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    julemaus94 Top 50 Rezensent

    Aktiv seit: 08. Februar 2017
    "Hilfreich"-Bewertungen: 43

    Bitte beachten Sie

    Wir können nicht sicherstellen, dass die Angaben von Verbrauchern stammen, die das Produkt tatsächlich genutzt oder erworben haben.

    478 Rezensionen

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    The Poet Empress

    Shen Tao
    The Poet Empress (Buch)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    28.04.2026

    Brutale Liebe

    Wir haben hier eine unglaublich starke, eindringliche, atmosphärische, vom chinesischen Kaiserreich inspirierte Fantasygeschichte, die mich gefesselt und verzaubert hat.

    Yin Wei lebt mit ihrer Familie in einem kleinen Dorf, ihren kargen Unterhalt verdienen sie als Reisbauern. Das Land leidet unter einer furchtbaren Hungersnot, die nicht von dieser Welt zu sein scheint. Als der Kaiser einen seiner Söhne als Erben ernennt, werden Freiwillige gesucht, die sich als Konkubinen melden. Wei sieht ihre Chance gekommen, ihre Familie zu retten und meldet sich, ohne zu ahnen, in welche Schlangengrube sie sich damit begibt.

    Ich war innerhalb eines Wimpernschlages verzaubert von dieser fantastischen wie grausamen Welt, in die uns Shen Tao hier entführt. Die Schlucht zwischen der armen Bvölkerung, in der Frauen Lesen und Schreiben auf den Tod verboten sind, und der Königsfamilie, die dank ihres Siegels mit unglaublicher Macht gesegnet sind, ist riesig. Komplexe Magie ist den Regierenden vorbehalten, und diese Macht korrumpiert jeden, der ihr zu nahe kommt.

    Diese Mischung aus historischem Realismus und der zarten Blüten- und Tiermagie ist einmalig. Die Vielfalt und Liebe fürs Detail, die in die Beschreibung der vielen Tiere ebenso wie Kleidung und Nahrung gesteckt wird, springt aus jeder Seite.

    Der Kontrast zwischen dieser zarten Magie und der kalten Brutalität dieser Herrscherfamilie trifft einen besonders hart. Umso mehr fiebert man mit Wei mit und hofft, dass ihr Plan sie zum Schluss ans Ziel gelangt. ASo trifft es mich besonders hart, dass ich im Laufe der Geschichte nicht nur mit ihr mitfiebere, sondern auf eine verquere Art und Weise ebenso eine Beziehung zu ihrem Anvertrauten Prinz Terren entwickle- dem eigentlichen Antagonisten der Geschichte.

    Shen Tao schafft, was bisher nicht vielen gelungen ist- dass ich mich zum Schluss in das Biest verliebt habe.
    Nightweaver

    R. M. Gray
    Nightweaver (Buch)

    3 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern Inaktiver Stern
    28.04.2026

    Etwas wirr

    Dieses Buch hält einerseits vieles von dem, was es verspricht, kann in anderen Punkten aber die Erwartungen nicht erfüllen.

    Die Welt ist in einem ewigen Krieg gefangen- die Menschen kämpfen gegen die übersinnlichen Nightweaver und sind dabei diesen Kampf zu verlieren. Lediglich die Meere sind ihnen noch geblieben und werden von ihnen als Piraten befahren. Aster Oberon und ihre Familie sind eine der mächtigsten Besatzungen. Bis die Lightbringer, ihr Schiff eines Tages von Nightweaver geentert wird und ihr Bruder Owen dabei ums Leben kommt. Der Rest endet als Gefangene des geheimnisvollen Will und seiner Familie. Doch Aster kämpft gegen das Leben als einfache Bedienstete, gefangen an Land.

    Es hätte so eine tolle Piratengeschichte sein können, doch die Zeit auf See ist ziemlich schnell vorbei, den Rest der Geschichte verbringen wir an Land.
    Auch wenn es dort spannend weitergeht, kann das meine Sehnsucht nach Fluch der Karibik-Vibes nicht ganz stillen.

    Aster und Will sind mit ihren 17 Jahren typische Young Adult-Figuren: eine verwirrende, teils widersprüchliche Mischung aus unreif, impulsiv und unglaubwürdig reif und erfahren. Eigentlich genau das, was ich erwartet habe (auch, wenn ich es nicht unbedingt immer leiden mag).

    Diese Welt selbst fasziniert mich. Die Autorin bietet uns verschiedenste Wesen und Figuren, eine schillernder oder düsterer als die andere. Viele davon sind schmückendes Beiwerk, es gibt aber auch eine Vielzahl, die für die Geschichte und ihr Verständnis essenziell sind. Leider werden sie erst nach und nach eingeführt, was das Begreifen dieses Weltenbaus ziemlich schwierig für mich gemacht hat. Ich hatte auch das Gefühl, dass die Spannung etwas darunter gelitten hat.

    Trotz allem möchte ich wissen, wie es mit Aster und Will weitergeht und freue mich schon auf den Rest der Trilogie.
    Halber Stein

    Iris Wolff
    Halber Stein (Buch)

    3 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern Inaktiver Stern
    20.04.2026

    Zurück zu den Wurzeln

    Iris Wolff hat in den letzten Jahren mit ihren Büchern für Aufsehen und Begeisterung gesorgt, besonders "Lichtungen" hatte mir sehr gefallen. Nun hat der Verlag mit "Halber Stein" das Debüt der Autorin nachträglich übersetzt und veröffentlicht.

    Sine kehrt nach 20 Jahren in ihre Heimat zurück, zur Beisetzung ihrer geliebten Großmutter Agneta. Je länger sie den Ort erkundet, in dem sie aufgewachsen ist, und sich mit den Menschen unterhält, die zurück geblieben sind, desto stärker werden die Erinnerungen an Erlebnisse und Emotionen.

