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    julemaus94 Top 50 Rezensent

    Aktiv seit: 08. Februar 2017
    "Hilfreich"-Bewertungen: 42
    467 Rezensionen
    Ruf der Leere

    Daniel Alvarenga
    Ruf der Leere (Buch)

    3 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern Inaktiver Stern
    12.02.2026

    Irreführend

    Es gibt sie leider immer wieder, diese Bücher, deren Klappentext einerseits kaum zum Buch passt und andererseits zu viel verrät und damit Erwartungen weckt, die das Buch nicht halten kann.

    Wir begleiten Felix und einen weiten Kreis an Freunden und Bekanntschaften auf die einsame Hütte seines Vaters. Vorderegrtündig soll die Rückkehr seines besten Freundes gefeiert werden, unterschwellig geht es aber auch um die Aufarbeitung alter Wunden und Streitereien. Bis ein Überraschungsgast die Party aufmischt.

    Es klingt wie ein Thriller, ist aber mehr eine Sozialstudie in Rückblenden. Dabei ist mir keine der Figuren in irgendeiner Weise sympathisch, am wenigsten jedoch Hauptfigur Felix. Man könnte natürlich der kaputten Familie die Schuld geben, die nur vom Geld zusammengehalten wird. Aber eigentlich geht diese Antipathie weit darüber hinaus.

    Dieser Figur durch ihre Überlegungen hindurch zu folgen, hätte mir ja schon gereicht. Die übertrieben bemühte Wendung hätte der Roman eigentlich wirklich nicht gebraucht.

    Diese, genauso wie das Ende, haben mir das Buch ein wenig versaut.
    The Ordeals

    Rachel Greenlaw
    The Ordeals (Buch)

    4 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern
    12.02.2026

    Fesselndes Academy-Setting

    Mit Academy konnte ich bisher ehrlicherweise nicht viel anfangen. Irgendwie schien mir das nie genug Spannung, Fantasie und Weltenbau bieten zu können. Wie sollte man bei einem so starren Thema etwas neu erfinden oder hinzufügen können? Rachel Greenlawe hat es geschafft, mich zu verlocken und zu ihrem Buch zu greifen- und ich habe es nicht bereut!

    Sophia ist dank eines magischen Vertrags an ihren Onkel gebunden und dazu gezwungen, gefährliche Aufträge für ihn zzu erledigen. Ihr einziger Ausweg scheint es zu sein, sich an der Kilmarth-Hochschule zu bewerben, denn innerhalb ihrer Mauern wird alle Magie außer Kraft gesetzt. Doch dazu muss sie die Ordeals, die Aufnahmeprüfung bestehen, und diese scheint lebensgefährlich zu sein!

    Der Weltenbau ist gut ausgearbeitet, es gibt drei mehr oder weniger verfeindete Gebiete, ein Magiesystem ebenso wie den Glauben an die alten Götter, der damit konkurriert. Wie in jeder guten Historic Fantasy gibt es Altes Blut, das snobistisch auf alle anderen herabschaut. Neben Magiern werden wir im Laufe des Buches von anderen Fabelwesen überrascht.

    "The Ordeals" bringt also einiges mit, das von Anfang an für sich spricht. Daneben haben wir natürlich noch eine kluge weibliche Hauptfigur, die dank ihres Mutes und der Gefahren, denen sie sich stellen muss, über sich hinauswächst und einen männlichen Love interest, der durch seine Offenheit und Zurückhaltung überrascht.

    Hätte es die Liebesgeschichte für meinen Geschmack gebraucht? Nein, das Buch hätte auch ohne sehr gut funktioniert. Bin ich böse drum? Auch nicht, denn sie fügt sich ganz gut in die Geschichte ein, ohne sie zu überschatten.

    Insgesamt ist dieses Buch also ein gelungener Reihenauftakt, der mich so sehr von sich überzeugen konnte, dass ich mich schon auf die Fortsetzung freue!
    Das Buch der verlorenen Stunden

    Hayley Gelfuso
    Das Buch der verlorenen Stunden (Buch)

    4 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern
    12.02.2026

    Zeit ändert alles

    Hayley Gelfuso hat eine interessante Idee aufgegriffen und daraus ein bewegendes, spannendes Buch geschrieben. Wer kontrolliert die Zeit und was passiert, wenn einzelne Menschen die Kontrolle über das Gedächtnis der Menschheit besitzen.

    Lisavet lebt mit ihrem Bruder und Vater im Deutschland der 1930er Jahre. In der Kristallnacht bringt ihr Vater sie in eine geheime Bibliothek zwischen den Falten der Zeit mit dem Versprechen, ihr zu folgen. Doch er kommt nie nach. Gefangen in dieser Zwischenwelt beobachtet sie insgeheim andere Menschen dabei, wie sie die in den Büchern gespeicherten Erinnerungen studieren und teilweise auch verändern. Bis sie eines Tages Ernest begegnet und zum ersten Mal wieder Nähe zulässt.

    Ich finde es unheimlich gelungen, wie die Autorin mit der Wahrnehmung des Lesenden spielt. Ähnlich wie die Zeit sich ständig im Wandel befindet und teilweise Haken schlägt, verändern sich auch die Figuren im Laufe der Geschichte und wechseln teilweise gekonnt die Seiten. Wer ist gut, wer ist böse? Wer ist im Recht, wer im Unrecht?

    Natürlich hat sie neben einer sehr ambivalenten Hauptfigur auch einen charismatischen Gegenspieler erschaffen, der im Widerspiel mit Lisavet das Buch sehr gut trägt.

