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    Shilo1 Top 50 Rezensent

    Aktiv seit: 24. Juni 2020
    "Hilfreich"-Bewertungen: 31
    668 Rezensionen
    Als uns die Hoffnung am Leben hielt

    Henriette Küpper
    Als uns die Hoffnung am Leben hielt (Buch)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    06.08.2025

    Ein Funken Hoffnung in tiefster Dunkelheit

    Henriette Küppers Roman „Als uns die Hoffnung am Leben hielt“ beruht auf einem wahren Ereignis – dem Grubenunglück von Lengede im Jahr 1963, das als das „Wunder von Lengede“ in die Geschichte einging. Schon der Gedanke, dass dieses Unglück wirklich passiert ist, verleiht dem Buch eine ganz besondere Intensität.
    Drei Menschen stehen im Mittelpunkt: der junge Bergmann Harald, der gerade erst anfängt, unter Tage zu arbeiten, die ehrgeizige Journalistin Simone, die sich beweisen will, und Antonio, der frisch Vater geworden ist. Sie alle verbindet das Schicksal – und eine Katastrophe, die ihr Leben auf einen Schlag verändert.
    Was mich beim Lesen tief berührt hat, war die stille Kraft, mit der Henriette Küpper erzählt. Ihre Sprache ist klar und unaufgeregt, aber voller Gefühl. Es sind nicht die großen Worte, sondern die kleinen Gesten, Gedanken und Ängste, die unter die Haut gehen. Man spürt die Dunkelheit, das Bangen, die Hilflosigkeit – und trotzdem auch den unerschütterlichen Glauben, dass es noch Hoffnung gibt.
    Mich hat besonders bewegt, wie sich in der Krise etwas sehr Menschliches zeigt: Mitgefühl, Zusammenhalt, kleine Zeichen von Mut. Die Figuren handeln nicht heroisch, sondern einfach menschlich. Und gerade das macht sie so glaubwürdig und nah.
    Einige Rückblenden hätten für meinen Geschmack etwas kürzer sein dürfen, doch sie stören den Erzählfluss kaum. Vielmehr geben sie den Figuren Tiefe und lassen erahnen, wie viel auf dem Spiel steht.
    Fazit:
    Ein bewegender Roman über ein wahres Ereignis, das unter die Haut geht – leise, eindringlich und aufrichtig. Er erzählt nicht nur von einem Unglück, sondern vor allem von Hoffnung, Menschlichkeit und innerer Stärke. Dieses Buch hallt nach. Nicht laut, aber dafür umso tiefer. 5 Sterne und eine klare Leseempfehlung.
    Three Things To Be Done | Mit wunderschönem Farbschnitt

    Jane Aiven
    Three Things To Be Done | Mit wunderschönem Farbschnitt (Buch)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    05.08.2025

    Drei Wünsche, ein Neuanfang – und der Mut zur Nähe

    "Three Things To Be Done" ist der zweite Band der Lanningtons-Reihe und erzählt die Geschichte von Emma, die nach einem schweren Jahr mit ihrer kleinen Tochter nach London zurückkehrt. Ihr Leben steht an einem Wendepunkt, drei unerfüllte Träume begleiten sie – und der Wunsch nach einem Neuanfang ist deutlich spürbar. Ian, dem sie dort begegnet, ist zunächst verschlossen und wirkt unnahbar. Doch ihre Wege kreuzen sich immer wieder, und langsam beginnt sich zwischen den beiden etwas aufzubauen, das zunächst zart und unausgesprochen bleibt.
    Die Figuren stehen im Zentrum dieses Romans. Emma ist feinfühlig gezeichnet, ihre Verletzlichkeit und gleichzeitige Entschlossenheit machen sie zu einer nahbaren, glaubhaften Protagonistin. Ihre Entwicklung ist leise, aber spürbar – sie gewinnt an Stärke, ohne laut zu werden. Ian wiederum ist ein eher ruhiger Gegenpart, dessen Verhalten und Wandel ebenfalls sehr authentisch wirken. Gemeinsam entfalten die beiden eine Dynamik, die ohne große Worte auskommt, aber dennoch viel Tiefe hat.
    Der Erzählton bleibt durchweg ruhig und atmosphärisch. Es geht weniger um große Wendungen als vielmehr um innere Bewegung. Themen wie Verlust, Selbstfindung und Vertrauen stehen im Vordergrund – und sie werden mit einer Zurückhaltung behandelt, die der Geschichte guttut. Kleine, fast alltägliche Szenen bringen Leichtigkeit hinein, etwa wenn der Strom ausfällt oder ein Spaziergang unerwartete Wendungen nimmt. Diese Momente geben dem Roman Charme und Wärme.
    Jane Aiven gelingt es, Emotionen greifbar zu machen, ohne sie auszustellen. Die Geschichte wirkt durchdacht, aber nicht konstruiert – und trotz der Zurückhaltung bleibt eine feine Spannung zwischen den Zeilen.
    Wer ruhige, tiefgründige Liebesromane mit glaubwürdigen Figuren und viel Gefühl sucht, findet in diesem Buch eine bewegende und unaufdringliche Geschichte über das, was möglich ist, wenn man sich selbst wieder erlaubt, zu hoffen. 5 Sterne und eine Leseempfehlung.
    Mein Name ist Emilia del Valle

    Isabel Allende
    Mein Name ist Emilia del Valle (Buch)

    4 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern
    04.08.2025

    Ein fesselndes Frauenschicksal im 19. Jahrhundert

    "Mein Name ist Emilia del Valle" ist ein bewegender historischer Roman, der mich von der ersten Seite an gepackt hat. Im Mittelpunkt steht Emilia, eine ebenso eigensinnige wie mutige Frau, die sich nicht den gesellschaftlichen Erwartungen unterordnet, sondern unbeirrt ihren eigenen Weg geht. Ihre Geschichte beginnt im San Francisco des 19. Jahrhunderts und führt uns über verschiedene Stationen bis nach Chile – dem Land ihrer Wurzeln, aber auch voller politischer Unruhen.
    Besonders beeindruckt hat mich Emilias Entwicklung: vom jungen Mädchen, das unter männlichem Namen Romane schreibt, hin zur mutigen Reporterin, die sich mitten in einem aufziehenden Bürgerkrieg wiederfindet. Ihr innerer Konflikt – zwischen der Suche nach Liebe, der Wahrheit über ihre Herkunft und ihrer beruflichen Leidenschaft – ist glaubhaft und berührend geschildert. Die Beziehung zu Eric, ihrem Kollegen, verleiht der Geschichte zusätzlich emotionale Tiefe, ohne dabei kitschig zu wirken.
    Allendes Schreibstil ist angenehm flüssig, bildreich und lebendig. Trotz der ernsten Themen liest sich das Buch locker, und man wird förmlich durch die Seiten getragen. Die historische Kulisse ist detailreich, aber nie überladen – man spürt die Atmosphäre der Zeit, ohne dass sie den Plot erdrückt.
    Für mich war dies das erste Buch von Isabel Allende, aber definitiv nicht das letzte. Wer starke Frauenfiguren, gut recherchierte Geschichte und einfühlsames Erzählen liebt, wird mit diesem Roman eine fesselnde Lektüre erleben. 4 Sterne und eine Leseempfehlung.
    Martha, Mon Amour. Eine verlorene Liebe

    Tereza Vanek
    Martha, Mon Amour. Eine verlorene Liebe (Buch)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    01.08.2025