    Die Themen, die der Roman aufgreift, werden einem bekannt vorkommen, wenn man sich mit dem Werk der Autorin auskennt. Rein sprachlich kann man hier schon sehr gut das Potential erkennen, dass Frau Wolffs Bücher später einmal ausmachen wird.

    Allerdings fehlt dem Buch etwas der Antrieb und das Fesselnde. So fiel es mir schwer, angesichts der vielen beschreibenden Worte am Ball zu bleiben.
    Die Reise ans Ende der Geschichte

    Kristof Magnusson
    Die Reise ans Ende der Geschichte (Buch)

    2 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern Inaktiver Stern Inaktiver Stern
    20.04.2026

    Kein James Bond

    Ich weiß, was uns das Agentenkino vermittelt, ist weit ab der Normalität, geschweige denn Realität. Ich habe auch keine absurden Gadgets oder schnellen Autos mit Schleudersitz erwartet. Etwas mehr Spannung und Drive hätte ich mir aber schon gewünscht.

    Dabei fängt die Story um BND-Außendienstmitarbeiter Germeshausen gut an, der auf einer Party der Sowjets in Rom den deutschen Vorzeigepoeten anwirbt.

    Die Mauer ist gefallen, das politische Niemandsland zwischen Ost und West hängt in der Schwebe. Alle sind zum Aufbruch bereit.

    Das Setting ist spannend, hat Potential und wird auch mit interessanten Figuren gefüttert. Aber der Autor nutzt das leider so gar nicht aus.

    Stattdessen plätschert die Geschichte dahin, dreht ein paar irre Pirouetten und kommt trotzdem nicht ans Ziel. Oder das Ziel wird den Leser nicht offenbart. Mir jedenfalls hat sich das Ende nicht erschlossen.
    Flut aus schwarzem Stahl

    Anthony Ryan
    Flut aus schwarzem Stahl (Buch)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    20.04.2026

    Komm an Bord

    Anthony Ryan entführt uns immer wieder in fremde Welten, diesmal geht es nach Ascarlia. Wer seine Reihe "Der stählerne Bund" gelesen hat, dem wird dieses Buch ein wenig wie Heimkommen sein, denn "Flut aus schwarzem Stahl" knüpft lose daran an.

    Ascarlia ist das Reich der Schwesterköniginnen, ein loser Inselverbund, der von Stammesoberhäuptern regiert und durch die direkten Beauftragten der Königinnen, ihre Vellihre, kontrolliert wird. Dieser mehr oder weniger sicherer Frieden wird von einer unbekannten Macht bedroht, die sich aus dem Westen anschleicht- dort, wo es angeblich nichts mehr gibt.

    Anthony Ryan hat es einfach drauf, den Leser in mehreren Perspektiven in eine unheimlich komplexe, brutale und doch fesselnde Welt zu entführen, ihn förmlich einzusaugen und 600 Seiten später vollkommen emotional zerstört aber gücklich wieder auszuspucken.

    Ja, es sind anfangs unheimlich viele Namen, an die man sich gewöhnen muss (keine Sorge, nicht alle bleiben lange relevant oder am Leben) und das gesellschaftliche und Glaubenssystem ist nicht ganz leicht zu verstehen. Aber dafür liebt man die High Fantasy doch, oder?

    Für diejenigen, die seine vorhergehenden Bücher gelesen haben, verbirgt die Geschichte auch einiges an mehr oder weniger versteckten Hinweisen und Anknüpfungspunkten. Aber alle werden zum Schluss mit einem gigantischen Showdown und dem übelsten Cliffhanger aller Zeiten belohnt!
    Einatmen. Ausatmen.

    Maxim Leo
    Einatmen. Ausatmen. (Buch)

    4 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern
    20.04.2026

    Einatmen, loslesen

    Nachdem mich Maxim Leos erster Roman "Der Held vom Bahnhof Friedrichstraße" so begeistert hat, konnte ich an seinem neuen Buch natürlich nicht vorbei. Auch, wenn es nicht ganz die Stärken seines Vorgängers erreicht, so ist es doch im Großen und Ganzen eine unterhaltsame Lektüre.

    Diesmal geht es um Marlene, die kurz vor der ersehnten Beförderung zur Vorstandsvoristzenden steht, würde ihr nicht ihre unterkühlte Art im Wege stehen. Deshalb wird sie zum Achtsamkeitsseminar in die ruhigen Wälder Brandenburgs geschickt, wo Coach Alex Grow sie auf ihre kommende Aufgabe vorbereiten soll. Für den steht nebenbei die gesamte Existenz seiner Coachingagentur auf dem Spiel. Vermasselt er diesen Job, ist er pleite. So prallen zwei vollkommen unterschiedliche Welten und Typen aufeinander und müssen zusehen, dass sie miteinander klar kommen.

    Der Zwist zwischen Karrierezielen und Entschleunigung ist unterhaltsam, könnte allerdings ein wenig mehr Aufmerksamkeit vertragen. Mit Alex und Marlene haben wir zwar zwei sehr interessante Charaktere, die im Laufe der Geschichte jedoch etwas stereotyp wirken. Aufgelockert wird das Ganze zum Glück durch die Nebenfiguren, die die Story zwar vom eigentlichen Thema ablenken, gleichzeitig aber die Emotionalität pushen.

    Ist der Roman in seiner Gesamtheit originell? Nicht wirklich. Trotzdem bekommt man hier eine Wohlfühlgeschichte, die einen über die eigenen Werte und den Sinn seines (beruflichen) Strebens nachdenken lässt.
    Die Geister von La Spezia

    Oliver Plaschka
    Die Geister von La Spezia (Buch)

    4 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern
    20.04.2026

    Atmosphäre kann er

    Wenn man sich das Cover dieses Buches ansieht, weiß man eigentlich schon ganz genau, was man bekommt. Wenn Oliver Plaschka eines kann, dann ist es Stimmung und Atmosphäre!

