Inhalt Einstellungen Privatsphäre
jpc.de – Leidenschaft für Musik Startseite jpc.de – Leidenschaft für Musik Startseite
  • Portofrei ab 20 Euro
  • Portofrei bestellen ab 20 Euro
  • Portofrei innerhalb Deutschlands Vinyl und Bücher und alles ab 20 Euro
0
EUR
00,00*
Warenkorb EUR 00,00 *
Anmelden
Konto anlegen
    Erweiterte Suche
    Anmelden Konto anlegen
    1. Startseite
    2. Alle Rezensionen von holdesschaf bei jpc.de

    holdesschaf Top 50 Rezensent

    Aktiv seit: 13. Juni 2021
    "Hilfreich"-Bewertungen: 14

    Bitte beachten Sie

    Wir können nicht sicherstellen, dass die Angaben von Verbrauchern stammen, die das Produkt tatsächlich genutzt oder erworben haben.

    543 Rezensionen

    Wir können nicht sicherstellen, dass die Angaben von Verbrauchern stammen, die das Produkt tatsächlich genutzt oder erworben haben.
    Lucia 1. Flüsterin der Flammen

    Sarah Fleury
    Lucia 1. Flüsterin der Flammen (Buch)

    4 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern
    17.03.2026

    Gutes Lesefutter für Fantasyfans

    Lucia ist 13 und lebt ein normales Leben mit ihren Eltern in Catania, bis sich bei einer Geburtstagsfeier plötzlich magische Feuerkräfte offenbaren. Doch Feuermagie ist in Catania lange verboten und alle, die sie beherrschten verschwanden nach und nach. Doch dem nicht genug, wird Lucia nun auch noch von einem seltsamen Nebelwesen verfolgt und wird gerade noch von ihrer neuen Bekanntschaft Finn durch eine Flucht nach Flammaris gerettet. Doch dort breitet sich der Nebel immer weiter aus und Lucia muss nicht nur lernen ihre Kräfte zu beherrschen, sie deckt auch ein Geheimnis um ihre Vergangenheit auf.

    Tolles Cover, hübscher Farbschnitt und auch die Geschichte klingt eigentlich richtig gut. Mir gefällt Lucia, die sich leider zwischen zwei Welten entscheiden muss, aber eigentlich keine andere Wahl hat, als nach Flammaris zu flüchten. Eltern und beste Freundin lässt sie zurück. Trotzdem ist sie mutig und versucht aus der Situation das Beste zu machen. Sie lernt viele neue Leute kennen und kann in ihrem neuen Zuhause ihre Kräfte trainieren, die ich auch ganz spannend finde. Auch toll ist, dass sich die Feuermagie bei jedem anders ausprägt. Sehr witzig ist Lucias kleiner Begleiter, der um keinen schlauen Spruch verlegen ist und gerne futtert. Leider erinnern aber auch viele Elemente der Geschichte an andere Bücher oder Filme. Yuki z.B. ist von seiner Art her dem kleinen Drachen in Mulan sehr ähnlich, trotzdem oder gerade deswegen mochte ich ihn sehr. Es gibt eine Schule, in der Magie unterrichtet wird, in dieser gibt es natürlich eine Person, die missgünstig gegenüber Lucia ist und versucht, andere bloßzustellen. Die üblichen Gefüge eben. Lucias Familiengeheimnis zähle ich auch dazu.

    Die Nachforschungen dazu lassen die sonst so überlegte Lucia leider eher schlecht Entscheidungen treffen und so gibt es noch genug Stoff für einen nächsten Band. Das Setting und die Bedrohung von Flammaris sind hingegen eine Abwechslung und werden gut beschrieben, so dass auf jeden Fall an einigen Stellen Spannung aufkommt. Junge Fantasyfans, die Lesefutter suchen, sind also trotzdem mit dem Buch bestens versorgt. Er lässt sich relativ leicht durchschmökern, ohne dass die Story dadurch dünn wird. Durch den Cliffhanger am Ende möchte man auf jeden Fall auch weiterlesen. Für alle, die bisher keine oder kaum Kinderfantasy gelesen haben, ist das Buch sicher aufregend und neu. 4 Sterne
    Was fehlt dir, kleiner Roboter?

    Przemys¿aw Wechterowicz
    Was fehlt dir, kleiner Roboter? (Buch)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    13.03.2026

    Empathisches Bilderbuch übers Trösten

    Der kleine Roboter ist traurig, weil er eine Schraube verloren hat. Die Tiere würden ihn gern trösten, doch sie wissen nicht wie, denn Roboter nimmt man nicht in den Arm oder erzählt ihnen Witze oder doch?

    Das Cover des Buches sagt schon viel darüber aus, worum es geht. Man sieht hier den kleinen Roboter, der die Hauptfigur in der Geschichte ist und leider seine Lieblingsschraube verloren hat. Nun ist er ganz traurig. Alle Tiere helfen ihm gern beim Suchen, doch trösten können sie ihn nicht, denn sie glauben, Roboter mögen oder brauchen all die Dinge und Gesten, die sie selbst trösten nicht. Nur der Biber hat eine Idee. Sie erfreut den kleinen Roboter und er öffnet sich soweit, dass er sagen kann, was ihn tröstet. Mir gefällt wie hier mit den Annahmen der Tiere gespielt wird. Da der Roboter nicht tierisch/menschlich ist, gehen alle davon aus, dass er nicht umarmt, nicht singt oder schwimmt. So versuchen sie gar nicht, ihn zu trösten. Doch es stellt sich heraus, dass er diese Dinge genauso braucht, wie alle anderen. Diese einfache aber wichtige Botschaft, können Kinder leicht auf sich und ihre Lebenswelt übertragen. Jeder braucht auf seine Weise Trost und wird gern getröstet.

    Der gut lesbare Text des Bilderbuchs ist recht einfach gehalten, so können auch schon Kinder ab 3 der Erzählung folgen. Im ersten Teil sind die ersten Sätze alle ähnlich aufgebaut. Immer wird vergeblich nach der Schraube gesucht. Auf Erwachsene wirkt das vermutlich etwas befremdlich, ist aber für die kleinen Zuhörer birgt das nach kurzer Zeit schon eine gewisse Vertrautheit, in der man leichter ins Gespräch kommt und sich auf das wesentliche konzentrieren kann. Das Highlight sind die Illustrationen im Buch. Ihnen fehlt das quietschbunte mancher Bilderbücher, sie sind eher zart und atmosphärisch. Manche sind Szenen mit Hintergrund, bei anderen liegt der Fokus ausschließlich auf den Figuren und ihren Handlungen. Beeindruckend ist das Spiel mit dem Licht, sei es in den Blättern der Weiden, als Reflexion auf dem Fluss oder in Form einer Glühbirne, die ein Marmeladenglas beleuchtet. Es zieht den Betrachter in die Szenen hinein. Kinder werden sich auf jeden Fall mit dem kleinen Roboter identifizieren können, weil vermutlich jedes schon einmal etwas verloren hat. Ein tolles, empathisches Buch, das zeigt, wie wichtig es ist, zuzuhören, andere zu trösten und getröstet zu werden. 5 Sterne
    Lightfall 1: Das verlorene Licht

    Tim Probert
    Lightfall 1: Das verlorene Licht (Buch)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    09.03.2026

    Beeindruckender Fantasy-Comic

    In Irpa, einer Welt, in der die Dunkelheit bedrohlich nahe rückt, lebt Bea mit ihrem Großvater, dem Zauber-Eber, friedlich im Wald. Ihre Aufgabe ist es die ewige Flamme zu hüten. Während des Kräutersammelns lernt Bea Cad kennen, einen Galdurier, der nach ihrem Großvater sucht. Er soll helfen, ein Schriftstück zu übersetzen durch das Cad sein verschwundenes Volk wiederfinden will. Doch zurück bei der Hütte ist der leicht verwirrte Opa verschwunden. Eine Nachricht führt Bea und Cad zusammen auf eine rätselhafte Suche. Das Abenteuer beginnt!

    Mir hat schon das Lichtspiel auf dem Cover sehr gut gefallen, doch das ist noch nichts gegen die wundervoll stimmungsvollen Bilder im Inneren des Buches. In der Geschichte dreht sich alles um das Licht und dieses Thema wird auch in den Illustrationen perfekt umgesetzt. Das Spiel mit Licht und Dunkel ist außergewöhnlich und hat mich nachhaltig beeindruckt. Gleichzeitig wirken die Figuren mal zart, mal unglaublich präsent und vor allem das Böse sticht durch dunkle Farben heraus. Besonders toll ist die Atmosphäre in den Wäldern gelungen. Man kann sich an den detailreichen Bildern kaum satt sehen. Sie machen diesen Comic zu etwas ganz Besonderem. Die Schrift und die Sprache fügen sich gut in die Szenen ein. Die Menge ist überschaubar, so dass sicher auch Lesemuffel ihren Spaß an dem Comic haben.

    Die erzählte Geschichte hat uns auch sehr gefallen. Die Protagonistin Bea ist eher unsicher, geht auch immer lieber auf Nummer sicher und Gefahren am liebsten aus dem Weg. Cad hingegen stürzt sich gern ins Abenteuer und lässt sich auf seinem Weg nicht beirren. Er hat eine so positive Einstellung zu allem. So können beide voneinander lernen und entwickeln sich im Laufe der Geschichte weiter. Dir Reise der beiden ist ein einziges großes Abenteuer, das uns in verschiedene Gegenden Irpas führt und das z. B. Cads Vergangenheit beleuchtet. Viel Rätselhaftes und so mancher Kampf, aber auch das Auftauchen einer bösen Macht, sorgen für Spannung, Witz und Action. Ein bisschen traurig waren wir dann schon, als der erste Band zu Ende war. Wir hätten da noch ein paar Fragen und warten nun gespannt auf Band 2. Ein Comic-HighLIGHT, das man nicht verpassen sollte. 5 Sterne
    Mathilde und Marie

    Torsten Woywod
    Mathilde und Marie (Buch)

    2 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern Inaktiver Stern Inaktiver Stern
    08.03.2026

    Zu viel gewollt

    Studentin Marie möchte der lauten Hauptstadt Paris und ihren Problemen entfliehen und steigt spontan in den Zug nach Brüssel, wo sie zufällig eine Frau trifft, die sie in ihr Dorft einlädt. Weil sie sonst keine Perspektive hat kommt Marie mit und landet in Redu, einem Bücherdorf, das gut ein Dutzend Buchhandlungen und knappe 400 Einwohner zu bieten hat. Hier kommt sie der Natur und der Stille näher und kommt dem auf die Spur, was sie wirklich für ihr Leben möchte. Zudem lernt sie die Bewohner kennen und kann vor allem einer von ihnen helfen.