    Bewegend, erschütternd, kraftvoll

    Dieses Buch hat mich tief berührt. Schon nach den ersten Seiten war ich ganz in Marthas Welt eingetaucht – ihre Trauer, ihre Sehnsucht, ihre Stärke haben mich sehr bewegt. Martha ist eine Frau, die nach dem Ersten Weltkrieg eigentlich schon mit ihrem Schicksal abgeschlossen hat. Doch dann begegnet sie Amir, einem tunesischen Kolonialsoldaten – und plötzlich öffnet sich ein ganz neues Kapitel in ihrem Leben.
    Ihre Entscheidung, mit ihm nach Paris zu gehen, fand ich unglaublich mutig. Sie lässt alles Vertraute hinter sich, nur aus Liebe. Das hat mir großen Respekt abgenötigt. Gleichzeitig war ich oft auch entsetzt und traurig, weil die beiden so viel ertragen mussten: Ausgrenzung, Vorurteile und dann der Schrecken des Zweiten Weltkriegs, der alles überschattet. Besonders die Angst um ihre gemeinsame Tochter hat mich sehr mitgenommen.
    Die Geschichte hat viele Stellen, die zum Nachdenken anregen. Auch wenn die Handlung erfunden ist, spürt man, wie viel Wahres und Aktuelles darin steckt. Themen wie Rassismus, Ausgrenzung und politischer Hass sind leider auch heute noch erschreckend präsent. Gerade deshalb fühlt sich das Buch so wichtig und zeitnah an.
    Was mich besonders gefesselt hat, war der Stil: klar, einfühlsam und voller Emotionen. Ich konnte Martha richtig spüren – ihre Liebe, ihre Zweifel, ihre Hoffnung. Es war nicht immer leicht zu lesen, weil manche Szenen wirklich unter die Haut gehen. Aber genau das macht das Buch so besonders.
    Mein Fazit:
    „Martha, Mon Amour“ ist eine bewegende Liebesgeschichte – aber auch viel mehr als das. Es ist ein Roman über Mut, Anderssein, Verlust und die Kraft der Liebe in dunklen Zeiten. Ich habe es mit einem Kloß im Hals, aber auch mit Hoffnung im Herzen gelesen. Ein Buch, das nachhallt. 5 Sterne und eine klare Leseempfehlung.
    Die Nelkentochter

    Tessa Collins
    Die Nelkentochter (Buch)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    31.07.2025

    Eine berührende Reise zu den Wurzeln

    Auch dieser dritte Teil der Blumentöchter-Saga von Tessa Collins ist eine bewegende Geschichte, die mich von der ersten Seite an emotional gepackt hat. Nach dem Tod ihrer Großmutter fühlt sich Lali verloren und orientierungslos. In der Gärtnerei entdeckt sie Gedichte ihrer Mutter, die sie früh verlassen hat – diese Zeilen berühren sie tief und wecken in ihr eine sehnsuchtsvolle Suche nach Antworten. Mutig verlässt sie ihr vertrautes Leben in Cornwall und reist nach Sri Lanka, um den Spuren eines alten Familiengeheimnisses zu folgen.
    Der Schreibstil ist flüssig und leicht verständlich, was mir das Eintauchen in die Geschichte sehr angenehm gemacht hat. Besonders eindrucksvoll fand ich die Beschreibungen von Sri Lanka. Ich konnte die Wärme auf der Haut spüren, den Duft der Teesträucher riechen und die Farben der Landschaft förmlich sehen. Diese lebendige Kulisse hat mich tief in die Handlung hineingezogen.
    Während des Lesens war ich von vielen Gefühlen begleitet. Ich spürte Lalis Unsicherheit und Traurigkeit, ihre Sehnsucht nach Zugehörigkeit und Liebe, aber auch die leise Hoffnung, dass sie ihren Platz in der Welt doch noch finden würde. Die Gedichte ihrer Mutter haben mich emotional berührt, und ich konnte ihren inneren Schmerz sehr gut nachempfinden. Als sie schließlich in Sri Lanka Antworten findet und sich ihrer Vergangenheit stellt, war ich tief bewegt.
    Lalis Entwicklung im Laufe der Geschichte hat mich besonders berührt. Aus der stillen, zurückhaltenden Frau wird jemand, der zunehmend Klarheit, Stärke und Selbstvertrauen gewinnt. Das passiert nicht plötzlich, sondern in kleinen, glaubwürdigen Schritten, die ich sehr authentisch fand. Auch die Einblicke in die Vergangenheit ihrer Mutter haben die Geschichte für mich noch emotionaler und greifbarer gemacht.
    „Die Nelkentochter“ ist für mich eine wunderbare Mischung aus Familiengeheimnis, Selbstfindung und der besonderen Atmosphäre eines fremden Landes. Es ist ein leises, gefühlvolles Buch, das lange nachhallt – voller Wärme, Hoffnung und innerer Kraft. Ich habe es mit viel Herz gelesen und kann es jedem empfehlen, der gerne tief in emotionale Geschichten eintaucht. 5 Sterne.
    Wo die Moltebeeren leuchten (Die Norrland-Saga, Bd. 1)

    Ulrika Lagerlöf
    Wo die Moltebeeren leuchten (Die Norrland-Saga, Bd. 1) (Buch)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    31.07.2025

    Eine Familiensaga, die bewegt

    Ulrika Lagerlöf entführt uns mit ihrem Roman tief in die Wälder Nordschwedens, ein Ort voller Geheimnisse, Sehnsüchte und längst vergangener Geschichten. Der Auftakt der Norrland-Saga spielt auf zwei Zeitebenen, die gekonnt miteinander verwoben werden und eine bewegende Familiengeschichte über Generationen hinweg erzählen.
    Im Jahr 1938 begleiten wir die junge Siv, die in einer Zeit großer Entbehrungen ihre Kindheit hinter sich lässt. Als sie in ein abgelegenes Holzfällerlager geschickt wird, um dort als Köchin für zehn Männer zu arbeiten, beginnt für sie ein neues, hartes Leben. Doch gerade in der Abgeschiedenheit und rauen Natur entdeckt Siv ein Gefühl von Freiheit und begegnet der ersten Liebe, die nicht sein darf. Ihre Geschichte ist geprägt von Mut, Pflichtgefühl und einer inneren Stärke, die tief berührt.
    Im Jahr 2022 kehrt Eva, eine PR-Beraterin, in das Dorf ihrer Kindheit zurück, um im Auftrag eines Forstunternehmens ein heikles Abholzungsprojekt zu rechtfertigen. Doch je länger sie dort ist, desto mehr spürt sie, dass ihre eigene Vergangenheit eng mit dem Schicksal der Region verwoben ist. Was als berufliche Mission beginnt, wird für sie zur persönlichen Spurensuche. Die Konfrontation mit Umweltaktivisten, den Sámi und nicht zuletzt mit ihrer eigenen Geschichte macht aus Eva eine Figur, die sich neu finden muss.
    Besonders gelungen ist Frau Lagerlöfs atmosphärische Schilderung der nordschwedischen Landschaft. Die Wälder, das Klima, die Moltebeeren, sie werden fast zu eigenen Figuren im Buch. Auch der Einblick in das Leben der Sámi und die ungerechte Behandlung dieses indigenen Volkes durch den schwedischen Staat verleihen dem Roman Tiefe und gesellschaftliche Relevanz.
    Während die Gegenwartshandlung rund um Eva stellenweise etwas blass bleibt, zieht der Erzählstrang um Siv mit seiner emotionalen Dichte und Authentizität besonders in den Bann. Ihre Entwicklung vom Mädchen zur jungen Frau ist feinfühlig und glaubwürdig gezeichnet. Man leidet, hofft und liebt mit ihr und wünscht ihr ein besseres Leben, als es ihr letztlich möglich ist.
    Es ist ein bewegender, vielschichtiger Roman über Familie, Herkunft und das Erbe der Vergangenheit. Die Autorin schafft es, historische und persönliche Themen zu einem großen Ganzen zu verweben – mit leisen Tönen, aber nachhaltiger Wirkung. Wer gerne tiefgründige Geschichten mit starkem Setting und einer Prise Melancholie liest, wird diesen Auftakt der Norrland-Saga sicher nicht so schnell vergessen.
    Fazit: Ein gefühlvoller Roman über Verbundenheit, Verlust und den langen Schatten der Geschichte. Eindrucksvoll erzählt vor der Kulisse der schwedischen Wälder. Ein gelungener Auftakt einer großen Familiensaga, die sicherlich noch viel Raum für weitere spannende Weiterentwicklungen bietet.
    Ich freue mich schon sehr auf die Fortsetzung "Wo das Feuerkraut blüht", die allerdings erst im Mai 2026 erscheinen wird.
    5 Sterne und eine klare Leseempfehlung.
    Das Fräulein Buchhändlerin

    Martina Bergmann
    Das Fräulein Buchhändlerin (Buch)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    31.07.2025

