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    2. Alle Rezensionen von Cellissima bei jpc.de

    Cellissima

    Active since: March 16, 2022
    "Helpful" ratings: 1

    Please note

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    170 reviews

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    Elektra, die hell Leuchtende

    Jennifer Saint
    Elektra, die hell Leuchtende (Buch)

    3 of 5 stars Active star Active star Active star Inactive star Inactive star
    Dec 11, 2022

    Nicht so gut wie erhofft

    Griechische Mythologie neu erzählt - das klang gut, und so, wie dieses Buch beworben wurde, waren die Erwartungen natürlich sehr hoch.
    Rückblickend muss ich leider sagen, dass diese Erwartungen nicht erfüllt wurden.
    Zunächst einmal geht es keineswegs nur um Elektra, sondern stehen auch zwei weitere Frauen, Klytaimnestra und Kassandra, im Mittelpunkt, und die Geschichte wird immer abwechselnd aus der Perspektive dieser Frauen erzählt. Erst spät begehrt Elektra auf und wird wirklich zur Hauptfigur.
    Der Stil ist gut, aber durchaus anspruchsvoll. Man muss sehr genau und konzentriert lesen, eine Sekunde Unaufmerksamkeit rächt sich sofort. Tatsächlich fand ich diesen Stil bei aller Qualität auch bald ziemlich anstrengend zu lesen. Aus meiner Sicht ist dies auch eher ein Buch für Erwachsene; ich könnte mir vorstellen, dass der Stil viele Jugendliche ermüdet und frustriert.
    Die Figuren blieben leider oftmals allzu blass und distanziert. Auch diesbezüglich fand ich dieses Werk leider enttäuschend. Am ehesten punktete es für mich noch durch seine Atmosphäre.
    Eine Neuinterpretation ist in Saint´s Roman leider nicht zu sehen, doch kommt Geschichte hier in einem neuen, frischen Gewand daher, und zumindest Leser, die noch nicht so viele Kenntnisse in Sachen griechische Mythologie haben und bei der Lektüre ihr Wissen bilden bzw erweitern wollen, könnten durchaus Gefallen an "Elektra, die hell Leuchtende" finden.
    Ich fand es reizvoll, das Ganze aus Sicht der Frauen geschildert zu lesen, muss insgesamt aber leider sagen, dass dieses Buch hinter meinen Erwartungen zurückgeblieben ist.
    Violeta

    Isabel Allende
    Violeta (Buch)

    3 of 5 stars Active star Active star Active star Inactive star Inactive star
    Oct 4, 2022

    Teils großartig, teils sehr langatmig ...

    In ihrem neuesten Roman "Violeta" erzählt Isabel Allende das bewegte hundertjährige Leben von Violeta del Valle; dies geschieht, indem Violeta einen Brief an ihren Enkel schreibt, der mit ihrer Geburt während der Grippepandemie im Jahre 1920 beginnt und mit ihrem letzten Atemzug zu Beginn der Coronapandemie im Jahre 2020 endet.
    Natürlich geht es hauptsächlich um Violeta, um ihr Leben, um die Menschen, die sie umgaben. Doch auch in historischer und politischer Hinsicht erfahren wir von Anfang bis Ende sehr viel.
    "Violeta" besticht vor allem durch den Stil, denn Isabel Allende kann einfach großartig schreiben. Man kann in ihren Worten, in ihren Sätzen schwelgen.
    Der Inhalt an sich lässt mich leider zwiegespalten zurück - teilweise fand ich ihn sehr spannend und fesselnd, sodass ich ihn sehr gerne gelesen habe, teilweise empfand ich ihn als sehr langweilig und langatmig.
    Stellenweise habe ich auch die Tiefe vermisst.
    Als die letzte Seite gelesen war, wusste ich nicht, ob die Lesezeit nicht verschwendet war, ob ich sie nicht besser in ein anderes Buch investiert hätte. Letztlich kann man "Violeta" zwar lesen, aber man muss es sicher nicht.
    Ich bleibe enttäuscht zurück, da es andere Werke aus der Feder von Isabel Allende gibt, die weitaus besser sind. "Violeta" konnte mich nicht fesseln und begeistern, und ich glaube leider auch nicht, dass dieser Roman lange nachklingen wird ...
    Intimitäten

    Intimitäten (Buch)

    4 of 5 stars Active star Active star Active star Active star Inactive star
    Sep 22, 2022

    Intimitäten

    Eine junge Frau zieht von New York nach Den Haag, beginnt dort ihre Arbeit als Dolmetscherin am Internationalen Gerichtshof. Bald darauf lernt sie einen Mann kennen, verliebt sich in ihn, träumt von einem Leben mit ihm. Er verschwindet jedoch nach Lissabon - angeblich, um die Scheidung in die Wege zu leiten, doch er kehrt lange nicht zurück. Das Leben in Den Haag muss jedoch weitergehen, es läuft ein Prozess gegen einen Kriegsverbrecher - doch die Fragen, die Unsicherheit, die Leere, die mit Adriaans Verschwinden begannen, breiten sich auf ihr gesamtes Leben aus ...

    ******
    Ein anspruchsvoller Roman, sowohl bezüglich des Stiles als auch bezüglich des Inhaltes. Doch wer sich auf beides einlässt, der kann beides genießen.

    Obwohl die Bezüge zum Internationalen Gerichtshof und dem Prozess gegen den Kriegsverbrecher durch den Ukraine-Krieg wohl aktueller und interessanter denn je sind, fand ich persönlich den Erzählstrang bezüglich der Protagonistin und Adriaan noch spannender und besser. Adriaan ist eine sehr mysteriöse Figur; der Leser weiß bis zuletzt nicht, welche Absichten der nun verfolgt, ob er ehrlich ist oder lügt, ob er die Protagonistin liebt oder seine Ex-Frau, ob er zurückkehren wird oder nicht. Nahezu jede Leserin wird sich mit der Protagonistin identifizieren können. Psychologisch ist dieser Roman äußerst spannend und fast schon ein Thriller. Kein absolutes Highlight, aber durchaus eine Autorin, von der ich mehr lesen würde.
    Weinberg, J: Gut Erlensee - Margaretas Traum

    Weinberg, J: Gut Erlensee - Margaretas Traum (Buch)

    5 of 5 stars Active star Active star Active star Active star Active star
    Sep 17, 2022

    Ein großartiger Auftakt!

    Januar 1919 in der Nähe von Kiel: Die junge Margareta lebt mit ihrer Familie auf Gut Erlensee. Die Kriegsjahre waren hart, die Druckerei der Familie steht kurz vor dem Ruin. Nur ein Geldsegen kann das Unternehmen und damit die Familie noch retten, und nach Ansicht von Margaretas Eltern kann dieser nur auf einem einzigen Weg erlangt werden: indem Margareta so schnell wie möglich so reich wie möglich verheiratet wird. Doch Margareta wehrt sich dagegen, denn sie hat die Liebe ihres Lebens schon gefunden ...
    ******
    Eine Handlung, die man so ähnlich schon öfter gelesen hat. Dennoch sollte man sich davon nicht abschrecken lassen, denn dieser Auftakt ist lesens- und empfehlenswert!
    Der Stil der Autorin gefiel mir auf Anhieb, ist er doch schön flüssig lesbar und überaus atmosphärisch und bildhaft. Auch die Figuren sind sehr gut gezeichnet. Sie werden absolut lebendig, ihre Emotionen kommen beim Leser an und können von diesem gefühlt werden. Man erlebt die gesamte Bandbreite des Lebens mit den Protagonisten.
    So fühlte ich mich schnell in diese Zeit und auf Gut Erlensee versetzt, konnte mit Margareta und ihrer Familie leben, erleben, hoffen und bangen.
    Besonders schön fand ich als Reiterin, dass auch Pferde eine Rolle spielen.
    Ich konnte das Buch nicht mehr aus der Hand legen, weil es einer dieser historischen Romane ist, die absolut spannend sind. Ich wollte unbedingt wissen, wie es mit Margareta und ihrer Familie weitergeht, ob sie sich gegen die Zwangsheirat wehren kann, ob sie ihre große Liebe wiederfindet und es ein glückliches Ende für die beiden gibt, ob die Druckerei gerettet werden kann, wie es mit den anderen Familienmitgliedern weitergeht ... der Auftaktband der Gut Erlensee-Reihe entfaltet schnell eine regelrechte Sogwirkung, man kann und will ihn in einem Rutsch lesen.
    Man erfährt viel über die Hintergründe und Entwicklungen dieser Zeit, aber es ist vor allem der Auftakt zu einer sehr schönen und spannenden historischen Familiensaga.
    Den Namen dieser Autorin sollte man sich definitiv merken!
    Mir hat dieser erste Band sehr gut gefallen und ich freue mich schon sehr auf die beiden Folgebände, die nach Weihnachten und im Juli 2023 erscheinen werden.

