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    2. Alle Rezensionen von Dana G. bei jpc.de

    Dana G.

    Aktiv seit: 15. Dezember 2025
    "Hilfreich"-Bewertungen: 0

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    Wir können nicht sicherstellen, dass die Angaben von Verbrauchern stammen, die das Produkt tatsächlich genutzt oder erworben haben.

    14 Rezensionen

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    Maja & Natascha

    Elyse Durham
    Maja & Natascha (Buch)

    4 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern
    03.07.2026

    Zwischen Schwesternliebe und Rivalität

    Mit "Maja & Natascha" hat Elyse Durham einen bewegenden historischen Roman geschaffen, der weit mehr ist als eine Geschichte über Ballett. Im Mittelpunkt stehen die Zwillingsschwestern Maja und Natascha, die im Leningrad der 1950er-Jahre denselben Traum verfolgen. Sie wollen beim berühmten Kirow-Ballett tanzen und auf Tournee nach Amerika gehen. Doch als ein neues Gesetz der sowjetischen Regierung bestimmt, dass nur eine von ihnen ins Ausland reisen darf, wird ihre enge Verbindung auf eine harte Probe gestellt.

    Besonders gelungen ist die Entwicklung der Beziehung zwischen den Schwestern. Aus bedingungslosem Zusammenhalt entsteht nach und nach Rivalität, Eifersucht und Enttäuschung. Dabei zeichnet die Autorin beide Figuren vielschichtig und nachvollziehbar, sodass man ihre Entscheidungen und inneren Konflikte jederzeit verstehen kann. Die Geschichte lebt vor allem von dieser emotionalen Dynamik und der Frage, wie viel eine Familie aushalten kann, wenn persönliche Träume und Loyalität aufeinanderprallen.

    Auch das Setting konnte mich überzeugen. Die Welt des sowjetischen Elite-Balletts wirkt faszinierend, aber gleichzeitig gnadenlos. Disziplin, Leistungsdruck und politische Kontrolle bestimmen das Leben der jungen Tänzerinnen. Vor dem Hintergrund des Kalten Krieges gewinnt die Handlung zusätzliche Spannung und Tiefe.

    Der Roman hat mich emotional berührt und die Schicksale der beiden Schwestern lange beschäftigt. An manchen Stellen hätte die Handlung etwas straffer sein können, weshalb es für mich nicht ganz zur Höchstwertung gereicht hat. Dennoch ist "Maja & Natascha" ein eindrucksvoller Roman über Familie, Ehrgeiz, Freiheit und die Frage, welchen Preis Menschen für ihre Träume zu zahlen bereit sind.

    Fazit: Eine fesselnde und emotionale Geschichte über zwei Schwestern, die zwischen Liebe und Konkurrenz ihren eigenen Weg finden müssen. Für Fans von historischen Romanen und starken Familiendramen eine klare Empfehlung.
    Deine Zeit wird kommen

    Carl-Johan Vallgren
    Deine Zeit wird kommen (Buch)

    3 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern Inaktiver Stern
    01.07.2026

    Starke Atmosphäre, wenig emotionale Bindung

    Falkenberg in Schweden, 1993: In den Wäldern wird die Leiche einer jungen Frau gefunden. Kommissar Björling wird zum Tatort gerufen und übernimmt die Ermittlungen. Doch der Fall entwickelt sich schwierig, und schließlich sieht er sich gezwungen, Unterstützung anzufordern.

    Björling ist ein gebrochener Mann. Seine Ehefrau ist vor gut einem Jahr verstorben, und zusätzlich verschwindet während der Ermittlungen seine Tochter Malin während eines Campingausflugs spurlos. Immer wieder sieht er seine tote Frau vor sich und führt Gespräche mit ihr, was auf mich teilweise beunruhigend wirkte. Für die Ermittlungen bekommt er Unterstützung von Joanna. Diese hatte eine schwere Kindheit mit einer alkoholkranken Mutter und musste früh auf eigenen Beinen stehen. Sie arbeitet eigentlich lieber allein, ist sehr von sich überzeugt und bringt eine ganz andere Dynamik in die Ermittlungen als Björling.

    Auch Malin spielt eine wichtige Rolle. Sie verliebt sich in den undurchsichtigen Matthias. Ich fand sie in vielem nicht besonders sympathisch, aber wenn man verliebt ist, handelt man oft irrational und trifft Entscheidungen, die von außen schwer nachvollziehbar sind.

    Der Schreibstil von Carl-Johan Vallgren ist fesselnd, flüssig und sehr gut verständlich. Die Seiten lassen sich schnell lesen, und die Geschichte entwickelt einen guten Sog. Besonders gelungen fand ich das Setting. Die schwedischen Wälder, die düstere Atmosphäre und die beklemmende Stimmung sorgen für eine passende Kulisse, die hervorragend zum Kriminalfall passt.

    Trotz dieser Stärken wurde ich mit der Geschichte leider nicht richtig warm. Die Handlung wirkte auf mich über weite Strecken sehr deprimierend, und auch mit den Figuren bin ich nicht wirklich warm geworden. Selbst am Ende änderte sich dieser Eindruck nicht mehr. Das ist schade, denn die Grundidee und die Atmosphäre haben durchaus Potenzial.