    Zum Schluss entscheiden die teilweise etwas ungelenk gelungenen Antworten auf die verschiedenen Fragen des Romans darüber, dass aus einem großartigen Roman nur ein ziemlich guter wird.
    The Second Death of Locke

    V. L. Bovalino
    The Second Death of Locke (Buch)

    4 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern
    29.01.2026

    Rettende Insel

    So wie die romantische Fanatsy gerade den Markt flutet, wird es immer schwerer die Perlen aus der Masse herauszupicken. Umso schöner ist es doch, mal wieder ein Buch zu erwischen, dass den Leser noch mit einer originellen Idee überraschen kann.

    Die Königreiche liegen im Krieg miteinander und kämpfen um die letzten Reste Magie, seitdem das Königreich und die Insel Locke untergegangen ist und die Quelle aller Magie mitgenommen hat. Die verbliebenen Magier sind auf die wenigen Menschen angewiesen, die ihnen noch als Quelle dienen können. Denn das ist das besondere: nur wenn zwei Menschen vertrauensvoll zusammenarbeiten, können sie Magie wirken. Kier und Grey sind ein besonders mächtiges Team und sind deshalb bisher erfolgreich im Kampf, bis sie auf eine geheime Mission geschickt werden. Während sie um ihr Leben bangen müssen, drohen gleichzeitig ihre Geheimnisse ans Licht zu kommen.

    Wie gesagt: dieses Welten- und Magiekonzept ist überzeugend und mal was anderes. Die Beziehung zwischen Kier und Locke ist einfühlsam beschrieben und erfreulicherweise agieren beide auf Augenhöhe miteinander.

    Hat das Buch gewisse Längen? Sicher. Und doch macht es immer wieder Spaß, mit den beiden durchs Land zu reisen, auch wenn es zeitweise ziemlich blutig und brutal wird.

    Einziger Wehmutstropfen ist die Tatsache, dass die historische Sage, auf der alles beruht, etwas zu kurz kommt und mehr in den Mittelpunkt hätte gerückt werden können.
    Die toten Katzen-Assassinen

    P. Djèlí Clark
    Die toten Katzen-Assassinen (Buch)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    22.12.2025

    Starke Frauenfigur

    Solche Bücher machen einfach richtig Spaß! P. Djeli Clark schreibt ganz fantastische Geschichten, randvoll gefüllt mit orientalischer Fantastik, außergewöhnlichen Wesen und ein paar überzeugend starken Figuren. Das sind die großen Pluspunkte aller seiner Bücher.

    Sein größtes Talent liegt allerdings darin, all diese Elemente in packende Novellen zu gießen. Eine spannende, vielseitige Geschichte auf gerade einmal etwas über 200 Seiten zu entfalten, ohne dass man irgendetwas vermisst, kann nicht jeder.

    Diesmal begleiten wir Eveen, eine (un)tote Katzenassasinin, auf der Jagd nach der Erfüllung eines unmöglichen Auftrags. Ihre Motivation könnte nicht größer sein, hängt doch schließlich nicht nur ihr Leben, sondern das ihrer ganzen Gilde davon ab.

    Mein Loblied habe ich ja bereits gesungen: Eine große Runde interessante Figuren, jede mit individuellen Merkmalen, und eine besonders herausragende Heldin (?) mitten drin. Eine packende Story, bei der ein Eregnis das nächste jagt. Und ein Ende, das mich voll und ganz überzeugt und zufrieden gestellt hat.
    House of the Beast

    Michelle Wong
    House of the Beast (Buch)

    3 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern Inaktiver Stern
    22.12.2025

    Löchrige Story

    Das Äußere ist bei einem Buch nun mal nicht alles. Auch wenn ich auf diese hübschen Hüllen immer wieder hereinfalle. Dabei macht es einem dieses Buch besonders schwer, verlockt es doch zusätzlich noch durch hübsche Illustrationen auf fast jeder Seite. Das tröstet mich jedoch nur unzureichend über die löchrig gestrickte Handlung hinweg.

    Alma wächst bei ihrer Mutter in ärmlichen Verhältnissen auf, bbis diese eines Tages schwer krank wird und Alma nix anderes übrig bleibt, als ihren bis jetzt unbekannten Vater um hilfe zu bitten. Der lässt nix anbrennen und holt seine ungewollte Tochter zu sich, um sie als Gefäß für seinen Gott einzusetzen (Arm abschlagen inklusive, denn was ist ein gläubiges Gefäß ohne fehlende Gliedmaße?!). Alma scheint sich in ihr Schicksal zu fügen, bastelt aber insgeheim schon an ihrer Rache, gemeinsam mit dem mächtigen Wesen, das nur sie sehen und hören kann.

    Die Story klingt fantastisch, mächtige Götter und Menschen, die als deren Gefäße ihre Macht übernehmen und ausüben. Es ist düster und fast schon brutal. Und doch fehlt etwas, das Tempo schwankt zwischen stürmisch und kriechend wie eine Schnecke.

    Und auch der Weltenbau ist mehr als dürftig, darüber kann auch die hübsche Gestaltung nicht hinwegtäuschen. Es gibt mehrere Karten, bei denen ich mich immer noch frage, wozu ich sie brauchen könnte. Denn die meiste Zeit bewegt sich Alma kaum von der Stelle. Wie diese Welt wirklich funktioniert, wird bis zum Schluss nicht so wirklich erklärt und jeder Versuch, das zu ändern, lässt mich mit mehr Fragezeichen zurück.