    Der Klappentext von Mathilde und Marie hat sich für mich sehr schön angehört, vor allem weil es um ein Bücherdorf geht und damit auch um mein liebstes Medium - so dachte ich zumindest. Doch schon zu Beginn war die Handlung für mich etwas dürftig begründet und für die heutige Zeit wenig realistisch. Studentin Marie trifft eine ältere Dame auf dem Rückweg ins Bücherdorf Redu und folgt sogleich deren Einladung dorthin. Wie die Frau von sich selbst behauptet, redet sie nur, wenn es etwas Wichtiges ist, Smalltalk führt sie nicht. Dafür jedoch ist sie um keinen ausgelutschten Kalenderspruch verlegen. Die Weisheiten, die sich hier aneinanderreihen, sind ja ganz nett, aber helfen sie wirklich einer jungen Frau, die in ihrem Leben an einen kritischen Punkt gekommen ist? Verlust, Krankheit und Tod sind nur ein paar Schlagworte dazu. Meiner Meinung nach braucht es dafür viel mehr. Auch ihre Rückkehr zur Natur und die Verbindung, die sie versucht, mit ihr aufzunehmen, sind in meinen Augen eher dürftige Motive für einen Roman, durch den das Dorfleben unnötig romantisiert wird. Damit holt man vielleicht gestresste Großstädter für einige Stunden zurück auf den Boden, ich - selbst Dorfbewohnerin in einem ähnlich großen Ort in der Pampa - kann da nur schwer ein Gähnen unterdrücken. Mir kam ziemlich schnell das Wort prätentiös in den Sinn. Der Autor will hier viel, erreicht bei mir jedoch nur, dass ich genervt bin von der Verklärung dörflichen Lebens, wo natürlich alle Zusammenhalten und Fremde mit Neugier und offenen Armen begegnen, wo man den ganzen Tag Zeit hat, Vögeln beim Zwitschern zu lauschen und Blumen beim Wachsen zuzusehen, weil sowieso seltenst jemand die vielen Buchhandlungen aufsucht, für die das Dorf berühmt ist. Mag sein, dass Redu, das es wohl wirklich gibt, etwas Besonderes ist, doch sollte man als Mensch, der sein Leben entschleunigen will, nicht glauben, dass es überall so ist.

    Des Weiteren tritt Mathilde, die zweite Frau im Titel, für mich hier viel zu spät in Erscheinung. Ihre Urteile über die junge Frau im Ort, die sie zunächst gar nicht kennt, gefallen mir nicht. So revidiert sie diese schon nach kurzer Zeit und braucht ihre Hilfe. So kommen beide auf eine Idee, die ich so überhaupt nicht schlüssig finde, die aber total aufgebauscht wird. Als jedoch ein Influencer in dem Dorf, in dem es kein Netz gibt, das Ganze groß aufziehen will, reagiert Marie so unpassend, was gar nicht zu der vorher fast zur Heiligen stilisierten jungen Frau passt. Mathildes Problem ist leider auch eines, von dem man in zig anderen Büchern schon gelesen hat und mit der Lösung des Rätsels verhält es sich ähnlich. Die Handlung plätschert vor sich hin und ich konnte für mich leider nichts wirklich Greifbares mitnehmen. Das Ganze Werk ist für mich nichts als eine Blase, von der sich jedoch eine bestimmte Leserschaft gerne vereinnahmen lassen wird. Wer eine heile Welt sucht, der greife hier gern zu. Mir ist das zu flach. 2 Sterne
    Fünf Fremde

    Romy Fölck
    Fünf Fremde (Buch)

    4 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern
    02.03.2026

    Spannend geschrieben, maues Ende

    Vor mehr als 30 Jahren verschwanden auf der Nordseeinsel Neuwerk zwei Jugendliche am Ende eines Schullandheimaufenthaltes. Während das Mädchen vollkommen verstört wieder auftaucht, bleibt der Junge verschwunden. Annika Lundt, die damals auf der Insel aufwuchs, ist nun Polizistin bei der Mordkommission und kehrt wegen persönlicher Probleme und um ihre kranke Mutter zu unterstützen auf die Insel zurück. Dabei ahnt sie nicht, dass einige der Passagiere, die mir ihr auf der letzten Fähre vor einem großen Sturm auf die Insel kommen, ebenfalls in diesem schicksalhaften Sommer auf der Insel weilten. Doch was zieht sie nach so vielen Jahren zurück nach Neuwerk? Kaum ist die Insel wegen des Sturms vom Festland abgeschnitten, überschlagen sich die Ereignisse.

    Als großer Fan der Elbmarsch-Krimis von Romy Fölck musste ich diesen Standalone-Thriller von ihr unbedingt lesen. Die aufwendige Aufmachung mit Schnitteffekt auf dem Cover und dem Farbschnitt des aufbrausenden Meeres sind echte Hingucker. Der Einstieg in die Geschichte packte mich sofort. Nach einer kurzen Rückblende ins Jahr 1995 zum Verschwinden der Jugendlichen, wechselt die Perspektive zu den verschiedenen Personen, die nun in der Jetzt-Zeit auf die Insel zurückkehren. Die Erzählstränge sind nicht immer chronologisch angeordnet, doch durch Datumsangaben kann man die Abläufe sehr gut nachvollziehen. Von Anfang an herrscht eine bedrohliche Atmosphäre, die nicht nur vom herannahenden Orkan herrührt, sondern auch durch die Gründe ausgelöst wird, warum die einzelnen Personen, die anfangs nicht miteinander zu tun haben scheinen, auf die Insel begeben. Seltsame Briefe und eine Vergangenheit, die keinen von ihnen losgelassen hat, werfen bei mir jede Menge Fragen auf, der Wunsch nach Antworten trieb mich förmlich durch die Geschichte. Schon zu Beginn kommt es zu dramatischen Szenen, auch ein Leichenfund lässt Böses erahnen und so manche Situation sorgte bei mir dann auch dafür, dass ich mich allein nachts lesend unwohl gefühlt habe.

    Handwerklich, also vom Aufbau und Halten der Spannung auf hohem Niveau, ist der Thriller wirklich meisterlich verfasst. Hin und wieder und gegen Ende vermehrt schleichen sich logische Fehler ein, die man leider nicht immer ignorieren kann. Es gibt viele Unsicherheiten bei den Protagonist*innen und damit auch viele Vermutungen bei mir, was denn passiert sein könnte vor 30 Jahren und auch in der Gegenwart. Wer hält hier die Fäden in der Hand. Obwohl Neuwerk so klein ist, gibt es noch genug Möglichkeiten, die man durchdenken, überprüfen und ggf. wieder verwerfen kann. Sehr rätselhaft sind z.B. Aussagen von Annikas dementer Mutter, aus denen man nicht schlau wird, die aber zeigen, dass hier irgendetwas ganz und gar nicht mit rechten Dingen zugehen kann. Weitere Rückblicke aus Sicht des verschwundenen Mädchens bringen die Leser*innen dem Tag des Verschwindens näher und mit der Zeit schließen sich auch die Verbindungen der Charaktere untereinander. Was diesen Teil des Buches betrifft, war ich beim Lesen wirklich begeistert. Allerdings stellte ich mir irgendwann die Frage, warum das Ganz nun passiert und ob es dafür überhaupt eine stimmige Auflösung geben kann. Meinen Verdacht wollte ich schließlich auch überprüft wissen.

    Nach mehreren brenzligen Situationen, die die Spannung noch einmal hochtreiben, wird dann auch die Auflösung präsentiert. Leider muss ich gestehen, dass ich nach so einem tollen Verwirrspiel das Ende einfach nur mau fand. Manche Zusammenhänge ergeben einfach keinen Sinn. Eine Person, die tatsächlich weiß, was passiert ist, dies aber zu einem vollkommen hanebüchenen Zweck nutzt, anstatt den Verantwortlichen einzuheizen... tut mir leid, das kann ich absolut nicht nachvollziehen. Zudem gibt es am Ende Dinge, die man eigentlich bei der Durchkämmung der Insel, die im Buch erwähnt wird, entdeckt haben müsste (das äußert sogar eine der Figuren relativ früh selbst). Realistisch gesehen, müssten gewisse Personen schon längst im Gefängnis sitzen. Dass der spannende Plot so unbefriedigend endet und logische Ungereimtheiten beinhaltet, ist natürlich schade. Ich habe mich zwar nicht geärgert, aber mich schon gefragt, warum so etwas im Lektorat nicht aufgefallen ist. Dennoch vergebe ich für die Spannung, die über weite Teile der Geschichte anhielt, wohlwollende 3,5 Sterne.
    So weit oben

    Susanne Straßer
    So weit oben (Div.)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    22.02.2026

    Sehr hilfreiches Kartenset mit schöner Bildergeschichte

    Der Bär entdeckt im weit oben liegenden, offenen Fenster eines Turms eine leckeren Gugelhupf. Doch wie soll er da ran kommen? Da kommt das Schwein dazu...

    In dieser lustigen Geschichte, die bereits als Bilderbuch erschienen ist, möchten die verschiedenen Tiere, die nach und nach auftauchen, den Kuchen am hoch gelegenen Fenster haben. Doch allein schafft das keines von ihnen, daher haben sie die Idee eine Räuberleiter zu bilden. Und so stapeln sich bald die Tiere ähnlich wie die "Bremer Stadtmusikanten" am Turm. In der Kartenbox sind sowohl die Bildszenen des Buches, als auch die zugehörigen Texte auf einzelnen stabilen Karten etwa im Format DIN A5 abgedruckt und können so getrennt oder zusammen ohne große Vorbereitung verwendet werden. Zusätzlich enthält die Box noch eine Karte mit methodischen Hinweisen zum sinnvollen Einsatz in verschiedenen Variationen und 10 Karten, die die letzte Szene immer mit kleinen Veränderungen zeigt. Wir kannten das zu Grunde liegende Bilderbuch noch nicht, so konnte ich die Karten unvoreingenommen mit meinem Kind testen.

    Das Lesen der Methodenkarte hilft sehr bei der Verwendung und dauert nur wenige Minuten. Alles wird leicht verständlich erklärt, so dass man sozusagen "out of the box" sofort starten kann. Dass es um Tier und einen Kuchen geht, hat meiner 5-Jährigen allein schon gut gefallen. Wir haben zunächst nur die Bildkarten verwendet und sie erzählte mir geleitet durch wenige Impulse, was von Bild zu Bild vor sich geht. Sowohl die Tiernamen als auch die Beziehungen dieser zueinander und zum Kuchen sorgen für genug Gesprächsstoff. In den Bildern gibt es auch nicht viel, was vom Geschehen ablenkt. Über einen Vogel, der auf einer Stromleitung immer näher ans Fenster rückt, kann man herrlich Vermutungen anstellen. Die Geschichte endet dann auch ganz anders als wir gedacht hätten. Auch darüber kann man wunderbar sprechen. Für Kindergartenkinder ist die Box wirklich toll. Man kann natürlich die Geschichte auch vorlesen oder mit älteren Kindern den Text den passenden Bildern zuordnen oder ihn in die richtige Reihenfolge bringen lassen. Es gibt zahlreiche Möglichkeiten zur Sprachförderung für kleine und große Kinder. Bei den ganz Großen sogar für die Leseförderung. Die Lautmalerei auf einigen Karten der Geschichte sorgt für Spaß beim Nachsprechen. Je vertrauter die Geschichte, umso leichter fällt es und umso lustiger wird es. Die Freude an der Sache ist hier ein großes Plus. Mit der Geschichte lässt sich auch gut kreativ weiterarbeiten.