    Fräulein vom Amt - Die Nachricht des Mörders

    Charlotte Blum
    Fräulein vom Amt - Die Nachricht des Mörders (Buch)

    4 of 5 stars Active star Active star Active star Active star Inactive star
    Sep 13, 2022

    Empfehlenswert für alle Liebhaber historischer Kriminalromane

    Baden-Baden im Jahr 1922: Eine Frau wird bei den Kolonnaden ermordet. Die Polizei ermittelt nicht; man geht davon aus, dass es sich lediglich um eine Prostituierte handelt. Die jungeTelefonistin Alma Täuber wird jedoch im Rahmen einer Vermittlung Zeugin eines Telefongesprächs, bei dem ein Täter meldet, dass ein Mord begangen und somit der entsprechende Auftrag erledigt worden sei. Die Polizei lässt auch diesem Anruf keinerlei Bedeutung zukommen - Alma ist aber sofort klar, dass der Täter gefasst werden muss, und so ermittelt sie auf eigene Faust. Unterstützung bekommt sie schließlich von dem jungen Kommissaranwärter Ludwig Schiller.

    ******

    "Fräulein vom Amt - Die Nachricht des Mörders" ist ein historischer Kriminalroman, der vor allem durch seinen Stil, viel Lokalkolorit und seine Protagonisten, allen voran Alma und ihre Freundin Emmi, besticht.

    Man wird gleich in das Baden-Baden vor hundert Jahren versetzt. Der Roman lässt sich überaus flüssig lesen, und obwohl zwei Autorinnen am Werk waren, erscheint alles wie aus einem Guss. Es beginnt spannend, nämlich mit dem Mord bei den Kolonnaden. Lange hat man überhaupt keine Ahnung, wer der Mörder sein könnte. Zwei Personen kommen in Betracht, beide sortiert man schnell wieder aus. Entscheidende Hinweise bzw. gleich die Lösung gibt es erst ganz zum Schluss. Zusätzlich erhöht wird die Spannung durch einen zweiten Mord; der Zusammenhang wird nur langsam enthüllt. Man tappt bis zum Schluss im Dunkeln und möchte das Buch aufgrund dieser Spannung auch nicht mehr aus der Hand legen.

    Dadurch, dass man so lange im Dunkeln tappte, es trotz der vorhandenen Spannung auch immer wieder gemächlich und aufgelockert zuging, auch Almas Arbeit und ihr Leben mit Familie und Freunden eine große Rolle spielte, änderte sich dies für meinen Geschmack im letzten Abschnitt fast schon zu sehr und zu abrupt. Die Ereignisse überschlugen sich regelrecht, stellenweise wirkte das Ganze auch irgendwie konstruiert und dadurch unrealistisch.

    Insgesamt kein absolutes Highlight, aber doch ein solider, spannender und auch schöner historischer Kriminalroman, in der auch das Privatleben der Hauptfigur viel Raum einnimmt. Und für Fans historischer Kriminalromane ist "Fräulein vom Amt - Die Nachricht des Mörders" definitiv empfehlenswert!

    Byrd, S: Kunstschätzerin

    Byrd, S: Kunstschätzerin (Buch)

    4 of 5 stars Active star Active star Active star Active star Inactive star
    Sep 5, 2022

    Nicht der schlechteste, aber auch nicht der beste christliche historische Roman

    England in der Mitte des 19. Jahrhunderts: Die junge Kunstschätzerin Eleanor übernimmt das Unternehmen ihres Vaters. Gleich zu Beginn erhält sie einen äußerst schwierigen Auftrag: Sie soll entscheiden, ob die Sammlung des Vaters ihrer Jugendliebe Harry nach dessen Tod an seinen Sohn oder an das South Kensington Museum übergeben werden soll; ob Harry heimlich Stücke aus der Sammlung entwendet und verkauft hat oder nicht.
    Kann man ihm -in dieser Sache und auch in der Liebe- vertrauen oder nicht, sagt er die Wahrheit oder lügt er?
    ******
    Die Geschichte lässt sich angenehm flüssig lesen, wenngleich Sandra Byrds Stil nicht an den Stil großer Autorinnen christlicher historischer Romane heranreicht.
    Insgesamt konnte mich "Die Kunstschätzerin" aber leider nicht wirklich fesseln und begeistern und daher auch nicht ganz überzeugen.
    Es gibt christliche Elemente, eine Liebesgeschichte, auch Krimielemente.
    Positiv ist zu bewerten, dass manche Dinge und Figuren, etwa Mr. Clarkson, bis zuletzt nicht vorhersehbar waren, sodass eine gewisse Spannung gegeben war. Das wirkte sich auch positiv auf die Gesamtatmosphäre aus.
    Auch weiß man dadurch bis zuletzt nicht, ob sie Harry nun vertrauen kann oder nicht, ob es in der Liebe ein glückliches Ende für die beiden geben wird oder nicht.
    Allerdings blieben viele Figuren zu blass und distanziert.
    Man erfährt zwar Einiges über Kunstsammlungen und die Arbeit von Kuratoren, doch ich hätte mir bspw noch mehr Informationen über das Victoria & Albert Museum gewünscht.
    Insgesamt ist es ein solider christlicher historischer Roman, sicher nicht der schlechteste, aber auch nicht der beste. Unterm Strich konnte mich diese Geschichte leider nicht wirklich packen. An andere Autorinnen christlicher historischer Romane wie Julie Klassen, Lynn Austn, Jody Hedlund oder Carolyn Miller reicht Sandra Byrd leider nicht heran.

    Jager, J: Emily Seymour, Band 1: Totenbeschwörung für Anfäng

    Jager, J: Emily Seymour, Band 1: Totenbeschwörung für Anfäng (Buch)

    5 of 5 stars Active star Active star Active star Active star Active star
    Aug 30, 2022

    Magisch, spannend und humorvoll!