    Vielleicht hätte man sich etwas mehr Zeit nehmen sollen, die Komplexität des Weltenbaus mit Inhalt zu füllen, statt die Seiten mit kleinen netten, wenn auch unnötigen, Zeichnungen vollzustopfen.
    Rabid

    Ivy Asher
    Rabid (Buch)

    3 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern Inaktiver Stern
    22.12.2025

    Genau was ich erwartet habe

    Ich habe lange keine Spicy Werwolffantasy mehr gelesen, obwohl ich solche Geschichten eine zeitlang förmlich verschlungen habe. "Rabid" bietet mir genau das, was ich früher geliebt habe, eine ordentliche Portion Action, fantastische Figuren und eine Menge Spice, ich meine wirklich eine Meeeeeeeenge!

    Seneca ist in ihrem Rudel nicht mehr glücklich, seit der neue Alpha übernommen und damit begonnen hat, die Frauen zur Beute zu erklären. Als ihre Initiation schief läuft und sie sich zum ersten Mal gegen ihn wehrt, verbannt er sie und setzt sie im Revier des verfeindeten Rudels mit dem übelsten Ruf aus. Und wir wissen alle, wie es ab da weitergeht.

    Wer hier Tiefe und Figurenentwicklung erwartet, ist mit Sicherheit falsch. Auch die emotionale Bandbreite ist nicht sonderlich tief.

    Und sind wir ehrlich, auch die Handlung kann nur wenig überraschen. Aber das ist ja auch nicht der Grund, warum man zu so einem Buch greift.

    Es soll unterhalten, fesseln, einen durch die Seiten fliegen lassen und die eher tieferen Bedürfnisse befriedigen. Und genau das hat es hervorragend erreicht- zumindest bei mir!
    Bad Actors

    Mick Herron
    Bad Actors (Buch)

    3 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern Inaktiver Stern
    22.12.2025

    Schwächelt etwas

    Ich liebe die Slow Horses und ihren unangepassten, manchmal etwas übertrieben assozialen Chef von der ersten Stunde (also dem ersten Buch) an. Habe bei jedem ihrer unfreiwilligen Einsätze mitgefiebert und beim Strippen ziehen ab und zu den Durchblick verloren. Aber so langsam scheint mir die Luft raus zu sein.

    Klar war das auch wieder spannend. Aber es sind auch mittlerweile so viele Figuren und Namen, die auf dem Schachbrett hin und her geschoben werden, dass ihre Individualität dabei verloren geht. Wenn sie vom Spielbrett genommen werden, muss ich erst zweimal überlegen, ob mich das nun berühren soll.

    Werde ich den nächsten Band wieder lesen? Klar, immer in der Hoffnung, dass dem Autor doch noch etwas Neues eingefallen ist und er sich auf seine Wurzeln (und die Stärken der Slow Horses) zurückbesinnt. Und natürlich gespannt darauf, ob wir River nochmal wiedersehen werden!
    Der Donnerstagsmordclub und der unlösbare Code

    Richard Osman
    Der Donnerstagsmordclub und der unlösbare Code (Buch)

    4 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern
    22.12.2025

    Der fünfte Streich

    Bei manchen Reihen ist irgendwann die Luft raus, andere reifen wie ein guter Wein. "Der Donnerstagsmordclub" zählt eindeutig zur zweiten Gruppe und beweist auch in seiner fünften Runde, dass eine Gruppe Rentner noch lange keine lahmen Enten sind.

    Der Donnerstagsmordclub macht sich sorgen um Mitglied Elizabeth. Nach dem Tod ihres Mannes Steven wirkt sie ziellos und müde. Dabei haben alle Mitglieder ihre eigenen Igel zu kämmen. Und bald überschlagen sich die Ereignisse und geben vor allem Elizabeth ein neues Ziel.

    Eigentlich sollte man meinen, dass die Geschichte rund um die vier Renter irgendwann mal auserzählt sien müsste, sich die Erzählung im Kreis drehen könnte. Und doch findet Richard Osman immer wieder neuen Stoff und schafft es dabei trotzdem noch, seine Figuren in den Vordergrund zu rücken und ihre Stärken, ebenso wie ihre Schwächen herauszukitzeln.

    Auch der Humor ist wie immer einzigartig und "very british", nimmt die Figuren auf herrliche Weise aufs Korn. Dabei bleibt aber auch die Emotionalität nicht kurz, es wird die Balance perfekt gehalten zwischen Humor und Ernsthaftigkeit.

    Damit ist und bleibt "Der Donnerstagsmordclub" eine herausragende Koryphäe des unterhaltsamen Cosy Crimes der aktuellen Zeit.
    Hustle

    Julia Bähr
    Hustle (Buch)

    4 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern
    22.12.2025

    Moderne Robin Hood Story

    In der heutigen Gesellschaft passiert es recht schnell, dass man seinen Antrieb verliert und so in die Ziellosigkeit abrutscht.

    So ähnlich geht es Leonie, nachdem sie sich an ihrem Chef rächt, weil er ihre Forschunsgergebnisse als seine ausgegeben hat. Als Konsequenz findet sie keine neue Anstellung, bis sie eher zufällig in München landet und einen Neuanfang wagt. Mit der Unterstützung einer tatkräftigen Mädelstruppe findet sie schon bald ein neues Lebensziel.

    Dieses Buch liest sich wie eine moderne Robin Hood-Adaption, wenn man davon ausgeht, dass Robin weiblich und sich selbst als armes Volk sieht, dem es zu spenden und helfen gilt. Was könnte passender sein als "sei dir selbst die nächste und steh für dich ein"?

    Und dabei findet sie neben einem finanzierbaren Leben auch noch ein Hobby, dass sie zum Beruf machen kann. Am wichtigsten aber ist wohl die Erkenntnis, dass du mit Freundinnen, die durch dick und dünn gehen und sich in allen Lebenslagen unterstützen, wirklich alles schaffen kannst.

