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    holdesschaf Top 50 Rezensent

    Aktiv seit: 13. Juni 2021
    "Hilfreich"-Bewertungen: 14

    Bitte beachten Sie

    Wir können nicht sicherstellen, dass die Angaben von Verbrauchern stammen, die das Produkt tatsächlich genutzt oder erworben haben.

    555 Rezensionen

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    The Sea Spinner

    Julie Johnson
    The Sea Spinner (Buch)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    11.06.2026

    Beeindruckt durch grandioses Worldbuilding, actionreiche Kämpfe und viel Gefühl

    Der arme Penn scheint von Schuldgefühlen niedergedrückt zu werden, gleichzeitig ist da der Rachedurst. Rhya muss ihn davon abhalten, sich für den Schutz der Stadt zu verausgaben. Vom Volk wird sie als Heldin gefeiert. Doch zwischen ihr und dem geliebten Feuer-Verbliebenen kriselt es durch ungelöste Konflikte und unausgelebte Gefühle. Nach einem Streit nimmt Rhya kurzerhand ein Portal und kommt nicht in der zerstörten Stadt heraus, sondern im Badehaus des Wasser-Verbliebenen. Der möchte, dass Rhya bleibt und endlich die Kontrolle über ihre Kräfte trainiert. Dabei kommen sich die beiden nicht nur unerwartet nahe, immer häufiger müssen sie gemeinsam gefährliche Situationen meistern. Als die Hochzeit der Schwester des Königs ansteht, ist auch Penn als Gast geladen und Rhya steht vor einer schweren Entscheidung.

    Ich war sehr gespannt, wie es nach dem Cliffhanger nach der verlustreichen Schlacht von Caeldera wohl weitergeht, obwohl mir der erste Band oft etwas zu langsam voranschritt. Optisch ist das Buch wieder ein Highlight und schon bei der Leseprobe hatte ich den Eindruck, dass mit dieser Band besser gefallen könnte. Die Gefühle der Protagonist*innen beschreibt die Autorin so authentisch, ebenso kann man die Hitze des Feuers, die Kraft des Windes und die Kühle des Wassers förmlich spüren. Das Worldbuilding ist wieder fantastisch, auch wenn die Welt zunächst in Trümmern liegt. Doch kaum in Sorens Königreich angekommen war ich fasziniert von dieser Region und dem Water Court. Schön war es, von allen Überlebenden zu erfahren, wie es ihnen nun ergeht. Man trifft viele Charaktere aus dem ersten Band wieder und gerade die Kämpfer der Feuergilde mochte ich wegen ihrer lockeren Sprüche sehr. Zwischen Rhya und Penn läuft es gar nicht gut. Mit einem Soren, der hier jede Menge Knistern erzeugt, hätte ich gar nicht gerechnet. Aber gibt viele Baustellen und Kämpfe zu überstehen. Gerade bei letzteren war ich dieses Mal sehr gefesselt, von den Kreaturen, den Hinterhalten, aber auch von den Fähigkeiten, die Rhya entwickelt. Teilweise wirklich atemberaubend spannend.

    Die Entwicklung, die die Geschichte nimmt, hat das Potential für einen fulminanten 3. Band. Da gibt es einige Plot Twists, die Lust auf mehr machen.Ich möchte unbedingt mehr erfahren und fiebere dem dritten Band entgegen, denn das Ende ist nach dem Knistern und den großen Gefühlen einfach nur erschreckend und wirkt aussichtslos. Außerdem bin ich neugierig, wie ein neuer Charakter die Geschichte bereichern wird. Für mich ist der zweite Band eine deutliche Steigerung zum ersten Band. Beeindruckendes Worldbuilding, actionreiche Kämpfe und so viel unerwartete Gefühle. 5 Sterne
    Die Ponys von Lillasund 4. Das Mittsommer-Turnier

    Kathrin Lena Orso
    Die Ponys von Lillasund 4. Das Mittsommer-Turnier (Buch)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    07.06.2026

    Wie immer toll auf Lillasund

    Mittlerweile ist Ida komplett angekommen auf Lillasund, ihrer neuen Heimatinsel ins Schweden. Zusammen mit ihrer Freundin Elsa und den Jungs vom Nachbarhof bereitet sie sich auf das große Mittsommer-Turnier vor. Wäre da nur nicht die Trollsage, durch die sie nun wie verflucht zu sein scheint. Nichts will ihr mehr gelingen. Ganz anders ergeht es ihrer neuen Freundin, die beim Reiten ein Naturtalent zu sein scheint. Dafür wird das Mädchen von ihrer Familie leider nicht wirklch ernst genommen. Ob die Kinder von Lillasund und das Turnier ihr da helfen können?

    Wie immer haben wir uns über ein neues Abenteuer auf Lillasund gefreut. Mittlerweile sind uns Ida und ihre Freunde, aber auch die anderen Inselbewohner ans Herz gewachsen. Diesmal erleben wir mit ihnen einen tollen Sommer voller glücklicher Momente, aber auch mit einem angeblichen Trollfluch, der dafür sorgt, dass Ida nichts mehr gelingt. Gleichzeitig gibt es einen neue Bekanntschaft auf der Insel, ein Mädchen, das mit seinen Eltern und den Geschwistern den Sommerurlaub auf Lillasund verbringt. So kommt noch etwas Neues zu den bekannten Gegebenheiten hinzu und sorgt für Abwechslung. Probleme und Gllücksmomente halten sich gut die Waage, so dass es mal lustig, mal spannend zugeht und auch einige Probleme gelöst werden müssen. Total schön fanden wir, dass die Mädchen dazu noch den Hund einer Inselbewohnerin sitten. Den hatten wir eh schon in unser Herz geschlossen und dass er nun sogar ein Hauptrolle bekommt ist großartig.

    Neben dem Reiten und den vielen Aufgaben erfährt man auch wieder einiges über die familäre Entwicklung bei Ida zu Hause, aber auch die Eltern der Jungs und weitere Bewohner lernt man noch besser kennen. Immer, wenn es um den Fluch oder die Trolllegende geht, wird es tatsächlich auch etwas gruselig. Meine Mädels lieben es und konnten sehr mit Ida mitfühlen, deren Selbstbewusstsein durch ihre Pechsträhne etwas in den Keller geht. Doch auch das neue Mädchen dürfte viele Kinder mit Geschwistern ansprechen. Am Ende gibt es für Vieles eine gute Lösung und die Leser*innen dürfen sich auf dein tolles Mittsommerfest freuen. Begleitet wird der Text wieder durch wunderbare Schwarz-Weiß-Illustrationen, bei denen uns ganz besonders die Tiere gefallen. Mit dem vierten Band von "Die Ponys von Lillasund" ist Kathrin Lena Orso wieder ein wunderschönes Insel-Abenteuer mit viel schwedischem Flair gelungen, bei dem man auch wieder viel über Bräuche und Sagen erfährt. Meine Kids sind begeistert, daher gibt es 5 Sterne
    Der kleine Rabe Socke: Alles wieder beste Freunde!

    Nele Moost
    Der kleine Rabe Socke: Alles wieder beste Freunde! (Buch)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    07.06.2026

    Eine neue Freundschaftsgeschichte vom kleinen Raben als Kinder-Comic

    Weil der kleine Rabe immer so viele Sachen sammelt, braucht er die Hilfe seiner Freunde, um das Chaos zu beseitigen. Dabei rutscht dem Hasen ein Schimpfwort heraus, über das alle lachen. Socke ist sehr gekränkt und denkt sich eine fiese Rache aus, über deren Konsquenzen er nicht nachgedacht hat. Der Hase jedoch ist tieftraurig und zieht sich immer mehr zurück, während alle anderen nach dem Fiesling suchen, der ihm das angetan hat. Wie soll der kleine Rabe das nur wieder gerade biegen?

    Die Bücher des kleinen Raben habe ich schon meienr kleinen Schwester vorgelesen, jetzt sind meine Kinder an der Reihe. Mit "Alles wieder beste Freunde!" gibt es gleichzeitig eine Neuerung, denn diesmal ist der kleine Rabe Socke nicht die Hauptfigur in einem Bilderbuch sondern in einem ersten Comic-Abenteuer für Kinder. Es eignet sich sowohl für Erstleser*innen als auch zum Vorlesen sehr gut. Die Thematik passt auch hervorragend in die Alterstufe von 5 bis etwa 8 Jahren. Es geht um die Anfänge von Mobbing, um das Gefühl ausgelacht zu werden, um das Heimzahlen, wenn man sich falsch behandelt fühlt und um die Lösung von Konflikten in Freundschaften. Die Geschichte ist dabei nicht super komplex, aber als erste Annäherung an solche schwierigen Themen doch vollkommen ausreichend und lehrreich, was vor allem funktioniert, weil alle am Ende verzeihen und ihre Fehler einsehen.

    Optisch ist die Geschichte gerade für Kinder, die noch keine Comics gelesen haben, sehr gut gemacht. Sie behalten durch die klare Aufteilung der Comic-Strips und die große Schrift gut den Überblick über die Abfolge und lernen so auf einfach Weise die Lesart von Comics kennen, sowohl die Angaben, was, wo und wann stattfindet als auch die Sprechblasen sind dafür typisch. Die Bilder werfen nicht nur mich zurück in die bekannten Geschichten des kleinen Raben. Sie sind immer noch so toll, wie ich sie in Erinnerung hatte. Ein schönes Wiedersehen mit den bekannten Freunden. Zugleich schafft es der Klassiker aber auch die Kinder von heute anzusprechen. Meine Kinder mögen das Buch sehr und es wird immer wieder gern hervorgeholt und darin geschmökert. Gerade bei Comics, finde ich, ist der Wiederlesewert wichtige. Der ist hier absolut gegeben. 5 Sterne
    Zelten mit Juli

    Petra Eimer
    Zelten mit Juli (Buch)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    07.06.2026

    Tierisch witzig und mit wertvoller Botschaft für unsere Umwelt

    Die tierischen Sechs gehen auf Klassenfahrt ins schöne Bayern, wo sie im Camp der guten Hoffnung zelten und Spaß haben wollen. Doch schnell merken Anna, Max, Paul und ihre vierbeinigen Begleiter, dass der Regelwahn der Campleiterin Annika nicht gerade für grandiose Stimmung sorgt. Zudem entdecken sie, dass der am Camp angrenzende See total mit Plastikmüll verschmutzt ist. Daher gilt sogar absolutes Badeverbot. Natürlich können die Sechs das so nicht stehen lassen und wollen den Umweltsündern eine Falle stellen.

