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    Cellissima

    Aktiv seit: 16. März 2022
    "Hilfreich"-Bewertungen: 2

    Bitte beachten Sie

    Wir können nicht sicherstellen, dass die Angaben von Verbrauchern stammen, die das Produkt tatsächlich genutzt oder erworben haben.

    186 Rezensionen

    Wir können nicht sicherstellen, dass die Angaben von Verbrauchern stammen, die das Produkt tatsächlich genutzt oder erworben haben.
    Stolz, Vorurteil und Hexerei

    Melinda Taub
    Stolz, Vorurteil und Hexerei (Buch)

    3 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern Inaktiver Stern
    14.09.2026

    Klassiker trifft Fantasy

    Ich liebe Klassiker, in Sachen Fantasy bin ich hingegen schwierig - cosy fantasy lese ich mittlerweile sehr oft und gerne, in Sachen restliche Fantasy bin ich hingegen oft noch sehr wählerisch. Hier siegte aber wieder mal die Neugier, da Titel, Cover und Klappentext zu gut klangen.
    Ich gebe zu - ich ließ mich auch etwas davon beeinflussen, dass die Bridgerton-Autorin das Buch so lobte und empfahl. Ich liebe Bridgerton, und wenn die Autorin dieses Buch empfiehlt ... die Erwartungen waren also hoch.
    Also war ich gespannt und freute mich darauf, Stolz und Vorurteil ganz neu kennen zu lernen - erzählt aus Sicht der jüngsten Bennet-Schwester und nicht als reinen Klassiker, sondern gemischt mit Fantasy.
    Melinda Taubs Schreibstil gefiel mir extrem gut, ebenfalls die Atmosphäre und der wundervolle Humor. In dieser Hinsicht lohnte sich die Lektüre absolut!
    Leider weist die Geschichte aber immer wieder extreme Längen auf. Das hat bei mir Lesefluss und -freude deutlich geschmälert und dafür gesorgt, dass das Lesen mitunter sogar etwas anstrengend wurde.
    Von der Magie hatte ich mir mehr erwartet. Mir war es nicht originell genug.
    Die Idee ist spannend und gut, aber die Umsetzung ist aus meiner Sicht leider nicht wirklich gelungen. Die Geschichte ist nett für zwischendurch, letztendlich aber leider nichts Besonderes und nichts, was lange nachhallen wird.
    Wer jedoch sowohl Klassiker als auch Fantasy wirklich liebt, dem könnte Stolz, Vorurteil und Hexerei durchaus gut gefallen. Mich hat das Werk leider enttäuscht.
    Dracula & Töchter (Dracula & Töchter 1)

    Emma Carroll
    Dracula & Töchter (Dracula & Töchter 1) (Buch)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    14.09.2026

    Vampire in Temstown

    Die letzte Vampir-Epidemie in Temstown liegt schon zwanzig Jahre zurück.
    Dann dann ist eines Tages das Grab einer jungen Schauspielerin, die auf der Bühne zusammenbrach und starb, plötzlich leer. Und es sieht so aus, als ob sie daraus ausgebrochen wäre! Es kann sich also nur um einen Vampir handeln. Und tatsächlich folgen schnell Vampirangriffe.
    Als ihr Freund Varney von dem Vampir gebissen wird, beschließen die Cousinen Mina, Buffy und Bella, Varney zu retten und Temstown von der Vampir-Epidemie zu befreien. Der Arzt möchte Varney studieren, um seine Karriere voranzutreiben, und sein Herz mit einem Weißdornpfahl durchbohren, da er nun ebenfalls zum Vampir wird und das die einzige Möglichkeit zu sein scheint, die Vampire zu bekämpfen. Die Mädchen wollen dies jedoch nicht zulassen und suchen nach einer anderen Lösung. Sie finden ein uraltes Buch, in dem steht, dass die Heilung von Vampiren möglich ist - und dass Frauen, die bisher nur von einem Medizinstudium träumen konnten, Erfolg in der Wissenschaft haben können ...
    Doch die entscheidenden Seiten des Buches sind leer - und so beginnt ein Wettlauf gegen die Zeit ...
    ******
    Nachdem "Nacht über Frost Hollow Hall" schon toll war, waren wir sehr gespannt auf "Dracula & Töchter" und freuten uns sehr darauf. Und wir wurden nicht enttäuscht - es war tatsächlich ein Highlight!
    Das Cover passt perfekt zur Geschichte.
    Emma Carrolls Schreibstil ist toll, er lässt sich absolut angenehm und flüssig lesen. Es gibt viele recht kurze Kapitel. Das Buch eignet sich perfekt sowohl zum Vorlesen als auch zum Selbstlesen, durch die Kapitellänge auch zwischendurch oder abends vor dem Einschlafen im Bett - wobei man dieses Buch eigentlich nicht mehr aus der Hand legen kann! Es ist so spannend und gut, dass man es am liebsten in einem Rutsch lesen möchte, weil man unbedingt erfahren möchte, wie es weitergeht. Es geht schon Schlag auf Schlag, die Geschichte hat viel Spannung, Gefahr - und damit natürlich auch Tempo. Für Kinder, die ruhige, langsame Geschichten mögen, ist es also die falsche Wahl. Wir haben es geliebt, und es passt auch einfach perfekt.
    Die Geschichte ist extrem atmosphärisch und bildhaft, mit einer düsteren, gefährlichen, mysteriösen Grundstimmung. Auch dies hat uns sehr gefallen.
    Auch die Figuren sind absolut gelungen. Toll finde ich hier gerade für Mädchen, dass v.a. diese drei Mädchen, daneben auch etwas ihre beiden Mütter, im Mittelpunkt stehen. In allererster Linie geht es aber zumindest in diesem Auftaktband um Mina, Buffy und Bella. Kinder lernen, dass Freundschaft usw. nichts mit Klassenunterschieden, Geld und dergleichen zu tun haben und dass diese Dinge dafür völlig irrelevant sind. Gerade für Mädchen finde ich auch den Fokus auf Frauen in der Medizin bzw. generell in der Wissenschaft toll, wenn man bedenkt, wie unterrepräsentiert Frauen in Medizin, Jura, generell in der Wissenschaft jedenfalls in Führungspositionen auch heute noch sind, dass der Frauenanteil immer noch erhöht werden muss etc.
    Generell ist es super, dass hier mutige, starke, selbstbewusste und tolle Mädchen und Frauen im Mittelpunkt stehen! Und diese Mädchen und Frauen setzen sich gegenüber den Männern durch.
    Es gibt überraschende Enthüllungen und Wendungen, nichts ist vorhersehbar, sodass es wirklich bis zum Schluss absolut spannend bleibt.
    Der Fall bzgl. dieser Schauspielerin wird in diesem Auftaktband geklärt und gelöst, sodass dieser erste Band quasi in sich geschlossen ist und man ihn durchaus auch nur einzeln lesen könnte, ohne zwingend die ganze Trilogie lesen zu müssen - aber ich glaube kaum, dass irgendjemand diese Reihe nach diesem Auftaktband abbrechen wird! Dafür ist sie einfach viel zu gut. Wir sind richtig gespannt auf die beiden noch folgenden Bände und würden diese am liebsten sofort lesen.
    Und die Geschichte hat auf jeden Fall das Potenzial für mehrere Bände! So ist die Abstammung der Kinder höchst spannend. Wir würden gerne etwas, am liebsten auch viel, über den Großvater erfahren, auch über die Mütter der Kinder, über ihre Heimat; vielleicht reisen sie ja auch noch hin?! Im ersten Band erfuhr man nur das Nötigste. Das hat absolut gereicht, macht die Leser aber auch extrem neugierig. Wir denken und hoffen, dass in den Folgebänden in dieser Hinsicht noch was kommen wird.
    Einziger Kritikpunkt ist vielleicht das empfohlene Lesealter: ab 10. Das halte ich für oftmals zu früh, da ich nur wenige Kinder kenne, die so eine Geschichte in diesem Alter schon lesen können und wollen. Sie ist wirklich düster und gruselig durch die Thematik und Handlung. Aber hier ist jedes Kind verschieden ... ich persönlich würde das empfohlene Lesealter etwas anheben, jedenfalls gerade bei jüngeren Kindern aber empfehlen, das Buch erst mal selbst (an)zulesen und dann zu entscheiden, ob man es dem Kind schon zum Vorlesen oder Selbstlesen gibt oder ob man lieber noch etwas wartet damit.
    Wenn es aber passt, dann kommen kleine und große Gruselfans aber voll auf ihre Kosten! Es ist das perfekte Buch für den Herbst und Winter, gerade jetzt vor Halloween oder auch im November.
    Auch ich als Erwachsene fand das Buch richtig spannend und gut, konnte und wollte es ebenfalls nicht mehr aus der Hand legen. Wir haben es zusammen verschlungen.
    Absolute Leseempfehlung!
    Sommerhaus

    Rachel Joyce
    Sommerhaus (Buch)

    3 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern Inaktiver Stern
    23.08.2026

    Durchwachsen

    Der Maler Vic Kemp versammelt seine vier Kinder, um ihnen eine große Neuigkeit mitzuteilen - er wird wieder heiraten. Mit Mitte 70. Eine Frau, die gerade mal 27 Jahre alt ist und die er erst seit kurzer Zeit und somit kaum kennt.
    Diese Nachricht löst bei den Geschwistern alles andere als Begeisterung aus. Und wenige Wochen nach der Hochzeit ist Vic Kemp tot. Ertrunken. In Italien, in einem See, an dem sich sein Sommerhaus befindet, den er genauestens kennt. Und Vic Kemp war ein hervorragender Schwimmer ...
    Die Geschwister reisen an, um herauszufinden, was passiert ist. Alles ist seltsam, vor allem Bella-Mae - Vic Kemps neue Frau ... Schnell vermuten die Geschwister, dass Bella-Mae ihre Finger im Spiel gehabt haben muss ...
    ******
    Ein Roman, der richtig spannend und gut klang.
    Und war er auch spannend und gut - der Schreibstil war toll, die Atmosphäre ebenfalls; ebenso die Figuren.
    Es wird wirklich erst zum Schluss aufgelöst, wie Vic starb, und die undurchschaubare Bella-Mae sorgt zusammen mit anderen seltsamen Umständen für eine mysteriöse und unheilvolle Grundstimmung. Man ist wirklich gespannt auf die Auflösung und will unbedingt wissen, was mit Vic geschah; ob Bella-Mae nun (Mit-) Täterin ist oder nicht.
    Dennoch konnte "Sommerhaus" mich leider nicht komplett begeistern und überzeugen.
    Das lag daran, dass es leider immer wieder Längen gab, die mir den Lesefluss und die Lesefreude nahmen.
    Auch war mir die Geschichte gerade am Ende einfach auch zu oft zu wirr und seltsam.
    Ms Atkins und die Bibliothek der Träume

    Vanessa Göcking
    Ms Atkins und die Bibliothek der Träume (Buch)

    4 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern
    17.08.2026

    Eine ebenso schöne wie berührende Geschichte - und ein Wohlfühlbuch!

