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    ChrischiD

    Aktiv seit: 02. April 2023
    "Hilfreich"-Bewertungen: 0
    14 Rezensionen
    Mathilde und Marie

    Torsten Woywod
    Mathilde und Marie (Buch)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    16.01.2026

    Ein Highlight gleich zu Jahresbeginn

    Manchmal braucht es ein einschneidendes Erlebnis, um endlich über seinen Schatten zu springen, Veränderungen zu wagen, sich dem Leben entgegenzustellen, zu sich selbst ehrlich zu sein. Bei Marie führt dies zu einer zunächst kopflos anmutenden Flucht ins Ungewisse. Durch eine ebenso schicksalhafte wie unerwartete Begegnung landet sie inmitten der belgischen Ardennen, in einem kleinen Bücherdorf.

    Torsten Woywod möchte den Leser dazu animieren, in diesen aktuell schwierigen, stressigen und durchaus ungewissen Zeiten, auch einmal innezuhalten. Sich auf all das positive zu besinnen, es wieder wahrzunehmen, ohne dabei die Realität zu verklären. Und – dies darf man ruhig schon zu Beginn sagen – es gelingt ihm ganz grandios.

    Nicht immer ist es ausschließlich das, was aufgeschrieben wurde, das den Leser berührt. Oft sind es die ungesagten Worte, der Raum zwischen den Zeilen, der ein Buch zu einer besonderen Lektüre werden lässt. Selbstverständlich besticht hier auch die Geschichte des Ortes, das Zusammenspiel der sich wunderbar ergänzenden Charaktere und ihrer Entwicklungen, sowie der eingängige und poetische Schreibstil. Die wahre Magie aber entsteht durch eine unbeschreibliche Atmosphäre, die sich vermutlich jedem auf eine andere Art und Weise zeigt.

    Ein wahrhaftiger Wohlfühlroman, der keine allzu großen Wendungen erwarten lässt, das Leben aber auch nicht bloß von seiner rosigen Seite zeigt. Es ist ein bisschen als würde der Leser gemeinsam mit Marie auf Entdeckungsreise gehen und von Grund auf lernen was Wahrnehmung eigentlich bedeutet und was sie vermag. Konkrete Formulierungen für Gefühle zu finden, ist immer schwierig, zumal eine Allgemeingültigkeit sicherlich nicht gegeben wäre. Daher: Unbedingt lesen und eintauchen!
    Little Miss Frankenstein - Alpaka oder Lama, Hauptsache Drama!

    Astrid Göpfrich
    Little Miss Frankenstein - Alpaka oder Lama, Hauptsache Drama! (Buch)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    17.01.2026

    Fantastisch

    Der Familienname Frankenstein wirkt auf Nelly wie ein Makel. Etwas, das vor allem ihre Eltern am liebsten komplett verdrängen würden … würden sie nicht auf einem alten Schloss wohnen … und würde es dort nicht spuken … und würde ihre Tochter nicht in die Fußstapfen ihres Urururgroßvaters treten wollen. An Fantasie und Kreativität mangelt es keinesfalls. Und als Nelly plötzlich ein totgeglaubtes Alpaka wieder zum Leben erweckt, und dieses auch noch sprechen kann, ist das Chaos perfekt.

    Eine großartige, warmherzige und zugleich humorvolle Geschichte, mit einer von Anfang an sympathischen Hauptprotagonistin. So begibt man sich auf ein wildes Abenteuer, das mit viel Liebe zum Detail und ebenso tiefgründigen Botschaften gespickt ist. Doch keine Sorge, hier wird nicht mit dem erhobenen Zeigefinger jongliert. Der Fantasie sind zwar keine Grenzen gesetzt, aber Zusammenhalt und Freundschaft sind zwei sehr reale, zentrale Themen.

    Mit einem tollpatschigen Alpaka wird es einem sowieso nie langweilig, man muss aber Acht geben, dass es sich nicht in seinen eigenen Hufen verheddert. Die Geschichte vergeht wie im Flug und wird wunderbar visualisiert durch kleinere und größere Illustrationen. Vor allem eingeschobene Tagebucheinträge zu Nellys mehr oder minder gelungenen Erfindungen lockern die Atmosphäre noch einmal zusätzlich auf.