    Ist die geschichte moralisch einwandfrei? Mit Sicherheit nicht. Mir hat sie aber vor allem Hoffnung und ganz, ganz viel Unterhaltung gegeben.
    The Witch Collector

    Charissa Weaks
    The Witch Collector (Buch)

    4 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern
    21.12.2025

    Überraschend unterhaltsam

    Das war doch mal eine erfrischend überzeugende Lovestory! Hat sie ihre Schwächen und Fehler? Mit Sicherheit, aber das kann den Unterhaltungsfaktor nicht trüben.

    Raina bereitet sich auf den einen tag im Jahr vor, an dem der Witch Collector in ihr Dorf kommt, um die mächtigste Hexe mitzunehmen. Sie will ihn zwingen, sie zum Frost King zu führen, damit sie ihre Schwester befreien kann, die er vor acht Jahren mitgenommen hat. Doch der Angriff des Ostkönigs kommt ihr dazwischen und sie ist gezwungen, sich gemeinsam mit dem Witch Collector auf die Jagd zu begeben.

    Wie gesagt, natürlich weist die Geschichte kleinere Fehlerchen auf und kommt, was das Worldbuilding angeht, etwas langsam in die Gänge.

    Dafür überzeugen mich die Figuren umso mehr. Raina ist eine starke, kluge und mutige Frau, die sich trotz ihrer Einschränkung (sie kann nicht sprechen und ist auf Gebärdensprache angewiesen) nicht zurückhält und immer lösungsorientiert agiert. Und dann haben wir noch Alexus, den männlichen Hauptpart, der es schafft, eine Frau für sich zu gewinnen, ohne sie kleinzureden, seine körperliche Überlegenheit gegen sie einzusetzen oder ihr Informationen vorzuenthalten.

    Mein Herz hat er damit auf jeden Fall gewonnen!
    Nightblood Prince

    Molly X. Chang
    Nightblood Prince (Buch)

    2 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern Inaktiver Stern Inaktiver Stern
    10.12.2025

    Blass, blasser, Nightblood

    Dies war nicht das erste Buch von Molly X. Chang, das ich gelesen habe und ich hätte es wirklich besser wissen müssen. Ich werde mit ihrem Schreibstil einfach nicht warm, dabei klang die Geschichte so gut!

    Fei wird unter dem Stern einer großen Prophezeiung geboren- als auferstandene Göttin soll sie das Land vereinen. Der regierende Kaiser sieht das als Zeichen, sie an seinen Sohn zu binden. So wächst sie in einem goldenen Käfig im Palast auf, ihre Zukunft immer vor Augen. Bis es ihr zu viel wird und sie die Verlobung löst- ohne zu ahnen, welche Folgen das haben wird.

    Die Geschichte hat eigentlich alles, was es braucht: eine große Prophezeiung, zwei verfeindete Prinzen, die um die Hand der schönen Frau kämpfen, große Gefühle, den Kampf der Frau um ihre eigene Unabhängigkeit und Selbstbestimmung und dazu ganz viel chinesische Folklore und ganz wichtig- Vampire!

    Das alles verschwindet aber leider hinter dem Schleier des Nicht-Erzählens. Während Feis Innensicht und Gefühlswelt stetig im Vordergrund steht und sich permanent im Kreis dreht, wirken die Figuren furchtbar blass. Auch der Weltenbau wird wenig ausgeschmückt, der zeitliche Ablauf weist unerklärliche Lücken auf und vieles wird einfach als gegeben hingenommen, ohne es näher zu erläutern.

    Das macht- zumindest mir- auf Dauer nur wenig Spaß und ich kann kaum erahnen, wieviele Bände diesem Auftakt noch folgen sollen, bis die Geschichte zuende erzählt sein wird. So viel Geduld habe ich aber definitiv nicht!
    Heart of Night and Fire

    Nisha J. Tuli
    Heart of Night and Fire (Buch)

    2 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern Inaktiver Stern Inaktiver Stern
    30.11.2025

    Mehr Optik als Inhalt

    Irgendwie sollte es mir wohl mittlerweile zu denken geben, wenn ein Buch besonders hübsch aufgemacht ist. Knalliges Cover, wunderschöner Farbschnitt- aber kann der Inhalt mit diesem Versprechen von Vergnügen mithalten? Immer öfter lautet meine ganz persönliche Meinung darauf leider eher "Nein". So auch bei diesem Buch.

    Zarya hat keine Erinnerungen an ihre Vergangenheit oder Familie, seit sie denken kann lebt sie im Sumpf, gefangen gehalten von Row und seinem Lehrling Aarav. Er bringt ihr Kampfkunst und den Umgang mit Waffen bei, erzählt ihr aber nichts über ihre Herkunft. Als er eines Tages verschwindet, flieht sie in die nächstgelegene Stadt, wo sie General Vikram und seinem Leutnant begegnet und gemeinsam mit ihnen gegen die Dämonen kämpft, die sie bedrohen.

    Diese an indische Mythen und Legenden angelehnte Geschichte könnte so interessant und schillernd sein- die nebensächlichen Dinge wie Nahrung udn Kleidung nimmt auch wunderbar Gestalt an. Leider leidet die grundsätzliche Erklärung dieser Welt darunter- der Weltenbau bleibt bruchstückhaft, nicht gänzlich verständlich. Da hilft auch das beigefügte Glossar nicht.

    Schlimmer wird es nur noch, wenn es um die Wesen geht, die diese Welt bevölkern. Es gibt offenbar verschiedene Königreiche, aber die mächtigsten Wesen eines jeden kämpft für dieses eine kleine Königreich, bestehend aus einer Stadt? Und neben diesen magisch begabten Wesen gibt es auch noch Menschen, aber die stehen, obwohl sie machtlos sind, nichtmal auf der niedrigsten Stufe? Ihr merkt schon, ich habe noch lange nicht alles verstanden.