    Amanda Eleonore Atkins ist Finanzbeamtin. Sie braucht klare Regeln und Routinen. Tag für Tag. Sie liebt Bücher. Sie liest seit Jahrzehnten keine fiktiven Geschichten mehr.
    Doch dann kommt sie eines Tages wieder in ihre geliebte Bibliothek, und Mrs Hodgins ist nach Jahrzehnten plötzlich nicht mehr da. Statt ihrer arbeitet nun der junge Henry Brown in der Bibliothek - jedenfalls als Aushilfe. Und er erzählt ihr, dass er von Mrs Hodgins den Auftrag bekommen habe, Amanda einen verborgenen Leseraum zu zeigen; sie habe ihm eingeschärft, dass er dies auf keinen Fall vergessen dürfe. Also tut er es.
    Und in diesem verborgenen Leseraum entdeckt sie nicht nur Bücher, sondern auch Robert Joy und Xiao Mei Smith. Sie erleben Geschichten, werden mit ihren Träumen, Ängsten, Sehnsüchten und Wünschen konfrontiert ... denn diese Bibliothek beherbergt eben nicht nur Unmengen an Büchern - sondern auch die Wünsche und Träume aller Personen, die sie betreten ...
    ******
    "Ms Atkins und die Bibliothek der Träume" ist ein leises Buch; ein schönes; ein trauriges; ein unfassbar berührendes; ein magisches; und insgesamt einfach ein sehr gutes Buch.
    Vanessa Göckings Schreibstil hat mir extrem gut gefallen. Stets angenehm zu lesen, von dieser besonderen Schönheit, unfassbar atmosphärisch ... ich kann mich nicht erinnern, wann mir zuletzt ein Schreibstil so gut gefallen hat. Schon allein deswegen habe ich dieses Buch unglaublich gerne gelesen.
    Die Idee der Autorin, diese Geschichte ... sind so fantasievoll, so originell!
    Auch die Figuren schließt man schnell sehr ins Herz. Im Mittelpunkt steht natürlich Amanda; über die anderen Figuren hätte man vielleicht noch mehr schreiben können; ich hätte gerne noch etwas mehr über sie erfahren. Aber auch so ist diese Geschichte einfach rund.
    Obwohl Fantasy nicht mein Lieblingsgenre ist bzw. ich allenfalls cosy fantasy wirklich mag und gerne und in letzter Zeit zunehmend lese, hat mir dieses Werk wirklich gefallen, sodass ich es auch Lesern empfehlen würde, die nicht oder nicht allzu gerne Fantasy lesen. Denn "Ms Atkins und die Bibliothek der Träume" ist so viel mehr als das!
    Es ist eine wunderschöne und zutiefst berührende Geschichte über Familie, Freundschaft, Liebe, Schicksalsschläge, Schuld und Vergebung, Träume, Ängste, Sehnsüchte, Wünsche, Akzeptanz, Heilung, Hoffnung, voller Weisheit ... und natürlich auch und vor allem auch eine Liebeserklärung an Bücher, Bibliotheken und das Lesen!
    Einziger Kritikpunkt ist für mich, dass es mir persönlich am Ende zu traurig wurde. Die Autorin erzählt auch dieses Ende nicht nur schwer und belastend, sondern stimmig und versöhnlich. Mir persönlich wurde es aber zu ernst und traurig. Ich möchte aber betonen, dass das nur mein persönliches Empfinden ist. Und rückblickend, wenn man erfährt und dann weiß, warum Amanda diese festen Regeln und Routinen braucht, warum sie seit Jahrzehnten keine fiktiven Geschichten mehr liest, obwohl sie diese als Kind liebte, warum sie so ist, wie sie ist ... dann macht das Sinn, dann ist das konsequent und auf eine Weise für Amanda sogar schön und erlösend.
    Aber man hätte diese Begegnung mit dieser Person im Traum auch genau so geschehen lassen können, ohne danach mit Amanda geschehen zu lassen, was eben am Ende des Buches mit ihr geschieht. Das war es, was für mich unerwartet, was mir persönlich zu schwer und traurig war und was ich mir anders gewünscht hätte. Nicht die Begegnung mit der anderen Person im Traum - sondern eben das, was wir davor und danach über Amanda lesen; was mit Amanda am Ende der Geschichte geschieht.
    Das hat für mich persönlich den Gesamteindruck etwas runtergezogen.
    Insgesamt ist "Ms Atkins und die Bibliothek der Träume" aber ein sehr empfehlenswertes Buch, das einem gerade jetzt im Herbst in eine Wolldecke gekuschelt und mit einer Kanne Tee ein paar wundervolle Lesestunden schenkt.

    Die Bernsteinfischerin

    Lisa Quentin
    Die Bernsteinfischerin (Buch)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    17.08.2026

    Der bisher beste Roman dieses Jahres!

    Julika ist Wissenschaftlerin und erforscht Bernstein. Eines Tages hat sie ein ganz besonderes Exemplar in der Hand - und ein besonders wichtiges, denn dieses Exemplar könnte die Geschichte der Erde, wie man sie bisher annahm und lehrte, komplett auf den Kopf stellen ...
    Julika will unbedingt mehr darüber erfahren, dieses Stück genauer erforschen. Sie findet heraus, wer das Stück vor Jahrzehnten gefunden hat - Ebba. Sie findet heraus, dass Ebba immer noch an der Ostsee lebt - und macht sich auf den Weg dorthin ...
    ******
    "Die Bernsteinfischerin" ist für mich der mit großem Abstand beste Roman, den ich bisher in diesem Jahr gelesen habe.
    Lisa Quentin schreibt hervorragend, ihr Stil hat mir unglaublich gut gefallen.
    Diese Geschichte entfaltet sehr schnell ihre Sogwirkung, und sie ist unfassbar atmosphärisch. Auch das habe ich an diesem Roman geliebt.
    Man hat das Gefühl, selbst an der Ostsee zu sein, mit den Figuren beim Tee zu sitzen.
    Lisa Quentin erzählt auch zwei Zeitebenen immer im Wechsel die Geschichte von Ebba und Julika. Ebbas Geschichte beginnt fast achtzig Jahre zuvor, Julias Geschichte spielt in der Gegenwart.
    Sie sind zwei ganz unterschiedliche Frauen, mit ganz unterschiedlichen Leben. Doch sie haben eine Sache gemeinsam: Sie sind beide sehr starke Frauen. Sie haben beide kein einfaches Leben und beide jeweils eine schwere Last zu tragen.
    Es ist ein Roman über Familie, Liebe und Verlust, über zwei starke Frauen - und eine Liebeserklärung an die Natur und ihre Schönheit.
    Was ist Liebe, was ist Glück, was ist Freiheit, wie will man leben und wie kann man so leben, wie man leben möchte?
    Ein fast schon poetischer Roman, von unglaublicher Schönheit, ein zarter und leiser, zugleich aber auch sehr starker Roman.
    Diese Geschichte ist ebenso wunderschön wie traurig, dramatisch und berührend. Wirklich das bisherige Highlight in diesem Jahr in diesem Genre.
    Absolute Leseempfehlung!
    Ashfield Academy - Der Ruf des Wasserspeiers

    Sophie Oldenstein
    Ashfield Academy - Der Ruf des Wasserspeiers (Buch)

    4 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern
    20.07.2026

    Toller Auftakt

    Nicky erhält ein Stipendium für die Ashfield Academy. Sie stammt aus einfachen Verhältnissen und muss sich plötzlich unter Mitschülerin zurechtfinden, die aus einer ganz anderen Welt stammen.
    Doch es sind nicht nur diese neuen, anderen Menschen und das generelle Leben im Internat, die Nicky zu schaffen machen, an die sie sich erst gewöhnen muss - an diesem Ort, mit diesem Ort stimmt etwas nicht.
    Sie freundet sich mit drei Mitschülern an, entdeckt ihre magischen Talente, stößt auf einen alten Kriminalfall - und muss über sich hinauswachsen, als dunkle Mächte das Internat und die Region bedrohen ...
    ******
    Es klang ganz nach einem Buch nach meinem Geschmack. Und tatsächlich gefielen mir Sophie Oldensteins Schreibstil, die Atmosphäre, die Kulisse und auch die Figuren sehr gut.
    Es ist spannend, düster, gefährlich, es gibt Abenteuer, Freundschaft, Geheimnisse, Familie, Internat ...
    Wir hätten gerne noch mehr vom Internatsleben, etwa dem Unterricht, erfahren. Dafür war aber die Freundschaft zwischen den Kindern umso besser beschrieben.
    Für mich hätte es etwas mehr Kriminalfall sein dürfen, die Zielgruppe fand den Fantasyanteil super. Das Mysteryelement hat uns gleichermaßen gut gefallen.
    Für mich als Erwachsene blieb es etwas oberflächlich und vorhersehbar, was Figuren und Handlung betraf, für die Zielgruppe -und nur auf die kommt es ja an- war es perfekt.
    Insgesamt ist es ein Buch, das gerade die Zielgruppe gerne liest und nicht mehr aus der Hand legen kann. Wir freuen uns schon auf Band 2.
    Das empfohlene Lesealter passt aus unserer Sicht übrigens auch perfekt.
    Damit eine klare Leseempfehlung für alle, die Geschichten über das Internatsleben, Freundschaft, Abenteuer, dunkle Geimnisse und Mächte, mit Spannung und Gefahr, aber auch Atmosphäre, tollen Figuren und toller Kulisse, die Krimi-, Mystery- und noch mehr Fantasyelemente enthält, mögen!
    Yesteryear

    Caro Claire Burke
    Yesteryear (Buch)