    Gemeinsam mit seiner Hauptfigur Agentin Pat Colombari reisen wir ins Jahr 1822 zu Mary Shelley. Sie befindet sich gerade in Trauer, nachdem ihr Mann bei einem Unwetter auf See umgekommen ist. Pat ist gekommen, um die Umstände seines Todes zu untersuchen und reist mithilfe ihrer Technologie in die Erinnerungen des Paares.

    Es ist düster, es ist tragisch- und gerade zu Beginn auch ziemlich verwirrend. Und trotzdem hat es mich einfach nicht losgelassen. Von Mary erfährt man zwar weniger als erhofft, dafür bekommt man sehr intime Einblicke in die Gemeinschaft der Shelleys und Lord Byron.

    Mit Pat hat der Autor darüber hinaus eine starke Frauenfigur geschaffen, die die vielen Schichten und Stränge dieser Geschichte zusammenhält und zum Schluss Geheimnisse aufdeckt, die einerseits kaum vorstellbar anmuten, sich aber gleichzeitig auch so nahtlos in die historischen Hüllen der Personen einfügen.
    Wenn die Kraniche nach Süden ziehen

    Lisa Ridzén
    Wenn die Kraniche nach Süden ziehen (Buch)

    4 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern
    20.04.2026

    Altern ist schwer

    Das Thema dieses Romans ist ein hartes, schweres, das schnell in Richtung Melancholie abdriften kann. Und doch schafft es Lisa Ridzén dem ganzen etwas Leichtigkeit und stille Freude zu verleihen.

    Bo lebt mit seinem Hund Sixten allein im Haus, seit seine Frau an Demenz erkrankt ist und ins Heim ziehen musste. Regelmäßige Besuche erhält er nur von seinem Sohn Hans und dem Pflegepersonal, das sich um ihn kümmert. Während er denkt, den Alltag anz gut zu meistern, erzählt das Pflegetagebuch eine etwas andere Geschichte. Als Hans darüber nachdenkt, ihm den Hund wegzunehmen, kippt die Lage.

    Dass Alt werden keine Kleinigkeit ist und selten mit Leichtigkeit verkraftet wird, war mir schon bewusst. Aber so hautnah zu erleben, wie der Alltag immer beschwerlicher wird und sich auch die Gedankenwelt mehr auf die Vergangenheit konzentriert als in der Gegenwart verankert zu bleiben, ist stellenweise wirklich hart.

    Dabei scheint Bo kein sonderlich emotionaler Mensch zu sein. Zuneigung zu zeigen, gerade seinem Sohn gegenüber, fällt ihm schwer. Nur in seinen Erinnerungen bekommt man die starke Liebe mit, die er für seine Familie empfindet.

    Ganz leise hat sich dieses Buch in mein Herz geschlichen und es gerade mit dem Ende schmerzhaft fest gepackt.
    Tale of Sun and Night 1: Tale of Sun and Night

    Magdalena Gammel
    Tale of Sun and Night 1: Tale of Sun and Night (Buch)

    2 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern Inaktiver Stern Inaktiver Stern
    20.04.2026

    Kann nicht überzeugen

    Ich wollte diese Geschichte wirklich mögen, bringt sie doch einige große Pluspunkte mit. Leider gibt es doch ein paar Punkte, die mich nicht überzeugen konnten.

    Lio hat ihre Erinnerungen verloren. Nur die letzten fünf Jahre sind ihr geblieben, seitdem ihr Sklavenhändler sie aus dem Fluss gefischt und zu seinem Mädchen gemacht hat. Für ihn wird sie regelmäßig verkauft, nur um ihre Käufer anschließend umzubringen und auszurauben. Doch beim letzten Coup kommt ihr jemand in die Quere- Izan und seine Begleiter, mit denen sie kurz darauf auf der Flucht quer durchs Land ist.

    Und genau hier beginnen die Probleme. Magdalena Gammel hat grundsätzlich eine spannende Welt erschaffen mit faszinierenden Kreaturen (der erste große Pluspunkt). Auch die Magie, basierend auf Seelenstaub und Mandalas klingt packend (auch wenn sie für meinen Geschmack nicht hundertprozentig verständlich erklärt wird, Pluspunkt 2).

    Allerdings wird diese ganze Komplexität ab dem ersten Drittel der Geschichte von der vorhersehbaren Lovestory überlagert. Auch wenn sich zum Glück nicht eine Sexszene an die nächste reiht, so kann ich irgendwann nicht mehr hören, wie finster und gutaussehend die männlichen Figuren sind.

    Auch Lio kann mich nicht gänzlich überzeugen, irgendwann nervt sie mich mit ihrer Geheimniskrämerei nur noch (während sie von Izan absolute Ehrlichkeit und Offenheit erwartet).

    Am schlimmsten sind aber die Plotholes und "Offenbarungen" die mir ab einem gewissen Punkt einfach nicht mehr logisch erscheinen.

    Auch wenn die Reihe als Trilogie angelegt ist, habe ich nach diesem ersten Buch schon genug.
    A Fire in the Sky - Feuerschwur-Chroniken, Band 1

    Sophie Jordan
    A Fire in the Sky - Feuerschwur-Chroniken, Band 1 (Buch)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    20.04.2026

    Überraschend gut

    Ich habe ehrlicherweise nicht allzu viel von diesem Buch erwartet. Wenn man den Klappentext so liest, klingt es nach einer typischen Romantic Fantasy, bei der die junge Heldin mehr oder weniger das selbstständige Denken einstellt, sobald sie auf den düsteren, mysteriösen Fremden trifft, der sie mit seinen Geheimnissen ködert und neben dunkel und grummelig nicht viel zu bieten hat.

