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    holdesschaf Top 50 Rezensent

    Aktiv seit: 13. Juni 2021
    "Hilfreich"-Bewertungen: 14
    532 Rezensionen
    Not Quite Dead Yet

    Holly Jackson
    Not Quite Dead Yet (Buch)

    4 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern
    13.01.2026

    Spannend geschrieben, aber auch teils unrealistisch

    Jet geht auf die Dreißig zu, weiß aber immer noch nicht, was sie mit ihrem Leben anfangen soll. Da wird sie an Halloween im Haus ihrer Eltern Opfer eines brutalen Überfalls, der ihr Leben so gut wie beendet. Wegen eines irreparablen Hirnschadens und einer chronischen Krankheit, hat sie nur noch eine Woche, bis sie endgültig sterben wird. Plötzlich weiß Jet, was sie mit den restlichen Tagen anfangen möchte. Zusammen mit ihrem Freund aus Kindertagen jagt sie ihren Mörder.

    Holly Jackson war mir natürlich ein Begriff, gelesen hatte ich aber noch nichts von ihr und befand, es wird Zeit. Die Beschreibung des Buchs fand ich reizvoll und mich interessierte besonders, wie die Autorin umsetzt, dass die Protagonistin ermittelt, obwohl sie schwer verletzt wurde. Und das ist eigentlich auch schon der einzige Kritikpunkt an dem Buch. Jemand, dessen Schädel gerade notdürftig geschlossen wurde, kann einfach nicht das leisten, was Jet hier alles auf die Beine stellt. Zumiindest kann ich es mir nicht vorstellen. Dabei war das Setting in einer amerikanischen Kleinstadt wirklich gut beschrieben und auch die Einwohner, die man nach und nach kennenlernt, sind vielfältige Charaktere, die alle ein Geheimnis zu haben scheinen. Jet ist so penetrant, dass sie Dinge ans Licht bringt, die sie nicht für möglich gehalten hätte. Doch wer hat sie umgebracht? Die Idee klingt spektakulär, aber wie gesagt, war das Ganze doch recht konstruiert. Gefesselt hat mich aber alles andere, vor allem die verzweifelte Suche in dem Städtchen, in dem sich alle kennen. Ich hatte immer ein Feeling a la Picket Fences und auch viel Freude am Mitraten, was dank Buddy Reads mit einer Freundin bedeutete, dass wir noch tiefer in das Geflecht um Jet eingetaucht sind.

    Auch ein schönes Detail war Jets Sandkastenfreund, bei dem man gleich merkt, dass er wünschte, alles liefe anders. Und dann war da noch die Vergangenheit, in der Jets Familie schon einen tragischen Tod einer Tochter hinnehmen mussten. Alles ist so geschickt miteinander verwoben, dass man jeden verdächtigen könnte. Auch wenn ich so meine Ahnung hatte, war ich bis zum Ende gefesselt. Den Showdown fand ich für die Länge des Buches zwar etwas kurz, aber damit endet das Buch nicht und das hat mich wieder ein versöhnt. Alles in allem ein toller Thriller zum Kniffeln und Knobeln, wenn man über die Tatsache hinweg sieht, dass Jet hier eine Woche mit Mus am Kopf aufs Ganze geht. 4 Sterne
    Rostiges Grab

    Anders De La Motte
    Rostiges Grab (Buch)

    4 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern
    13.01.2026

    Düsterer Fall in einem gruseligen Wald

    Leo Asker wird unverhofft eine Beförderung in höchste Polizeikreise in Aussicht gestellt, die sie aber nur erhält, wenn sie lernt, die Füße stillzuhalten. Doch dann wird der Abteilung der "verlorenen Seelen" ein zehn Jahre alter Fall zugespielt, indem auf mysteriöse Weise ein neuer Hinweis aufgetaucht ist. Der verschollene Finger des Opfers. Ihr Tod wies seinerzeit eindeutige Parallelen zu einer vor Jahrzehnten im Rostskogen gefundenen 2000 Jahre alten Moorleiche auf, um deren Person sich Mythen und die Gerüchte um einen Fluch ranken. Das Graumädchen. Der Täter - so vermutete man - ist in den Wald geflohen und versteckt sich seither an diesem düsteren Ort. Auch Martin Hill zieht es als Lost Place Experten im Rahmen eines Auftrages dorthin und er ermittelt auf eigene Faust, was Leo nicht gefällt. Die deckt nach und nach auf, was damals wirklich geschehen und vertuscht worden ist.

    Eines muss man Anders de la Motte lassen. Er hat nicht nur mit Leonor Asker nicht nur eine besonders starke Ermittlerin zum Leben erweckt, er schafft es auch immer wieder, seine Schauplätze besonders atmosphärisch und düster zu beschreiben. Da kann einem schon mal eine Gänsehaut das Lesen versüßen. Nicht nur der dichte Wald, auch ein alter Schrottplatz und dessen leerstehende Gebäude schaffen eine ziemlich gruselige Szenerie, die seltsame, anscheinend gewalttätige Familie, der das Grundstück gehört tut ihr Übriges, dass man sich hier alles andere als willkommen fühlt. Neu ist, dass Leos Team nicht ganz so gut mit ihr zusammen arbeitet, als es von der Beförderung erfährt und auch Martin Hills Alleingänge stören Leo. Dazu hat er noch eine Auftraggeberin, die sich auch für den Rostskogen interessiert.

    Als Leser*innen begleiten wir Leo bei ihren Nachforschungen und man erfährt auch, dass der Fall nicht zufällig bei ihr landet. Nicht nur im alten Fall, sondern auch bei der Zuteilung haben einige Hintermänner ihre Finger im Spiel. Leo muss unheimlich aufpassen, dass ihr die Sache nicht um die Ohren fliegt. Das altbekannte Medium, Leos "verlorene Seelen" und Martins Recherche bilden ein ganz eigenes, einzigartiges Geflecht, jedoch ist manches etwas zu viel des Guten. Am meisten muss ich aber kritisieren, dass die Auflösung des Ganzen Komplotts wieder viel zu einfach ist, da hätte man mehr rausholen können. Ich mag es lieber, wenn jemand der Täter ist, den man gar nicht auf dem Schirm hatte. Trotzdem gerade wegen der Kapitel im Wald eine spannende Lektüre, die einfach manchmal zu viel will. Die privaten Probleme von Asker spielen auch in weiten Teilen keine Rolle, dabei wollte ich so gern erfahren, wie die Sache mit ihrem Vater weitergeht. Zum Glück gibt es da wenigstens am Ende einen eindeutigen Hinweis. 4 Sterne.
    Weihnachtsspinnerei

    Kai Pannen
    Weihnachtsspinnerei (Buch)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    12.01.2026

    Lustige Weihnachtsgeschichte um zwei krabbelnde Weihnachtsmänner

    Allgemein hab ich es nicht so mit Krabbeltieren, vor allem mit den achtbeinigen, aber die beiden in der Geschichte sind wirklich niedliche und witzig. Auf der einen Seite gibt es Bisy, den mutigen Stubenfliegenjungen, der Einzelkind ist und von seiner Mutter überbehütet wird. Dabei traut er sich sogar bei einer Spinne einen Klingenstreich zu spielen und entkommt ihr gerade noch so. Auf der anderen Seite ist da Karl-Heinz, das Netzhäkchen der Spinnenfamilie, das immer mit seinen 5 Geschwistern teilen muss und dazu noch ständig geärgert wird, weil er noch an den Weihnachtsmann glaubt. Beide Jungen gehen fest davon aus, dass die jeweils andere Krabblerart sich kein schönes Weihnachtsfest haben wird, weil der Weihnachtsmann zu so einer Familie doch nicht kommt. Beider haben eine Idee, wie sie da Abhilfe schaffen können und dabei noch ihre Familien beeindrucken können.

    Uns hat diese Geschichte aus der Kinderzeit von Bisy und Karl-Heinz wirklich gut gefallen. Es sind zwei völlig unterschiedliche Kinderstuben die hier vom Autor Kai Pannen gezeichnet werden und es ist sehr spannend zu verfolgen, was beide Kinder auf die Beine stellen, um Geschwister oder Cousin zu beeindrucken. Dabei begegnen sie sich zum ersten Mal und dieses Aufeinandertreffen verändert alles. An einigen Stellen ist die Geschichte auch furchtbar spannend, denn Spinnen sind für Fliegen natürlich super gefährlich. Gezeichnet ist das ganz in besonderen Illustrationen, die alles mit einem Augenzwinkern begleiten. Die Figuren sind sehr ausdrucksstark dargestellt und alles ist trotz einiger Pannen bei den Vorbereitungen sehr weihnachtlich. Ein schönes Buch, mit dem man seine Kinder und sich selbst auf unterhaltsame Weise in Weihnachtsstimmung versetzt. Durch die perfekte Kapitellänge eignet sich die Geschichte richtig gut, um sie im Advent oder an den Tagen vor Weihnachten als Betthupferl vorzulesen. Aber auch unabhängig von Weihnachten finde ich die Geschichte lustig und gerade für Fans der Reihe ist sie ein Muss. 5 Sterne
    Velvet-Dilogie 1: Velvet Falls, but the Gods forgot to die

    Julia Dippel
    Velvet-Dilogie 1: Velvet Falls, but the Gods forgot to die (Buch)

    4 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern
    11.01.2026

    Ziemlich cool, aber manchmal etwas too much

    In einer Welt voller neuer Götter war es Velvets Traum, in eine Hexenzirkel aufgenommen und dort ausgebildet zu werden. Doch dann lernt sie Kash kennen und das Schicksal nimmt einen völlig anderen Verlauf. Jetzt ist Vel Dämonenreiterin mit unglaublichen Kräften, die von der Liebe Abstand hält. Visionen warnen sie vor unmittelbaren Gefahren durch Dämonen. Doch dann sieht sie die Welt in Flammen und Götter die sterben. Nachforschungen lassen vermuten, dass die Götter durch ein geheimnisvolles Virus ausgelöscht werden. Ein Gegenmittel kann es nur geben, wenn Vel das Blut aller 7 Göttersöhne auftreiben kann. Einen von ihnen kennt sie und er könnte ihr helfen. Doch leider ist es Kash und sie hatte sich geschworen, ihm nie mehr zu nahe zu kommen.