    Inhaltlich möchte man gar nicht zu viel verraten, zu groß ist die Gefahr vor Begeisterung den gesamten Plot auszuplaudern. Daher sei jedem, der sich für ein paar Stunden gut unterhalten lassen und dem Alltag ein kleines bisschen entfliehen möchte, egal ob Klein oder Groß, dieses Buch ans Herz gelegt. Und auch ein zweiter Band ist schon in Planung, man darf gespannt sein.
    Minnesota

    Jo Nesbø
    Minnesota (Buch)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    02.01.2026

    Sehr gelungen

    Wer bereits mit dem Autor vertraut ist weiß, dass Jo Nesbø sich oft und gerne tiefgründig mit dem Denken und Handeln der Menschen auseinandersetzt. Seine Figuren haben zumeist etwas tragisches an sich. Häufig liegen dem traumatische Ereignisse zugrunde, die jedoch erst im fortgeschrittenen Verlauf der Geschichte enthüllt werden.

    In „Minnesota“ spielt er zudem unglaublich gekonnt mit verschiedenen Perspektiven, die ein authentisches Bild der Gegebenheiten zeichnen. Doch kann man sich wirklich auf seine Sinne verlassen? Gibt es nur diese eine Realität oder lässt man sich gerade hinters Licht führen? Widersprüchliche Gefühle brechen sich immer wieder Bahn, denn einerseits scheint alles stimmig, andererseits jedoch passt nichts zusammen.

    Neben charakterstarken Protagonisten mit deutlichem Wiedererkennungswert behandelt das Buch nicht bloß eine Mordserie, die wie eine Rachemission aussieht. Vielmehr gilt es, hinter die Kulissen zu blicken, den Antrieb und die Motivation hinter den Taten zu erkennen. Gebannt und mit fast schon morbider Faszination verfolgt man Seite für Seite, Zeile für Zeile und taucht immer tiefer ein in diesen Strudel.

    Nesbø ist hier ein beeindruckender Coup, ein Meisterstück, gelungen. Die Lektüre zur Seite zu legen – nahezu unmöglich. Brutal und schonungslos ehrlich auf der einen Seite, gleichzeitig aber auch empathisch. Eine grandiose Mischung aus lauten und leisen Tönen, die noch lange nachhallen.
    The Woman in Suite 11

    Ruth Ware
    The Woman in Suite 11 (Buch)

    3 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern Inaktiver Stern
    29.12.2025

    Lässt das gewisse Etwas vermissen

    Eine geheimnisvolle Einladung weckt Lo Blacklocks Interesse. Obwohl sie schon viele Jahre nicht mehr als Reisejournalistin aktiv war, reizt sie das Angebot, der Neueröffnung eines Luxushotels in der Schweiz beizuwohnen. Anstatt des erhofften Interviews erwartet sie vor Ort jedoch eine Überraschung der etwas anderen Art …

    Es handelt sich hier nicht um eine Fortsetzung im klassischen Sinn, auch wenn einige der Protagonisten aus „The Woman in Cabin 10“ erneut auftauchen. Ruth Ware beleuchtet zwar die Entwicklung der Figuren, die diese in den letzten Jahren durchgemacht haben, hat aber dennoch unabhängig davon eine eigenständige Geschichte erschaffen.

    Der Erzählstil ist eingängig und flüssig, so dass es leicht fällt, dem Geschehen zu folgen. Gleichzeitig beschreibt die Autorin das Szenario so authentisch und detailliert, dass der Leser mitgerissen wird, und die angespannte Atmosphäre fast greifen kann. Letztendlich ist die Erzählung gespickt mit Andeutungen und Möglichkeiten, aus denen sich diverse Theorien ableiten lassen. Diese wiederum laden dazu ein, hinter jeder Ecke etwas schreckliches, namenloses, zu erwarten.