    Wir haben schon einige Bände aus der Juli-Reihe gelesen und waren immer begeistert von den lustigen Ideen, die die Autorin Petra Eimer in ihre Geschichten einbindet. Dass es diesmal ums Zelten geht, hatte ich schon in den Vorschauen gesehen und hab mich insgeheim schon richtig auf das Buch gefreut, da Zelten als Kinder einfach unser Ding war. Das Cover verprach wieder eine witzig Story, die Beschreibung allerdings auch ernstere Töne. Zunächst waren meine Mädchen und ich happy, die ganze Bande inklusive Ponys und Hund wiederzutreffen. Gleich zu Beginn gibt es für Neueinsteiger in die Reihe und zur Erinnerung für Kenner eine schöne Übersicht über die wichtigsten Charaktere. Dann wird nicht lange gefackelt, nach kurzer Einführung geht die Reise nach Bayern los. Die Stimmung in der Gruppe und auch die Begleiter*innen sind wirklich toll und man hat gleich sehr viel Spaß. Das ändert sich etwas bei Ankunft im Camp. Hier gibt es erstmal enttäuschte Gesichter und es ist interessant, wie schnell sich hier Antipathien gegenüber einzelnen Personen aufbaut, obwohl die eigentlich nur Gutes im Sinn haben.

    Mitleid hatten wir mit den Kindern aus dem Dorf, die man kennenlernt und schnell wird klar, dass nicht nur die Beziehung zwischen Dorfbewohnern und Campleiterin im Argen liegen. Überall am Wasseer finden die tierischen Sechs Müll, dabei soll das Lager doch eigntlich plastikfrei sein. Wie auch immer, der Spürsinn ist geweckt und zusammen mit den Vierbeinern wird fleißig am Fall gearbeitet. Hierbei gefällt uns besonders, dass die Geschichte nicht nur witzig ist, sondern Kinder ohne erhobenen Zeigefinger zum Nachdenken über den Umgang mit der Natur und die Haltung zu Regeln anregt. Vor allem letztere müssen für die Aufklärung der Wasserverschmutzung auch mal großzügiger ausgelegt werden, dennoch merkt man, dass sie auch wichtig sind. Besonders gut hat uns nach der aufregenden Ermittlung das versöhnliche Ende gefallen. Mit das größte Highlight sind jedoch die vielen vielen tollen und ausdrucksstarken Illustrationen, die die Autorin selbst und sichtlich mit viel Liebe für ihre Figuren und die Geschichte angefertigt hat. Sie sind so unterhaltsam wie der Text selbst und gerade Juli und Fohlen Juno begeistern uns einfach auf jedem einzelnen Bild. Durch die besondere Gestaltung mit farbigen Absetzungen und Schriftartänderungen im Text, wirkt dieser schön aufgelockert und lässt sich wunderbar lesen. Für uns absolut verdiente 5 Sterne
    Hof der Dornen, Band 1: The Rose Bargain

    Sasha Peyton Smith
    Hof der Dornen, Band 1: The Rose Bargain (Buch)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    28.05.2026

    Aufregende Mischung aus Debütantinnen-Drama und Fae-Fantasy

    England und London werden im ausgehenden 19. Jahrhundert wie die letzten 400 Jahre auch von der grausamen Fae-Königin Moryen regiert. Zum normalen Prozedere gehört es für Debütantinnen, mit der grausamen Herrscherin einen Handel zu schließen. Doch die Beseitigung von Makeln oder die Erlangung von Reichtümern hat ihren Preis. In diesem Jahr ist es an Ivy, einen sogenannten Rose Bargain zu verhandeln. Ihre Familie hat durch das Verschwinden und Wiederauftauchen ihrer Schwester sämtliches Ansehen verloren und droht zu verarmen. Da kommt die Ankündigung des Kronprinzen Bram, nun ebenfalls eine Ehefrau wählen zu wollen, als letzte Rettung gerade recht. Doch das Wetteifern um die Gunst des Prinzen mit anderen heiratswilligen jungen Damen wird wegen der grausamen Lektionen der Königin schnell zu einem tödlichen Kampf, den Ivy unbedingt für sich entscheiden muss. Doch da ist auch noch der allzu menschliche Bruder des Prinzen, der Ivys Sieg ebenso braucht. Zwischen Rebellion und Herzklopfen könnte Ivy alles verlieren.

    Die Leseprobe von The Rose Bargain hat mich sehr schnell gefesselt und ich wollte unbedingt weiterlesen. Als ich das Buch dann in Händen hielt, hab ich es nicht bereut. Die Gestaltung des Buches ist gefährlich schön und die Dornenranken sind ein guter Hinweis auf die Gefahren, denen sich Ivy aussetzen muss. Der Farbschnitt ist ebenfalls todschick und greift ebenfalls das Rosenthema auf. Die Geschichte von Ivy beginnt an einem Punkt, an dem sie wenig Hoffnung auf eine einigermaßen gute Zukunft hat. Sie ist auf der Suche nach ihrer Verschwundenen Schwester, die das Ansehen der Familie Benton schwer beschädigt hat. Dass Ivy eine gute Partie machen könnte, ist damit ausgeschlossen. Auch das Wiederauftauchen macht es nicht besser. Ivy möchte jedoch unbedingt wissen, was ihrer Schwester geschehen ist und ihre einzige Möglichkeit ist der Handel mit der Fae-Königin. Die Figur der Ivy Benton hat mir imponiert. Sie ist keine absolut selbstsicher Person, hat wie jeder normale Mensch ihre Zweifel und Ängste. Vor allem aber mochte ich, dass sie seit Kindertagen an alte Geschichten über die Anderswelt glaubt und sich in ihnen verlieren kann. Die Fae-Königin und ihr Auftauchen vor Jahrhunderten gab mir Rätsel auf. Gleichzeitig ist sie immer noch so grausam wie damals, gibt sich aber betont freundlich. Mit ihr möchte ich sicher keinen Handel abschließen müssen. Die beiden Prinzen hingegen lassen sich schwer einschätzen und es ist nicht sofort klar, wer nun Ivys Herz gewinnt.

    Ivy bestreitet den Wettbewerb auch nicht allein, anfangs sind es sehr viele junge Damen, die sich auf das Spiel um die Gunst des Kronprinzen einlassen. Doch sehr schnell erkennt man, dass man der Fae-Königin nicht trauen sollte und ihre Worte sehr stark hinterfragen muss. Die im Finale übriggebliebenen jungen Frauen sind sehr unterschiedlich und obwohl die Fassade freundlich ist, sind sie allesamt Konkurrentinnen, die ihre eigenen Gründe für die Teilnahme am Auswahlverfahren haben. Diese nach und nach zu erfahren, fand ich spannend. Überhaupt ist vieles unklar, jeder hat Geheimnisse, deren Aufdeckung gefährlich werden kann. Die Autorin baut immer wieder Kapitel ein, die von der Ich-Erzählerin Ivy zu einer der anderen Damen wechseln und ihr Innerstes nach außen kehren und so wichtige Details aufdecken. Überhaupt sind sie allesamt schlagfertiger und gerissener als ich es erwartet hatte. Sehr reizvoll ist auch Ivys Hin- und Hergerissensein zwischen den beiden Prinzen. Für mich erfrischend gab es keinen oder einen sehr dezenten Spice-Level, wie es für die Regency-Zeit angemessen ist. Die Mischung aus dieser Zeit mit ihren Bällen und Konventionen, mit denen hin und wieder gebrochen werden muss und den mystisch-magischen Fae-Elementen machte diese Geschichte für mich zu einem großen Lesevergnügen, bei dem ich sehr gespannt auf die Fortsetzung bin, denn Vieles erscheint mir am Ende ausweglos, aber da wird sich die Autorin sicher - wie auch in diesem Band - tolle Twists überlegen. 5 Sterne
    Faye Fableheart, Band 1 - Das magische Schloss

    Ryan Graudin
    Faye Fableheart, Band 1 - Das magische Schloss (Buch)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    19.05.2026

    Märchenhaft-magisches Abenteuer

    Faye wächst als Tochter des Gärtners im magischen Schloss eines der vier großen Zauberer auf. Als dieser plötzlich verstirbt ohne es zu merken, wird ihr die unrühmliche Aufgabe zugeteilt, ihn darüber in Kenntnis zu setzen. Dummerweise hat der Gute zu Lebzeiten vergessen, einen Lehrling als Nachfolger auszubilden, so dass er nun einen magischen Wettstreit um sein Erbe ausruft, an dem jedoch nur Jungen teilnehmen dürfen. Das Event ist in vollem Gange, als es immer wieder zu Zwischenfällen kommt. Faye allein scheint es möglich, den Angriff durch eine noch unbekannte Macht zu vereiteln.

    Aufmerksam wird man auf das Buch schon allein durch die auffällige Gestaltung des Covers und des Farbschnitts. Im ersten Moment dachte ich, es handle sich vielleicht um eine Graphic Novel in Maga-Art. Tatsächlich enthält das Buch viele SW-Illustrationen in diesem Stil und auch dass Faye mit Fellohren abgebildet ist kommt nicht von ungefähr. Der Autor baut hier sowohl märchenhafte und magische als auch moderne Elemente in seine Geschichte ein. Vor allem die Protagonistin Faye gefällt mir. Zunächst ist sie noch etwas unsicher und zurückhaltend, als ihre die schwere Aufgabe, die Todesnachricht zu überbringen, auferlegt wird. Doch man merkt schnell, dass so viel mehr in ihre steckt. Sie ist wissbegierig und hat einen ausgeprägten Sinn für Gerechtigkeit. Dass nur Jungen an dem Wettbewerb teilnehmen dürfen, findet sie nicht gut. Auch die Nebencharaktere sind nicht immer mit den ihnen zugewiesenen Rollen einverstanden. So geht es viel um Selbstbestimmung, Gerechtigkeit unter den Geschlechtern und überhaupt den Zusammenhalt der Menschen in schwierigen Situationen. Alles hochaktuelle Themen in unserer Zeit. Hier werden sie zu einem spannenden Märchenabenteuer verwoben, in dem es sowohl lustige als auch spannende Momente gibt. Nicht immer läuft alles glatt, doch Faye lernt schnell dazu und man ahnt schon, worauf es am Ende hinauslaufen könnte. Trotzdem passiert bis dahin richtig viel. Manchmal hätte ich mir gewünscht, dass der Ort nicht ganz so statisch gewesen wäre. Alles spielt sich auf dem Schlossgelände ab. Dabei wäre ich so gern auch mal tiefer in das sehr gefährlich und wundersam beschriebene Gewächshaus gereist. Doch auch so kommt keine Langeweile auf, gibt es doch zahlreiche zauberhafte Momente, mit denen nicht nur Faye, sondern auch die unerfahrenen Bewerber umgehen müssen.

