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    2. Alle Rezensionen von Dana G. bei jpc.de

    Dana G.

    Aktiv seit: 15. Dezember 2025
    "Hilfreich"-Bewertungen: 0

    Bitte beachten Sie

    Wir können nicht sicherstellen, dass die Angaben von Verbrauchern stammen, die das Produkt tatsächlich genutzt oder erworben haben.

    10 Rezensionen

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    Bachelorette Party

    Camilla Sten
    Bachelorette Party (Buch)

    3 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern Inaktiver Stern
    16.04.2026

    Atmosphärisch, aber nicht packend

    Vier Freundinnen reisen im Mai 2012 für ihr traditionelles Treffen auf die abgelegene Insel Isle Blind im Schärengarten und kehren nie zurück. Zehn Jahre später wirft eine Bachelorette-Party in einem Yogaretreat unheilvolle Schatten, als sich die Ereignisse auf beunruhigende Weise zu wiederholen scheinen.

    In "Bachelorette Party" begleitet man die Podcasterin Tessa Nilsson, die gemeinsam mit ihrer Schwester Lena zu einem Junggesellinnenabschied reist und dabei, wenig überraschend, in ein düsteres Geheimnis hineingezogen wird.

    Leider bin ich mit den Figuren überhaupt nicht warm geworden und das schließt selbst die Protagonistin Tessa mit ein. Besonders irritierend fand ich erneut das mittlerweile fast schon klischeehafte Motiv, dass Podcaster zwangsläufig in Ermittlungen verwickelt werden müssen. Auch wenn öffentliche Aufmerksamkeit hilfreich sein kann, wird dabei oft eine Dynamik ausgelöst, die schnell außer Kontrolle gerät. Ich persönlich sehe das kritisch und empfinde es als respektlos gegenüber Opfern und deren Angehörigen. Solche Ermittlungen sollten aus meiner Sicht klar in den Händen der Polizei bleiben.

    Auch die Gruppendynamik konnte mich nicht überzeugen. Weder die damalige noch die heutige Freundesgruppe wirkte für mich wie echte Freundinnen, sondern vielmehr erschien mir die Verbindung zwischen ihnen kühl und distanziert, was es schwer machte, emotional mitzugehen.

    Spannungstechnisch blieb der Roman ebenfalls hinter meinen Erwartungen zurück. Es gab einige Längen, die den Lesefluss gebremst haben, obwohl die Geschichte zwischen Vergangenheit und Gegenwart wechselt. Ein Stilmittel, das eigentlich viel Potenzial für Spannung bietet, hier aber nicht voll ausgeschöpft wurde. Was mir hingegen wirklich gut gefallen hat, war der Schreibstil von Camilla Sten. Dieser ist fesselnd, flüssig und sehr lebendig. Besonders die Atmosphäre ist hervorragend eingefangen und sorgt dafür, dass man trotz der Schwächen immer wieder in die Geschichte hineingezogen wird.

    Fazit: Eine atmosphärisch starke, aber inhaltlich für mich eher enttäuschende Geschichte mit wenig greifbaren Figuren und zu wenig Spannung.
    39 Grad Mord

    Jenny Lund Madsen
    39 Grad Mord (Buch)

    2 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern Inaktiver Stern Inaktiver Stern
    31.03.2026

    Unsympathisch, klischeehaft und holprig

    Die Schriftstellerin Hannah Krause-Bendix gerät in einen Mordfall und beginnt, selbst Nachforschungen anzustellen. Dabei stößt sie auf ein Netz aus Geheimnissen, zwielichtigen Gestalten und möglichen Verbindungen zur organisierten Kriminalität.

    Dies ist nach "30 Tage Dunkelheit" bereits der zweite Fall für die Schriftstellerin Hannah Krause-Bendix, die erneut eine Schreibblockade hat.

    "39 Grad Mord" von Jenny Lund Madsen, der zweite Fall für Hannah Krause-Bendix, war für mich leider weniger ein spannender Krimi als vielmehr eine starke Geduldsprobe.