    Zwischen Buchduft und Selbstbestimmung

    Martina Bergmann entführt uns in ihrem Roman in das Jahr 1965 nach Bielefeld, in eine Zeit, in der von Frauen noch erwartet wurde, brav zu heiraten und sich der Rolle der Ehefrau und Mutter unterzuordnen. Doch Amanda, die junge Buchhändlerin, will mehr vom Leben. Mit leiser Entschlossenheit, klarem Verstand und einer Portion Sturheit verfolgt sie ihren eigenen Weg: Statt sich in eine traditionelle Rolle drängen zu lassen, nutzt sie die Gelegenheit, die Buchhandlung ihres Chefs zu übernehmen, und stellt sich damit nicht nur wirtschaftlichen Herausforderungen, sondern vor allem den gesellschaftlichen Vorurteilen ihrer Zeit.
    Besonders beeindruckend ist die Art, wie Amanda sich behauptet: nicht laut, nicht rebellisch im klassischen Sinn, sondern mit einer inneren Stärke, die gerade durch ihre Zurückhaltung umso kraftvoller wirkt. Frau Bergmann beschreibt diesen Emanzipationsprozess mit viel Feingefühl und einem wachen Blick für die Zwischentöne. Ihre Sprache ist klar, klug und atmosphärisch. Man fühlt sich mitten im Alltag der 60er Jahre, spürt den Duft von Kaffee in der Buchhandlung und hört das Knarzen der Holzböden unter den Füßen.
    Der Roman ist nicht nur eine liebevolle Hommage an den Buchhandel, sondern auch ein stilles Plädoyer für Selbstbestimmung und Mut. Amanda ist eine Figur, die man bewundert. Nicht, weil sie laut aufbegehrt, sondern weil sie unbeirrt ihren eigenen Weg geht, allen Widerständen zum Trotz.
    Ein wunderbares Buch über das Kämpfen ohne großes Aufsehen, über das Festhalten an Träumen und über die Kraft, die in der Stille liegt. Absolut lesenswert – besonders für alle, die sich für weibliche Lebenswege jenseits der Konventionen interessieren.
    Fazit: Ein starker Roman mit einer großartigen Hauptfigur; berührend, authentisch und inspirierend. Uneingeschränkte Leseempfehlung! 5 Sterne.
    Ibicaba

    Eveline Hasler
    Ibicaba (Buch)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    29.07.2025

    Zwischen Hoffnung und Ausbeutung

    Eveline Haslers Roman "Ibicaba" ist eine eindrucksvolle literarische Aufarbeitung eines weitgehend unbekannten Kapitels der Schweizer Auswanderungsgeschichte. Im Zentrum steht die tragische Reise von 265 Auswanderern aus verschiedenen Schweizer Kantonen, die 1855 in der Hoffnung auf ein besseres Leben nach Brasilien aufbrechen – und dort statt eines Paradieses Ausbeutung, Hunger und Elend vorfinden.
    Hasler schildert die Ereignisse mit großer Detailtreue und spürbarer Empathie für die Figuren. Besonders beeindruckend ist, wie sie historische Fakten und Zeitdokumente geschickt in die Handlung einwebt. Dadurch erhält der Roman eine Authentizität, die den Leser mitten in die Zeit und das Lebensgefühl der damaligen Menschen versetzt. Die Zustände auf der Plantage Ibicaba, wo die Auswanderer unter sklavereiähnlichen Bedingungen arbeiten müssen, werden schonungslos, aber nicht reißerisch dargestellt.
    Der Schreibstil ist zu Beginn etwas gewöhnungsbedürftig, da Frau Hasler auf wörtliche Rede verzichtet. Diese ungewöhnliche Erzählweise verlangt zunächst eine gewisse Umstellung, doch schon nach kurzer Zeit entfaltet der Text eine eigene Dynamik und Tiefe, die den Leser mitnimmt.
    Besonders berührend ist die Figur des Thomas Davatz, der sich nicht mit der Ungerechtigkeit abfindet und durch seinen Mut zur Wahrheit eine wichtige Rolle für die Aufklärung in Europa spielt. Die Solidarität der anderen Auswanderer – auch der deutschen – zeigt, dass Menschlichkeit selbst unter härtesten Bedingungen möglich ist.
    Insgesamt ist "Ibicaba" ein wichtiges, aufrüttelndes und sehr lesenswertes Buch. Es macht deutlich, wie nah vergangenes Leid oft noch ist und wie stark die Hoffnung auf ein besseres Leben Menschen antreiben kann – selbst wenn sie dafür alles riskieren müssen. Ein Stück Geschichte, das nachhallt. 5 Sterne und eine Leseempfehlung.
    The Escape Artist

    Wilfried Meichtry
    The Escape Artist (Buch)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    27.07.2025

    Vom NS-Helden zur historischen Figur

    Mit "The Escape Artist" legt Wilfried Meichtry eine außergewöhnliche Biografie vor, die weit mehr ist als die Erzählung eines spektakulären Ausbruchs aus der Kriegsgefangenschaft. Im Mittelpunkt steht Franz von Werra, ein deutscher Jagdflieger, der durch seine waghalsigen Fluchtversuche in britischer Gefangenschaft zur Legende wurde – gefeiert von der NS-Propaganda, verfilmt von den Briten, und zugleich eine schillernde wie ambivalente Figur der Zeitgeschichte.
    Doch Meichtry geht tiefer: Er erzählt nicht nur die packende Geschichte eines Mannes auf der Flucht, sondern deckt eine kaum bekannte Wahrheit auf. Denn Franz von Werra war nicht Deutscher, sondern Schweizer Herkunft. Als Säugling zusammen mit seiner Schwester Emma von einer verarmten Adelsfamilie an eine deutsche Familie gegeben, wurde seine wahre Herkunft jahrzehntelang verschleiert. Meichtry folgt in seinem Buch nicht nur Franz’ Lebensweg, sondern zeichnet auch das Schicksal seiner Schwester Emma nach, deren Lebensgeschichte mit der ihres Bruders untrennbar verwoben ist.
    Besonders eindrücklich ist die Art der Darstellung. Das Buch enthält zahlreiche Briefe, die einen persönlichen und intimen Einblick in die Gedanken- und Gefühlswelt der Geschwister geben. Im Epilog werden zudem originale Dokumente präsentiert, die die historischen Hintergründe untermauern. Ergänzt wird der Text durch Originalfotografien, die den Menschen Franz von Werra und seine Familie für den Leser greifbar machen und dem historischen Stoff eine emotionale Tiefe verleihen.
    Stilistisch ist Meichtrys Werk lebendig und präzise, seine Sprache klar und gleichzeitig einfühlsam. Er vermeidet einseitige Heldenerzählungen und stellt vielmehr die Widersprüche in Franz von Werras Leben in den Vordergrund – ein Kriegsheld und Propagandafigur, der in Wahrheit ein entwurzelter Mensch auf der Suche nach Identität war.
    "The Escape Artist" ist eine bewegende, hervorragend recherchierte und vielschichtige Biografie. Sie wirft ein neues Licht auf eine scheinbar bekannte Figur und erzählt zugleich eine berührende Geschichte über Herkunft, Loyalität, Geschwisterliebe und die Macht der Erinnerung. Ein bemerkenswertes Buch, das Geschichte persönlich macht – und persönlich berührt. 5 Sterne und eine Leseempfehlung.
    Die verlorenen Kinder vom Fjord

    Helen Parusel
    Die verlorenen Kinder vom Fjord (Buch)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    25.07.2025