    Natürlich gibt es auch eine böse Macht gegen die man ankämpfen muss, der Zauberer selbst ist recht cringe und die Botschaft finde ich für Kinder der heutigen Generation sehr gelungen. Alles in allem ein tolles Märchen mit viel Zauberei und inspirierenden Denkanstößen. 4,5 Sterne
    Annie Knows Everything

    Rachel Wood
    Annie Knows Everything (Buch)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    12.05.2026

    Erfrischende RomCom mit vielen Facetten

    Annie hat leider Pech. Sie wurde gerade entlassen. Durch Beziehungen erhält sie die Möglichkeit die Abteilung zu wechseln. Doch vom Programmieren hat sie leider keine Ahnung. Trotzdem will sie sich bei ihrem nerdigen Chef beweisen. Mit einer klugen Taktik bekommt sie ihn dazu, sie einzustellen. Leider mischt sie sich dabei auch in Dinge, aus denen sie sich heraushalten sollte und der zunächst nervige Vorgesetzte ist doch eigentlich ganz süß. Und dann ist da noch der Streit mit ihrer Schwester, die unbedingt den völlig falschen Mann heiraten will. Da muss Annie doch eingreifen, oder?

    Von der Beschreibung und dem Cover her hatte ich auf eine Romanze am Arbeitsplatz spekuliert, bekam aber so viel mehr als das. Ich fand schon zu Beginn die Einblicke in die moderne amerikanische Arbeitswelt interessant, wo Menschen leider wenig zählen und man einfach so gefeuert wird. Genauso ergeht es Annie. Doch die Protagonistin ist in allem, was sie tut, sehr hartnäckig und unnachgiebig, möchte auch im Job anliefern und ihrem neuen Vorgesetzten zeigen, dass sie es drauf hat. Das gefiel mir sehr gut. Zudem mochte ich die Erzählweise, vor allem, wenn es um ihre Gedanken ging. Diese wurden irgendwie erfrischend präsentiert, genauso wie der gelegentliche Schlagabtausch mit ihrem Abteilungsleiter, sogar wenn die beiden sich im Messaging Programm der Firma hin- und herschrieben. Die aufkommenden Gefühle konnte ich super nachvollziehen. Chef Connor entpuppt sich ganz anders, als Annie ihn eingeschätzt hatte. Klug ja, aber trotzdem eine Seele von Mensch.

    Ein weiterer Handlungsstrang, der sich nach und nach mit dem anderen vermischt, ist Annies Streit mit ihrer Schwester. Seit zwei Jahren haben die beiden nicht mehr miteinander geredet, weil Annie sie vor einer Dummheit bewahren wollte und dabei vielleicht über das Ziel hinausgeschossen ist. Doch nun steht eine Hochzeit an und Annie kann den Bräutigam nicht leiden. Da muss sie natürlich aktiv werden, was ich als Leserin absolut verständlich fand. Der zukünftige Ehemann ist wirklich ein rotes Tuch und man fiebert schon mit, ob das am Ende wirklich alles glatt geht. Weitere gut gezeichnete Nebencharaktere bringen noch mehr Tiefe in die Geschichte. Ich mochte vor allem die coolen Arbeitskollegen in Annies neuer Abteilung, allesamt nette Typen, die so ein bisschen Vermittler zwischen Annie und Connor spielen. Aber auch die Familie und die Mitbewohnerin sind sehr besonders. Auch die Schauplätze bringen Abwechslung, der gravierende Unterschied zwischen der Großstadt New York, wo Annie arbeitet und ihrer kanadischen Kleinstadtheimat, die ihr als Rückzugsort dient. Ich fühlte mich allzeit gut unterhalten und das Ende mochte ich sehr. Daher gibt es 5 Sterne.
    Mord ist die beste Beseitigung

    Volker Klüpfel
    Mord ist die beste Beseitigung (Buch)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    12.05.2026

    Ein Krimi zum Schmunzeln, aber mit ernsten Untertönen

    Per Reiseruf wird eine Frau Gabriele Zorn gesucht, die sich mit ihrem Ehemann in Verbindung setzen soll. Tommi und Svetlana sind gerade mit dem Wohnmobil unterwegs zum Möbelhaus, als just in diesem Moment das Auto der Reisenden an ihnen vorbei braust. Am Rastplatz fährt der Wagen von der Autobahn, doch als Tommi und seine ukrainische Putzkraft dort ankommen, fehlt von der Fahrerin jede Spur. Wohin ist die Frau verschwunden? Die Polizei hat sofort den Ehemann im Verdacht, doch das erscheint den beiden Hobby-Ermittlern eine zu einfache Lösung zu sein. Sie nehmen sich dem Fall an und kommen einer finsteren Sache auf die Spur. Das könnte gefährlich werden.

    Herrlich, einfach herrlich. Gleich von Beginn an fühlte ich mich hier wieder bestens unterhalten. Es ist noch alles beim Alten bei Svetlana und Tommi, der noch immer im Wohnmobil kampiert, versucht, seinen ersten Roman zu schreiben und auf die Rückkehr seiner pausierenden Freundin wartet. Leider sind immer noch alle drei Punkte nicht besonders erfolgreich trotz zahlloser Tipps der ukrainischen Reinemachefrau, die so gerne ihre eigenen Lebensweisheiten formuliert. Unmittelbar zu Beginn schlittern die beiden durch Zufall in eine neue Ermittlung, was der Kommissarin (ebenfalls bekannt aus dem ersten Band) so gar nicht behagt. Zudem versucht Tommi, die Beziehung zu seinem Vater zu normalisieren.

    Tommi glänzt in dem Fall mal wieder nicht so mit Kombinationsgabe, doch man muss ihm zugestehen, dass er seine lichten Momente hat. Ich musste sehr oft einfach lachen, aber es ist schon ein sehr spezieller Humor, der bei anderen Leser*innen schnell ins Genervtsein abdriften könnte. Die Hintergründe sind eigentlich ziemlich ernst, aber wenn Tommi dann von seinem Vorhaben eine True-Crime-Geschichte zu schreiben abkommt und auf Romantasy umschwenkt, kann man kaum ernst bleiben. Natürlich steht ihm auch da Svetlana mit Rat und Tat zur Seite und irgendwie meinte ich, ein Knistern zwischen den beiden zu spüren. Ein Auf und Ab der Gefühle machte den Krimi für mich ebenfalls sehr unterhaltsam. Zudem erfährt man wieder etwas mehr über Svetlana, die ich als Charakter einfach toll finde. Aber auch die anderen Nebencharaktere so wie der Fall sorgen dafür, dass es nicht langweilig wird. Auf die Zusammenhänge und Motive, die dahinter stecken, wäre ich anfangs nie gekommen. So weiß das Buch auch zu überraschen. Selbst wenn Tommi dem Fass manchmal den Boden ausschlägt, fand ich diesen zweiten Band richtig gut und werde der Reihe auf jeden Fall treu bleiben. 4,5 Sterne
    Irida 2. Irida und das Rätsel der Ruine

    Markus Heitz
    Irida 2. Irida und das Rätsel der Ruine (Buch)

    4 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern
    13.04.2026

    Spannender als der erste Band

    Nachdem Irida und ihre Freunde die erste große Gefahr überstanden haben, bleibt da immer noch ein großes Trollproblem. Die übrigen Trolle arbeiten immer noch an ihrem Plan, die Anderswelt zu übernehmen und setzen dafür eine alte Bekannte auf Iridas Bruder an. Der scheint wie Irida eine besondere Verbindung dorthin zu haben. Allerdings erschweren ein paar Unbekannte im Ort die Ermittlungen und eine alte Ruine gibt Rätsel auf.

    Das Cover und der Farbschnitt sind zugegeben wieder echt ein Highlight. Und sie sind nicht umsonst düsterer und bedrohlicher als beim ersten Band. Denn genauso verdichtet sich auch die Geschichte zu einem gefährlichen Wettlauf zwischen Iridas Clique und den Trollen, die unbedingt einen Zugang zur Anderswelt finden wollen. Einige Szenen sind geradezu schaurig, fast beängstigend und es wird brutaler, als ich es mir vorgestellt hatte. Um die Stadt scheint es vor magischen Orten und Legenden nur so zu wimmeln. Hinzu kommen neue Nebenfiguren, deren Absichten man kaum abschätzen kann. Freundlich wirken sie auf gar keinen Fall. Auch Iridas Erzfeindin und ihr Bruder werden in das Geschehen hineingezogen. Erstere fand ich anfangs etwas klischeehaft, doch dann überrascht sie mich mit einer Entwicklung, die ich gar nicht für möglich gehalten hatte.

    Die Trolle sind eine miese Truppe, allesamt unsympathische Ekel, die man jedoch nur oberflächlich kennenlernt. Gefallen hat mir, dass die Geschichte aus wechselnden Perspektiven erzählt wird, wobei ich gerade den Teil der Elfen interessant fand, der langsam etwas Licht ins Dunkel bringt. Mit den jungen Elfen kann man super mitfühlen. Ein weiterer positiver Aspekt des Buches ist, dass die Freundschaft weiterhin hochgehalten wird. Allerdings ist es immer noch so, dass Jeremys hanebüchende Fehler beim Deutschsprechen immer noch zu oft korrigiert werden. Das stört für mich absolut den Lesefluss. Ebenso wie Jinjins Wiederholungen vom schrägen Onkel. Das ist einfach zu viel. Teilweise finde ich den Text auch unnötig sperrig und die Zusammenhänge für die Zielgruppe doch recht komplex und vielleicht sogar angsteinflößend, wenn die jungen Leser*innen zarter besaitet sind. Ansonsten fand ich das Buch überraschend gut und viel spannender als den ersten Band. Das gibt aber immerhin gute 4 Sterne.
    Die drei ??? Kids, Bücherhelden 1. Klasse, Witze zum Lesenlernen

    N. N.
    Die drei ??? Kids, Bücherhelden 1. Klasse, Witze zum Lesenlernen (Buch)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    13.04.2026

    Tolles Witzebuch zum Lesenlernen und für Fans

    Die Bücher der Drei ??? Kids in der Reihe Bücherhelden sind sehr beliebt und waren schon häufiger in der Kinder-Bestsellerliste vertreten. Bei diesem Band handelt es sich nun um keine zusammenhängende Geschichte sondern um mal kürzere, mal längere Witze und auch Scherzfragen, die in die Welt der jungen Detektive übertragen oder eigens dafür geschrieben wurden. Das Cover sagt es schon: Um hier leicht einsteigen zu können, sind die Silben unterschiedlich gefärbt, was pädagogisch für Leseanfänger*innen sinnvoll ist, da es ein Stadium gibt, indem nicht mehr einzelne Buchstaben, sondern einzelne Silben erfasst werden können. Weitere Vorteile des Buches sind die große Schrift und die kurzen Textabschnitte. Das Buch kann man immer wieder zum Üben nutzen, ohne eine längere Geschichte zu Ende bringen zu müssen. Illustriert ist es genauso, wie die anderen Bände der Reihe. Manche Witzszenen sind comic-ähnlich mit Sprechblasen gestaltet, das dürfte auch viele Leser*innen ansprechen.

