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    julemaus94 Top 50 Rezensent

    Aktiv seit: 08. Februar 2017
    "Hilfreich"-Bewertungen: 44

    Bitte beachten Sie

    Wir können nicht sicherstellen, dass die Angaben von Verbrauchern stammen, die das Produkt tatsächlich genutzt oder erworben haben.

    487 Rezensionen

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    Pina fällt aus

    Vera Zischke
    Pina fällt aus (Buch)

    4 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern
    25.06.2026

    Wenn der Halt fehlt

    Niemand schafft alles alleine, ohne Rückhalt im Leben. Pina hat sich in den Kopf gesetzt, das Gegenteil zu beweisen. Aufopferungsvoll kümmert sie sich um ihren autistischen Sohn Leo und sorgt dafür, dass er sich in seiner kleinen Welt zurechtfindet. Dabei ignoriert sie ihre eigenen Probleme, bis sie mitten auf der Straße zusammenbricht. Und plötzlich sind sie und Leo darauf angewiesen, dass ihre Nachbarn für sie einspringen und ihr einen Teil ihrer Last abnehmen.

    Vera Zischke hat eine wundervolle Sprache und schafft es damit, dieses doch heikle Thema der verschiedenen Eigenarten menschlicher Charakterzüge, die kleinen Ängste und Macken einzufangen und in ihre Figuren einzuweben.

    Jede dieser Figuren hat Kanten und Risse. Und doch ist es gerade Leo, der anfangs am kaputtesten wirkt, der diese Eigenbrötler zusammenführt und ihre Eigenheiten normalisiert.

    So entsteht eine herzwärmende Geschichte, die mir die Hoffnung an die Menschheit ein wenig zurückgegeben hat.
    Little Hollywood

    Inga Hanka
    Little Hollywood (Buch)

    4 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern
    23.06.2026

    Was man erwartet

    Dieses Buch ist ein typischer coming of age- Roman, dessen Cover eine gewisse Erwartung in mir geweckt und dessen Inhalt mich nicht enttäuscht hat.

    Dieser Sommer stellt Leo vor so einige Entscheidungen. Gerade stehen die letzten Abiprüfungen an und es ist der Sommer der großen Enden und Neubeginne. Schule vorbei, Ferienjob läuft, nur die Sache mit Olli scheinbar nicht. Die beste Ablenkung bietet Little Hollywood, die örtliche Videothek, und Jo, der hinter der Kasse sitzt und sie immer wieder vor Herausforderungen stellt.

    Gerade im Sommer finde ich diese Art von Lektüre erholsam und unterhaltsam. Klar kann man schon erahnen, in welche Richtung die Geschichte laufen wird- nicht zuletzt weil man sich in Leos Problemen und Ängsten sehr gut wiederfindet.

    Und auch der gewählte Zeitraum und die popkulturellen Referenzen, die die Autorin gewählt hat, passen wie Deckel auf Eimer, denn es ist die Zeit meiner eigenen Jugend.

    Alles in allem ist "Little Hollywood" also ein runder Roman, der mich zur richtigen Zeit getroffen hat.
    The Empress of Salt and Fortune (Die Chroniken von Chih)

    Nghi Vo
    The Empress of Salt and Fortune (Die Chroniken von Chih) (Buch)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    08.06.2026

    Long Story short

    Epische feministische Fantasy, verpackt in ultrakurzen Novellen? Das geht?! Nghi Vo zeigt, wie!

    Durch die Augen des Chronisten Chih bereisen wir ein Land, das an das historische China angelehnt ist. Auf seiner Reise begegnet er Kaninchen, die früher als Dienerin im Palast der jungen Kaiserin In-yo gearbeitet hat. Unfreiwillig verheiratet, von ihrem Land und ihrer Familie getrennt, ihrer Geschichte beraubt, kämpft IN-yo mit den Waffen einer Frau darum, ihre Macht zurückzubekommen.

    Auf nur 160 Seiten tauchen wir in den Auftakt eines Epos ein, dessen Grenzen so fließend wie fantastisch scheinen. Nichts ist so wie es scheint, vieles wirkt wie ein Traum und das meiste muss man zwischen den Zeilen suchen. Und trotzdem entwickelt die Geschichte eine Emotionalität, die ich nicht erwartet hätte und die mich umso tiefer getroffen hat.

    Zum Glück ist der VErlag fleißig dabei, die Folgebände zu veröffentlichen, denn ich kann die nächste Schritte und Siege In-yos kaum erwarten!
    Deadly Ever After - Blut und Schnee

    T. S. Orgel
    Deadly Ever After - Blut und Schnee (Buch)

    4 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern
    08.06.2026

    Was wäre, wenn

    Habt ihr euch schon mal gefragt, wie es für Schneewittchen nach ihrer Hochzeit weiterging? War die Prinzessin wirklich glücklich bis ans Ende ihrer Tage, dass sie den Prinzen bekommen hatte? Nein? Tom und Stefan haben sich da mal ein paar Gedanken für euch gemacht und herausgekommen ist wie immer eine spannende, humorvolle und trotzdem ernsthaft fesselnde Geschichte mit dem besonderen Orgel-Charme.

    Schneewittchen hat also ihren Prinzen und damit ein ganzes Königreich bekommen. Aber nicht jeder ist über den Ausgang dieses Märchens so glücklich wie gedacht. Denn die Königin macht Jagd auf die Märchenwesen, ihr Ziel ist die ihnen innewohnende Magie. Die letzte Hoffnung der freien Märchengestalten liegt bei Tristan und seiner Truppe zusammengewürfelter Verlierer.