    Stattdessen bekommt man mit Tamlyn eine starke Protagonistin, die sich trotz ihres Schicksals als Prügelmädchen der königlichen Familie nicht bemittleidet und in ihrem Elend suhlt. Stattdessen nutzt sie die Chance, die sich ihr mit Kriegsfürst Fell bietet und kämpft für ihre Unabhängigkeit.

    Mit Fell und Tamlyn haben wir zwei wirklich sympathische Hauptfiguren, die sich selbst nicht verlieren, obwohl die Anziehung zwischen den beiden nicht gerade kalt brennt. Gleichzeitig schafft aber gerade er es sehr überraschend, seiner Prinzessin auf Augenhöhe zu begegnen und ihr ihr Schicksal nicht zum Vorwurf zu machen.

    Die Kirsche auf diesem Sahnebecher von Buch ist allerdings das Wolrdbuilding. Wir haben Kriege, wir haben Intrigen und sagenhafte Figuren. Was wir, dank der Geschichte dieser Königreiche nicht mehr haben, sind Drachen. Und doch beherrschen sie jedes Kapitel mit den Ängsten und Geschichten, die sie in dieser Welt hinterlassen haben.

    Und ich will unbedingt mehr davon lesen! Zum Glück erscheinen die beiden Folgebände noch dieses Jahr!
    Witch of the Wolves

    Kaylee Archer
    Witch of the Wolves (Buch)

    2 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern Inaktiver Stern Inaktiver Stern
    20.04.2026

    Enttäuschung großgeschrieben

    Wölfe gegen Hexen in einer männerzentrierten Welt mit viktorianischem Setting und eine starke Frauenfigur, die in die Auserinandersetzung zwischen beiden hineingezogen wird. Das klingt spannend? Könnte es wirklich sein. Leider verschenkt die Geschichte sämtliches Potential schon nach wenigen Kapiteln.

    Cordelia führt gemeinsam mit ihrer Tante ein unabhängiges Leben, gleichzeitig hat sie aber immer das Gefühl auf der Flucht zu sein. Bis eines Tages fremde Männer ihr Haus überfallen und sie entführen. Ihr Vater hat sie zu sich ins Rudel geholt, um für eine starke Nachkommenaschaft zu sorgen. Und der geheimnisvolle Bishop verspricht ihr Hilfe, wenn sie seine Pläne unterstützt.

    Spätestens ab diesem Punkt kann man sich eigentlich schon denken, wie es weitergeht. Und leider schafft es die Autorin nicht, mich noch in irgendeiner Weise zu überraschen oder meine (geringen) Ewartungen zu erfüllen.

    Statt aus Cordelia eine starke Frau zu machen, die sich aus eigener Kraft aus ihrer Notlage befreit oder die Lügen und Finten auch nur ansatzweise zu durchschauen, hängt ab einem gewissen Punkt alles nur noch an Bishop und seinen Verbündeten.

    Dieser Plot hätte so viel Potential gehabt, hätte der Fokus nicht ab der Hälfte des Buches nur noch auf der (Liebes-)Beziehung und dem Gerangel zwischen den Laken (oder auch außerhalb der Laken) gelegen hätte.

    Mir war schon klar, dass mich hier keine sonderlich anspruchsvolle Lektüre erwartet, aber ein bisschen mehr Inhalt als nur Knick-Knack wäre schon toll gewesen.
    Ruf der Leere

    Daniel Alvarenga
    Ruf der Leere (Buch)

    3 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern Inaktiver Stern
    12.02.2026

    Irreführend

    Es gibt sie leider immer wieder, diese Bücher, deren Klappentext einerseits kaum zum Buch passt und andererseits zu viel verrät und damit Erwartungen weckt, die das Buch nicht halten kann.

    Wir begleiten Felix und einen weiten Kreis an Freunden und Bekanntschaften auf die einsame Hütte seines Vaters. Vorderegrtündig soll die Rückkehr seines besten Freundes gefeiert werden, unterschwellig geht es aber auch um die Aufarbeitung alter Wunden und Streitereien. Bis ein Überraschungsgast die Party aufmischt.

    Es klingt wie ein Thriller, ist aber mehr eine Sozialstudie in Rückblenden. Dabei ist mir keine der Figuren in irgendeiner Weise sympathisch, am wenigsten jedoch Hauptfigur Felix. Man könnte natürlich der kaputten Familie die Schuld geben, die nur vom Geld zusammengehalten wird. Aber eigentlich geht diese Antipathie weit darüber hinaus.

    Dieser Figur durch ihre Überlegungen hindurch zu folgen, hätte mir ja schon gereicht. Die übertrieben bemühte Wendung hätte der Roman eigentlich wirklich nicht gebraucht.

    Diese, genauso wie das Ende, haben mir das Buch ein wenig versaut.
    The Ordeals

    Rachel Greenlaw
    The Ordeals (Buch)

    4 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern
    12.02.2026

    Fesselndes Academy-Setting

    Mit Academy konnte ich bisher ehrlicherweise nicht viel anfangen. Irgendwie schien mir das nie genug Spannung, Fantasie und Weltenbau bieten zu können. Wie sollte man bei einem so starren Thema etwas neu erfinden oder hinzufügen können? Rachel Greenlawe hat es geschafft, mich zu verlocken und zu ihrem Buch zu greifen- und ich habe es nicht bereut!