    Besonders konzentriert waren wir dann, als es daran ging, die 10 Rätselkarten mit dem Schlussbild zu vergleichen. Hier muss man sehr sehr genau hinsehen, was sowohl die Aufmerksamkeit bei der Bildbetrachtung fördert, als auch die Konzentration auf eine Sache fördert. Und die Veränderungen waren noch so witzig, dass meine Tochter mir später wieder davon erzählt hat und wir die Geschichte erneut durchgegangen sind. Man kann sich also schon auch länger und wiederholt damit beschäftigen. Gerade für Kitas und Grundschulen sehe ich da als Lehrerin ein hohes Potential. Das ist mir volle 5 Sterne wert.
    Mein Seepferdchenhof 1. Wilde Flosse, großes Herz

    Kathrin Lena Orso
    Mein Seepferdchenhof 1. Wilde Flosse, großes Herz (Buch)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    21.02.2026

    Toller Auftakt in bunter Unterwasserwelt

    Weil Elli sich die Hand verletzt hat, kann sie erstmal nicht beim Wasserball-Team mitmachen. Im Turnier wird sie durch ein anderes Mädchen ersetzt, das sich mit ihrer besten Freundin auch noch super versteht. Traurig sucht Elli Trost auf dem Seepferdchenhof ihres Klassenkameraden Maris. Dort lernt sie das wilde Seepferdchen Stormi kennen, das von seinem Besitzer schlecht behandelt wurde und nun wieder aufgepäppelt werden soll. Die beiden verletzten Seelen verstehen sich und Elli schließt den Wildfang und ihre flotten Ausritte schnell in ihr Herz. Doch dann fordert der böse Besitzer sein Rennseepferdchen zurück.

    Von Katrin Lena Orso haben wir schon andere Reihen (Seelilly, Die Ponys von Lillasund) sowohl über als auch unter Wasser gelesen und die Kinder haben sie jedes Mal geliebt. Somit war klar, dass wir auch beim Auftakt von "Mein Seepferdchenhof" dabei sein müssen. Das Cover und die ganze Gestaltung sind auch super verlockend, so dass wir uns gleich in Ellis erstes Abenteuer gestürzt haben. Mit dem Meermädchen mitzufühlen fällt gar nicht schwer. Gerade Kinder können ihre Enttäuschung darüber, dass es bei ihr gerade gar nicht gut läuft sehr gut nachvollziehen. Die Angst, dass sie neben ihrem liebsten Hobby auch noch die beste Freundin verliert, ist mehr als verständlich. Da taucht Maris als Lichtblick auf und nimmt sie mit auf den Seepferdchenhof seiner Eltern. Wir finden die Idee super, die Begeisterung für Pferde hier auf niedliche Seepferdchen in einer bunten Unterwasserwelt zu übertragen. Sie ist auf der einen Seite ganz anders, als das, was man aus Pferdebüchern gewohnt ist. Dafür hat sich die Autorin tolle Begriffe für die Gangarten und vieles Andere ausgedacht. Auf der anderen Seite gibt es unter Wasser Dinge, die wir auch aus unserem Alltag kennen, wie zum Beispiel den Laden von Ellis Eltern. Witzig ist hier allerdings, wie die Autorin mit Wörtern und Namen für bestimmte Gegenstände und Dinge spielt, auch wenn wir Algeneintopf vermutlich nicht so lecker finden würden.

    Kleinen Pferdeliebhabern wird wie uns bei der ersten Begegnung mit Rennseepferdchen Stormi das Herz aufgehen. Die Annäherung zwischen dem unruhigen Tier und Elli wird so schön beschrieben und am liebsten würde man mit den beiden durch die Wasserwelt flitzen. Die ist nicht nur sprachlich bunt und vielfältig beschrieben, die Illustratorin Leonie Engel setzt sie auch malerisch toll und passend in Szene. Meerestier, Wasserpflanzen, Strömungen und vieles mehr lassen uns als Leser*innen vollkommen in das Abenteuer eintauchen und alles hautnah miterleben. Die Schrift entspricht schon der in Büchern für geübtere Leser*innen ab 8 Jahren, doch die vielen Illustrationen und gelegentliche Sprechblasen lockern die Textblöcke sehr gut auf und bieten auch viel Raum zum Ansehen und Genießen. Die Geschichte eignet sich natürlich auch perfekt zum Vorlesen und für Kinder, die jetzt keine ausgemachten Pferdefans sind, denn das Thema Freundschaft nimmt mindestens ebenso viel Raum ein und zeigt sehr schön, worauf es bei guten Freunden ankommt und warum es wichtig ist, solche freundschaftlichen Beziehungen zu pflegen und nicht gleich zu verzweifeln. Das Ende ist wirklich überraschend schön und hat uns mit einem guten Gefühl zurückgelassen. Schon während wir noch Band 1 gelesen haben, habe ich den zweiten schon gekauft, weil die Geschichte so gut ankam. Wir freuen uns auf weitere Bände. 5 Sterne
    Wicked Souls (Bd. 1)

    Tina Köpke
    Wicked Souls (Bd. 1) (Buch)

    3 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern Inaktiver Stern
    21.02.2026

    Leider sehr vorhersehbar

    Lyn, die Hexe aus der Familie Smythe, beginnt ihre Ausbildung am Institut für Moderne Magie. Was weder ihre Familie noch ihre neuen Freunde wissen ist, dass sie vor nicht allzu langer Zeit von einer anderen Hexe verflucht wurde. Wann immer sie sich nun in jemanden verliebt, passieren seltsame Dinge und oft endet schon Anhimmeln im Chaos. Blöd, denn nur durch den Kuss der wahren Liebe kann sie von diesem Fluch erlöst werden. Eine Wahrsagerin prophezeit ihr, dass einer der Barnes-Zwillinge, die ebenfalls am Institut studieren, der Auserwählte sein wird. Doch welcher von beiden ist es? Neben Lyns Bemühungen, den Fluch zu überwinden, geschehen am Institut rätselhafte Einbrüche, denen sie ebenfalls nachgeht.

    Die Vorgänger-Dilogie Hunting Souls hatte ich bereits gelesen uns fand sie ganz gut. Optisch ähnelt das neue Buch den Vorgängern sehr und lockt Liebhaber schöner Motive und Farbschnitte zum Kauf. Ich wollte eher wissen, wie es mit den Familienmitgliedern der Familie Smythe nach dem großen Kampf weitergeht. Lyn als Hauptfigur unterscheidet sich deutlich von ihrer älteren "Schwester". Als Hexe hält sich ihr Können für mich in Grenzen dafür, dass sie eigentlich auch in den großen Hexenzirkel hätte aufgenommen werden können oder die Autorin lässt ihr Können nicht deutlich genug zu Tage treten. Lyn wirkt unsicher und viel zu sehr darauf fixiert, einen Typen zu finden, der sie von ihrem Fluch freiküsst. Dass das so nicht gut funktioniert, ist eigentlich klar. In jedem sieht sie zunächst nur einen potentiellen Kandidaten für ihre Zwecke und gerade nach der Prophezeiung der Wahrsagerin versteift sie sich auf eine einzige Person, obwohl das die Aussage der guten Frau überhaupt nicht hergibt. Von vornherein war mir hier klar, wie der Hase laufen wird. Obwohl das was folgt ganz süß gemacht ist und auch einige tiefergehende Gespräche geführt werden, fehlte mir die Spannung komplett, da ich ja bereits wusste, wie es enden würde. Leider ist Lyn von ihrer Schöpferin dahingehend blind geschrieben worden, wodurch die Protagonistin für mich etwas naiv rüberkommt.

    Ein weiterer Schauplatz des Geschehens ist ihre Arbeit in der Auffangstation für magische Tiere, auch ganz niedlich, aber auch hier ist mir vieles zu eindeutig. Hexerei kommt viel zu selten vor und auch von den anderen Ausbildungszweigen am Institut erfährt man fast nichts. Ein eindeutiger Hinweis sorgt dafür, dass auch die Einbrüche weniger rätselhaft werden, sondern sich schnell ein Verdacht breitmacht, der sich am Schluss bestätigt. Spannungstechnisch wird viel zu wenig geboten und die Motive sind jetzt auch nicht so stark, dass sie superglaubwürdig wären. Das ganze Buch hat mich leider etwas enttäuscht, da es doch sehr seicht geschrieben ist und bis auf den Cliffhanger am Ende kaum Rätselhaftes bietet. Es ist dadurch allerdings auch sehr leicht und flüssig zu lesen und dürfte wegen der Liebesgeschichte bei jüngeren Jugendlichen, die bisher wenig Romantasy gelesen haben sehr gut ankommen. Wer nicht zur Vorgänger-Dilogie gespoilert werden will, dem empfehle ich, diese zuerst zu lesen. Zum Verstehen des Buches ist das aber nicht unbedingt notwendig. Mehr als knappe 3 Sterne kann ich leider nicht vergeben. Dem zweiten Band werde ich jedoch nach dem mysteriösen Ende trotzdem noch eine Chance geben.
    The Blackgate Invitation

    Sarah Henning
    The Blackgate Invitation (Buch)

    4 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern
    29.01.2026

    Coole Locked Room Idee mit einigen Schwächen

    Die beiden Schwestern Ruby und Wren haben Geldsorgen. Da kommt das seltsame Angebot der mysteriösen Mrs Blackgate ncht ungelegen. Ohne groß zu überlegen, sagen sie zu, ein Wochenende lang die Enkeltöchter der alten Dame bei einem Familientreffen aus Hegemony Manor zu spielen. Ausgestattet mit allen wichtigen Informationen tauchen die drei dort auf. Doch dann stirbt die Gastgeberin, eine echte Hexe, und ihr Geist präsentiert ihnen ein seltsames Rätselspiel um ihr Erbe. Niemand kann das Grundstück verlassen. Von nun an schweben die Schwestern in großer Gefahr, denn es ist ihnen klar, was die anderen Hexen mit ihnen machen, wenn sie den Betrug entdecken. Dabei ist gerade der Elementarmagier einer von ihnen sehr zugetan.