    Fazit: Insgesamt ein atmosphärischer und gut geschriebener Kriminalroman mit düsterer Stimmung, der mich emotional jedoch nicht erreichen konnte.
    Vega Varg - Das Schweigen der Insel

    Åsa Hellberg
    Vega Varg - Das Schweigen der Insel (Buch)

    4 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern
    22.06.2026

    Spannend, emotional und überraschend

    Während einer Kajaktour auf Südkoster entdeckt eine Gruppe die Leiche eines Mannes. Der Tote ist Fredde Skog, ein früherer Klassenkamerad von Vega Vargs Sohn Hugo. Varg ist die Polizeichefin. Ihre Familie hat sich früher oft um den Jungen gekümmert.

    Dies ist der Reihenauftakt rund um die Polizeichefin Vega Varg und Leopold Posse, Leiter einer Spezialeinheit im Grenzgebiet von Norwegen und Schweden.

    Vega ist Mutter von drei Kindern – Tochter Moa sowie den Söhnen Hugo und Linus – und leitet als Polizeichefin die Ermittlungen. Obwohl sie eine gewisse Kontrollsucht besitzt, wirkte sie auf mich durchweg sympathisch und nahbar. Besonders interessant fand ich, dass nicht nur ihre beiden Söhne Polizisten geworden sind, sondern auch ihr Vater bereits diesen Beruf ausgeübt hat. Polizeiarbeit scheint in dieser Familie fest verwurzelt zu sein. Leopold Posse, Vegas bester Freund und Kollege aus Oslo, leitet eine Spezialeinheit für Kriminalfälle im Grenzgebiet zwischen Norwegen und Schweden. Gemeinsam begleiten wir die beiden bei ihren Ermittlungen und erleben dabei nicht nur spannende Kriminalfälle, sondern auch viele persönliche und emotionale Momente.

    Ein großes Thema ist der Familienzusammenhalt. In Vegas Familie steht die Familie immer an erster Stelle, damals wie heute. Man beschützt sich gegenseitig, egal was passiert. Doch dieser Zusammenhalt bringt auch Geheimnisse, Loyalitätskonflikte und sogar Verrat mit sich. Gerade diese familiären Verstrickungen haben die Geschichte für mich besonders interessant gemacht.

    Die Kapitel wechseln zwischen der Gegenwart und dem Jahr 1998. Damals wurde Vegas Ehemann Peter erschossen, wodurch sie von einem Tag auf den anderen als junge Witwe mit den kleinen Kindern zurückblieb. Ohne die Unterstützung ihrer Schwester Malin, ihres Vaters und Leopold hätte sie diese schwere Zeit wohl kaum überstanden. Die Rückblicke verleihen der Geschichte zusätzliche Tiefe und zeigen eindrucksvoll, wie sehr dieses traumatische Ereignis nicht nur Vega, sondern auch ihre Kinder geprägt hat.

    Sowohl privat als auch im Ermittlungsfall gab es einige Wendungen, mit denen ich überhaupt nicht gerechnet hatte. Dadurch blieb die Spannung bis zum Schluss erhalten. Besonders neugierig bin ich darauf, wie sich die Beziehung zwischen Vega und Leopold in den kommenden Bänden entwickeln wird. Nach den Ereignissen dieses Buches hoffe ich, dass ihre Freundschaft vielleicht noch eine zweite Chance erhält.

    Fazit: Ein spannender Reihenauftakt mit starken Figuren, emotionalen Familiengeschichten und unerwarteten Wendungen, der Lust auf die Fortsetzung macht.
    Schlafende Vulkane

    Michael Hjorth
    Schlafende Vulkane (Buch)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    21.06.2026

    Atmosphärischer Island-Krimi mit sympathischem Ermittlerduo

    In Hafnarfjörður wird in einem Pferdestall die Leiche von Guðny Axelsdóttir gefunden. Die Junior-Ermittlerin Helga Jónsdóttir wird mit den Ermittlungen beauftragt. Es ist ihr erster großer Fall und dementsprechend ist sie sehr aufgeregt, zweifelt aber auch an sich. Steckt der gewalttätige Ex-Mann hinter dieser grausamen Tat?

    Dies ist der Reihenauftakt rund um das Ermittlerteam Helga Jónsdóttir vom Dezernat für Gewaltverbrechen und dem Verkehrspolizisten Bjarki Gudmundsson, die im schönen Island ermitteln.

    Mit "Schlafende Vulkane" legen Bjarni Thorsson und Michael Hjorth einen gelungenen Reihenauftakt vor, der mich von Anfang an gut unterhalten und fesseln konnte. Die Handlung spielt im wunderschönen Island und führt ein neues Ermittlerduo ein, das mir schnell ans Herz gewachsen ist.

    Im Mittelpunkt steht Helga Jónsdóttir, eine Junior-Ermittlerin beim Dezernat für Gewaltverbrechen. Sie ist erst vor Kurzem von Schweden nach Island gezogen und versucht, ihr Leben gemeinsam mit ihrer kleinen Tochter neu zu ordnen. Als ihr erster großer Fall auf ihrem Schreibtisch landet, sind ihre Selbstzweifel und ihre Aufregung absolut nachvollziehbar. Gerade das macht sie für mich so sympathisch und authentisch. Besonders schön fand ich, dass sie von Kollegen und Freunden umgeben ist, die an sie glauben und sie unterstützen.