    2 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern Inaktiver Stern Inaktiver Stern
    14.07.2026

    Verwirrend und enttäuschend

    Natalie Heller Mills lebt mit ihrem Mann, ihren Kindern und den Tieren auf einer kleinen, abgeschiedenen Farm in Idaho, umgeben von Natur. Sie lebt das ursprüngliche, perfekte Land- und Familienleben. Ihre Millionen Follower fühlen sich in eine andere Zeit zurückversetzt und bekommen eine heile Welt präsentiert. - Die Betonung liegt auf dem Wort präsentiert, denn hinter den Kulissen sieht es ganz anders aus. Doch die Fassade bekommt zunehmend Risse, und eines Tages kann selbst Natalie diese nicht mehr ignorieren ...
    ******
    "Yesteryear" ist ein Buch, auf das ich mich sehr gefreut hatte, weil die Leseprobe so toll war, das ich mir lange aufgehoben hatte. Nun habe ich es endlich gelesen - und bin enttäuscht.
    Der Schreibstil ist gut, lässt sich stets angenehm flüssig lesen, und es geht wie vermutet v.a. um das Influencer-Leben, Schein und Sein, Tradwifes, Religion ... um extreme Themen.
    Nur unsympathische Figuren. Viele Längen, weil einfach zu wenig passiert. Die Auflösung ... zu simpel, zu konstruiert, zu wenig glaubwürdig. Der wow-Effekt blieb aus. Überhaupt bleibt dieser ganze Roman total blass. Figuren, Handlung ... alles bleibt so blass, distanziert, konstruiert.
    Was in Erinnerung bleibt: Heftige Dinge, die da passieren. Viele unschöne Kraftausdrücke, die da verwendet werden. Und viele Fragezeichen auch nach dem Lesen der letzten Seite.
    Ich bin ratlos, enttäuscht und genervt. Unbefriedigt. Und diesen Zustand mag ich als Leser gar nicht.
    Ich frage mich immer noch, ob ich jetzt alles richtig verstanden habe. Warum noch offene Fragen bleiben.
    Ein Buch, auf das ich mich sehr gefreut hatte und durch das ich mich letztlich doch hindurchquälen musste. Ich kann den Hype absolut nicht verstehen und kann "Yesteryear" leider auch nicht empfehlen.
    Cursed for Good - Eine Prinzessin. Ein Pirat. Und ein verfluchter Buchladen.

    Amy Coombe
    Cursed for Good - Eine Prinzessin. Ein Pirat. Und ein verfluchter Buchladen. (Buch)

    3 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern Inaktiver Stern
    12.07.2026

    Ein Fluch, der eigentlich ein Segen ist

    Tanadelle lebt das Leben, von dem viele Mädchen träumen: Sie ist eine Prinzessin. Doch sie hasst dieses Leben mit all seinen Einschränkungen und anstrengenden Verpflichtungen. Sie liebt Bücher und würde am liebsten den ganzen Tag lang lesen.
    Als sie in einem kleinen Dorf in einen Buchladen geht, um neuen Lesestoff zu kaufen, wird sie verflucht: Sie kann den Buchladen erst wieder verlassen, wenn ihr Herzenswunsch erkannt und erfüllt wurde. Letztlich weiß Tanadelle doch noch nicht hundertprozentig, was sie wirklich will, und so macht sie es sich erst mal in der kleinen Buchhandlung gemütlich und leitet sie.
    Sie findet Freunde, vor allem Sasha, die ihr in der Buchhandlung hilft - und dann taucht Bash auf, ein ebenfalls verfluchter Pirat. Und ein verdammt gutaussehender Pirat noch dazu ...
    Tanadelles Eltern sorgen dafür, dass die Prinzen aller Reiche erscheinen; sie sollen Tanadelle küssen und den Fluch brechen.
    Und Tanadelle muss sich darüber klar werden, ob sie einen Prinzen will - oder vielleicht doch lieber diesen heißen Piraten ...
    ******
    Fantasy ist nicht mein Lieblingsgenre, allerdings lese ich cosy fantasy inzwischen zunehmend gerne. Entsprechend gespannt war ich auf das Buch. Cover und Klappentext, die Idee ... gefielen mir sehr.
    Amy Coombes Schreibstil ist gut, ihre ganze Idee, die Kulisse, die Figuren und der Humor sind wirklich toll.
    Es ist natürlich keine hochtrabende Unterhaltung - aber eine nette, gemütliche Geschichte für zwischendurch fürs Herz. Und ein bisschen märchenhaft ist sie natürlich auch.
    Leider empfand ich "Cursed for Good" dennoch als etwas zu blass, langatmig und vorhersehbar. Ich weiß auch nicht, ob das Buch lange nachhallen wird.
    Aber wer cosy fantasy liebt und einfach eine schöne, gemütliche und bezaubernde, märchenhafte und magische Geschichte sucht, in der es um Liebe, Freundschaft und Bücher geht, ist hier richtig. Fans des Genres werden das Buch sicher mögen.
    Mir gefiel auch, dass wichtige Botschaften übermittelt werden - auch und vor allem auch die, dass man nicht so leben sollte, wie andere es wünschen, sondern so, wie man selbst es wünscht; dass man nicht andere glücklich machen sollte, sondern sich selbst; dass man den Mut haben sollte, Nein zu sagen.
    3,5 Sterne
    Beth is dead

    Katie Bernet
    Beth is dead (Buch)

    2 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern Inaktiver Stern Inaktiver Stern
    04.07.2026

    Nicht empfehlenswert

    Eine der March-Schwestern, Beth, wird tot aufgefunden. Und es ist sofort klar, dass es kein Unfall und kein Suizid war, sondern dass sie getötet wurde.
    Die Familie will den Täter finden - doch alle Schwestern könnten es gewesen sein. Auch im weiteren Umfeld gibt es Personen, die ein Motiv haben und es gewesen sein könnten. Hinzu kommt, dass der Vater vor einiger Zeit einen Roman über seine Töchter veröffentlichte - an dessen Ende Beth starb ...
    ******
    So weit, so gut. Klingt nach Spannung und dunklen Geheimnissen. Ein guter Thriller geht immer, und es ist immerhin ein New York Times-Bestseller - wobei ich hier schon hätte stutzig werden sollen, denn oft treffen New York Times-Bestseller nicht meinen Geschmack und ich frage mich, wie das betreffende Werk dazu werden konnte ... so war es leider auch hier.
    Schließlich liebe ich Little Women und habe lange überlegt, ob ich Beth is dead lesen soll, da ich befürchtete, dass es den Zauber zerstören könnte. Tatsächlich ist genau das passiert.
    Ich weiß nicht, ob ich es wirklich als Thriller bezeichnen würde, und es ist für mich auch eher ein Jugendbuch - eigentlich kein Problem, ich lese durchaus auch gerne mal ein Kinder- oder Jugendbuch. Aber sie müssen halt gut sein. Und das war hier leider nicht der Fall.
    Der Schreibstil ist absolut durchschnittlich, ebenso Handlung und Figuren. Mir blieb von Anfang bis Ende alles viel zu blass und oberflächlich. Ich konnte keine wirkliche Verbindung aufbauen.
    Ja, es war zwischendurch spannend, es gab immer wieder neue und andere Verdächtige, man dachte immer wieder: oh, DAS ist sicher Beths Mörder, bei den Vorgängern lag ich wohl falsch ... also man konnte wirklich miträtseln, Theorien entwickeln und wieder verwerfen ... es war bis zum Schluss offen. Das war es aber leider auch schon. Zumal es durchaus noch spannender hätte sein können.
    Und die Auflösung ist für mich persönlich auch gleichzeitig der allergrößte Kritikpunkt, denn mit ihr war Beth is dead endgültig unten durch bei mir. Das war einfach total konstruiert und unglaubwürdig, konnte mich überhaupt nicht überzeugen. Ganz im Gegenteil. Vorher fand ich die Geschichte noch durchschnittlich - dann aber einfach nur schlecht, misslungen.
    Ich würde das Buch nicht noch mal lesen und kann es leider nicht empfehlen.
    Eine zu viel

    Samantha Hayes
    Eine zu viel (Buch)

    3 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern Inaktiver Stern
    04.07.2026

    Spannender, düsterer und atmosphärischer, aber leider auch durchwachsener Ausflug in die schottischen Highlands

    "Eine von uns" fand ich ziemlich spannend und gut, und so war ich sehr gespannt auf "Eine zu viel".
    Nach dem Tod des Familienoberhauptes lädt seine Frau die Kinder mitsamt deren Partnern und Kindern für zehn Tage in ein abgelegenes Haus in Schottland ein. Sie will den Inhalt von Rays Testament enthüllen. Dieser ist brisant. Und so will sie den richtigen Zeitpunkt dafür abwarten.
    Doch dann schlägt die Stimmung schon vorher um und wird so düster und gefährlich wie das Wetter in den Highlands. Jede Person hat ihre Geheimnisse, die sie gut hütete. Doch nun sucht sich die Wahrheit jeweils unaufhaltsam ihren Weg, und im Vergleich dazu ist der Inhalt des Testaments nicht der Rede wert ... nicht zuletzt, weil sich unter ihnen ein Mörder befindet ...
    ******
    Samantha Hayes´ Schreibstil ist gewohnt solide, lässt sich angenehm flüssig lesen.
    Erzählt wird im steten Wechsel aus der Sicht der verschiedenen Familienmitglieder, was für einen gewissen Lesefluss und eine gewisse Sogwirkung sorgt.
    Die Kulisse reizte mich schon beim Stöbern, und ich wurde nicht enttäuscht von diesem Haus in den schottischen Highlands.
    Manche Figuren überzeugten mehr, andere weniger.
    Mir war es ehrlich gesagt too much, was Dramen, Schicksalsschläge usw. betrifft. Der Thriller wirkt nicht zuletzt dadurch leider auch sehr konstruiert und die Handlung somit immer wieder unglaubwürdig.
    Auf den letzten Seiten überschlugen sich die Ereignisse. Das Tempo wurde im Vergleich zum Rest zu schnell zu sehr angezogen, dadurch wurde es sehr unübersichtlich und verwirrend. Manche Dinge musste ich zwei Mal lesen, um sie wirklich zu verstehen. Trotzdem bleiben noch offene Fragen, sodass ich leider auch in dieser Hinsicht enttäuscht und unbefriedigt zurückbleibe. Mich überzeugt die Auflösung nicht. Ich möchte eine stimmige und überzeugende Auflösung, ohne Fragezeichen. Ohne sie mehr als ein Mal lesen zu müssen - und ohne immer noch verbleibende offene Fragen.
    Die ein oder andere sehr überraschende und schockende Wendung gab es auch - diese wirkten jedoch leider auch zumindest teilweise sehr konstruiert und können dadurch letztlich nicht ganz begeistern und überzeugen.
    Die Sache mit dem Testament wurde auch viel zu sehr aufgebauscht - und verlief dann im Sande.
    Insgesamt also ein spannender, düsterer und atmosphärischer, aber leider auch durchwachsener Ausflug in die schottischen Highlands.
    Die Queen von Mayfair

    Alex Hay
    Die Queen von Mayfair (Buch)

    4 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern
    23.06.2026

    Der nächste Coup ...