    Für die meisten wird die letzte Märchenstunde schon etwas her sein, nur dunkel sind die Erinnerungen an das tapfere Schneiderlein, Rotkäppchen und all die anderen düsteren Figuren aus der altdeutschen Märchenstube. Dank dem Autorenteam und ihrer wie immer sehr engagierten Recherchearbeit werden diese Erinnerungen nun wieder wachgerufen. Diese Geschichte liest sich wie eine oft ziemlich erwachsene Easteregg-Jagd mit ganz vielen Aha-Momenten.

    Dabei schaffen sie es, die verschiedensten landestypischen Märchen miteinander zu verknüpfen, ohne dass es zusammengestückelt wirkt oder die Spannung dabei verloren geht. Heraus kommt ein einmaliges, originelles, wenn auch heimeliges Fantasy-Märchenepos.
    Gelbe Monster

    Clara Leinemann
    Gelbe Monster (Buch)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    08.06.2026

    Wenn Liebe kippt

    Gewalt in der Beziehung, diese Phrase löst im Kopf gewisse Bilder aus. Von Männern, die agressiv werden und Frauen, die sich nicht wehren können und doch immer wieder zurück kommen. Clara Leinemann erzählt diese Geschichte neu.

    Denn diesmal ist es Clara, die in ihrer Beziehung zu Valentin die Grenzen überschreitet. Von Anfang an ist es für sie die große Liebe und sie tut alles dafür, dass jeder das auch so sieht- vor allem Valentin. Doch während er immer wieder versucht aus der Beziehung auszubrechen, klammert sie sich nur umso enger an diesen Halt, der zum Zentrum ihres Lebens geworden ist. Und gleichzeitig wächst du Wut in ihr.

    Weil wir als Lesende von außen auf diese Beziehung blicken, ist von Anfang an klar, dass Clara mehr von Valentin will als dieser zu geben bereit ist. Immer mehr stürzt sie sich in diese Spirale aus Verlangen nach Nähe und den wiederkehrenden Vertrauensbrüchen und Enttäuschungen, die dazu führen, dass sich in ihr eine rasende Wut aufbaut, die sich zunächst gegen sich selbst und später immer mehr auch gegen Valentin richtet.

    Diese Toxizität des Miteinanders, die Clara ihrer gesamten Umwelt gegenüber aufbaut, und gleichzeitig das Verständnis für ihr Verhalten, nachdem man nach und nach auch mehr über ihre Vergangenheit erfährt, entwickeln eine spannende Ambivalenz, die mich sehr berührt hat.

    Eiegntlich mag man in dieser Geschichte niemanden so wirklich, am wenigsten Clara selbst, und doch möchte man sie am liebsten in den Arm nehmen und vor sich selbst beschützen.

    Dieses Buch hat ganz vortrefflich mit meinen Emotionen gespielt!
    Die Liste der Lebenden

    Stefan Kutzenberger
    Die Liste der Lebenden (Buch)

    4 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern
    08.06.2026

    Schroedingers Jette

    Kennt ihr diese Bücher, bei denen man bis zum Schluss nicht weiß, ob die Hauptfigur es heil hindurch schafft oder nicht? Euch kommt jetzt bestimmt ein Krimi oder Thriller in den Sinn, an einen Briefroman habt ihr mit Sicherheit nicht gedacht.

    Henriette "Jette" Wulff wandert nach Amerika aus. Während sie auf der "Austria" Richtung Horizont dampf-segelt, ist sie in Gedanken bei ihrem vertrauten Brieffreund Hans Christian Andersen. Als das Schiff mitten auf hoher See in Flammen aufgeht und sie sich über Bord retten kann, halten sie nur die gedanklichen Briefe an ihn bei Verstand. Währenddessen bangt er in Dänemark um seine Freundin und traut sich nicht, auf der Liste der Überlebenden nach ihrem Namen zu suchen.

    Ich liebe Briefromane, eröffnen sie dem Lesenden doch eine vollkommen offene und intime Sicht in die Gedanken- und vor allem Gefühlswelt zweier Personen und bietet sogar zwei verschiedene Blickwinkel an. Mit Hans Christian und Jette bekommt man hier zudem zwei historische Figuren geboten, die einem einen etwas anderen Erfahrungsbericht dieses geschichtlichen Großereignisses eröffnen.

    Wer "Gentleman über Bord" mochte, wird "Die Liste der Lebenden" lieben!
    Moosland

    Katrin Zipse
    Moosland (Buch)

    3 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern Inaktiver Stern
    08.06.2026

    Flucht und Ankommen

    Ich bin immer wieder überrascht davon, dass mir Bücher noch etwas neues über die deutsche Geschichte beibringen können. Diesmal geht es um eine ganz besondere Landbewegung, bei der nach dem Zweiten WK Hunderte Frauen nach Island auswandern, um der dortigen Landflucht der isländischen Frauen entgegenzuwirken.

    Eine dieser Frauen ist Elsa, die durch die Erlebnisse in Deutschland ihre Sprache verloren hat. In Island erhofft sie sich einen Neuanfang, als Hilfe auf dem Hof einer isländischen Bauernfamilie. Die Hindernisse zwischen dem Ehepaar, seinen erwachsenen Söhnen und der jungen Frau bestehen nicht nur aus der Sprachbarriere. Sowohl das Land als auch das Landleben sind ihr vollkommen fremd und man merkt, wie schwer es ihr fällt, sich an den vollkommen unterschiedlichen Tagesablauf zu gewöhnen.