    Ein Stück Geschichte, das unter die Haut geht

    „Die verlorenen Kinder vom Fjord“ von Helen Parusel ist ein zutiefst bewegender Roman, der ein lange verdrängtes Kapitel der Geschichte beleuchtet: die Lebensborn-Heime zur Zeit des Nationalsozialismus. Orte, an denen Frauen und Kinder systematisch entrechtet und instrumentalisiert wurden.
    Im Zentrum steht die junge Norwegerin Laila, deren Leben sich mit dem deutschen Einmarsch in Narvik dramatisch verändert. Ihre heimliche Liebe zu dem deutschen Soldaten Josef steht unter einem schlechten Stern. Nicht nur wegen des Krieges, sondern auch wegen gesellschaftlicher Ächtung. Als Laila schwanger wird und Josef an die Ostfront muss, sucht sie Schutz in einem Heim, das angeblich Hilfe bietet. Doch bald wird klar: Dieses Heim ist kein Zufluchtsort, sondern ein kaltes, grausames System, das den Müttern ihre Kinder entreißt.
    Helen Parusel erzählt Lailas Geschichte mit großer Emotionalität und viel historischer Tiefe. Besonders eindrucksvoll ist die Art und Weise, wie sie das Schicksal der Frauen und Kinder greifbar macht – realistisch, berührend und zugleich erschütternd. Man spürt die Beklemmung, die Angst und das Leid, aber auch den Mut der Frauen, die trotz aller Widrigkeiten für sich und ihre Kinder kämpfen.
    Was den Roman besonders stark macht, ist seine Mischung aus historischer Aufklärung und menschlichem Drama. Die Autorin zeigt, wie politisches Kalkül und rassistische Ideologie das Leben unschuldiger Menschen zerstören. Gleichzeitig lässt sie Hoffnung durchscheinen; in der Liebe, im Widerstand und in der Menschlichkeit, die auch in dunklen Zeiten nicht völlig verloren geht.
    Für mich war dieses Buch nicht nur spannend und aufwühlend, sondern auch augenöffnend. Ich hatte vor dem Lesen kaum Kenntnisse über die Lebensborn-Heime. Doch Helen Parusel hat es geschafft, dieses dunkle Kapitel eindrucksvoll und sensibel zu beleuchten. Ihr Schreibstil ist lebendig, klar und durchdringend. Besonders das letzte Drittel des Buches liest sich fast atemlos, so intensiv sind die Ereignisse geschildert.
    Fazit:
    Ein kraftvoller, emotionaler Roman, der unter die Haut geht. Für alle, die sich für weniger bekannte Aspekte des Zweiten Weltkriegs interessieren – oder gerade für solche – eine klare Leseempfehlung. Dieses Buch bleibt im Gedächtnis. 5 Sterne.
    Schattengrünes Tal

    Kristina Hauff
    Schattengrünes Tal (Buch)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    22.07.2025

    Fremde Nähe – Gefährliche Stille

    Kristina Hauffs Roman „Schattengrünes Tal“ ist ein leiser, aber intensiver psychologischer Spannungsroman, der sich schleichend unter die Haut legt. Im Mittelpunkt steht Lisa, eine Frau in der Lebensmitte, die sich zwischen familiärer Verantwortung, der maroden Existenz des elterlichen Hotels und ihrer eigenen Rolle als Ehefrau und Tochter aufreibt. Sie ist jemand, der stets gibt, unterstützt, vermittelt – aber selbst kaum etwas zurückbekommt. Gerade diese stille Selbstaufgabe macht Lisa zu einer Figur, mit der man schnell mitfühlt.
    Der Roman spielt in einem heruntergekommenen Hotel mitten im Schwarzwald, einem stimmungsvollen, beinahe mystischen Schauplatz, der perfekt zur unterschwelligen Spannung der Geschichte passt. Die Handlung setzt mit dem plötzlichen Erscheinen von Daniela ein – einer geheimnisvollen Frau, die sich dauerhaft im Hotel einmietet und bald immer stärker in Lisas Leben eindringen wird. Während Daniela in der Dorfgemeinschaft rasch Fuß fasst, gerät Lisas Umfeld zunehmend ins Wanken – bis hin zur Entfremdung ihres Ehemanns.
    Besonders gelungen ist der Wechsel der Erzählperspektiven: Die Kapitel aus der Sicht von Lisa, ihrem Vater Carl, der Angestellten Margret und Lisas Mann Simon geben der Geschichte Tiefe und erlauben einen vielschichtigen Blick auf die Geschehnisse. Dass ausgerechnet Danielas Sicht fehlt, macht die Figur noch undurchschaubarer und verstärkt das Gefühl von Bedrohung und Unsicherheit.
    Hauff gelingt es, auf subtile Weise die Dynamiken toxischer Beziehungen, emotionale Vernachlässigung und die Folgen übermäßiger Anpassung zu zeigen – ohne je in Klischees oder Übertreibungen abzudriften. Gerade die psychologische Entwicklung Lisas, ihr langsames Erwachen und ihre bittere Erkenntnis über das Verhalten der Menschen in ihrem Umfeld, ist eindrucksvoll geschildert.
    Trotz der eher ruhigen Handlung bleibt die Spannung konstant hoch. Die Atmosphäre ist dicht, der Ton eindringlich, und immer schwebt eine gewisse Bedrohung in der Luft. Das Buch liest sich flüssig, die Kapitel sind angenehm kurz und treiben die Geschichte gut voran. Auch die Landschaftsbeschreibungen fügen sich stimmungsvoll ein und unterstreichen die melancholisch-düstere Grundstimmung des Romans.
    Fazit: „Schattengrünes Tal“ ist ein feinfühliger Roman über Manipulation, emotionale Abhängigkeit und die Suche nach Selbstbestimmung. Wer psychologisch dichte Geschichten mit leisem, aber nachhaltigem Spannungsaufbau mag, wird hier definitiv fündig. Ein stilles, aber starkes Buch. 5 Sterne und eine Leseempfehlung.
    Schwestern des brennenden Himmels

    Hanna Caspian
    Schwestern des brennenden Himmels (Buch)

    4 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern
    21.07.2025

    Zwischen Schuld und Hoffnung

    Mit „Schwestern des brennenden Himmels“ gelingt Hanna Caspian ein packender und zugleich feinfühliger historischer Roman, der den Leser mitten ins Jahr 1945 nach Potsdam entführt, in eine Zeit des Umbruchs, der Hoffnung und der offenen Wunden.
    Im Zentrum der Geschichte steht Ann Miller, ein junges Mitglied der britischen Delegation bei der Potsdamer Konferenz. Doch Ann hütet ein gefährliches Geheimnis: Ihre Identität ist eine Lüge, und ihre eigentliche Mission führt sie mitten in das sowjetisch besetzte Potsdam; auf der Suche nach einer Frau, die einst ihre Vertraute war, bis ein Verrat alles zerstörte. Begleitet wird sie dabei vom amerikanischen Soldaten Jackson Powers, der selbst seine ganz eigene Geschichte und seine Vorurteile mitbringt. Zwischen ihnen entsteht eine zarte, verbotene Liebe – gefährlich und doch so menschlich.
    Hanna Caspian versteht es meisterhaft, persönliche Schicksale mit den großen politischen Ereignissen zu verweben. Die Atmosphäre ist eindringlich, die Zeit nach dem Krieg spürbar: zerstörte Städte, gebrochene Menschen, aber auch der Wunsch nach Neuanfang. Durch die verschiedenen Perspektiven wird das historische Geschehen greifbar und lebendig.
    Der Schreibstil ist flüssig, emotional und zugleich nie überladen. Frau Caspian schreibt spannend und einfühlsam, ohne zu beschönigen. Besonders beeindruckend ist die sorgfältige historische Recherche, die dem Roman Authentizität verleiht, ohne ihn zu einem trockenen Geschichtsbuch zu machen.
    Fazit:
    Ein fesselnder Roman über Schuld, Vergebung, Identität und Hoffnung in einer zerrissenen Welt. „Schwestern des brennenden Himmels“ bietet nicht nur Unterhaltung, sondern auch einen berührenden Einblick in ein oft übersehenes Kapitel der Nachkriegsgeschichte. Ein absolut lesenswertes Buch für alle, die sich für menschliche Schicksale im historischen Kontext interessieren. 4 Sterne.
    Die Melodie der Gnade

    Bruce Hindmarsh
    Die Melodie der Gnade (Buch)

    4 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern
    20.07.2025

    Die wahre Geschichte hinter "Amazing Grace"