    Ich weiß ja, dass Hauptfiguren nicht perfekt sein müssen. Im Gegenteil. Aber Hannah ist nicht einfach nur kantig oder schwierig geschrieben, sie ist über weite Strecken schlicht kaum zu ertragen. Ihre Art wirkt konstant herablassend, sie stolpert mit einer Mischung aus Ungeniertheit und frecher Selbstüberschätzung durch die Handlung und behandelt ihr Umfeld dabei oft respektlos. Lügen gehören scheinbar zum Standardrepertoire und Einsicht ist eher Mangelware. Statt mit ihr mitzufiebern, ertappt man sich eher dabei, die Augen zu verdrehen.

    Dazu kommt dieses unterschwellige Gesamtpaket aus Alkoholproblem, Selbstmitleid und Egozentrik, das zwar vermutlich Tiefe erzeugen soll, bei mir aber eher das Gegenteil bewirkt hat. Es wirkt nicht nuanciert, sondern anstrengend, als würde man jemandem zuhören, der sich gleichzeitig bemitleidet und für überlegen hält. Keine besonders einladende Kombination.

    Die Handlung selbst macht es leider nicht besser. Vieles fühlt sich erstaunlich klischeehaft an. Die Polizei ist mehr oder weniger überfordert und zu nichts zu gebrauchen. Der Rest wirkt stellenweise wie aus einem Baukasten für Standard-Krimis zusammengeklickt. Es fehlt an echter Spannung und vor allem an Originalität. Man hat selten das Gefühl, hier etwas wirklich Neues oder Überraschendes zu lesen.

    Und dann ist da noch die Übersetzung. Ich weiß nicht, ob es am Original liegt oder tatsächlich an der Übersetzung, aber einige Passagen lesen sich wirklich holprig. Formulierungen wirken unnatürlich, Dialoge teilweise hölzern, was es zusätzlich erschwert, in die Geschichte einzutauchen.

    Fazit: Vielleicht hatte ich einfach andere Erwartungen, aber dieser zweite Fall konnte sie nicht im Ansatz erfüllen. Statt eines fesselnden Krimis bleibt vor allem die Erinnerung an eine nervende Hauptfigur und eine Geschichte, die zu oft auf bekannte Muster zurückgreift.
    Moorland. Die Zwillinge

    Andreas Winkelmann
    Moorland. Die Zwillinge (Buch)

    4 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern
    29.03.2026

    Düster, beklemmend und voller Geheimnisse

    Die Zwillinge Nike und Jana verschwinden während eines Aufenthaltes im Moor bei starkem Nebel. Ein Suchtrupp aus Freiwilligen macht sich auf die Suche nach ihnen und findet lediglich ein Fahrrad. Eines der Mädchen taucht nach ein paar Stunden wieder auf, das andere jedoch bleibt verschwunden. Malia Gold wird mit der Aufklärung beauftragt.

    "Moorland - Die Zwillinge" ist der Auftakt zu einer neuen Krimireihe von Andreas Winkelmann, die sich ums Moorland dreht.

    Für mich war "Moorland - Die Zwillinge" das erste Buch von Andreas Winkelmann und ich wurde definitiv nicht enttäuscht. Ganz im Gegenteil. Von Anfang an hatte ich das Gefühl, dass jede einzelne Figur ihr eigenes Geheimnis mit sich herumträgt. Vieles wird nur angedeutet, nie sofort komplett offengelegt, und genau das hat für mich einen großen Teil der Spannung ausgemacht.

    Besonders gut gefallen hat mir die Ermittlerin Malia Gold. Sie wirkt unglaublich sympathisch und energisch, kann sich durchsetzen, ist dabei aber manchmal auch etwas zu forsch. Ihre persönliche Geschichte bringt zusätzlich Tiefe mit. Die Verbindung zum Moor, die Vergangenheit mit ihrer narzisstischen Ehe und das schwierige Verhältnis zu ihrer Mutter. Gerade dieses Zerwürfnis bleibt lange im Unklaren, was mich wirklich neugierig gemacht hat. Auch Ruth fand ich als Figur spannend. Ihre direkte, oft unhöfliche und rechthaberische Art kann zwar anstrengend sein, aber gleichzeitig macht genau das sie interessant. Man merkt schnell, dass mehr hinter ihr steckt, auch wenn sie mit ihrer aufdringlichen Art manchmal aneckt.