    Katrin Zipse beweist ein großes sprachliches Talent, mit dem es ihr gelingt, die raue Atmopshäre Islands einzufangen und zu konservieren. Nicht nur das Land ist karg und schroff, auch die Menschen und ihr einfaches Leben verlangt viel Geduld und Durchhaltevermögen. Und doch scheinen alle von dem Miteinander zu profitieren.

    Das Buch ist eine sehr ruhige Erzählung, das langsame Tempo hat mich zwischendurch doch ganz schön auf die Geduldsprobe gestellt. Wer jedoch auf Spannung und Geschwindigkeit verzichten kann, könnte hier ein echtes Goldstück in der Hand halten.
    She's a Star!

    Meredith Hambrock
    She's a Star! (Buch)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    07.06.2026

    She had a dream

    Was passiert, wenn Eigen- und Fremdwahrnehmung auf drastische Art und Weise auseinander laufen, erzählt uns Meredith Hambrock in dieser bissigen Satire.

    Jessamyn hat einen Traum. Und für diesen Traum gibt sie alles. Ihr großes Problem ist jedoch, dass alle in ihrem Umfeld nicht ganz so sehr an sie glauben wie sie selbst. Sie will die Hauptrolle im Musical "Sound of Music" und ist der Meinung, dass sie das nötige Gesamtpaket dafür mitbringt. Nur die Castingdirektoren haben ihr Talent bis jetzt noch nicht gewürdigt. Doch das plant sie zu ändern.

    Selten habe ich ein Psychogram gelesen, das so fesselnd und gleichzeitig überzeugend die Abwärtsspirale einer psychisch labilen Frau darstellt. Jessamyn erzählt aus ihrer Sicht und lässt den Leser damit permanent an allem zweifeln: zuerst an den anderen, später dann immer mehr an ihrer eigenen Wahrheit. Was stimmt wirklich und was hat sie sich selbst nur eingeredet?

    Das Buch macht anfangs noch Spaß, gleitet aber immer mehr ins Schmerzhafte ab, je öfter man hinter ihre Maske blicken kann. So muss ein gutes Buch sein!
    Es ist hell und draußen dreht sich die Welt

    Dita Zipfel
    Es ist hell und draußen dreht sich die Welt (Buch)

    3 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern Inaktiver Stern
    17.05.2026

    Ungleichgewicht

    Das Thema Kinderwunsch ist wie ein Fremdkörper, der jede Beziehung beeinflusst und aus dem Gleichgewicht bringen kann. Und wenn man "Es ist hell und draußen dreht sich die Welt" so liest, bekommt man das Gefühl, dass es selbst die gefestigten Paare ins Trudeln bringt und keine Frau die perfekte Antwort finden kann.

    Die alten Schulfreunde Felix und Matze machen mit ihren Partnerinnen Urlaub in Südfrankreich, dabei könnten die beiden Paare nicht unterschiedlicher sein. Linn und Matze befinden sich mitten in einer Kinderwunschbehandlung und müssen sich von Felix einladen lassen, da sie sich den Urlaub nicht leisten könnten. Eva und Felix hingegen sind scheinbar glückliche Eltern mit zwei Kindern, Eva schafft den Alltag als Mutter offenbar mühelos. Doch die gemeinsame Zeit hebt nach und nach so einige Geheimnisse und Probleme ans Tageslicht.

    Das Kammerspiel macht anfangs richtig viel Spaß und zeigt auf knappe, aber unterhaltsame Weise die Unperfektheiten der Figuren auf. Das Thema Kinderwunsch von so grundverschiedenen Seiten präsentiert zu bekommen, ist auch richtig einfühlsam dargestellt.

    Aber leider driftet die Geschichte nach und nach ins absurde ab. Überspitzte Szenen nehmen Überhand und die Balance kippt ins Ungleichgewicht. Da hilft es auch nicht, dass sich die Dynamik zwischen Eva und Linn auf positive Art entwickelt.

    Den negativen Schlussstrich zieht dann das offene, deutungsarme Ende des Buches.
    The Poet Empress

    Shen Tao
    The Poet Empress (Buch)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    28.04.2026

    Brutale Liebe

    Wir haben hier eine unglaublich starke, eindringliche, atmosphärische, vom chinesischen Kaiserreich inspirierte Fantasygeschichte, die mich gefesselt und verzaubert hat.

    Yin Wei lebt mit ihrer Familie in einem kleinen Dorf, ihren kargen Unterhalt verdienen sie als Reisbauern. Das Land leidet unter einer furchtbaren Hungersnot, die nicht von dieser Welt zu sein scheint. Als der Kaiser einen seiner Söhne als Erben ernennt, werden Freiwillige gesucht, die sich als Konkubinen melden. Wei sieht ihre Chance gekommen, ihre Familie zu retten und meldet sich, ohne zu ahnen, in welche Schlangengrube sie sich damit begibt.

    Ich war innerhalb eines Wimpernschlages verzaubert von dieser fantastischen wie grausamen Welt, in die uns Shen Tao hier entführt. Die Schlucht zwischen der armen Bvölkerung, in der Frauen Lesen und Schreiben auf den Tod verboten sind, und der Königsfamilie, die dank ihres Siegels mit unglaublicher Macht gesegnet sind, ist riesig. Komplexe Magie ist den Regierenden vorbehalten, und diese Macht korrumpiert jeden, der ihr zu nahe kommt.

    Diese Mischung aus historischem Realismus und der zarten Blüten- und Tiermagie ist einmalig. Die Vielfalt und Liebe fürs Detail, die in die Beschreibung der vielen Tiere ebenso wie Kleidung und Nahrung gesteckt wird, springt aus jeder Seite.