    An ihrer Seite steht Bjarki Gudmundsson, Verkehrspolizist und ehrenamtlicher Helfer beim Rettungsdienst. Er gilt als schwierig und etwas seltsam, war mir aber trotz oder vielleicht gerade wegen seiner Eigenheiten schnell sympathisch. Als Helga ihn bei der Suche nach dem vermissten Kristófer um Hilfe bittet, treffen zwei Menschen aufeinander, die zunächst nicht viel gemeinsam haben. Die Entwicklung ihrer Zusammenarbeit hat mir sehr gut gefallen und macht neugierig auf weitere gemeinsame Fälle.

    Der Fall selbst beginnt düster und bleibt es auch bis zum Schluss. Eine Frau wird nackt in einem Stall tot aufgefunden. Gleichzeitig wird ihr Sohn Kristófer vermisst und scheint auf der Flucht zu sein. Die Ermittlungen entwickeln sich spannend und sorgen immer wieder für neue Fragen. Besonders angenehm fand ich die kurzen Kapitel, die genau meinen Geschmack getroffen haben. Dadurch entsteht ein gutes Lesetempo, und man möchte ständig weiterlesen. Erzählt wird aus verschiedenen Perspektiven, unter anderem aus denen von Helga, Bjarki, Kristófer, Yvette und Gunnar. Ausserdem bekommt man als Leser Einblick in die abgründigen Gedanken des Täters. Das verleiht der Geschichte zusätzliche Tiefe und sorgt dafür, dass man die Ereignisse aus unterschiedlichen Blickwinkeln erlebt.

    Auch die Atmosphäre hat mich überzeugt. Das isländische Setting wirkt sehr lebendig und authentisch und trägt viel zur Stimmung des Kriminalromans bei. Man spürt die besondere Landschaft und die Eigenheiten des Landes während der gesamten Handlung. Der Schreibstil hat mir ebenfalls ausgesprochen gut gefallen. Er ist flüssig, lebendig und sehr angenehm zu lesen. Die Seiten flogen nur so dahin, ohne dass die Geschichte dabei an Spannung verloren hätte.

    Fazit: Insgesamt ist "Schlafende Vulkane" ein starker Auftakt einer vielversprechenden neuen Krimireihe. Sympathische Figuren, ein interessantes Ermittlerduo, ein spannender Fall und ein atmosphärisches Island-Setting machen Lust auf mehr. Ich freue mich schon auf den nächsten Fall von Helga Jónsdóttir und Bjarki Gudmundsson.
    Strandopfer

    Frank Goldammer
    Strandopfer (Buch)

    3 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern Inaktiver Stern
    10.06.2026

    Solider Krimi mit Luft nach oben

    In Międzyzdroje wird am Strand ein Toter gefunden. Oberkommissarin Lena Schuldt vom Bundeskriminalamt soll sich das vor Ort ansehen und ermittelt gemeinsam mit dem Kommissar Adam Krawczyk in diesem Fall. Bei der näheren Betrachtung der Leiche findet man im Mund des Opfers einen Bernstein. Was hat das zu bedeuten?

    Dies ist der Reihenauftakt zu einer neuen Krimireihe von Frank Goldammer rund um die beiden Kommissare Lena Schuldt und Adam Krawczyk, die im Grenzgebiet an der Ostsee ermitteln.

    Mit "Strandopfer" schickt Frank Goldammer seine Ermittler in einen interessanten Fall, der vor allem durch das deutsch-polnische Setting und die Bedeutung des Bernsteins innerhalb der Handlung überzeugen kann. Gerade dieser Aspekt machte den Fall für mich besonders spannend und sorgte für interessante Wendungen.

    Kommissar Adam Krawczyk war für mich die stärkste Figur des Kriminalromans. Seine Art hat mir sehr gut gefallen, insbesondere sein leicht zynischer Umgang mit Lena Schuldt. Dadurch wirkte er sympathisch, authentisch und brachte etwas Lockerheit in die Handlung. Mit Lena Schuldt hingegen wurde ich bis zum Schluss nicht warm. Die Oberkommissarin des Bundeskriminalamts hat zwar eine persönliche Vergangenheit mit Polen, die für die Geschichte relevant ist, dennoch empfand ich ihr Verhalten von Beginn an als anstrengend, naiv und teilweise wenig nachvollziehbar. Mehr als einmal habe ich beim Lesen die Augen verdreht.

    Der Fall selbst war interessant aufgebaut, auch wenn die Handlung stellenweise etwas langatmig und unglaubwürdig wirkte, dazu nicht immer an Klischees vorbeikam. Dadurch verlor die Geschichte für mich gelegentlich an Glaubwürdigkeit. Das Setting und die Atmosphäre konnten mich ebenfalls nicht vollständig überzeugen. Sie waren keineswegs schlecht, aber auch nicht so stimmungsvoll, dass sie nachhaltig in Erinnerung bleiben.

    Goldammers Schreibstil ist wie gewohnt leicht verständlich und sehr flüssig zu lesen. Allerdings wirkt er auf mich erneut recht emotionslos, was ich von seinen Büchern inzwischen kenne und daher auch erwartet habe.