    Ich mag es, wenn Protagonist*innen mit schier unlösbaren Aufgaben konfrontiert werden und über ihren Schatten springen müssen. Zudem ist das Buch optisch wirklich gelungen, auch wenn das Cover erstmal nichts mit der dämonischen Geschichte zu tun hat. Der Anfang ist ziemlich actionreich, brutal und schleimig. Man merkt gleich, dass Vel keine zimperliche Frau ist. Mit Dämonen und Widersachern macht sie kurzen Prozess. Doch dafür muss sie einen ständigen Hunger bändigen. Das gibt der Geschichte eine krasse Dynamik. Bindungen geht Velvet nicht mehr ein, da sie in der Vergangenheit enttäuscht wurde und ihre Zukunftspläne vergessen musste. Was wirklich in der Vergangenheit geschehen ist, erschließt sich erst nach und nach. Es gibt zwischen den Kapiteln immer wieder Rückblicke in die Zeit, als Vel und Kash sich trafen. Überhaupt wechselt die Perspektive zwischen beiden hin und her. Das macht das Lesen spannend und man möchte unbedingt wissen, was passiert ist und gleichzeitig entwickelt sich nach dem Wiedersehen eine ganz eigene Anziehung zwischen den eigentlich verfeindeten Protagonist*innen. Einen blauäugigen Azubi hat die erfahrene Drachenreiterin auch noch an der Backe. Der ist wirklich allerliebst und ein guter Gegenpart zu der doch sehr rüden Vel.

    Sprachlich ist das Buch in weiten Teilen doch ziemlich derb geschrieben, was nicht nur daran liegt, dass Vel Dämonen und andere Verfolger töten muss. In ihr selbst herrscht Aufruhr und auch ihre Vergangenheit lässt sie nicht allzu positiv denken. Besonders am Anfang, wenn man noch nicht so viel darüber weiß, kann das doch ziemlich irritierend sein für Leser*innen, die eine normale Romantasy erwarten. Auch geht es sprachlich recht oft unter die Gürtellinie und vieles wird sexualisiert. Es geht manchmal gefühlt nur darum und das kann manchmal nerven, weil es schnell plump rüberkommt. Die Sexszenen sind auch sehr explizit, also nix für Zartbesaitete. Dabei ist die Grundidee der Geschichte und die Stärke der Protagonistin echt toll. Das kann ich von ihrem Ex Kash nicht immer behaupten. Der ist manchmal eine echte Red Flag, was man in Kauf nimmt, weil der Plot mitreißend ist. Leider war das Ende des eigentlich tollen ersten Bandes dann für mich eine Enttäuschung, da mir das Ganze Konstrukt plötzlich sinnlos erschien. Wie es danach mit Velvet weitergeht interessiert mich trotzdem, weshalb ich den zweiten Band trotz einiger Kritikpunkte an Band eins lesen werde. 4 Sterne
    A Monster's Heart

    Liz Skadi
    A Monster's Heart (Buch)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    04.01.2026

    Monströses Fantasyabenteuer

    Seit langer Zeit führen die Königreiche Krieg gegeneinander, die Bevölkerung leidet. Auch Xena, die als Kind von ihren Eltern in ein Waisenhaus gegeben wurde und nur überleben kann, weil sie das Diebeshandwerk wie keine andere beherrscht. Bei einem ihrer Streifzüge findet sie bei einem Leichnam ein Ticket für die große Überfahrt zur Insel Azythros und heuert an, um bei dieser Jagd auf ein Monster Reichtümer anzuhäufen. Doch wie sich herausstellt, muss sie die Rolle der Monsterjägerin Cassia Raven einnehmen und mindestens eine Person an Bord weiß, dass sie ein falsches Spiel spielt. Nicht nur der Prinz hat es auf sie abgesehen, auch Halbmonster Ajax hat noch eine Rechnung mit Cassia offen.

    Die Geschichte hörte sich für mich interessant an und ich habe sie als eBook gelesen. Meine Erwartungen wurden sowas von übertroffen. Schon den Anfang der Handlung fand ich sehr fesselnd. Hier lernt man Xena in ihrer gewohnten, unwirtlichen Umgebung kennen, erfährt, was sie als Diebin drauf hat und welche Bindungen sie im Waisenhaus hat. Der Fund eines goldenen Tickets weckt in ihr die Idee, die Tote, bei der die Karte lag, einfach zu ersetzen. Das setzt eine Reihe von Ereignissen in Gang, denen Xena, nun Cassia Raven auf dem Schiff ohne Fluchtmöglichkeit ausgesetzt ist. Dass es für sie kein Entkommen gibt und sie ihre Rolle auf keinen Fall aufgeben darf, macht die Story äußerst spannend. Auch die anderen Mitglieder der Truppe auf dem Schiff sind vollkommen undurchsichtig und schwer einschätzbar. Jeder könnte der Mörder der echten Cassia sein und Xenas Geheimnis aufdecken. Sie muss sehr vorsichtig agieren, obwohl sie mehrfach bedrängt oder um eine Allianz gebeten wird.

    Ein weiteres Highlight der Geschichte sind die monströsen, absolut tödlichen Kreaturen. Für eine Monsterjägerin kein Problem, doch Xena ist nunmal nicht Cassia. Zudem lauert Ajax, Halbmonster und Gefangener im Hintergrund. Mir gefällt die Entwicklung zwischen Xena und den anderen Beteiligten. Manche sind von Annährung geprägt, andere von Hass oder Vorsicht. Es ist nie klar, welche Entscheidung nun ratsam wäre. Das sorgt für eine angespannte Stimmung beim Lesen. Die Fähigkeiten, die die verschiedenen Monster haben und die Insel, die man schließlich erreicht, werden super beschrieben und es gibt zahlreiche Kämpfe und Angriffe mit Action und Blutvergießen. Mit der Zeit schlich sich bei mir so eine gewisse Ahnung ein und tatsächlich gibt es einiges aufzudecken. Das Buch hätte sofort die vollen 5 Sterne bekommen, wenn am Ende nicht irgendwie fast alles wieder auf Anfang wäre und ich mich gefragt habe, was die Reise nun Positives bringt. Da sind noch einige Fragen offen. Wie gut, dass Band 2 "A Hunter's Legacy" kürzlich erschienen ist. Den muss ich lesen! 4,5 Sterne
    Verlorenes Herz (The Last Bloodcarver, Band 1)

    Vanessa Le
    Verlorenes Herz (The Last Bloodcarver, Band 1) (Buch)

    4 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern
    04.01.2026

    Lesenswert durch neuartige Magiewirkung

    Nhika hat einzigartige Fähigkeiten, doch diese machen ihr Leben nicht nur gefährlich, sondern auch einsam. Als letzte Bloodcarver kann sie zwar durch eine Berührung eine Verbindung zu jedem menschlichen Körper aufnehmen und heilen, doch in Theumas darf sie ihre Magie nicht offen zeigen. Trotzdem wird sie eines Tages erwischt und an den meistbietenden versteigert. Bei der unsagbar reichen Familie Congmi soll sie den Zeugen des Mordes am Familienoberhaupt behandeln. Immer tiefer wird sie in diesen Fall hineingezogen. Vor allem der Assistent eines angesehenen Professors kommt ihr gefährlich nah und gibt ihr Rätsel auf. Der Mörder scheint ganz nah zu sein.

    Diesmal bin ich ehrlich gesagt durch das wunderschöne Äußere auf das Buch aufmerksam geworden und dann hat mich die Leseprobe sofort gepackt. Nhikas Leben und ihre Fähigkeiten werden so eindrücklich beschrieben und es wird auch sofort spannend. Vor allem die Magie, die Nhika wirken kann, ist neuartig und hat mich in ihren Bann geschlagen. Jedesmal wenn sie "in einen Körper reist" war ich fasziniert und gespannt, was sie vorfindet, wie sie an die Sache herangeht und was sie ausrichten kann. Dazu muss sie ihr Können vor dem Großteil der Welt geheim halten, da sie sonst Gefahr läuft, wie alle anderen Bloodcarver getötet zu werden. Dass sie von einer reichen Adelsfamilie gekauft wird, eröffnet ihr ganz neue Möglichkeiten und es ist eine interessante Entwicklung, die sie im Laufe der Geschichte durchläuft.

    Spannend ist das Buch natürlich nicht nur wegen der drohenden Gefahr. Auch der Kriminalfall sorgt für einen Sog, dem man sich kaum entziehen kann. Warum wurde der reiche Adlige mit den modernen Vorstellungen und innovativen Ideen getötet und wer steckt dahinter? Wird es Nhika gelingen, den Zeugen zu heilen? Hinzu kommen ein paar schwer einschätzbare Nebencharaktere. Also eigentlich ist alles ganz toll, wenn nur manchmal diese zähen, sich auch wiederholenden Gedankengänge von Nhika nicht wären, die sich meist um ihre Herkunft, Fähigkeit oder den Assistenten des Professors im Kreis drehen. Diese bremsten manchmal die Spannung aus und ließen Längen entstehen. Das leicht asiatisch wirkende Umfeld kam für mich nur an manchen Stellen, z.B. bei den Namen und Gepflogenheiten, durch. Viel interessanter war die Mischung aus veraltet wirkenden Elementen und neuesten technischen Errungenschaften, die durchaus ein paar Steampunk-Vibes einfließen ließ. Insgesamt ist das Buch auf jeden Fall schon allein wegen der neuartigen Magiewirkung lesenswert und auch das Ende war eine echte Überraschung. 4 Sterne
    Schneezauber in Norwegen

    Anna Liebig
    Schneezauber in Norwegen (Buch)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    18.12.2025

    Herzerwärmende Geschichte im weihnachtlichen Bergen

    Nina kündigt kurz vor Weihnachten unüberlegt ihren Job. Auch sonst ist ihr Leben eher auf Sparflamme. Ihre Eltern kamen um, als sie noch ein Kind war. Von den Großeltern, die sie zu sich nahmen, ist nur noch ihr Opa übrig. Als dieser im Fernsehen einen Bericht über eine Lebkuchenstadt in Bergen sieht, erkennt er darin seine Jugendliebe Ingrid aus Norwegen, die er gezwungenermaßen ohne Abschied verlassen hatte. Sein schlechtes Gewissen und die Neugier plagen ihn und weil sie gerade nichts Besseres zu tun hat, fliegt Nina mit ihm und ihrem Mitbewohner Alex nach Norwegen, wo sie bald selbst Lebkuchenhäuser gestalten und die weihnachtliche Kulisse genießen. Der attraktive Pensionbesitzer sorgt bei Nina für Herzklopfen.