    Die Dichte und Intensität des Aufbaus ist beeindruckend, die eigentliche Storyline im Vergleich dazu jedoch enttäuschend. Einige vermeintliche Wendungen sind schon im Vorfeld offensichtlich, wodurch die aufgebaute Spannung nach und nach in sich zusammenfällt. Sicherlich bleibt man dennoch bis zum Schluss dabei, um zu erfahren wie es nun tatsächlich ausgeht. Und in der Hoffnung, doch noch eine kleine Überraschung zu erleben.
    Dann ruhest auch du

    Sandra Åslund
    Dann ruhest auch du (Buch)

    4 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern
    12.12.2025

    Würdiger Abschluss der Trilogie

    Kriminalinspektorin Maya Topelius möchte eigentlich nur ein ruhiges Wochenende bei ihren Eltern verbringen, als sie sich plötzlich einem neuen Fall gegenübersieht, und ihr Kollege Pär auch noch anreist. Die erhoffte Entspannung ist schnell dahin, denn es wird deutlich, dass die Ereignisse weitaus größere Ausmaße annehmen, als zunächst erwartet. Mehrere Morde, ohne konkret erkennbare Zusammenhänge und eine Geschichte, die weit zurückreicht. Und dann streifen die Vorkommnisse auch noch Mayas eigene Kindheit und Jugend.

    Von Beginn an als Trilogie angelegt, in der Hauptprotagonistin Maya Topelius immer in irgendeiner Art und Weise persönlich involviert ist, begibt man sich mit dem vorliegenden Abschlussband nun ans große Finale. Entsprechend wenig überrascht es, dass ihren Gedanken und Emotionen viel Raum gegeben wird, sich zu entfalten. Nur so ist es möglich, die Tragweite ihrer eigenen Betroffenheit authentisch darzustellen.

    Wer allerdings die Vorgängerbände nicht gelesen hat, wird eine gewisse Zeit benötigen, um ins Geschehen hineinzufinden. Die Fälle als solche sind natürlich in sich abgeschlossen. Dennoch gibt es eine Rahmenhandlung, die alle Bände miteinander verbindet und nicht bloß zierendes Beiwerk ist. Die Autorin beschränkt sich darauf, vereinzelt Hinweise einzustreuen, um manches Mal eine bessere Einordnung vornehmen zu können. Tatsächliche Rückblenden finden jedoch nicht statt.

    Dem Leser ist früh klar, dass hier etwas im Untergrund brodelt, die Anspannung aller Beteiligten ist nahezu greifbar. Und doch bleibt lange Zeit vieles im Dunkeln, manche Figuren lassen sich nur schwer bis gar nicht einschätzen, was die Spannung noch steigert. Die Geschichte entwickelt sich im Verhältnis mal qualvoll langsam und dann wieder explosiv, so dass unbedingt Konzentration geboten ist, damit nichts wichtiges übersehen wird. Vor allem sollte man vermeiden, sich gefühlsmäßig zu sehr einzufinden, um einen neutralen Blick von außen wahren zu können. Auch wenn es an manchen Stellen mitunter wirklich schwer fällt.

    Ein würdiger Abschluss der Trilogie, mitreißend erzählt und stilistisch gekonnt ausgeschmückt. Vielleicht begegnet man der ein oder anderen Figur ja irgendwann doch noch einmal.
    Der Tag, an dem Barbara starb

    Richard Hooton
    Der Tag, an dem Barbara starb (Buch)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    15.11.2025

    Berührend, ehrlich, spannend

    Überall Blaulicht, das ganz große Aufgebot, es muss also etwas Schreckliches geschehen sein. Als Margaret registriert, dass ihr Nachbarin ermordet wurde, weiß sie, dass sie sich an etwas wichtiges erinnern muss … aber was war es noch gleich?

    Voller Tatendrang und gleichzeitig mit liebevoller Hingabe wird Margaret von ihrem Enkel dabei unterstützt, dem Verbrechen auf den Grund zu gehen. Die implizierte, um einiges tiefergehende Bedeutung des Ganzen erschließt sich dem Leser erst im weiteren Verlauf der Geschichte, und ist dabei nicht minder berührend.

    Zwischen unfassbaren Gräueltaten und tückischen Krankheiten verbirgt sich aber auch immer eine Prise Humor. Damit verleiht der Autor seiner Erzählung nicht nur Lebendigkeit, er trotzt der Schwermut, um sie nicht die Oberhand gewinnen zu lassen.

    Gebannt verfolgt der Leser, wie Margaret das Puzzle nach und nach zusammensetzt. Doch wird es ihr wirklich gelingen, den Code letztlich zu knacken, oder wird manches für immer verborgen bleiben?