    Ob man die Witze lustig findet, entscheidet wohl jedes Kind für sich. Meinen haben vor allem die Scherzfragen oder Flachwitze gefallen, die können wir immer wieder herauskramen und uns darüber kringeln vor Lachen. Gefallen hat uns auch, dass die Witze statt dem üblichen Fritzchen die Charaktere der drei ??? und ihrer Welt (z.B. Onkel Titus) verarbeiten. Jeder Detektiv bekommt hier sein eigenes Kapitel. Zu einigen Nachfragen bei den Witzen gibt es hinten eine Lösung, die wir aber nicht gebraucht haben. Alles in allem ist es ein sehr kurzweiliges Lesevergnügen, das man auch gut mit anderen Teilen kann. Denn natürlich kann man entweder Freunden den Witz vorlesen oder ihn einfach weitererzählen. Auch das fördert das Sprachvermögen. Von uns gibt es 4,5 Sterne.
    Warten ist nicht schwer, sagt der Ameisenbär

    Sheila Blázquez
    Warten ist nicht schwer, sagt der Ameisenbär (Buch)

    4 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern
    13.04.2026

    Schön illustriert, wenig sinnvoll am Ende

    Das Faultier hat angekündigt, dass es am nächsten Tag Muffins bäckt. Der Ameisenbär möchte auf jeden Fall etwas abbekommen und macht sich extra früh auf den Weg, um sich anzustellen. Doch dann drängelt sich ein Tier nach dem anderen nach vorne oder wird vor gelassen, so dass der Ameisenbär ganz hinten in der Schlange steht. Als es dann Streit gibt, wird er jedoch für seine Geduld belohnt.

    Ein Bilderbuch mit Faultier und Ameisenbär, zwei unserer liebsten Tiere, mit denen wir etwas verbinden. Da musste das Bilderbuch natürlich gelesen werden. Zunächst waren wir auch wirklich begeistert. Die tollen grünen Dschungellandschaften, die Blätter, durch die die Sonnenstrahlen nur vereinzelt fallen, die bunten Blumen - einfach richtig gut gelungen. Auch der Ameisenbär gefiel uns von Anfang an. Er zeigt Vorfreude auf die köstlichen Muffins des Faultieres und geht planvoll an die Sache heran. Wer früh da ist, bekommt etwas ab. Diesen Gedanken kann man sehr gut nachvollziehen. Und tatsächlich ist er das erste Tier, das beim Faultier geduldig wartet. Dann drängelt sich das erste Tier vor und er nimmt es hin. Dieses lässt noch seinen Freund vor und nach und nach wandert der gelassene Ameisenbär in der Schlange immer weiter nach hinten. Spätestens nach dem dritten Vordrängler fragte das Vorlesekind, warum er sich nicht beschwert. Aber gut, das ist noch mit seiner Geduld zu erklären. Die Tier sind natürlich toll zum Ansehen und alle total verschieden. Durch Gerangel und Streit landet der Ameisenbär wieder ganz vorne und endlich bekommt es die verdienten Muffins. Auch ok, schließlich war er zuerst da und musste lange warten. Die Letzten werden die ersten sein etwas verquer. Doch das Bild das dann folgt, hat uns wirklich umgehauen. Da sitzt der Ameisenbär mit einem ganzen Blech Muffins und dem Faultier auf der Picknickdecke und lässt sich ein Dutzend Gebäckstücke schmecken, während die andern Tiere in die Röhre schauen. Zurecht fragt man sich, warum er sich nicht zwei gönnt und die restlichen nach der Reihe des Erscheinens mit den anderen Tieren teilt. So schade, dass hier eine an sich gute und wundervoll illustrierte Geschichte nicht in eine passendere, sinnvollere Botschaft mündet. Selbst meine 5-Jährige fand das nicht ok und meinte er hätte genug zum Teilen. Aber vielleicht sollen die Kinder durch das fragwürdige Ende auch genau zu solchen Aussagen und Gedankengängen bewegt werden. Für mich sah es nicht danach aus. Daher 3,5 Sterne
    Flora Brimble und der verlorene Frühling

    Marcus Raffel
    Flora Brimble und der verlorene Frühling (Buch)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    05.04.2026

    Erinnert an große Kinderbuchklassiker

    Verarmt lebt die junge Flora Brimble mit ihrem Vater ein eher tristes Leben, doch sie liebt es, Geschichten zu erfinden. Als sie versucht, den Frühling aufzuspüren, gerät sie in ein fantastisches Abenteuer. Nur die Maikönigin selbst, kann ihn zurückholen, doch die ist verschwunden. Gemeinsam mit einem Kobold und einem sprechenden Eichhörnchen macht sie sich auf in eine Welt, die droht - wie alles andere - in Düsternis zu versinken. Eine mächtige Hexe und ihr gestaltwandelnder Gehilfe haben Böses mit Flora vor. Zum Glück begegnet sie jedoch Harriet, der Heldin ihrer selbstverfassten Geschichten, denn die Zeit drängt.

    Das Cover fiel mir sofort auf, erinnerte mich die Optik doch sehr stark an die gerade sehr beliebte Serie Wednesday. Passend zum Namen Flora sind das Titelbild und der Farbschnitt auch prächtig mit Blumen gestaltet. Dennoch wirkt das Buch zunächst sehr düster und auch der Inhalt strahlt kaum Freude aus. Einzig in ihren Geschichten, in denen Flora das Mädchen Harriet Abenteuer erleben lässt, gibt es lichte Momente. Harriet ist so ganz anders als Flora, zuversichtlich, lustig und rothaarig. Gerne wäre sie wie dieses Mädchen. Schlimm erscheinen auch Floras Lebensumstände. Die Mutter verließ sie, als sie noch ein Baby war, ihr Vater ist todkrank, von den Kindern im Ort wird sie wegen ihrer blühenden Fantasie ausgelacht und geärgert. Weil der Winter einfach nicht verschwinden will, macht sich Flora auf die Suche nach dem Frühling. Zunächst trifft sie ihren verschrobenen Großvater, um dann mit einem Kobold durch ein Portal in eine andere Welt zu schlüpfen. Ebenso mit von der Partie ist ein sprechendes Eichhörnchen. Es ist eine magische, leicht psychedelische Reise, die die drei gemeinsam antreten und jede Gegend, die sie durchstreifen ist bizarrer als die letzte. Kobold und Eichhörnchen sind ganz besondere Gesellen, denn dem einen kann man laut Text nicht trauen und der andere glaubt, in allem der Beste zu sein. Das sorgt manchmal für Erheiterung, wenn auch viele Wiederholungen auftreten.

    Der Schreibstil ist so ganz anders wie bei den üblichen Fantasygeschichten für Kinder, sehr gehoben, manchmal anspruchsvoll bis poetisch. Der Inhalt ist leicht philosophisch angehaucht. Einige Wendungen und auch den Aufbau des Reiches und des später vorkommenden Schlosses fand ich für 10-Jährige doch etwas verwirrend und würde das Buch daher entweder sehr sehr guten und/oder gebildeten Kindern empfehlen oder die Altersangabe etwas höher ansetzen. Zudem sind die Kreaturen und die Gefahren, denen man begegnet nicht ohne. Auch Täuschungen spielen eine Rolle. Es gibt sehr ruhige Abschnitte, aber auch welche mit mehr Action. Die ständig wechselnde Umgebung wird sehr bildlich beschrieben.

    Das ganze Buch erinnerte mich an vielen Stellen an große Werke der Kinderliteratur, z.B. das Märchen von der Schneekönigin (wegen der Hexe und ihrem Plan mit Flora) , Alice im Wunderland (wegen der verrückten Charaktere), Der Nussknacker und die vier Reiche oder Narnia (wegen der fantastischen Settings). Und natürlich hat auch Flora bzw. Harriet wie in großen Klassikern eine Mission, die in dem Fall besonders schwierig anmutet und die Leser*innen in Atem hält, wobei Fantasie und Realität oft verschwimmen. 4,5 Sterne
    Lucia 1. Flüsterin der Flammen

    Sarah Fleury
    Lucia 1. Flüsterin der Flammen (Buch)

    4 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern
    17.03.2026

    Gutes Lesefutter für Fantasyfans

    Lucia ist 13 und lebt ein normales Leben mit ihren Eltern in Catania, bis sich bei einer Geburtstagsfeier plötzlich magische Feuerkräfte offenbaren. Doch Feuermagie ist in Catania lange verboten und alle, die sie beherrschten verschwanden nach und nach. Doch dem nicht genug, wird Lucia nun auch noch von einem seltsamen Nebelwesen verfolgt und wird gerade noch von ihrer neuen Bekanntschaft Finn durch eine Flucht nach Flammaris gerettet. Doch dort breitet sich der Nebel immer weiter aus und Lucia muss nicht nur lernen ihre Kräfte zu beherrschen, sie deckt auch ein Geheimnis um ihre Vergangenheit auf.

    Tolles Cover, hübscher Farbschnitt und auch die Geschichte klingt eigentlich richtig gut. Mir gefällt Lucia, die sich leider zwischen zwei Welten entscheiden muss, aber eigentlich keine andere Wahl hat, als nach Flammaris zu flüchten. Eltern und beste Freundin lässt sie zurück. Trotzdem ist sie mutig und versucht aus der Situation das Beste zu machen. Sie lernt viele neue Leute kennen und kann in ihrem neuen Zuhause ihre Kräfte trainieren, die ich auch ganz spannend finde. Auch toll ist, dass sich die Feuermagie bei jedem anders ausprägt. Sehr witzig ist Lucias kleiner Begleiter, der um keinen schlauen Spruch verlegen ist und gerne futtert. Leider erinnern aber auch viele Elemente der Geschichte an andere Bücher oder Filme. Yuki z.B. ist von seiner Art her dem kleinen Drachen in Mulan sehr ähnlich, trotzdem oder gerade deswegen mochte ich ihn sehr. Es gibt eine Schule, in der Magie unterrichtet wird, in dieser gibt es natürlich eine Person, die missgünstig gegenüber Lucia ist und versucht, andere bloßzustellen. Die üblichen Gefüge eben. Lucias Familiengeheimnis zähle ich auch dazu.

    Die Nachforschungen dazu lassen die sonst so überlegte Lucia leider eher schlecht Entscheidungen treffen und so gibt es noch genug Stoff für einen nächsten Band. Das Setting und die Bedrohung von Flammaris sind hingegen eine Abwechslung und werden gut beschrieben, so dass auf jeden Fall an einigen Stellen Spannung aufkommt. Junge Fantasyfans, die Lesefutter suchen, sind also trotzdem mit dem Buch bestens versorgt. Er lässt sich relativ leicht durchschmökern, ohne dass die Story dadurch dünn wird. Durch den Cliffhanger am Ende möchte man auf jeden Fall auch weiterlesen. Für alle, die bisher keine oder kaum Kinderfantasy gelesen haben, ist das Buch sicher aufregend und neu. 4 Sterne
    Was fehlt dir, kleiner Roboter?