    Die Geschichte rund um die verschwundenen Mädchen ist durchgehend packend. Ein Mädchen taucht wieder auf, während das andere verschwunden bleibt und dazu die Schatten der Vergangenheit, denn schon vor zehn Jahren ist ein Mädchen im Moor verschwunden. Man spürt deutlich, wie sehr dieses Ereignis die Menschen bis heute prägt. Das Setting im Moor ist für mich eines der absoluten Highlights. Die düstere, kalte und beklemmende Atmosphäre wurde unglaublich realistisch eingefangen. Beim Lesen hatte ich oft eine Mischung aus Faszination und Unbehagen und nicht selten echte Gänsehaut.

    Der Schreibstil ist angenehm, gut verständlich und gleichzeitig fesselnd, sodass ich das Buch kaum aus der Hand legen konnte.

    Fazit: Insgesamt ein spannender Reihenauftakt mit starker Atmosphäre und vielschichtigen Figuren. Von mir gibt es eine klare Leseempfehlung und ich bin gespannt auf die Fortsetzung.
    Ungelöst - Die erste Zeugin

    Arno Strobel
    Ungelöst - Die erste Zeugin (Buch)

    4 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern
    08.03.2026

    Zwischen Vergangenheit und Wahrheit

    Die Medizinstudentin Luisa Menkhoff wird von ihrer Vergangenheit eingeholt. Als Kind wurde sie entführt und erkennt auf einem Plakat die Frau ihres damaligen Entführers. Die besagte Frau namens Nicole Klement ist seit vier Tagen verschwunden. Luisa sucht Hauptkommissar Ramin Brunner auf und vertraut sich ihm an.

    Dies ist der Reihenauftakt zu einer neuen Krimireihe von Arno Strobel rund um Luisa Menkhoff, Ramin Brunner und einer neu gegründeten Cold-Case-Einheit.

    "Ungelöst: Die erste Zeugin" war für mich das erste Buch von Arno Strobel und sicher nicht das letzte.

    Im Mittelpunkt stehen Luisa und Ramin, deren Perspektiven sich beim Erzählen abwechseln. Besonders Luisa bringt eine sehr emotionale Vorgeschichte mit, denn als Kind wurde sie im Alter von fünf Jahren entführt. Außerdem musste sie den Tod ihres Vaters verkraften. Diese Erlebnisse haben sie stark geprägt. Ihre Angst ist beim Lesen deutlich spürbar, auch wenn sie nach außen hin oft tough wirkt und sich anderen gegenüber eher verschlossen gibt. Gerade dieser Kontrast macht ihre Figur sehr interessant. Auch Ramin hat eine belastende Vergangenheit, da sein Vater kriminell war und einsitzt. Trotzdem oder vielleicht gerade deshalb ist er ein sehr aufmerksamer und gründlicher Ermittler, der seine Arbeit ernst nimmt. Seine ruhige und überlegte Art hat mir gut gefallen.

    Neben den Kapiteln aus Luisas und Ramins Sicht gibt es auch immer wieder Einblicke in die Gedanken von Nicole Klement. Diese Passagen fand ich besonders beklemmend und teilweise auch etwas gruselig. Man kann lange nicht einschätzen, ob sie eine gute oder eine böse Rolle spielt oder auf welcher Seite sie eigentlich steht. Klar wird nur, dass sie ein traumatisches Erlebnis hatte, das sie bis heute prägt. Besonders gefallen hat mir außerdem Grohmann. Er bringt in ernsten Situationen immer wieder etwas Lockerheit hinein, ohne dass es unpassend wirkt. Ich fand es schön, dass er ebenfalls Teil der Cold-Case-Einheit wird.

    Die Figuren sind insgesamt spannend und sympathisch, und der Schreibstil von Arno Strobel ist sehr fesselnd und gleichzeitig gut verständlich. Gleich zu Beginn wird zwar auf das Buch "Das Wesen" hingewiesen, aber ich hatte nicht das Gefühl, dass man dafür unbedingt Vorkenntnisse braucht. Die wichtigsten Informationen werden im Verlauf der Geschichte erklärt. Auch die Spannung bleibt über das ganze Buch hinweg erhalten, was mir sehr gut gefallen hat.