    Das cozy Cover passt perfekt zu diesem winterlich-weihnachtlichen Wohlfühlroman, der zwei Liebesgeschichten miteinander verbindet. Zum einen geht es um Nina, die vom Leben gezeichnet selten Bindungen eingeht, weil sie Angst vor einem erneuten Verlust hat, seit ihre Eltern bei einem Autounfall starben. Ihre Oma hat sie an den Krebs verloren. Geblieben sind ihr Opa und ihr schwuler Mitbewohner Alex. Obwohl ihr Pensionsbetreiber Magnus sofort gefällt, ist sie unsicher, ob eine Liebe in von Frankfurt weit entfernten Bergen eine gute Idee ist. Auf der anderen Seite ist da Uwe, Ninas Opa, der unbedingt nach Norwegen fliegen wollte, um sich bei seiner Jugendliebe Ingrid für sein Verschwinden zu entschuldigen. Über die Hilfe am Bau der Lebkuchenstadt trifft er sie wieder und traut sich aber nicht, ihr seine wahre Identität zu offenbaren. Dabei gefällt Ingrid ihm noch immer.

    Die Autorin zeichnet hier liebenswerte und lebensechte Figuren, die man schnell ins Herz schließt und deren Zweifel man deutlich spürt. Man versteht sehr gut, warum sie handeln und manchmal auch weniger gute Enscheidungen treffen. Während man mit Nina, Alex, Uwe und Magnus unterwegs ist, erhält man ein wunderbares Bild des weihnachtlich verschneiten Bergens. Ob in der Lebkuchenstadt, auf einem Wichtelweg für Kinder oder dem Weihnachtsmarkt. Alles stimmt im Buch festlich auf die stade Zeit ein. Die Beschreibung der Orte und dekorativen Kleinigkeiten war mir gelegentlich zu viel gegenüber der Handlung, die eher langsam voranschreitet. Dennoch passte das im hektischen Weihnachtsalltag doch recht gut. Gegen Ende hin passieren noch einige unvorhersehbare Dinge, die für Aufregung sorgen. Gerade die herzerwärmende Geschichte um die alte Liebe von Opa Uwe, hat mich berührt. Besonders eine Szene auf dem Friedhof hat mich ein paar Tränchen verdrücken lassen. Ein toller gefühlvoller Roman, nicht nur zur Weihnachtszeit. 4,5 Sterne
    Arsen und Butterplätzchen

    Arsen und Butterplätzchen (Buch)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    18.12.2025

    Bitterböse und mörderische Kurzgeschichten rund ums Weihnachtsfest

    Bei "Arsen und Butterplätzchen" handelt es sich um ein kleines, harmlos wirkendes Geschichtenbändchen, das es jedoch in sich hat. 17 Autor*innen aus zwei Vereinigungen haben ein Werk beigesteuert, mit dabei auch bekannte Schriftsteller*innen wie z.B. Gisa Klönne. Alle Texte sind unterschiedlich lang und die meisten konnten mich wirklich überraschen. Oft nimmt die Handlung Wendungen, die ich nicht kommen sah oder die Geschichten regten mich zum Nachdenken an. Nicht alle sind Krimis und dennoch geht es in vielen um unfreiwillige Tode, böse Absichten und menschliche Abgründe. Die Autor*innen haben ein feines Gespür für zwischenmenschliche Beziehungen und manchmal auch einen morbiden Humor. Die Abwechslung sorgt für perfekte Unterhaltung und durch die Kürze der Geschichten kann man sie gut auch mal zwischendurch lesen. Die Kapitelanfänge sind mit kleinen Vignetten aus der Feder von Künstlerin Christine Rechl geschmückt, die auch für die Zusammenstellung der Geschichten verantwortlich ist und sogar selbst eine beigesteuert hat.

    Mir gefiel, wie unterschiedlich hier die Abgründe hinter der fröhlichen Weihnachtsfassade aufgedeckt werden. Zum Beispiel wird ein typisches Weihnachtsfest mit der Verwandtschaft, die man sich leider nicht aussuchen kann, geschildert. Die Erkenntnis daraus ist traurig, trifft den Nagel aber auf den Kopf. Wunderbar überraschend die Geschichte einer Frau, die ihren Mann los werden möchte und dieses Vorhaben im Kopf bereits geplant hat. Oder die etwas mystische Reise einer jungen Frau in den Bayerischen Wald und die Folgen. Keine Geschichte gleicht der anderen. Wer also zu Weihnachten keine kitschigen Weihnachtsromane, die in verschneiten Orten spielen, lesen möchte oder nicht nur diese, der ist mit diesem Geschichtenband bestens beraten. Er eignet sich auch wunderbar als Geschenk für Menschen, die mit der bösen Art kein Problem haben, wobei ich da vor allem bei Verwandten erwähnen würde, dass man keine mörderischen Absichten hegt, hehe. 5 Sterne
    Der Kinder Kalender 2026

    Der Kinder Kalender 2026 (KAL)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    10.12.2025

    Beeindruckend, lustig und zum Nachdenken

    Der Kinder Kalender für das Jahr 2026 beinhaltet 53 Kalenderblätter, eines pro Woche. Angegeben sind natürlich Datum, Wochentage, Feiertage und der jeweilige Monat. Das Hauptaugenmerk wird hier aber nicht auf diesen Infos liegen. Stattdessen wird jeder, der sich diesen Kalender zulegt neugierig auf die neue Woche warten, um ein weiteres Gedicht kennenzulernen, das irgendwo auf der Welt verfasst wurde. Vertreten sind Werke aus 40 Ländern, die mir bisher unbekannt waren und zwar in der Originalsprache als auch ins Deutsche übersetzt. Ich konnte mir nicht vorstellen, dass das Lesen von Gedichten aus anderen Länden, so beeindruckend, lustig und zum Nachdenken sein kann und bin mehr als begeistert, wie abwechslungsreich die Texte sind. Hier wurde meiner Meinung nach auch tolle Arbeit beim Übersetzen geleistet, so dass z.B. Reime und ähnliche Rhythmen erhalten bleiben. Die Themen sind vielfältig und man erfährt auf unterhaltsame Weise doch viel darüber, was den Verfasser*innen am Herzen lag. Unglaublich toll sind die zugehörigen großen, bunten und in verschiedenen Stilen gestalteten Illustrationen, die mit den Gedichten in Verbindung stehen. Gerade Kinder werden darin so viel sehen können und ihre Neugier spielen lassen. Ich habe schon beim Durchblättern einige Gedichte gefunden, die ich mir wohl nach Ablauf des Jahres in einem Rahmen aufhängen möchte, weil ich sie so toll finde. Nicht nur für zuhause ist der Kalender eine Bereicherung, ich kann ihn mir auch gut in Schulen und Kindergärten als Einstieg in die jeweilige Woche vorstellen. Eine tolle Zierde für jede Wand und für mich als Bilder- und Kinderbuchfan ein echter Schatz. 5 Sterne
    CLUE 1. Schiffbruch vor der Felseninsel

    Jørn Lier Horst
    CLUE 1. Schiffbruch vor der Felseninsel (Buch)

    4 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern
    07.12.2025

    Gelungener Auftakt einer neuen Kinder-Detektiv-Reihe

    Cecilia, deren Vater das Hotel "Perle" an der norwegischen Küste führt, findet am Strand die Leiche eines Mannes. Leo kommt ihr zu Hilfe. Er ist der Sohn der neuen Geschäftsführerin. Bald schon wittern die beide mehr hinter dem Schiffbruch, bei dem der Unbekannte zu Tode kam und beginnen im Umfeld des Hotels zu ermitteln. Was wollte der Mann mit dem Salamander-Tattoo hier in der Gegend? Mit von der Partie sind auch Cecilias Freundin Une und ihr Hund Egon. Als in deren Schuppen eingebrochen wird, ist klar, dass auf dem Schiff mehr gewesen sein muss, als ihnen bisher bekannt ist.

    Mit der Reihe CLUE startet der norwegische Bestsellerautor Jørn Lier Horst als Kinderbuchschriftsteller durch. Die Geschichte um die jungen Ermittler*innen Cecilia, Leo und Una startet direkt ziemlich ungewöhnlich mit einer echten Leiche. Dessen sollte man sich als Eltern der Zielgruppe unbedingt bewusst sein und auch wissen, ob die eigenen Kinder dies verarbeiten können. Für uns stellte das insofern kein Problem dar, als sehr schnell klar wird, dass es sich bei dem Mann um ein Unfallopfer handelt. Davon abgesehen gibt es in der Handlung eine kontinuierliche Festigung der Freundschaft und Zusammenarbeit der Kinder. Vor allem Cecilia ist sich anfangs nicht sicher, ob sie Leo mag, doch das gibt sich bald. Während Cecilia so etwas wie der Planer der Gruppe ist, sieht man Leo selten ohne seine Kamera. Una bringt ihren Hund Egon mit in die Ermittlertruppe. Es hat ein bisschen was von den 5 bzw. 4 Freunden. Die Ermittlungen finde ich sehr gelungen und auch an Verdächtigen mangelt es nicht. Zudem finde ich es toll, dass auch Cecilias Hintergrund und damit der Tod ihrer Mutter eine Rolle spielt. Auch von den anderen beiden Kindern erfahren wir nach und nach Privates. Es gibt auch so etwas wie moralische Bedenken, die aber immer offen zwischen den Kindern diskutiert werden. Verbotenes wird nicht einfach gemacht, es wird vorher über Nutzen und Folgen diskutiert, so dass den jungen Leser*innen immer klar ist, wo eine Grenze überschritten wird.