    „Die Melodie der Gnade“ ist eine berührende und tiefgründige Romanbiografie über John Newton, den Mann hinter dem weltbekannten Lied Amazing Grace. Die Autoren Bruce Hindmarsh und Craig Borlase nehmen die Leser mit auf eine schonungslos ehrliche Reise durch Newtons bewegtes Leben. Vom ungestümen jungen Mann, der früh seine Mutter verliert und sich in die rauen Welten der Seefahrt stürzt, bis hin zum Kapitän eines Sklavenschiffs; Newtons Weg ist geprägt von Rebellion, Hochmut und tiefen Abstürzen.
    Was das Buch so besonders macht, ist die nuancierte Darstellung eines zutiefst zerrissenen Menschen. Newton ist weder Held noch ausschließlich Opfer. Er ist fehlbar, oft verblendet, manchmal sogar grausam. Gerade deshalb wird seine spätere Wandlung umso eindrucksvoller: Der dramatische Überlebenskampf in einem Sturm markiert den Beginn eines inneren Prozesses, der ihn nach und nach zu einem gläubigen Mann und schließlich zu einem entschiedenen Gegner des Sklavenhandels macht.
    Die Autoren halten sich eng an historische Quellen, was dem Buch Authentizität und Tiefe verleiht. Gleichzeitig gelingt es ihnen, Newtons Lebensgeschichte lebendig und emotional erfahrbar zu machen, ohne sie zu beschönigen. Besonders eindrucksvoll sind die Passagen, in denen Newton selbstkritisch auf seine Fehler blickt. Sein Scheitern, sein Stolz und seine Erkenntnis der eigenen Schuld werden nicht verschwiegen; sie bilden vielmehr den Ausgangspunkt für eine Gnade, die tiefgreifender nicht sein könnte.
    Der erste Teil des Buches, der sich mit Newtons „Seefahrerzeit“ befasst, ist deutlich ausführlicher als der zweite, der seine spätere Lebensphase als Pastor und Liederdichter behandelt. Dies hinterlässt am Ende das Gefühl, dass der spirituelle und gesellschaftliche Wandel Newtons gerne noch etwas ausführlicher hätte beleuchtet werden dürfen – insbesondere die Entstehung von Amazing Grace bleibt eher am Rande.
    Trotz kleiner Längen überzeugt das Buch mit einer kraftvollen Botschaft: Niemand ist jenseits von Gnade. Newtons Lebensweg zeigt, wie tief ein Mensch fallen – und wie weit er sich durch Gottes Wirken verändern kann. Die Melodie der Gnade ist keine leichte, aber eine ehrliche und bewegende Lektüre, die lange nachhallt.
    Fazit:
    Ein starkes, gut recherchiertes Buch über Schuld, Umkehr und Erlösung. Wer sich für Biografien, Geschichte oder geistliche Themen interessiert, wird hier fündig. Und wer Amazing Grace bisher nur als schönes Kirchenlied kannte, wird es nach dieser Lektüre mit ganz anderen Ohren hören. 4 Sterne und eine Leseempfehlung.
    Englische Liebschaften

    Nancy Mitford
    Englische Liebschaften (Buch)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    18.07.2025

    Adelig, absurd und einfach amüsant

    „Englische Liebschaften“ ist ein herrlich unterhaltsamer und pointiert erzählter Roman, der auf ebenso charmante wie bissige Weise das Leben in der britischen Oberschicht zwischen den Weltkriegen schildert. Im Mittelpunkt steht Linda Radlett, eine junge Frau voller Sehnsucht nach Liebe, Aufregung und gesellschaftlichem Glanz. Ihre Suche nach dem großen Glück führt sie durch verschiedene Stationen – von einer langweiligen Ehe mit einem konservativen Banker über ein politisches Abenteuer an der Seite eines Kommunisten bis hin zu einem Neuanfang in Paris.
    Was auf den ersten Blick wie eine turbulente Liebeskomödie wirkt, entpuppt sich schnell als klug komponierte Gesellschaftssatire. Nancy Mitford versteht es brillant, mit ironischem Unterton die Marotten und Widersprüche der englischen Upper Class zu entlarven. Ihre Figuren – allen voran die schrulligen Mitglieder der Radlett-Familie – sind herrlich überzeichnet, aber nie völlig unglaubwürdig. Man spürt, dass Mitford eigene Erlebnisse verarbeitet hat, was dem Roman einen besonders authentischen und fast intimen Ton verleiht.
    Stilistisch lebt der Roman vor allem von seinem trockenen Humor und dem lakonischen, oft spöttischen Erzählstil. Die Handlung ist weniger eine durchgehende Geschichte als eine Sammlung von Anekdoten und Episoden – was dem Lesevergnügen jedoch keinen Abbruch tut. Im Gegenteil: Gerade durch diese lose Struktur wirkt das Buch leichtfüßig und unterhaltsam.
    Neben den amourösen Irrwegen Lindas bietet der Roman auch interessante Einblicke in den gesellschaftlichen Wandel Englands in den 1930er und 1940er Jahren, wobei der heraufziehende Krieg stets im Hintergrund mitschwingt.
    Fazit:
    „Englische Liebschaften“ ist ein geistreiches, humorvolles und stellenweise überraschend tiefgründiges Porträt einer exzentrischen Familie und ihrer Zeit. Wer sich für britischen Witz, starke Frauenfiguren und einen liebevoll-ironischen Blick auf das Upper-Class-Leben interessiert, wird an diesem Buch große Freude haben.
    5 Sterne und eine Leseempfehlung.
    Das falsche Leben

    Maja Nielsen
    Das falsche Leben (Buch)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    16.07.2025

    Flucht in die DDR – Kein Weg zurück

    Das Buch „Das falsche Leben“ erzählt die wahre und erschütternde Geschichte eines Jugendlichen, der durch die Spionagetätigkeit seines Vaters aus seinem bisherigen Leben gerissen wird. 1979 flieht der 16-jährige Thomas mit seiner Familie über Nacht in die DDR – angeblich wegen eines kranken Großvaters. Doch bald wird klar: Der Vater war DDR-Spion im Westen und muss sich nach seiner Enttarnung absetzen. Für Thomas beginnt damit ein neues, fremdbestimmtes Leben in Ost-Berlin – in einer Welt voller Kontrolle, Anpassungsdruck und Überwachung.
    Maja Nielsen gelingt es, diese bewegende Geschichte in einem sehr lebendigen und gut lesbaren Stil zu erzählen. Ihre Sprache ist locker und flüssig, ohne an Tiefe zu verlieren. Man spürt, dass die geschilderten Ereignisse auf wahren Begebenheiten beruhen – die Personen wirken authentisch, das historische Umfeld ist glaubhaft und detailreich dargestellt.
    Besonders eindrucksvoll ist die Atmosphäre, die Nielsen erzeugt: der bedrückende Alltag in der DDR, das Misstrauen, die Angst und die Ohnmacht, wenn selbst engste Familienmitglieder von der Stasi verhört werden. Das Buch ist nicht nur eine persönliche Geschichte, sondern auch ein Stück packend erzählte Zeitgeschichte.
    Auch wenn das Buch als Jugendbuch deklariert ist, spricht es genauso Erwachsene an. Es vermittelt wichtige historische Fakten, ohne belehrend zu wirken, und bleibt dabei stets spannend. Die 192 Seiten mit ihren 36 kurzen Kapiteln lassen sich in einem Zug lesen, und man möchte einfach wissen, wie es für Thomas und seine Familie weitergeht.
    Am Ende erfährt man, was aus den Beteiligten geworden ist – auch das macht das Buch besonders, weil es die Realität hinter der Geschichte greifbar macht.
    Mein Fazit:
    Ein eindrucksvolles Buch über das geteilte Deutschland, das zeigt, wie politische Entscheidungen und Ideologien das Leben von Menschen radikal verändern können. Emotional, informativ und sehr empfehlenswert, nicht nur für junge Leserinnen und Leser. 5 Sterne.
    Wir sehen uns wieder am Meer

    Trude Teige
    Wir sehen uns wieder am Meer (Buch)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    16.07.2025

    Großartiger Abschluss der "Großmutter-Trilogie"