    Die Inhaltsbeschreibung des Buch klingt einfach zu gut, um es nicht zu lesen. Dass es so hexisch und magisch zugehen würde, war mir jedoch nach diesem nicht klar gewesen. Ruby und Wren fand ich als Protagonistinnen manchmal etwas anstrengend. Sie sind sehr unterschiedlich, eine eher spontan, die andere hingegen sehr überlegt und zurückhaltend. Das sorgt manchmal für Frust unter den Schwestern. Schon die Zusage an die ihnen völlig unbekannte Mrs Blackgate, die Enkeltöchter zu spielen, empfand ich als etwas blauäugig. Dafür reagieren sie relativ kurz und fast zu ruhig auf ihre schier ausweglose Locked Room Situation und die Erkenntnis, dass die anderen alle Hexen und Hexer sind. Dass eine der Personen trotzdem vom Grundstück verschwindet sorgte bei mir aber für Neugier. Leider hatte ich viel zu früh den richtigen Riecher, denn für mich war nur eine Lösung möglich.

    Trotzdem ist das Buch lesenswert, vor allem wegen der sich langsam entwickelnden Gefühle zwischen zwei Charakteren und der Rätsel, die es zu lösen gilt. Es geht um nichts weniger als die Zukunft der Hexen und um das Leben der vollkommen unmagischen Schwestern, die dummerweise in die Sache hineingeschlittert sind. Die häufigen Diskussionen und Streitgespräche unter den Familienmitgliedern waren insofern ganz gut, als dass sie die Handlung und das Rätsellösen vorangebracht haben. Nur der allzu machtgierige Onkel, der immer wieder das Erbe einfordert, war mit etwas too much. Das abwechslungsreiche Setting, die unvorhersebaren Wendungen und auch die verschiedenen Magiearten hingegen fand ich faszinierend und richtig gut geschildert. Daher gibt es 3,5 Sterne.
    Blackspell

    Celine Leonora
    Blackspell (Buch)

    4 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern
    29.01.2026

    Sehr düster mit Dark Academy Vibes

    Vor Kurzem starb Edens Vater, mit dem sie nicht viel verband. Nur die Sommer verbrachte sie im Familiensitz Thunder Hall. Nun kehrt sie dorthin zurück, weil sie zur Testamentseröffnung eingeladen wurde. Doch schon in ihrer ersten Nacht findet sie im Wald die Leiche einer jungen Frau, beobachtet seltsame Motten und als sie wenig später zurückkehrt, gibt es keine Spur mehr von dem toten Körper. Dann erfährt sie aus dem Testament ihres Vaters, dass sie magiebegabt ist und ihr Erbe nur antreten kann, wenn sie ,wie von ihrem Dad gewünscht, zwei Jahre Unterricht an der Wyndhouse Academy nimmt. Dort trifft sie auf andere junge Leute mit magischen Kräften, die ihr bis dahin vollkommen unbekannt waren. Und obwohl ihr Vater sie vor den Jungen aus der Nachbarschaft von Thunder Hall gewarnt hat, interessiert sich Eden besonders für diese beiden. Vor allem Wolf lässt sie nicht kalt. Als weitere Schüler verschwinden, ist er es, der ihr bei der Ermittlung hilft. Doch was sie herausfinden, entpuppt sich als Albtraum.

    Das Cover ist sehr düster und die Motten darauf sind ein guter Hinweis auf den Inhalt. Die Person soll vermutlich Eden sein, die sich im Buch auf Mörderjagd begibt und nebenbei noch ihrer magischen Fähigkeiten unter Kontrolle bringen muss. Gegenüber den anderen Schüler*innen hat sie daher einen echten Nachteil, denn die wissen schon immer von den Kräften, die sie besitzten. Eigentlich möchte Eden gar nicht auf die Wyndham gehen, doch sie lockt das sorgenfreie Leben, das ihr das Erbe des Vaters ermöglichen könnte. Denn die Pflege ihrer apathischen Mutter kostet viel Geld. Von Anfang an fand ich Eden etwas zu blauäugig, was die Academy und die Menschen darin betrifft. Sie geht manche unnötigen Wagnisse ein und bringt sich dadurch nicht nur einmal in Gefahr. Die Ermittlungen selbst empfand ich als relativ spannend, weil man gut miträtseln kann und es genug Verdächtige gibt.

    Der Schreibstil ist sehr bildhaft, so dass man sich die Umgebung und die Academy sehr gut vorstellen kann, da kommen Dark Academia Vibes auf. Manchmal hatte ich allerdings eher das Feeling einer High School und manche Charaktere wären noch ausbaufähig gewesen. Einen Verdacht hatte ich relativ früh, muss aber zugeben, dass die Auflösung ziemlich gut gemacht war und ich nur teilweise richtig lag. Am Ende gibt es einen richtig krassen Plot Twist, den ich so nicht erwartet hatte. Was hinter dem Verschwinden der jungen Leute steckt und so mancher Tod ist ziemlich grausam. Die Motive waren logisch erklärt, aber auch etwas konstruiert. Eden hätte ich mir etwas überlegter gewünscht, doch dann hätte einiges nicht mehr so funktioniert. Insgesamt eine interessante Verbindung von Ermittlung und fantastischen Elementen. 4 Sterne
    Manche Schuld vergeht nie

    Elly Griffiths
    Manche Schuld vergeht nie (Buch)

    3 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern Inaktiver Stern
    25.01.2026

    Geniale Idee, teils schwach in der Umsetzung

    Kriminalbeamtin Ali Dawson arbeitet in einer geheimen Spezialeinheit, von der nur sehr wenige Menschen Kenntnis haben. Sie und ihre Kollegen reisen in die Vergangenheit, um Mordfälle aufzuklären. Der neueste Auftrag kommt von einem hochrangigen Politiker, der einen Makel in der Geschichte seiner Ahnen beseitigt wissen will. Ein Vorfahr geriet in Verdacht in der viktorianischen Zeit eine Frau ermordet zu haben. Ali reist bestens vorbereitet in die Vergangenheit, wo sie von einem seltsamen Geheimbund Wind bekommt, dem auch der Verdächtige angehört. Doch als sie in ihre Zeit zurückreisen will, ist der Weg zurück blockiert. Und während sie darauf wartet gerettet zu werden, gerät ihr Sohn ebenfalls unter Mordverdacht.

    Ich habe mich so gefreut, dass es endlich ein neues Buch von Elly Griffiths gibt, von deren Ruth Galloway Reihe ich ein großer Fan bin. Leider wurden die letzten Bände aber nicht mehr ins Deutsche übersetzt. Die Inhaltsangabe von "Manche Schuld vergeht nie" klingt wirklich reizvoll und auch wieder etwas ab vom Mainstream. Schon in anderen Krimis spielte Griffith ein wenig mit mystischen Vorkommnissen und besonderen Charakteren. Beste Voraussetzungen also für spannende und besondere Lesestunden. Die Geschichte beginnt auch sehr interessant. Ich hegte sofort Sympathien für Ali, die in ihrem Leben einiges geschultert hat, vom Dasein als Putzfrau bis zur Karriere bei der Polizei. Die Vorbereitungen auf die Zeitreise und wie diese dann umgesetzt wird haben mir auch gefallen. Doch irgendwie verliert sich die Handlung dann etwas, als Ali in der Vergangenheit feststeckt. Man bangt natürlich mit ihr, aber alles läuft sonst zu glatt.

    In der Gegenwartsebene konnte ich hingegen nicht ganz nachvollziehen, wie mit ihrem Sohn als Verdächtigem verfahren wird. Da gibt es doch eindeutige Zweifel an der Schuld, trotzdem verläuft das Ganze dramatisch und ohne die Hilfe und Ermittlungen seiner Mutter, hat der junge Mann kaum eine Chance. Trotzdem gab es zwischendurch auch wieder spannende Momente, gruselige Begegnungen mit einem Unbekannten und mysteriöse Augenblicke, in denen Menschen verschwinden und wieder auftauchen. Doch oft schleichen sich wieder Längen ein. Gerade die Verbindung von Ali zum Verdächtigen in der Vergangenheit wird nur angedeutet und am Ende nicht wirklich aufgedeckt. Dafür erschien mir der wahre Täter in der Gegenwart zu kontruiert, bzw. überzeugt mich das Motiv nicht so recht. Daher war die Auflösung auch eine große Überraschung, was eigentlich nicht verkehrt ist, trotzdem ließ mich das Buch etwas unzufrieden zurück. Ich hoffe und gehe davon aus, dass der nächste Band noch etwas mehr bietet, nachdem man in diesem ersten Band das Prinzip der Reisen und die Personen bereits kennt. Der Schreibstil hat mir ansonsten nämlich gut gefallen. 3 Sterne
    Not Quite Dead Yet

    Holly Jackson
    Not Quite Dead Yet (Buch)

    4 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern
    13.01.2026

    Spannend geschrieben, aber auch teils unrealistisch

    Jet geht auf die Dreißig zu, weiß aber immer noch nicht, was sie mit ihrem Leben anfangen soll. Da wird sie an Halloween im Haus ihrer Eltern Opfer eines brutalen Überfalls, der ihr Leben so gut wie beendet. Wegen eines irreparablen Hirnschadens und einer chronischen Krankheit, hat sie nur noch eine Woche, bis sie endgültig sterben wird. Plötzlich weiß Jet, was sie mit den restlichen Tagen anfangen möchte. Zusammen mit ihrem Freund aus Kindertagen jagt sie ihren Mörder.

    Holly Jackson war mir natürlich ein Begriff, gelesen hatte ich aber noch nichts von ihr und befand, es wird Zeit. Die Beschreibung des Buchs fand ich reizvoll und mich interessierte besonders, wie die Autorin umsetzt, dass die Protagonistin ermittelt, obwohl sie schwer verletzt wurde. Und das ist eigentlich auch schon der einzige Kritikpunkt an dem Buch. Jemand, dessen Schädel gerade notdürftig geschlossen wurde, kann einfach nicht das leisten, was Jet hier alles auf die Beine stellt. Zumiindest kann ich es mir nicht vorstellen. Dabei war das Setting in einer amerikanischen Kleinstadt wirklich gut beschrieben und auch die Einwohner, die man nach und nach kennenlernt, sind vielfältige Charaktere, die alle ein Geheimnis zu haben scheinen. Jet ist so penetrant, dass sie Dinge ans Licht bringt, die sie nicht für möglich gehalten hätte. Doch wer hat sie umgebracht? Die Idee klingt spektakulär, aber wie gesagt, war das Ganze doch recht konstruiert. Gefesselt hat mich aber alles andere, vor allem die verzweifelte Suche in dem Städtchen, in dem sich alle kennen. Ich hatte immer ein Feeling a la Picket Fences und auch viel Freude am Mitraten, was dank Buddy Reads mit einer Freundin bedeutete, dass wir noch tiefer in das Geflecht um Jet eingetaucht sind.