    Und dann kommen wir zum Schluss noch zu den Figuren: die weibliche Hauptfigur ist teilweise unerträglich nervig, schwankend in ihrer Zuneigung, gleichzeitig sehr naiv und misstrauisch und findet grundsätzlich jedes männliche Wesen, das ihr über den Weg läuft, umwerfend attraktiv.
    Die Beschreibung "Slow Burn" ist tatsächlich gar nicht so weit hergeholt, denn bis zum Schluss hat man keine Ahnung, für wen sie sich denn nun entscheiden wird, denn ihre Zuneigung ist wie ein Fähnchen im Wind.

    Ja, die Geschichte hat Potential, aber das soll jetzt ernsthaft noch drei Bücher lang so weitergehen?!
    Wenn sich die Autorin mal ein bisschen mehr Zeit für eine Handlung nehmen würde, statt für Amor, würde ich ihr ja noch eine Chance geben.
    Das Dreizehnte Kind

    Erin A. Craig
    Das Dreizehnte Kind (Buch)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    14.11.2025

    Düsteres Märchen

    Wenn man sich das Cover so anschaut, erwartet man eine düstere Schauergeschichte- richtig passend für die dunkle Herbstzeit. Was man stattdessen bekommt, ist irgendwie genau das und doch so viel mehr.

    Gemeinsam verfolgen wir Hazels Leben, das sich bereits vor ihrer Geburt wie ein Märchen liest. Nur dass sie nicht die Prinzessin ist. Stattdessen wächst sie als dreizehntes Kind in einem verarmten Haushalt auf und wartet ihr Leben lang auf einen göttlichen Paten, der sie zu sich nehmen sollte, aber nie kam. Und doch wird sie zu einer bekannten Heilerin in einem von Armut gebeutelten Königreich.

    Wie gesagt, es liest sich wie ein Märchen, richtet sich dem Gefühl nach an ein jugendliches Publikum, hat aber auch sehr erwachsene, düstere Tendenzen. Der Umgang mit Krankheit und Tod ist ernst und wenig beschönigend, ohne dabei den fantastischen Rahmen zu verletzen.

    Wirklich gelungen ist aber die Beschreibung der Figuren und die emotionale Achterbahnfahrt, die Hazel durchlebt. Gerade sie ist unheimlich gut getroffen und man baut im Laufe der Geschichte eine ganz wunderbare Bindung zu ihr auf, die einem zum Schluss das Herz bricht.

    Ich habe jede einzelne der 667 Seiten geliebt und angebetet!
    Wilder Honig

    Caryl Lewis
    Wilder Honig (Buch)

    3 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern Inaktiver Stern
    14.11.2025

    Heimlicher Star

    Vordergründig sollte es hier eigentlich um drei Frauen gehen: Hannah, die den Tod ihres Ehemanns kaum verkraften kann, ihre Schwester Sadie und Megan plötzlich in ihre Leben tritt. Der Lesende soll mit den vielen verschiedenen Schichten an Emotionen konfrontiert werden, die die Frauen während ihrer Trauerbewältigung durch leben.

    Als roter Leitfaden der Liebe und Trauer sollen die elf Briefe dienen, die Ehemann John vor seinem Tod verfasst hat.

    Was für mich stattdessen hängen blieb, sind die Honigbienen und der Obstgarten, den die Frauen als Nachlass der Familie erhalten und die folgenden Monate pflegen. Diese beiden sind die heimlichen Stars des Buchs, hinter denen die menschlichen Mitspielenden verblassen und stellenweise auch verstummen.

    Die Beschreibungen der Pflanzen- und Tierwelt sind sehr gut gelungen, stimmungsvoll, eindrücklich und greifbar. Sie habe ich viel intensiver begriffen als jegliches Innenleben der drei Frauen.
    Die Spur der Vertrauten

    Christelle Dabos
    Die Spur der Vertrauten (Buch)

    4 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern
    14.11.2025

    Was sind wir ohne ich

    Christelle Dabos hat ein Händchen für interessante Ideen und verbindet sie mit einem manchmal fast ätherischen Schreibstil. Wer "Die Spiegelreisende" gelesen hat, kennt ihren Stil und hat ihm im Laufe der Bücher wahrscheinlich lieben und hassen gelernt. Was dort im Laufe der vier Bücher langsam angewachsen ist, konzentriert sich bei "Die Spur der Vertrauten" auf knappe 600 Seiten.

    Versteht mich nicht falsch: Die Geschichte von Claire und Goliath beginnt unheimlich fesselnd!

    In einer Welt, in der die Menschen von ihren angeborenen Instinkten beherrscht werden und so zum Gemeinwohl des "Wir" beitragen, verschwindet die Individualität des Einzelnen fast vollkommen. Doch nicht nur das, die beiden entdecken auch, dass einige ihrer Mitschüler wie vom Erdboden verschluckt sind und machen sich auf die Suche nach ihnen.

    Wo dieser erste Teil des Buches den Lesenden förmlich einsaugt, macht die Autorin ungefähr nach der Hälfte des Buches einen Cut und führt ihre Erzählung in eine wesentlich weitschweifigere, weniger zielgerichtete und damit ziemlich verwirrende Richtung weiter (ähnlich wie die Spiegelreisende ab Band 2).

    Versteht mich nicht falsch, diese Welt finde ich wirklich faszinierend, die Theorie der Instinkte und des daran anknüpfenden Klassensystems, das gewisse Instinkte massiv begünstigt, ist wirklich gelungen. Die darin mitschwingende Gesellschaftskritik kommt an.