    Die junge Emily Seymour stammt aus einer Familie berühmter Nekromanten, also Totenbeschwörer, scheint selbst aber völlig talentfrei und somit eine ganz normale Sterbliche zu sein. Nicht anders ist es zu erklären, dass sie ausgerechnet Ashton Goodwin, den unverschämt gutaussehenden Sohn der Erzfeinde der Seymours, tötet, als der gerade versucht, zwischen den Familien zu vermitteln.
    Emily hat sich in Ashton verliebt, und so versucht sie alles und bringt große Opfer, um Ashton zurück ins Leben zu holen. Dann stellt sich heraus, dass sie doch ungeahnte Kräfte besitzt und jemand ihr und Ashton nach dem Leben trachtet. Um wen handelt es sich, warum tut diese Person das - und können Emily und Ashton diese Person stoppen?
    ******
    Ich bin nicht der größte Fantasy-Fan, jedenfalls extrem wählerisch, was dieses Genre betrifft - aber hier haben mich Cover, Klappentext und Leseprobe neugierig gemacht und überzeugt. Und rückblickend bin ich absolut begeistert - ich habe diesen ersten Teil in Rekordzeit verschlungen und kann es kaum abwarten, bis Band 2 erscheint!
    Die Geschichte ist toll geschrieben, angenehm flüssig lesbar. Die Figuren sind absolut liebenswert, manche auch geheimnisvoll, alle sind sehr gut gezeichnet.
    Dieser Band ist voller Magie, Freundschaft, zarter Gefühle, Spannung und Gefahr, Humor, toller Schauplätze.
    Während zu Beginn der Schwerpunkt eher auf dem Kennenlernen der Figuren, der Schauplätze, bei Freundschaft, Humor und natürlich auch Magie liegt, steigert sich im weiteren Verlauf das Tempo, überschlagen sich die Ereignisse, gibt es viel Spannung und Gefahr.
    Gerade am Ende gibt es unvorhersehbare Wendungen und einen absoluten Cliffhanger, der dafür sorgt, dass man Band 2 am liebsten sofort in Händen halten und weiterlesen würde.
    Ich bin richtig gespannt darauf, wer und was hinter dieser Verschwörung steckt, wie es mit Emily und Ashton und ihren Familien weitergehen wird, und freue mich sehr auf die Fortsetzung, die im Frühjahr 2023 erscheinen wird.
    Fazit: Ein tolles Buch! Absolute Empfehlung nicht nur für die eigentliche Zielgruppe, sondern auch für Erwachsene Romantasy-Leser, denen Emily Seymour ebenso tolle Lesestunden bescheren wird. Und aus Erfahrung kann ich sagen, dass selbst Leser, die in Sachen Fantasy sehr wählerisch sind, begeistert sein werden.
    Ryan, J: Köchinnen von Fenley

    Ryan, J: Köchinnen von Fenley (Buch)

    5 of 5 stars Active star Active star Active star Active star Active star
    Aug 18, 2022

    Wundervoll und herzerwärmend!

    Auch Jennifer Ryans aktueller Roman spielt auf dem englischen Lande, in der Nähe von London, zur Zeit des Zweiten Weltkrieges.
    Diesmal geht es um vier Frauen, die teilweise nicht unterschiedlicher sein könnten, aber doch eines gemeinsam haben: sie alle träumen von Freundschaft, von Liebe, davon, ihre Träume zu verwirklichen und ein besseres Leben zu haben:
    Die junge Witwe Audrey will ihr Haus retten und ihren Söhnen ein schönes Leben bieten; das Küchenmädchen Nell will der Schufterei im Herrenhaus entkommen; ihre Herrin Gwendoline will ihrer immer unerträglicher werdenden Ehe entfliehen; die aus London stammende Köchin Zelda will die Beste in ihrem Beruf werden, sich einen Namen machen.
    Sie alle sehen ihre Chance gekommen, als die BBC-Radiosendung "The Kitchen Front" einen Kochwettbewerb startet, um die englischen Hausfrauen auch in Zeiten der Lebensmittelrationierung bei Laune zu halten. Die Siegerin darf die erste Co-Moderatorin dieser Sendung werden.
    Natürlich legen sich alle vier Frauen ins Zeug, wollen den Wettbewerb gewinnen - manche mit allen Mitteln ... Doch am Ende erkennen diese Frauen, dass sie viel gemeinsam haben, und werden zu wahren Freundinnen.

    ******

    Nachdem ich schon "Der Frauenchor von Chilbury" geliebt hatte, wollte ich unbedingt auch Jennifer Ryans neuen Roman lesen - und ich bin erneut begeistert!
    Diese Autorin hat einfach einen wunderbaren, überaus atmosphärischen und bildhaften Schreibstil. Sie haucht ihren Figuren viel Leben ein, und so hat man das Gefühl, wirklich mit diesen vier Frauen in Fenley unter einem Dach zu wohnen und dies alles mit ihnen zu erleben.
    Ich lese viele Weltkriegsromane nur sehr ungern, weil sie meist zu abstrakt bleiben und/oder sehr er- und bedrückend sind. Bei Jennifer Ryan ist das alles ganz anders - in ihren Romanen wird diese Zeit, werden die Umstände sehr greifbar. Konkret geschieht dies vorliegend etwa durch Abdruck der wöchentlichen Essensrationen für einen Erwachsenen und durch viele Rezepte, die im Roman gekocht und gebacken werden und die die Leser so nachkochen und -backen können.
    Auch sind die Romane dieser Autorin nie zu und nur traurig und schwer zu ertragen, sondern durch den Stil, die Figuren, ihre Freundschaft und Liebe und solcher Dinge mehr sind sie immer auch wunderschön, berührend, herzerwärmend. Man liest sie wirklich gerne, genießt sie, beendet die Lektüre mit einem Lächeln.
    Meiner Meinung nach ist Jennifer Ryan mit Abstand die beste Autorin, wenn es um Romane mit dieser Thematik geht. Auch das Nachwort der Autorin ist sehr lesenswert, und sehr interessierte Leser finden dort auch gute weiterführende und vertiefende Literatur.
    Fazit: Eine absolute Empfehlung für alle, die gerne historische Romane mit Schauplatz England lesen und alle, die auf der Suche nach wirklich guten Weltkriegsromanen sind, durch deren Lektüre man viel über diese Zeit liest und lernt, und nach einer herzerwärmenden Geschichte, die man wirklich gerne liest.
    Meist bin ich froh, wenn ich einen Weltkriegsroman beendet habe. Und meist will ich vom betreffenden Autor so schnell nichts mehr lesen. Jennifer Ryan schafft es immer, dass ich am liebsten noch ewig weiterlesen würde und mich gleich auf ihren nächsten Roman freue. Das spricht wohl eindeutig für diese Autorin und ihre Werke!
    Snowflake

    Louise Nealon
    Snowflake (Buch)

    4 of 5 stars Active star Active star Active star Active star Inactive star
    Aug 8, 2022

    Ein weiterer großartiger Roman aus dem mare-Verlag!

    Die junge Debbie White wuchs auf einer Milchfarm auf dem irischen Lande auf - mit ihrem Onkel Billy, der auf dem Grundstück in einem Wohnwagen haust und dem Alkohol viel mehr zuspricht, als ihm gut täte, ihrer psychisch kranken Mutter, die sich den ganzen Tag lang im Schlafzimmer einsperrt und Träume niederschreibt, die in ihren Augen Prophezeiungen sind, und deren deutlich jüngerem Liebhaber.
    Dann beginnt sie, in Dublin zu studieren. Sie pendelt, und so ist sie täglich in beiden Welten und spürt mit aller Deutlichkeit, wie verschieden und unvereinbar diese beiden Welten sind.
    Die Jahre als Außenseiterin haben ihre Wirkung getan, ihr Selbstwert ist gering, sie kennt die Welt eigentlich gar nicht, und so fällt es Debbie sehr schwer, an der Uni Anschluss zu finden. Dies wird dadurch erschwert, dass sich die Verhältnisse zu Hause immer mehr zuspitzen.
    Wo gehört Debbie wirklich hin, wo will sie wirklich sein?