    London im Jahre 1898: Quinn Le Blanc hat einen Plan: Sie will sich den Duke of Kendal, den begehrtesten Junggesellen Londons, angeln. Es geht ihr natürlich auch um sein Vermögen.
    Es bleiben ihr nur fünf Tage Zeit, um ihr Ziel zu erreichen. Und sie ist nicht die Einzige, die einen ausgeklügelten Plan besitzt und mit falschen Karten spielt ...
    ******
    Mayfair House habe ich damals ganz gerne gelesen, fand es aber dennoch etwas durchwachsen, weshalb ich zunächst überlegt hatte, ob ich Die Queen von Mayfair lesen möchte. Ich habe mich doch dafür entschieden - und wurde positiv überrascht. Insgesamt hat mir Die Queen von Mayfair deutlich besser gefallen als Mayfair House.
    Der Roman ist hervorragend geschrieben, authentisch und atmosphärisch, die Figuren überzeugen, die Geschichte ist spannend und recht kurzweilig.
    Eine Geschichte, die in der Tat etwas an Bridgerton erinnerte und die ich gerne gelesen habe. Und eine, die ohne Kritikpunkte sicher auch die Höchstbewertung verdient gehabt hätte. Leider gibt es diese Kritikpunkte aber: Die Handlung ist sowohl im Mittelteil als auch am Ende zu verworren. Das macht es mitunter schwer, ihr zu folgen, und ist für den Leser ermüdend und frustrierend.
    Und ich fürchte auch, dass es kein Roman ist, der lange in Erinnerung bleiben wird, sondern dass es eine Geschichte ist, die schnell verblasst.
    Dennoch ein schöner Roman für zwischendurch und einer, an dem Leser, die historische Romane, Bridgerton, London und England lieben, Freude haben könnten.
    Die Meerglas-Schwestern

    Eleanor Buchanan
    Die Meerglas-Schwestern (Buch)

    4 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern
    12.06.2026

    Tolle Familiensaga

    "Die Meerglas-Schwestern" ist der Auftakt einer vier Bände umfassenden Familiensaga (Die Töchter von Skara).
    Erzählt wird auf zwei Zeitebenen, Vergangenheit und Gegenwart.
    In der Gegenwart reist die Australierin Roz nach England. Dort entdeckt sie ein Gemälde, das vier Felsen auf einer schottischen Landzunge zeigt. Roz kann dem Drang, nach Skara, der Heimat der Malerin, zu reisen, nicht widerstehen.
    Zusammen mit Drow, einem Schotten, der dort lebt, will sie herausfinden, was mit den vier Schwestern geschah.
    Und bald merkt Roz auch, dass sie über ihren Opalring, den sie kürzlich geerbt hat, mit der Geschichte der Schwestern verbunden ist ...
    Im Mittelpunkt des Vergangenheitsstrangs steht in diesem ersten Band die erste Schwester Iris, die von Schottland nach Ceylon reiste, um ihren Onkel zu finden. Eigentlich wollte sie kurz darauf wieder zu ihren Schwestern nach Skara zurückkehren, doch dann kam alles ganz anders ...
    ******
    Eleanor Buchanans Schreibstil gefiel mir auf Anhieb sehr - er lässt sich stets flüssig und angenehm lesen und ist herrlich atmosphärisch und bildhaft.
    Auch die Figureben haben mir gefallen, wenngleich einzelne für mich zu oberflächlich gehalten waren.
    Der Vergangenheitsstrang hat mir noch besser gefallen als der Gegenwartsstrang - doch das soll nicht ins Gewicht fallen, da dies bei mir generell so ist und somit nicht objektiv, sondern rein subjektiv ist.
    Obwohl ich offen für solche Elemente bin, hätte es hier den Ring und die Felsen und ihre Rolle gar nicht unbedingt gebraucht. Stellenweise war es mir auch einfach too much und unglaubwürdig, vor allem im letzten Abschnitt. Das hat den ansonsten absolut positiven Gesamteindruck leider etwas getrübt. Ich bin gespannt, wie das in den Folgebänden sein wird, da die Schmuckstücke und die Felsen ja vermutlich erneut eine große Rolle spielen werden ...
    Die Geschichte spielt vor allem in Schottland, Ceylon und Australien.
    Schottland gefiel mir am Besten, doch auch das ist subjektiv.
    Ansonsten ist es eine typische Familiensaga - es gibt alte Gegenstände, Familiengeheimnisse, exotische und atemberaubende Schauplätze, Familie, Freundschaft, Liebe, Abenteuer und Gefahr ...
    Ich hatte keine großen Erwartungen, da ich Familiensagas zwar liebe, die letzten aber nie so gut waren, dass ich unbedingt weiterlesen wollte. Hier wurde ich positiv überrascht - ich würde sagen, dass dies die beste Familiensaga sein könnte, die ich seit langer Zeit gelesen habe. Band 1 hat mir jedenfalls gut gefallen; ich freue mich auf die übrigen Bände und darauf, mehr über die anderen Schwestern zu erfahren.
    Empfehlung für alle Liebhaber dieses Genres! Wer Familiensagas liebt, dem wird "Die Meerglas-Schwestern" sicher gefallen!
    Die Ernährungs-Docs - Unsere 100 besten Protein-Power-Rezepte

    Matthias Riedl
    Die Ernährungs-Docs - Unsere 100 besten Protein-Power-Rezepte (Buch)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    19.05.2026

    Das bisher beste Buch der Ernährungsdocs!

    Wir lieben die Bücher der Ernährungsdocs und waren daher sehr gespannt auf das neueste Buch - umso mehr, als ich bisher einen großen Teil meines täglichen Proteinbedarfs durch Eiweißshakes deckte, aber das Gefühl hatte, dass mir das nicht wirklich gut tut, aber auch nicht ständig Linsen, Falafel, Tofu u.Ä. essen wollte, sondern nach neuen Rezepten und Abwechslung suchte.

    Enthalten sind 100 Rezepte mit viel Protein. Es ist keineswegs ein Abnehmbuch, sondern für alle Menschen gedacht, da Proteine nicht nur für das ideale Gewicht, sondern generell dafür sorgen, dass man gesund bleibt. Richtig eingesetzt, kann man mit Eiweiß sogar Lebensjahre gewinnen - und diese eben vor allem auch gesund verbringen.

    Das Buch ist gewohnt hochwertig aufgemacht, oftmals mit ganzseitigen Fotos zu jedem Rezept. Es geht nicht nur darum, genügend Eiweiß zu sich zu nehmen, sondern auch um den richtigen Mix aus tierischem und pflanzlichem Eiweiß - denn nur so ist die Eiweißmenge auch wirklich gesund und lässt sich das Potenzial auch voll ausschöpfen.

    Vor dem eigentlichen Rezeptteil erfährt man alles über Proteine - was sie alles können, wie sie heilen können, welches Protein das beste ist, welche Lebensmittel besonders proteinreich sind usw. Schon dieser Teil war für mich äußerst lesenswert und lehrreich - So hört man bspw. immer, dass man pro kg Körpergewicht und Tag 1g Eiweiß essen sollte. Die Ernährungsdocs erklären aber, dass die meisten Menschen diese Formel falsch verstehen, daher zu viel Eiweiß essen, und dann zunehmen, da zu viel Eiweiß nämlich dick macht. Sie erklären natürlich auch, wie man die Formel richtig anwendet. Auch ich habe die Formel jahrelang falsch angewendet, jahrelang täglich zu viel Eiweiß gegessen - und mich gewundert, warum ich nicht schlank bin bzw. sogar noch zu-, jedenfalls aber nicht abnehme ... Ein zu viel an tierischem Eiweiß landet als Fett im Körper.

    Neu war für mich bspw. auch, dass pflanzliche Proteine die Wundheilung und den Gewebeaufbau fördern - ich hörte und dachte bisher immer, dass mein hochwertiger biologischer Proteinshake dem pflanzlichen Eiweiß überlegen sei, da das Immunsystem ja aus Eiweiß besteht und tierisches Protein besser verwertbar sein soll. Ich dachte also, dass ich meinem Immunsystem und bspw. auch der Wundheilung einen Gefallen tue, da tierisches Protein und somit auch mein Molkenshake eine hohe biologische Wertigkeit hat; tatsächlich war aber vielleicht sogar das Gegenteil der Fall. Ich werde nun mehr auf Eiweiß aus pflanzlichen Quellen setzen, das kommt mir als vegetarisch-vegan lebender Person sowieso zugute. Sogar die Fleischesser der Familie wurden durch die guten und einleuchtenden Erklärungen der Ernährungsdocs aufgeklärt und überzeugt und werden künftig mehr auf pflanzliches Eiweiß setzen.

    Es gibt auch einen Selbsttest, mit dem man herausfinden kann, ob man genug Eiweiß zu sich nimmt, sowie Tips und Tricks, um die tägliche Eiweißaufnahme zu erhöhen und weitere Tips dazu, wie man sich so ernährt, dass man gesund leben kann. Ebenso gibt es eine Tabelle, mit der man sehen kann, welche Lebensmittel wie viel Eiweiß enthalten.

    Die Rezepte selbst sind unterteilt in Frühstück, Hauptgerichte, kleine Gerichte sowie Süßes. Dank icons kann man sofort erkennen, welche Rezepte vegetarisch, vegan, low carb oder reich an Pflanzeneiweiß sind.