    Ein wunderbar warmherziges und ehrliches Buch, das nicht nur einen spannenden Kriminalfall beinhaltet, sondern auch ganz besonders von bedingungsloser Liebe zeugt.
    Joshua Jackelby

    Benedict Mirow
    Joshua Jackelby (Buch)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    19.10.2025

    Grandios

    Direkt zu Beginn der Geschichte wird der Leser mit dem titelgebenden Zeitungsjungen Joshua Jackelby und der im Klappentext beschriebenen Rettungsaktion des Hundewelpen konfrontiert. Schnell stellt sich heraus, dass der Junge zahlreiche Eigenschaften in sich vereint, die ihn zu einem wahren Sympathieträger machen, was mitnichten despektierlich zu verstehen ist. Dass sein ausgeprägter Gerechtigkeitssinn, gepaart mit Mut, aber auch einer Spur von Leichtsinn, Joshua und seine Freunde in gefährliche Situationen bringen wird, scheint unausweichlich.

    Erstaunt und fasziniert verfolgt man das Geschehen von Anfang an. Teils atemlos, teils erheitert, aber häufig auch recht angespannt. Denn regelmäßig kommt es zu riskanten Manövern, die es zu umschiffen gilt. Der Autor zeichnet ein ebenso umfangreiches wie erstaunlich atmosphärisches Bild von London in Zeiten Queen Victorias. An der Authentizität seiner Darstellung zweifelt man keine Sekunde, obwohl es sich natürlich um eine fiktive Erzählung handelt.

    Schon bald geht es für den Leser nicht mehr darum wer hinter den schrecklichen Verbrechen steckt, die Joshua und seine Freunde aufzudecken beziehungsweise zu vereiteln versuchen. Vielmehr geht es um den Aufbruch in eine andere Zeit und ein Abenteuer, das von Wünschen und Träumen getragen und vorangetrieben wird. Liebevolle, gleichzeitig aber auch sich zurückhaltende, Illustrationen am Ende eines Kapitels, runden den positiven Gesamteindruck ab.

    Ganz gleich wie realistisch die Vielzahl an glücklichen Zufällen, die zur Entschärfung brenzliger Situationen führen, wirklich sind, das Gesamtkonstrukt in sich ist wunderbar stimmig. Die Begeisterung, die der Autor beim Schreiben empfunden haben muss, spiegelt sich in jedem Buchstaben und springt ohne Wenn und Aber auf den Leser über. Ein durch und durch großartiges Buch.
    Die Bibliothek meines Großvaters

    Masateru Konishi
    Die Bibliothek meines Großvaters (Buch)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    11.10.2025

    Beeindruckend und berührend

    Jedes Rätsel beinhaltet bereits seine Lösung, man muss nur genau hinsehen.
    Kaedes Großvater versetzt nicht nur seine Enkelin, sondern auch den Leser ein ums andere Mal in Erstaunen, wenn er scheinbar unlösbare Problematiken mühelos in ihre Einzelteile zer- und versteckte Hinweise offenlegt. Mit beeindruckender Kombinationsgabe erschafft er daraufhin in sich stimmige Auflösungen, unabhängig der Komplexität der jeweiligen Fragestellung.

    Besonders berührend und wunderbar herausgearbeitet ist das Verhältnis zwischen Kaede und ihrem Großvater. Eine Verbindung, die in jedem Wort mitschwingt und den Leser direkt ins Geschehen zieht, manches Mal aber auch einfach nur innehalten lässt. Ihre, teils sehr tragische, Familiengeschichte wird direkt in die Erzählung eingeflochten.

    Die Darstellung der Figuren gelingt optimal. Jeder einzelne Charakter ist dreidimensional und besitzt Wiedererkennungswert. Eine leichte Spannungskurve wurde ebenfalls eingebaut. Denn auch, wenn es sich nicht um einen Krimi handelt, so wird es für den ein oder anderen im weiteren Verlauf durchaus gefährlich.

