Hätte man mich gebeten, sie unvoreingenommen anzuhören, hätte ich auf 1852 getippt. Man hört Anklänge an Mendelssohn (Felix) und Schumann, doch gerade die Unspektakuläre macht die Musik so bemerkenswert. Alles wirkt so zahm, so leidenschaftslos, dass es fast wie eine akademische Übung anmutet.
Ich bevorzuge das Violinkonzert. Es hat etwas von dem fließenden, melancholischen Stil Max Bruchs. Viele lyrische und introspektive Elemente.
Aufnahme: Kann mir jemand erklären, warum die Toningenieure die Pauken in der Sinfonie ganz links von den ersten Violinen platziert haben? Dadurch entsteht ein Ungleichgewicht im Orchester. Auch der Bass ist schwach und die Blechbläser kommen kaum zum Tragen.
Repertoirewert: im Konzertsaal hoffnungslos.
Gehört über Spotify.
Ein Kommentar

Zeigt Spotify das vollständige Booklet an?

Ich kenne Spotify nicht; deshalb meine Frage.
Sämtliche Konzerte (Concerto Copenhagen) Sämtliche Konzerte (Concerto Copenhagen) (CD)
4 von 5 Sterne
Booklet:
3 von 5
Gesamteindruck:
4 von 5
Klang:
4 von 5
Künstlerische Qualität:
5 von 5
Repertoirewert:
2 von 5

Preiswerte Bachkonzerte

Die cpo-Box umfasst Aufnahmen der Bachschen Violin- und "Cembalo"-Konzerte aus über 10Jahren. Eine erhebliche Zeitspanne, die klanglich unterschiedlich auch nicht überhörbar ist.
Die musikalische Diktion ist jedoch egal gleichwertig, wobei selten (Tripelkonzert, Violinkonzerte) ein andres Instrument als das Cembalo dominiert, was doch etwas eintönig klingt.
Bei Bachs Konzerten für verschiedene Instrumente (gängige Praxis im Leipziger Café Zimmermann zu Bachs Zeit) empfehle ich deshalb gerne die mehr hist.informierten und komplexer gestalteten wie gespielten Aufnahmen des Baroque Ensembles "Café Zimmernann", nomen est omen, wer weiß?
Die Copenhagener Band unter Lars Ulrik Mortensen, der auch als Solo- Cembalist alle Konzerte betreut, spielt zwar tadellos und erwartbar barock-gediegen, allerdings weniger variabel und wenig 'verspielt' verzierend und eher, wie schon erwähnt, etwas zu eintönig dezent.
Ich kann also nicht nachvollziehen, warum das Spiel dieser CoCoBand so lobpreisend als maßstäblich für Bachkonzerte beurteilt wird.
Als kein cpo-Protagonist höre ich ein sehr gutes und preiswert kompiliertes cpo-Bach-Album, durchaus empfehlenswert, jedoch nicht von singulärer oder konkurrenzloser Qualität. gmr.
Symphonie Nr. 2 Symphonie Nr. 2 (CD)
4 von 5 Sterne
Booklet:
5 von 5
Gesamteindruck:
5 von 5
Klang:
5 von 5
Künstlerische Qualität:
5 von 5
Repertoirewert:
5 von 5

Framing oder Epigone?

Oder gar dem Eklektizismus verfallen? Der eigentlich recht informative Booklettext bringt all diese "Eigenschaften" ins Spiel, wenn es um die Bewertung von Mendelssohns 2.Sinfonie geht. Sicher, Mendelssohn hat den ersten Satz als eine Bruckner-Hommage verfasst und bedient sich auch sonst mancher vertrauter Stilmittel der Romantik. Aber wenn jemand Teile zusammenrührt und aus dem Gemenge mit eigener Würze Neues schafft, dann ist er nichts von alledem. Vielleicht ein romantischer Freigeist, der sich wohl fühlt in seiner Welt. Wie heißt es so schön im Booklet auf Seite 7: "Anton Bruckner hätte niemals so komponiert" und wohl auch kein anderer. Mendelssohn eben, der Groß-Cousin des großen Felix. Die Sinfonie ist kraftvoll und sehr lebendig, das Violinkonzert ein dankbares Virtuosenkonzert. Schöne Beispiele der auslaufenden romantischen Epoche. Die Hamburger Sinfoniker unter der Leitung von Dirigent Ulrich Windfuhr und Geigerin Ziling Guo machen ihre Sache großartig, der Klang ist weiträumig und transparent. Eine - ggf. unwichtige - Anmerkung kann nich mir nicht verkneifen: Auf dem Boolet-Cover wird zuerst die Sinfonie und dann das Violinkonzert genannt. Auf der CD ist es genau umgekehrt und auf dem Case-Rücken wird nur das Violinkonzert genannt. Von der Sinfonie keine Spur. Das soll mal einer verstehen...!? Ansonsten eine sehr zu begrüßende CD.
2 Kommentare