    Beim Frühstück fehlen mir persönlich schokoladige Rezepte (damit meine ich bspw. Rezepte mit rohem Kakao, der ein echtes superfood ist und für einen schönen schokoladigen Geschmack sorgt). Aber es gibt andere tolle Rezepte, bspw. Möhren-Erdmandel-Müsli Bircher Art und knuspriges Granola mit Urkorn und Soja oder Quarkbrötchen mit Buttermilch. Aber schokoladige Sachen fehlen mir schon. Hier hätte ich mir gewünscht, dass mehr an die Menschen gedacht wird, die morgens gerne was Schokoladiges essen. Denn Möglichkeiten, ein solches Frühstück mit gesunden Zutaten zu zaubern, gibt es genug.

    Manche Frühstücksrezepte, wie das bunte Gemüse-Omelett mit Hüttenkäse oder das Räuchertofu-Menemem, lassen sich auch perfekt mittags oder abends essen.

    Bei den Hauptgerichten findet man bspw. einen orientalischen Gemüseeintopf, bunte Minestrone mit Weißkohl, Hafer-crepes mit Linsengemüse, Kürbis-Hirse-Pfanne mit Spinat und Walnüssen, Kichererbsen-Fusilli mit Kürbis-Bolognese, Vollkorn-Spaghetti mit Soja-Bolognese, Vollkornnudelauflauf mit Ratatouille, Dinkel-Quark-Spätzle mit Pilzen und Tomaten, Grünkernbuletten mit Salat, gefüllte Zucchini mit Linsen-Risoni, Blumenkohl-Ofenkartoffeln mit Linsen-Dal ...

    Fleisch- und Fischesser finden auch einige Rezepte in diesem Buch. Doch es gibt auch wirklich mehr als genug Rezepte für Vegetarier.

    Bei den kleinen Gerichten findet man etwa Paprikasuppe mit Halloumi, Salat mit Ricotta-Küchlein, Kidneybohnen-Pilz-Falafeln mit grünem Salat, bunte Gemüsenudeln mit Erdnusssauce, überbackene Caprese-Schnitten, Gemüse-Fritatta mit Pilzen und Käse ...

    Alle Rezepte sind übersichtlich, klar strukturiert, bestens erklärt und verständlich. Portionen und Zeiten sind auf einen Blick erkennbar, ebenso die Nährwertangaben. Jedes Rezept mit einem Tip der Ernährungsdocs versehen. Benötigte Zutaten befinden sich in Listenform in einer Spalte, die Zubereitungsanleitung in einer separaten Spalte daneben. Alle Rezepte lassen sich problemlos zubereiten und haben uns extrem gut geschmeckt. Sehr viele davon sind sofort zu neuen Lieblingsrezepten geworden, die wir seitdem schon sehr oft gekocht haben.

    Bei den süßen Rezepten sind unsere absoluten Favoriten die Dinkel-Quark-Muffins mit Banane und Mandeln sowie die Quark-Buttermilch-Waffeln mit Schokosauce. Auch diese haben wir schon oft zubereitet. Ich persönlich hätte mir auch bei den süßen Rezepten ein paar richtig schokoladige Sachen gewünscht (die Mandel-energy-balls mit Datteln fand der Rest der Familie nicht schlecht, mir waren sie aber leider viel zu wenig schokoladig). Die fehlen mir irgendwie noch; das soll aber nicht ins Gewicht fallen, da der Rest des Buches einfach absolut großartig und überzeugend ist.

    Für uns ist es das bisher beste Buch der Ernährungsdocs. Wir benutzen es nahezu täglich, und das wird sich auch nicht mehr ändern. Aus unserer Küche ist dieses Buch nicht mehr wegzudenken. Es ist ein wirklich wertvolles, unverzichtbares Buch für alle, die ihren täglichen Proteinbedarf decken und Proteine für ihre Gesundheit nutzen wollen und ebenso gesunde wie leckere Rezepte suchen. Es ist eine wahre Schatzkiste an tollen Rezepten und es finden sich für Vegetarier und auch für Fleisch- und Fischessen wirklich mehr als genug Rezepte, sodass wirklich für jeden Geschmack mehr als genug dabei ist. Uns haben auf Anhieb sehr viele Rezepte angesprochen - und kein einziges Rezept hat uns enttäuscht, ganz im Gegenteil. Hier gibt es so viele neue Lieblingsrezepte. Und die ersten positiven Wirkungen ließen auch nicht lange auf sich warten. Absolute Empfehlung für dieses Buch!



    Moosland

    Katrin Zipse
    Moosland (Buch)

    3 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern Inaktiver Stern
    10.05.2026

    Island im Jahre 1949

    Im Sommer 1949 kamen knapp dreihundert junge, ledige deutsche Frauen im Alter zwischen zwanzig und dreißig Jahren nach Island, um dort auf Höfen zu arbeiten. Diese Maßnahme war nötig, da es während des Krieges und danach in Island zu einer regelrechten Landflucht kam. So tauchten auch Frauen, die bisher in der Stadt lebten, nicht nur in ein neues Land, sondern auch sonst in jeder Hinsicht in eine ganz neue Welt ein.
    Diese jungen Frauen mussten also nicht nur den Krieg hinter sich lassen, sondern sich auch in einem völlig neuen und fremden Land und in einer völlig neuen und fremden Welt zurechtfinden. Eine völlig neue und fremde Sprache kam hinzu, dass die Frauen schon deshalb sehr alleine waren, weil sie nicht mit den Isländern reden konnten. Viele von ihnen lebten nie zuvor auf dem Land und auf einem Hof und hatten keine Ahnung, was sie erwartet. Und das Island der damaligen Zeit war zudem ganz anders als das Island, das wir heute kennen.
    Erstaunlich viele dieser Frauen fanden sich erstaunlich schnell und gut zurecht und blieben auf der Insel. Doch es gab auch die, die Schwierigkeiten hatten. Von einer solchen Frau erzählt Katrin Zipse in "Moosland". Diese Frau ist Elsa. Wir begleiten sie ab ihrer Ankunft auf der Insel eine ganze Weile - ihre Gefühle und Gedanken, ihren Alltag, ihr Leben, ihre Entscheidungen, wir lernen auch die Familie, der der Hof gehört und mit der sie zusammenlebt, sehr gut kennen ...
    ******
    Obwohl ich Island liebe, hatte ich noch nie zuvor von diesen Frauen, die damals auf die Insel kamen, gehört. Ich fand es sehr spannend, darüber zu lesen. Dass man so viel über sie und alles, was damit zu tun hat, erfährt liegt auch an dem hervorragenden und wirklich lesenswerten Nachwort der Autorin. Auch dies war ein Highlight für mich. Auch deshalb hat sich "Moosland" gelohnt.
    Überhaupt fand ich diese Idee sehr spannend, wichtig und gut. Katrin Zipse lässt Geschichte wieder lebendig werden bzw. macht Geschichte überhaupt sichtbar und beleuchtet, wie es ist, sich nach dem Krieg als junge Frau in einem völlig fremden Land, einer völlig fremden Welt, einer völlig fremden Sprache zurechtfinden zu müssen. Dies ist ihr jedenfalls über weite Strecken sehr gut gelungen. Andererseits blieben mir sowohl Elsa als auch diese isländische Familie aber leider auch streckenweise einfach zu fremd und distanziert, hatte ich leider streckenweise keinerlei Verbindung zu ihnen, sondern habe nur oberflächlich gelesen. Dies auch deshalb, weil der Roman meiner Meinung nach leider immer wieder Längen aufweist. Auch deshalb fiel es mir stellenweise leider schwer, dranzubleiben, und war ich froh, als ich dann die letzte Seite gelesen hatte. Sehr schade, denn auch Katrin Zipses Schreibstil fand ich großartig. Sie erzählt nüchtern, aber doch extrem atmosphärisch und bildhaft. Ich habe die Atmosphäre dieses Romans geliebt.
    Fazit: Tolle Idee, toller Schreibstil, aber leider mit Längen und daher nicht ganz überzeugend.
    Wer aber gute Literatur, Romane der leisen Töne liebt und nach Island reisen und mehr über das Land, die Leute und die Frauen, die damals nach Island kamen, und damit auch über die Geschichte erfahren möchte, dem kann man "Moosland" nur empfehlen! Obwohl ich am Ende leider nicht ganz überzeugt war, hat sich die Lektüre doch gelohnt.
    Flora Brimble und der verlorene Frühling

    Marcus Raffel
    Flora Brimble und der verlorene Frühling (Buch)

    3 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern Inaktiver Stern
    04.05.2026

    Zu märchenhaft und zu düster

    Eine Geschichte, die in dem englischen Dorf Rye beginnt - hier wohnt Flora Brimble.
    Flora liebt es, Geschichten zu schreiben. Eines Tages findet sie sich selbst inmitten einer solchen wieder, nachdem der Winter einfach nicht mehr enden wollte und sie loszog, um den Frühling zu suchen. Nur die Maikönigin kann ihn zurückbringen - also muss Flora die Maikönigin finden. Auf ihrer Reise und Suche ist Flora nicht alleine, denn sie begegnet u.a. einem anderen Mädchen, Harriet, einem Kobold und einem Eichhörnchen.
    Doch auf dem Weg zu ihrem Ziel müssen sie Dunkelheit und Kälte und eine entsprechende Gegnerin besiegen ...
    ******
    "Flora Brimble" ist ein Buch, auf das wir uns sehr gefreut hatten und das wir so gerne geliebt hätten, das uns letztlich aber leider nicht wirklich überzeugen und begeistern konnte.
    Das Cover ist wunderschön, ebenso die Illustrationen zu Beginn eines jeden Kapitels, die Leseprobe war so gut ... vielleicht waren die Erwartungen dadurch zu hoch.
    Marcus Raffels Schreibstil ist wirklich großartig - er hat mir als Erwachsener mit am besten an diesem Buch gefallen. Raffel schreibt anspruchsvoll, aber doch angenehm und flüssig lesbar, und sein Schreibstil macht diese Geschichte unglaublich atmosphärisch und bildhaft.
    Die Figuren sind gelungen, v.a. Flora und Harriet sowie das Eichhörnchen.
    Der Beginn der Geschichte, der in Rye spielt, hat uns noch richtig gut gefallen, aber leider änderte sich das dann schnell.
    Uns war die Geschichte insgesamt erstens zu märchenhaft, was uns schon nicht gefallen hat. Wenn man Märchen lesen will, greift man zu einem Märchen, wenn man andere Geschichten lesen will, greift man zu anderen Büchern ... wir haben nicht erwartet und nicht damit gerechnet, dass "Flora Brimble" so sehr einem Märchen ähnelt.
    Zweitens ist die Geschichte leider auch sehr düster. Schon mir war das zu viel, den Kindern noch mehr.
    Das Buch wird ab 10 Jahren empfohlen ... ich bin nicht sicher, ob dieses empfohlene Lesealter wirklich passt. Man sollte das sehr individuell entscheiden. Ich kenne viele Kinder, denen ich dieses Buch nicht schon mit 10 Jahren geben würde. Wenn, dann nur, wenn man darüber spricht oder gleich zusammen liest - aber selbst zum Vorlesen wäre das für viele Kinder, die ich kenne, zu früh. Man sollte das Buch also am besten zuerst selbst lesen und dann entscheiden, wann man es seinen Kindern vorlesen oder geben möchte.
    Wir waren also leider eher enttäuscht von "Flora Brimble" und landen bei 3-3,5 Sternen.
    Fantasy, Magie, Freundschaft, Licht und Schatten, Angst und Mut, Menschen, Tiere und Natur, Spannung, Gefahr und ein großes Abenteuer stehen hier im Mittelpunkt.