    Fazit: Ein spannender Reihenauftakt mit sympathischen Figuren und durchgehender Spannung. Ich bin gespannt auf die Fortsetzung.
    Mord & Breakfast

    Anne Gordon
    Mord & Breakfast (Buch)

    3 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern Inaktiver Stern
    20.02.2026

    Unterhaltsam, aber kein Highlight

    Melody Moss verliert ihren Job als Journalistin. Doch um in Selbstmitleid zu zerfliessen, bleibt nicht viel Zeit. Ihre Tante Mable ist tödlich verunglückt und hat ihr ihren Bed & Breakfast hinterlassen. Beim Durchsehen von Mables Sachen kommen Melody Zweifel an der Todesursache ihrer Tante.

    "Mord & Breakfast" von Anne Gordon ist der Reihenauftakt rund um Melody Moss, B&B-Besitzerin im schönen Schottland.

    "Mord & Breakfast" ist ein klassischer Cozy Crime, der sich gut für entspannte Lesestunden zwischendurch eignet, aber keine großen Überraschungen bereithält. Die Protagonistin Melody war mir zu Beginn ehrlich gesagt nicht besonders sympathisch. Sie wirkt sehr von sich überzeugt und begegnet anderen oft herablassend. Gerade deshalb habe ich mich gefragt, warum Mable ausgerechnet ihr das Bed & Breakfast hinterlassen hat. Eine enge oder besonders herzliche Beziehung zwischen den beiden wird jedenfalls nicht wirklich deutlich.

    Die Kriminalhandlung selbst bleibt recht geradlinig. Es gibt weder große Wendungen noch echte Überraschungsmomente, vieles ist früh vorhersehbar. Wer also Spannung oder Raffinesse sucht, wird hier eher nicht fündig. Als klassischer Cozy Crime ist die Geschichte bewusst leicht gehalten und nicht sonderlich anspruchsvoll. Trotzdem hat das Buch seinen Charme. Die Atmosphäre ist gemütlich, das Setting passt gut zum Genre, und für Fans von Cozy Crime ist es ein angenehmer, unkomplizierter Zeitvertreib.

    Fazit: Ein netter Cozy Crime für zwischendurch, vorhersehbar, aber gemütlich.
    Schattenmädchen

    Frida Skybäck
    Schattenmädchen (Buch)

    3 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern Inaktiver Stern
    19.02.2026

    Viel Potenzial, wenig Abschluss

    Die 25jährige Studentin Isabelle Karlsson ist spurlos verschwunden. Fredrika Storm und Henry Calment überprüfen den Fall und stellen schnell fest, dass offenbar ein Verbrechen vorliegt. Schließlich entdecken die Ermittler Ähnlichkeiten zu einem sieben Jahre alten Fall.

    Dies ist bereits der dritte Fall für Fredrika Storm und ihren Partner Henry Calment.

    Fredrika hadert weiterhin mit der Erkenntnis, dass ihre Mutter noch lebt und sich bewusst gegen sie entschieden hat. Dieser innere Konflikt bestimmt ihr Handeln stark. Einerseits sucht sie Hilfe, andererseits lehnt sie konsequent Ratschläge ab. Sie wirkt zwiegespalten, egoistisch und wenig teamfähig. Alles muss nach ihrer Nase gehen. Insgesamt empfand ich sie als sehr anstrengend und durchgehend negativ eingestellt.

    Henry bemüht sich zwar, Fredrika beizustehen, doch sie lässt ihn kaum an sich heran. Gleichzeitig trägt er selbst schwer an der Situation mit seiner Exfreundin, die ihm offenbar seine Tochter vorenthalten hat. Auffällig und ehrlich gesagt auch irritierend ist, dass sowohl Fredrika als auch Henry gerne kluge Ratschläge verteilen, diese aber selbst konsequent ignorieren. Beunruhigend fand ich zudem, dass beide als Polizisten andere Menschen stalken. Fredrika ihre Halbschwester, Henry seine Expartnerin. Das wirkte nicht nur unprofessionell, sondern auch verstörend.

    Auch der Kriminalfall konnte mich diesmal weniger überzeugen. Es dauert lange, bis man überhaupt ein klares Bild der vermissten Isabelle bekommt, zusätzlich wird noch der alte Fall um Petra eingebracht. Thematisch greift der Roman zwar wichtige und relevante Aspekte auf, darunter Machtmissbrauch, Sexismus und Stalking, doch die Ermittlungen konzentrieren sich meiner Meinung nach viel zu stark auf einen einzelnen Verdächtigen, anstatt mehrere Richtungen ernsthaft zu verfolgen.