    Przemys¿aw Wechterowicz
    Was fehlt dir, kleiner Roboter? (Buch)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    13.03.2026

    Empathisches Bilderbuch übers Trösten

    Der kleine Roboter ist traurig, weil er eine Schraube verloren hat. Die Tiere würden ihn gern trösten, doch sie wissen nicht wie, denn Roboter nimmt man nicht in den Arm oder erzählt ihnen Witze oder doch?

    Das Cover des Buches sagt schon viel darüber aus, worum es geht. Man sieht hier den kleinen Roboter, der die Hauptfigur in der Geschichte ist und leider seine Lieblingsschraube verloren hat. Nun ist er ganz traurig. Alle Tiere helfen ihm gern beim Suchen, doch trösten können sie ihn nicht, denn sie glauben, Roboter mögen oder brauchen all die Dinge und Gesten, die sie selbst trösten nicht. Nur der Biber hat eine Idee. Sie erfreut den kleinen Roboter und er öffnet sich soweit, dass er sagen kann, was ihn tröstet. Mir gefällt wie hier mit den Annahmen der Tiere gespielt wird. Da der Roboter nicht tierisch/menschlich ist, gehen alle davon aus, dass er nicht umarmt, nicht singt oder schwimmt. So versuchen sie gar nicht, ihn zu trösten. Doch es stellt sich heraus, dass er diese Dinge genauso braucht, wie alle anderen. Diese einfache aber wichtige Botschaft, können Kinder leicht auf sich und ihre Lebenswelt übertragen. Jeder braucht auf seine Weise Trost und wird gern getröstet.

    Der gut lesbare Text des Bilderbuchs ist recht einfach gehalten, so können auch schon Kinder ab 3 der Erzählung folgen. Im ersten Teil sind die ersten Sätze alle ähnlich aufgebaut. Immer wird vergeblich nach der Schraube gesucht. Auf Erwachsene wirkt das vermutlich etwas befremdlich, ist aber für die kleinen Zuhörer birgt das nach kurzer Zeit schon eine gewisse Vertrautheit, in der man leichter ins Gespräch kommt und sich auf das wesentliche konzentrieren kann. Das Highlight sind die Illustrationen im Buch. Ihnen fehlt das quietschbunte mancher Bilderbücher, sie sind eher zart und atmosphärisch. Manche sind Szenen mit Hintergrund, bei anderen liegt der Fokus ausschließlich auf den Figuren und ihren Handlungen. Beeindruckend ist das Spiel mit dem Licht, sei es in den Blättern der Weiden, als Reflexion auf dem Fluss oder in Form einer Glühbirne, die ein Marmeladenglas beleuchtet. Es zieht den Betrachter in die Szenen hinein. Kinder werden sich auf jeden Fall mit dem kleinen Roboter identifizieren können, weil vermutlich jedes schon einmal etwas verloren hat. Ein tolles, empathisches Buch, das zeigt, wie wichtig es ist, zuzuhören, andere zu trösten und getröstet zu werden. 5 Sterne
    Lightfall 1: Das verlorene Licht

    Tim Probert
    Lightfall 1: Das verlorene Licht (Buch)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    09.03.2026

    Beeindruckender Fantasy-Comic

    In Irpa, einer Welt, in der die Dunkelheit bedrohlich nahe rückt, lebt Bea mit ihrem Großvater, dem Zauber-Eber, friedlich im Wald. Ihre Aufgabe ist es die ewige Flamme zu hüten. Während des Kräutersammelns lernt Bea Cad kennen, einen Galdurier, der nach ihrem Großvater sucht. Er soll helfen, ein Schriftstück zu übersetzen durch das Cad sein verschwundenes Volk wiederfinden will. Doch zurück bei der Hütte ist der leicht verwirrte Opa verschwunden. Eine Nachricht führt Bea und Cad zusammen auf eine rätselhafte Suche. Das Abenteuer beginnt!

    Mir hat schon das Lichtspiel auf dem Cover sehr gut gefallen, doch das ist noch nichts gegen die wundervoll stimmungsvollen Bilder im Inneren des Buches. In der Geschichte dreht sich alles um das Licht und dieses Thema wird auch in den Illustrationen perfekt umgesetzt. Das Spiel mit Licht und Dunkel ist außergewöhnlich und hat mich nachhaltig beeindruckt. Gleichzeitig wirken die Figuren mal zart, mal unglaublich präsent und vor allem das Böse sticht durch dunkle Farben heraus. Besonders toll ist die Atmosphäre in den Wäldern gelungen. Man kann sich an den detailreichen Bildern kaum satt sehen. Sie machen diesen Comic zu etwas ganz Besonderem. Die Schrift und die Sprache fügen sich gut in die Szenen ein. Die Menge ist überschaubar, so dass sicher auch Lesemuffel ihren Spaß an dem Comic haben.

    Die erzählte Geschichte hat uns auch sehr gefallen. Die Protagonistin Bea ist eher unsicher, geht auch immer lieber auf Nummer sicher und Gefahren am liebsten aus dem Weg. Cad hingegen stürzt sich gern ins Abenteuer und lässt sich auf seinem Weg nicht beirren. Er hat eine so positive Einstellung zu allem. So können beide voneinander lernen und entwickeln sich im Laufe der Geschichte weiter. Dir Reise der beiden ist ein einziges großes Abenteuer, das uns in verschiedene Gegenden Irpas führt und das z. B. Cads Vergangenheit beleuchtet. Viel Rätselhaftes und so mancher Kampf, aber auch das Auftauchen einer bösen Macht, sorgen für Spannung, Witz und Action. Ein bisschen traurig waren wir dann schon, als der erste Band zu Ende war. Wir hätten da noch ein paar Fragen und warten nun gespannt auf Band 2. Ein Comic-HighLIGHT, das man nicht verpassen sollte. 5 Sterne
    Mathilde und Marie

    Torsten Woywod
    Mathilde und Marie (Buch)

    2 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern Inaktiver Stern Inaktiver Stern
    08.03.2026

    Zu viel gewollt

    Studentin Marie möchte der lauten Hauptstadt Paris und ihren Problemen entfliehen und steigt spontan in den Zug nach Brüssel, wo sie zufällig eine Frau trifft, die sie in ihr Dorft einlädt. Weil sie sonst keine Perspektive hat kommt Marie mit und landet in Redu, einem Bücherdorf, das gut ein Dutzend Buchhandlungen und knappe 400 Einwohner zu bieten hat. Hier kommt sie der Natur und der Stille näher und kommt dem auf die Spur, was sie wirklich für ihr Leben möchte. Zudem lernt sie die Bewohner kennen und kann vor allem einer von ihnen helfen.

    Der Klappentext von Mathilde und Marie hat sich für mich sehr schön angehört, vor allem weil es um ein Bücherdorf geht und damit auch um mein liebstes Medium - so dachte ich zumindest. Doch schon zu Beginn war die Handlung für mich etwas dürftig begründet und für die heutige Zeit wenig realistisch. Studentin Marie trifft eine ältere Dame auf dem Rückweg ins Bücherdorf Redu und folgt sogleich deren Einladung dorthin. Wie die Frau von sich selbst behauptet, redet sie nur, wenn es etwas Wichtiges ist, Smalltalk führt sie nicht. Dafür jedoch ist sie um keinen ausgelutschten Kalenderspruch verlegen. Die Weisheiten, die sich hier aneinanderreihen, sind ja ganz nett, aber helfen sie wirklich einer jungen Frau, die in ihrem Leben an einen kritischen Punkt gekommen ist? Verlust, Krankheit und Tod sind nur ein paar Schlagworte dazu. Meiner Meinung nach braucht es dafür viel mehr. Auch ihre Rückkehr zur Natur und die Verbindung, die sie versucht, mit ihr aufzunehmen, sind in meinen Augen eher dürftige Motive für einen Roman, durch den das Dorfleben unnötig romantisiert wird. Damit holt man vielleicht gestresste Großstädter für einige Stunden zurück auf den Boden, ich - selbst Dorfbewohnerin in einem ähnlich großen Ort in der Pampa - kann da nur schwer ein Gähnen unterdrücken. Mir kam ziemlich schnell das Wort prätentiös in den Sinn. Der Autor will hier viel, erreicht bei mir jedoch nur, dass ich genervt bin von der Verklärung dörflichen Lebens, wo natürlich alle Zusammenhalten und Fremde mit Neugier und offenen Armen begegnen, wo man den ganzen Tag Zeit hat, Vögeln beim Zwitschern zu lauschen und Blumen beim Wachsen zuzusehen, weil sowieso seltenst jemand die vielen Buchhandlungen aufsucht, für die das Dorf berühmt ist. Mag sein, dass Redu, das es wohl wirklich gibt, etwas Besonderes ist, doch sollte man als Mensch, der sein Leben entschleunigen will, nicht glauben, dass es überall so ist.

    Des Weiteren tritt Mathilde, die zweite Frau im Titel, für mich hier viel zu spät in Erscheinung. Ihre Urteile über die junge Frau im Ort, die sie zunächst gar nicht kennt, gefallen mir nicht. So revidiert sie diese schon nach kurzer Zeit und braucht ihre Hilfe. So kommen beide auf eine Idee, die ich so überhaupt nicht schlüssig finde, die aber total aufgebauscht wird. Als jedoch ein Influencer in dem Dorf, in dem es kein Netz gibt, das Ganze groß aufziehen will, reagiert Marie so unpassend, was gar nicht zu der vorher fast zur Heiligen stilisierten jungen Frau passt. Mathildes Problem ist leider auch eines, von dem man in zig anderen Büchern schon gelesen hat und mit der Lösung des Rätsels verhält es sich ähnlich. Die Handlung plätschert vor sich hin und ich konnte für mich leider nichts wirklich Greifbares mitnehmen. Das Ganze Werk ist für mich nichts als eine Blase, von der sich jedoch eine bestimmte Leserschaft gerne vereinnahmen lassen wird. Wer eine heile Welt sucht, der greife hier gern zu. Mir ist das zu flach. 2 Sterne
    Fünf Fremde

    Romy Fölck
    Fünf Fremde (Buch)

    4 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern
    02.03.2026

    Spannend geschrieben, maues Ende

    Vor mehr als 30 Jahren verschwanden auf der Nordseeinsel Neuwerk zwei Jugendliche am Ende eines Schullandheimaufenthaltes. Während das Mädchen vollkommen verstört wieder auftaucht, bleibt der Junge verschwunden. Annika Lundt, die damals auf der Insel aufwuchs, ist nun Polizistin bei der Mordkommission und kehrt wegen persönlicher Probleme und um ihre kranke Mutter zu unterstützen auf die Insel zurück. Dabei ahnt sie nicht, dass einige der Passagiere, die mir ihr auf der letzten Fähre vor einem großen Sturm auf die Insel kommen, ebenfalls in diesem schicksalhaften Sommer auf der Insel weilten. Doch was zieht sie nach so vielen Jahren zurück nach Neuwerk? Kaum ist die Insel wegen des Sturms vom Festland abgeschnitten, überschlagen sich die Ereignisse.