    Auch ein schönes Detail war Jets Sandkastenfreund, bei dem man gleich merkt, dass er wünschte, alles liefe anders. Und dann war da noch die Vergangenheit, in der Jets Familie schon einen tragischen Tod einer Tochter hinnehmen mussten. Alles ist so geschickt miteinander verwoben, dass man jeden verdächtigen könnte. Auch wenn ich so meine Ahnung hatte, war ich bis zum Ende gefesselt. Den Showdown fand ich für die Länge des Buches zwar etwas kurz, aber damit endet das Buch nicht und das hat mich wieder ein versöhnt. Alles in allem ein toller Thriller zum Kniffeln und Knobeln, wenn man über die Tatsache hinweg sieht, dass Jet hier eine Woche mit Mus am Kopf aufs Ganze geht. 4 Sterne
    Rostiges Grab

    Anders De La Motte
    Rostiges Grab (Buch)

    4 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern
    13.01.2026

    Düsterer Fall in einem gruseligen Wald

    Leo Asker wird unverhofft eine Beförderung in höchste Polizeikreise in Aussicht gestellt, die sie aber nur erhält, wenn sie lernt, die Füße stillzuhalten. Doch dann wird der Abteilung der "verlorenen Seelen" ein zehn Jahre alter Fall zugespielt, indem auf mysteriöse Weise ein neuer Hinweis aufgetaucht ist. Der verschollene Finger des Opfers. Ihr Tod wies seinerzeit eindeutige Parallelen zu einer vor Jahrzehnten im Rostskogen gefundenen 2000 Jahre alten Moorleiche auf, um deren Person sich Mythen und die Gerüchte um einen Fluch ranken. Das Graumädchen. Der Täter - so vermutete man - ist in den Wald geflohen und versteckt sich seither an diesem düsteren Ort. Auch Martin Hill zieht es als Lost Place Experten im Rahmen eines Auftrages dorthin und er ermittelt auf eigene Faust, was Leo nicht gefällt. Die deckt nach und nach auf, was damals wirklich geschehen und vertuscht worden ist.

    Eines muss man Anders de la Motte lassen. Er hat nicht nur mit Leonor Asker nicht nur eine besonders starke Ermittlerin zum Leben erweckt, er schafft es auch immer wieder, seine Schauplätze besonders atmosphärisch und düster zu beschreiben. Da kann einem schon mal eine Gänsehaut das Lesen versüßen. Nicht nur der dichte Wald, auch ein alter Schrottplatz und dessen leerstehende Gebäude schaffen eine ziemlich gruselige Szenerie, die seltsame, anscheinend gewalttätige Familie, der das Grundstück gehört tut ihr Übriges, dass man sich hier alles andere als willkommen fühlt. Neu ist, dass Leos Team nicht ganz so gut mit ihr zusammen arbeitet, als es von der Beförderung erfährt und auch Martin Hills Alleingänge stören Leo. Dazu hat er noch eine Auftraggeberin, die sich auch für den Rostskogen interessiert.

    Als Leser*innen begleiten wir Leo bei ihren Nachforschungen und man erfährt auch, dass der Fall nicht zufällig bei ihr landet. Nicht nur im alten Fall, sondern auch bei der Zuteilung haben einige Hintermänner ihre Finger im Spiel. Leo muss unheimlich aufpassen, dass ihr die Sache nicht um die Ohren fliegt. Das altbekannte Medium, Leos "verlorene Seelen" und Martins Recherche bilden ein ganz eigenes, einzigartiges Geflecht, jedoch ist manches etwas zu viel des Guten. Am meisten muss ich aber kritisieren, dass die Auflösung des Ganzen Komplotts wieder viel zu einfach ist, da hätte man mehr rausholen können. Ich mag es lieber, wenn jemand der Täter ist, den man gar nicht auf dem Schirm hatte. Trotzdem gerade wegen der Kapitel im Wald eine spannende Lektüre, die einfach manchmal zu viel will. Die privaten Probleme von Asker spielen auch in weiten Teilen keine Rolle, dabei wollte ich so gern erfahren, wie die Sache mit ihrem Vater weitergeht. Zum Glück gibt es da wenigstens am Ende einen eindeutigen Hinweis. 4 Sterne.
    Weihnachtsspinnerei

    Kai Pannen
    Weihnachtsspinnerei (Buch)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    12.01.2026

    Lustige Weihnachtsgeschichte um zwei krabbelnde Weihnachtsmänner

    Allgemein hab ich es nicht so mit Krabbeltieren, vor allem mit den achtbeinigen, aber die beiden in der Geschichte sind wirklich niedliche und witzig. Auf der einen Seite gibt es Bisy, den mutigen Stubenfliegenjungen, der Einzelkind ist und von seiner Mutter überbehütet wird. Dabei traut er sich sogar bei einer Spinne einen Klingenstreich zu spielen und entkommt ihr gerade noch so. Auf der anderen Seite ist da Karl-Heinz, das Netzhäkchen der Spinnenfamilie, das immer mit seinen 5 Geschwistern teilen muss und dazu noch ständig geärgert wird, weil er noch an den Weihnachtsmann glaubt. Beide Jungen gehen fest davon aus, dass die jeweils andere Krabblerart sich kein schönes Weihnachtsfest haben wird, weil der Weihnachtsmann zu so einer Familie doch nicht kommt. Beider haben eine Idee, wie sie da Abhilfe schaffen können und dabei noch ihre Familien beeindrucken können.

    Uns hat diese Geschichte aus der Kinderzeit von Bisy und Karl-Heinz wirklich gut gefallen. Es sind zwei völlig unterschiedliche Kinderstuben die hier vom Autor Kai Pannen gezeichnet werden und es ist sehr spannend zu verfolgen, was beide Kinder auf die Beine stellen, um Geschwister oder Cousin zu beeindrucken. Dabei begegnen sie sich zum ersten Mal und dieses Aufeinandertreffen verändert alles. An einigen Stellen ist die Geschichte auch furchtbar spannend, denn Spinnen sind für Fliegen natürlich super gefährlich. Gezeichnet ist das ganz in besonderen Illustrationen, die alles mit einem Augenzwinkern begleiten. Die Figuren sind sehr ausdrucksstark dargestellt und alles ist trotz einiger Pannen bei den Vorbereitungen sehr weihnachtlich. Ein schönes Buch, mit dem man seine Kinder und sich selbst auf unterhaltsame Weise in Weihnachtsstimmung versetzt. Durch die perfekte Kapitellänge eignet sich die Geschichte richtig gut, um sie im Advent oder an den Tagen vor Weihnachten als Betthupferl vorzulesen. Aber auch unabhängig von Weihnachten finde ich die Geschichte lustig und gerade für Fans der Reihe ist sie ein Muss. 5 Sterne
    Velvet-Dilogie 1: Velvet Falls, but the Gods forgot to die

    Julia Dippel
    Velvet-Dilogie 1: Velvet Falls, but the Gods forgot to die (Buch)

    4 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern
    11.01.2026

    Ziemlich cool, aber manchmal etwas too much

    In einer Welt voller neuer Götter war es Velvets Traum, in eine Hexenzirkel aufgenommen und dort ausgebildet zu werden. Doch dann lernt sie Kash kennen und das Schicksal nimmt einen völlig anderen Verlauf. Jetzt ist Vel Dämonenreiterin mit unglaublichen Kräften, die von der Liebe Abstand hält. Visionen warnen sie vor unmittelbaren Gefahren durch Dämonen. Doch dann sieht sie die Welt in Flammen und Götter die sterben. Nachforschungen lassen vermuten, dass die Götter durch ein geheimnisvolles Virus ausgelöscht werden. Ein Gegenmittel kann es nur geben, wenn Vel das Blut aller 7 Göttersöhne auftreiben kann. Einen von ihnen kennt sie und er könnte ihr helfen. Doch leider ist es Kash und sie hatte sich geschworen, ihm nie mehr zu nahe zu kommen.

    Ich mag es, wenn Protagonist*innen mit schier unlösbaren Aufgaben konfrontiert werden und über ihren Schatten springen müssen. Zudem ist das Buch optisch wirklich gelungen, auch wenn das Cover erstmal nichts mit der dämonischen Geschichte zu tun hat. Der Anfang ist ziemlich actionreich, brutal und schleimig. Man merkt gleich, dass Vel keine zimperliche Frau ist. Mit Dämonen und Widersachern macht sie kurzen Prozess. Doch dafür muss sie einen ständigen Hunger bändigen. Das gibt der Geschichte eine krasse Dynamik. Bindungen geht Velvet nicht mehr ein, da sie in der Vergangenheit enttäuscht wurde und ihre Zukunftspläne vergessen musste. Was wirklich in der Vergangenheit geschehen ist, erschließt sich erst nach und nach. Es gibt zwischen den Kapiteln immer wieder Rückblicke in die Zeit, als Vel und Kash sich trafen. Überhaupt wechselt die Perspektive zwischen beiden hin und her. Das macht das Lesen spannend und man möchte unbedingt wissen, was passiert ist und gleichzeitig entwickelt sich nach dem Wiedersehen eine ganz eigene Anziehung zwischen den eigentlich verfeindeten Protagonist*innen. Einen blauäugigen Azubi hat die erfahrene Drachenreiterin auch noch an der Backe. Der ist wirklich allerliebst und ein guter Gegenpart zu der doch sehr rüden Vel.

    Sprachlich ist das Buch in weiten Teilen doch ziemlich derb geschrieben, was nicht nur daran liegt, dass Vel Dämonen und andere Verfolger töten muss. In ihr selbst herrscht Aufruhr und auch ihre Vergangenheit lässt sie nicht allzu positiv denken. Besonders am Anfang, wenn man noch nicht so viel darüber weiß, kann das doch ziemlich irritierend sein für Leser*innen, die eine normale Romantasy erwarten. Auch geht es sprachlich recht oft unter die Gürtellinie und vieles wird sexualisiert. Es geht manchmal gefühlt nur darum und das kann manchmal nerven, weil es schnell plump rüberkommt. Die Sexszenen sind auch sehr explizit, also nix für Zartbesaitete. Dabei ist die Grundidee der Geschichte und die Stärke der Protagonistin echt toll. Das kann ich von ihrem Ex Kash nicht immer behaupten. Der ist manchmal eine echte Red Flag, was man in Kauf nimmt, weil der Plot mitreißend ist. Leider war das Ende des eigentlich tollen ersten Bandes dann für mich eine Enttäuschung, da mir das Ganze Konstrukt plötzlich sinnlos erschien. Wie es danach mit Velvet weitergeht interessiert mich trotzdem, weshalb ich den zweiten Band trotz einiger Kritikpunkte an Band eins lesen werde. 4 Sterne
    A Monster's Heart

    Liz Skadi
    A Monster's Heart (Buch)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    04.01.2026

    Monströses Fantasyabenteuer

    Seit langer Zeit führen die Königreiche Krieg gegeneinander, die Bevölkerung leidet. Auch Xena, die als Kind von ihren Eltern in ein Waisenhaus gegeben wurde und nur überleben kann, weil sie das Diebeshandwerk wie keine andere beherrscht. Bei einem ihrer Streifzüge findet sie bei einem Leichnam ein Ticket für die große Überfahrt zur Insel Azythros und heuert an, um bei dieser Jagd auf ein Monster Reichtümer anzuhäufen. Doch wie sich herausstellt, muss sie die Rolle der Monsterjägerin Cassia Raven einnehmen und mindestens eine Person an Bord weiß, dass sie ein falsches Spiel spielt. Nicht nur der Prinz hat es auf sie abgesehen, auch Halbmonster Ajax hat noch eine Rechnung mit Cassia offen.