    Mord in der Pension Möwennest

    Jess Kidd
    Mord in der Pension Möwennest (Buch)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    02.05.2026

    Atmosphärischer, gemütlicher und spannender klassischer britischer Krimi

    England im Jahre 1954: Nach dreißig Jahren im Kloster verlässt Nora Breen dieses. Ihr Weg führt sie nach Gore-on-Sea, einem kleinen Nest in Kent, genauer gesagt in die Pension Möwennest, wo ihre frühere Novizin und Freundin Frieda kürzlich auf mysteriöse Weise verschwunden ist, obwohl sie viel länger hätte bleiben sollen und ihr spurloses Verschwinden ohne ein Lebenszeichen gar nicht zu ihr passen. Nora spürt, dass etwas nicht stimmt, und will sich in der Pension und in dem Ort umsehen und -hören und der Sache auf den Grund gehen und herausfinden, was mit Frieda geschehen ist. Kurz darauf gibt es einen Todesfall in der Pension, der als Suizid abgetan wird - doch Nora ist nun noch mehr als zuvor davon überzeugt, dass hier etwas ganz und gar nicht stimmt, und beginnt selbst zu ermitteln. Und natürlich gibt es jemanden, der um jeden Preis verhindern will, dass die Wahrheit ans Licht kommt ...

    ******

    Ich hatte bislang noch kein Werk von Jess Kidd gelesen, aber nur Gutes gehört. Da ich klassische britische Krimis und cosy crime liebe, war nun die Zeit gekommen, um dieses Versäumnis nachzuholen und diese Autorin kennenzulernen. Und es hat sich gelohnt - dies war mein erstes, aber sicher nicht mein letztes Buch aus der Feder von Jess Kidd!

    In der Tat ist "Mord in der Pension Möwennest" ein klassischer britischer Krimi, der sich durchaus auch als cosy crime einordnen lässt, wenngleich es für meinen Geschmack ein bisschen weniger cosy crime ist als bekannte Reihen dieses Genres.

    Jess Kidds Schreibstil gefiel mir auf Anhieb sehr - sie schreibt wirklich sehr gut, und ich habe die Lektüre bereits wegen dieses tollen Schreibstiles genossen.

    Ich habe bereits eine Krimireihe mit einer Nonne als Ermittlerin gelesen, doch Nora Breen unterscheidet sich durch ihren Lebenslauf und ihr ganzes Wesen deutlich davon. Sie ist eine tolle Hauptfigur, als Mensch und als Ermittlerin. Auch die anderen Figuren sind absolut gelungen. Neu, erfrischend anders und reizvoll war für mich auch die Tatsache, dass "Mord in der Pension Möwennest" in den Nachkriegsjahren spielt und dies, was Figuren und Handlung betrifft, auch noch zu spüren ist.

    Neben dem Schreibstil der Autorin und den herrlich skurrilen Figuren haben mir auch die dichte Atmosphäre, die eine gelungene Mischung aus Natur, Nachkriegsstimmung, Gemütlichkeit, Spannung und Gefahr, einem unheilvollen und mysteriösen Grundtun ist, sowie der Humor sehr gefallen. Der Fall ist gut aufgebaut und wird absolut stimmig aufgelöst. Es bleiben keine Fragen offen. Sowohl die Figuren als auch der Fall selbst sind herrlich mysteriös, sodass der Leser gut miträtseln und -ermitteln kann. Längen, Vorhersehbarkeit und dergleichen sucht man vergebens.

    Ein wenig kann man Jess Kidd schon mit Agatha Christie und Nora Breen mit Miss Marple vergleichen; beide müssen sich wahrlich nicht vor ihnen verstecken!

    Nora Breen und Detective Inspector Rideout sind ein völlig unterschiedliches, aber geniales Duo, das sich menschlich und bei der Ermittlungsarbeit wunderbar ergänzt.

    Mir hat "Mord in der Pension Möwennest" wirklich gefallen; ich habe diesen Krimi sehr gerne gelesen und hoffe sehr, dass das nicht der letzte Fall für Breen und Rideout war. Es steht zwar nirgendwo, dass es sich um den Auftakt einer Reihe handelt, aber das Ende weckt die Hoffnung, dass es so sein könnte ... ich möchte unbedingt mehr von Jess Kidd und Breen und Rideout lesen!

    Liebhaber klassischer britischer Krimis und cosy crimes werden "Mord in der Pension Möwennest" sicher lieben. Leseempfehlung!



    Unter Wasser

    Tara Menon
    Unter Wasser (Buch)

    3 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern Inaktiver Stern
    14.04.2026

    Viel Potenzial, nicht ganz ausgeschöpft

    Als Kind zieht Marissa mit ihrem Vater, einem Meeresbiologen, nach Thailand. Dort lernt sie Arielle kennen. Die beiden Mädchen werden unzertrennlich. Es ist eine wunderschöne Freundschaft. Es ist ein Leben in atemberaubender Natur. Doch dann kommt der 25. Dezember 2004 ... Marissa überlebt knapp, Arielle stirbt.
    Jahre später wird Marissa in den USA erneut mit einer Naturkatastrophe konfrontiert - und alle Erinnerungen an Arielle, Thailand und diesen Tag im Jahre 2004 kehren mit aller Macht zurück ...

    Der Roman wird aus Marissas Sicht erzählt, auf zwei Zeitebenen und an zwei Orten - Thailand Ende 2004 und New York Ende 2012.

    Der Schreibstil der Autorin gefiel mir unglaublich gut; er ist unglaublich gut! Auch die ganzen Naturbeschreibungen sind großartig. Der Roman ist sehr atmosphärisch.
    Diese Kindheit, diese Freundschaft, diese Naturkatastrophe, die uns allen noch in Erinnerung ist, die Trauer, das Weiterleben, die Themen, die Marissa beschäftigen und um die es in "Unter Wasser" geht ... dieses Werk hat so viel Potenzial.
    Und doch wurde dieses Potenzial in der Umsetzung leider nicht ganz ausgeschöpft, konnte mich "Unter Wasser" letztlich doch nicht ganz überzeugen.
    Meiner Meinung nach hat die Autorin einfach zu viele Themen und Problematiken in diese knapp über 200 Seiten gepackt. Weniger wäre hier eindeutig mehr gewesen, denn so wirkt dieser Roman einfach überfrachtet und werden zu viele Dinge nur angekratzt.
    Oftmals plätschert die Geschichte leider auch eher vor sich hin.
    Und leider blieben mir persönlich sowohl die Figuren als auch die Handlung zu fremd und distanziert.
    Der Briefladen, in dem die Zeit stillstand

    Baek Seungyeon
    Der Briefladen, in dem die Zeit stillstand (Buch)

    3 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern Inaktiver Stern
    29.03.2026

    Enttäuschend

    Vielleicht lag es an diesem Roman, vielleicht ist man aktuell generell etwas übersättigt, was Romane aus Japan und auch aus Korea betrifft, vielleicht trifft beides zu ... ich weiß es nicht.
    Was ich aber weiß, ist, dass "Der Briefladen, in dem die Zeit stillstand" mich leider nicht überzeugt hat und eine ziemliche Enttäuschung für mich war.
    Ich hatte mich auf den Roman gefreut, da der Klappentext nach einer sehr schönen und berührenden Geschichte klang. Da ich selbst schon seit meiner Kindheit und Jugend Brieffreundinnen in aller Welt habe und Briefe und Brieffreundschaften liebe, schien es der perfekte Roman für mich zu sein. Das konnte nur gut werden ... dachte ich.
    Leider hielt der Inhalt nicht, was der Klappentext versprach. Ja, es geht um diesen Briefladen, um Menschen, die Briefe schreiben, um Brieffreundschaften ... aber: der Klappentext klang nach einem berührenden Roman. Ich konnte aber leider keinerlei Verbindung aufbauen, weder zur Handlung noch zu den Figuren. Mir blieb alles sehr distanziert und vage. Es berührte mich leider einfach gar nicht.
    Immerhin lässt sich der Schreibstil der Autorin gut lesen, stets angenehm und flüssig. Aber das war es leider auch schon.
    Wer eine Liebeserklärung an das Briefeschreiben sucht, generell Lust auf einen typisch koreanischen/asiatischen Roman hat, der sollte es vielleicht auf einen Versuch ankommen lassen, da die Geschmäcker bekanntlich verschieden sind.
    Ich war leider froh, als die letzte Seite gelesen war, und blieb ziemlich enttäuscht und unbefriedigt zurück, da ich viel mehr von "Der Briefladen, in dem die Zeit stillstand" erwartet hatte. Die Idee ist toll, aber die Umsetzung ist leider nicht gelungen.
    Eine Maus namens Merlin

    Simon Van Booy
    Eine Maus namens Merlin (Buch)