    Das Ende empfand ich als unbefriedigend, da für mich ein echter Abschluss fehlte. Die zusätzliche Nebengeschichte rund um einen Wolf wirkte auf mich vollkommen unnötig und trug nichts zur Handlung bei. Auch im privaten Umgang mit Konflikten zeigten sich beide Ermittler nicht gerade von ihrer reflektierten Seite. Hier waren sie definitiv nicht die hellsten Kerzen auf der Torte. Positiv hervorzuheben ist weiterhin der Schreibstil der Autorin. Dieser ist flüssig, fesselnd und sehr angenehm zu lesen. Man kommt schnell voran, was das Buch trotz aller Kritik gut lesbar macht.

    Fazit: Diesmal hatte ich große Schwierigkeiten mit den Hauptfiguren, insbesondere mit Fredrika. Trotz starker Themen und gutem Stil war "Schattenmädchen" für mich insgesamt enttäuschend und der bisher schwächste Teil der Reihe.
    Die weiße Nacht

    Anne Stern
    Die weiße Nacht (Buch)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    16.01.2026

    Ein Lesehighlight

    Berlin im Dezember 1946: Die junge Fotografin Lou Faber entdeckt bei einen ihrer morgendlichen Spaziergängen eine tote Frau in den Ruinen. Kriminalkommissar Alfred König übernimmt den Fall. Bald stellt sich heraus, dass es einen weiteren Fall mit Parallelen gibt und sie es mit einem Serientäter zu tun haben.

    Dies ist der Reihenauftakt zu der neuen, in Berlin spielenden, Krimireihe von Anne Stern rund um die junge Fotografin Lou Faber und den Kriminalkommissar Alfred König.

    "Die weiße Nacht" von Anne Stern hat mich schwer begeistert. Die Geschichte spielt im Dezember 1946, kurz vor Weihnachten, in einem zerstörten Berlin, in dem Hunger, bittere Eiseskälte und Hoffnungslosigkeit den Alltag bestimmen. Die Autorin fängt die Stimmung dieser Nachkriegszeit erschreckend authentisch und sehr bildhaft ein. Das Leid der Menschen und die unterschiedlichen Schicksale wirken real und berühren nachhaltig.

    Im Mittelpunkt der Geschichte stehen Lou Faber und Kriminalkommissar Alfred König. Lou ist Fotografin aus Leidenschaft und verkauft ihre Bilder an Frauenmagazine. Während der NS-Zeit war sie Regimegegnerin und saß in Haft, was sie bis heute verfolgt. Sie kämpft mit den Dämonen ihrer Vergangenheit, wirkt dabei aber mutig, sympathisch und stark. Alfred König hat Jura studiert, stand nicht immer auf der richtigen Seite und war ebenfalls in Gefangenschaft. Seine Figur bleibt für mich schwer einschätzbar und noch ist er mir etwas zu unnahbar, was ihn jedoch umso interessanter macht. Die beiden lernen sich am Fundort einer weiblichen Leiche kennen, wodurch sie ungewollt in denselben Mordfall verwickelt werden. Schnell stellt sich die Frage, warum diese Frauen sterben mussten. Die Polizei hat zu dieser Zeit keinen guten Ruf und wird von der Bevölkerung misstrauisch beäugt und belächelt, was die Ermittlungen zusätzlich erschwert und die angespannte Stimmung unterstreicht.

    Neben der Haupthandlung werden weitere Schicksale erzählt, die das Bild dieser Zeit erweitern. Justus, ein Junge aus Ostpreußen, und seine Freundin Gerti kämpfen ums Überleben und betreiben Schwarzmarkt, wie so viele damals. Gregor befindet sich in einem russischen Gefangenenlager und steht stellvertretend für das Leid der Kriegsgefangenen. Auch Inspektor Trautwein hat mir im Zusammenspiel mit König sehr gut gefallen. Diese Nebengeschichten haben mich berührt. Sie fügen sich gut in die Geschichte ein und verleihen der Handlung zusätzliche Tiefe.