    Als großer Fan der Elbmarsch-Krimis von Romy Fölck musste ich diesen Standalone-Thriller von ihr unbedingt lesen. Die aufwendige Aufmachung mit Schnitteffekt auf dem Cover und dem Farbschnitt des aufbrausenden Meeres sind echte Hingucker. Der Einstieg in die Geschichte packte mich sofort. Nach einer kurzen Rückblende ins Jahr 1995 zum Verschwinden der Jugendlichen, wechselt die Perspektive zu den verschiedenen Personen, die nun in der Jetzt-Zeit auf die Insel zurückkehren. Die Erzählstränge sind nicht immer chronologisch angeordnet, doch durch Datumsangaben kann man die Abläufe sehr gut nachvollziehen. Von Anfang an herrscht eine bedrohliche Atmosphäre, die nicht nur vom herannahenden Orkan herrührt, sondern auch durch die Gründe ausgelöst wird, warum die einzelnen Personen, die anfangs nicht miteinander zu tun haben scheinen, auf die Insel begeben. Seltsame Briefe und eine Vergangenheit, die keinen von ihnen losgelassen hat, werfen bei mir jede Menge Fragen auf, der Wunsch nach Antworten trieb mich förmlich durch die Geschichte. Schon zu Beginn kommt es zu dramatischen Szenen, auch ein Leichenfund lässt Böses erahnen und so manche Situation sorgte bei mir dann auch dafür, dass ich mich allein nachts lesend unwohl gefühlt habe.

    Handwerklich, also vom Aufbau und Halten der Spannung auf hohem Niveau, ist der Thriller wirklich meisterlich verfasst. Hin und wieder und gegen Ende vermehrt schleichen sich logische Fehler ein, die man leider nicht immer ignorieren kann. Es gibt viele Unsicherheiten bei den Protagonist*innen und damit auch viele Vermutungen bei mir, was denn passiert sein könnte vor 30 Jahren und auch in der Gegenwart. Wer hält hier die Fäden in der Hand. Obwohl Neuwerk so klein ist, gibt es noch genug Möglichkeiten, die man durchdenken, überprüfen und ggf. wieder verwerfen kann. Sehr rätselhaft sind z.B. Aussagen von Annikas dementer Mutter, aus denen man nicht schlau wird, die aber zeigen, dass hier irgendetwas ganz und gar nicht mit rechten Dingen zugehen kann. Weitere Rückblicke aus Sicht des verschwundenen Mädchens bringen die Leser*innen dem Tag des Verschwindens näher und mit der Zeit schließen sich auch die Verbindungen der Charaktere untereinander. Was diesen Teil des Buches betrifft, war ich beim Lesen wirklich begeistert. Allerdings stellte ich mir irgendwann die Frage, warum das Ganz nun passiert und ob es dafür überhaupt eine stimmige Auflösung geben kann. Meinen Verdacht wollte ich schließlich auch überprüft wissen.

    Nach mehreren brenzligen Situationen, die die Spannung noch einmal hochtreiben, wird dann auch die Auflösung präsentiert. Leider muss ich gestehen, dass ich nach so einem tollen Verwirrspiel das Ende einfach nur mau fand. Manche Zusammenhänge ergeben einfach keinen Sinn. Eine Person, die tatsächlich weiß, was passiert ist, dies aber zu einem vollkommen hanebüchenen Zweck nutzt, anstatt den Verantwortlichen einzuheizen... tut mir leid, das kann ich absolut nicht nachvollziehen. Zudem gibt es am Ende Dinge, die man eigentlich bei der Durchkämmung der Insel, die im Buch erwähnt wird, entdeckt haben müsste (das äußert sogar eine der Figuren relativ früh selbst). Realistisch gesehen, müssten gewisse Personen schon längst im Gefängnis sitzen. Dass der spannende Plot so unbefriedigend endet und logische Ungereimtheiten beinhaltet, ist natürlich schade. Ich habe mich zwar nicht geärgert, aber mich schon gefragt, warum so etwas im Lektorat nicht aufgefallen ist. Dennoch vergebe ich für die Spannung, die über weite Teile der Geschichte anhielt, wohlwollende 3,5 Sterne.
    So weit oben

    Susanne Straßer
    So weit oben (Div.)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    22.02.2026

    Sehr hilfreiches Kartenset mit schöner Bildergeschichte

    Der Bär entdeckt im weit oben liegenden, offenen Fenster eines Turms eine leckeren Gugelhupf. Doch wie soll er da ran kommen? Da kommt das Schwein dazu...

    In dieser lustigen Geschichte, die bereits als Bilderbuch erschienen ist, möchten die verschiedenen Tiere, die nach und nach auftauchen, den Kuchen am hoch gelegenen Fenster haben. Doch allein schafft das keines von ihnen, daher haben sie die Idee eine Räuberleiter zu bilden. Und so stapeln sich bald die Tiere ähnlich wie die "Bremer Stadtmusikanten" am Turm. In der Kartenbox sind sowohl die Bildszenen des Buches, als auch die zugehörigen Texte auf einzelnen stabilen Karten etwa im Format DIN A5 abgedruckt und können so getrennt oder zusammen ohne große Vorbereitung verwendet werden. Zusätzlich enthält die Box noch eine Karte mit methodischen Hinweisen zum sinnvollen Einsatz in verschiedenen Variationen und 10 Karten, die die letzte Szene immer mit kleinen Veränderungen zeigt. Wir kannten das zu Grunde liegende Bilderbuch noch nicht, so konnte ich die Karten unvoreingenommen mit meinem Kind testen.

    Das Lesen der Methodenkarte hilft sehr bei der Verwendung und dauert nur wenige Minuten. Alles wird leicht verständlich erklärt, so dass man sozusagen "out of the box" sofort starten kann. Dass es um Tier und einen Kuchen geht, hat meiner 5-Jährigen allein schon gut gefallen. Wir haben zunächst nur die Bildkarten verwendet und sie erzählte mir geleitet durch wenige Impulse, was von Bild zu Bild vor sich geht. Sowohl die Tiernamen als auch die Beziehungen dieser zueinander und zum Kuchen sorgen für genug Gesprächsstoff. In den Bildern gibt es auch nicht viel, was vom Geschehen ablenkt. Über einen Vogel, der auf einer Stromleitung immer näher ans Fenster rückt, kann man herrlich Vermutungen anstellen. Die Geschichte endet dann auch ganz anders als wir gedacht hätten. Auch darüber kann man wunderbar sprechen. Für Kindergartenkinder ist die Box wirklich toll. Man kann natürlich die Geschichte auch vorlesen oder mit älteren Kindern den Text den passenden Bildern zuordnen oder ihn in die richtige Reihenfolge bringen lassen. Es gibt zahlreiche Möglichkeiten zur Sprachförderung für kleine und große Kinder. Bei den ganz Großen sogar für die Leseförderung. Die Lautmalerei auf einigen Karten der Geschichte sorgt für Spaß beim Nachsprechen. Je vertrauter die Geschichte, umso leichter fällt es und umso lustiger wird es. Die Freude an der Sache ist hier ein großes Plus. Mit der Geschichte lässt sich auch gut kreativ weiterarbeiten.

    Besonders konzentriert waren wir dann, als es daran ging, die 10 Rätselkarten mit dem Schlussbild zu vergleichen. Hier muss man sehr sehr genau hinsehen, was sowohl die Aufmerksamkeit bei der Bildbetrachtung fördert, als auch die Konzentration auf eine Sache fördert. Und die Veränderungen waren noch so witzig, dass meine Tochter mir später wieder davon erzählt hat und wir die Geschichte erneut durchgegangen sind. Man kann sich also schon auch länger und wiederholt damit beschäftigen. Gerade für Kitas und Grundschulen sehe ich da als Lehrerin ein hohes Potential. Das ist mir volle 5 Sterne wert.
    Mein Seepferdchenhof 1. Wilde Flosse, großes Herz

    Kathrin Lena Orso
    Mein Seepferdchenhof 1. Wilde Flosse, großes Herz (Buch)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    21.02.2026

    Toller Auftakt in bunter Unterwasserwelt

    Weil Elli sich die Hand verletzt hat, kann sie erstmal nicht beim Wasserball-Team mitmachen. Im Turnier wird sie durch ein anderes Mädchen ersetzt, das sich mit ihrer besten Freundin auch noch super versteht. Traurig sucht Elli Trost auf dem Seepferdchenhof ihres Klassenkameraden Maris. Dort lernt sie das wilde Seepferdchen Stormi kennen, das von seinem Besitzer schlecht behandelt wurde und nun wieder aufgepäppelt werden soll. Die beiden verletzten Seelen verstehen sich und Elli schließt den Wildfang und ihre flotten Ausritte schnell in ihr Herz. Doch dann fordert der böse Besitzer sein Rennseepferdchen zurück.

    Von Katrin Lena Orso haben wir schon andere Reihen (Seelilly, Die Ponys von Lillasund) sowohl über als auch unter Wasser gelesen und die Kinder haben sie jedes Mal geliebt. Somit war klar, dass wir auch beim Auftakt von "Mein Seepferdchenhof" dabei sein müssen. Das Cover und die ganze Gestaltung sind auch super verlockend, so dass wir uns gleich in Ellis erstes Abenteuer gestürzt haben. Mit dem Meermädchen mitzufühlen fällt gar nicht schwer. Gerade Kinder können ihre Enttäuschung darüber, dass es bei ihr gerade gar nicht gut läuft sehr gut nachvollziehen. Die Angst, dass sie neben ihrem liebsten Hobby auch noch die beste Freundin verliert, ist mehr als verständlich. Da taucht Maris als Lichtblick auf und nimmt sie mit auf den Seepferdchenhof seiner Eltern. Wir finden die Idee super, die Begeisterung für Pferde hier auf niedliche Seepferdchen in einer bunten Unterwasserwelt zu übertragen. Sie ist auf der einen Seite ganz anders, als das, was man aus Pferdebüchern gewohnt ist. Dafür hat sich die Autorin tolle Begriffe für die Gangarten und vieles Andere ausgedacht. Auf der anderen Seite gibt es unter Wasser Dinge, die wir auch aus unserem Alltag kennen, wie zum Beispiel den Laden von Ellis Eltern. Witzig ist hier allerdings, wie die Autorin mit Wörtern und Namen für bestimmte Gegenstände und Dinge spielt, auch wenn wir Algeneintopf vermutlich nicht so lecker finden würden.