    Der Kontrast zwischen dieser zarten Magie und der kalten Brutalität dieser Herrscherfamilie trifft einen besonders hart. Umso mehr fiebert man mit Wei mit und hofft, dass ihr Plan sie zum Schluss ans Ziel gelangt. ASo trifft es mich besonders hart, dass ich im Laufe der Geschichte nicht nur mit ihr mitfiebere, sondern auf eine verquere Art und Weise ebenso eine Beziehung zu ihrem Anvertrauten Prinz Terren entwickle- dem eigentlichen Antagonisten der Geschichte.

    Shen Tao schafft, was bisher nicht vielen gelungen ist- dass ich mich zum Schluss in das Biest verliebt habe.
    Nightweaver

    R. M. Gray
    Nightweaver (Buch)

    3 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern Inaktiver Stern
    28.04.2026

    Etwas wirr

    Dieses Buch hält einerseits vieles von dem, was es verspricht, kann in anderen Punkten aber die Erwartungen nicht erfüllen.

    Die Welt ist in einem ewigen Krieg gefangen- die Menschen kämpfen gegen die übersinnlichen Nightweaver und sind dabei diesen Kampf zu verlieren. Lediglich die Meere sind ihnen noch geblieben und werden von ihnen als Piraten befahren. Aster Oberon und ihre Familie sind eine der mächtigsten Besatzungen. Bis die Lightbringer, ihr Schiff eines Tages von Nightweaver geentert wird und ihr Bruder Owen dabei ums Leben kommt. Der Rest endet als Gefangene des geheimnisvollen Will und seiner Familie. Doch Aster kämpft gegen das Leben als einfache Bedienstete, gefangen an Land.

    Es hätte so eine tolle Piratengeschichte sein können, doch die Zeit auf See ist ziemlich schnell vorbei, den Rest der Geschichte verbringen wir an Land.
    Auch wenn es dort spannend weitergeht, kann das meine Sehnsucht nach Fluch der Karibik-Vibes nicht ganz stillen.

    Aster und Will sind mit ihren 17 Jahren typische Young Adult-Figuren: eine verwirrende, teils widersprüchliche Mischung aus unreif, impulsiv und unglaubwürdig reif und erfahren. Eigentlich genau das, was ich erwartet habe (auch, wenn ich es nicht unbedingt immer leiden mag).

    Diese Welt selbst fasziniert mich. Die Autorin bietet uns verschiedenste Wesen und Figuren, eine schillernder oder düsterer als die andere. Viele davon sind schmückendes Beiwerk, es gibt aber auch eine Vielzahl, die für die Geschichte und ihr Verständnis essenziell sind. Leider werden sie erst nach und nach eingeführt, was das Begreifen dieses Weltenbaus ziemlich schwierig für mich gemacht hat. Ich hatte auch das Gefühl, dass die Spannung etwas darunter gelitten hat.

    Trotz allem möchte ich wissen, wie es mit Aster und Will weitergeht und freue mich schon auf den Rest der Trilogie.
    Halber Stein

    Iris Wolff
    Halber Stein (Buch)

    3 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern Inaktiver Stern
    20.04.2026

    Zurück zu den Wurzeln

    Iris Wolff hat in den letzten Jahren mit ihren Büchern für Aufsehen und Begeisterung gesorgt, besonders "Lichtungen" hatte mir sehr gefallen. Nun hat der Verlag mit "Halber Stein" das Debüt der Autorin nachträglich übersetzt und veröffentlicht.

    Sine kehrt nach 20 Jahren in ihre Heimat zurück, zur Beisetzung ihrer geliebten Großmutter Agneta. Je länger sie den Ort erkundet, in dem sie aufgewachsen ist, und sich mit den Menschen unterhält, die zurück geblieben sind, desto stärker werden die Erinnerungen an Erlebnisse und Emotionen.

    Die Themen, die der Roman aufgreift, werden einem bekannt vorkommen, wenn man sich mit dem Werk der Autorin auskennt. Rein sprachlich kann man hier schon sehr gut das Potential erkennen, dass Frau Wolffs Bücher später einmal ausmachen wird.

    Allerdings fehlt dem Buch etwas der Antrieb und das Fesselnde. So fiel es mir schwer, angesichts der vielen beschreibenden Worte am Ball zu bleiben.
    Die Reise ans Ende der Geschichte

    Kristof Magnusson
    Die Reise ans Ende der Geschichte (Buch)

    2 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern Inaktiver Stern Inaktiver Stern
    20.04.2026

    Kein James Bond

    Ich weiß, was uns das Agentenkino vermittelt, ist weit ab der Normalität, geschweige denn Realität. Ich habe auch keine absurden Gadgets oder schnellen Autos mit Schleudersitz erwartet. Etwas mehr Spannung und Drive hätte ich mir aber schon gewünscht.

    Dabei fängt die Story um BND-Außendienstmitarbeiter Germeshausen gut an, der auf einer Party der Sowjets in Rom den deutschen Vorzeigepoeten anwirbt.

    Die Mauer ist gefallen, das politische Niemandsland zwischen Ost und West hängt in der Schwebe. Alle sind zum Aufbruch bereit.

    Das Setting ist spannend, hat Potential und wird auch mit interessanten Figuren gefüttert. Aber der Autor nutzt das leider so gar nicht aus.

