Interessante Aufnahmen eines Mythos ...
... sind diese LPs der Weihnachtskonzerte des Miles Davis Quintett vom Dezember 1965.
Diese Aufnahmen, bestehend aus Standards der 1940er Jahre bis zum damals aktuellem Album "ESP", sind der Beginn der Veränderung Miles vom gewohnten Be - Bop zum späteren Stil der "Bitches Brew" Phase mit der Entwicklung, über, die "Jack Johnnson Sessions" hin zu den "Complete at the Fillmore".
... das Jahre 1965 war geprägt vom Jazz eines John Coltrane oder Ornette Colmann", Art Blakey und dem sensationellen Lee Morgan. Wobei Miles Davis nicht begeistert vom aufkommenden Free Jazz gewesen sein soll.
Bei diesen besagten Konzerten am 22. + 23. Dezember 1965 hatte seine Band mit der Idee vom "anti - Jazz" einfach das Heft in die Hand genommen und diese sieben Sets zu dem besagtem Mythos verholfen ...
Miles gerade von schwerer Krankheit nach Hüft - OP und anschließender Fraktur erholt, hatte nicht seine besten Auftritte bieten können, doch der junge Wayne Shorter ist der heimliche Star dieser Nächte...
Meine Frau kam zufällig beim anhören dieser Platten hinzu und sagte: "das hört sich ja an, als wenn unsere Wohnzimmertür quitscht", also sehr, sehr gewöhnungsbedürftige Aufnahmen.
Mir gefallen in der Tat die Miles Davis Platten, Konzerte der Zeit von 1958 bis 1964 einfach besser, weil gefällig.
... doch dieses Box Set des "Plugged Nickel" führt in eine weitere Phase des Miles Davis, welche uns über "In a silent Way", "Bitches Brew" bei den klasse Aufnahmen des "at the Fillmore" in die nächste Weiterentwicklung brachte.
Die bescheiden gestaltete Vinylbox besticht durch ein großartiges, informatives Booklet ... und fordert intensives Zuhören.
Ich kann nicht sagen hier das beste Miles Davis Quintett zu hören, es ist Geschmacksache, doch auf jeden Fall eine lohnende Phase im Miles Davis Zyklus. Von mir gibt es eine Empfehlung, zumal der Sound und die Fertigung des nachlässig verpackten Vinyl vorbildlich sind.