    Der Schreibstil ist kurzweilig und auch die Gestaltung im Innenteil ist mit den wiederkehrenden Bildern am Kapitelanfang gelungen. Die Kapitellänge ist angenehm, auch für Kinder, die nicht so viel lesen. Richtig toll finden wir das Cover mit dem sich gut einprägenden Blutfleck und den düsteren Farben, das dramatisch wirkt. Ganz so dramatisch fand ich die Geschichte allerdings nicht. Es gibt natürlich ein paar gefährliche Szenen, aber für uns hätte die Geschichte gern noch etwas mehr Spannung beinhalten können. Nach vielen offenen Möglichkeiten löst sich der Fall doch etwas zu leicht auf. Neugierig sind wir jedoch, ob die persönlichen Aspekte, die hier in die Geschichte hineinspielen, in den nächsten Bänden eine Fortsetzung oder eigene Ermittlung erhalten. 4 Sterne für diesen gelungenen Auftakt, der vor allem junge Detektiv-Fans glücklich machen dürfte.
    Die Sekundenochs

    Markus Hennig
    Die Sekundenochs (Buch)

    4 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern
    30.11.2025

    Ein kleines, buntes Plädoyer für das Trödeln

    Unter der Erde leben die Sekundenochs, ein lustiges Völkchen kleiner Wesen, für die Trödeln lebensnotwendig ist. Zuspätkommen, sich Zeit lassen, erstmal chillen... all das gehört hier dazu und ist der Grund, warum der Aufzug, mit dem die Sekundenochs weite Reisen tätigen können noch nicht repariert ist. Tjörge nutzt ihn trotzdem und landet an der Oberfläche bei den Menschen. Genauer gesagt bei Smilla. Bei ihr ist es genau anders herum. Sie soll sich immer beeilen, hinne machen und auf die Tube drücken, um alles rechtzeitig zu schaffen. Doch durch Tjörge lernt sie, auch mal fünf gerade sein zu lassen und sich dem Stress, den Eltern und Trompetenlehrer machen, zu entziehen.

    Wir hatten die Leseprobe gelesen und da hatten uns die witzigen Szenen unter der Erde, in denen gezeigt wird, wie entschleunigt die Sekundenochs sind, richtig gut gefallen. Mehrere comicartige Szenen mit Sprechblasen sind zunächst zu entdecken. Hier sind uns auch sofort die tollen, detailreichen Bilder von NIkolai Renger positiv aufgefallen. Überall in der Erde tummeln sich Insekten, Wesen und Gegenstände, die es zu entdecken gilt. Der unnachahmliche Zeichenstil schlug bei meiner Tochter voll ein und sie wurde nicht müde auf jeder Seite, wo dies möglich war, alle Kleinigkeiten zu zeigen und zu benennen. Auch die Gegenüberstellung von gechilltem Leben bei den Sekundenochs und dem von Außen produzierten Stress bei Smilla ist gelungen. Kinder werden sich in mancher Szene widererkennen und auch so manchen Spruch zum Antreiben selbst gehört haben. Also gibt es genug Gelegenheit zur Identifikation mit der Hauptfigur.

    Als Tjörge zu Smilla kommt, hatten wir nun damit gerechnet, dass die beiden langsam aber sicher tolle Sachen erleben. Ganz so läuft es aber nicht. Tjörge beginnt Smilla Unterricht im Trödeln zu geben und so wird ihr Leben viel ruhiger und sie muss sich nicht mehr so abhetzen und perfekt laufen. Nicht ganz so logisch war für mich als Vorleser, dass Mama und Trompetenlehrer zwar genervt gucken, als Smilla immer wieder Pausen einlegt, aber ihre typischen Sprüche stecken und das Kind plötzlich einfach gewähren lassen. Klar merke ich als Erwachsene, dass auch meine Kinder Zeit zum Nichtstun und Ruhen brauchen, meiner Tochter war die Handlung aber etwas zu öde (vielleicht auch Absicht) und die Texte sind schon etwas länger, so dass man beim Zuhören geduldig sein muss. Die Illustrationen haben sie dann aber wieder gefangen genommen. Bis zum Ende kommt die Botschaft für die Großen natürlich gut rüber, aber ich bin mir nicht sicher, ob meine Tochter jetzt weiß, dass es wichtig ist, auch mal die Seele baumeln zu lassen, denn Kinder machen das ohne die Anweisungen der Eltern doch ganz automatisch oder nicht? Bei Smilla war es anfangs so. Gerade wegen der superschönen Illustrationen und dem Fingerzeig für die Großen geben wir aber 4 Sterne. Da Smilla schon ein Schulkind ist und die Texte umfangreicher, kann man das Buch gut auch größeren Kindern vorlesen.
    Love Me in the Snow

    Sandra Nenninger
    Love Me in the Snow (Buch)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    22.11.2025

    Süße Weihnachtsromanze mit Tiefgang

    Als Marie aus dem Ski-Nationalkader fliegt, ist sie nicht nur von sich enttäuscht, sie weiß auch nicht, wie sie das ihren Eltern beibringen soll, die so große Hoffnungen in sie gesetzt hatten. Darum verschweigt sie dieses Detail. Statt für große Rennen zu trainieren übernimmt sie wohl oder übel die Kindergruppe der elterlichen Skischule zusammen mit dem unbekümmerten und von sich überzeugten Henry. Dieser sollte eigentlich als Skilehrer arbeiten, hatte aber bei der Prüfung hierfür seine Skier vergessen. Doch bald stellt Marie, dass das nicht der einzige Grund für die fehlende Skilehrer-Lizenz ist. Tatsächlich ist Henry auch gar nicht so arrogant wie gedacht.

    Es geht auf die Adventszeit zu und da möchte ich mich auch beim Lesen etwas auf die gemütliche Zeit vorbereiten. Da kam mir dieses Buch gerade recht. Das Cover versprach eine schöne Liebesgeschichte und der Klappentext machte mich neugierig. Allerdings finde ich, dass er etwas zu viel verrät, vor allem, was Henrys "Geheimnis" angeht. Die Autorin schreibt schön locker leicht, so dass man sich einfach auf die Handlung einlassen kann. Besonders Maries Bedenken und Zweifel an sich selbst nach dem Rauswurf und ihre Angst vor der Reaktion der Eltern schildert sie vollkommen glaubwürdig und nachvollziehbar. Henry ist teilweise etwas zu unbedarft, was seine Skilehrer-Ausbildung betrifft, dafür ist er im Kostüm des Maskottchens der Skischule einfach süß. Die Arbeit mit den Kindern hat mich oft schmunzeln lassen. Die Gespräche der beiden reichen von genervtem Hin und Her bis zu echt tiefen Einblicken in die Seelen des anderen. Leider sorgen Henrys Blicke auf eine andere Skilehrerin, der er wie ein treuer Hund folgt für weitere Irritationen. So wird es jedoch nie langweilig. Das Skifahren nimmt dezent Raum in der Geschichte ein, man muss also kein Experte sein, um diesen Aspekt zu verstehen. Dem Gegenüber steht viel weihnachtlicher Flair, sei es durch Eislaufen in toller Umgebung, einen stimmungsvollen Weihnachtsmarkt oder - ganz besonders - durch die tolle Backstube von Maries Oma. Überhaupt war die Oma als Nebenfigur richtig toll und man konnte sich ihren Laden bildlich vorstellen und hatte sogar den Gebäckduft in der Nase.

    Insgesamt geht es hier nicht nur um die Entstehung von Gefühlen, es steckte mehr hinter der Story. Es zeigt sehr schön, dass das Leben nicht immer geradeaus läuft, sondern Veränderungen unterliegt, die man nicht beeinflussen kann, auf die man sich aber einstellen muss. Gerade im Alter der Protagonist*innen gibt es viele Entscheidungen zu treffen und man merkt hier gut, dass es nicht sinnvoll ist, anderen und ihren Träumen hinterher zu laufen, man muss seinen eigenen Weg wählen, vielleicht auch etwas wagen. Die Kombination aus cosy Romance und diesen ernsteren Tönen hat mir gut gefallen. 4,5 Sterne
    Heldentage

    Martin Schäuble
    Heldentage (Buch)

    4 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern
    16.11.2025

    Sehr kurzweilig, aber zu wenig Tiefgang

    Nilo zockt gern sein Lieblingsspiel am Handy und vergisst darüber die Welt. Dabei vernachlässigt er aber auch die Schule, Freunde und sogar die Körperhygiene. Nach einem dramatischen Vorfall zu Hause, bringt ihn seine Mutter in die stationäre Therapie. Das passt Nilo gar nicht. Er möchte spielen. Genau wie Faris, den er dort kennenlernt. Und dann ist da noch das geheimnisvolle Mädchen mit den Piercings, das auf der Akutstation aufgenommen wird sich nachts aus dem Haus schleicht. Kurzerhand folgen ihr die Jungs und erleben einen realen Roadtrip.

    Mich hat das Thema Mediensucht bei Jugendlichen angesprochen, da ich tagtäglich mit jungen Leuten zu tun habe. Zudem hatte ich von Autor schon einiges gehört und wollte endlich mal ein Buch von Martin Schäuble lesen. Heldentage ist leicht und in lockerem Ton geschrieben, enthält keinerlei kompliziertes Vokabular und dürfte so für die meisten Jugendlichen gut zugänglich sein. Motivierend und gut für den rasanten Fortgang der Handlung ist auch die Einteilung in kurze Kapitel. Der Einstieg ins Buch zeigt gleich sehr eindrücklich, was beim Protagonisten Nilo schief läuft. In einer Leserunde wurde sehr auf das Fehlverhalten auch der Mutter eingegangen. Zum Glück wird das im Buch jedoch nicht hochgekocht, das rechne ich dem Autor hoch an. Denn der Vater von Nilo ist so gut wie gar nicht vorhanden, was nicht moniert wurde. Das nur am Rande. Der Beginn dürfte die jungen Leser neugierig machen.