    Stattdessen plätschert die Geschichte dahin, dreht ein paar irre Pirouetten und kommt trotzdem nicht ans Ziel. Oder das Ziel wird den Leser nicht offenbart. Mir jedenfalls hat sich das Ende nicht erschlossen.
    Flut aus schwarzem Stahl

    Anthony Ryan
    Flut aus schwarzem Stahl (Buch)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    20.04.2026

    Komm an Bord

    Anthony Ryan entführt uns immer wieder in fremde Welten, diesmal geht es nach Ascarlia. Wer seine Reihe "Der stählerne Bund" gelesen hat, dem wird dieses Buch ein wenig wie Heimkommen sein, denn "Flut aus schwarzem Stahl" knüpft lose daran an.

    Ascarlia ist das Reich der Schwesterköniginnen, ein loser Inselverbund, der von Stammesoberhäuptern regiert und durch die direkten Beauftragten der Königinnen, ihre Vellihre, kontrolliert wird. Dieser mehr oder weniger sicherer Frieden wird von einer unbekannten Macht bedroht, die sich aus dem Westen anschleicht- dort, wo es angeblich nichts mehr gibt.

    Anthony Ryan hat es einfach drauf, den Leser in mehreren Perspektiven in eine unheimlich komplexe, brutale und doch fesselnde Welt zu entführen, ihn förmlich einzusaugen und 600 Seiten später vollkommen emotional zerstört aber gücklich wieder auszuspucken.

    Ja, es sind anfangs unheimlich viele Namen, an die man sich gewöhnen muss (keine Sorge, nicht alle bleiben lange relevant oder am Leben) und das gesellschaftliche und Glaubenssystem ist nicht ganz leicht zu verstehen. Aber dafür liebt man die High Fantasy doch, oder?

    Für diejenigen, die seine vorhergehenden Bücher gelesen haben, verbirgt die Geschichte auch einiges an mehr oder weniger versteckten Hinweisen und Anknüpfungspunkten. Aber alle werden zum Schluss mit einem gigantischen Showdown und dem übelsten Cliffhanger aller Zeiten belohnt!
    Einatmen. Ausatmen.

    Maxim Leo
    Einatmen. Ausatmen. (Buch)

    4 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern
    20.04.2026

    Einatmen, loslesen

    Nachdem mich Maxim Leos erster Roman "Der Held vom Bahnhof Friedrichstraße" so begeistert hat, konnte ich an seinem neuen Buch natürlich nicht vorbei. Auch, wenn es nicht ganz die Stärken seines Vorgängers erreicht, so ist es doch im Großen und Ganzen eine unterhaltsame Lektüre.

    Diesmal geht es um Marlene, die kurz vor der ersehnten Beförderung zur Vorstandsvoristzenden steht, würde ihr nicht ihre unterkühlte Art im Wege stehen. Deshalb wird sie zum Achtsamkeitsseminar in die ruhigen Wälder Brandenburgs geschickt, wo Coach Alex Grow sie auf ihre kommende Aufgabe vorbereiten soll. Für den steht nebenbei die gesamte Existenz seiner Coachingagentur auf dem Spiel. Vermasselt er diesen Job, ist er pleite. So prallen zwei vollkommen unterschiedliche Welten und Typen aufeinander und müssen zusehen, dass sie miteinander klar kommen.

    Der Zwist zwischen Karrierezielen und Entschleunigung ist unterhaltsam, könnte allerdings ein wenig mehr Aufmerksamkeit vertragen. Mit Alex und Marlene haben wir zwar zwei sehr interessante Charaktere, die im Laufe der Geschichte jedoch etwas stereotyp wirken. Aufgelockert wird das Ganze zum Glück durch die Nebenfiguren, die die Story zwar vom eigentlichen Thema ablenken, gleichzeitig aber die Emotionalität pushen.

    Ist der Roman in seiner Gesamtheit originell? Nicht wirklich. Trotzdem bekommt man hier eine Wohlfühlgeschichte, die einen über die eigenen Werte und den Sinn seines (beruflichen) Strebens nachdenken lässt.
    Die Geister von La Spezia

    Oliver Plaschka
    Die Geister von La Spezia (Buch)

    4 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern
    20.04.2026

    Atmosphäre kann er

    Wenn man sich das Cover dieses Buches ansieht, weiß man eigentlich schon ganz genau, was man bekommt. Wenn Oliver Plaschka eines kann, dann ist es Stimmung und Atmosphäre!

    Gemeinsam mit seiner Hauptfigur Agentin Pat Colombari reisen wir ins Jahr 1822 zu Mary Shelley. Sie befindet sich gerade in Trauer, nachdem ihr Mann bei einem Unwetter auf See umgekommen ist. Pat ist gekommen, um die Umstände seines Todes zu untersuchen und reist mithilfe ihrer Technologie in die Erinnerungen des Paares.

    Es ist düster, es ist tragisch- und gerade zu Beginn auch ziemlich verwirrend. Und trotzdem hat es mich einfach nicht losgelassen. Von Mary erfährt man zwar weniger als erhofft, dafür bekommt man sehr intime Einblicke in die Gemeinschaft der Shelleys und Lord Byron.

    Mit Pat hat der Autor darüber hinaus eine starke Frauenfigur geschaffen, die die vielen Schichten und Stränge dieser Geschichte zusammenhält und zum Schluss Geheimnisse aufdeckt, die einerseits kaum vorstellbar anmuten, sich aber gleichzeitig auch so nahtlos in die historischen Hüllen der Personen einfügen.
    Wenn die Kraniche nach Süden ziehen

    Lisa Ridzén
    Wenn die Kraniche nach Süden ziehen (Buch)

    4 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern
    20.04.2026

    Altern ist schwer

    Das Thema dieses Romans ist ein hartes, schweres, das schnell in Richtung Melancholie abdriften kann. Und doch schafft es Lisa Ridzén dem ganzen etwas Leichtigkeit und stille Freude zu verleihen.