    Sophia ist dank eines magischen Vertrags an ihren Onkel gebunden und dazu gezwungen, gefährliche Aufträge für ihn zzu erledigen. Ihr einziger Ausweg scheint es zu sein, sich an der Kilmarth-Hochschule zu bewerben, denn innerhalb ihrer Mauern wird alle Magie außer Kraft gesetzt. Doch dazu muss sie die Ordeals, die Aufnahmeprüfung bestehen, und diese scheint lebensgefährlich zu sein!

    Der Weltenbau ist gut ausgearbeitet, es gibt drei mehr oder weniger verfeindete Gebiete, ein Magiesystem ebenso wie den Glauben an die alten Götter, der damit konkurriert. Wie in jeder guten Historic Fantasy gibt es Altes Blut, das snobistisch auf alle anderen herabschaut. Neben Magiern werden wir im Laufe des Buches von anderen Fabelwesen überrascht.

    "The Ordeals" bringt also einiges mit, das von Anfang an für sich spricht. Daneben haben wir natürlich noch eine kluge weibliche Hauptfigur, die dank ihres Mutes und der Gefahren, denen sie sich stellen muss, über sich hinauswächst und einen männlichen Love interest, der durch seine Offenheit und Zurückhaltung überrascht.

    Hätte es die Liebesgeschichte für meinen Geschmack gebraucht? Nein, das Buch hätte auch ohne sehr gut funktioniert. Bin ich böse drum? Auch nicht, denn sie fügt sich ganz gut in die Geschichte ein, ohne sie zu überschatten.

    Insgesamt ist dieses Buch also ein gelungener Reihenauftakt, der mich so sehr von sich überzeugen konnte, dass ich mich schon auf die Fortsetzung freue!
    Das Buch der verlorenen Stunden

    Hayley Gelfuso
    Das Buch der verlorenen Stunden (Buch)

    4 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern
    12.02.2026

    Zeit ändert alles

    Hayley Gelfuso hat eine interessante Idee aufgegriffen und daraus ein bewegendes, spannendes Buch geschrieben. Wer kontrolliert die Zeit und was passiert, wenn einzelne Menschen die Kontrolle über das Gedächtnis der Menschheit besitzen.

    Lisavet lebt mit ihrem Bruder und Vater im Deutschland der 1930er Jahre. In der Kristallnacht bringt ihr Vater sie in eine geheime Bibliothek zwischen den Falten der Zeit mit dem Versprechen, ihr zu folgen. Doch er kommt nie nach. Gefangen in dieser Zwischenwelt beobachtet sie insgeheim andere Menschen dabei, wie sie die in den Büchern gespeicherten Erinnerungen studieren und teilweise auch verändern. Bis sie eines Tages Ernest begegnet und zum ersten Mal wieder Nähe zulässt.

    Ich finde es unheimlich gelungen, wie die Autorin mit der Wahrnehmung des Lesenden spielt. Ähnlich wie die Zeit sich ständig im Wandel befindet und teilweise Haken schlägt, verändern sich auch die Figuren im Laufe der Geschichte und wechseln teilweise gekonnt die Seiten. Wer ist gut, wer ist böse? Wer ist im Recht, wer im Unrecht?

    Natürlich hat sie neben einer sehr ambivalenten Hauptfigur auch einen charismatischen Gegenspieler erschaffen, der im Widerspiel mit Lisavet das Buch sehr gut trägt.

    Zum Schluss entscheiden die teilweise etwas ungelenk gelungenen Antworten auf die verschiedenen Fragen des Romans darüber, dass aus einem großartigen Roman nur ein ziemlich guter wird.
    The Second Death of Locke

    V. L. Bovalino
    The Second Death of Locke (Buch)

    4 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern
    29.01.2026

    Rettende Insel

    So wie die romantische Fanatsy gerade den Markt flutet, wird es immer schwerer die Perlen aus der Masse herauszupicken. Umso schöner ist es doch, mal wieder ein Buch zu erwischen, dass den Leser noch mit einer originellen Idee überraschen kann.

    Die Königreiche liegen im Krieg miteinander und kämpfen um die letzten Reste Magie, seitdem das Königreich und die Insel Locke untergegangen ist und die Quelle aller Magie mitgenommen hat. Die verbliebenen Magier sind auf die wenigen Menschen angewiesen, die ihnen noch als Quelle dienen können. Denn das ist das besondere: nur wenn zwei Menschen vertrauensvoll zusammenarbeiten, können sie Magie wirken. Kier und Grey sind ein besonders mächtiges Team und sind deshalb bisher erfolgreich im Kampf, bis sie auf eine geheime Mission geschickt werden. Während sie um ihr Leben bangen müssen, drohen gleichzeitig ihre Geheimnisse ans Licht zu kommen.

    Wie gesagt: dieses Welten- und Magiekonzept ist überzeugend und mal was anderes. Die Beziehung zwischen Kier und Locke ist einfühlsam beschrieben und erfreulicherweise agieren beide auf Augenhöhe miteinander.

    Hat das Buch gewisse Längen? Sicher. Und doch macht es immer wieder Spaß, mit den beiden durchs Land zu reisen, auch wenn es zeitweise ziemlich blutig und brutal wird.

    Einziger Wehmutstropfen ist die Tatsache, dass die historische Sage, auf der alles beruht, etwas zu kurz kommt und mehr in den Mittelpunkt hätte gerückt werden können.
    Die toten Katzen-Assassinen

    P. Djèlí Clark
    Die toten Katzen-Assassinen (Buch)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    22.12.2025

    Starke Frauenfigur

    Solche Bücher machen einfach richtig Spaß! P. Djeli Clark schreibt ganz fantastische Geschichten, randvoll gefüllt mit orientalischer Fantastik, außergewöhnlichen Wesen und ein paar überzeugend starken Figuren. Das sind die großen Pluspunkte aller seiner Bücher.