    Sobald Nilo in der Klinik ist, geht alles ganz schnell. Eine Entscheidung führt zu einem teilweise unglaublichen Roadtrip. Manchmal ist er auch recht unglaubwürdig, denn der Zufall spielt den drei Flüchtenden oft in die Hände und auch so mancher Erwachsene trifft seltsame Entscheidungen, die es real wohl niemals geben würde. Auch hat Nilo mehrmals so etwas wie (Tag-)Träume, die ziemlich abgedreht fantasievoll sind. Das Mädchen aus der Akutstation gibt beim Roadtrip den Ton an, man wird allerdings nicht recht schlau aus ihr und muss sich gedulden, um mehr über sie zu erfahren. Allerdings ging es mir bei ihr, wie auch beim Thema Mediensucht nicht tief genug rein in das Leben der Jugendlichen. Mir fehlte zum Beispiel eine Info darüber, wie und wo Mayla bisher gelebt hat und wie es dort war. Man kann sich als Leser*in jedoch gut hineinversetzen in die Probleme. Das Ende hat mir gut gefallen, war jedoch auch wieder sehr ideal gedacht. Insgesamt lässt das Buch sehr viel Raum für eigene Mutmaßungen, gibt aber für ein Gespräch zum Thema Mediensucht nicht allzu viel her. Einiges hätte ich gar nicht mit eingebunden, wie z.B. ein mit der Protagonistin rivalisierendes Duo. Um wirklich authentisch zu sein fehlte mir jegliche Form von Jugendsprache, wie sie bei 15-Jährigen heute nicht wegzudenken ist. Fazit: Nicht nur die Handlung lief etwas zu glatt. 3,5 Sterne
    Gänsehaut in Hovenäset 1. Flammenrad

    Kristina Ohlsson
    Gänsehaut in Hovenäset 1. Flammenrad (Buch)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    03.11.2025

    Da gruselt es nicht nur Kinder beim Lesen

    Heidi hat es gerade nicht leicht. Ihre Eltern haben sich getrennt, die Mutter ist nach Deutschland gezogen und meldet sich nur selten. Heidi lebt bei ihrem Vater und dessen schwangerer Lebensgefährtin. Als ihr Zimmer renoviert werden soll, findet der Schreiner Seltsames unterm Fußboden. Wo kommen die Gegenstände her? Die trübe Stimmung hebt sich, als klar wird, dass ein Riesenrad nach Hovenäset kommt, dessen Besitzer bei ihnen zur Untermiete wohnen wird. Heidi und ihre Freunde dürfen vielleicht sogar helfen. Doch es passieren immer mehr unerklärliche Dinge. Heidi beginnt nachzuforschen und entdeckt Schockierendes.

    Zugegeben, den Anfang des Kinderbuches der schwedischen Autorin Kristina Ohlsson, die für ihre Thriller bekannt ist, fand ich etwas sperrig, sowohl sprachlich, weil sichs nicht so flüssig lesen ließ, als auch von Heidis Situation her, die einen ziemlich runterziehen kann. Doch schon wenige Seiten später war das Vergessen und ich war drin im Geschehen. Mit Heidi kann man sehr gut mitfühlen, gerade wegen der schwierigen familiären Situation, bei der sie selbst nicht so recht weiß, welche Rolle sie gerade einnehmen soll. Ihr Zimmer hat wegen einer unferitigen Renovierung eine Wand zu wenig und die Plane sorgt für mehrere echt gruselige Situationen. Ebenso riefen die Gegenstände unter dem Fußboden und Vorfälle mit diesen Gänsehaut hervor. Ich konnte das Buch bei Dunkelheit nur dann lesen, wenn noch jemand da und wach war. Also erzählerisch hat die Autorin das mit dem Gruseln voll drauf.

    Total spannend entwickelt sich die Geschichte um das Flammenrad weiter, sei es durch Hinweise der dementen Oma oder durch Ungereimtheiten in Gesprächen. Heidi wird da eine Rolle zugedacht, der sie sich allein gar nicht gewachsen fühlt. Zum Glück hat sie gute Freunde, denn die Erwachsenen im Haus glaube ihr nicht so recht. Die Lage spitzt sich immer mehr zu und die Details, die ans Licht kommen sind nichts für schwache Nerven oder zartbesaitete Kinder. Wer Übernatürliche Phänomene und subtilen Horror mag, der kommt hier allerdings voll auf seine Kosten. Ich konnte das Buch zwar nachts nicht lesen, aber dennoch kaum weglegen, weil ich unbedingt wissen wollte, was hinter dem ganzen Gruselspuk steckt. Außerdem gefiel mir, wie Heidi sich im Laufe der Geschichte entwickelt. Bin wirklich gespannt, ob der zweite Band vom Gänsehautfaktor her mit diesem mithalten kann. 4,5 Sterne
    Ever & After, Band 3 - Die letzte Stunde

    Stella Tack
    Ever & After, Band 3 - Die letzte Stunde (Buch)

    3 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern Inaktiver Stern
    02.11.2025

    Nicht so gut wie erhofft

    Nach dem Wunsch, den Rain am Ende von Band 2 ausgesprochen hat, geht der dritte Band nahtlos weiter. Doch leider ist Wünschen nicht so einfach, wie es erscheint und so landet Rain an einem vollkommen anderen Punkt der Geschichte, als sie gedacht hatte. Nun muss sie alles versuchen, um das Märchen zu einem Happy End zu bringen, die Vasallen aufzuhalten und ihre Freunde zu retten.

    Das Ende des zweiten Bandes hatte mich ziemlich ratlos und erstaunt zurückgelassen. Ich habe mir bis zum Erscheinen von Band 3 die Frage gestellt, ob wir darin die Geschichte einfach nochmal verändert lesen könnten und hatte wirklich keine Ahung, wie die Autorin das jetzt lösen möchte. Aber dennoch hatte ich mir einen ähnlich brutal-gruseligen Schocker wie in Band 1 gewünscht, denn die Fortsetzung war mir zu statisch. Tatsächlich landete ich zu meinem Erstaunen ganz woanders und die Personen, die bisher mitspielten waren gar nicht da. Das hatte was, vor allem weil es die ersten 50 Seiten wirklich ziemlich blutig zuging. Dann jedoch offenbart sich, was sich die Autorin gedacht hat. Dem stand ich offen gegenüber, jedoch stellte ich immer mehr fest, dass meine Erwartungen hier nicht erfüllt werden. Denn sobald Rain in der Geschichte auftaucht, wird es wieder so, dass viel gemacht und gedacht wird, aber das alles eigentlich für die Handlung gar nicht mal so wichtig ist. Es gibt viele neue Personen, die nur kurz von Bedeutung sind (oder auch gar nicht wirklich) und Rains Denken dreht sich komplett um ihren Angebeteten und wie toll er ist. Das ist mir eindeutig zu wenig Abwechslung. Die Vasallen kommen kaum vor und sind nicht wirklich wiederzuerkennen. Auch die Freunde tauchen nach und nach wieder auf, aber warum sie jetzt schon früher in der Geschichte gelandet sind als Rain, erklärt sich für mich nicht.

    Wer nicht zu sehr gespoilert werden will, lässt den nächsten Abschnitt am besten aus. Eine Zeitschleife? Als Finale für das böse Märchen, das so toll begonnen hat? Nee, das habe ich nicht erwartet. Für mich macht es sich Stella Tack da viel zu leicht, denn alles, was eigentlich unlogisch wäre, klärt sich durch die Zeitsprünge. Richtig komisch wurde es, als manche Personen doppelt da sind... Weiß doch jeder seit Zurück in die Zukunft, dass das das Raum-Zeit-Kontinuum durcheinanderbringt. Spaß beiseite, aber wenn eine Person sich dann selbst sagt, was sie tun muss, weil sie in eine andere Zeit kommt... Und wenn schon Zeitreise, warum dann nicht alles retten und ein wirkliches Happy End erzeugen?

    Leider muss ich auch sagen, dass mir die Liebesgeschichte in diesem Band nicht wirklich gefallen hat. Die Gefühle kamen für mich nicht so rüber und irgendwie habe ich mir immer noch Edward als Love Interest für Rain gewünscht. Und was bitte war das mit der Pechmarie? Der Angebetete wird erwischt, Rain ist kurz sauer, aber dann gibt es so viel Wichtigeres und die Sache kommt nicht mehr zur Sprache...? Überhaupt war mir die frühe Version des Dunklen Prinzen nicht genau genug gezeichnet und veränderte sich viel zu stark vom Prügelknaben zum selbstsicheren Typen, der überall Beziehungen hat. Nicht sehr glaubwürdig. Rausgerissen haben es jedoch die saucoole Gans und Rains Cousin Avery. Die fand ich richtig stark, denn sie brachten Witz in eine ansonsten dahinplätschernde Story, in der mir das Märchenhafte gefehlt hat. Gerade noch 3 Sterne.
    Das größte Glück der Welt

    Andrea Schütze
    Das größte Glück der Welt (Buch)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    30.10.2025

    Wundervolles Bilderbuch über das Glück

    Papa Wolf hatte kein Glück, jemand anderer hat beim Gewinnspiel den Preis bekommen. Damit ihr Papa beim nächsten Mal mehr Glück hat, macht sich die kleine Yaya auf den Weg, um für ihn etwas davon zu besorgen. Doch das gestaltet sich schwieriger als angenommen.

    Was für ein wunderschönes Bilderbuch! Das Cover und der Titel haben uns sofort angeprochen, denn wer braucht es nicht: Glück. Ich war sehr neugierig zu erfahren, was für die kliene Wölfin und ihren Papa das größte Glück der Welt sein könnte. Die beiden sehen auf dem Titelbild so glücklich aus. Außerdem hat mir gefallen, dass neben Yaya mal der Papa eine Hauptrolle spielt. Der Aufhänger der Geschichte ist etwas, das Kinder sicher gut kennen. Ein Elternteil wünschte, es hätte mehr Glück gehabt. Yaya nimmt diesen Wunsch zum Anlass, dem Papa etwas Glück zu besorgen und so wandert sie von einem Tier zum nächsten. Jeder gibt eine andere Weisheit zum Glück preis und jeder empfindet Glück anders. Ich fand es total schön, dass Yaya auf ihrer Suche das Glück selbst spürt, schmeckt, dass jemand es mit ihr teilt, dass man es mit den Augen festhalten oder einfach mal haben kann. Eine ziemlich komplizierte Sache, denn leider kann man es sich nicht einfach besorgen oder kaufen. Am Ende merken Papa und Yaya, dass es näher liegt, als gedacht. Die Autorin schlägt hier wunderbar eine Bogen vom Beginn der Geschichte bis zur Erkenntnis, was das größte Glück ist.