    Trude Teige entführt den Leser in ihrem bewegenden Roman in die dunklen Zeiten des Zweiten Weltkriegs in Norwegen, verbunden mit einer fesselnden Familiengeschichte bis in die Gegenwart. Mit ihrer einfühlsamen und detailreichen Schreibweise schafft sie es, die persönlichen Schicksale ihrer Figuren lebendig werden zu lassen. Dieser Roman ist der letzte Teil der "Großmutter-Trilogie", die jedoch unabhängig voneinander gelesen werden können. Jedoch ist es ratsam, zum besseren Verständnis, mit dem ersten Band "Als Großmutter im Regen tanzte" zu beginnen.
    Erzählt wird die beeindruckende Geschichte von drei Frauen – einer Widerstandskämpferin, einer Zwangsarbeiterin und einem „Deutschenmädchen“ –, deren Leben durch die Wirren des Krieges miteinander verbunden ist. Besonders beeindruckend ist die kraftvolle Darstellung ihrer inneren Konflikte und Entscheidungen, die über Generationen hinweg nachwirken. Der Roman beruht auf wahren Begebenheiten und zeigt die erstaunliche Fähigkeit der Autorin, Geschichte auf menschliche und greifbare Weise lebendig werden zu lassen.
    Trude Teige zählt zu Recht zu den bedeutendsten und bekanntesten Schriftstellerinnen Norwegens. Mit ihrem Werk gewährt sie tiefgehende und berührende Einblicke in oftmals unbekannte Schicksale unserer Geschichte, deren Auswirkungen bis in das Leben der kommenden Generationen spürbar sind. Ihre sorgfältige Recherche verleiht ihren Romanen Authentizität und Tiefe.
    Besonders beeindruckend ist, wie die Autorin reale historische Hintergründe in eine fiktive, aber glaubwürdige und bewegende Handlung einbettet. Die Figuren wirken lebendig und vielschichtig, ihre Schicksale lassen einen nicht los. Der Wechsel zwischen den Zeitebenen – Teklas Enkelin Juni, die 2024 die Geschichte ihrer Großmutter erfährt, bildet die moderne Rahmenhandlung – sorgt für zusätzliche Tiefe und macht deutlich, wie Geschichte nachwirkt, selbst Jahrzehnte später.
    Frau Teiges Sprache ist klar und gleichzeitig eindringlich, ihre Erzählweise einfühlsam, ohne ins Sentimentale abzurutschen. Sie schreibt über Menschlichkeit, Schuld, Vergebung und die Kraft von Freundschaft in dunklen Zeiten – Themen, die aktueller nicht sein könnten.
    Die Handlung ist spannend, aufwühlend und emotional mitreißend. Unvorhersehbare Wendungen lassen keine Langeweile aufkommen, sondern führen dazu, dass man das Buch kaum aus der Hand legen kann. Die einzelnen Charaktere sind nachvollziehbar und authentisch dargestellt. Die Geschichte ist emotional packend, während sie gleichzeitig die Tiefgründigkeit und die komplexen Gefühle der Figuren nicht aus den Augen verliert.
    „Wir sehen uns wieder am Meer“ ist mehr als nur ein historischer Roman; es ist eine berührende Reflexion über die Auswirkungen vergangener Entscheidungen auf die nachfolgenden Generationen. Es ist ein äußerst gelungenes Werk, das noch lange nach dem Lesen nachhallt. Daher verdient dieser Roman meiner Meinung nach 5 Sterne und eine absolute Leseempfehlung.
    Der Tunnelbauer

    Maja Nielsen
    Der Tunnelbauer (Buch)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    11.07.2025

    Flucht aus der DDR: Ein Drama nach wahren Begebenheiten

    Das Buch "Der Tunnelbauer" von Maja Nielsen ist ein eindrucksvoller und bewegender Roman, der auf wahren Begebenheiten basiert und die dramatische Zeit des Mauerbaus in Berlin 1961 lebendig werden lässt.
    Im Mittelpunkt steht Achim, ein junger Mann aus Ostberlin, der gerade am Beginn eines vielversprechenden Lebens steht, doch mit dem plötzlichen Bau der Berliner Mauer ändert sich alles. Die Freiheit, die er sich erhofft hatte, wird ihm genommen. Aus persönlicher Betroffenheit heraus trifft Achim eine mutige Entscheidung: Er flieht in den Westen, lässt alles hinter sich und beginnt von dort aus, anderen zur Freiheit zu verhelfen – mit bloßen Händen, unter Lebensgefahr, indem er Tunnel gräbt.
    Was besonders heraussticht, ist die Perspektivenvielfalt: Die Geschichte wird aus unterschiedlichen Blickwinkeln erzählt, was den Leser noch tiefer in die inneren Konflikte, Hoffnungen und Ängste der Figuren hineinzieht. Die Charaktere wirken dadurch sehr real und greifbar. Nielsen schafft es, historische Ereignisse mit persönlichen Schicksalen zu verbinden – emotional und gleichzeitig authentisch.
    Der Roman ist durchgehend spannend erzählt, teilweise atemlos, weil man mit den Figuren mitfiebert, wenn wieder ein Tunnel gegraben oder eine Flucht geplant wird. Gleichzeitig bleibt genug Raum, um über die Themen Freiheit, Mut und Verlust nachzudenken. Besonders beeindruckend ist, wie viel Risiko Menschen auf sich genommen haben, um andere zu retten. Dieses wird in diesem Buch greifbar und nachvollziehbar geschildert.
    Insgesamt ist "Der Tunnelbauer" ein fesselndes Zeitzeugnis und ein großartiges Buch für Jugendliche wie Erwachsene, das nicht nur informiert, sondern auch tief berührt. 5 Sterne und eine Leseempfehlung.
    Pinguine fliegen nur im Wasser

    Henriette Krohn
    Pinguine fliegen nur im Wasser (Buch)

    4 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern
    09.07.2025

    Lesenswert

    Henriette Krohns Roman „Pinguine fliegen nur im Wasser“ ist ein einfühlsames und gleichzeitig humorvolles Buch über zwei Menschen, die sich zur richtigen Zeit begegnen – auch wenn es auf den ersten Blick gar nicht danach aussieht. Greta, lebensfroh, kreativ und voller Gefühle, trifft auf Vincent, der nach einem beruflichen und persönlichen Absturz völlig orientierungslos ist. Dass sich gerade diese beiden finden, ist das Herzstück der Geschichte – und funktioniert überraschend gut.
    Die Autorin schafft es, eine Balance zwischen Leichtigkeit und Tiefe zu halten. Die Geschichte beginnt fast wie eine typische Feelgood-Komödie, entwickelt sich aber rasch zu einem ernsthafteren Selbstfindungsroman. Themen wie Einsamkeit, Selbstzweifel und psychische Belastungen – insbesondere bei Vincent – werden behutsam und glaubwürdig behandelt, ohne das Buch zu beschweren.
    Besonders gefallen hat mir die Entwicklung der beiden Hauptfiguren. Sowohl Greta als auch Vincent sind keine glatten Romanhelden, sondern haben Ecken, Kanten und eine Vergangenheit, die sie geprägt hat. Ihre Annäherung ist zögerlich, ehrlich und realistisch beschrieben. Auch die Rückblenden fügen sich harmonisch in die Gegenwart ein und geben dem Leser Einblick in die Hintergründe und inneren Beweggründe der Figuren. Dabei wirken beide sehr nahbar – man kann mit ihnen fühlen, lachen und manchmal auch leiden.
    Der Schreibstil von Henriette Krohn ist angenehm leicht, flüssig und gleichzeitig bildhaft. Besonders schön fand ich die liebevollen Beschreibungen der alten Villa und wie sie Raum für Neuanfang und Zusammenhalt schafft. Die Nebenfiguren sind ebenfalls lebendig gezeichnet – einige sind herzerwärmend, andere eher herausfordernd, aber alle fügen sich stimmig ins Gesamtbild ein.
    Was das Buch besonders macht, ist seine Authentizität: Es ist nicht nur eine romantische Geschichte, sondern ein Roman über den Mut zur Veränderung, über das Zulassen von Nähe und über das Finden des eigenen Platzes im Leben – mit einem feinen Gespür für Humor und Menschlichkeit.
    Fazit:
    „Pinguine fliegen nur im Wasser“ ist weit mehr als ein romantischer Wohlfühlroman. Es ist eine Geschichte über das echte Leben, über Brüche, Heilung und darüber, wie zwei ganz unterschiedliche Menschen sich gegenseitig Halt geben können. Eine bewegende, charmante und kluge Lektüre mit Herz und Tiefe – lesenswert. 4 Sterne.
    Hier oben sind wir unendlich