    4 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern
    22.03.2026

    Eine leise und berührende Geschichte über eine ganz besondere Freundschaft

    Helen ist eine dreiundachtzigjährige Witwe, die glaubt, dass ihr Leben vorbei ist. Sie hat keinen wirklichen Inhalt mehr, auch keine Kontakte zu anderen Menschen. Bis sie eines Tages versehentlich eine Maus in ihr Haus trägt. Zunächst will sie sie wieder loswerden - jedoch ohne Erfolg. Schließlich gibt sie ihr einen Namen, hilft ihr, kümmert sich um sie.
    Aus Helen und der Maus werden Freunde; Merlin wird zu Helens Familie. Und dank Merlin findet Helen auch wieder zurück ins Leben und zu anderen Menschen ...
    ******
    Nicht nur das Cover war absolut bezaubernd, sondern auch der Klappentext. Und so war ich sehr gespannt auf diese Geschichte und diese Freundschaft.
    Simon Van Booy schreibt wirklich gut; ich habe "Eine Maus namens Merlin" schon wegen seines Schreib- und Erzählstils gerne gelesen.
    Sicher muss man diese Art von Roman und Geschichte mögen - dann hat man aber definitiv Freude daran.
    Idee, Figuren und Handlung sind definitiv ungewöhnlich. Und es ist eine sehr leise, langsame, berührende Geschichte. Eine, die auch schöne und wichtige Botschaften vermittelt. Eine, für die man sich Zeit und Ruhe gönnen, die man langsam lesen und genießen sollte. Dann wird man aber mit einem außergewöhnlichen und besonderen Leseerlebnis belohnt.
    Schöne und auch traurige Szenen wechseln einander ab.
    Ich habe Helen und Merlin schnell sehr ins Herz geschlossen und diese Geschichte eigentlich sehr gerne gelesen.
    Einziger Kritikpunkt: Irgendwann wurde es too much. Ab der Stelle, an der man erfuhr, welchen Beruf Helen früher ausgeübt hat und was sie unternimmt, um Merlin zu retten, und auch Dr. Jamal und sein Verhalten diesbezüglich ... wurde es doch sehr konstruiert und unglaubwürdig. Das hat das Leseerlebnis leider etwas geschmälert und die Freude an dieser Geschichte etwas genommen.
    Dennoch ist es insgesamt ein schöner und berührender Roman.
    Cassandra Morgan, Band 2 - Die magische Flöte

    Skye McKenna
    Cassandra Morgan, Band 2 - Die magische Flöte (Buch)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    06.03.2026

    Neue Lieblingsreihe!

    Nachdem der Auftakt dieser Reihe ein absolutes Highlight im letzten Jahr für uns war, haben wir uns sehr auf die Fortsetzung gefreut.

    Der zweite Band knüpft nahtlos an den ersten Band an. Cassandra hat sich auf Hartwood Hall und bei ihrer Tante eingelebt, befindet sich in ihrer Hexenausbildung, hat gute Freundinnen gefunden.
    Doch die Dinge sind nicht nur idyllisch - über dem Dorf und seinen Bewohnern liegt ein Fluch, und auch der Erlkönig und ein gefährliches Artefakt, Sir Egads Lanze, spielen eine große Rolle. Der Erlkönig will diese Lanze unbedingt haben - während Cassandra und ihre Freundinnen natürlich den Fluch aufheben und verhindern wollen, dass der Erlkönig die Lanze erhält ...

    Der Titel ist etwas irreführend - nach dem Titel könnte man meinen, dass die Flöte im Mittelpunkt steht; tatsächlich ist es aber v.a. diese Lanze. Das soll aber nicht ins Gewicht fallen.
    Auch dieser zweite Band ist unglaublich gut geschrieben, so herrlich atmosphärisch und bildhaft, besticht durch wundervolle Figuren und Welten. Er ist etwas düsterer und gefährlicher als der erste Band, aber dennoch absolut altersgerecht und somit von Kindern der Zielgruppe problemlos lesbar.
    Auch dieser zweite Band ist sowohl zum Vorlesen als auch zum Selbstlesen perfekt geeignet, die Länge der einzelnen Kapitel ist für Kinder ideal. Auch die Illustrationen sind gewohnt zauberhaft.
    Die Welt, die Sky McKenna mit dieser Reihe erschaffen hat, ist magisch schön, gemütlich und spannend, und jeder Band fühlt sich wie ein Nachhausekommen an. Wie schon beim ersten Band hatten wir das Gefühl, dass es insgesamt eine wahre Wohlfühlgeschichte ist.
    Cassandra hat ihre Mutter am Ende dieses zweiten Bandes immer noch nicht gefunden - aber sie erfährt etwas Entscheidendes über sie - und nicht nur über sie, sondern auch über ihren Vater. Das hat uns überrascht, damit hatten wir nicht gerechnet. Und dieses spannende Ende erhöht die Vorfreude und Spannung auf Band 3, der im November erscheint, natürlich noch mal extrem!
    Insgesamt ein ebenso spannender wie schöner zweiter Band, der wie schon sein Vorgänger viel Lust auf die Fortsetzung macht.
    Absolute Leseempfehlung, vor allem für Kinder, die Hexen, Magie und England lieben und denen Harry Potter gefallen hat.
    Und wie schon beim ersten Band gilt: Auch Erwachsene werden Cassandra, Hartwood Hall und Hagley lieben! Dies ist die perfekte Reihe für die ganze Familie.
    Starminster - Stadt in den Wolken

    Megan Hopkins
    Starminster - Stadt in den Wolken (Buch)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    27.02.2026

    Toller erster Band

    Astrids Kindheit war und ist völlig anders als die anderer Kinder - denn Astrid lebt seit ihrer Geburt in völliger Isolation. Sie ist schon ihr ganzes Leben lang in einem Schuppen auf dem Hof ihrer Mutter in Yorkshire eingesperrt, darf ihn niemals verlassen, kennt keine anderen Menschen, kennt nicht das wahre Leben. An der Welt da draußen kann sie nur durch einen Laptop teilhaben. Sie kennt sie also nur bruchstückhaft und mittelbar. Astrid wünscht sich nichts sehnlicher, als das endlich zu ändern - zumal sie auch einfach nicht verstehen kann, warum ihre Mutter in diesem Schuppen eingesperrt hat. Für eine Erklärung sei sie aber noch zu jung.
    Doch eines Nachts steht plötzlich eine Frau mit Flügeln, eine Librae, im Schuppen, und nimmt Astrid mit nach Starminster, einer Flugschule für Librae in Überlondon. Denn auch Astrid ist eine Librae. So viele Dinge und Menschen, die Astrid nun kennenlernt und die sie erst mal auf sich wirken lassen muss! Und tatsächlich schien ihre Mutter Recht damit gehabt zu haben, dass die Welt da draußen gefährlich ist - denn in Unterlondon sind einige Kinder verschwunden, entführt von einem Mann mit Flügeln; die Spur führt also nach Überlondon und Starminster, wo Astrid sich befindet. Astrid kommt dem Täter und seinem Motiv auf die Spur - und gerät so in große Gefahr ...
    Außerdem erfährt sie endlich, was ihre Mutter über die Librae, Überlondon und Starminster weiß, und warum sie Astrid damals im Schuppen eingesperrt hat ...
    ******
    Empfohlen wird das Buch ab elf Jahren; natürlich kommt es immer auf das jeweilige Kind an, aber meiner Meinung nach können Kinder diesen ersten Band ruhig schon einen Tick früher lesen.
    Als wir Starminster entdeckt haben, wollten wir das Buch unbedingt lesen - und tatsächlich hat die Geschichte uns so gut gefallen!
    Schon Megan Hopkins Schreib- und Erzählstil hat uns richtig gut gefallen, denn sie schreibt wirklich gut. Die Geschichte lässt sich sehr angenehm und flüssig lesen, ist sowohl zum Vorlesen als auch Selbstlesen perfekt geeignet, ist sehr atmosphärisch und bildhaft und überzeugt durch eine tolle Welt, tolle Ideen der Autorin, und tolle Figuren.
    Überlondon und Starminster sind wirklich eine ganz neue, faszinierende Welt. Es geht neben den Librae und der Schule um Familie, Freundschaft - aber es ist durch die entführten Kinder eben auch zunehmend spannend. Eine tolle Mischung!
    Ganz nebenbei werden den Kindern auch wichtige und tolle Botschaften vermittelt.
    Gut gefallen hat uns auch, dass am Ende dieses Bandes noch aufgelöst wird, was Astrids Mutter über diese Welt weiß, warum sie damals so gehandelt hat, die Geschichte also nicht mit einem Cliffhanger endet und dadurch auch Kinder die Monate bis zum Erscheinen des nächsten Bandes gut aushalten können.
    Es ist eine Geschichte, an der Kinder und Erwachsene Freude haben. Wir haben diesen ersten Band sehr gerne gelesen und freuen uns schon auf die Fortsetzung.
    Insgesamt ist es wirklich auch ein warmherziges Buch.
    Leseempfehlung für alle Kinder, die London mögen, gerne Fantasy lesen und Lust auf eine wirklich gute Geschichte mit tollen Figuren und Welten haben!
    Die Riesinnen

    Hannah Häffner
    Die Riesinnen (Buch)

    4 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern
    25.02.2026

    Drei starke Frauen im Schwarzwald

    Schauplatz dieses Romans ist Wittenmoos, ein kleines Dorf im Schwarzwald. Es ist die Heimat dreier Frauen, dreier Generationen: Liese, Cora und Eva. Schon optisch sind sie anders als alle anderen Menschen in Wittenmoos, schon das ist genug, um sie zu Außenseitern zu machen - und es gibt noch mehr Dinge, die dafür sorgen, dass sie nicht dazugehören, dass sie gemieden werden.
    Dennoch ist Weggehen keine bzw. keine dauerhafte Option, denn es ist ihre Heimat, sie sind hier verwurzelt, sie lieben den Schwarzwald.
    Der Roman beleuchtet das Leben dieser drei Frauen über Jahrzehnte hinweg, von den 60er Jahren bis in die Gegenwart.
    Hannah Häffners Schreibstil und Sprache, diese Schönheit, dieses Poetische, all diese Gedanken, Erkenntnisse und Weisheiten haben mich von der ersten Seite an begeistert, und schon deshalb lohnt sich die Lektüre dieses Romans.
    Es sind starke Frauen, die viel erleiden müssen und doch alle Schwierigkeiten meistern, die viel träumen und viel sehnen und dann doch weiter wurzeln oder sich gar zu ihrer Heimat bekennen - und auch die Natur spielt hier eine große Rolle; auch sie, auch der Schwarzwald machen diesen Roman aus.
    Ich habe "Die Riesinnen" sehr gerne gelesen, denn es ist auch ein Roman, der viele Denkprozesse beim und im Leser anstößt. Es ist keine Geschichte, die man mal eben nebenbei lesen kann, sondern eine, für die man sich Zeit nehmen, die man auf sich wirken lassen, über die man nachdenken muss. Gerade das hat mir ebenfalls sehr gut gefallen.
    Doch leider gibt es auch Kritikpunkte: ich hatte zwischendurch das Gefühl, dass es die ein oder andere Länge gibt.
    Cora blieb mir leider völlig fremd und distanziert, ich konnte keine Verbindung zu ihr aufbauen.
    Und ich hätte gerne noch mehr Antworten auf offene Fragen bekommen.
    Doch insgesamt ist "Die Riesinnen" ein sehr guter und lesenswerter Roman und sehr empfehlenswert für alle, die sprachlich hervorragende, fast schon poetische Romane voller Weisheiten sowie Romane, in deren Mittelpunkt starke Frauen und die Natur stehen, mögen.