    Fazit: Insgesamt ist "Strandopfer" ein solider Krimi mit einem interessanten Fall und einem sympathischen Ermittler, der mich gut unterhalten hat. Für mehr als 3 von 5 Sternen reichten die Schwächen bei Figurenzeichnung, Atmosphäre und Glaubwürdigkeit jedoch nicht aus. Ich bin noch unsicher, ob ich diese Reihe weiterverfolgen werde.
    39 Grad Mord

    Jenny Lund Madsen
    39 Grad Mord (Buch)

    2 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern Inaktiver Stern Inaktiver Stern
    31.03.2026

    Unsympathisch, klischeehaft und holprig

    Die Schriftstellerin Hannah Krause-Bendix gerät in einen Mordfall und beginnt, selbst Nachforschungen anzustellen. Dabei stößt sie auf ein Netz aus Geheimnissen, zwielichtigen Gestalten und möglichen Verbindungen zur organisierten Kriminalität.

    Dies ist nach "30 Tage Dunkelheit" bereits der zweite Fall für die Schriftstellerin Hannah Krause-Bendix, die erneut eine Schreibblockade hat.

    "39 Grad Mord" von Jenny Lund Madsen, der zweite Fall für Hannah Krause-Bendix, war für mich leider weniger ein spannender Krimi als vielmehr eine starke Geduldsprobe.

    Ich weiß ja, dass Hauptfiguren nicht perfekt sein müssen. Im Gegenteil. Aber Hannah ist nicht einfach nur kantig oder schwierig geschrieben, sie ist über weite Strecken schlicht kaum zu ertragen. Ihre Art wirkt konstant herablassend, sie stolpert mit einer Mischung aus Ungeniertheit und frecher Selbstüberschätzung durch die Handlung und behandelt ihr Umfeld dabei oft respektlos. Lügen gehören scheinbar zum Standardrepertoire und Einsicht ist eher Mangelware. Statt mit ihr mitzufiebern, ertappt man sich eher dabei, die Augen zu verdrehen.

    Dazu kommt dieses unterschwellige Gesamtpaket aus Alkoholproblem, Selbstmitleid und Egozentrik, das zwar vermutlich Tiefe erzeugen soll, bei mir aber eher das Gegenteil bewirkt hat. Es wirkt nicht nuanciert, sondern anstrengend, als würde man jemandem zuhören, der sich gleichzeitig bemitleidet und für überlegen hält. Keine besonders einladende Kombination.

    Die Handlung selbst macht es leider nicht besser. Vieles fühlt sich erstaunlich klischeehaft an. Die Polizei ist mehr oder weniger überfordert und zu nichts zu gebrauchen. Der Rest wirkt stellenweise wie aus einem Baukasten für Standard-Krimis zusammengeklickt. Es fehlt an echter Spannung und vor allem an Originalität. Man hat selten das Gefühl, hier etwas wirklich Neues oder Überraschendes zu lesen.

    Und dann ist da noch die Übersetzung. Ich weiß nicht, ob es am Original liegt oder tatsächlich an der Übersetzung, aber einige Passagen lesen sich wirklich holprig. Formulierungen wirken unnatürlich, Dialoge teilweise hölzern, was es zusätzlich erschwert, in die Geschichte einzutauchen.

    Fazit: Vielleicht hatte ich einfach andere Erwartungen, aber dieser zweite Fall konnte sie nicht im Ansatz erfüllen. Statt eines fesselnden Krimis bleibt vor allem die Erinnerung an eine nervende Hauptfigur und eine Geschichte, die zu oft auf bekannte Muster zurückgreift.
    Moorland. Die Zwillinge

    Andreas Winkelmann
    Moorland. Die Zwillinge (Buch)

    4 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern
    29.03.2026

    Düster, beklemmend und voller Geheimnisse

    Die Zwillinge Nike und Jana verschwinden während eines Aufenthaltes im Moor bei starkem Nebel. Ein Suchtrupp aus Freiwilligen macht sich auf die Suche nach ihnen und findet lediglich ein Fahrrad. Eines der Mädchen taucht nach ein paar Stunden wieder auf, das andere jedoch bleibt verschwunden. Malia Gold wird mit der Aufklärung beauftragt.

    "Moorland - Die Zwillinge" ist der Auftakt zu einer neuen Krimireihe von Andreas Winkelmann, die sich ums Moorland dreht.

    Für mich war "Moorland - Die Zwillinge" das erste Buch von Andreas Winkelmann und ich wurde definitiv nicht enttäuscht. Ganz im Gegenteil. Von Anfang an hatte ich das Gefühl, dass jede einzelne Figur ihr eigenes Geheimnis mit sich herumträgt. Vieles wird nur angedeutet, nie sofort komplett offengelegt, und genau das hat für mich einen großen Teil der Spannung ausgemacht.

    Besonders gut gefallen hat mir die Ermittlerin Malia Gold. Sie wirkt unglaublich sympathisch und energisch, kann sich durchsetzen, ist dabei aber manchmal auch etwas zu forsch. Ihre persönliche Geschichte bringt zusätzlich Tiefe mit. Die Verbindung zum Moor, die Vergangenheit mit ihrer narzisstischen Ehe und das schwierige Verhältnis zu ihrer Mutter. Gerade dieses Zerwürfnis bleibt lange im Unklaren, was mich wirklich neugierig gemacht hat. Auch Ruth fand ich als Figur spannend. Ihre direkte, oft unhöfliche und rechthaberische Art kann zwar anstrengend sein, aber gleichzeitig macht genau das sie interessant. Man merkt schnell, dass mehr hinter ihr steckt, auch wenn sie mit ihrer aufdringlichen Art manchmal aneckt.