    Nach dem ersten Vorlesen, wollte meine Kleine die Geschichte immer wieder hören und die bunten, wie Aquarelle wirkenden Illustrationen betrachten. Darauf gibt es einiges zu sehen und zu entdecken. Besonders die vielen verschiedenen Tiere gefallen uns. Gespannt können die Kinder Yayas Suche mitverfolgen und man kann herrlich mit ihnen über das Thema sprechen und ganz viel über sie erfahren. Nebenbei lernen sie auch die verschiedenen "Arten" von Glück kennen, denn für jeden ist Glück etwas anderes, eigenes. Wir mögen die mutige Yaya, die loszieht, um dafür zu sorgen, dass ihr Papa mehr Glück hat, glücklicher wird. Dabei begegnet sie vielen Tieren. Das macht das Abenteuer abwechslungsreich. Super finden wir auch, dass nahezu jedes Tier beim Sprechen eine Besonderheit hat, z.B. spricht die Eule mit vielen eingebauten H und Huhs. So macht auch das Vorlesen mit verschiedenen Stimmen richtig Spaß. Am Ende werden die kleinen Zuhörer (und auch die Vorlesenden) direkt angesprochen. Jedes Mal bekomme ich Gänsehaut und wir möchten einfach nur zusammen kuscheln. Und ja, das ist schön. Ein Buch, das die Augen öffnen kann, für das , was wirklich zählt. 5 Sterne
    50 Karten zum Ausmalen - Zauberwelt

    50 Karten zum Ausmalen - Zauberwelt (Div.)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    23.10.2025

    Praktische Box mit zauberhaften Motiven zum Ausmalen

    Wir hatten schon mehrmals eine Stickerbox der Reihe Kartolino. Diesmal haben es uns diese Ausmalkarten zum Thema "Zauberwelt" angetan. Insgesamt 50 verschiedene Karten finden sich dabei in einer stabilen Klappbox, bei der der Deckel fest am Boden befestigt ist. So bleibt immer alles ordentlich beisammen. Die Karten sind qualitativ hochwertig, aus stabilem Papier gefertigt und bunt mit verschiedenen Rahmen vorbedruckt. Auch sehr kleine Felder in den Ausmalflächen sind bereits gefüllt. Sie eignen sich nicht zuletzt durch die aberundeten Ecken hervorragend für Kinder ab 3 Jahren. Die Box finde ich als Mama sehr praktisch. Unterwegs habe ich nun immer eine schöne Beschäftigungsmöglichkeit für die Kinder parat und sie während Wartezeiten mehr Spaß.

    Die Karten haben für mich auch entscheidende Vorteile gegenüber klassischen Malbüchern. Die Motive sind zum eine überschaubar, so dass die jüngeren Kinder diese problemlos schaffen. Gerade für meine beiden Linkshänder entfällt das unbequeme Liegen der Hand auf der Mitte des aufgeschlagenen Buches. Der Clou an den Karten ist, dass sie auf der Rückseite ein Widmungsfeld haben, das man mit Namen "Von:" und "Für" beschriften und dann verschenken kann. Dass die Ausmalbilder so einen Zweck haben, motiviert zusätzlich. Vor allem meine Kleine beglückt damit gern ihre Kindergartenfreund*innen. Die Karten lassen sich toll an die Wand pinnen und passen auch in handelsübliche Bilderrahmen. Auch das sieht sehr hübsch und dekorativ aus und macht die Kinder stolz auf ihre Werke.

    Zu den zauberhaften Motiven gehört so ziemlich alles, was das Herzen meiner Kinder begehren: Prinz und Prinzessin, Einhörner, Meermenschen, Hexe, Zauberhut, Regenbogen, Zauberhut, Schloss und vieles mehr. Auch Märchenmotive wie der Froschkönig sind dabei. Der Schwierigkeitsgrad der Ausmalbilder variiert etwas, so dass die Box auch noch was für größere Kinder bietet. Bei den Farben zum Ausmalen haben sie freie Auswahl, denn es funktionieren sowohl Bunt- und Filzstifte, als auch Wachsmalkreiden und Wasserfarben. Gerade bei letzteren weicht nichts durch das starke Papier der Karten. Wir sind begeistert von der tollen Box und können sie genauso empfehlen wie die Stickersets. Einfach eine tolle Beschäftigungsmöglichkeit für unterweg oder zuhause, als Mitbringsel oder kleines Geschenk. 5 Sterne
    Die Ponys von Lillasund 3. Winterzauber im Stall

    Kathrin Lena Orso
    Die Ponys von Lillasund 3. Winterzauber im Stall (Buch)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    22.10.2025

    Immer wieder schön auf Lillasund

    Der Winter kehrt ein auf Lillasund. Ida und Elsa reiten durch den Schnee. Es gibt einen tollen Weihnachtsmarkt und die Reitschüler des benachbarten Gutes proben für eine Weihnachtsaufführung samt Ponys. Als zwei Teilnehmer ausfallen, ist es an den beiden Freundinnen, diese zu ersetzen. Ida ist beim Gedanken daran erstmal gar nicht wohl. Zudem scheint ihre Mama ein Geheimnis zu haben, über das sie nicht mit Ida spricht. Als wäre das noch nicht genug, passieren seltsame Dinge im Ort. Ob dafür wirklich Wichtel verantwortlich sind?

    Hach ja, wäre doch nur überall Lillasund, dann wäre die Stimmung gut und wenn doch mal etwas nicht passt, findet man friedliche Lösungen. Wir kehren immer wieder gern auf die Insel zu Ida, Elsa und den anderen Bewohnern zurück. Gerade in diesem Band wird die winterlich-weihnachtliche Atmosphäre von Kathrin Lena Orso so schön eingefangen und beschrieben, dass man sich mit am Weihnachtsmarkt und auf den verschneiten Pfaden wähnt. Neben den Vorbereitungen für die große Weihnachtsaufführung gibt es jedoch nicht nur Friede, Freude, Eierkuchen, doch wie Ida und ihre Freunde damit umgehen ist vorbildlich. Es ist toll, dass sie bei allem zusammenhalten und füreinander da sind. Ein gutes Beispiel, das Kindern beim Lesen wichtige Werte an die Hand gibt.

    Besonders gut haben uns die vielen kleinen und großen Bräuche und Feste gefallen, die man in Schweden in der Weihnachtszeit pflegt. Sei es das Wichteln, das Sankta Lucia Fest mit stimmungsvollem Licht oder das typisch schwedische Weihnachtsgebäck. Gemeinsam mit Ida lernt man Land und Leute immer besser kennen und lieben. Man wünscht sich einfach, dort zu sein und mitzufeiern. Grandios ist auch die Idee der Aufführung der Weihnachtsgeschichte von Charles Dickens auf den Ponys. Da kommen kleine Pferdefans voll auf ihre Kosten.

    Das Buch ist für geübte Leser*innen ab etwa 7 Jahren bestens geeignet. Die Kapitel sind überschaubar und enden oft so, dass man schon neugierig auf das nächste ist. Zudem helfen die wunderschönen sw-Illustrationen ein wenig beim Textverständnis, lockern den Text auf und sorgen dafür, dass sich die Kinder alles noch besser vorstellen können Wir sind große Fans der Reihe und freuen uns riesig auf den nächsten Band. Denn wir sind schon gespannt, wie manche Neuigkeiten aus diesem Band sich weiterentwickeln. Auch wenn Band 3 zur Weihnachtszeit spielt, kann man ihn wunderbar auch unabhängig von der Jahreszeit lesen. 5 Sterne
    Thea Magica, Band 1 - Das Geheimnis von Port Mint

    Vivien Verley
    Thea Magica, Band 1 - Das Geheimnis von Port Mint (Buch)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    21.10.2025

    Tolle Geschichte(e) voller Freundschaft, spannender Teemagie und mit einem gefährlichen Gegner

    Robin hat es gerade echt nicht leicht. Mit ihrer Mutter und ihrer kleinen Schwester ist sie gerade nach Port Mint zu ihrer Oma gezogen. Und als wäre es nicht schlimm genug, dass sie niemanden kennt, muss sie auch noch ohne ihre beste Freundin zum First Flush, bei dem ihr ihre Magie offenbart wird. Diese steckt in jedem, wird vererbt und durch einen besonderen Tee hervorgerufen. Die beiden zur Wahl stehenden Fähigkeiten sind auch noch alles andere als besonders. Doch dann geschieht Unglaubliches. Robin ist eine Gedankenleserin. Diese Magie ist verboten und niemand darf davon erfahren. Schnell wird klar, dass es jemand auf sie abgesehen hat. Zum Glück lernt Robin aber schnell neue Freunde kennen, die ihr beistehen.

    Die Idee des Buches fand ich toll. Mal was ganz Neues. Dazu ist das Buch noch eine echte Schönheit, außen wie innen, und macht neugierig auf den Inhalt. Das Cover setzt den Tee, der eine große Rolle spielt, perfekt in Szene und auf den Seiten finden sich verspielte Rahmen mit Pflanzenmotiven und am Kapitelanfang jeweils ein Bild. Auch zwischendrin werden die Abschnitte hin und wieder von einer Teetasse aufgelockert. Die Optik ist wunderbar und man möchte sich einfach mit einem Tee in den Sessel kuscheln und lesen. Der Einstieg gelingt ganz leicht, denn man kann sofort mit der Protagonistin Robin mitfühlen, die gerade erst neu in der Stadt sofort und ohne Freundin zum First Flush muss, wo jeder sie beobachten kann, wenn sie herausfindet, ob sie die Magie ihrer Mutter oder ihres Vaters geerbt hat. Letzterer hat die Familie vor Jahren verlassen und Robin weiß nichts über ihn. Der Abend läuft dann auch ganz anders und sehr überraschend ab. Mit der unerwarteten Fähigkeit kehrt bei Ro die Angst ein, denn niemand darf ihre wahre Fähigkeit erfahren. Doch wie soll sie die in der Teestunde, dem Magieunterricht, geheimhalten? Das sorgt für Spannung.