    Sein größtes Talent liegt allerdings darin, all diese Elemente in packende Novellen zu gießen. Eine spannende, vielseitige Geschichte auf gerade einmal etwas über 200 Seiten zu entfalten, ohne dass man irgendetwas vermisst, kann nicht jeder.

    Diesmal begleiten wir Eveen, eine (un)tote Katzenassasinin, auf der Jagd nach der Erfüllung eines unmöglichen Auftrags. Ihre Motivation könnte nicht größer sein, hängt doch schließlich nicht nur ihr Leben, sondern das ihrer ganzen Gilde davon ab.

    Mein Loblied habe ich ja bereits gesungen: Eine große Runde interessante Figuren, jede mit individuellen Merkmalen, und eine besonders herausragende Heldin (?) mitten drin. Eine packende Story, bei der ein Eregnis das nächste jagt. Und ein Ende, das mich voll und ganz überzeugt und zufrieden gestellt hat.
    House of the Beast

    Michelle Wong
    House of the Beast (Buch)

    3 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern Inaktiver Stern
    22.12.2025

    Löchrige Story

    Das Äußere ist bei einem Buch nun mal nicht alles. Auch wenn ich auf diese hübschen Hüllen immer wieder hereinfalle. Dabei macht es einem dieses Buch besonders schwer, verlockt es doch zusätzlich noch durch hübsche Illustrationen auf fast jeder Seite. Das tröstet mich jedoch nur unzureichend über die löchrig gestrickte Handlung hinweg.

    Alma wächst bei ihrer Mutter in ärmlichen Verhältnissen auf, bbis diese eines Tages schwer krank wird und Alma nix anderes übrig bleibt, als ihren bis jetzt unbekannten Vater um hilfe zu bitten. Der lässt nix anbrennen und holt seine ungewollte Tochter zu sich, um sie als Gefäß für seinen Gott einzusetzen (Arm abschlagen inklusive, denn was ist ein gläubiges Gefäß ohne fehlende Gliedmaße?!). Alma scheint sich in ihr Schicksal zu fügen, bastelt aber insgeheim schon an ihrer Rache, gemeinsam mit dem mächtigen Wesen, das nur sie sehen und hören kann.

    Die Story klingt fantastisch, mächtige Götter und Menschen, die als deren Gefäße ihre Macht übernehmen und ausüben. Es ist düster und fast schon brutal. Und doch fehlt etwas, das Tempo schwankt zwischen stürmisch und kriechend wie eine Schnecke.

    Und auch der Weltenbau ist mehr als dürftig, darüber kann auch die hübsche Gestaltung nicht hinwegtäuschen. Es gibt mehrere Karten, bei denen ich mich immer noch frage, wozu ich sie brauchen könnte. Denn die meiste Zeit bewegt sich Alma kaum von der Stelle. Wie diese Welt wirklich funktioniert, wird bis zum Schluss nicht so wirklich erklärt und jeder Versuch, das zu ändern, lässt mich mit mehr Fragezeichen zurück.

    Vielleicht hätte man sich etwas mehr Zeit nehmen sollen, die Komplexität des Weltenbaus mit Inhalt zu füllen, statt die Seiten mit kleinen netten, wenn auch unnötigen, Zeichnungen vollzustopfen.
    Rabid

    Ivy Asher
    Rabid (Buch)

    3 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern Inaktiver Stern
    22.12.2025

    Genau was ich erwartet habe

    Ich habe lange keine Spicy Werwolffantasy mehr gelesen, obwohl ich solche Geschichten eine zeitlang förmlich verschlungen habe. "Rabid" bietet mir genau das, was ich früher geliebt habe, eine ordentliche Portion Action, fantastische Figuren und eine Menge Spice, ich meine wirklich eine Meeeeeeeenge!

    Seneca ist in ihrem Rudel nicht mehr glücklich, seit der neue Alpha übernommen und damit begonnen hat, die Frauen zur Beute zu erklären. Als ihre Initiation schief läuft und sie sich zum ersten Mal gegen ihn wehrt, verbannt er sie und setzt sie im Revier des verfeindeten Rudels mit dem übelsten Ruf aus. Und wir wissen alle, wie es ab da weitergeht.

    Wer hier Tiefe und Figurenentwicklung erwartet, ist mit Sicherheit falsch. Auch die emotionale Bandbreite ist nicht sonderlich tief.

    Und sind wir ehrlich, auch die Handlung kann nur wenig überraschen. Aber das ist ja auch nicht der Grund, warum man zu so einem Buch greift.

    Es soll unterhalten, fesseln, einen durch die Seiten fliegen lassen und die eher tieferen Bedürfnisse befriedigen. Und genau das hat es hervorragend erreicht- zumindest bei mir!
    Bad Actors

    Mick Herron
    Bad Actors (Buch)

    3 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern Inaktiver Stern
    22.12.2025

    Schwächelt etwas

    Ich liebe die Slow Horses und ihren unangepassten, manchmal etwas übertrieben assozialen Chef von der ersten Stunde (also dem ersten Buch) an. Habe bei jedem ihrer unfreiwilligen Einsätze mitgefiebert und beim Strippen ziehen ab und zu den Durchblick verloren. Aber so langsam scheint mir die Luft raus zu sein.

    Klar war das auch wieder spannend. Aber es sind auch mittlerweile so viele Figuren und Namen, die auf dem Schachbrett hin und her geschoben werden, dass ihre Individualität dabei verloren geht. Wenn sie vom Spielbrett genommen werden, muss ich erst zweimal überlegen, ob mich das nun berühren soll.