    ******

    "Snowflake" ist ein Buch der leisen Töne, das zutiefst berührt. Der Roman besticht durch seinen poetischen, zarten, bildhaften Stil, der sich absolut genussvoll lesen lässt, sowie die herrlich verschrobenen Figuren, die man sehr ins Herz schließt.
    Louise Nealon hat ihre Figuren wundervoll gezeichnet, sie werden sehr lebendig, man lebt und fühlt mit ihnen. Auch die mal tiefgründigen, mal schlagfertigen und humorvollen Dialoge sind ein Genuss.
    Die Figuren sind nicht nur ein wenig seltsam, sondern nahezu alle von ihnen haben mit ernsten Problemen zu kämpfen, die ihr Leben bestimmen. Jeder hat sein Päckchen zu tragen. Fehlende Kenntnis seiner Wurzeln, psychische Krankheiten, Alkoholismus, Suizid(-versuche), Tod von Familienmitgliedern, kaum bzw. kein Kontakt zu den Eltern, Minderwertigkeitskomplexe und ähnliche Dinge sind zentrale Themen des Werkes.
    In diesem Ausmaß hätte ich das nicht erwartet - dennoch habe ich "Snowflake" sehr gerne gelesen, denn Louise Nealon versteht es hervorragend, einen guten Ausgleich zu finden. Es ist nie so, dass der Leser das Gefühl hat, diesen Stoff nicht mehr zu ertragen, sondern der Stil, der Humor, die Dialoge, die immer perfekt passen, lockern das Ganze immer wieder auf und sorgen dafür, dass der Leser niemals schwermütig wird, sondern im Gegenteil oft lächeln oder gar lachen muss.
    Wir konnten Debbie über ein Jahr lang beim Erwachsenwerden, bei ihrem Spagat zwischen Dorf und Stadt, Landei und Universität begleiten, auch ihre Familie sehr gut kennenlernen.
    Das war trotz der ernsten Themen eine große Freude. Trotzdem habe ich das Gefühl, noch nicht alles über Debbie und ihre Familie und enge Freunde wie Xanthe erfahren zu haben, bzw. wäre ich gerne noch länger in Irland geblieben und hätte ich Debbie und die Menschen um sie herum gerne noch länger begleitet.
    Fest steht, dass Louise Nealon eine junge Autorin ist, deren Namen man sich unbedingt merken sollte, da sie viel Potenzial hat. Ich möchte unbedingt mehr von ihr lesen und freue mich schon jetzt auf ihren nächsten Roman. Bis dahin sei "Snowflake" allen ans Herz gelegt!
    Freundin bleibst du immer

    Tomi Obaro
    Freundin bleibst du immer (Buch)

    2 of 5 stars Active star Active star Inactive star Inactive star Inactive star
    Aug 5, 2022

    Enttäuschend

    Drei Freundinnen sind nach drei Jahrzehnten anlässlich einer Hochzeit in Lagos wieder vereint. Sie lassen ihr Leben, ihre Freundschaft, geliebte Menschen und Dinge und auch Schicksalsschläge Revue passieren. Gleichzeitig lernen wir auch ihre Töchter kennen, die ihren Müttern sehr ähnlich sind ...

    ******

    Ein Buch, das sich toll und vielversprechend anhörte, mich dann aber leider sehr enttäuscht hat.

    Der Stil ist nicht schlecht, auch lernt man ein bisschen was über Land und Leute.

    Allerdings werden zu viele Dinge angekratzt, bleiben zu viele Themen nur oberflächlich und zu viele Fragen auch und gerade auch die Protagonistinnen betreffend unbeantwortet.

    Die Figuren bleiben für mich fremd und distanziert, die Geschichte weist extreme Längen auf, sodass ich mich teilweise zum Weiterlesen zwingen musste.

    Es gibt auch nicht wirklich einen Plot. Insgesamt konnte mich dieses Werk einfach nicht packen. Ich war froh, als ich am Ende angelangt war. Definitiv kein Roman, der lange und positiv in Erinnerung bleiben wird ...
    Die Liebenden von Bloomsbury - Virginia und die neue Zeit

    Stefanie H. Martin
    Die Liebenden von Bloomsbury - Virginia und die neue Zeit (Buch)

    3 of 5 stars Active star Active star Active star Inactive star Inactive star
    Aug 5, 2022

    Ziemlich langatmig

    London zu Beginn des 20. Jahrhunderts: Virginia möchte schreiben, ihre Schwester Vanessa möchte malen. Doch die Zeit, in der sie leben, scheint die Verwirklichung ihrer Träume unmöglich zu machen; die einzige Möglichkeit scheint eine Ehe zu sein. Doch Virginia und Vanessa möchten ihre Träume leben, und so suchen sie nach Wegen ...

    ******

    Angekündigt wurde ein und erwartet habe ich einen Roman über Virginia Woolf. Erst, als ich das Buch in Händen hielt und innen stöberte, erfuhr ich, dass es sich um eine Trilogie handelt. Im Mittelpunkt des ersten Bandes sollte Virginia stehen, im zweiten und dritten Band dreht sich dann alles um ihre Schwester Vanessa und um Vita Sackville-West.

    Nach der Lektüre dieses ersten Bandes muss ich sagen, dass das Konzept nicht wirklich gut umgesetzt wurde, die Bände nicht in sich geschlossen sind. So ist Virginias Geschichte keineswegs abgeschlossen, sondern wird sie auch in den Folgebänden eine tragende Rolle spielen, da man erst dort mehr über ihre schriftstellerische Tätigkeit, ihre Heirat und auch ihre Liebe zu Vita Sackville-West erfährt. Will man also alles über Virginia Woolf und ihr Leben erfahren, so muss man zwingend die gesamte Trilogie lesen. Das steht klar im Widerspruch zu dem Eindruck, den man zunächst gewinnen konnte ...

    Viel zu viele Personen außer Virginia nehmen in diesem ersten Band viel zu viel Raum ein. Es wäre besser gewesen, da deutlich zu straffen und Virginias Leben kompakt in einem Band darzustellen. Vielleicht hätte man auch besser statt einer Trilogie einen Einzelband daraus gemacht, auch diesen deutlich gestrafft.

    So gibt es leider viele Längen, die mir das Lesen etwas verleidet haben.

    Immerhin bleibt Stefanie H. Martin stets so nah wie möglich an den historischen Gegebenheiten dran und liefert zudem für interessierte Leser eine Liste mit weiterführender Literatur.

    Dieser Auftaktband vermittelt zumindest einen ziemlich guten Eindruck über den Menschen Virginia Woolf, über ihr Wesen, ihr privates Leben. Um wirklich alles über sie zu erfahren, muss man auch die beiden noch folgenden Bände lesen. Ich zögere noch, da ich befürchte, dass auch die Folgebände Längen aufweisen werden. Schade!

    Die versteckte Apotheke

    Sarah Penner
    Die versteckte Apotheke (Buch)

    4 of 5 stars Active star Active star Active star Active star Inactive star
    Aug 2, 2022

    Extrem spannend und fesselnd!

    London im späten 18. Jahrhundert: Nella führt die Apotheke ihrer verstorbenen Mutter fort. Nach einem traumatischen Erlebnis mit einem Mann brach sie den Apothekerschwur und setzt Arzneien seitdem nicht mehr nur zur Heilung ein, sondern auch, um sie ihre tödliche Wirkung entfalten zu lassen und so Frauen zu helfen und sie aus schlimmen Ehen zu befreien. Sie arbeitet im Verborgenen und unter Vorsichtsmaßnahmen, um nicht entdeckt zu werden - doch die Angst davor verschwindet nie, sondern wächst sogar. Und tatsächlich werden Nellas Geheimnis und Tätigkeit und sie selbst zur Gejagten, die sich in Sicherheit bringen muss, um nicht gehängt zu werden ...

    In der Gegenwart reist Caroline von den USA nach London, um ihrem Mann und ihrer Ehe zu entfliehen. Beim mudlarking fischt sie eine alte Phiole aus der Themse, die zu Nella und ihrer Apotheke gehörte. Sie will unbedingt wissen, was es mit dieser Phiole und der Apothekerin, die zur Mörderin wurde, auf sich hat - und die Ereignisse, die sie in Gang setzt, werden nicht nur ihr eigenes Leben, sondern das ihrer ganzen Familie für immer verändern ...