    Schneller als gedacht lernt Robin neue Freunde kennen, wobei nicht alle gleich so begeistert sind von ihr wie die stürmische und immer gut gelaunte Mailin. Ihr Freund Cornelius zum Beispiel ist sehr reserviert und wir hatten lange den Verdacht, dass mit ihm irgendetwas nicht stimmt. Tatsächlich hat so mancher Bewohner von Port Mint Geheimnisse. Einige von ihnen werden im Laufe der Geschichte aufgedeckt. Auch die Geschichte des Ortes und des magischen Tees ist interessant, denn darin spielen Piraten ebenso eine Rolle, wie ein mysteriöser Schatz. Zu guter Letzt ist da noch ein unerkannter Gegner, der Anführer einer rebellischen Gruppe, der Robin gefährlich werden könnte. Seine Identität ist zunächst ungeklärt und man kann wunderbar spekulieren. Findige Leser*innen werden eventuell schnell einen Verdacht haben, das ist aber auch der einzige Kritikpunkt, den man anbringen kann.

    Die Schreibart von Vivien Verley ist sehr verständlich, aber nicht zu einfach. Die Altersangabe ab 10 Jahren passt perfekt, denn die Kapitel sind überschaubar und übersichtlich. Die Magiearten werden gut erklärt und auch sonst ist die Sprache sehr bildlich. Dazu spielt die Autorin auf kreative Weise mit dem Wort Tee. Es gibt z.B. das Magisteerium oder ein Zertifikat, das T. E. A. abgekürzt wird, einen Lehrer mit dem Nachnamen Cup usw. Das ist wirklich gut gemacht und es macht sehr viel Spaß die Geschichte zu verfolgen. Vor allem an den Stellen, an denen es für die Kinder brenzlig wird, baut Vivien Verley immer wieder tolle Spannungsbögen ein. So ist der erste Band von Thea Magica bestes Lesefutter, das wir nur empfehlen können. Da freut man sich doch auf den nächsten Band, der im Februar 2026 erscheinen wird. 5 Sterne
    Krawall im Klassenzimmer 01 - Hitzefrei für alle!

    Anja Janotta
    Krawall im Klassenzimmer 01 - Hitzefrei für alle! (Buch)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    21.10.2025

    Konkurrenzkampf in der Schule

    Als Nils aus der 5a Fritzi einen Ball ins Gesicht wirft und so beim Turnier gewinnt, erklärt sie der Lieblingsklasse der Rektorin den Krieg. Diese Entwicklung greift die Schülerzeitung "Das blaue Auge" sofort auf und ruft einen Streichewettbewerb an der Schule aus. Die krasseste Aktion gewinnt. Fritzi legt gut vor, doch auch Nils hat so einige Ideen auf Lager. Doch dann kommt es ganz anders, als die unbeliebte Rektorin zum 50. Schulgeburtstag nicht alle Schüler*innen und Lehrkräfte einlädt.

    Ich muss zugeben, den Beginn der Geschichte fand ich ein bisschen übertrieben, was die Begründung und die Streiche anbelangt. Fritzi reagiert schon ziemlich heftig beleidigt. Aber gut, das ist nur der Aufhänger für eine Reihe an witzigen Aktionen, die junge Schüler*innen sicher lustig finden. Auch der Konkurrenzkampf ist verständlich, werden doch die Schüler*innen der 5a immer von der Rektorin bevorzugt. Warum, war nur eine Frage, die wir uns da gestellt haben. Toll ist die nahezu allwissende Schülerzeitung, die zwischen den Kapiteln immer wieder ihre Kommentare abgibt und die konkurrierenden Klassen zu mehr Einfallsreichtum anspornt. Man hat ständig das Gefühl, dass das "blaue Auge" mehr weiß, als alle anderen und wir haben uns immer gefragt, wer dahinter steckt.

    Vielfältig sind die Charaktere, die Anja Janotta im ersten Band ihrer neuen Reihe "Krawall im Klassenzimmer" zeichnet. Von den beiden Hausmeisterinnen über den Kioskbesitzer und die seltsame Rektorin, sind alle sehr besonders, vielleicht sogar etwas überspitzt dargestellt, was uns gut gefallen hat. Auch die Entwicklung, die die Schüler*innen im Laufe der Handlung durchmachen hat uns überzeugt und es war richtig schön, diese bis zu einem witzigen und unerwartet friedvollen Ende zu verfolgen.

    Krawall im Klassenzimmer gehört zum READY Programm des Verlags, welches Bücher für alle bietet, die EINFACH lesen wollen. Das gelingt mit dem Buch sehr gut, denn die Schrift ist perfekt für den Übergang von Erstlesebüchern zu dickeren Kinderbüchern. Die Schrift ist noch relativ groß, der Text übersichtlich gestaltet. Zudem sind die Kapitel nicht zu lang und werden aufgelockert von schönen sw-Illustrationen. Vor allem Kinder, die sich beim Lesen noch schwer tun, halten mit "Hitzefrei für alle" ein Buch in den Händen, das kurzweilig ist und ihnen Erfolgserlebnisse garantiert. Wir sind gespannt, wie es weitergeht. 4,5 Sterne
    Heart of Night and Fire

    Nisha J. Tuli
    Heart of Night and Fire (Buch)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    15.10.2025

    Viele offene Fragen schaffen Sogwirkung

    Zarya lebt seit sie klein war in einer versteckten Hütte. Row hält sie dort gefangen, unterrichtet sie und seine Lehrling Aarav jedoch auch in den Kampfkünsten. Zaryas Magie hingegen ist nicht der Rede wert. Als ihr Aufpasser nicht mehr auftaucht und auch sein Bann nicht mehr wirkt, flieht die junge Frau, trifft aber bald auf in Not geratene Wachen und landet so in der Stadt, der letzten Bastion zwischen der heilen Welt und einer Seuche, die sich über dem Land ausbreitet. Immer mehr gefährliche Dämonen und Wesen greifen die Stadt an. Zarya schließt sich dem Widerstand an und findet im Kommandanten Vikram jemanden, der ihr Herz höher schlagen lässt. Doch da taucht ein Buch auf, auf dessen Seiten Zarya ihr eigenes Gesicht erblickt. Könnte das ihre Mutter sein?

    Mein erstes Buch von Nisha J. Tuli hat mich positiv überrascht. Ich mochte sofort den ausgefeilten, aber nicht zu komplizierten oder weitschweifigen Schreibstil, der vor meinem inneren Auge eine wundersame Welt entstehen ließ, die von indischem Einfluss und indischer Mythologie geprägt ist. Es wimmelt von Begriffen, die eindeutig aus dieser realen Gegend stammen, gemischt wird das Reale mit vielen bösartigen und wundersamen Wesen, mal brutal und blutrünstig, mal rätselhaft und schön. Anders als manche Fantasyautor*innen benötigt Tuli dazu nicht übermäßig viele Worte. Trotzdem ist das Worldbuilding exzellent. Für schwierige Begriffe gibt es am Ende ein Glossar. Leider aber nicht für die ganzen Personen namen.

    Die Charaktere sind interessant gezeichnet und vor allem Zaryas Herkunft und Wesen geben Rätsel auf. Warum wurde sie von Row, der wie ein Einsiedler anmutet festgehalten und durfte das Gebiet um die Hütte nicht verlassen? Warum sollte sie keine Magie wirken? Wo kommt sie überhaupt her? Fragen wie diese ziehen sich durch das ganze Buch und entwickelten einen Sog, dem ich mich kaum entziehen konnte. Auch die Nebenfiguren, wie der Kommandant, Aarav oder die Prinzessin und die Magier in der Stadt, tragen dazu bei, dass man begierig weiterliest, damit die Zusammenhänge klarer werden. Hinzu kommen seltsame Träume oder Visionen, die einen geheimnisvollen Fremden zeigen, mit dem Zarya in Verbindung zu stehen scheint. Alles wirkt mysteriös. Was mir auch mega gut gefallen hat, war der Wechsel zwischen diesen ruhigeren Szenen und den blutigen, actionreichen Kampfszenen mit den Monstern der Welt. Es gibt einige gefährliche Situationen zu meistern, die die Leser*innen nicht kalt lassen dürften. Am Ende blieben zwar Fragen offen, aber mir war auch schon vorher klar, dass ich die Fortsetzung unbedingt werde lesen müssen. Hielt ich Zarya anfangs für etwas zu vertrauensselig, wandelte sie sich schon in diesem Band zu einer starken Kämpferin, die an sich ungeahnte Fähigkeiten entdeckt. Nun will ich natürlich auch wissen, wie sie diese nutzen wird. 4,5 Sterne
    Vulva!

    Nadine Beck
    Vulva! (Buch)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    12.10.2025

    Hier wird kein Blatt vor den Mund genommen - gut so!

    Sehr einfühlsam und in ruhig-sachlichem Ton klären hier zwei Expertinnen über die Vulva auf. Was ist das überhaupt, was kann sie, sehen alle gleich aus, welche Namen gibt es noch? Mir gefiel gleich zu Beginn, dass betont wird, dass man sich Zeit mit der Lektüre lassen kann, immer nur soweit liest, wie man sich wohlfühlt. Tatsächlich war meine Tochter sehr skeptisch, hat dann aber doch das Buch immer mal wieder zur Hand genommen und in kleinen Dosen die Informationen auf sich wirken lassen. Etwas besonders sind kleine Anleitungen, den eigenen Körper zu ertasten, sofern man das möchte und sich gut dabei fühlt. Das erscheint vielleicht anfangs etwas seltsam, doch ist es wichtig den eigenen Körper genau zu kennen, um ihn zu akzeptieren und - ganz wichtig - auch vor Handlungen zu schützen, die man nicht möchte.