    Aber man hätte den Roman locker um 200 Seiten kürzen können, um dadurch die Spannung vor allem im zweiten Teil hochzuschrauben. Vielleicht hat die Autorin einfach zu viel Subtext unterbringen wollen, der zumindest bei mir nicht so ganz ankam. Unterhalten hat mich das Buch trotzdem.
    Die Bibliothek meines Großvaters

    Masateru Konishi
    Die Bibliothek meines Großvaters (Buch)

    3 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern Inaktiver Stern
    14.11.2025

    Hölzerne Sprache

    Ich weiß nicht genau, was es ist, dass ich immer wieder so meine Probleme mit der Sprache in japanischen Büchern habe, und trotzdem jedes Mal wieder danach greife.

    Masateru Konishi erzählt die Geschichte der Lehrerin Kaede, die ihren an Demenz erkrankten Opa pflegt, und dabei mit ihm gemeinsam die verschiedensten Alltagsrätsel und kleineren Kriminalfälle auf teils ziemlich kreative Weise löst.

    Die Figur der jungen Lehrerin hat mir eigentlich sehr gut gefallen, da der Autor ihre Einsamkeit und Traurigkeit auf einfühlsame Art eingefangen hat. Ihr Großvater ist die letzte verbliebene Bezugsperson ihres noch kungen Lebens und es fällt ihr offensichtlich schwer, Kontakt zu den Personen in ihrem Umfeld zu knüpfen. So liest es sich schön, wie sie sich nach und nach öffnet.

    Auch die Rätsel und Krimis, die die beiden lösen, haben mir eigentlich ziemlich gut gefallen, waren kreativ und ideenreich.

    Aber diese Sprache. Ich werde einfach nicht warm mit diesem hölzernen, teilweise recht plastischen, emotionslosen, sehr beschreibenden Erzählstil. Dabei möchte ich das gar nicht dem Übersetzer Peter Aichinger-Fankhauser anlasten. Man merkt es dem Text einfach an, dass das Japanische aus einer völlig anderen Sprachfamilie kommt als das Deutsche. Ich verneige mich vor der Arbeit des Übersetzers, daraus einen flüsssigen Text kreiert zu haben, mich packt es nur einfach nicht so richtig und ich habe Mühe, gedanklich am Ball zu bleiben.
    Spookily Yours

    Jennifer Chipman
    Spookily Yours (Buch)

    2 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern Inaktiver Stern Inaktiver Stern
    14.11.2025

    Spooky, nein danke

    Wenn der Herbst beginnt, bin ich bereit für herzwärmende, leichte Buchkost- herbstlich soll es sein, mit einem kleinen Touch Fantasy, einer Tonne an Kürbissen und am liebsten Hexen. Das alles verspricht dieses Buch, zusammen mit einem Dämon, Katzen und einem alles belastenden Fluch. Klingt gut, sagt ihr? Das dachte ich auch, wurde aber leider schnell eines besseren belehrt.

    Ja, die Autorin hat das alles in ihren Roman reingepackt: Willow lebt mehr oder weniger zufrieden in ihrem kleinen Hexendorf, bis sie sich eines Tages einen neuen Kater ins Haus holt und schnell feststellt, dass es sich bei dem Tier um den verfluchten Dämon Damien handelt. Um ihn zu retten, sucht sie nach einer Methode, den Fluch aufzuheben und ihn zu befreien.

    Mit diesem Setting hätte man das ganze Buch füllen können und eine cosy Herbstgeschichte drum rum stricken können. Stattdessen wird diese Quest schon im ersten Drittel des Buches abgehandelt, danach geht es nur noch um die unsterbliche Liebe (und eigentlich doch eher Lust) der beiden zueinander.

    Das Buch driftet in die Belanglosigkeit ab, alles was es spannend gestalten könnte (Jahrhunderte Altersunterschied, Dämonen und Hexen sind verfeindet,...) werden in Nebensätzen abgehandelt, damit es schnell wieder zum Knick-knack übergehen kann.. Am schlimmsten ist aber dieses Heilwe Welt-Ende, das die Autorin konstruiert denn SPOILER man kann ja nur wirklich glücklich werden als Frau, wenn man verheiratet und Mutter geworden ist, sein eigenes Geschäft aufgegeben hat und von der Wohlätigkeit seines reichen Ehemannes abhängig ist.

    Nein danke für dieses Szenario aus dem letzten Jahrhundert!
    Die Geschichte des Klangs

    Ben Shattuck
    Die Geschichte des Klangs (Buch)

    3 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern Inaktiver Stern
    14.11.2025

    Könnte so großartig sein

    Was habe ich die Geschichte von Lionel und David geliebt! Ich hätte ewig weiterlesen können, hätte mich der Verlag nicht um einen Großteil ihrer Geschichte gebracht.

    Ben Shattuck erzählt auf berührende und ergreifende Weise von der kurzlebigen, aber alles über den Haufen werfenden Begegnung zwischen dem Sänger Lionel und dem Pianisten David. Daraus entwickelt sich ein Sommer, der für Lionel die Welt bedeutet und alles, was er später erreicht und erlebt, bestimmt und formt.

    Dabei erzählt der Autor diese Geschichte in kurzen Essays, lässt verschiedene Figuren zu Wort kommen und formt daraus ein komplexes Bild dieser Beziehung.

    So zumindest stelle ich mir es vor, denn die deutsche Übersetzung enthält leider nur einen Bruchteil des gesamten Werkes. Aus für mich vollkommen unerfindlichen Gründen hat sich der Verlag entschieden, von den im Original enthaltenen Kurzgeschichten lediglich zwei übersetzen zu lassen.