    ******

    Erzählt wird die Geschichte immer im Wechsel aus zwei Zeitebenen: In der Vergangenheit aus der Sicht von Nella und später auch Eliza, in der Gegenwart aus der Sicht von Caroline. Wie so oft, so konnte mich auch hier der Vergangenheitsstrang einfach stärker fesseln und begeistern als der Gegenwartsstrang. Carolines Mann verleidet dem Leser diesen Strang ziemlich. Andererseits ist dieser Strang schnell ebenfalls spannend und tiefgründig, und gerade auch sein Ende und seine Botschaft sowie Carolines Entwicklung haben mir sehr gut gefallen.

    Die Figuren empfand ich weit überwiegend als sehr interessant, komplex und gelungen. Manche verabscheut man, andere, insbesondere Nella, schließt man sehr ins Herz, wieder andere bleiben bis zuletzt mysteriös und beschäftigen den Leser. So war ich bei Eliza bis zuletzt nicht ganz sicher, ob es nun gut oder ein großer Fehler war, sie in all diese Dinge und Geheimnisse einzuweihen; ob man ihr nun vertrauen kann oder ob sie Nella nicht vielleicht doch früher oder später schaden und sie verraten wird. Am Ende hat mich die Figur Eliza sehr positiv überrascht. Auch die Gattin des Lords ist so eine mysteriöse Figur, die für viel Spannung, Gefahr und Stoff zum Nachdenken sorgt. Auch die Figur Nella vermittelt dem Leser am Ende eine sehr schöne und wichtige Botschaft.

    Auch Sarah Penners Stil gefiel mir auf Anhieb. Er passt zur Geschichte, lässt sich stets angenehm flüssig lesen - allerdings fand ich auch diesen Stil im Vergangenheitsstrang noch besser und fesselnder als im Gegenwartsstrang.

    Die Geschichte entfaltet gerade durch den Vergangenheitsstrang und die dortige Spannung und Gefahr, das Tempo und die mysteriöse und auch magische Grundstimmung schnell eine regelrechte Sogwirkung, der man sich nicht mehr entziehen kann, sodass man das Buch nicht mehr aus der Hand legen kann, sondern in einem Rutsch lesen muss.

    Das Ende ist relativ offen - es gibt für beide möglichen Ausgänge Anhaltspunkte, doch sie bleiben etwas diffus, sodass es letztlich dem Leser und seiner Phantasie überlassen bleibt, wie er diese Geschichte weiterspinnt und ausgehen lässt. Ich persönlich mag solche relativ offenen Enden nicht allzu gerne, muss aber sagen, dass es hier extrem gut gepasst hat, weil sich die Ereignisse am Schluss ja überschlagen und Magie und Übersinnliches ja gerade für die und mit der Figur Eliza eine wahre Schlüsselrolle einnehmen. Insofern ist es sehr stimmig, dass die Figur Eliza für dieses Ende, das irgendwie im Nebel bleibt, verantwortlich ist, und das auch durch Magie und Übersinnliches. Das Ende passt sehr gut zu den Figuren, Themen und Motiven dieses Werkes!

    Fazit: Absolut lesenswert! Ein toller historischer Roman, der um Krimi-, Thriller- und Fantasyelemente angereichert wurde, absolut fesselnd, spannend, temporeich und mysteriös und zugleich auch absolut berührend ist, dem Leser viel Wissen bezüglich Nellas Tätigkeit nahe bringt und überdies viel Stoff zum Nachdenken liefert und ebenso schöne wie wichtige Botschaften vermittelt.

    Rensburg, L: Nur du und ich

    Rensburg, L: Nur du und ich (Buch)

    4 of 5 stars Active star Active star Active star Active star Inactive star
    Jul 15, 2022

    Ein solider Thriller

    Ein Literaturprofessor und seine Studentin sind seit wenigen Monaten ein Paar. Sie wollen ein Wochenende in einem einsamen Haus am Strand von Long Island verbringen. 72 Stunden Zweisamkeit, Abgeschiedenheit durch einen Schneesturm, gutes Essen, Spaziergänge, leidenschaftlicher Sex ... was traumhaft klingt, wird schon bald nach der Ankunft zu einem Alptraum, denn beide haben jeweils ein dunkles Geheimnis. Und nur einer von beiden wird die Enthüllung dieses Geheimnisses und damit dieses Wochenende überleben ...

    ******

    Das Cover sah großartig aus, der Klappentext klang richtig spannend - da ich schon lange keinen guten Thriller mehr gelesen hatte, wusste ich, dass ich "Nur du und ich" unbedingt lesen wollte.
    Laure van Rensburgs Stil lässt sich durchgehend angenehm und flüssig lesen. Störend fand ich allerdings, dass etwa Ellies Erzählstrang aus ihrer Sicht geschrieben ist, während Stevens Erzählstrang aus Sicht einer dritten Person geschrieben ist. Für den Lesefluss wäre es noch besser gewesen, wenn auch sein Strang aus der ich-Perspektive geschrieben worden wäre.
    Die Beziehung und Leidenschaft der beiden wird gut beschrieben; auch während des Aufenthaltes in dem Haus habe ich diese Passagen gerne gelesen. Mir gefielen sie fast noch besser als der Rest.
    Ellies Geheimnis bzw. dessen Auflösung ist deutlich genialer als Stevens Geheimnis und dessen Auflösung. Auf mich persönlich wirkte es allzu sehr konstruiert, sodass es mich nicht ganz überzeugen konnte. Allerdings ist das absolute Geschmackssache und wird es sicher auch viele Leser geben, die überzeugt sein werden. Denn man muss ihm lassen, dass es perfekt zu diesem Genre passt und wirklich raffiniert ist! Laure van Rensburg beherrscht ihr Handwerk definitiv.
    Wenn die Leidenschaft nachlässt, die Geheimnisse der beiden erwähnt werden, wird es schnell so richtig temporeich, düster, gefährlich, nervenaufreibend.
    Ergänzt wird das durch kurze Einschübe einer dritten Person, deren Identität lange nicht preisgegeben wird. Nur Stück für Stück setzt sich das Puzzle zusammen. Die ganze Auflösung gibt es erst ganz zum Schluss. Bis dahin ist nichts vorhersehbar.

    ******

    Fazit: Kein überragend guter, überraschend neuer, aber doch ein solider Thriller, der einem kalte Schauer über den Rücken jagt. Was für ein perfider Plan, was für eine perfide Person! Ob zu konstruiert oder nicht - das, was Laure van Rensburg da präsentiert, passt perfekt zu diesem Genre und ist schon raffiniert.
    Auch das Haus als Schauplatz hat mir gut gefallen.
    Wer auf der Suche nach einem Thriller ist, den er in einem Rutsch durchlesen kann und bei dem man durchaus Angst und Gänsehaut bekommt, der sollte "Nur du und ich" lesen!
    Die Hennakünstlerin

    Alka Joshi
    Die Hennakünstlerin (Buch)

    4 of 5 stars Active star Active star Active star Active star Inactive star
    Jul 9, 2022

    Ich freue mich auf die Fortsetzung

    Die junge Lakshmi entflieht einer ebenso kurzen wie unschönen Ehe. Sie gelangt nach Jaipur, wo sie beginnt, als Hennakünstlerin zu arbeiten, und immer bekannter und angesehener wird. Frauen der obersten Gesellschaftsschicht gehören zu ihren Kundinnen und empfehlen sie weiter. Sogar der Weg in den Palast steht ihr nun offen.
    Alles ändert sich, als plötzlich ihre kleine Schwester Radha vor ihr steht - die Schwester, die erst nach ihrer Flucht geboren wurde und die Lakshmi nie kennengelernt hat. Lakshmi nimmt Radha bei sich auf - und muss bald erkennen, dass die Erziehung ihrer Schwester und die Arbeit als beste Hennakünstlerin weit und breit nicht zu vereinbaren sind. Sie verliert viel - nicht zuletzt, weil auch ihr Ehemann sie in Jaipur gefunden hat ... kann Lakshmi das Leben, das sie sich in den letzten 13 Jahren aufgebaut hat, retten? Oder wird sie alles verlieren? Ist es Zeit für neue Wege? Wie könnten diese aussehen?