    Werde ich den nächsten Band wieder lesen? Klar, immer in der Hoffnung, dass dem Autor doch noch etwas Neues eingefallen ist und er sich auf seine Wurzeln (und die Stärken der Slow Horses) zurückbesinnt. Und natürlich gespannt darauf, ob wir River nochmal wiedersehen werden!
    Der Donnerstagsmordclub und der unlösbare Code

    Richard Osman
    Der Donnerstagsmordclub und der unlösbare Code (Buch)

    4 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern
    22.12.2025

    Der fünfte Streich

    Bei manchen Reihen ist irgendwann die Luft raus, andere reifen wie ein guter Wein. "Der Donnerstagsmordclub" zählt eindeutig zur zweiten Gruppe und beweist auch in seiner fünften Runde, dass eine Gruppe Rentner noch lange keine lahmen Enten sind.

    Der Donnerstagsmordclub macht sich sorgen um Mitglied Elizabeth. Nach dem Tod ihres Mannes Steven wirkt sie ziellos und müde. Dabei haben alle Mitglieder ihre eigenen Igel zu kämmen. Und bald überschlagen sich die Ereignisse und geben vor allem Elizabeth ein neues Ziel.

    Eigentlich sollte man meinen, dass die Geschichte rund um die vier Renter irgendwann mal auserzählt sien müsste, sich die Erzählung im Kreis drehen könnte. Und doch findet Richard Osman immer wieder neuen Stoff und schafft es dabei trotzdem noch, seine Figuren in den Vordergrund zu rücken und ihre Stärken, ebenso wie ihre Schwächen herauszukitzeln.

    Auch der Humor ist wie immer einzigartig und "very british", nimmt die Figuren auf herrliche Weise aufs Korn. Dabei bleibt aber auch die Emotionalität nicht kurz, es wird die Balance perfekt gehalten zwischen Humor und Ernsthaftigkeit.

    Damit ist und bleibt "Der Donnerstagsmordclub" eine herausragende Koryphäe des unterhaltsamen Cosy Crimes der aktuellen Zeit.
    Hustle

    Julia Bähr
    Hustle (Buch)

    4 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern
    22.12.2025

    Moderne Robin Hood Story

    In der heutigen Gesellschaft passiert es recht schnell, dass man seinen Antrieb verliert und so in die Ziellosigkeit abrutscht.

    So ähnlich geht es Leonie, nachdem sie sich an ihrem Chef rächt, weil er ihre Forschunsgergebnisse als seine ausgegeben hat. Als Konsequenz findet sie keine neue Anstellung, bis sie eher zufällig in München landet und einen Neuanfang wagt. Mit der Unterstützung einer tatkräftigen Mädelstruppe findet sie schon bald ein neues Lebensziel.

    Dieses Buch liest sich wie eine moderne Robin Hood-Adaption, wenn man davon ausgeht, dass Robin weiblich und sich selbst als armes Volk sieht, dem es zu spenden und helfen gilt. Was könnte passender sein als "sei dir selbst die nächste und steh für dich ein"?

    Und dabei findet sie neben einem finanzierbaren Leben auch noch ein Hobby, dass sie zum Beruf machen kann. Am wichtigsten aber ist wohl die Erkenntnis, dass du mit Freundinnen, die durch dick und dünn gehen und sich in allen Lebenslagen unterstützen, wirklich alles schaffen kannst.

    Ist die geschichte moralisch einwandfrei? Mit Sicherheit nicht. Mir hat sie aber vor allem Hoffnung und ganz, ganz viel Unterhaltung gegeben.
    The Witch Collector

    Charissa Weaks
    The Witch Collector (Buch)

    4 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern
    21.12.2025

    Überraschend unterhaltsam

    Das war doch mal eine erfrischend überzeugende Lovestory! Hat sie ihre Schwächen und Fehler? Mit Sicherheit, aber das kann den Unterhaltungsfaktor nicht trüben.

    Raina bereitet sich auf den einen tag im Jahr vor, an dem der Witch Collector in ihr Dorf kommt, um die mächtigste Hexe mitzunehmen. Sie will ihn zwingen, sie zum Frost King zu führen, damit sie ihre Schwester befreien kann, die er vor acht Jahren mitgenommen hat. Doch der Angriff des Ostkönigs kommt ihr dazwischen und sie ist gezwungen, sich gemeinsam mit dem Witch Collector auf die Jagd zu begeben.

    Wie gesagt, natürlich weist die Geschichte kleinere Fehlerchen auf und kommt, was das Worldbuilding angeht, etwas langsam in die Gänge.

    Dafür überzeugen mich die Figuren umso mehr. Raina ist eine starke, kluge und mutige Frau, die sich trotz ihrer Einschränkung (sie kann nicht sprechen und ist auf Gebärdensprache angewiesen) nicht zurückhält und immer lösungsorientiert agiert. Und dann haben wir noch Alexus, den männlichen Hauptpart, der es schafft, eine Frau für sich zu gewinnen, ohne sie kleinzureden, seine körperliche Überlegenheit gegen sie einzusetzen oder ihr Informationen vorzuenthalten.

    Mein Herz hat er damit auf jeden Fall gewonnen!
    Nightblood Prince

    Molly X. Chang
    Nightblood Prince (Buch)

    2 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern Inaktiver Stern Inaktiver Stern
    10.12.2025

    Blass, blasser, Nightblood

    Dies war nicht das erste Buch von Molly X. Chang, das ich gelesen habe und ich hätte es wirklich besser wissen müssen. Ich werde mit ihrem Schreibstil einfach nicht warm, dabei klang die Geschichte so gut!

    Fei wird unter dem Stern einer großen Prophezeiung geboren- als auferstandene Göttin soll sie das Land vereinen. Der regierende Kaiser sieht das als Zeichen, sie an seinen Sohn zu binden. So wächst sie in einem goldenen Käfig im Palast auf, ihre Zukunft immer vor Augen. Bis es ihr zu viel wird und sie die Verlobung löst- ohne zu ahnen, welche Folgen das haben wird.