    Die Geschichte rund um die verschwundenen Mädchen ist durchgehend packend. Ein Mädchen taucht wieder auf, während das andere verschwunden bleibt und dazu die Schatten der Vergangenheit, denn schon vor zehn Jahren ist ein Mädchen im Moor verschwunden. Man spürt deutlich, wie sehr dieses Ereignis die Menschen bis heute prägt. Das Setting im Moor ist für mich eines der absoluten Highlights. Die düstere, kalte und beklemmende Atmosphäre wurde unglaublich realistisch eingefangen. Beim Lesen hatte ich oft eine Mischung aus Faszination und Unbehagen und nicht selten echte Gänsehaut.

    Der Schreibstil ist angenehm, gut verständlich und gleichzeitig fesselnd, sodass ich das Buch kaum aus der Hand legen konnte.

    Fazit: Insgesamt ein spannender Reihenauftakt mit starker Atmosphäre und vielschichtigen Figuren. Von mir gibt es eine klare Leseempfehlung und ich bin gespannt auf die Fortsetzung.
    Ungelöst - Die erste Zeugin

    Arno Strobel
    Ungelöst - Die erste Zeugin (Buch)

    4 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern
    08.03.2026

    Zwischen Vergangenheit und Wahrheit

    Die Medizinstudentin Luisa Menkhoff wird von ihrer Vergangenheit eingeholt. Als Kind wurde sie entführt und erkennt auf einem Plakat die Frau ihres damaligen Entführers. Die besagte Frau namens Nicole Klement ist seit vier Tagen verschwunden. Luisa sucht Hauptkommissar Ramin Brunner auf und vertraut sich ihm an.

    Dies ist der Reihenauftakt zu einer neuen Krimireihe von Arno Strobel rund um Luisa Menkhoff, Ramin Brunner und einer neu gegründeten Cold-Case-Einheit.

    "Ungelöst: Die erste Zeugin" war für mich das erste Buch von Arno Strobel und sicher nicht das letzte.

    Im Mittelpunkt stehen Luisa und Ramin, deren Perspektiven sich beim Erzählen abwechseln. Besonders Luisa bringt eine sehr emotionale Vorgeschichte mit, denn als Kind wurde sie im Alter von fünf Jahren entführt. Außerdem musste sie den Tod ihres Vaters verkraften. Diese Erlebnisse haben sie stark geprägt. Ihre Angst ist beim Lesen deutlich spürbar, auch wenn sie nach außen hin oft tough wirkt und sich anderen gegenüber eher verschlossen gibt. Gerade dieser Kontrast macht ihre Figur sehr interessant. Auch Ramin hat eine belastende Vergangenheit, da sein Vater kriminell war und einsitzt. Trotzdem oder vielleicht gerade deshalb ist er ein sehr aufmerksamer und gründlicher Ermittler, der seine Arbeit ernst nimmt. Seine ruhige und überlegte Art hat mir gut gefallen.

    Neben den Kapiteln aus Luisas und Ramins Sicht gibt es auch immer wieder Einblicke in die Gedanken von Nicole Klement. Diese Passagen fand ich besonders beklemmend und teilweise auch etwas gruselig. Man kann lange nicht einschätzen, ob sie eine gute oder eine böse Rolle spielt oder auf welcher Seite sie eigentlich steht. Klar wird nur, dass sie ein traumatisches Erlebnis hatte, das sie bis heute prägt. Besonders gefallen hat mir außerdem Grohmann. Er bringt in ernsten Situationen immer wieder etwas Lockerheit hinein, ohne dass es unpassend wirkt. Ich fand es schön, dass er ebenfalls Teil der Cold-Case-Einheit wird.

    Die Figuren sind insgesamt spannend und sympathisch, und der Schreibstil von Arno Strobel ist sehr fesselnd und gleichzeitig gut verständlich. Gleich zu Beginn wird zwar auf das Buch "Das Wesen" hingewiesen, aber ich hatte nicht das Gefühl, dass man dafür unbedingt Vorkenntnisse braucht. Die wichtigsten Informationen werden im Verlauf der Geschichte erklärt. Auch die Spannung bleibt über das ganze Buch hinweg erhalten, was mir sehr gut gefallen hat.

    Fazit: Ein spannender Reihenauftakt mit sympathischen Figuren und durchgehender Spannung. Ich bin gespannt auf die Fortsetzung.
    Mord & Breakfast

    Anne Gordon
    Mord & Breakfast (Buch)

    3 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern Inaktiver Stern
    20.02.2026

    Unterhaltsam, aber kein Highlight

    Melody Moss verliert ihren Job als Journalistin. Doch um in Selbstmitleid zu zerfliessen, bleibt nicht viel Zeit. Ihre Tante Mable ist tödlich verunglückt und hat ihr ihren Bed & Breakfast hinterlassen. Beim Durchsehen von Mables Sachen kommen Melody Zweifel an der Todesursache ihrer Tante.

    "Mord & Breakfast" von Anne Gordon ist der Reihenauftakt rund um Melody Moss, B&B-Besitzerin im schönen Schottland.