    ******

    "Die Hennakünstlerin" besticht durch ihr schönes Cover und den interessanten Klappentext.
    Der letzte exotische Roman ("Als die Tage nach Zimt schmeckten" von Donia Bijan - absolut lesenswert!) lag schon eine ganze Weile zurück, und so waren die Vorfreude und die Erwartungen in Sachen Hennakünstlerin groß.
    Alka Joshis Stil lässt sich durchgehend angenehm flüssig lesen, ist atmosphärisch und opulent; das gefiel mir sehr.
    Die Figuren sind gut gelungen, behalten keine Distanz zum Leser, sondern der Leser fühlt und lebt mit ihnen. Auch das gefiel mir.
    Es werden viele (zu viele?) Themen angeschnitten, es geht nicht nur um Henna- und Heilkunst, das Kastensystem, die Gesellschaft, den Alltag, den Palast, sondern auch um viele zwischenmenschliche Dinge. Manche davon hätten mehr Tiefe vertragen.
    Die Figuren und Themen sorgen dafür, dass diese Geschichte exotisch, betörend schön, opulent, atmosphärisch und bildhaft, aber auch sehr traurig und berührend ist. Sie hätte vielleicht noch ein klein wenig mehr Spannung vertragen können.
    "Die Hennakünstlerin" hat mir definitiv ein paar schöne Lesestunden geschenkt; ich habe die Geschichte gerne gelesen. Dennoch konnte sie meine Erwartungen nicht ganz erfüllen und wird vermutlich leider nicht lange nachklingen. Trotzdem freue ich mich darüber, dass die Autorin schon an einer Fortsetzung arbeitet, und werde diese ebenfalls gerne lesen. -Was ja auch irgendwie für "Die Hennakünstlerin" spricht.
    Es ist das richtige Buch für alle, die Lust auf einen exotischen Roman und Familiengeschichten, die in vergangenen Jahrzehnten spielen, haben.

    Wie man sich einen Lord angelt

    Sophie Irwin
    Wie man sich einen Lord angelt (Buch)

    4 of 5 stars Active star Active star Active star Active star Inactive star
    Jun 6, 2022

    Eine erfrischend neue Regency-Reihe!

    "Menschen, die sich aus Gewohnheit unerreichbare Ziele setzen, trifft man recht häufig. Menschen dagegen, die es sich zur Gewohnheit gemacht haben, diese Ziele auch zu erreichen, sind selten. Doch genau zu dieser zweiten Gruppe gehörte Miss Talbot."





    Kitty Talbots Eheschließung schien in sicheren Tüchern, war sie doch schon zwei Jahre lang mit dem wohlhabenden Charles Linfield verlobt. Doch diesem gelang es, lange gehütete, dunkle Geheimnisse der Familie aufzudecken, und so verlor er nach dem Tod von Kittys Vater keine Zeit und löste die Verlobung. Nun steht Kitty da - mit vier Schwestern, die es zu versorgen gilt, einem reparaturbedürftigen Haus auf dem Lande sowie einem Berg voller Spielschulden. Die Zeit drängt, sie muss schnellstmöglich reich heiraten. Doch Kitty Talbot wäre nicht Kitty Talbot, wenn sie sich davon unterkriegen lassen würde! Da sie mit Charles Linfield bereits den weit und breit reichsten Mann an der Angel hatte, ist Kitty schnell klar, dass es zu Hause nichts mehr zu holen gibt. Und so bricht sie mit einer ihrer Schwestern zu Tante Dorothy nach London auf. Dort will sie die Ballsaison verbringen und ihr Ziel erreichen. Schnell findet sich ein Kandidat, der perfekt scheint und restlos in Kitty verliebt ist. Kitty wähnt sich am Ziel ihrer Träume - doch sie hat die Rechnung ohne Archies älteren Bruder gemacht, der Kitty sofort durchschaut hat und diese Hochzeit mit allen Mitteln verhindern will ...

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    Ich liebe Regency-Romane und ich liebe Bridgerton. Diese Mischung hat mich sofort angespochen, da etwa christliche Regency-Romane zwar wunderschön, aber eben doch konservativ gehalten sind. Sophie Irwin versprach etwas Neues. Und tatsächlich wird der Leser nicht enttäuscht! Man hat zwar die gewohnte und geschätzte Regency-Romantik, aber es ist auch eine Geschichte im Stile Bridgertons, wodurch diese Geschichte auch sehr erfrischend, modern, kurzweilig, humorvoll, bissig und amüsant daherkommt. Das zeigt sich deutlich bei den Figuren (allen voran Kitty) und Dialogen, die einfach wundervoll sind.

    Sophie Irwins Stil liest sich angenehm flüssig und macht "Wie man sich einen Lord angelt" herrlich atmosphärisch. Man fühlt sich als Leser ins London dieser Zeit, in die Ballsäle und an die Teetafeln versetzt.

    Auch Spannung und Gefahr kommen hier nicht zu kurz, und das hat die Geschichte für mich noch kurzweiliger gemacht.

    Zwar ist relativ schnell absehbar, wie die Geschichte enden wird, bzw. mit wem Kitty enden wird, doch bis dahin sind noch einige Irrungen und Wirrungen und Abenteuer zu überstehen ... für ein Debüt ist dieser Roman wirklich nicht schlecht.

    Es ist eine Wohlfühlgeschichte, in die man als Leser tief eintauchen, die man wirklich erleben kann.

    Ich freue mich schon sehr auf den nächsten Band!



    Savas, A: Four Houses of Oxford, Band 1: Brich die Regeln

    Savas, A: Four Houses of Oxford, Band 1: Brich die Regeln (Buch)

    5 of 5 stars Active star Active star Active star Active star Active star
    May 26, 2022

    Ein Auftakt mit extremem Suchtfaktor!

    Ein bisschen beginnt diese Geschichte wie Harry Potter: Nach Jahren in Pflegefamilien, in denen Harper immer überflüssig war und schlecht behandelt wurde, bekommt sie einen Jura-Studienplatz an der University of Oxford. Harper ist überglücklich, zumal auch ihre beste Freundin Cece dort Jura studieren wird.
    Noch aufregender wird oder scheint dies zunächst dadurch, dass sie einen anonymen Brief erhält, in dem ihr dringend geraten wird, einer bestimmten der vier Studentenverbindungen beizutreten. Luxuriöses Wohnen und Studieren, Macht, Ruhm, die Erfüllung ihres größten Wunsches ... Harper kann nicht widerstehen. Zu groß ist der Reiz, zu viel gibt es zu gewinnen. So lässt sie auch die letzte Möglichkeit, doch noch zu gehen, verstreichen.
    Viel zu spät merkt sie, dass hier etwas sehr faul ist, etwas überhaupt nicht mit rechten Dingen zugeht, sie gezwungen ist, an einem Spiel der Vier Farben teilzunehmen - einem Spiel, das wie die Vier Farben selbst keinerlei Grenzen kennt und das nicht nur für die Spieler selbst, sondern auch für die Menschen, die sie am meisten lieben, einen tödlichen Ausgang nehmen kann ...
    Und es wird noch schwieriger und gefährlicher, als Harper dort Finley, ihre erste große Liebe, wieder trifft. Finley, der nur blieb, um Harper zu warnen und den mysteriösen Tod seines Freundes Dorian während des Spiels der Vier Farben aufzuklären ... Harper und Finley lieben sich immer noch, doch ihre Liebe darf nicht sein, da Freundschaften und Beziehungen zwischen Mitgliedern verschiedener Farben streng verboten sind. Gemeinsam versuchen sie, Licht ins Dunkel zu bringen - und wieder lebend aus dieser Sache herauszukommen ...