    Kleinen Pferdeliebhabern wird wie uns bei der ersten Begegnung mit Rennseepferdchen Stormi das Herz aufgehen. Die Annäherung zwischen dem unruhigen Tier und Elli wird so schön beschrieben und am liebsten würde man mit den beiden durch die Wasserwelt flitzen. Die ist nicht nur sprachlich bunt und vielfältig beschrieben, die Illustratorin Leonie Engel setzt sie auch malerisch toll und passend in Szene. Meerestier, Wasserpflanzen, Strömungen und vieles mehr lassen uns als Leser*innen vollkommen in das Abenteuer eintauchen und alles hautnah miterleben. Die Schrift entspricht schon der in Büchern für geübtere Leser*innen ab 8 Jahren, doch die vielen Illustrationen und gelegentliche Sprechblasen lockern die Textblöcke sehr gut auf und bieten auch viel Raum zum Ansehen und Genießen. Die Geschichte eignet sich natürlich auch perfekt zum Vorlesen und für Kinder, die jetzt keine ausgemachten Pferdefans sind, denn das Thema Freundschaft nimmt mindestens ebenso viel Raum ein und zeigt sehr schön, worauf es bei guten Freunden ankommt und warum es wichtig ist, solche freundschaftlichen Beziehungen zu pflegen und nicht gleich zu verzweifeln. Das Ende ist wirklich überraschend schön und hat uns mit einem guten Gefühl zurückgelassen. Schon während wir noch Band 1 gelesen haben, habe ich den zweiten schon gekauft, weil die Geschichte so gut ankam. Wir freuen uns auf weitere Bände. 5 Sterne
    Wicked Souls (Bd. 1)

    Tina Köpke
    Wicked Souls (Bd. 1) (Buch)

    3 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern Inaktiver Stern
    21.02.2026

    Leider sehr vorhersehbar

    Lyn, die Hexe aus der Familie Smythe, beginnt ihre Ausbildung am Institut für Moderne Magie. Was weder ihre Familie noch ihre neuen Freunde wissen ist, dass sie vor nicht allzu langer Zeit von einer anderen Hexe verflucht wurde. Wann immer sie sich nun in jemanden verliebt, passieren seltsame Dinge und oft endet schon Anhimmeln im Chaos. Blöd, denn nur durch den Kuss der wahren Liebe kann sie von diesem Fluch erlöst werden. Eine Wahrsagerin prophezeit ihr, dass einer der Barnes-Zwillinge, die ebenfalls am Institut studieren, der Auserwählte sein wird. Doch welcher von beiden ist es? Neben Lyns Bemühungen, den Fluch zu überwinden, geschehen am Institut rätselhafte Einbrüche, denen sie ebenfalls nachgeht.

    Die Vorgänger-Dilogie Hunting Souls hatte ich bereits gelesen uns fand sie ganz gut. Optisch ähnelt das neue Buch den Vorgängern sehr und lockt Liebhaber schöner Motive und Farbschnitte zum Kauf. Ich wollte eher wissen, wie es mit den Familienmitgliedern der Familie Smythe nach dem großen Kampf weitergeht. Lyn als Hauptfigur unterscheidet sich deutlich von ihrer älteren "Schwester". Als Hexe hält sich ihr Können für mich in Grenzen dafür, dass sie eigentlich auch in den großen Hexenzirkel hätte aufgenommen werden können oder die Autorin lässt ihr Können nicht deutlich genug zu Tage treten. Lyn wirkt unsicher und viel zu sehr darauf fixiert, einen Typen zu finden, der sie von ihrem Fluch freiküsst. Dass das so nicht gut funktioniert, ist eigentlich klar. In jedem sieht sie zunächst nur einen potentiellen Kandidaten für ihre Zwecke und gerade nach der Prophezeiung der Wahrsagerin versteift sie sich auf eine einzige Person, obwohl das die Aussage der guten Frau überhaupt nicht hergibt. Von vornherein war mir hier klar, wie der Hase laufen wird. Obwohl das was folgt ganz süß gemacht ist und auch einige tiefergehende Gespräche geführt werden, fehlte mir die Spannung komplett, da ich ja bereits wusste, wie es enden würde. Leider ist Lyn von ihrer Schöpferin dahingehend blind geschrieben worden, wodurch die Protagonistin für mich etwas naiv rüberkommt.

    Ein weiterer Schauplatz des Geschehens ist ihre Arbeit in der Auffangstation für magische Tiere, auch ganz niedlich, aber auch hier ist mir vieles zu eindeutig. Hexerei kommt viel zu selten vor und auch von den anderen Ausbildungszweigen am Institut erfährt man fast nichts. Ein eindeutiger Hinweis sorgt dafür, dass auch die Einbrüche weniger rätselhaft werden, sondern sich schnell ein Verdacht breitmacht, der sich am Schluss bestätigt. Spannungstechnisch wird viel zu wenig geboten und die Motive sind jetzt auch nicht so stark, dass sie superglaubwürdig wären. Das ganze Buch hat mich leider etwas enttäuscht, da es doch sehr seicht geschrieben ist und bis auf den Cliffhanger am Ende kaum Rätselhaftes bietet. Es ist dadurch allerdings auch sehr leicht und flüssig zu lesen und dürfte wegen der Liebesgeschichte bei jüngeren Jugendlichen, die bisher wenig Romantasy gelesen haben sehr gut ankommen. Wer nicht zur Vorgänger-Dilogie gespoilert werden will, dem empfehle ich, diese zuerst zu lesen. Zum Verstehen des Buches ist das aber nicht unbedingt notwendig. Mehr als knappe 3 Sterne kann ich leider nicht vergeben. Dem zweiten Band werde ich jedoch nach dem mysteriösen Ende trotzdem noch eine Chance geben.
    The Blackgate Invitation

    Sarah Henning
    The Blackgate Invitation (Buch)

    4 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern
    29.01.2026

    Coole Locked Room Idee mit einigen Schwächen

    Die beiden Schwestern Ruby und Wren haben Geldsorgen. Da kommt das seltsame Angebot der mysteriösen Mrs Blackgate ncht ungelegen. Ohne groß zu überlegen, sagen sie zu, ein Wochenende lang die Enkeltöchter der alten Dame bei einem Familientreffen aus Hegemony Manor zu spielen. Ausgestattet mit allen wichtigen Informationen tauchen die drei dort auf. Doch dann stirbt die Gastgeberin, eine echte Hexe, und ihr Geist präsentiert ihnen ein seltsames Rätselspiel um ihr Erbe. Niemand kann das Grundstück verlassen. Von nun an schweben die Schwestern in großer Gefahr, denn es ist ihnen klar, was die anderen Hexen mit ihnen machen, wenn sie den Betrug entdecken. Dabei ist gerade der Elementarmagier einer von ihnen sehr zugetan.

    Die Inhaltsbeschreibung des Buch klingt einfach zu gut, um es nicht zu lesen. Dass es so hexisch und magisch zugehen würde, war mir jedoch nach diesem nicht klar gewesen. Ruby und Wren fand ich als Protagonistinnen manchmal etwas anstrengend. Sie sind sehr unterschiedlich, eine eher spontan, die andere hingegen sehr überlegt und zurückhaltend. Das sorgt manchmal für Frust unter den Schwestern. Schon die Zusage an die ihnen völlig unbekannte Mrs Blackgate, die Enkeltöchter zu spielen, empfand ich als etwas blauäugig. Dafür reagieren sie relativ kurz und fast zu ruhig auf ihre schier ausweglose Locked Room Situation und die Erkenntnis, dass die anderen alle Hexen und Hexer sind. Dass eine der Personen trotzdem vom Grundstück verschwindet sorgte bei mir aber für Neugier. Leider hatte ich viel zu früh den richtigen Riecher, denn für mich war nur eine Lösung möglich.

    Trotzdem ist das Buch lesenswert, vor allem wegen der sich langsam entwickelnden Gefühle zwischen zwei Charakteren und der Rätsel, die es zu lösen gilt. Es geht um nichts weniger als die Zukunft der Hexen und um das Leben der vollkommen unmagischen Schwestern, die dummerweise in die Sache hineingeschlittert sind. Die häufigen Diskussionen und Streitgespräche unter den Familienmitgliedern waren insofern ganz gut, als dass sie die Handlung und das Rätsellösen vorangebracht haben. Nur der allzu machtgierige Onkel, der immer wieder das Erbe einfordert, war mit etwas too much. Das abwechslungsreiche Setting, die unvorhersebaren Wendungen und auch die verschiedenen Magiearten hingegen fand ich faszinierend und richtig gut geschildert. Daher gibt es 3,5 Sterne.
    Blackspell

    Celine Leonora
    Blackspell (Buch)

    4 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern
    29.01.2026

    Sehr düster mit Dark Academy Vibes

    Vor Kurzem starb Edens Vater, mit dem sie nicht viel verband. Nur die Sommer verbrachte sie im Familiensitz Thunder Hall. Nun kehrt sie dorthin zurück, weil sie zur Testamentseröffnung eingeladen wurde. Doch schon in ihrer ersten Nacht findet sie im Wald die Leiche einer jungen Frau, beobachtet seltsame Motten und als sie wenig später zurückkehrt, gibt es keine Spur mehr von dem toten Körper. Dann erfährt sie aus dem Testament ihres Vaters, dass sie magiebegabt ist und ihr Erbe nur antreten kann, wenn sie ,wie von ihrem Dad gewünscht, zwei Jahre Unterricht an der Wyndhouse Academy nimmt. Dort trifft sie auf andere junge Leute mit magischen Kräften, die ihr bis dahin vollkommen unbekannt waren. Und obwohl ihr Vater sie vor den Jungen aus der Nachbarschaft von Thunder Hall gewarnt hat, interessiert sich Eden besonders für diese beiden. Vor allem Wolf lässt sie nicht kalt. Als weitere Schüler verschwinden, ist er es, der ihr bei der Ermittlung hilft. Doch was sie herausfinden, entpuppt sich als Albtraum.

    Das Cover ist sehr düster und die Motten darauf sind ein guter Hinweis auf den Inhalt. Die Person soll vermutlich Eden sein, die sich im Buch auf Mörderjagd begibt und nebenbei noch ihrer magischen Fähigkeiten unter Kontrolle bringen muss. Gegenüber den anderen Schüler*innen hat sie daher einen echten Nachteil, denn die wissen schon immer von den Kräften, die sie besitzten. Eigentlich möchte Eden gar nicht auf die Wyndham gehen, doch sie lockt das sorgenfreie Leben, das ihr das Erbe des Vaters ermöglichen könnte. Denn die Pflege ihrer apathischen Mutter kostet viel Geld. Von Anfang an fand ich Eden etwas zu blauäugig, was die Academy und die Menschen darin betrifft. Sie geht manche unnötigen Wagnisse ein und bringt sich dadurch nicht nur einmal in Gefahr. Die Ermittlungen selbst empfand ich als relativ spannend, weil man gut miträtseln kann und es genug Verdächtige gibt.