    Bo lebt mit seinem Hund Sixten allein im Haus, seit seine Frau an Demenz erkrankt ist und ins Heim ziehen musste. Regelmäßige Besuche erhält er nur von seinem Sohn Hans und dem Pflegepersonal, das sich um ihn kümmert. Während er denkt, den Alltag anz gut zu meistern, erzählt das Pflegetagebuch eine etwas andere Geschichte. Als Hans darüber nachdenkt, ihm den Hund wegzunehmen, kippt die Lage.

    Dass Alt werden keine Kleinigkeit ist und selten mit Leichtigkeit verkraftet wird, war mir schon bewusst. Aber so hautnah zu erleben, wie der Alltag immer beschwerlicher wird und sich auch die Gedankenwelt mehr auf die Vergangenheit konzentriert als in der Gegenwart verankert zu bleiben, ist stellenweise wirklich hart.

    Dabei scheint Bo kein sonderlich emotionaler Mensch zu sein. Zuneigung zu zeigen, gerade seinem Sohn gegenüber, fällt ihm schwer. Nur in seinen Erinnerungen bekommt man die starke Liebe mit, die er für seine Familie empfindet.

    Ganz leise hat sich dieses Buch in mein Herz geschlichen und es gerade mit dem Ende schmerzhaft fest gepackt.
    Tale of Sun and Night 1: Tale of Sun and Night

    Magdalena Gammel
    Tale of Sun and Night 1: Tale of Sun and Night (Buch)

    2 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern Inaktiver Stern Inaktiver Stern
    20.04.2026

    Kann nicht überzeugen

    Ich wollte diese Geschichte wirklich mögen, bringt sie doch einige große Pluspunkte mit. Leider gibt es doch ein paar Punkte, die mich nicht überzeugen konnten.

    Lio hat ihre Erinnerungen verloren. Nur die letzten fünf Jahre sind ihr geblieben, seitdem ihr Sklavenhändler sie aus dem Fluss gefischt und zu seinem Mädchen gemacht hat. Für ihn wird sie regelmäßig verkauft, nur um ihre Käufer anschließend umzubringen und auszurauben. Doch beim letzten Coup kommt ihr jemand in die Quere- Izan und seine Begleiter, mit denen sie kurz darauf auf der Flucht quer durchs Land ist.

    Und genau hier beginnen die Probleme. Magdalena Gammel hat grundsätzlich eine spannende Welt erschaffen mit faszinierenden Kreaturen (der erste große Pluspunkt). Auch die Magie, basierend auf Seelenstaub und Mandalas klingt packend (auch wenn sie für meinen Geschmack nicht hundertprozentig verständlich erklärt wird, Pluspunkt 2).

    Allerdings wird diese ganze Komplexität ab dem ersten Drittel der Geschichte von der vorhersehbaren Lovestory überlagert. Auch wenn sich zum Glück nicht eine Sexszene an die nächste reiht, so kann ich irgendwann nicht mehr hören, wie finster und gutaussehend die männlichen Figuren sind.

    Auch Lio kann mich nicht gänzlich überzeugen, irgendwann nervt sie mich mit ihrer Geheimniskrämerei nur noch (während sie von Izan absolute Ehrlichkeit und Offenheit erwartet).

    Am schlimmsten sind aber die Plotholes und "Offenbarungen" die mir ab einem gewissen Punkt einfach nicht mehr logisch erscheinen.

    Auch wenn die Reihe als Trilogie angelegt ist, habe ich nach diesem ersten Buch schon genug.
    A Fire in the Sky - Feuerschwur-Chroniken, Band 1

    Sophie Jordan
    A Fire in the Sky - Feuerschwur-Chroniken, Band 1 (Buch)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    20.04.2026

    Überraschend gut

    Ich habe ehrlicherweise nicht allzu viel von diesem Buch erwartet. Wenn man den Klappentext so liest, klingt es nach einer typischen Romantic Fantasy, bei der die junge Heldin mehr oder weniger das selbstständige Denken einstellt, sobald sie auf den düsteren, mysteriösen Fremden trifft, der sie mit seinen Geheimnissen ködert und neben dunkel und grummelig nicht viel zu bieten hat.

    Stattdessen bekommt man mit Tamlyn eine starke Protagonistin, die sich trotz ihres Schicksals als Prügelmädchen der königlichen Familie nicht bemittleidet und in ihrem Elend suhlt. Stattdessen nutzt sie die Chance, die sich ihr mit Kriegsfürst Fell bietet und kämpft für ihre Unabhängigkeit.

    Mit Fell und Tamlyn haben wir zwei wirklich sympathische Hauptfiguren, die sich selbst nicht verlieren, obwohl die Anziehung zwischen den beiden nicht gerade kalt brennt. Gleichzeitig schafft aber gerade er es sehr überraschend, seiner Prinzessin auf Augenhöhe zu begegnen und ihr ihr Schicksal nicht zum Vorwurf zu machen.

    Die Kirsche auf diesem Sahnebecher von Buch ist allerdings das Wolrdbuilding. Wir haben Kriege, wir haben Intrigen und sagenhafte Figuren. Was wir, dank der Geschichte dieser Königreiche nicht mehr haben, sind Drachen. Und doch beherrschen sie jedes Kapitel mit den Ängsten und Geschichten, die sie in dieser Welt hinterlassen haben.