    "Mord & Breakfast" ist ein klassischer Cozy Crime, der sich gut für entspannte Lesestunden zwischendurch eignet, aber keine großen Überraschungen bereithält. Die Protagonistin Melody war mir zu Beginn ehrlich gesagt nicht besonders sympathisch. Sie wirkt sehr von sich überzeugt und begegnet anderen oft herablassend. Gerade deshalb habe ich mich gefragt, warum Mable ausgerechnet ihr das Bed & Breakfast hinterlassen hat. Eine enge oder besonders herzliche Beziehung zwischen den beiden wird jedenfalls nicht wirklich deutlich.

    Die Kriminalhandlung selbst bleibt recht geradlinig. Es gibt weder große Wendungen noch echte Überraschungsmomente, vieles ist früh vorhersehbar. Wer also Spannung oder Raffinesse sucht, wird hier eher nicht fündig. Als klassischer Cozy Crime ist die Geschichte bewusst leicht gehalten und nicht sonderlich anspruchsvoll. Trotzdem hat das Buch seinen Charme. Die Atmosphäre ist gemütlich, das Setting passt gut zum Genre, und für Fans von Cozy Crime ist es ein angenehmer, unkomplizierter Zeitvertreib.

    Fazit: Ein netter Cozy Crime für zwischendurch, vorhersehbar, aber gemütlich.
    Schattenmädchen

    Frida Skybäck
    Schattenmädchen (Buch)

    3 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern Inaktiver Stern
    19.02.2026

    Viel Potenzial, wenig Abschluss

    Die 25jährige Studentin Isabelle Karlsson ist spurlos verschwunden. Fredrika Storm und Henry Calment überprüfen den Fall und stellen schnell fest, dass offenbar ein Verbrechen vorliegt. Schließlich entdecken die Ermittler Ähnlichkeiten zu einem sieben Jahre alten Fall.

    Dies ist bereits der dritte Fall für Fredrika Storm und ihren Partner Henry Calment.

    Fredrika hadert weiterhin mit der Erkenntnis, dass ihre Mutter noch lebt und sich bewusst gegen sie entschieden hat. Dieser innere Konflikt bestimmt ihr Handeln stark. Einerseits sucht sie Hilfe, andererseits lehnt sie konsequent Ratschläge ab. Sie wirkt zwiegespalten, egoistisch und wenig teamfähig. Alles muss nach ihrer Nase gehen. Insgesamt empfand ich sie als sehr anstrengend und durchgehend negativ eingestellt.

    Henry bemüht sich zwar, Fredrika beizustehen, doch sie lässt ihn kaum an sich heran. Gleichzeitig trägt er selbst schwer an der Situation mit seiner Exfreundin, die ihm offenbar seine Tochter vorenthalten hat. Auffällig und ehrlich gesagt auch irritierend ist, dass sowohl Fredrika als auch Henry gerne kluge Ratschläge verteilen, diese aber selbst konsequent ignorieren. Beunruhigend fand ich zudem, dass beide als Polizisten andere Menschen stalken. Fredrika ihre Halbschwester, Henry seine Expartnerin. Das wirkte nicht nur unprofessionell, sondern auch verstörend.

    Auch der Kriminalfall konnte mich diesmal weniger überzeugen. Es dauert lange, bis man überhaupt ein klares Bild der vermissten Isabelle bekommt, zusätzlich wird noch der alte Fall um Petra eingebracht. Thematisch greift der Roman zwar wichtige und relevante Aspekte auf, darunter Machtmissbrauch, Sexismus und Stalking, doch die Ermittlungen konzentrieren sich meiner Meinung nach viel zu stark auf einen einzelnen Verdächtigen, anstatt mehrere Richtungen ernsthaft zu verfolgen.

    Das Ende empfand ich als unbefriedigend, da für mich ein echter Abschluss fehlte. Die zusätzliche Nebengeschichte rund um einen Wolf wirkte auf mich vollkommen unnötig und trug nichts zur Handlung bei. Auch im privaten Umgang mit Konflikten zeigten sich beide Ermittler nicht gerade von ihrer reflektierten Seite. Hier waren sie definitiv nicht die hellsten Kerzen auf der Torte. Positiv hervorzuheben ist weiterhin der Schreibstil der Autorin. Dieser ist flüssig, fesselnd und sehr angenehm zu lesen. Man kommt schnell voran, was das Buch trotz aller Kritik gut lesbar macht.

    Fazit: Diesmal hatte ich große Schwierigkeiten mit den Hauptfiguren, insbesondere mit Fredrika. Trotz starker Themen und gutem Stil war "Schattenmädchen" für mich insgesamt enttäuschend und der bisher schwächste Teil der Reihe.
    Die weiße Nacht

    Anne Stern
    Die weiße Nacht (Buch)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    16.01.2026

    Ein Lesehighlight

    Berlin im Dezember 1946: Die junge Fotografin Lou Faber entdeckt bei einen ihrer morgendlichen Spaziergängen eine tote Frau in den Ruinen. Kriminalkommissar Alfred König übernimmt den Fall. Bald stellt sich heraus, dass es einen weiteren Fall mit Parallelen gibt und sie es mit einem Serientäter zu tun haben.

    Dies ist der Reihenauftakt zu der neuen, in Berlin spielenden, Krimireihe von Anne Stern rund um die junge Fotografin Lou Faber und den Kriminalkommissar Alfred König.