    Da es sich um den ersten von drei Bänden handelt, darf man auf die Weiterführung sehr gespannt sein. Der Auftakt ist in jedem Fall rund und könnte definitiv für sich alleine stehen. Absolut und ohne Einschränkungen empfehlenswert.
    Der Donnerstagsmordclub und der unlösbare Code

    Richard Osman
    Der Donnerstagsmordclub und der unlösbare Code (Buch)

    4 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern
    11.10.2025

    Gewohnt gelungen

    Elizabeth‘ Ruf eilt ihr um Meilen voraus, weshalb es nicht verwunderlich ist, dass sie von einem ihr fremden Mann um Hilfe in einer delikaten Angelegenheit gebeten wird. Inmitten all ihrer Trauer verspürt sie plötzlich, dass noch nicht alles in ihr erloschen ist. Schnell ist der gesamte Donnerstagsmordclub involviert als es um Bomben, Bitcoins und private Fehden geht. Gleichzeitig hat aber auch jeder noch ein eigenes Anliegen, um das es sich zu kümmern gilt …

    … wodurch sich verschiedene Handlungsstränge ergeben, die teilweise miteinander verknüpft sind, was sich allerdings erst im weiteren Verlauf zeigt. Andere wiederum verlaufen konstant parallel, sind dadurch aber nicht weniger wichtig. Jedem Kapitel, unabhängig davon ob es das Geschehen gerade vorantreibt oder nicht, ist unterschwellig die Grundspannung des Buches zu entnehmen. Auf dieser Basis baut der Autor geschickt auf, um die Handlung lebendig zu halten und den Leser neugierig auf den weiteren Verlauf zu machen.

    Hilfreich sind dabei auch die nicht allzu langen Kapitel. Man fliegt förmlich durch das Buch, ohne es zu merken. Das Tempo ist eher zurückhaltend, der gelungene Spannungsbogen gleicht dies jedoch geschickt aus. Mit zahlreichen Überraschungen gespickt, wird der Instinkt des Lesers auf den Prüfstand gestellt. Manches Mal wittert man die Falle bereits im Vorfeld, hin und wieder läuft man aber auch bereitwillig darauf zu und ist im Nachgang erstaunt, die Hinweise nicht erkannt zu haben. Wie es scheint, geht es den Protagonisten beizeiten ebenso, was sie noch nahbarer macht.

    Es kann darüber diskutiert werden, ob am Schluss womöglich noch der letzte große Clou fehlt, nichtsdestotrotz ist dies lediglich Jammern auf hohem Niveau. Auch der fünfte Band rund um Elizabeth, Joyce, Ron und Ibrahim hinterlässt begeistert auf unterschiedlichen Ebenen.
    Greta Grimaldi und der Junge aus dem Schatten

    Davide Morosinotto
    Greta Grimaldi und der Junge aus dem Schatten (Buch)

    4 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern
    28.09.2025

    Gelungene Verbindung von Realität und Fiktion

    Doktor Grimaldi, für sein feines Gespür in Kriminalfällen bekannt, wird gebeten, nach Nürnberg zu reisen, um ein Attentat auf Kaspar Hauser zu verhindern. Begleitet wird er von seiner Tochter Greta, die ebenfalls sensible Antennen für Verborgenes besitzt und gleichzeitig mit einer gewissen Neugierde und Abenteuerlust ausgestattet ist. Gemeinsam versuchen sie das Rätsel zu lösen, doch immer wieder tauchen Unstimmigkeiten und Täuschungen auf, die das gesamte Geschehen noch weitaus mysteriöser und undurchdringlicher erscheinen lassen.

    Davide Morosinotto verbindet reale historische Figuren, Ereignisse und Überlieferungen mit fiktiven Elementen, und das so gekonnt, dass man als reiner Beobachter, der sich mit der Geschichte Kaspar Hausers bisher nicht näher auseinandergesetzt hat, die Grenzen nicht erkennt. Es gelingt ihm, auf Grund seines mitreißenden Schreibstils, den Leser sofort in den Bann zu ziehen und für die Geschichte zu begeistern.

    Vor allem Greta als Hauptfigur findet einiges an Beachtung. Doch auch die weiteren Personen sind in ihrer Darstellung sehr detailliert gezeichnet, so dass sich ein stimmiges Bild ergibt. Obwohl der aufmerksame Leser die Hinweise ziemlich schnell zu deuten vermag und somit bereits eine bestimmte Theorie verfolgt, wird dennoch schnell klar, dass der/die ein oder andere noch ein Geheimnis hütet. Manches wird bei zutage treten sicherlich für Überraschung sorgen.

