Dimitrios Kisoudis: Ordnungsstaat, Flexibler Einband
Ordnungsstaat
- Eine Vergegenwärtigung des deutschen Sonderwegs
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- Verlag:
- Manuscriptum Verlagsbuchh, 05/2026
- Einband:
- Flexibler Einband
- Sprache:
- Deutsch
- ISBN-13:
- 9783691180053
- Artikelnummer:
- 12694967
- Umfang:
- 460 Seiten
- Erscheinungstermin:
- 15.5.2026
Klappentext
Der deutsche Sonderweg gilt allgemein als Irrweg ins Unheil. Er ist durch drei Merkmale gekennzeichnet: die Verspätung der bürgerlichen Revolution, den Kompromiß zwischen Adel und Bürgertum sowie die Revolution von oben durch den Staat. Erst die Westbindung nach 1945 habe diesem Irrweg ein Ende bereitet und die Deutschen ins 'Heil' geführt - so die zentrale These Heinrich August Winklers in seiner monumentalen Erzählung vom langen Weg nach Westen.
Dimitrios Kisoudis legt mit seinem Buch einen bewußten Gegenentwurf, einen Anti-Winkler vor. Seine These: Mit Anbruch der Multipolarität wird die Welt so, wie Deutschland auf seinem eigenen Weg gewesen ist. Nicht ein kosmopolitisches Weltbürgertum bestimmt die Politik, und auch die USA sind nicht länger alleinbestimmend. Stattdessen erheben mehrere Mächte selbstbewußt Anspruch auf Vorherrschaft. Deutschland bietet sich dadurch die Gelegenheit, auf seinen Weg zurückzukehren.
Kisoudis unternimmt einen Streifzug durch die deutsche Geschichte seit dem Revolutionszeitalter. Dabei fragt er, wie sich die klassischen sozialen Funktionen - Beten, Kämpfen und Arbeiten - in ihrem Verhältnis zueinander im Laufe der Zeit verändert haben. Kisoudis versteht den deutschen Staat als Ordnungsstaat. Ordnung bedeutet dabei die angemessene Zuordnung sozialer Gruppen an den Platz, der ihnen gebührt.
Nach den Jahrzehnten von Antidiskriminierung und Posthistorie ist genau diese ordnende Tätigkeit heute wieder gefragt. Digitale Technologien verschärfen soziale Differenzen, das regelbasierte Völkerrecht verliert an Kraft, und Autorität verschafft sich wieder offen Geltung. Um diese neue Welt zu verstehen, greift Kisoudis auf eine Ontologie der Relation zurück, die ihre Wurzeln in der heidnischen Antike und bei den Kirchenvätern hat. Auf diese Weise begründet er - über Strukturalismus und Poststrukturalismus hinaus - eine politische Anthropologie für das multipolare Zeitalter.
Anmerkungen:
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