    Die Jagd nach den magischen Münzen

    Jessie Burton
    Die Jagd nach den magischen Münzen (Buch)

    4 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern
    21.02.2026

    Das erste Kinderbuchhighlight im Jahr 2026!

    London im Jahre 1918: Die zwölfjährige Bo ist eine Schlammschwalbe, d.h. eine Person, die im Schlamm der Themse nach Dingen sucht. Eines Tages findet sie eine glänzende Münze - und hat eine Vision. Dann trifft sie Billy, einen Jungen vom gegenüberliegenden Ufer. Billy weiß, dass es eine zweite Münze gibt und man die beiden Münzen zusammenfügen muss. Sie beschließen, nach ihr zu suchen - und nach der Ballade der Themse, denn diese enthält eine genaue Anleitung. Die Ballade der Themse und ihre Anleitung sowie die beiden zusammengesetzten Münzen sollen eine Magie entfalten, mit der es möglich sein soll, einen über alles geliebten toten Menschen wieder ins Leben zurückholen ...
    Doch da ist auch der alte Muncaster, der ebenfalls hinter den Münzen und der Ballade her ist und alles dafür tut, um wieder an die Münze, die Bo besitzt, zu kommen, und die andere Münze und die Ballade der Themse zu finden. Und so beginnt ein Wettlauf gegen die Zeit, in dessen Verlauf Bo und Billy in große Gefahr geraten. Und: Wer wird am Ende zurück ins Leben geholt? Und wer hat die Macht, darüber zu entscheiden?
    ******
    Ich habe schon die Romane von Jessie Burton gelesen und fand sie gut; somit war "Die Jagd nach den magischen Münzen" nicht nur für die Kinder interessant, sondern auch für mich, denn ich fand den Klappentext toll und war sehr gespannt darauf, wie Jessie Burton sich nun erstmals als Kinderbuchautorin macht.
    Uns gefiel die Geschichte sehr gut. Jessie Burton schreibt hervorragend, ihr Stil lässt sich für Kinder wie für Erwachsene sehr gut lesen, und die Geschichte ist herrlich bildhaft und atmosphärisch. Schon deshalb hat sich die Lektüre gelohnt.
    Die Handlung ist nicht 08/15, sondern die Autorin hat neue, eigene Ideen, was das Buch ebenfalls reizvoll macht. Die Figuren sind ihr toll gelungen, wandeln sich auch, zeigen verschiedene Facetten, was auch zu vielen verschiedenen Facetten der Geschichte führt. So ist sie mal herzerwärmend, etwa bei den Szenen zwischen Bo und der Lehrerin Miss Cressant. Mal, etwa wenn sie ein anderes Gesicht, eine andere Persönlichkeit zeigt, oder wenn der alte Muncaster auftaucht, ist die Geschichte aber auch spannend und gefahrvoll.
    Grundsätzlich herrscht eine ausgewogene Mischung aus schöner, herzerwärmender Geschichte und Spannung; auf den letzten 50 Seiten überschlagen sich dann die Ereignisse und es wird richtig spannend und gefährlich, aber doch mit einem guten (aber auch nicht in jeder Hinsicht glücklichen und allzu rosaroten) Ende, was ich für Kinder wichtig finde.
    Uns haben auch die Botschaften, die das Buch übermittelt, gefallen. Und andere, kleinere Dinge, etwa, wie Bo zu ihrem Spitznamen kam und was der mit Anne Boleyn zu tun hat.
    Auch der erste Weltkrieg, in den Bo´s Bruder ziehen muss, spielt eine Rolle - und dadurch, aber nicht nur dadurch, auch der Verlust geliebter Menschen und Tod. Eigentlich haben sogar fast alle Figuren geliebte Menschen verloren. Empfohlenes Lesealter ist ab 10, ansonsten passt das auch auf jeden Fall - aber dadurch, dass Tod und Verlust geliebter Menschen doch ziemlich dominant sind, würde ich das Buch je nach Kind erst mal selbst lesen und dann entscheiden, ob das betreffende Kind schon bereit für das Buch ist oder man lieber noch eine Weile wartet.
    Ich glaube, dass es auch zu den Büchern gehört, bzgl. derer Redebedarf besteht, sodass man mit den Kindern über das Gelesene reden sollte.
    Ansonsten ist es ein Buch, das sich gleichermaßen zum Vorlesen wie zum Selberlesen eignet. Die Länger der einzelnen Kapitel ist auch für Kinder perfekt.
    Abenteuer, Freundschaft, Familie, Magie, das Leben im London der damaligen Zeit, aber auch Verlust geliebter Menschen sind zentrale Themen.
    Fazit: Ein tolles Buch für Kinder, an dem auch Erwachsene noch Freude haben, und das ideal ist für alle, die London und vergangene Zeiten lieben und Lust auf eine ebenso schöne und herzerwärmende wie spannende Geschichte haben, in dessen Mittelpunkt ein tolles Mädchen steht und die noch dazu richtig gut geschrieben ist!
    Mord & Breakfast

    Anne Gordon
    Mord & Breakfast (Buch)

    3 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern Inaktiver Stern
    20.02.2026

    Netter Auftakt, jedoch mit Luft nach oben

    Melody Moss, eine Journalistin, verliert ihren Job in London - und erbt kurz darauf das Bed & Breakfast ihrer Tante Mabel an der Ostküste Schottlands.
    Angeblich ein Unfall - Mabel soll sich auf der Terrasse zu weit über die Blumen gebeugt haben und so die Klippen hinabgestürzt sein. Doch Melody glaubt, dass es Mord war, da Mabel viele Feinde hatte. Sie beobachtete alles und jeden, erpresste die Leute mit ihrem Wissen ... es gibt viele Verdächtige und Motive.
    Und so macht Melody sich daran, den Tod ihrer Tante aufzuklären ...
    ******
    Ich liebe cosy crime, lese jedoch meist den Schauplatz England, sodass Schottland eine schöne Abwechslung war. Die Hoffnung auf eine tolle neue Reihe war groß.
    Anne Gordons Schreibstil ist ok, nicht herausragend, aber guter Durchschnitt und angenehm und flüssig lesbar.
    Die Figuren, die Handlung, der Aufbau ... konnten mich nicht ganz überzeugen. Alles bleibt recht simpel, keine der Figuren sticht besonders hervor, keine bleibt besonders in Erinnerung - und auch der Fall an sich ist alles andere als spektakulär. Überraschende, geniale Wendungen gibt es nicht, die Auflösung ist relativ früh klar und somit vorhersehbar.
    Insgesamt also ein solider cosy crime - weder besonders gut noch besonders schlecht. Das erhoffte Highlight war es für mich leider nicht.
    Dennoch ist es ein Auftakt, der einem ein paar nette Lesestunden schenkt. Die Kulisse und die Atmosphäre haben mir wie gesagt gefallen.
    Den Kitsch am Ende, das rosarote happy end, fand ich ehrlich gesagt nicht wirklich passend. Das hat mir ebenfalls weniger gut gefallen.
    Dennoch bin ich gespannt auf Melody´s nächsten Fall, der im Frühjahr 2027 erscheint und interessant klingt. Ich werde die Reihe vorerst weiter verfolgen - vielleicht kann die Autorin sich ja noch steigern.
    Lesern, die cosy crime lieben, könnte dieser erste Mord & Breakfast-Band trotz der Kritikpunkte gefallen.
    Real Americans

    Rachel Khong
    Real Americans (Buch)

    2 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern Inaktiver Stern Inaktiver Stern
    14.02.2026

    Absolut langatmig und enttäuschend

    Real Americans ist eines dieser Bücher, zu denen ich gegriffen habe, denen ich eine Chance geben wollte, obwohl mich schon die Leseprobe nicht überzeugt hat - und eines dieser Bücher, die mich lehren, dass ich wirklich meine Finger von solchen Büchern lassen sollte, wenn mir schon die Leseprobe nicht gefällt.
    Mich hat vor allem die Tatsache gereizt, dass es sich um einen großen Bestseller aus den USA handelt - so ein Roman muss doch gut sein, dachte ich. Und ich liebe Familiensagas. Also dachte ich, dass dieser Roman sein Potenzial schon noch entfalten würde.
    Rückblickend fand ich Real Americans leider sehr enttäuschend. Der erste Eindruck der Leseprobe hat sich für mich leider nicht mehr geändert.
    Positiv ist nur, dass Rachel Khongs Stil sich wirklich sehr gut, von der ersten bis zur letzten Seite überaus angenehm und flüssig lesen lässt.
    Weder die Figuren noch die Handlung konnten mich überzeugen. Ich empfand diese Geschichte als sehr langatmig und uninteressant, es gibt auch Klischees ohne Ende, die diesen Roman für mich noch schlechter und schlimmer gemacht haben. Ich blieb wirklich enttäuscht und frustriert zurück.
    Es ist eines dieser Bücher, bei denen ich irgendwann viele Passagen und Seiten am liebsten nur noch überflogen hätte, durch die ich mich regelrecht hindurchquälen musste. Ich war wirklich froh, als die letzte Seite gelesen war und ich das nächste Buch lesen konnte.
    Ich habe keine Ahnung, warum dieses Buch ein großer Bestseller in den USA ist. Für mich war es leider das Gegenteil. Ich kann Real Americans leider nicht empfehlen.
    1 bis 25 von 186 Rezensionen
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