    Und ich will unbedingt mehr davon lesen! Zum Glück erscheinen die beiden Folgebände noch dieses Jahr!
    Witch of the Wolves

    Kaylee Archer
    Witch of the Wolves (Buch)

    2 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern Inaktiver Stern Inaktiver Stern
    20.04.2026

    Enttäuschung großgeschrieben

    Wölfe gegen Hexen in einer männerzentrierten Welt mit viktorianischem Setting und eine starke Frauenfigur, die in die Auserinandersetzung zwischen beiden hineingezogen wird. Das klingt spannend? Könnte es wirklich sein. Leider verschenkt die Geschichte sämtliches Potential schon nach wenigen Kapiteln.

    Cordelia führt gemeinsam mit ihrer Tante ein unabhängiges Leben, gleichzeitig hat sie aber immer das Gefühl auf der Flucht zu sein. Bis eines Tages fremde Männer ihr Haus überfallen und sie entführen. Ihr Vater hat sie zu sich ins Rudel geholt, um für eine starke Nachkommenaschaft zu sorgen. Und der geheimnisvolle Bishop verspricht ihr Hilfe, wenn sie seine Pläne unterstützt.

    Spätestens ab diesem Punkt kann man sich eigentlich schon denken, wie es weitergeht. Und leider schafft es die Autorin nicht, mich noch in irgendeiner Weise zu überraschen oder meine (geringen) Ewartungen zu erfüllen.

    Statt aus Cordelia eine starke Frau zu machen, die sich aus eigener Kraft aus ihrer Notlage befreit oder die Lügen und Finten auch nur ansatzweise zu durchschauen, hängt ab einem gewissen Punkt alles nur noch an Bishop und seinen Verbündeten.

    Dieser Plot hätte so viel Potential gehabt, hätte der Fokus nicht ab der Hälfte des Buches nur noch auf der (Liebes-)Beziehung und dem Gerangel zwischen den Laken (oder auch außerhalb der Laken) gelegen hätte.

    Mir war schon klar, dass mich hier keine sonderlich anspruchsvolle Lektüre erwartet, aber ein bisschen mehr Inhalt als nur Knick-Knack wäre schon toll gewesen.
    Ruf der Leere

    Daniel Alvarenga
    Ruf der Leere (Buch)

    3 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern Inaktiver Stern
    12.02.2026

    Irreführend

    Es gibt sie leider immer wieder, diese Bücher, deren Klappentext einerseits kaum zum Buch passt und andererseits zu viel verrät und damit Erwartungen weckt, die das Buch nicht halten kann.

    Wir begleiten Felix und einen weiten Kreis an Freunden und Bekanntschaften auf die einsame Hütte seines Vaters. Vorderegrtündig soll die Rückkehr seines besten Freundes gefeiert werden, unterschwellig geht es aber auch um die Aufarbeitung alter Wunden und Streitereien. Bis ein Überraschungsgast die Party aufmischt.

    Es klingt wie ein Thriller, ist aber mehr eine Sozialstudie in Rückblenden. Dabei ist mir keine der Figuren in irgendeiner Weise sympathisch, am wenigsten jedoch Hauptfigur Felix. Man könnte natürlich der kaputten Familie die Schuld geben, die nur vom Geld zusammengehalten wird. Aber eigentlich geht diese Antipathie weit darüber hinaus.

    Dieser Figur durch ihre Überlegungen hindurch zu folgen, hätte mir ja schon gereicht. Die übertrieben bemühte Wendung hätte der Roman eigentlich wirklich nicht gebraucht.

    Diese, genauso wie das Ende, haben mir das Buch ein wenig versaut.
    The Ordeals

    Rachel Greenlaw
    The Ordeals (Buch)

    4 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern
    12.02.2026

    Fesselndes Academy-Setting

    Mit Academy konnte ich bisher ehrlicherweise nicht viel anfangen. Irgendwie schien mir das nie genug Spannung, Fantasie und Weltenbau bieten zu können. Wie sollte man bei einem so starren Thema etwas neu erfinden oder hinzufügen können? Rachel Greenlawe hat es geschafft, mich zu verlocken und zu ihrem Buch zu greifen- und ich habe es nicht bereut!

    Sophia ist dank eines magischen Vertrags an ihren Onkel gebunden und dazu gezwungen, gefährliche Aufträge für ihn zzu erledigen. Ihr einziger Ausweg scheint es zu sein, sich an der Kilmarth-Hochschule zu bewerben, denn innerhalb ihrer Mauern wird alle Magie außer Kraft gesetzt. Doch dazu muss sie die Ordeals, die Aufnahmeprüfung bestehen, und diese scheint lebensgefährlich zu sein!

    Der Weltenbau ist gut ausgearbeitet, es gibt drei mehr oder weniger verfeindete Gebiete, ein Magiesystem ebenso wie den Glauben an die alten Götter, der damit konkurriert. Wie in jeder guten Historic Fantasy gibt es Altes Blut, das snobistisch auf alle anderen herabschaut. Neben Magiern werden wir im Laufe des Buches von anderen Fabelwesen überrascht.

    "The Ordeals" bringt also einiges mit, das von Anfang an für sich spricht. Daneben haben wir natürlich noch eine kluge weibliche Hauptfigur, die dank ihres Mutes und der Gefahren, denen sie sich stellen muss, über sich hinauswächst und einen männlichen Love interest, der durch seine Offenheit und Zurückhaltung überrascht.