    Die Geschichte hörte sich für mich interessant an und ich habe sie als eBook gelesen. Meine Erwartungen wurden sowas von übertroffen. Schon den Anfang der Handlung fand ich sehr fesselnd. Hier lernt man Xena in ihrer gewohnten, unwirtlichen Umgebung kennen, erfährt, was sie als Diebin drauf hat und welche Bindungen sie im Waisenhaus hat. Der Fund eines goldenen Tickets weckt in ihr die Idee, die Tote, bei der die Karte lag, einfach zu ersetzen. Das setzt eine Reihe von Ereignissen in Gang, denen Xena, nun Cassia Raven auf dem Schiff ohne Fluchtmöglichkeit ausgesetzt ist. Dass es für sie kein Entkommen gibt und sie ihre Rolle auf keinen Fall aufgeben darf, macht die Story äußerst spannend. Auch die anderen Mitglieder der Truppe auf dem Schiff sind vollkommen undurchsichtig und schwer einschätzbar. Jeder könnte der Mörder der echten Cassia sein und Xenas Geheimnis aufdecken. Sie muss sehr vorsichtig agieren, obwohl sie mehrfach bedrängt oder um eine Allianz gebeten wird.

    Ein weiteres Highlight der Geschichte sind die monströsen, absolut tödlichen Kreaturen. Für eine Monsterjägerin kein Problem, doch Xena ist nunmal nicht Cassia. Zudem lauert Ajax, Halbmonster und Gefangener im Hintergrund. Mir gefällt die Entwicklung zwischen Xena und den anderen Beteiligten. Manche sind von Annährung geprägt, andere von Hass oder Vorsicht. Es ist nie klar, welche Entscheidung nun ratsam wäre. Das sorgt für eine angespannte Stimmung beim Lesen. Die Fähigkeiten, die die verschiedenen Monster haben und die Insel, die man schließlich erreicht, werden super beschrieben und es gibt zahlreiche Kämpfe und Angriffe mit Action und Blutvergießen. Mit der Zeit schlich sich bei mir so eine gewisse Ahnung ein und tatsächlich gibt es einiges aufzudecken. Das Buch hätte sofort die vollen 5 Sterne bekommen, wenn am Ende nicht irgendwie fast alles wieder auf Anfang wäre und ich mich gefragt habe, was die Reise nun Positives bringt. Da sind noch einige Fragen offen. Wie gut, dass Band 2 "A Hunter's Legacy" kürzlich erschienen ist. Den muss ich lesen! 4,5 Sterne
    Verlorenes Herz (The Last Bloodcarver, Band 1)

    Vanessa Le
    Verlorenes Herz (The Last Bloodcarver, Band 1) (Buch)

    4 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern
    04.01.2026

    Lesenswert durch neuartige Magiewirkung

    Nhika hat einzigartige Fähigkeiten, doch diese machen ihr Leben nicht nur gefährlich, sondern auch einsam. Als letzte Bloodcarver kann sie zwar durch eine Berührung eine Verbindung zu jedem menschlichen Körper aufnehmen und heilen, doch in Theumas darf sie ihre Magie nicht offen zeigen. Trotzdem wird sie eines Tages erwischt und an den meistbietenden versteigert. Bei der unsagbar reichen Familie Congmi soll sie den Zeugen des Mordes am Familienoberhaupt behandeln. Immer tiefer wird sie in diesen Fall hineingezogen. Vor allem der Assistent eines angesehenen Professors kommt ihr gefährlich nah und gibt ihr Rätsel auf. Der Mörder scheint ganz nah zu sein.

    Diesmal bin ich ehrlich gesagt durch das wunderschöne Äußere auf das Buch aufmerksam geworden und dann hat mich die Leseprobe sofort gepackt. Nhikas Leben und ihre Fähigkeiten werden so eindrücklich beschrieben und es wird auch sofort spannend. Vor allem die Magie, die Nhika wirken kann, ist neuartig und hat mich in ihren Bann geschlagen. Jedesmal wenn sie "in einen Körper reist" war ich fasziniert und gespannt, was sie vorfindet, wie sie an die Sache herangeht und was sie ausrichten kann. Dazu muss sie ihr Können vor dem Großteil der Welt geheim halten, da sie sonst Gefahr läuft, wie alle anderen Bloodcarver getötet zu werden. Dass sie von einer reichen Adelsfamilie gekauft wird, eröffnet ihr ganz neue Möglichkeiten und es ist eine interessante Entwicklung, die sie im Laufe der Geschichte durchläuft.

    Spannend ist das Buch natürlich nicht nur wegen der drohenden Gefahr. Auch der Kriminalfall sorgt für einen Sog, dem man sich kaum entziehen kann. Warum wurde der reiche Adlige mit den modernen Vorstellungen und innovativen Ideen getötet und wer steckt dahinter? Wird es Nhika gelingen, den Zeugen zu heilen? Hinzu kommen ein paar schwer einschätzbare Nebencharaktere. Also eigentlich ist alles ganz toll, wenn nur manchmal diese zähen, sich auch wiederholenden Gedankengänge von Nhika nicht wären, die sich meist um ihre Herkunft, Fähigkeit oder den Assistenten des Professors im Kreis drehen. Diese bremsten manchmal die Spannung aus und ließen Längen entstehen. Das leicht asiatisch wirkende Umfeld kam für mich nur an manchen Stellen, z.B. bei den Namen und Gepflogenheiten, durch. Viel interessanter war die Mischung aus veraltet wirkenden Elementen und neuesten technischen Errungenschaften, die durchaus ein paar Steampunk-Vibes einfließen ließ. Insgesamt ist das Buch auf jeden Fall schon allein wegen der neuartigen Magiewirkung lesenswert und auch das Ende war eine echte Überraschung. 4 Sterne
    Schneezauber in Norwegen

    Anna Liebig
    Schneezauber in Norwegen (Buch)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    18.12.2025

    Herzerwärmende Geschichte im weihnachtlichen Bergen

    Nina kündigt kurz vor Weihnachten unüberlegt ihren Job. Auch sonst ist ihr Leben eher auf Sparflamme. Ihre Eltern kamen um, als sie noch ein Kind war. Von den Großeltern, die sie zu sich nahmen, ist nur noch ihr Opa übrig. Als dieser im Fernsehen einen Bericht über eine Lebkuchenstadt in Bergen sieht, erkennt er darin seine Jugendliebe Ingrid aus Norwegen, die er gezwungenermaßen ohne Abschied verlassen hatte. Sein schlechtes Gewissen und die Neugier plagen ihn und weil sie gerade nichts Besseres zu tun hat, fliegt Nina mit ihm und ihrem Mitbewohner Alex nach Norwegen, wo sie bald selbst Lebkuchenhäuser gestalten und die weihnachtliche Kulisse genießen. Der attraktive Pensionbesitzer sorgt bei Nina für Herzklopfen.

    Das cozy Cover passt perfekt zu diesem winterlich-weihnachtlichen Wohlfühlroman, der zwei Liebesgeschichten miteinander verbindet. Zum einen geht es um Nina, die vom Leben gezeichnet selten Bindungen eingeht, weil sie Angst vor einem erneuten Verlust hat, seit ihre Eltern bei einem Autounfall starben. Ihre Oma hat sie an den Krebs verloren. Geblieben sind ihr Opa und ihr schwuler Mitbewohner Alex. Obwohl ihr Pensionsbetreiber Magnus sofort gefällt, ist sie unsicher, ob eine Liebe in von Frankfurt weit entfernten Bergen eine gute Idee ist. Auf der anderen Seite ist da Uwe, Ninas Opa, der unbedingt nach Norwegen fliegen wollte, um sich bei seiner Jugendliebe Ingrid für sein Verschwinden zu entschuldigen. Über die Hilfe am Bau der Lebkuchenstadt trifft er sie wieder und traut sich aber nicht, ihr seine wahre Identität zu offenbaren. Dabei gefällt Ingrid ihm noch immer.

    Die Autorin zeichnet hier liebenswerte und lebensechte Figuren, die man schnell ins Herz schließt und deren Zweifel man deutlich spürt. Man versteht sehr gut, warum sie handeln und manchmal auch weniger gute Enscheidungen treffen. Während man mit Nina, Alex, Uwe und Magnus unterwegs ist, erhält man ein wunderbares Bild des weihnachtlich verschneiten Bergens. Ob in der Lebkuchenstadt, auf einem Wichtelweg für Kinder oder dem Weihnachtsmarkt. Alles stimmt im Buch festlich auf die stade Zeit ein. Die Beschreibung der Orte und dekorativen Kleinigkeiten war mir gelegentlich zu viel gegenüber der Handlung, die eher langsam voranschreitet. Dennoch passte das im hektischen Weihnachtsalltag doch recht gut. Gegen Ende hin passieren noch einige unvorhersehbare Dinge, die für Aufregung sorgen. Gerade die herzerwärmende Geschichte um die alte Liebe von Opa Uwe, hat mich berührt. Besonders eine Szene auf dem Friedhof hat mich ein paar Tränchen verdrücken lassen. Ein toller gefühlvoller Roman, nicht nur zur Weihnachtszeit. 4,5 Sterne
    Arsen und Butterplätzchen

    Arsen und Butterplätzchen (Buch)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    18.12.2025

    Bitterböse und mörderische Kurzgeschichten rund ums Weihnachtsfest

    Bei "Arsen und Butterplätzchen" handelt es sich um ein kleines, harmlos wirkendes Geschichtenbändchen, das es jedoch in sich hat. 17 Autor*innen aus zwei Vereinigungen haben ein Werk beigesteuert, mit dabei auch bekannte Schriftsteller*innen wie z.B. Gisa Klönne. Alle Texte sind unterschiedlich lang und die meisten konnten mich wirklich überraschen. Oft nimmt die Handlung Wendungen, die ich nicht kommen sah oder die Geschichten regten mich zum Nachdenken an. Nicht alle sind Krimis und dennoch geht es in vielen um unfreiwillige Tode, böse Absichten und menschliche Abgründe. Die Autor*innen haben ein feines Gespür für zwischenmenschliche Beziehungen und manchmal auch einen morbiden Humor. Die Abwechslung sorgt für perfekte Unterhaltung und durch die Kürze der Geschichten kann man sie gut auch mal zwischendurch lesen. Die Kapitelanfänge sind mit kleinen Vignetten aus der Feder von Künstlerin Christine Rechl geschmückt, die auch für die Zusammenstellung der Geschichten verantwortlich ist und sogar selbst eine beigesteuert hat.