    Diese lassen zwar schon die Großartigkeit erahnen (Dirk van Gunsteren hat es auf überzeugende Weise geschafft, die Wortmagie des Autors einzufangen und wiederzugeben), die das Buch in seiner Gänze entfaltet, stellen mich aber in keiner Weise zufrieden. Man spürt einfach, dass da noch mehr ist!
    The Deathless One

    Emma Hamm
    The Deathless One (Buch)

    2 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern Inaktiver Stern Inaktiver Stern
    17.10.2025

    Eine Idee allein reicht nicht aus

    Wenn man nichts nettes zu sagen hat, sollte man gar nichts sagen. Würde ich diesen Leitsatz berücksichtigen, fiele meine Rezension sehr, sehr kurz aus. Dabei hatte ich mir so viel von diesem Reihenauftakt versprochen!

    Prinzessin Jessamine sieht ihrer Hochzeit entgegen. Dabei würde sie viel lieber weiter an der Ursache für die geheimnisvolle Seuche forschen, die ihr Königreich zu zerstören droht. Hätte sie sich mal lieber mit dem Mann auseinandergesetzt, den sie heiraten soll. Denn der hat nichts beseres zu tun, als kurz vor dem Ja-Wort sie und ihre gesamte Familie, sowie ihren Hofstaat umzubringen und das Königreich zu übernehmen. Zu ihrem Glück entdeckt der letzte verbliebene, wenn auch verbannte Gott, der Todlose, sie in seinem Zwischenreich und verschafft ihr ein zweites Leben (nicht ohne Hintergedanken, natürlich).

    Man sollte annehmen, dass sie dieses zweite Leben nutzt, um blutige Rache an den Verrätern zu nehmen, ihr Königreich zurückzuerobern oder ihrem Lebensziel, der Heilung der Seuche, zu folgen. Stattdessen tut Jessamine...ja, was eigentlich?

    Es fällt mir wirklich schwer, die Handlung des Buches zusammenzufassen, denn es passiert einfach so unfassbar wenig, obwohl so viele Worte verwendet werden. Und auch die Figuren erhalten lediglich die Tiefe eines Bleistiftstriches- also gar keine. Jessamine: blass und antriebslos (außer wenn es um den Körper des Todlosen geht). Sämtliche Nebenfiguren: da, wenn sie mal eben gebraucht werden, ansonsten unsichtbar. Nur der Todlose bekommt ein wenig Tiefe und hat mir geholfen, diesen Abklatsch von einem Roman durchzustehen.

    Die Erzählung wirft so einiges an Fragen auf, manche unwichtig, andere scheinbar wichtig (zumindest für den Leser). Die Autorin aber stürzt sich lieber auf alles Nebensächliche und lässt die für eine (nichtvorhandene) Handlung wichtigen Fragen vollkommen außer Acht.

    Ich weiß, es ist ein Reihenauftakt. Da kommt bestimmt noch mehr. Aber allein dieser Gedanke, dieses Nichts von Erzählstil noch weitere zwei Bücher durchstehen zu müssen, bereitet mir Albträume.
    Furye

    Kat Eryn Rubik
    Furye (Buch)

    3 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern Inaktiver Stern
    14.10.2025

    Unentschlossen

    Das Cover deutet schon auf das Kernproblem, das das Buch aus meiner Sicht hat.

    Es geht um Alec, erfolgreiche Musikmanagerin in der Großstadt, die dank eines Anrufs in ihre Vergangenheit zurückgezogen wird. Zurück in ihrem Heimatort wird sie bald von Erinnerungen an den Sommer, als sie 17 war, eingeholt.

    So wirklich kann sich die Autorin nicht entschieden, worin es in ihrem Buch gehen soll. Den Sommer der ersten großen Liebe. Entscheidungen, die wir treffen und die uns ein Leben lang verfolgen. Die alles entscheidende Freundschaft dreier Mädchen auf der Schwelle zum Frausein. Die Probleme zwischen Männern und Frauen, von denen so einige Leserinnen ein Liedchen trällern können werden.

    Jedes Thema für sich genommen hätte einen ganzen Roman füllen können. So ist es eine wilde Mischung, die keinem der Temen den ihm zustehenden Raum bieten kann.

    Zudem ist Alec auch eine nicht gerade sympathische Figur, deren Entscheidungen und Handlungen nicht immer nachvollziehbar und freundlich wirken.

    Insgesamt wurde ich gut unterhalten, aber lange nachhallen wird es eher nicht.
    Das Geschenk des Meeres

    Julia R. Kelly
    Das Geschenk des Meeres (Buch)

    4 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern
    08.10.2025

    Stolz und Vorurteil in Schottland

    Julia R. Kelly hat uns mit ihrem Debütroman eine ganz stimmungsvolle, dicht gepackte, teils fast schon märchenhafte Geschichte über die Irrungen und Wirrungen des Dorflebens um 1900 geschenkt.

    Dorothy kommt als junge Frau ins schottische Küstendorf Skerry, um als Lehrerin zu arbeiten. Kontakt zur Dorfgemeinschaft zu finden fällt ihr schwer, nur der freundliche Fischer Joseph durchdringt ihre harte Schale. Und doch scheint das Schicksal kein gemeinsames Leben für die beiden vorgesehen zu haben. Erst zwanzig Jahre später, als Joseph in einer Sturmnacht, den leblosen Körper eines kleinen Jungen am Strand findet, der Dorothys verschollenem Kind wie aus dem Gesicht geschnitten gleicht, scheinen die Dinge erneut ins Rollen zu kommen.

    Diese Geschichte ist so vieles zugleich, verbindet das Gesellschaftsbild eines einfachen, abgeschnittenen Dorfes mit den Innensichten der einzlenen Figuren und zeigt dabei, wie tief die von Eltern und Erfahrungen geschlagenen Narben wurzeln können. Wie abhängig wir von eigenen Vorurteilen sind und was wir uns aus ungerechtfertigtem Stolz manches Mal selbst versagen.