    "Die weiße Nacht" von Anne Stern hat mich schwer begeistert. Die Geschichte spielt im Dezember 1946, kurz vor Weihnachten, in einem zerstörten Berlin, in dem Hunger, bittere Eiseskälte und Hoffnungslosigkeit den Alltag bestimmen. Die Autorin fängt die Stimmung dieser Nachkriegszeit erschreckend authentisch und sehr bildhaft ein. Das Leid der Menschen und die unterschiedlichen Schicksale wirken real und berühren nachhaltig.

    Im Mittelpunkt der Geschichte stehen Lou Faber und Kriminalkommissar Alfred König. Lou ist Fotografin aus Leidenschaft und verkauft ihre Bilder an Frauenmagazine. Während der NS-Zeit war sie Regimegegnerin und saß in Haft, was sie bis heute verfolgt. Sie kämpft mit den Dämonen ihrer Vergangenheit, wirkt dabei aber mutig, sympathisch und stark. Alfred König hat Jura studiert, stand nicht immer auf der richtigen Seite und war ebenfalls in Gefangenschaft. Seine Figur bleibt für mich schwer einschätzbar und noch ist er mir etwas zu unnahbar, was ihn jedoch umso interessanter macht. Die beiden lernen sich am Fundort einer weiblichen Leiche kennen, wodurch sie ungewollt in denselben Mordfall verwickelt werden. Schnell stellt sich die Frage, warum diese Frauen sterben mussten. Die Polizei hat zu dieser Zeit keinen guten Ruf und wird von der Bevölkerung misstrauisch beäugt und belächelt, was die Ermittlungen zusätzlich erschwert und die angespannte Stimmung unterstreicht.

    Neben der Haupthandlung werden weitere Schicksale erzählt, die das Bild dieser Zeit erweitern. Justus, ein Junge aus Ostpreußen, und seine Freundin Gerti kämpfen ums Überleben und betreiben Schwarzmarkt, wie so viele damals. Gregor befindet sich in einem russischen Gefangenenlager und steht stellvertretend für das Leid der Kriegsgefangenen. Auch Inspektor Trautwein hat mir im Zusammenspiel mit König sehr gut gefallen. Diese Nebengeschichten haben mich berührt. Sie fügen sich gut in die Geschichte ein und verleihen der Handlung zusätzliche Tiefe.

    Die Geschichte ist in vier Teile gegliedert und überzeugt durch ihren ruhigen, eindringlichen Erzählstil. Anne Stern gelingt es, die Nachkriegszeit mit all ihrer Härte, Kälte, Verzweiflung und Hoffnungslosigkeit glaubwürdig darzustellen, ohne dabei überladen zu wirken.

    Fazit: "Die weiße Nacht" ist ein starker Auftakt, der historische Atmosphäre und Kriminalhandlung gekonnt verbindet. Das Buch war mein erstes Highlight in diesem Jahr. Ich freue mich sehr auf die Fortsetzung und kann diesen ersten Fall uneingeschränkt empfehlen.
    Blutwild

    Saskia te Marveld
    Blutwild (Buch)

    4 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern
    05.01.2026

    Ein temporeiches Thriller-Debüt

    Die ehemalige Kommissarin Anka Jessen erhält eine anonyme SMS mit Koordinaten. Neugierig und misstrauisch folgt sie ihnen und stößt in einer abgelegenen Hütte auf präparierte menschliche Körperteile. Das herbeigerufene Ermittlerteam fordert sie auf, sich aus dem Fall herauszuhalten. Doch Anka ignoriert die Warnung.

    "Blutwild" ist das Debüt von Saskia te Marveld und ein temporeicher Thriller, der den Fokus klar auf seine Protagonistin legt. Im Mittelpunkt steht Anka, die vor sechs Jahren entführt wurde. Auf ihrer Flucht geriet sie damals in eine Falle, was zur Amputation ihres Unterschenkels führte. Dieses traumatische Erlebnis prägt sie bis heute. Ankas größte Stütze ist ihre beste Freundin Izzy, ein echter Fels in der Brandung, der ihr nicht nur nach der Entführung, sondern auch im aktuellen Geschehen jederzeit zur Seite steht. Als neue Ereignisse Anka erneut in Angst versetzen, stellt sich die zentrale Frage, ob ihr damaliger Peiniger zurückgekehrt ist oder ob es einen Nachahmer gibt.

    Die Geschichte wird überwiegend aus Ankas Perspektive erzählt und durch zahlreiche Rückblicke ergänzt, die nach und nach mehr über ihre Vergangenheit offenbaren, sich aber auch auf andere Leute konzentrieren. Das Tempo des Thrillers ist sehr hoch und ständig passiert etwas. Anka kommt kaum zur Ruhe. Einerseits sorgt genau dieses Tempo für enorme Spannung und hält einen am Ball. Andererseits wirkt die Dichte der Ereignisse stellenweise etwas unglaubwürdig, was bei mir gemischte Gefühle hinterlassen hat. In diesem Punkt bin ich ehrlich gesagt zwiegespalten. Die Auflösung war für mich persönlich keine große Überraschung mehr. Das fand ich schade, auch wenn es im Verlauf der Geschichte einige Wendungen gab.

    Der Schreibstil von Saskia te Marveld ist einfach, flüssig und fesselnd. Die Kapitel haben eine angenehme Länge und sind nicht übertrieben lang, was das schnelle Lesen zusätzlich unterstützt.