    Gemma Tizzard
    Hier oben sind wir unendlich (Buch)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    08.07.2025

    Zwischen Aufstieg und Absturz

    Gemma Tizzards Roman „Hier oben sind wir unendlich“ entführt den Leser in das New York der 1930er-Jahre, mitten hinein in die Zeit der Großen Depression. Im Zentrum der Geschichte steht die junge Tänzerin Grace, die für ihre Familie alles riskiert. Als ihr Bruder Patrick sich verletzt und seine Arbeit auf der Baustelle des Empire State Buildings verliert, trifft Grace eine mutige Entscheidung: Sie tauscht ihre Tanzkarriere gegen den gefährlichen Job als Stahlarbeiter – verkleidet als Mann.
    Was zunächst wie ein abenteuerlicher Plan klingt, entwickelt sich zu einer bewegenden Geschichte über Zusammenhalt, Mut und Selbstaufopferung. Graces Verkleidung bringt sie täglich in Lebensgefahr, nicht nur wegen der Höhe, sondern auch, weil jederzeit alles auffliegen könnte. Besonders heikel wird es, als sie sich in einen ihrer Kollegen verliebt. Eine Liebe, die sie nicht leben darf, ohne ihre Tarnung zu gefährden.
    Der Autorin gelingt es eindrucksvoll, die harten Lebensumstände dieser Zeit greifbar zu machen: die Angst vor Armut, das ständige Ringen um Medikamente für die kranke Schwester, die fehlende soziale Absicherung. All das wirkt erschütternd authentisch. Dabei erzählt die Autorin nicht nur von Not und Verzicht, sondern auch von Stärke, Hoffnung und der unerschütterlichen Liebe innerhalb einer Familie.
    Besonders hervorzuheben ist, wie gut der historische Hintergrund in die Handlung eingewoben ist. Der Bau des Empire State Buildings, die Perspektive der Arbeiter – oft Einwanderer, die ihr Leben für einen kargen Lohn riskierten – wird ebenso lebendig beschrieben wie das Alltagsleben der Familien in den Hinterhöfen der Großstadt. Grace als weibliche Hauptfigur ist glaubhaft und berührend gezeichnet. Ihre Entschlossenheit, ihr Mut und ihre Zerrissenheit machen sie zu einer Figur, die lange nachwirkt.
    Ein großes Lob gilt auch der feinfühligen Sprache der Autorin. Sie schafft es, Emotionen ohne Kitsch zu transportieren, und lässt den Leser die Höhenangst, die Kälte des Stahls und die Wärme familiärer Nähe gleichermaßen spüren.
    Mein Fazit:
    „Hier oben sind wir unendlich“ ist ein eindrucksvoller, spannender und zugleich tief berührender Roman, der nicht nur eine starke Frauenfigur ins Zentrum stellt, sondern auch einen bewegenden Blick auf eine der prägendsten Phasen der US-amerikanischen Geschichte wirft. Ein Lesetipp für alle, die historische Romane mit emotionaler Tiefe schätzen. 5 Sterne.
    Ein Stück vom Himmel | Die historische Familiensaga im 20. Jahrhundert

    Mia Milberg
    Ein Stück vom Himmel | Die historische Familiensaga im 20. Jahrhundert (Buch)

    3 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern Inaktiver Stern
    07.07.2025

    Ein historisches Familienschicksal

    Ein historisches Familienschicksal

    „Ein Stück Himmel“ von Mia Milberg ist eine unterhaltsame Familiensaga, die von dem Leben der Protagonistin Veronika, genannt Vroni, in den turbulentesten Jahren des 20. Jahrhunderts erzählt. Das Buch spielt vor dem Hintergrund der 1930er Jahre in München und an der Ostsee-Küste und verbindet persönliche Schicksale mit den politischen Umbrüchen der Zeit.
    Die Geschichte beginnt mit Vroni, die in München ihre Unabhängigkeit entdeckt und sich in ihrer neuen Umgebung zurechtfindet. Dabei verliebt sie sich in Karl, was ihr erstmal das Gefühl von Freiheit und Liebe schenkt. Gleichzeitig wird ihr Leben durch Fritz Becker, einem leidenschaftlichen Komponisten, bereichert und geprägt. Die Handlung zeichnet ein lebendiges Bild von einer jungen Frau zwischen Liebe, beruflichem Aufstieg und den Herausforderungen, die die politischen Zeiten mit sich bringen, inklusive des Aufstiegs Hitlers und anderer bedeutender Ereignisse.
    Die Erzählung ist emotional bewegend, berührt Themen wie Verlust, Angst, Freundschaft und die Suche nach dem eigenen Glück. Besonders spannend ist, wie die Autorin auf die Biografien ihrer Großeltern zurückgreift, was der Geschichte eine persönliche und authentische Note verleiht.
    Kritisch anzumerken ist jedoch, dass sich die Handlung stellenweise etwas gezogen hat, und manche Passagen hätten mehr Tiefe vertragen, um die Figuren noch vielschichtiger zu gestalten. Manchmal wirkte die Geschichte etwas flach, was meinen Lesegenuss beeinträchtigte.
    Trotzdem gelingt es Mia Milberg, einen abwechslungsreichen und unterhaltsamen Roman zu schaffen, der nicht nur eine Liebesgeschichte ist, sondern auch ein eindrückliches Zeitbild. Für Leser, die sich für historische Familienschicksale interessieren, bietet „Ein Stück Himmel“ eine schöne Mischung aus persönlichem Drama und historischem Hintergrund – ein Buch, das gut für zwischendurch geeignet ist, aber auch mit Tiefgang hätte noch mehr begeistern können. 3 Sterne.
    Lecko mio - Amore für Fortgeschrittene

    Laura Roth
    Lecko mio - Amore für Fortgeschrittene (Buch)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    04.07.2025

    Mit Witz und Herz durch die Midlife-Crisis

    "Lecko mio – Amore für Fortgeschrittene" von Laura Roth ist eine unterhaltsame und charmante Fortsetzung des Buches "Herz verfehlt – Arsch getroffen", die mit viel Humor, schwarzem Witz und lebendigen Charakteren punktet. Im Fokus steht diesmal Marina, eine lebenslustige, temperamentvolle Halbitalienerin Anfang vierzig, die mitten im Leben steht, aber auch mit den Herausforderungen des Erwachsenseins jongliert. Die Geschichte erzählt von ihren Liebeswirren, familiären Konflikten und gesellschaftlichen Erwartungen, alles gespickt mit humorvollen Dialogen und emotionalen Momenten.
    Was dieses Buch besonders macht, ist die realistische Darstellung starker Frauen, die mit Ecken und Kanten durch das Leben gehen. Laura Roth schafft es, die Protagonistin authentisch und nachvollziehbar zu zeichnen – mitten im Chaos, mit viel Witz und Herz. Der Plot ist vielschichtig, mit überraschenden Wendungen, die das Lesen spannend und kurzweilig machen. Trotz der gelegentlichen Zufälle verliert die Geschichte nie ihre Tiefe, denn es geht auch um Themen wie Familie, Liebe, Loyalität und das Loslassen alter Lebensentwürfe.
    Der Humor ist treffend dosiert, und die scharfen Dialoge sorgen für viele lustige Momente. Gleichzeitig bleibt Raum für Gefühle und persönliche Entwicklung. Neben Marina bleiben auch Nebenfiguren wie Toni oder Günther im Gedächtnis und bereichern die Geschichte.
    Insgesamt ist "Lecko mio" eine gelungene Mischung aus Humor, Romantik und Tiefgang, die sowohl unterhält als auch zum Nachdenken anregt. Leserinnen, die Spaß an realistischen Frauenporträts, schwarzem Humor und einer guten Prise Drama haben, werden dieses Buch lieben und kaum aus der Hand legen können. Es ist eine würdige Fortsetzung, die die Serie noch liebenswerter macht und Lust auf weitere Geschichten rund um Marina und ihre Freundinnen weckt. 5 Sterne und eine klare Leseempfehlung.
    Strandrosensommer

    Tanja Janz
    Strandrosensommer (Buch)

    3 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern Inaktiver Stern
    02.07.2025