    Die Geschichte ist in vier Teile gegliedert und überzeugt durch ihren ruhigen, eindringlichen Erzählstil. Anne Stern gelingt es, die Nachkriegszeit mit all ihrer Härte, Kälte, Verzweiflung und Hoffnungslosigkeit glaubwürdig darzustellen, ohne dabei überladen zu wirken.

    Fazit: "Die weiße Nacht" ist ein starker Auftakt, der historische Atmosphäre und Kriminalhandlung gekonnt verbindet. Das Buch war mein erstes Highlight in diesem Jahr. Ich freue mich sehr auf die Fortsetzung und kann diesen ersten Fall uneingeschränkt empfehlen.
    Blutwild

    Saskia te Marveld
    Blutwild (Buch)

    4 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern
    05.01.2026

    Ein temporeiches Thriller-Debüt

    Die ehemalige Kommissarin Anka Jessen erhält eine anonyme SMS mit Koordinaten. Neugierig und misstrauisch folgt sie ihnen und stößt in einer abgelegenen Hütte auf präparierte menschliche Körperteile. Das herbeigerufene Ermittlerteam fordert sie auf, sich aus dem Fall herauszuhalten. Doch Anka ignoriert die Warnung.

    "Blutwild" ist das Debüt von Saskia te Marveld und ein temporeicher Thriller, der den Fokus klar auf seine Protagonistin legt. Im Mittelpunkt steht Anka, die vor sechs Jahren entführt wurde. Auf ihrer Flucht geriet sie damals in eine Falle, was zur Amputation ihres Unterschenkels führte. Dieses traumatische Erlebnis prägt sie bis heute. Ankas größte Stütze ist ihre beste Freundin Izzy, ein echter Fels in der Brandung, der ihr nicht nur nach der Entführung, sondern auch im aktuellen Geschehen jederzeit zur Seite steht. Als neue Ereignisse Anka erneut in Angst versetzen, stellt sich die zentrale Frage, ob ihr damaliger Peiniger zurückgekehrt ist oder ob es einen Nachahmer gibt.

    Die Geschichte wird überwiegend aus Ankas Perspektive erzählt und durch zahlreiche Rückblicke ergänzt, die nach und nach mehr über ihre Vergangenheit offenbaren, sich aber auch auf andere Leute konzentrieren. Das Tempo des Thrillers ist sehr hoch und ständig passiert etwas. Anka kommt kaum zur Ruhe. Einerseits sorgt genau dieses Tempo für enorme Spannung und hält einen am Ball. Andererseits wirkt die Dichte der Ereignisse stellenweise etwas unglaubwürdig, was bei mir gemischte Gefühle hinterlassen hat. In diesem Punkt bin ich ehrlich gesagt zwiegespalten. Die Auflösung war für mich persönlich keine große Überraschung mehr. Das fand ich schade, auch wenn es im Verlauf der Geschichte einige Wendungen gab.

    Der Schreibstil von Saskia te Marveld ist einfach, flüssig und fesselnd. Die Kapitel haben eine angenehme Länge und sind nicht übertrieben lang, was das schnelle Lesen zusätzlich unterstützt.

    Fazit: Insgesamt ist "Blutwild" ein spannender Thriller mit einer interessanten Hauptfigur und ein solides Debüt, das trotz kleiner Schwächen überzeugt.
    Down Cemetery Road

    Mick Herron
    Down Cemetery Road (Buch)

    2 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern Inaktiver Stern Inaktiver Stern
    28.12.2025

    Nicht das, was ich mir erhofft hatte

    In Oxford verschwindet ein kleines Mädchen, und die Privatermittlerin Zoë Boehm übernimmt die Ermittlungen. Der Fall zieht mehrere Bewohner der Nachbarschaft in Mitleidenschaft, insbesondere die Hausfrau Sarah Tucker.

    Ich habe "Down Cemetery Road" mit recht hohen Erwartungen gelesen. Mick Herron ist bekannt für seine scharf gezeichneten Figuren und seinen trockenen, oft sehr treffenden Humor. Der Einstieg klang vielversprechend. Die Privatermittlerin Zoë Boehm ermittelt in Oxford, ein kleines Mädchen verschwindet. Eigentlich beste Voraussetzungen für einen spannenden, atmosphärischen Kriminalroman.