    Fazit: Insgesamt ist "Blutwild" ein spannender Thriller mit einer interessanten Hauptfigur und ein solides Debüt, das trotz kleiner Schwächen überzeugt.
    Down Cemetery Road

    Mick Herron
    Down Cemetery Road (Buch)

    2 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern Inaktiver Stern Inaktiver Stern
    28.12.2025

    Nicht das, was ich mir erhofft hatte

    In Oxford verschwindet ein kleines Mädchen, und die Privatermittlerin Zoë Boehm übernimmt die Ermittlungen. Der Fall zieht mehrere Bewohner der Nachbarschaft in Mitleidenschaft, insbesondere die Hausfrau Sarah Tucker.

    Ich habe "Down Cemetery Road" mit recht hohen Erwartungen gelesen. Mick Herron ist bekannt für seine scharf gezeichneten Figuren und seinen trockenen, oft sehr treffenden Humor. Der Einstieg klang vielversprechend. Die Privatermittlerin Zoë Boehm ermittelt in Oxford, ein kleines Mädchen verschwindet. Eigentlich beste Voraussetzungen für einen spannenden, atmosphärischen Kriminalroman.

    Leider hat mich das Buch insgesamt eher enttäuscht. Zwar ist Zoë Boehm offiziell die Hauptfigur, doch sie bleibt über weite Strecken erstaunlich distanziert und präsent nur am Rand. Stattdessen nimmt die Geschichte um die Hausfrau Sarah Tucker immer mehr Raum ein. Zeitweise hatte ich sogar den Eindruck, dass Sarah die eigentliche Hauptfigur ist. Eine Entscheidung, die ich nicht wirklich nachvollziehen konnte und die für mich den Fokus der Geschichte abgeschwächt hat. Dazu konnte ich weder zu der einen Frau noch zu der anderen eine Verbindung aufbauen und konnte mit ihnen nicht warm werden. Auch die Spannung konnte mich nicht dauerhaft halten. Das Verschwinden des Kindes ist zwar ein ernstes und emotionales Thema, doch die Geschichte schafft es nur selten, daraus echten Nervenkitzel zu entwickeln. Viele Passagen ziehen sich, und gerade dort, wo ich mir Tempo gewünscht hätte, bleibt die Handlung überraschend ruhig oder verliert sich in Nebensächlichkeiten.

    Hinzu kommen einzelne Szenen und Wendungen, die auf mich übertrieben wirkten. Statt die Geschichte zu verdichten, haben sie mich eher aus dem Lesefluss gerissen. Herrons Stil blitzt zwar immer wieder auf, doch diesmal trägt er für mich nicht durch den gesamten Roman. Am Ende blieb bei mir das Gefühl zurück, dass "Down Cemetery Road" mehr hätte sein können. Die Ausgangsidee ist stark, das Setting interessant, doch die Gewichtung der Figuren und der fehlende Spannungsbogen haben mir den Lesegenuss deutlich geschmälert. Es ist kein schlechtes Buch, aber gemessen an meinen Erwartungen und an Herrons Möglichkeiten schlicht zu wenig.

    Fazit: Solide Ansätze, interessante Figuren, aber wenig Spannung und ein irritierender Fokus. Für mich insgesamt enttäuschend.
    Tod zur Teestunde

    Anthony Horowitz
    Tod zur Teestunde (Buch)

    3 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern Inaktiver Stern
    15.12.2025

    Ein Krimi für Geduldige

    In "Tod zur Teestunde" liest die Lektorin Susan Ryeland das Manuskript eines Kriminalromans, in dem es um den Tod einer Frau während einer Teestunde geht. Während sie die Geschichte verfolgt, stößt sie auf Ungereimtheiten. Bald wird Susan selbst in einen realen Mordfall verwickelt und beginnt zu ermitteln.

    Dies ist bereits der dritte Fall für die Lektorin Susan Ryeland.

    Mit "Tod zur Teestunde" kehrt Anthony Horowitz erneut zu seiner bekannten Hauptfigur Susan Ryeland zurück. Wie schon in den vorherigen Bänden besteht der Roman aus zwei miteinander verknüpften Geschichten, einem klassischen Krimi im Stil von Agatha Christie und der Rahmenhandlung rund um Susan selbst. Diese Idee finde ich grundsätzlich spannend, allerdings hat sie mich dieses Mal eher verwirrt als begeistert. Der ständige Wechsel zwischen den Ebenen macht es schwer, wirklich in die Handlung einzutauchen.

    Persönlich empfand ich das Buch als recht anstrengend zu lesen. Man muss sehr aufmerksam bleiben und Geduld mitbringen, um alle Zusammenhänge zu verstehen. Leider kam dabei für mich kaum Spannung auf. Viele Passagen ziehen sich, und statt Nervenkitzel dominieren lange Erklärungen und Details. Ich hatte öfter das Gefühl, dass die Geschichte nicht richtig vorankommt.

    Susan Ryeland selbst ist zwar weiterhin eine interessante Figur, doch auch ihre Ermittlungen konnten mich dieses Mal nicht vollständig fesseln. Im Vergleich zu den vorherigen Fällen wirkte dieser dritte Band auf mich schwächer und weniger mitreißend.

    Fazit: Insgesamt ist "Tod zur Teestunde" kein schlechtes Buch, aber auch kein Highlight. Wer das Konzept der Reihe liebt und komplex aufgebaute Kriminalromane mag, könnte trotzdem auf seine Kosten kommen. Für mich blieb der Krimi jedoch eher durchschnittlich.
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