    Wenn man auf der Suche nach düsterer, das Herz (auf teilweise sehr aufwühlende Weise) erwärmender Erzählungen ist- passend für die neblig-feuchte, kälter werdende Jahreszeit- ist man hier genau richtig. Claudia Feldmann findet mit ihrer Übersetzung genau die richtigen Worte, um diese dunkel-kalte Herbst/ Winter-Stimmung einzufangen, den Figuren Emotionen und Tiefe zu verleihen und den Lesenden einzuhüllen, in dieses fast schon mystische Feeling, das nur Schottland in mir auslösen kann.
    Wenn du es heimlich machen willst, musst du die Schafe töten

    Anna Maschik
    Wenn du es heimlich machen willst, musst du die Schafe töten (Buch)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    26.09.2025

    Fehler, die wir machen

    Wie sehr prägen uns die Erfahrungen der Generationen, die vor uns kamen. Was lernen wir aus den Fehlern, die unsere Eltern gemacht haben? Diesen und einigen anderen Fragen geht Anna Maschik auf wundervolle Weise nach. Dabei bleibt "Wunder" das Motto des Buches.

    Alma als letztes verbliebenes Glied trägt die Bruchstücke ihrer Familiengeschichte zusammen und nimmt uns mit in die Leben ihrer Vorfahren. Dabei lässt sie ausschließlich die Frauen zu Wort kommen und sie die Unwägbarkeiten der damaligen Zeit durchstehen, die Männer sind eher Momentaufnahmen, die vorbeiziehen.

    Allein diese Idee, den Frauen der Familie eine Stimme zu verleihen, gefiel mir schon sehr. Wie flüchtig Eindrücke und Erfahrungen sein können, wird aber durch die bruchstückhafte Erzählweise noch sehr viel besser verdeutlicht. Vieles bleibt ungesagt oder diffus im Hintergrund, maches muss man sich zusammenreimen. Was jedoch ganz deutlich am Ende steht, sind die Erfahrungen und Entscheidungen, die sich wiederholen.
    Unbeugsam wie die See

    Emilia Hart
    Unbeugsam wie die See (Buch)

    4 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern
    26.09.2025

    Wild wie die See

    Dies war mein erstes Buch von Emilia Hart, hat aber auf jeden Fall Lust auf mehr gemacht! Es ist klug und stürmisch, hat aber auch ruhige Passagen und entführt uns, ebenso wie einen Teil der Protagonistinnen, nach Australien.

    Jess stürzt sich mit 16 kopfüber in ihr Journalistikstudium, bis sie eines nachts schlafwandelnd ihren Komilitonen angreift. Aus Angst vor Konsequenzen flieht sie zu ihrer Schwester an die Küste, auch wenn diese plötzlich verschwunden scheint. Nach und nach wird klar, dass die beiden mehr gemeinsam haben, als sie anfangs dachte: eine mysteriöse Wasserallergie und seltsame Träume von zwei Schwestern, gefangen auf einem Sträflingsschiff auf dem Weg von England nach Australien.

    Die Autorin schafft es meisterhaft, die verschiedenen Erzählebenen der vier Frauen miteinander zu koombinieren und dazwischen hin und her zu gleiten, ähnlich wie der Wellenschlag der Gezeiten. Dabei wird bald klar, dass sie mehr verbindet, als ihre körperlichen Einschränkungen.

    Der Roman entfacht nicht nur bei seinen Figuren, sondern auch bei mir nach und nach eine Wut auf männliche Ungerechtigkeiten. Das Thema mag nicht besonders neu sein, schafft es aber, dem Ganzen eine zusätzliche, mystische Ebene zu verleihen, die es zu einem kleinen Juwel machen, das perfekt zum nun anbrechenden Herbst passt.
    Dr. No

    Percival Everett
    Dr. No (Buch)

    3 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern Inaktiver Stern
    26.09.2025

    Effekt verfehlt

    Percival Everett hat ein unglaubliches Talent, mit Worten umzugehen und tiefgründige Bedeutung dahinter zu verstecken. Mit "James" und "Die Bäume" hat er mir den Kopf gesprengt (im positiven Sinne), aber diesmal war es zu viel.

    Wala Kitu, eine Matheprofessor, der sich mti Theorien rund um das "Nichts" beschäftigt, wird von einem schwarzen Multimilliradär engagiert, um genau das zu tun. Das Nichts aus Fort Knox zu stehlen. Begleitet wird er dabei von seinem einbeinigen Hund, seiner hübschen Kollegin Eigen und Bösewicht-Girl Victoria.

    Den James Bond-Effekt hat er perfekt eingefangen, keine Frage. Wir haben alles, was das Fan-Herz höher schlagen lässt. Vielleicht liest sich der Roman deshalb so ernüchternd, weil er die leere Hülle entlarvt, die er darstellt.

    Daneben geht es um sehr viel (wortgewandtes) Nichts, das massive Kritik an Amerika, Rassismus, Klimaverbrechen und vielen mehr (von dene ich vermutlich nicht einmal die Hälfte zur Gänze wahrgenommen, geschweige denn verstanden habe).

    Denn das ist irgendwie auch mein großes Problem mit diesem Buch: ich verstehe kaum die Hälfte von dem, was Herr Everett schreibt. Was normalerweise okay wäre, wenn mich der Rest unterhalten würde (auf irgendeiner Art und Weise) und ich am Ende nicht das Gefühl hätte, dass es so überhaupt keinen Unterschied gemacht hat, dass ich das alles nicht verstanden habe!
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