    Die Geschichte hat eigentlich alles, was es braucht: eine große Prophezeiung, zwei verfeindete Prinzen, die um die Hand der schönen Frau kämpfen, große Gefühle, den Kampf der Frau um ihre eigene Unabhängigkeit und Selbstbestimmung und dazu ganz viel chinesische Folklore und ganz wichtig- Vampire!

    Das alles verschwindet aber leider hinter dem Schleier des Nicht-Erzählens. Während Feis Innensicht und Gefühlswelt stetig im Vordergrund steht und sich permanent im Kreis dreht, wirken die Figuren furchtbar blass. Auch der Weltenbau wird wenig ausgeschmückt, der zeitliche Ablauf weist unerklärliche Lücken auf und vieles wird einfach als gegeben hingenommen, ohne es näher zu erläutern.

    Das macht- zumindest mir- auf Dauer nur wenig Spaß und ich kann kaum erahnen, wieviele Bände diesem Auftakt noch folgen sollen, bis die Geschichte zuende erzählt sein wird. So viel Geduld habe ich aber definitiv nicht!
    Heart of Night and Fire

    Nisha J. Tuli
    Heart of Night and Fire (Buch)

    2 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern Inaktiver Stern Inaktiver Stern
    30.11.2025

    Mehr Optik als Inhalt

    Irgendwie sollte es mir wohl mittlerweile zu denken geben, wenn ein Buch besonders hübsch aufgemacht ist. Knalliges Cover, wunderschöner Farbschnitt- aber kann der Inhalt mit diesem Versprechen von Vergnügen mithalten? Immer öfter lautet meine ganz persönliche Meinung darauf leider eher "Nein". So auch bei diesem Buch.

    Zarya hat keine Erinnerungen an ihre Vergangenheit oder Familie, seit sie denken kann lebt sie im Sumpf, gefangen gehalten von Row und seinem Lehrling Aarav. Er bringt ihr Kampfkunst und den Umgang mit Waffen bei, erzählt ihr aber nichts über ihre Herkunft. Als er eines Tages verschwindet, flieht sie in die nächstgelegene Stadt, wo sie General Vikram und seinem Leutnant begegnet und gemeinsam mit ihnen gegen die Dämonen kämpft, die sie bedrohen.

    Diese an indische Mythen und Legenden angelehnte Geschichte könnte so interessant und schillernd sein- die nebensächlichen Dinge wie Nahrung udn Kleidung nimmt auch wunderbar Gestalt an. Leider leidet die grundsätzliche Erklärung dieser Welt darunter- der Weltenbau bleibt bruchstückhaft, nicht gänzlich verständlich. Da hilft auch das beigefügte Glossar nicht.

    Schlimmer wird es nur noch, wenn es um die Wesen geht, die diese Welt bevölkern. Es gibt offenbar verschiedene Königreiche, aber die mächtigsten Wesen eines jeden kämpft für dieses eine kleine Königreich, bestehend aus einer Stadt? Und neben diesen magisch begabten Wesen gibt es auch noch Menschen, aber die stehen, obwohl sie machtlos sind, nichtmal auf der niedrigsten Stufe? Ihr merkt schon, ich habe noch lange nicht alles verstanden.

    Und dann kommen wir zum Schluss noch zu den Figuren: die weibliche Hauptfigur ist teilweise unerträglich nervig, schwankend in ihrer Zuneigung, gleichzeitig sehr naiv und misstrauisch und findet grundsätzlich jedes männliche Wesen, das ihr über den Weg läuft, umwerfend attraktiv.
    Die Beschreibung "Slow Burn" ist tatsächlich gar nicht so weit hergeholt, denn bis zum Schluss hat man keine Ahnung, für wen sie sich denn nun entscheiden wird, denn ihre Zuneigung ist wie ein Fähnchen im Wind.

    Ja, die Geschichte hat Potential, aber das soll jetzt ernsthaft noch drei Bücher lang so weitergehen?!
    Wenn sich die Autorin mal ein bisschen mehr Zeit für eine Handlung nehmen würde, statt für Amor, würde ich ihr ja noch eine Chance geben.
    Das Dreizehnte Kind

    Erin A. Craig
    Das Dreizehnte Kind (Buch)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    14.11.2025

    Düsteres Märchen

    Wenn man sich das Cover so anschaut, erwartet man eine düstere Schauergeschichte- richtig passend für die dunkle Herbstzeit. Was man stattdessen bekommt, ist irgendwie genau das und doch so viel mehr.

    Gemeinsam verfolgen wir Hazels Leben, das sich bereits vor ihrer Geburt wie ein Märchen liest. Nur dass sie nicht die Prinzessin ist. Stattdessen wächst sie als dreizehntes Kind in einem verarmten Haushalt auf und wartet ihr Leben lang auf einen göttlichen Paten, der sie zu sich nehmen sollte, aber nie kam. Und doch wird sie zu einer bekannten Heilerin in einem von Armut gebeutelten Königreich.

    Wie gesagt, es liest sich wie ein Märchen, richtet sich dem Gefühl nach an ein jugendliches Publikum, hat aber auch sehr erwachsene, düstere Tendenzen. Der Umgang mit Krankheit und Tod ist ernst und wenig beschönigend, ohne dabei den fantastischen Rahmen zu verletzen.

    Wirklich gelungen ist aber die Beschreibung der Figuren und die emotionale Achterbahnfahrt, die Hazel durchlebt. Gerade sie ist unheimlich gut getroffen und man baut im Laufe der Geschichte eine ganz wunderbare Bindung zu ihr auf, die einem zum Schluss das Herz bricht.

    Ich habe jede einzelne der 667 Seiten geliebt und angebetet!
    1 bis 25 von 478 Rezensionen
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