    Der Schreibstil ist sehr bildhaft, so dass man sich die Umgebung und die Academy sehr gut vorstellen kann, da kommen Dark Academia Vibes auf. Manchmal hatte ich allerdings eher das Feeling einer High School und manche Charaktere wären noch ausbaufähig gewesen. Einen Verdacht hatte ich relativ früh, muss aber zugeben, dass die Auflösung ziemlich gut gemacht war und ich nur teilweise richtig lag. Am Ende gibt es einen richtig krassen Plot Twist, den ich so nicht erwartet hatte. Was hinter dem Verschwinden der jungen Leute steckt und so mancher Tod ist ziemlich grausam. Die Motive waren logisch erklärt, aber auch etwas konstruiert. Eden hätte ich mir etwas überlegter gewünscht, doch dann hätte einiges nicht mehr so funktioniert. Insgesamt eine interessante Verbindung von Ermittlung und fantastischen Elementen. 4 Sterne
    Manche Schuld vergeht nie

    Elly Griffiths
    Manche Schuld vergeht nie (Buch)

    3 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern Inaktiver Stern
    25.01.2026

    Geniale Idee, teils schwach in der Umsetzung

    Kriminalbeamtin Ali Dawson arbeitet in einer geheimen Spezialeinheit, von der nur sehr wenige Menschen Kenntnis haben. Sie und ihre Kollegen reisen in die Vergangenheit, um Mordfälle aufzuklären. Der neueste Auftrag kommt von einem hochrangigen Politiker, der einen Makel in der Geschichte seiner Ahnen beseitigt wissen will. Ein Vorfahr geriet in Verdacht in der viktorianischen Zeit eine Frau ermordet zu haben. Ali reist bestens vorbereitet in die Vergangenheit, wo sie von einem seltsamen Geheimbund Wind bekommt, dem auch der Verdächtige angehört. Doch als sie in ihre Zeit zurückreisen will, ist der Weg zurück blockiert. Und während sie darauf wartet gerettet zu werden, gerät ihr Sohn ebenfalls unter Mordverdacht.

    Ich habe mich so gefreut, dass es endlich ein neues Buch von Elly Griffiths gibt, von deren Ruth Galloway Reihe ich ein großer Fan bin. Leider wurden die letzten Bände aber nicht mehr ins Deutsche übersetzt. Die Inhaltsangabe von "Manche Schuld vergeht nie" klingt wirklich reizvoll und auch wieder etwas ab vom Mainstream. Schon in anderen Krimis spielte Griffith ein wenig mit mystischen Vorkommnissen und besonderen Charakteren. Beste Voraussetzungen also für spannende und besondere Lesestunden. Die Geschichte beginnt auch sehr interessant. Ich hegte sofort Sympathien für Ali, die in ihrem Leben einiges geschultert hat, vom Dasein als Putzfrau bis zur Karriere bei der Polizei. Die Vorbereitungen auf die Zeitreise und wie diese dann umgesetzt wird haben mir auch gefallen. Doch irgendwie verliert sich die Handlung dann etwas, als Ali in der Vergangenheit feststeckt. Man bangt natürlich mit ihr, aber alles läuft sonst zu glatt.

    In der Gegenwartsebene konnte ich hingegen nicht ganz nachvollziehen, wie mit ihrem Sohn als Verdächtigem verfahren wird. Da gibt es doch eindeutige Zweifel an der Schuld, trotzdem verläuft das Ganze dramatisch und ohne die Hilfe und Ermittlungen seiner Mutter, hat der junge Mann kaum eine Chance. Trotzdem gab es zwischendurch auch wieder spannende Momente, gruselige Begegnungen mit einem Unbekannten und mysteriöse Augenblicke, in denen Menschen verschwinden und wieder auftauchen. Doch oft schleichen sich wieder Längen ein. Gerade die Verbindung von Ali zum Verdächtigen in der Vergangenheit wird nur angedeutet und am Ende nicht wirklich aufgedeckt. Dafür erschien mir der wahre Täter in der Gegenwart zu kontruiert, bzw. überzeugt mich das Motiv nicht so recht. Daher war die Auflösung auch eine große Überraschung, was eigentlich nicht verkehrt ist, trotzdem ließ mich das Buch etwas unzufrieden zurück. Ich hoffe und gehe davon aus, dass der nächste Band noch etwas mehr bietet, nachdem man in diesem ersten Band das Prinzip der Reisen und die Personen bereits kennt. Der Schreibstil hat mir ansonsten nämlich gut gefallen. 3 Sterne
    Not Quite Dead Yet

    Holly Jackson
    Not Quite Dead Yet (Buch)

    4 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern
    13.01.2026

    Spannend geschrieben, aber auch teils unrealistisch

    Jet geht auf die Dreißig zu, weiß aber immer noch nicht, was sie mit ihrem Leben anfangen soll. Da wird sie an Halloween im Haus ihrer Eltern Opfer eines brutalen Überfalls, der ihr Leben so gut wie beendet. Wegen eines irreparablen Hirnschadens und einer chronischen Krankheit, hat sie nur noch eine Woche, bis sie endgültig sterben wird. Plötzlich weiß Jet, was sie mit den restlichen Tagen anfangen möchte. Zusammen mit ihrem Freund aus Kindertagen jagt sie ihren Mörder.

    Holly Jackson war mir natürlich ein Begriff, gelesen hatte ich aber noch nichts von ihr und befand, es wird Zeit. Die Beschreibung des Buchs fand ich reizvoll und mich interessierte besonders, wie die Autorin umsetzt, dass die Protagonistin ermittelt, obwohl sie schwer verletzt wurde. Und das ist eigentlich auch schon der einzige Kritikpunkt an dem Buch. Jemand, dessen Schädel gerade notdürftig geschlossen wurde, kann einfach nicht das leisten, was Jet hier alles auf die Beine stellt. Zumiindest kann ich es mir nicht vorstellen. Dabei war das Setting in einer amerikanischen Kleinstadt wirklich gut beschrieben und auch die Einwohner, die man nach und nach kennenlernt, sind vielfältige Charaktere, die alle ein Geheimnis zu haben scheinen. Jet ist so penetrant, dass sie Dinge ans Licht bringt, die sie nicht für möglich gehalten hätte. Doch wer hat sie umgebracht? Die Idee klingt spektakulär, aber wie gesagt, war das Ganze doch recht konstruiert. Gefesselt hat mich aber alles andere, vor allem die verzweifelte Suche in dem Städtchen, in dem sich alle kennen. Ich hatte immer ein Feeling a la Picket Fences und auch viel Freude am Mitraten, was dank Buddy Reads mit einer Freundin bedeutete, dass wir noch tiefer in das Geflecht um Jet eingetaucht sind.

    Auch ein schönes Detail war Jets Sandkastenfreund, bei dem man gleich merkt, dass er wünschte, alles liefe anders. Und dann war da noch die Vergangenheit, in der Jets Familie schon einen tragischen Tod einer Tochter hinnehmen mussten. Alles ist so geschickt miteinander verwoben, dass man jeden verdächtigen könnte. Auch wenn ich so meine Ahnung hatte, war ich bis zum Ende gefesselt. Den Showdown fand ich für die Länge des Buches zwar etwas kurz, aber damit endet das Buch nicht und das hat mich wieder ein versöhnt. Alles in allem ein toller Thriller zum Kniffeln und Knobeln, wenn man über die Tatsache hinweg sieht, dass Jet hier eine Woche mit Mus am Kopf aufs Ganze geht. 4 Sterne
    Rostiges Grab

    Anders De La Motte
    Rostiges Grab (Buch)

    4 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern
    13.01.2026

    Düsterer Fall in einem gruseligen Wald

    Leo Asker wird unverhofft eine Beförderung in höchste Polizeikreise in Aussicht gestellt, die sie aber nur erhält, wenn sie lernt, die Füße stillzuhalten. Doch dann wird der Abteilung der "verlorenen Seelen" ein zehn Jahre alter Fall zugespielt, indem auf mysteriöse Weise ein neuer Hinweis aufgetaucht ist. Der verschollene Finger des Opfers. Ihr Tod wies seinerzeit eindeutige Parallelen zu einer vor Jahrzehnten im Rostskogen gefundenen 2000 Jahre alten Moorleiche auf, um deren Person sich Mythen und die Gerüchte um einen Fluch ranken. Das Graumädchen. Der Täter - so vermutete man - ist in den Wald geflohen und versteckt sich seither an diesem düsteren Ort. Auch Martin Hill zieht es als Lost Place Experten im Rahmen eines Auftrages dorthin und er ermittelt auf eigene Faust, was Leo nicht gefällt. Die deckt nach und nach auf, was damals wirklich geschehen und vertuscht worden ist.

    Eines muss man Anders de la Motte lassen. Er hat nicht nur mit Leonor Asker nicht nur eine besonders starke Ermittlerin zum Leben erweckt, er schafft es auch immer wieder, seine Schauplätze besonders atmosphärisch und düster zu beschreiben. Da kann einem schon mal eine Gänsehaut das Lesen versüßen. Nicht nur der dichte Wald, auch ein alter Schrottplatz und dessen leerstehende Gebäude schaffen eine ziemlich gruselige Szenerie, die seltsame, anscheinend gewalttätige Familie, der das Grundstück gehört tut ihr Übriges, dass man sich hier alles andere als willkommen fühlt. Neu ist, dass Leos Team nicht ganz so gut mit ihr zusammen arbeitet, als es von der Beförderung erfährt und auch Martin Hills Alleingänge stören Leo. Dazu hat er noch eine Auftraggeberin, die sich auch für den Rostskogen interessiert.

    Als Leser*innen begleiten wir Leo bei ihren Nachforschungen und man erfährt auch, dass der Fall nicht zufällig bei ihr landet. Nicht nur im alten Fall, sondern auch bei der Zuteilung haben einige Hintermänner ihre Finger im Spiel. Leo muss unheimlich aufpassen, dass ihr die Sache nicht um die Ohren fliegt. Das altbekannte Medium, Leos "verlorene Seelen" und Martins Recherche bilden ein ganz eigenes, einzigartiges Geflecht, jedoch ist manches etwas zu viel des Guten. Am meisten muss ich aber kritisieren, dass die Auflösung des Ganzen Komplotts wieder viel zu einfach ist, da hätte man mehr rausholen können. Ich mag es lieber, wenn jemand der Täter ist, den man gar nicht auf dem Schirm hatte. Trotzdem gerade wegen der Kapitel im Wald eine spannende Lektüre, die einfach manchmal zu viel will. Die privaten Probleme von Asker spielen auch in weiten Teilen keine Rolle, dabei wollte ich so gern erfahren, wie die Sache mit ihrem Vater weitergeht. Zum Glück gibt es da wenigstens am Ende einen eindeutigen Hinweis. 4 Sterne.
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