    Hätte es die Liebesgeschichte für meinen Geschmack gebraucht? Nein, das Buch hätte auch ohne sehr gut funktioniert. Bin ich böse drum? Auch nicht, denn sie fügt sich ganz gut in die Geschichte ein, ohne sie zu überschatten.

    Insgesamt ist dieses Buch also ein gelungener Reihenauftakt, der mich so sehr von sich überzeugen konnte, dass ich mich schon auf die Fortsetzung freue!
    Das Buch der verlorenen Stunden

    Hayley Gelfuso
    Das Buch der verlorenen Stunden (Buch)

    4 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern
    12.02.2026

    Zeit ändert alles

    Hayley Gelfuso hat eine interessante Idee aufgegriffen und daraus ein bewegendes, spannendes Buch geschrieben. Wer kontrolliert die Zeit und was passiert, wenn einzelne Menschen die Kontrolle über das Gedächtnis der Menschheit besitzen.

    Lisavet lebt mit ihrem Bruder und Vater im Deutschland der 1930er Jahre. In der Kristallnacht bringt ihr Vater sie in eine geheime Bibliothek zwischen den Falten der Zeit mit dem Versprechen, ihr zu folgen. Doch er kommt nie nach. Gefangen in dieser Zwischenwelt beobachtet sie insgeheim andere Menschen dabei, wie sie die in den Büchern gespeicherten Erinnerungen studieren und teilweise auch verändern. Bis sie eines Tages Ernest begegnet und zum ersten Mal wieder Nähe zulässt.

    Ich finde es unheimlich gelungen, wie die Autorin mit der Wahrnehmung des Lesenden spielt. Ähnlich wie die Zeit sich ständig im Wandel befindet und teilweise Haken schlägt, verändern sich auch die Figuren im Laufe der Geschichte und wechseln teilweise gekonnt die Seiten. Wer ist gut, wer ist böse? Wer ist im Recht, wer im Unrecht?

    Natürlich hat sie neben einer sehr ambivalenten Hauptfigur auch einen charismatischen Gegenspieler erschaffen, der im Widerspiel mit Lisavet das Buch sehr gut trägt.

    Zum Schluss entscheiden die teilweise etwas ungelenk gelungenen Antworten auf die verschiedenen Fragen des Romans darüber, dass aus einem großartigen Roman nur ein ziemlich guter wird.
    The Second Death of Locke

    V. L. Bovalino
    The Second Death of Locke (Buch)

    4 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern
    29.01.2026

    Rettende Insel

    So wie die romantische Fanatsy gerade den Markt flutet, wird es immer schwerer die Perlen aus der Masse herauszupicken. Umso schöner ist es doch, mal wieder ein Buch zu erwischen, dass den Leser noch mit einer originellen Idee überraschen kann.

    Die Königreiche liegen im Krieg miteinander und kämpfen um die letzten Reste Magie, seitdem das Königreich und die Insel Locke untergegangen ist und die Quelle aller Magie mitgenommen hat. Die verbliebenen Magier sind auf die wenigen Menschen angewiesen, die ihnen noch als Quelle dienen können. Denn das ist das besondere: nur wenn zwei Menschen vertrauensvoll zusammenarbeiten, können sie Magie wirken. Kier und Grey sind ein besonders mächtiges Team und sind deshalb bisher erfolgreich im Kampf, bis sie auf eine geheime Mission geschickt werden. Während sie um ihr Leben bangen müssen, drohen gleichzeitig ihre Geheimnisse ans Licht zu kommen.

    Wie gesagt: dieses Welten- und Magiekonzept ist überzeugend und mal was anderes. Die Beziehung zwischen Kier und Locke ist einfühlsam beschrieben und erfreulicherweise agieren beide auf Augenhöhe miteinander.

    Hat das Buch gewisse Längen? Sicher. Und doch macht es immer wieder Spaß, mit den beiden durchs Land zu reisen, auch wenn es zeitweise ziemlich blutig und brutal wird.

    Einziger Wehmutstropfen ist die Tatsache, dass die historische Sage, auf der alles beruht, etwas zu kurz kommt und mehr in den Mittelpunkt hätte gerückt werden können.
    Die toten Katzen-Assassinen

    P. Djèlí Clark
    Die toten Katzen-Assassinen (Buch)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    22.12.2025

    Starke Frauenfigur

    Solche Bücher machen einfach richtig Spaß! P. Djeli Clark schreibt ganz fantastische Geschichten, randvoll gefüllt mit orientalischer Fantastik, außergewöhnlichen Wesen und ein paar überzeugend starken Figuren. Das sind die großen Pluspunkte aller seiner Bücher.

    Sein größtes Talent liegt allerdings darin, all diese Elemente in packende Novellen zu gießen. Eine spannende, vielseitige Geschichte auf gerade einmal etwas über 200 Seiten zu entfalten, ohne dass man irgendetwas vermisst, kann nicht jeder.

    Diesmal begleiten wir Eveen, eine (un)tote Katzenassasinin, auf der Jagd nach der Erfüllung eines unmöglichen Auftrags. Ihre Motivation könnte nicht größer sein, hängt doch schließlich nicht nur ihr Leben, sondern das ihrer ganzen Gilde davon ab.

    Mein Loblied habe ich ja bereits gesungen: Eine große Runde interessante Figuren, jede mit individuellen Merkmalen, und eine besonders herausragende Heldin (?) mitten drin. Eine packende Story, bei der ein Eregnis das nächste jagt. Und ein Ende, das mich voll und ganz überzeugt und zufrieden gestellt hat.
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