Undifferenzierte Sternenvergabe macht misstrauisch

Ich habe mit Interesse die Kritik gelesen: alles klar, der Top-10-Rezensent ist begeistert und vergibt Bestnoten. Soweit so gut. Aber er ist nur "eigentlich recht" zufrieden mit dem Booklet und wird wohl nicht ganz schlau aus ihm – aber vergibt gleichwohl 5 Sterne? Ich kenne die beiden Stücke nicht; deshalb ja mein Interesse an der Kritik – aber bestmögliche Sterneanzahl für den Repertoirewert für diese beiden weitgehend unbekannten Werke? Hat die gesamte Musikwelt bisher geschlafen?

Nehme ich gerne zur Kenntnis

Zugegeben: Meine Sternevergabe für das Booklet war wohl doch etwas zu gutwillig. Dann: Den Repertoirewert bemesse ich am CD-Repertoire für das betreffende Werk. Die Höchstzahl an Sternen vergebe ich, wenn es sich um eine einzigartige Interpretation oder gar um eine singuläre Produktion handelt, also ein Werk, das es bislang nicht im CD-Repertoire gibt. Das gilt unabhängig davon, wie bedeutend die Komposition in der Fachwelt bewertet wird. Dies nur zur Klarstellung. Hoffentlich. Ansonsten freue mich mich mal über (so seltene) Rückmeldungen, seien sie auch noch so kritisch...
Geistliche Kantaten Geistliche Kantaten (CD)
4 von 5 Sterne
Booklet:
3 von 5
Gesamteindruck:
4 von 5
Klang:
5 von 5
Künstlerische Qualität:
5 von 5
Repertoirewert:
5 von 5

Meisterwerk oder Massenware?

Der Manfred Cordes ist mit seinem Bremer Ensemble immer auf der Suche nach Werken rund um die Renaissance. Eine Menge Einspielungen - besonders bei cpo - zeugen von dieser Entdeckerlust. Und doch wird man mal fragen dürfen, ob alles, was in der Zeit der Renaissance und des Frühbarock so komponiert wurde - und das war wohl doch eine ganze Menge - eine Aufnahme wert ist. Welche Himmelsrichtung auch immer, das Klanggeschehen dieser Zeit ist doch bei allen Komponisten recht ähnlich, weil sie zumeist kirchlich oder fürstlich bstimmt war. Da macht auch der Vincenzo Albrici keine Ausnahme. Der Italiener wurde an den schwedischen Hof engagiert und komponierte auf recht strenge, "katholische" Weise fast ausschließlich geistliche Werke. Cordes hat aus dem umfangreichen Schaffen sieben Kantaten und zwei Sinfonias ausgewählt, Musik, die typisch ist für die Zeit: stark polyphon, instrumental gestützt und mit lateinischem Text. Cordes und sein Ensemble musizieren in gewohnt hochklassiger Qualität. Das fünfköpfige Sängerensemble unterstützen acht Instrumentalisten, die allesamt hervorragend sind. Die Aufnahme aus der Stiftskirche Bassum klingt offen und transparent. Lediglich das Booklet begeistert mich nicht. Ausführlich wird die Epoche am skandinavischen Hof beleuchtet. Leben und Werk des Albrici kommen mir zu kurz. Zu den eingespielten Werken fehlt gar jede Anmerkung. Zu den lateinischen Texten der Kantaten gibt es eine Übersetzung: nur englisch, nicht deutsch. Das mag enttäuschen, weil nicht alle Musikfreunde so gut englisch können, erst recht nicht lateinisch. Nun gut! Ob diese neue Cordes-CD nun Meisterwerke oder Massenware enthält, mag jeder Hörer selbst entscheiden. Viel Spaß!

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