    ******

    Ich bin wirklich wählerisch, was Jugendbücher und Fantasy angeht - doch "Four Houses of Oxford" wollte ich unbedingt lesen, da ich Cover, Klappentext und Leseprobe so toll fand. Und ich wurde nicht enttäuscht, im Gegenteil! Anna Savas´ Stil lässt sich vom ersten bis zum letzten Satz absolut flüssig und angenehm lesen. Erzählt wird abwechselnd aus der Sicht von Harper und von Finley, sodass schon dadurch für Lesefluss und Abwechslung gesorgt ist und Längen vermieden werden. Auch haben die Kapitel jeweils genau die richtige Länge.
    Die Figuren sind gelungen, bleiben interessant. So ist Eli etwa noch völlig undurchsichtig und wird uns auch noch in Band 2 beschäftigen, vielleicht/vermutlich sogar eine entscheidende Rolle spielen. Man kann es kaum erwarten, mehr über ihn zu erfahren und das Geheimnis zu lüften. Anna Savas verrät niemals zu früh zu viel.
    Schon der Schauplatz und die Idee mit den Studentenverbindungen sind toll, und dieses Spiel, diese Geheimnisse der Vier Farben machen die Geschichte perfekt.
    Ergänzt wird das Ganze durch die Freundschaft mit Cece und die Liebesgeschichte zwischen Harper und Finley.
    Man rätselt wirklich mit, fragt sich, was die Vier Farben noch alles verbergen, wie lange Harper und Finley ihre Liebe noch verheimlichen können, was es mit Eli auf sich hat, was wirklich mit Dorian und seiner Freundin geschah, was noch während des Spiels geschehen wird, ob es Harper und Finley gelingen wird, das Spiel und die Vier Farben lebend zu verlassen (diese große Frage wirft vor allem der Cliffhanger auf!) ... viele offene und sehr spannende Fragen. Auch der zweite Band wird großartig werden und ich freue mich schon sehr auf ihn, würde ihn am liebsten sofort lesen! Das spricht wohl sehr für dieses Buch.
    Auf die düstere, unheilvolle, mysteriöse Atmosphäre, die sich von Anfang bis Ende durchzieht, hat mir sehr gut gefallen und für einen wahren Lesesog gesorgt.
    Fazit also: Ein toller Auftakt und eine absolute Empfehlung, auch für Leser, die in Sachen Jugendbuch und Fantasy skeptisch und wählerisch sind!
    #London Whisper - Als Zofe ist man selten online

    Aniela Ley
    #London Whisper - Als Zofe ist man selten online (Buch)

    3 of 5 stars Active star Active star Active star Inactive star Inactive star
    May 13, 2022

    Nur was für jugendliche Leser

    Eine junge Protagonistin reist durch die Zeit, landet im London vergangener Jahrhunderte wieder, muss als Zofe zurechtkommen, hat keine Ahnung, ob und wie sie wieder zurück in ihr Jahrhundert kommen kann ... die Idee ist nicht ganz neu. Was Helen Peters mit "Mitternacht in Charlbury House" für Kinder vorgelegt hat, das bietet "#London Whisper - als Zofe ist man selten online" nun für Jugendliche, angereichert um einen weiteren Protagonisten, der ebenfalls Zeitreisender ist.
    Das klang nett - letztlich war dieses Buch auch genau das. Nett, aber nicht mehr. Schon das Cover lässt vermuten, dass die Reihe tatsächlich in erster Linie auf die eigentliche Zielgruppe zugeschnitten ist. Die findet die Geschichte vermutlich ganz gut. Ältere Leser dürften nicht ganz so begeistert sein. Der Stil ist okay, lässt sich leicht und flüssig lesen. Die Figuren sind aber ziemlich einfach gezeichnet und lassen oftmals Komplexität und Tiefe vermissen. Auch die Handlung ist ziemlich einfach gehalten. Für die Zielgruppe mag das noch gehen, aber ältere Leser dürften das bemängeln. Mich persönlich haben auch die Rechtschreibfehler gestört. Das Lektorat hätte besser sein können bzw. müssen.
    Die Idee, zu Beginn der Kapitel Briefe auf schönem Briefpapier einzuschieben, fand ich schön. Die übrigen Illustrationen hätten aber ruhig noch zahlreicher und authentischer sein können.
    Fazit: Auftakt zu einer Zeitreise-Reihe, die klar auf den Geschmack und die Bedürfnisse von jugendlichen Lesern zugeschnitten ist. Ältere Leser dürften deutlich weniger Gefallen daran finden und es lediglich als kurze Lektüre für zwischendurch empfinden.
    Der Tote aus Zimmer 12

    Anthony Horowitz
    Der Tote aus Zimmer 12 (Buch)

    5 of 5 stars Active star Active star Active star Active star Active star
    May 12, 2022

    Ein gewohnt guter Horowitz!

    Susan Ryeland, ehemalige Lektorin, führt mit ihrem Lebensgefährten Andreas seit ein paar Jahren ein kleines Hotel auf Kreta. Doch der Alltag ist nicht so paradiesisch wie erhofft; Susan vermisst England, und auch das Geld ist knapp, da das Hotel so viel verschlingt. So zögert sie nicht lange, als eines Tages das Ehepaar Treherne vor ihr steht. Sie erzählen von einem grausamen Mord, der sich acht Jahre zuvor, am Tag der Hochzeit ihrer Tochter Cecily, in ihrem Hotel Branlow Hall in Suffolk ereignet hat. Alan Conway, der Autor der Atticus-Romane, die Susan redigiert hat, war später ebenfalls in Branlow Hall zu Gast und schrieb einen entsprechenden Roman. Cecily Treherne gelangte an das Buch, fand sofort Conways Hinweis auf den Mörder - und ist nun spurlos verschwunden. Sie hoffen auf Susans Hilfe - und bieten ihr eine beträchtliche Summe für die Aufklärung des Falles. Doch dieser Fall ist komplizierter als gedacht, und mehrere Personen wollen mit allen Mitteln verhindern, dass Susan dunkle Geheimnisse aufdeckt, die niemals an Licht gelangen sollen ...

    ******

    Das Cover ist nicht nur wunderschön, sondern passt perfekt zum Inhalt!

    Ich liebe Anthony Horowitz´ Kriminalromane. Ich habe alle gelesen und wurde noch nie enttäuscht - ganz im Gegenteil! Sie zählen immer zu den Highlights eines Lesejahres.

    Seine Werke bestechen v.a. durch Horowitz´ Stil, der einfach ein Genuss ist und einen sehr an die großen klassischen britischen Kriminalromane erinnern. Wer Agatha Christie liebt, der wird definitiv auch Gefallen an Anthony Horowitz finden! Immer sind seine Werke auch atmosphärisch, immer sind sie wirklich genial aufgebaut. Es wird keine Sekunde langweilig, man kann herrlich mitermitteln, die Auflösung überrascht und überzeugt einen jedes Mal aufs Neue.

    Auch "Der Tote aus Zimmmer 12" bietet wieder diese Mischung aus schönen Bildern, viel Spannung und Gefahr, dunkler, mysteriöser Stimmung, viel Stoff zum Nachdenken. Auch für die Figuren hat Horowitz wahrlich Talent; auch hier sind sie wieder hervorragend gezeichnet. Man kann sie oftmals einfach nicht durchschauen, weiß bis zuletzt nicht, ob sie nun Täter oder jedenfalls gefährlich sind oder nicht. Horowitz´ Figuren lösen viel beim Leser aus, lassen ihm bspw. den Atem stocken, lösen eine Gänsehaut aus. Definitiv in höherem Maße als man das von anderen Autoren kennt!