    Mir gefiel, wie unterschiedlich hier die Abgründe hinter der fröhlichen Weihnachtsfassade aufgedeckt werden. Zum Beispiel wird ein typisches Weihnachtsfest mit der Verwandtschaft, die man sich leider nicht aussuchen kann, geschildert. Die Erkenntnis daraus ist traurig, trifft den Nagel aber auf den Kopf. Wunderbar überraschend die Geschichte einer Frau, die ihren Mann los werden möchte und dieses Vorhaben im Kopf bereits geplant hat. Oder die etwas mystische Reise einer jungen Frau in den Bayerischen Wald und die Folgen. Keine Geschichte gleicht der anderen. Wer also zu Weihnachten keine kitschigen Weihnachtsromane, die in verschneiten Orten spielen, lesen möchte oder nicht nur diese, der ist mit diesem Geschichtenband bestens beraten. Er eignet sich auch wunderbar als Geschenk für Menschen, die mit der bösen Art kein Problem haben, wobei ich da vor allem bei Verwandten erwähnen würde, dass man keine mörderischen Absichten hegt, hehe. 5 Sterne
    Der Kinder Kalender 2026

    Der Kinder Kalender 2026 (KAL)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    10.12.2025

    Beeindruckend, lustig und zum Nachdenken

    Der Kinder Kalender für das Jahr 2026 beinhaltet 53 Kalenderblätter, eines pro Woche. Angegeben sind natürlich Datum, Wochentage, Feiertage und der jeweilige Monat. Das Hauptaugenmerk wird hier aber nicht auf diesen Infos liegen. Stattdessen wird jeder, der sich diesen Kalender zulegt neugierig auf die neue Woche warten, um ein weiteres Gedicht kennenzulernen, das irgendwo auf der Welt verfasst wurde. Vertreten sind Werke aus 40 Ländern, die mir bisher unbekannt waren und zwar in der Originalsprache als auch ins Deutsche übersetzt. Ich konnte mir nicht vorstellen, dass das Lesen von Gedichten aus anderen Länden, so beeindruckend, lustig und zum Nachdenken sein kann und bin mehr als begeistert, wie abwechslungsreich die Texte sind. Hier wurde meiner Meinung nach auch tolle Arbeit beim Übersetzen geleistet, so dass z.B. Reime und ähnliche Rhythmen erhalten bleiben. Die Themen sind vielfältig und man erfährt auf unterhaltsame Weise doch viel darüber, was den Verfasser*innen am Herzen lag. Unglaublich toll sind die zugehörigen großen, bunten und in verschiedenen Stilen gestalteten Illustrationen, die mit den Gedichten in Verbindung stehen. Gerade Kinder werden darin so viel sehen können und ihre Neugier spielen lassen. Ich habe schon beim Durchblättern einige Gedichte gefunden, die ich mir wohl nach Ablauf des Jahres in einem Rahmen aufhängen möchte, weil ich sie so toll finde. Nicht nur für zuhause ist der Kalender eine Bereicherung, ich kann ihn mir auch gut in Schulen und Kindergärten als Einstieg in die jeweilige Woche vorstellen. Eine tolle Zierde für jede Wand und für mich als Bilder- und Kinderbuchfan ein echter Schatz. 5 Sterne
    CLUE 1. Schiffbruch vor der Felseninsel

    Jørn Lier Horst
    CLUE 1. Schiffbruch vor der Felseninsel (Buch)

    4 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern
    07.12.2025

    Gelungener Auftakt einer neuen Kinder-Detektiv-Reihe

    Cecilia, deren Vater das Hotel "Perle" an der norwegischen Küste führt, findet am Strand die Leiche eines Mannes. Leo kommt ihr zu Hilfe. Er ist der Sohn der neuen Geschäftsführerin. Bald schon wittern die beide mehr hinter dem Schiffbruch, bei dem der Unbekannte zu Tode kam und beginnen im Umfeld des Hotels zu ermitteln. Was wollte der Mann mit dem Salamander-Tattoo hier in der Gegend? Mit von der Partie sind auch Cecilias Freundin Une und ihr Hund Egon. Als in deren Schuppen eingebrochen wird, ist klar, dass auf dem Schiff mehr gewesen sein muss, als ihnen bisher bekannt ist.

    Mit der Reihe CLUE startet der norwegische Bestsellerautor Jørn Lier Horst als Kinderbuchschriftsteller durch. Die Geschichte um die jungen Ermittler*innen Cecilia, Leo und Una startet direkt ziemlich ungewöhnlich mit einer echten Leiche. Dessen sollte man sich als Eltern der Zielgruppe unbedingt bewusst sein und auch wissen, ob die eigenen Kinder dies verarbeiten können. Für uns stellte das insofern kein Problem dar, als sehr schnell klar wird, dass es sich bei dem Mann um ein Unfallopfer handelt. Davon abgesehen gibt es in der Handlung eine kontinuierliche Festigung der Freundschaft und Zusammenarbeit der Kinder. Vor allem Cecilia ist sich anfangs nicht sicher, ob sie Leo mag, doch das gibt sich bald. Während Cecilia so etwas wie der Planer der Gruppe ist, sieht man Leo selten ohne seine Kamera. Una bringt ihren Hund Egon mit in die Ermittlertruppe. Es hat ein bisschen was von den 5 bzw. 4 Freunden. Die Ermittlungen finde ich sehr gelungen und auch an Verdächtigen mangelt es nicht. Zudem finde ich es toll, dass auch Cecilias Hintergrund und damit der Tod ihrer Mutter eine Rolle spielt. Auch von den anderen beiden Kindern erfahren wir nach und nach Privates. Es gibt auch so etwas wie moralische Bedenken, die aber immer offen zwischen den Kindern diskutiert werden. Verbotenes wird nicht einfach gemacht, es wird vorher über Nutzen und Folgen diskutiert, so dass den jungen Leser*innen immer klar ist, wo eine Grenze überschritten wird.

    Der Schreibstil ist kurzweilig und auch die Gestaltung im Innenteil ist mit den wiederkehrenden Bildern am Kapitelanfang gelungen. Die Kapitellänge ist angenehm, auch für Kinder, die nicht so viel lesen. Richtig toll finden wir das Cover mit dem sich gut einprägenden Blutfleck und den düsteren Farben, das dramatisch wirkt. Ganz so dramatisch fand ich die Geschichte allerdings nicht. Es gibt natürlich ein paar gefährliche Szenen, aber für uns hätte die Geschichte gern noch etwas mehr Spannung beinhalten können. Nach vielen offenen Möglichkeiten löst sich der Fall doch etwas zu leicht auf. Neugierig sind wir jedoch, ob die persönlichen Aspekte, die hier in die Geschichte hineinspielen, in den nächsten Bänden eine Fortsetzung oder eigene Ermittlung erhalten. 4 Sterne für diesen gelungenen Auftakt, der vor allem junge Detektiv-Fans glücklich machen dürfte.
    Die Sekundenochs

    Markus Hennig
    Die Sekundenochs (Buch)

    4 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern
    30.11.2025

    Ein kleines, buntes Plädoyer für das Trödeln

    Unter der Erde leben die Sekundenochs, ein lustiges Völkchen kleiner Wesen, für die Trödeln lebensnotwendig ist. Zuspätkommen, sich Zeit lassen, erstmal chillen... all das gehört hier dazu und ist der Grund, warum der Aufzug, mit dem die Sekundenochs weite Reisen tätigen können noch nicht repariert ist. Tjörge nutzt ihn trotzdem und landet an der Oberfläche bei den Menschen. Genauer gesagt bei Smilla. Bei ihr ist es genau anders herum. Sie soll sich immer beeilen, hinne machen und auf die Tube drücken, um alles rechtzeitig zu schaffen. Doch durch Tjörge lernt sie, auch mal fünf gerade sein zu lassen und sich dem Stress, den Eltern und Trompetenlehrer machen, zu entziehen.

    Wir hatten die Leseprobe gelesen und da hatten uns die witzigen Szenen unter der Erde, in denen gezeigt wird, wie entschleunigt die Sekundenochs sind, richtig gut gefallen. Mehrere comicartige Szenen mit Sprechblasen sind zunächst zu entdecken. Hier sind uns auch sofort die tollen, detailreichen Bilder von NIkolai Renger positiv aufgefallen. Überall in der Erde tummeln sich Insekten, Wesen und Gegenstände, die es zu entdecken gilt. Der unnachahmliche Zeichenstil schlug bei meiner Tochter voll ein und sie wurde nicht müde auf jeder Seite, wo dies möglich war, alle Kleinigkeiten zu zeigen und zu benennen. Auch die Gegenüberstellung von gechilltem Leben bei den Sekundenochs und dem von Außen produzierten Stress bei Smilla ist gelungen. Kinder werden sich in mancher Szene widererkennen und auch so manchen Spruch zum Antreiben selbst gehört haben. Also gibt es genug Gelegenheit zur Identifikation mit der Hauptfigur.

    Als Tjörge zu Smilla kommt, hatten wir nun damit gerechnet, dass die beiden langsam aber sicher tolle Sachen erleben. Ganz so läuft es aber nicht. Tjörge beginnt Smilla Unterricht im Trödeln zu geben und so wird ihr Leben viel ruhiger und sie muss sich nicht mehr so abhetzen und perfekt laufen. Nicht ganz so logisch war für mich als Vorleser, dass Mama und Trompetenlehrer zwar genervt gucken, als Smilla immer wieder Pausen einlegt, aber ihre typischen Sprüche stecken und das Kind plötzlich einfach gewähren lassen. Klar merke ich als Erwachsene, dass auch meine Kinder Zeit zum Nichtstun und Ruhen brauchen, meiner Tochter war die Handlung aber etwas zu öde (vielleicht auch Absicht) und die Texte sind schon etwas länger, so dass man beim Zuhören geduldig sein muss. Die Illustrationen haben sie dann aber wieder gefangen genommen. Bis zum Ende kommt die Botschaft für die Großen natürlich gut rüber, aber ich bin mir nicht sicher, ob meine Tochter jetzt weiß, dass es wichtig ist, auch mal die Seele baumeln zu lassen, denn Kinder machen das ohne die Anweisungen der Eltern doch ganz automatisch oder nicht? Bei Smilla war es anfangs so. Gerade wegen der superschönen Illustrationen und dem Fingerzeig für die Großen geben wir aber 4 Sterne. Da Smilla schon ein Schulkind ist und die Texte umfangreicher, kann man das Buch gut auch größeren Kindern vorlesen.
    Love Me in the Snow

    Sandra Nenninger
    Love Me in the Snow (Buch)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    22.11.2025

    Süße Weihnachtsromanze mit Tiefgang

    Als Marie aus dem Ski-Nationalkader fliegt, ist sie nicht nur von sich enttäuscht, sie weiß auch nicht, wie sie das ihren Eltern beibringen soll, die so große Hoffnungen in sie gesetzt hatten. Darum verschweigt sie dieses Detail. Statt für große Rennen zu trainieren übernimmt sie wohl oder übel die Kindergruppe der elterlichen Skischule zusammen mit dem unbekümmerten und von sich überzeugten Henry. Dieser sollte eigentlich als Skilehrer arbeiten, hatte aber bei der Prüfung hierfür seine Skier vergessen. Doch bald stellt Marie, dass das nicht der einzige Grund für die fehlende Skilehrer-Lizenz ist. Tatsächlich ist Henry auch gar nicht so arrogant wie gedacht.