    Leider hat mich das Buch insgesamt eher enttäuscht. Zwar ist Zoë Boehm offiziell die Hauptfigur, doch sie bleibt über weite Strecken erstaunlich distanziert und präsent nur am Rand. Stattdessen nimmt die Geschichte um die Hausfrau Sarah Tucker immer mehr Raum ein. Zeitweise hatte ich sogar den Eindruck, dass Sarah die eigentliche Hauptfigur ist. Eine Entscheidung, die ich nicht wirklich nachvollziehen konnte und die für mich den Fokus der Geschichte abgeschwächt hat. Dazu konnte ich weder zu der einen Frau noch zu der anderen eine Verbindung aufbauen und konnte mit ihnen nicht warm werden. Auch die Spannung konnte mich nicht dauerhaft halten. Das Verschwinden des Kindes ist zwar ein ernstes und emotionales Thema, doch die Geschichte schafft es nur selten, daraus echten Nervenkitzel zu entwickeln. Viele Passagen ziehen sich, und gerade dort, wo ich mir Tempo gewünscht hätte, bleibt die Handlung überraschend ruhig oder verliert sich in Nebensächlichkeiten.

    Hinzu kommen einzelne Szenen und Wendungen, die auf mich übertrieben wirkten. Statt die Geschichte zu verdichten, haben sie mich eher aus dem Lesefluss gerissen. Herrons Stil blitzt zwar immer wieder auf, doch diesmal trägt er für mich nicht durch den gesamten Roman. Am Ende blieb bei mir das Gefühl zurück, dass "Down Cemetery Road" mehr hätte sein können. Die Ausgangsidee ist stark, das Setting interessant, doch die Gewichtung der Figuren und der fehlende Spannungsbogen haben mir den Lesegenuss deutlich geschmälert. Es ist kein schlechtes Buch, aber gemessen an meinen Erwartungen und an Herrons Möglichkeiten schlicht zu wenig.

    Fazit: Solide Ansätze, interessante Figuren, aber wenig Spannung und ein irritierender Fokus. Für mich insgesamt enttäuschend.
    Tod zur Teestunde

    Anthony Horowitz
    Tod zur Teestunde (Buch)

    3 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern Inaktiver Stern
    15.12.2025

    Ein Krimi für Geduldige

    In "Tod zur Teestunde" liest die Lektorin Susan Ryeland das Manuskript eines Kriminalromans, in dem es um den Tod einer Frau während einer Teestunde geht. Während sie die Geschichte verfolgt, stößt sie auf Ungereimtheiten. Bald wird Susan selbst in einen realen Mordfall verwickelt und beginnt zu ermitteln.

    Dies ist bereits der dritte Fall für die Lektorin Susan Ryeland.

    Mit "Tod zur Teestunde" kehrt Anthony Horowitz erneut zu seiner bekannten Hauptfigur Susan Ryeland zurück. Wie schon in den vorherigen Bänden besteht der Roman aus zwei miteinander verknüpften Geschichten, einem klassischen Krimi im Stil von Agatha Christie und der Rahmenhandlung rund um Susan selbst. Diese Idee finde ich grundsätzlich spannend, allerdings hat sie mich dieses Mal eher verwirrt als begeistert. Der ständige Wechsel zwischen den Ebenen macht es schwer, wirklich in die Handlung einzutauchen.

    Persönlich empfand ich das Buch als recht anstrengend zu lesen. Man muss sehr aufmerksam bleiben und Geduld mitbringen, um alle Zusammenhänge zu verstehen. Leider kam dabei für mich kaum Spannung auf. Viele Passagen ziehen sich, und statt Nervenkitzel dominieren lange Erklärungen und Details. Ich hatte öfter das Gefühl, dass die Geschichte nicht richtig vorankommt.

    Susan Ryeland selbst ist zwar weiterhin eine interessante Figur, doch auch ihre Ermittlungen konnten mich dieses Mal nicht vollständig fesseln. Im Vergleich zu den vorherigen Fällen wirkte dieser dritte Band auf mich schwächer und weniger mitreißend.

    Fazit: Insgesamt ist "Tod zur Teestunde" kein schlechtes Buch, aber auch kein Highlight. Wer das Konzept der Reihe liebt und komplex aufgebaute Kriminalromane mag, könnte trotzdem auf seine Kosten kommen. Für mich blieb der Krimi jedoch eher durchschnittlich.
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