    Dem Sog der Geschichte kann man sich schwerlich entziehen, und möchte dies auch gar nicht. Ein sehr gelungenes Buch, das auch Erwachsene zu begeistern weiß.
    Die Karte

    Andreas Winkelmann
    Die Karte (Buch)

    2 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern Inaktiver Stern Inaktiver Stern
    31.08.2025

    Leider ziemlich enttäuschend

    Der Täter lauert seinen Opfern an ihrer Joggingstrecke auf, die sie bereitwillig mit einer Community teilen. Das macht es ihm leichter, sie zu verfolgen. Doch was ist sein Motiv? Hat er eine persönliche Beziehung zu seinen Opfern? Ist er auf Rache aus? Zahlreiche unbeantwortete Fragen und scheinbar kein weiteres Bindeglied als die Lauf-Community bringen die Ermittler an den Rand der Verzweiflung.

    Da es sich bereits um den vierten Band der Reihe handelt, benötigt man als Neuling erst einmal eine gewisse Zeit, um sich mit den Figuren und dem Umfeld vertraut zu machen. Das gelingt zwar relativ schnell, bleibt aber auch recht oberflächlich. Den Charakteren hätte ein bisschen mehr Tiefgang durchaus gutgetan.

    Das Geschehen als solches gestaltet sich wenig spektakulär, die Grundidee ist nicht allzu innovativ. Und doch ist man gewillt, dem Ganze eine Chance zu geben. Auf den besonderen Kniff, das gewisse Etwas wartet man jedoch vergeblich. Tempo und Spannung werden zwar durchaus aufgebaut, richtige Überraschungen oder bahnbrechende Wendungen sind dennoch nicht zu erwarten. Entsprechend zäh und langwierig verläuft die Geschichte.

    Sicherlich sind die eingebauten Rückblenden ein wichtiger und mitunter interessanter Einschub, doch auch diese sind häufig allzu langatmig, so dass sie auf Dauer zu nerven beginnen. Ebenso wie die ständige Erwähnung der (zu diesem Zeitpunkt) präsenten Corona-Pandemie. Natürlich ist es richtig, reale Ereignisse einfließen zu lassen, aber manches darf auch ruhig weniger Raum einnehmen.

    Alles in allem wirkt die Erzählung leicht unstrukturiert, weshalb man sich als Leser ein ums andere Mal gerne ablenken lässt und das Geschehen im Laufe der Zeit immer weniger konzentriert verfolgt.
    Das Nachthaus

    Das Nachthaus (Buch)

    3 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern Inaktiver Stern
    09.12.2023

    Wach ich oder träum ich?

    Richard ist neu im Dorf und hat wahrlich nicht viele Freunde. Als just die zwei Jungen kurz hintereinander verschwinden, mit denen er engeren Kontakt hatte, gerät Richard schnell als Verdächtiger in den Fokus. Und er selbst stellt sich zunehmend die Frage: Was für ein Ort ist Ballantyne wirklich?

    Nesbø beginnt die Erzählung schon in einem frühen Stadium ziemlich schräg und verwirrt den Leser damit zusehends. Eigentlich eher für seine Kriminalgeschichten bekannte, ist man mit dantastischer Literatur aus seiner Feder weniger vertraut. Aber warum nicht auch mal auf ein Experiment ein- und sich überraschen lassen.

    Eindringlich und mitreißend wird der Leser eingesogen von einer unglaublichen, aber gleichzeitig auf unglaubwürdigen Geschichte. Zugegeben, der ausgeprägte Genre-Mix weiß zu fesseln und Neugierde zu schüren. Allerdings tauchen auch immer wieder Zweifel an der Darstellung, an den Figuren und den Geschehnissen auf. Die daraus entstehenden Gedankengänge führen letztlich in genau die richtige Richtung. Der Autor versucht es zwar noch mit einem wirklich geschickten Twist, kann den Leser damit auch im Endeffekt auch nicht mehr einfangen oder täuschen.