    Es geht auf die Adventszeit zu und da möchte ich mich auch beim Lesen etwas auf die gemütliche Zeit vorbereiten. Da kam mir dieses Buch gerade recht. Das Cover versprach eine schöne Liebesgeschichte und der Klappentext machte mich neugierig. Allerdings finde ich, dass er etwas zu viel verrät, vor allem, was Henrys "Geheimnis" angeht. Die Autorin schreibt schön locker leicht, so dass man sich einfach auf die Handlung einlassen kann. Besonders Maries Bedenken und Zweifel an sich selbst nach dem Rauswurf und ihre Angst vor der Reaktion der Eltern schildert sie vollkommen glaubwürdig und nachvollziehbar. Henry ist teilweise etwas zu unbedarft, was seine Skilehrer-Ausbildung betrifft, dafür ist er im Kostüm des Maskottchens der Skischule einfach süß. Die Arbeit mit den Kindern hat mich oft schmunzeln lassen. Die Gespräche der beiden reichen von genervtem Hin und Her bis zu echt tiefen Einblicken in die Seelen des anderen. Leider sorgen Henrys Blicke auf eine andere Skilehrerin, der er wie ein treuer Hund folgt für weitere Irritationen. So wird es jedoch nie langweilig. Das Skifahren nimmt dezent Raum in der Geschichte ein, man muss also kein Experte sein, um diesen Aspekt zu verstehen. Dem Gegenüber steht viel weihnachtlicher Flair, sei es durch Eislaufen in toller Umgebung, einen stimmungsvollen Weihnachtsmarkt oder - ganz besonders - durch die tolle Backstube von Maries Oma. Überhaupt war die Oma als Nebenfigur richtig toll und man konnte sich ihren Laden bildlich vorstellen und hatte sogar den Gebäckduft in der Nase.

    Insgesamt geht es hier nicht nur um die Entstehung von Gefühlen, es steckte mehr hinter der Story. Es zeigt sehr schön, dass das Leben nicht immer geradeaus läuft, sondern Veränderungen unterliegt, die man nicht beeinflussen kann, auf die man sich aber einstellen muss. Gerade im Alter der Protagonist*innen gibt es viele Entscheidungen zu treffen und man merkt hier gut, dass es nicht sinnvoll ist, anderen und ihren Träumen hinterher zu laufen, man muss seinen eigenen Weg wählen, vielleicht auch etwas wagen. Die Kombination aus cosy Romance und diesen ernsteren Tönen hat mir gut gefallen. 4,5 Sterne
    Heldentage

    Martin Schäuble
    Heldentage (Buch)

    4 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern
    16.11.2025

    Sehr kurzweilig, aber zu wenig Tiefgang

    Nilo zockt gern sein Lieblingsspiel am Handy und vergisst darüber die Welt. Dabei vernachlässigt er aber auch die Schule, Freunde und sogar die Körperhygiene. Nach einem dramatischen Vorfall zu Hause, bringt ihn seine Mutter in die stationäre Therapie. Das passt Nilo gar nicht. Er möchte spielen. Genau wie Faris, den er dort kennenlernt. Und dann ist da noch das geheimnisvolle Mädchen mit den Piercings, das auf der Akutstation aufgenommen wird sich nachts aus dem Haus schleicht. Kurzerhand folgen ihr die Jungs und erleben einen realen Roadtrip.

    Mich hat das Thema Mediensucht bei Jugendlichen angesprochen, da ich tagtäglich mit jungen Leuten zu tun habe. Zudem hatte ich von Autor schon einiges gehört und wollte endlich mal ein Buch von Martin Schäuble lesen. Heldentage ist leicht und in lockerem Ton geschrieben, enthält keinerlei kompliziertes Vokabular und dürfte so für die meisten Jugendlichen gut zugänglich sein. Motivierend und gut für den rasanten Fortgang der Handlung ist auch die Einteilung in kurze Kapitel. Der Einstieg ins Buch zeigt gleich sehr eindrücklich, was beim Protagonisten Nilo schief läuft. In einer Leserunde wurde sehr auf das Fehlverhalten auch der Mutter eingegangen. Zum Glück wird das im Buch jedoch nicht hochgekocht, das rechne ich dem Autor hoch an. Denn der Vater von Nilo ist so gut wie gar nicht vorhanden, was nicht moniert wurde. Das nur am Rande. Der Beginn dürfte die jungen Leser neugierig machen.

    Sobald Nilo in der Klinik ist, geht alles ganz schnell. Eine Entscheidung führt zu einem teilweise unglaublichen Roadtrip. Manchmal ist er auch recht unglaubwürdig, denn der Zufall spielt den drei Flüchtenden oft in die Hände und auch so mancher Erwachsene trifft seltsame Entscheidungen, die es real wohl niemals geben würde. Auch hat Nilo mehrmals so etwas wie (Tag-)Träume, die ziemlich abgedreht fantasievoll sind. Das Mädchen aus der Akutstation gibt beim Roadtrip den Ton an, man wird allerdings nicht recht schlau aus ihr und muss sich gedulden, um mehr über sie zu erfahren. Allerdings ging es mir bei ihr, wie auch beim Thema Mediensucht nicht tief genug rein in das Leben der Jugendlichen. Mir fehlte zum Beispiel eine Info darüber, wie und wo Mayla bisher gelebt hat und wie es dort war. Man kann sich als Leser*in jedoch gut hineinversetzen in die Probleme. Das Ende hat mir gut gefallen, war jedoch auch wieder sehr ideal gedacht. Insgesamt lässt das Buch sehr viel Raum für eigene Mutmaßungen, gibt aber für ein Gespräch zum Thema Mediensucht nicht allzu viel her. Einiges hätte ich gar nicht mit eingebunden, wie z.B. ein mit der Protagonistin rivalisierendes Duo. Um wirklich authentisch zu sein fehlte mir jegliche Form von Jugendsprache, wie sie bei 15-Jährigen heute nicht wegzudenken ist. Fazit: Nicht nur die Handlung lief etwas zu glatt. 3,5 Sterne
    Gänsehaut in Hovenäset 1. Flammenrad

    Kristina Ohlsson
    Gänsehaut in Hovenäset 1. Flammenrad (Buch)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    03.11.2025

    Da gruselt es nicht nur Kinder beim Lesen

    Heidi hat es gerade nicht leicht. Ihre Eltern haben sich getrennt, die Mutter ist nach Deutschland gezogen und meldet sich nur selten. Heidi lebt bei ihrem Vater und dessen schwangerer Lebensgefährtin. Als ihr Zimmer renoviert werden soll, findet der Schreiner Seltsames unterm Fußboden. Wo kommen die Gegenstände her? Die trübe Stimmung hebt sich, als klar wird, dass ein Riesenrad nach Hovenäset kommt, dessen Besitzer bei ihnen zur Untermiete wohnen wird. Heidi und ihre Freunde dürfen vielleicht sogar helfen. Doch es passieren immer mehr unerklärliche Dinge. Heidi beginnt nachzuforschen und entdeckt Schockierendes.

    Zugegeben, den Anfang des Kinderbuches der schwedischen Autorin Kristina Ohlsson, die für ihre Thriller bekannt ist, fand ich etwas sperrig, sowohl sprachlich, weil sichs nicht so flüssig lesen ließ, als auch von Heidis Situation her, die einen ziemlich runterziehen kann. Doch schon wenige Seiten später war das Vergessen und ich war drin im Geschehen. Mit Heidi kann man sehr gut mitfühlen, gerade wegen der schwierigen familiären Situation, bei der sie selbst nicht so recht weiß, welche Rolle sie gerade einnehmen soll. Ihr Zimmer hat wegen einer unferitigen Renovierung eine Wand zu wenig und die Plane sorgt für mehrere echt gruselige Situationen. Ebenso riefen die Gegenstände unter dem Fußboden und Vorfälle mit diesen Gänsehaut hervor. Ich konnte das Buch bei Dunkelheit nur dann lesen, wenn noch jemand da und wach war. Also erzählerisch hat die Autorin das mit dem Gruseln voll drauf.

    Total spannend entwickelt sich die Geschichte um das Flammenrad weiter, sei es durch Hinweise der dementen Oma oder durch Ungereimtheiten in Gesprächen. Heidi wird da eine Rolle zugedacht, der sie sich allein gar nicht gewachsen fühlt. Zum Glück hat sie gute Freunde, denn die Erwachsenen im Haus glaube ihr nicht so recht. Die Lage spitzt sich immer mehr zu und die Details, die ans Licht kommen sind nichts für schwache Nerven oder zartbesaitete Kinder. Wer Übernatürliche Phänomene und subtilen Horror mag, der kommt hier allerdings voll auf seine Kosten. Ich konnte das Buch zwar nachts nicht lesen, aber dennoch kaum weglegen, weil ich unbedingt wissen wollte, was hinter dem ganzen Gruselspuk steckt. Außerdem gefiel mir, wie Heidi sich im Laufe der Geschichte entwickelt. Bin wirklich gespannt, ob der zweite Band vom Gänsehautfaktor her mit diesem mithalten kann. 4,5 Sterne
    1 bis 25 von 543 Rezensionen
    1
    2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21 22
    Newsletter abonnieren
    FAQ- und Hilfethemen
    • Über jpc

    • Das Unternehmen
    • Unser Blog
    • Großhandel und Partnerprogramm
    MasterCard VISA Amex Diners Club PayPal
    DHL
    • AGB
    • Versandkosten
    • Datenschutzhinweise
    • Barrierefreiheitserklärung
    • Impressum
    • Kontakt
    • Hinweise zur Batterierücknahme
    * Alle Preise inkl. MwSt., ggf. zzgl. Versandkosten
    ** Alle durchgestrichenen Preise (z. B. EUR 12,99) beziehen sich auf die bislang in diesem Shop angegebenen Preise oder – wenn angegeben – auf einen limitierten Sonderpreis.
    © jpc-Schallplatten-Versandhandelsgesellschaft mbH
    • jpc.de – Leidenschaft für Musik
    • Startseite
    • Feed
    • Pop/Rock
    • Jazz
    • Klassik
    • Vinyl
    • Filme
    • Bücher
    • Noten
    • %SALE%
    • Weitere Bereiche
      • Themenshops
      • Vom Künstler signiert
      • Zeitschriften
      • Zubehör und Technik
      • Geschenkgutscheine
    • Hilfe
    • Anmelden
    • Konto anlegen
    • Datenschutzhinweise
    • Impressum
    • Kontakt