    Die Illustrationen sind comicartig, bund und frech, richtige Hingucker. Wir finden die verschiedenen vermenschlichten Körperteile sehr witzig. Junge Mädchen, aber auch diejenigen, die zu einem anderen Geschlecht gehören, werden hier sanft, aber ohne Blatt vor dem Mund und falsche Scham mit Wissen über dieses besondere Organ versorgt. Sei es nun die Entstehung, die Menstruation und weitere Veränderungen in der Pubertät, Schwangerschaft und Geburt oder der Besuch bei einer/einem Gynäkologin/-en, hier steht alles Wichtige verständlich drin. Selbst gängige Fake News werden ausgeräumt. Ein wichtiges Buch, um selbstbestimmt mit dem eigenen Körper umzugehen und ihn als etwas Positives zu erkennen. 5 Sterne
    Magic Island - Zauber des Vergessens (Magic Island, Bd. 2)

    Andreas Suchanek
    Magic Island - Zauber des Vergessens (Magic Island, Bd. 2) (Buch)

    4 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern
    05.10.2025

    Besser als der erste Band

    Julian wacht nach einem Unfall im Krankenhaus auf. Noch immer erinnern sich weder seine Eltern noch sein bester Freund Milo an ihn. Es ist, als hätte es ihn nie gegeben. Zum Glück gibt es die magische Insel Elenum und die anderen Helden, die Julian unterstützen. Sie erfahren, dass ihr Rivale Caleb den Zauber des Vergessens gegen Julian gewirkt hat. Gemeinsam müssen sie an die alten Aufzeichungen über diesen Zauber gelangen. Doch immer wieder stellt Caleb sich ihnen in den Weg. Er scheint immer einen Schritt voraus zu sein. Wird Julian für immer vergessen bleiben?

    Zugegeben. Vom ersten Band der Reihe war ich etwas enttäuscht, aber er endete mit einem Knaller-Cliffhanger, der neugierig auf den neuen Band machte. So offen, wollte ich die Reihe dann doch nicht stehen lassen. Und tatsächlich fand ich sofort wieder ins Geschehen, das direkt an den ersten Band anschließt. Diesen sollte man für das Verständnis der Zusammenhänge trotz einiger Schwächen gelesen haben. Diesmal gelang es dem Autor, die Hintergründe und das Geschehen besser und anschaulicher zu beschreiben. Ich hatte immer das Gefühl nah an der Handlung zu sein, die für mich in weiten Teilen auch logisch war. Da sie aber auch eine Zeitreise enthält, muss man schon aufmerksam lesen. Mir gefiel, wie die Verzweiflung von Julian, der von allen außer den Helden vergessen wurde, hier das Buch durchdringt. Man konnte sich da wirklich gut einfühlen. Auch die Einrichtung des Räumlichkeiten auf Elenum gefiel mir gut, sowohl die speziellen Heldenräume als auch das Archiv, in welches die Kinder reisen müssen, um den Zauber zu finden.

    In der Vergangenheit, die sie ebenfalls aufsuchen müssen, lief es mir allerdings etwas zu glatt. Dafür war der epische Kampf, der später noch folgt, sehr actionreich. Vor allem aber die überraschenden Wendungen, auf die man hier vollkommen unerwartet zusteuert, haben mich dann wirklich erstaunt und ein erneuter Cliffhanger sorgt wieder dafür, dass man weiterlesen möchte. Eine Schwäche bleibt jedoch. Bis auf den verzweifelten Julian konnte ich mich nicht wirklich in die Charaktere einfühlen. Da war immer eine gewisse Distanz, bzw. blieben die Helden in weiten Teilen zu blass, obwohl sich die Beschreibung der Handlung und der Umgebung wirklich verbessert hat. Daher gibt es diesmal 4 Sterne.
    Sepia 2: Sepia und die Verschwörung von Flohall

    Theresa Bell
    Sepia 2: Sepia und die Verschwörung von Flohall (Buch)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    02.10.2025

    Wieder ein begeisterndes Abenteuer voller Magie

    Bald steht für Sepia und ihre beiden Lehrlingsfreunde die erste Prüfung an. Doch in Flohall passieren wieder seltsame Dinge, denen die drei auf den Grund gehen wollen. Zudem besuchen sie heimlich und unerlaubterweise ein besonderes Theaterstück, das in einer Beinahekatastrophe endet. Irgendjemand scheint sich hier die Vergangenheit von Flohall zunutze machen zu wollen uns schreckt vor nichts zurück. Sepia, Niki uns Sanzio stürzen sich erneut in Gefahr, um der Sache auf den Grund zu gehen.

    Ich war schon vom ersten Band über Sepia, Flohall und die Tintenmagie so begeistert, da war auch der zweite Band ein Must-Read. Und es hat sich auch diesmal wirklich gelohnt, denn kaum bin ich in die Welt mit ihren seltsamen Wesen und Zaubern eingetaucht, war ich erneut in ihrem Bann. Vor allem Sepia und ihre Freunde entwickeln sich weiter, werden etwas erwachsener, wenngleich sie immer noch recht unvernünftig sind, wenn es um ihre Ermittlungen und das aufspüren von Geheimnissen geht. Die Meister verhalten sich seltsam und auch in Flohall scheint etwa im Argen zu liegen. Man möchte unbedingt mehr erfahren, gerade weil sich hier die weltlichen Kräfte der Stadt sehr einmischen. Man weiß nicht so recht, wem man da trauen kann.

    Ganz toll fand ich die Szenen im Theater, wo die Geschichte Flohalls aufgerollt wird, die sehr aufregend zwischen Wahrheit und Legende zu liegen scheint. Doch was hat die Geschichte mit den aktuellen Ereignissen zu tun. Dazu kommt noch, dass für zwei der Held*innen aus Band eins eine erste schwere Prüfung ansteht und beide angesichts komischer Vorfälle leicht verunsichert sind. Da kann man sich als Leser*in sehr gut ein- und mit den Figuren mitfühlen. Es gibt jede Menge Geheimnisse und unerwartete Wendungen. Obwohl ich doch recht früh auf jemanden als Drahtzieher getippt habe und sich das am Ende als richtig herausstellte, habe ich diesen tollen Kinderbuch-Schmöker einfach nur genossen und freue mich seitdem auf den nächsten Band, der im Frühjahr 2026 erscheinen soll. Allen, die gerne magische Geschichten voller Fantasie lesen, sei das Buch und die Reihe sehr ans Herz gelegt. Ich empfehle, die Bände in der richtigen Reihenfolge zu lesen, um kein Detail zu verpassen. 5 Sterne
    Du musst meine Hand fester halten, Nr. 104

    Susanne Abel
    Du musst meine Hand fester halten, Nr. 104 (Buch)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    21.09.2025

    Sehr berührend und fesselnd erzählt

    Ein kleiner Junge, gerade einmal drei Jahre alt, strandet nach dem Krieg allein in Deutschland und landet in einem Heim, wo man ihm den Namen Hartmut gibt. Die Erziehung der Schwestern dort beruht auf Gehorsam und Strafen. Seine einzige Verbündete dort ist die ältere Margret, deren Familie im Krieg umkam. Doch dann trennen sich ihre Wege. Während Margret bei ihren Verwandten umkommt, erfährt Hardy eine Kindheit voller Gewalt.

    Jahrzehnte später wird die kleine Emily von ihrer Mutter vernachlässigt und so übernehmen ihre Urgroßeltern Hardy und Margret das Sorgerecht für sie. Doch je älter das Kind wird, umso mehr fühlt sie sich von den Verboten ihrer Großmutter eingeengt. Sie ahnt nicht, welches Schicksal diese erleiden musste, denn Hardy und Margret wollten einfach nur vergessen. Und so ist es an Emily, die Wahrheit über deren Kindheit ans Licht zu bringen.

    Susanne Abel hat ein Händchen für Themen der neueren deutschen Geschichte. Ihr letzter Roman "Was ich nie gesagt habe" hatte mich schon sehr beeindruckt. Nun hat mich dieser noch mehr berührt, was vor allem daran liegt, wie authentisch er erzählt wurde. Hardy, Margret und Emily, aber auch ihre Mutter Julia und ihre Großmutter Sabine werden so lebensecht dargestellt, als hätte man sie schon getroffen. Erzählt wird in zwei Zeitebenen, die von Henry Ankunft im Heim bis ins Jahr 1966 und von Emilys Aufnahme bei den Urgroßeltern bis in die Gegenwart erzählen. Da sich beide abwechseln, erfährt man so nur nach und nach vom Schicksal der beiden Kinder im Heim und den darauf folgenden Jahren. Diese Zeitebene hat es in sich. Zwar sind einem manche Tatsachen aus diesen Jahren bekannt, sie aber so offen und schonungslos erzählt zu bekommen, ist schon sehr aufreibend und lässt mich als Leserin sicher nicht kalt.

    Die spätere Zeitebene schildert, wie Emily aufwächst, wie die Urgroßmutter sie und auch die anderen Familienmitglieder gleichzetig zusammenhält, aber auch vor den Kopf stößt mit ihrem Hang zur Kontrolle. Es ist ein Hin und Her zwischen sich kümmern und das letzte geben. Susanne Abel transportiert wie selten eine Autorin die Gefühle, die Schicksale, die Hardy und Margret bis in die Gegenwart prägen und zeigt sehr deutlich, wie die Biografie das Leben und die nachfolgenden Generationen prägt, wie das Schweigen über dunkle Kapitel in der eigenen Geschichte sich auf die Nachkommen auswirkt. Sehr gern mochte ich Hartmut, der seiner Urenkelin trotz allem ein toller Begleiter und Freund ist und Dariusz, den verständnisvollen, hilfsbereiten Nachbarn, der Hardys Art versteht und sein Schicksal leider viel zu gut nachvollziehen kann. Dennoch treten die Probleme in der Familie deutlich zutage. Susanne Abel lässt dabei auch viel Raum für eigene Gedanken und Meinungen zum Verhalten der Protagonist*innen. So hallt das Buch noch lange nach und lässt mich über manche Dinge nachdenken. Dazu trug auch das informative und ergreifende Nachwort der Autorin bei, das eine Brücke schlägt zwischen Fiktion und geschichtlichem Hintergrund. Selten hat mich ein Buch mit solch schrecklichen Erlebnissen so gefesselt und berührt. Für ich ein Jahreshighlight und eine absolute Leseempfehlung. 5 Sterne
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