    Zu Beginn hat mich dieser Krimi im Krimi etwas aus dem Lesefluss gerissen, doch das legte sich schnell - zumal dieser Eindruck nur subjektiv und die Idee genial ist und man ja schon nach dem Lesen des Klappentextes weiß, worauf man sich einlässt..

    Insgesamt ist es ein gewohnt guter Horowitz, den ich wieder von der ersten bis zur letzten Seite genossen habe und allen Liebhabern des klassischen britischen Kriminalromans nur empfehlen kann. Ich freue mich jetzt schon sehr auf den nächsten Horowitz!

    Mrs Potts' Mordclub und der tote Nachbar

    Robert Thorogood
    Mrs Potts' Mordclub und der tote Nachbar (Buch)

    4 of 5 stars Active star Active star Active star Active star Inactive star
    Mar 16, 2022

    Es ist Luft nach oben vorhanden ...

    Judith Potts ist alleinstehend, lebt in einem alten Herrenhaus am Ufer der Themse und badet gerne nackt. Eines Abends hört sie dabei einen Schuss und findet kurze Zeit später ihren Nachbarn Stefan Dunwoody tot auf. Judith ist überzeugt davon, dass Stefan ermordet wurde. Doch die Polizei nimmt dies nicht ernst. Und so beschließt Judith, selbst zu ermitteln und den Fall aufzuklären. Unterstützt wird sie hierbei von der Hundeausführerin Suzie und der Pfarrersfrau Becks, mit denen sie harmoniert und sich anfreundet.

    ******

    Cover und Klappentext haben mir auf Anhieb gefallen - es klang wie eine perfekte Mischung aus Miss Marple und Agatha Raisin! Da ich diese Figuren sowie klassische englische Krimis im Allgemeinen liebe, waren die Erwartungen hoch. Hohe Erwartungen können enttäuscht werden ... so leider auch im Falle von "Mrs Potts´ Mordclub und der tote Nachbar" ...

    Immerhin liest Thorogood´s Stil sich angenehm flüssig.

    Lange Zeit plätschert und ermittelt alles vor sich hin - nett zu lesen, wobei mir persönlich Atmosphäre und Lokalkolorit fehlten. Klassisch englisch war hier höchstens, dass öfter Tee getrunken wurde. Es bleibt nicht bei einem Mordfall, das Tempo nimmt zu, gerade am Ende überschlagen sich die Ereignisse. Das hätte positiv sein können - allerdings wirkt dieses Ende leider sehr konstruiert und unglaubwürdig.

    Man baut zu den Figuren auch leider keine wirkliche Beziehung auf; sie bleiben ziemlich blass und distanziert.

    Auch der britische Humor fehlt leider.

    Das größte Manko ist aber sicherlich, dass hier hohe Erwartungen geschürt werden, Parallelen zu Miss Marple und Agatha Raisin unübersehbar sind, Thorogood´s Figuren an diese Vorbilder aber leider nicht wirklich rankommen. Mit Miss Marple hat Judith Potts etwa das Alter gemeinsam sowie die Tatsache, dass sie alleine lebt. Sie ist aber nicht so liebenswert wie Miss Marple. Für Agatha Raisin ist Judith Potts nicht liebenswert schrullig genug, nicht amüsant genug.

    Unter´m Strich ist es der Auftakt einer neuen Krimireihe, die man lesen kann, aber nicht lesen muss. Aktuell bin ich noch unschlüssig, ob ich diese Reihe weiter verfolgen will und werde.

    Wenn man sie liest, dann sollte einem bewusst sein, dass es sich um eine durchschnittliche Reihe handelt, die (noch) nicht an richtig gute Reihen dieser Art oder gar an die große und wunderbare Agatha Christie und deren Miss Marple herankommt. Leser, die diese großen Erwartungen nicht haben, könnten durchaus Gefallen an "Mrs Potts´ Mordclub und der tote Nachbar" finden.



    Mrs Agatha Christie

    Marie Benedict
    Mrs Agatha Christie (Buch)

    5 of 5 stars Active star Active star Active star Active star Active star
    Mar 16, 2022

    Atmosphärisch, fesselnd, spannend, überzeugend und gut!

    Marie Benedict hat es sich zur Aufgabe gemacht, sich mit dem Leben wichtiger Frauen der Weltgeschichte zu beschäftigen, damit diese nicht in Vergessenheit geraten.

    Nun hat sie sich Agatha Christie ausgesucht - die erfolgreichste und bekannteste Kriminalautorin der Welt, die den klassischen britischen Kriminalroman begründet hat und bei der man sofort an Miss Marple und Hercule Poirot denkt.

    Privat war Agatha Christies Leben keineswegs von Erfolg und Glück gekrönt. Sie entschied sich gegen einen verlässlichen und gutmütigen Mann, ließ sich auf Archibald Christie ein, den sie anhimmelte und der ihr den Kopf verdrehte. Doch die Entscheidung für diese Ehe bereute sie schnell - Archibald wurde immer desinteressierter, nörgeliger, gefühlskälter, grausamer. Sie lebten sich auseinander, stritten sich immer häufiger und öfter. Die Situation eskalierte, als Archibald Agatha, nachdem seine Affäre mit der jungen Nancy Steele bereits mehrere Monate andauerte, morgens am Frühstückstisch mitteilte, dass er Nancy heiraten und daher die Scheidung wolle. Abends war Agatha verschwunden - und blieb dies ganze elf Tage lang. Die Polizei stand trotz einer spektakulären Suchaktion und Arthur Conan Doyles Hilfe vor einem Rätsel, verdächtigte Archibald, Agatha umgebracht zu haben. Elf Tage nach ihrem Verschwinden tauchte Agatha Christie auf ebenso mysteriöse Weise in einem Hotel in Harrogate wieder auf. Der Fall konnte nie geklärt werden. Man wird nie wissen, ob Agatha Christie ihr Verschwinden inszeniert hatte, um sich an Archibald zu rächen, ob sie, wie die Familie sagte, für diese Zeit ihr Gedächtnis verloren hatte, ob sie Opfer einer Straftat wurde ...

    Marie Benedict erzählt in einer Mischung aus Fakten und Fiktion ihre eigene Version davon, was passiert sein muss.

    Erzählt wird in zwei Erzählsträngen; ein Mal ab dem Jahr 1912 und damit ab dem Kennenlernen von Agatha und Archibald, ein Mal während der elf Tage, in denen Agatha verschwunden war.

    Marie Benedicts Stil gefiel mir auf Anhieb - immer überaus angenehm lesbar, nicht zu leicht, nicht zu schwer, herrlich atmosphärisch. Einerseits wollte ich langsam lesen, um diese Atmosphäre und diese Geschichte möglichst lange genießen zu können, andererseits wurde es immer fesselnder und spannender, sodass ich das Buch kaum noch aus der Hand legen konnte und wollte. Viel besser kann eine Autorin es wohl nicht machen!

    Mir hat "Mrs Agatha Christie" sehr gut gefallen. Es ist die perfekte Lektüre für alle, die mehr über Agatha Christie, ihr Privatleben und insbesondere ihr mysteriöses elftägiges Verschwinden erfahren und lesen wollen, was sich wohl zugetragen haben könnte, und die obendrein eine atmosphärische, fesselnde und spannende Geschichte erleben wollen. Marie Benedicts Sicht der Dinge ist absolut überzeugend. Mein erstes, aber sicher nicht mein letztes Werk dieser Autorin!
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