    Eine leichte Sommerlektüre

    Der „Strandrosensommer“ von Tanja Janz ist eine nette Lektüre für unterwegs, die vor allem Sommer- und Nordsee-Fans anspricht. Die Geschichte rund um Inga, die auf einem alten Pferdehof in St. Peter-Ording ihre Liebe zum Meer wiederentdeckt und den Hof vor dem finanziellen Ruin bewahrt, bietet eine angenehme Kulisse und ein entspanntes Leseerlebnis.
    Die wechselnden Perspektiven von Inga und Tante Ditte bringen die Charaktere gut zur Geltung, und die Figuren wirken allesamt sympathisch und authentisch. Besonders gefallen haben mir die humorvollen Nebencharaktere, wie Dittes Freundinnen und Gertrud, die für einige amüsante Momente gesorgt haben.
    Der Roman ist locker geschrieben, mit einer Prise Romantik und einigen vorhersehbaren Handlungssträngen. Leider plätschert die Geschichte teilweise etwas vor sich hin, und es fehlen größere Höhepunkte oder Überraschungen. Für Leser, die eine leichte und entspannte Sommergeschichte suchen, ist dieses Buch jedoch gut geeignet, auch wenn es keine großen Tiefen oder unerwarteten Wendungen bietet.
    Insgesamt ist „Strandrosensommer“ ein angenehmer Roman, der vor allem durch seine schöne Kulisse und die charmanten Figuren punktet, aber für Liebhaber komplexerer Geschichten vielleicht etwas zu seicht ist. Für entspannte Stunden am Strand oder im Garten geeignet – mit Luft nach oben bei der Spannung und Handlung. 3 Sterne.
    Jane Austen - Stolz und Leidenschaft

    Maxine Wildner
    Jane Austen - Stolz und Leidenschaft (Buch)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    29.06.2025

    Jane Austen – Mehr als nur Romankönigin

    Das Buch "Jane Austen – Stolz und Leidenschaft" von Maxine Wildner ist eine faszinierende und einfühlsame Darstellung des Lebens der berühmten Schriftstellerin (1775-1817). Frau Wilde bietet einen lebendigen Einblick in Janes Kindheit in Steventon, wo sie Zugang zu einer ungewohnt umfassenden Bildung erhielt und schon früh ihre unabhängige und mutige Natur zeigte. Besonders beeindruckend ist die warmherzige und humorvolle Schreibweise, die die Leserinnen und Leser tief in Janes Welt eintauchen lässt.
    Das Buch schildert Janes Liebe und die romantischen Begegnungen mit verschiedenen Männern – von der großen Liebe Tom Lefroy bis hin zu den Herausforderungen, die gesellschaftliche Konventionen und ihre eigenen Prinzipien ihr auferlegten. Dabei bleibt es stets respektvoll und ehrlich, insbesondere in der Betonung von Janes Stärke, sich zu weigern, ohne Liebe zu heiraten, und ihrem Wunsch nach Selbstbestimmung.
    Wildner schafft es, die Persönlichkeit Jane Austens als mutige Frau, die ihrer Zeit weit voraus war, einfühlsam darzustellen. Das Werk ist nicht nur eine biografische Erzählung, sondern auch eine Hommage an eine leidenschaftliche Frau, die durch ihr Schreiben unvergessliche Werke geschaffen hat. Wer ein lebendiges und charmantes Porträt der „Queen of Romance“ sucht, ist mit diesem Buch bestens bedient. 5 Sterne und eine Leseempfehlung.
    Zwischen uns der Tag

    Frida Luise Sommerkorn
    Zwischen uns der Tag (Buch)

    4 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern
    29.06.2025

    Die Geschichte um Lucy und Ethan

    "Zwischen uns der Tag" ist ein wunderschöner, gefühlvoller Roman, der den Leser auf eine emotionale Reise mitnimmt, bei der Magie, Liebe und Verlust aufeinandertreffen. Die Geschichte spielt an den wilden Küsten Rügens, einem Ort, an dem Realität und Mystik im Meerwind zu verschmelzen scheinen, was der Erzählung eine besondere Atmosphäre verleiht.
    Die Hauptfigur Lucy ist äußerst sympathisch dargestellt: eine junge Frau, die trotz großer Schmerzen und innerer Dämonen versucht, ihr Glück wiederzufinden. Besonders beeindruckend ist ihre Entschlossenheit, in den Träumen eine Welt voller Wunder zu erleben und mehr über sich selbst zu erfahren. Ethan, der zunächst unsympathisch wirkt, entwickelt im Laufe der Geschichte eine interessante Tiefe, sodass man sein Verhalten gut nachvollziehen kann.
    Der Schreibstil der Autorin ist angenehm, flüssig und sehr bildhaft – man fühlt regelrecht die Emotionen und die besondere Stimmung, die das Buch transportiert. Es ist fast so, als würde man selbst durch die Küstenlandschaft wandern oder die träumerischen Nächte miterleben. Die Mischung aus einer leichten Märchenstimmung und tiefgründigen Themen macht den Roman zu etwas Besonderem.
    Insgesamt ist "Zwischen uns der Tag" eine schöne Geschichte über Selbstfindung, Vertrauen und die Kraft der Träume. Es zeigt, wie wichtig es ist, auf die eigene innere Stimme zu hören und auch schwierige Phasen im Leben zu überwinden. Für Leser, die Märchenhaftes, Romantisches und ein bisschen Mystik lieben, ist dieses Buch definitiv eine Empfehlung. 4 Sterne.
    Sein Wort auf den Lippen

    Claudia Dahinden
    Sein Wort auf den Lippen (Buch)

    4 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern
    26.06.2025

    Ein beeindruckender Roman

    Das Buch "Sein Wort auf den Lippen" nimmt den Leser mit auf eine stille, aber tief bewegende Reise ins schweizerische Bern des Jahres 1897. Die Hauptfigur Charlotte entdeckt durch Zufall ein lang gehütetes Geheimnis über ihre Herkunft, das sie zutiefst erschüttert. Ihre Flucht nach Bern und die Begegnung mit Gott sowie die Inspiration durch die Heilsarmee bringen sie dazu, für ihren Glauben und ihre Überzeugungen einzustehen, auch wenn das bedeutenden Widerstand in ihren eigenen Reihen bedeutet.
    Was das Buch besonders auszeichnet, ist die charmante und lebendige Erzählweise. Obwohl die Handlung keine dramatischen Höhen und Tiefen bietet, liest sich die Geschichte leicht und flüssig, was dem angenehmen Schreibstil von Claudia Dahinden zu verdanken ist. Die Charaktere sind liebevoll ausgearbeitet und wirken durch ihre Sympathie glaubwürdig. Besonders gefallen hat mir die Entwicklung von Charlotte und Aimée, die mutig über sich hinauswachsen und ihre Stimmen finden, um für das einzustehen, was ihnen wichtig ist.
    Das Setting in der Schweiz ist authentisch und spricht den Leser direkt an. Die Mischung aus humorvollen, kecken Momenten und ernsthaften, tiefgründigen Passagen verleiht dem Roman eine angenehme Balance. Die Einblicke in die Strukturen und Hintergründe der Heilsarmee geben zusätzlich einen bleibenden Eindruck und machen das Buch zu einem lehrreichen Leseerlebnis.
    Besonders fasziniert hat mich, wie gut es der Autorin gelingt, die Charaktere und ihre inneren Konflikte darzustellen. Das Buch ist kein Spannungsroman im klassischen Sinne, aber die emotionale Tiefe und die authentische Schilderung des Glaubensprozesses machen es zu einem berührenden Leseerlebnis. Es ist schwer, das Buch aus der Hand zu legen – man lacht mit den Figuren, leidet mit ihnen und fühlt sich mitten im Geschehen verankert.
    Insgesamt zeigt Claudia Dahinden hier einmal mehr, dass ein großartiger Roman nicht auf großes Drama angewiesen ist, sondern vielmehr auf gut entwickelte Charaktere und eine authentische Erzählweise. "Sein Wort auf den Lippen" ist ein inspirierendes Buch, das nicht nur die Geschichte einer Frau erzählt, sondern auch die Kraft des Glaubens und des Mutes, für das Richtige einzustehen. 4 Sterne und eine Leseempfehlung.
    76 bis 100 von 668 Rezensionen
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