    Dem „Nachthaus“ liegt ein sehr komplexes Konstrukt zugrunde, das trotz des einfach gehaltenen Schreibstils gar nicht mal so leicht zu durchdringen ist – aber es ist eben auch nicht unmöglich. Wehe dem, der zu früh hinter die Fassade blickt …
    Abschied auf Italienisch

    Andrea Bonetto
    Abschied auf Italienisch (Buch)

    3 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern Inaktiver Stern
    09.04.2023

    Interessant, aber nicht zu einhundert Prozent überzeugend

    Vito Grassi hatte kein allzu enges Verhältnis zu seinem Vater. Doch nach dessen Tod erbt er sein Haus in Ligurien, abgeschottet vom Lärm der Großstadt und mit eigenem Olivenhain. Die Bande seiner eigenen Familie drohen auseinanderzubrechen, die logische Konsequenz ist die Versetzung in die Abgeschiedenheit. Doch viel Zeit zum Durchatmen oder Ankommen bleibt Grassi nicht, gleich zwei Leichen pflastern seinen Weg – und er muss beweisen, dass er auch in der Provinz auf seinen Scharfsinn vertrauen kann.

    Viel Lokalkolorit, eigenständige und eigensinnige Charaktere mit Wiedererkennungswert, und ein durchdachtes Netz aus Hinweisen und Fallstricken, die nicht nur den Protagonisten zum Verhängnis werden können. Der Autor spielt in gewisser Weise mit dem Leser. Einerseits lässt er ihn in dem Glauben, ganz nah dran zu sein, das Geschehen aus der ersten Reihe zu betrachten, andererseits gibt er aber zwangsläufig nur das nötigste preis, dies jedoch ziemlich geschickt. Ist man allerdings erst einmal dahintergestiegen, so lässt man sich kaum noch aufs Glatteis führen, sondern erfreut sich fast schon an der nächsten falschen Fährte.

    Unaufgeregt, aber trotz allem spannend werden nicht nur die Todesfälle behandelt, sondern auch das Gefühlsleben der Protagonisten. Die wechselnden Tempi führen somit zu Ruhephasen, die nicht unbedingt notwendig wären, aber auch nicht als störend empfunden werden. Denn sie fügen sich nahtlos ins Gesamtkonstrukt ein. Hier ist alles von Anfang bis Ende durchdacht, lose Fäden sucht man vergeblich. Auch der Abschluss ist formal ziemlich schnörkellos, trotz dessen, dass es inhaltlich ordentlich zur Sache geht.

    Zwar nicht zu einhundert Prozent überzeugend, aber alles in allem ein interessanter erster Fall für Vito Grassi, der sich schon gut in seine neue Heimat einfügt.
    Windstärke Tod

    Bente Storm
    Windstärke Tod (Buch)

    3 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern Inaktiver Stern
    02.04.2023

    Zu viel gewollt..

    Agatha Christensen fischt ausgerechnet an ihrem freien Tag eine Leiche aus dem Wasser. Alles sieht danach aus als hätte der Mann seine Kräfte überschätzt. Also ein schrecklicher Unfall? Doch wie passen die Hinweise, dass der Tote niemals freiwillig im Meer baden gegangen wäre, dazu? Obwohl sie als Wasserschutzpolizistin nicht zuständig ist, lässt Agatha der Fall keine Ruhe, und sie beginnt auf eigene Faust Ermittlungen anzustellen. Das gefällt nicht jedem..

    Ein toter Mediator, politische Reibereien und ein kontrovers diskutierter Windpark. Ausreichend Potential, um die Gerüchteküche anzustoßen und in jedem einen möglichen Täter zu sehen. Doch nicht immer bedeuten viele Komponenten auch gleichzeitig viel Spannung. Sicherlich werden die einzelnen Handlungsstränge lebendig erzählt und gekonnt miteinander verwoben. Auch bleiben gewisse Aspekte bewusst im Dunkeln, und dennoch hat man als Leser nicht das Gefühl tatsächlich mitgenommen zu werden.

    Die Charaktere bleiben recht farblos, sie scheinen mehr neben- denn miteinander zu agieren, so dass auch der Leser davon ausgeschlossen wird und keine tiefer gehende Bindung entsteht. Nichtsdestotrotz verfolgt man natürlich das Geschehen, doch schon bald ist klar, in welche Richtung hier gedacht werden muss. Zwar werden immer noch ein paar falsche Fährten gelegt, über die es sich zumindest kurzzeitig nachzudenken lohnt, aber wirklich abbringen lässt man sich von der offensichtlichen Spur nicht mehr.

    Ein bisschen mehr Spannung, mehr Einblick in das Städtchen Cuxhaven und Charaktere mit deutlicherem Tiefgang hätten dem Auftakt der neuen Reihe wahrlich gut getan. So aber leider, mit viel gutem Willen, nur Mittelmaß.
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