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    2. Alle Rezensionen von opera bei jpc.de

    opera Top 25 Rezensent

    Aktiv seit: 10. Oktober 2010
    "Hilfreich"-Bewertungen: 1877

    Bitte beachten Sie

    Wir können nicht sicherstellen, dass die Angaben von Verbrauchern stammen, die das Produkt tatsächlich genutzt oder erworben haben.

    351 Rezensionen

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    Tannhäuser

    Tannhäuser (BR)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    23.08.2023
    Bild:
    5 von 5
    Booklet:
    4 von 5
    Gesamteindruck:
    5 von 5
    Klang:
    4 von 5
    Künstlerische Qualität:
    5 von 5
    Repertoirewert:
    5 von 5

    Marina Prudenskaya als herausragende Vernus in einer tänzerisch zentrierten Inszenierung

    Hier hat die vom Tanz kommende Sasha Waltz inszeniert. Ablehnende Haltungen gegen dieses Konzept sprechen aber gegen Richard Wagners Gesamtkunstwerk - Idee, bei der Musik, Schauspiel/Libretto und Gesang zusammenwirken. Man muss das nicht zwingend mögen, es ist ungewohnt, aber glänzend umgesetzt.
    Marina Prudenskaya als Venus für mich das Highlight dieser Inszenierung. Dies als Meinung.
    Alles anderen Sänger überzeugend in ihren Verkörperungen.
    Daniel Barenboim dirigiert.
    Was auffällt, gerade hier bei JPC Rezensionen, Autoren, die aus blanker Unwissenheit diffamierend gegen Künstler agieren. Gerade Richard Wagners Werkinhalte sind Kontroverskonzepte, die immer wieder inszenatorisch auch, nicht nur, hinterfragt und anders zentriert werden. Das entspringt auch der Forderung Wagners, der Mythos-Konzepte komponierte und textlich festlegte, die über jede Zeit hinaus wirksam werden sollten.
    Diffamierungen von Inszenierenden sind Zeugnis der eigenen Unwissenheit und offerieren eher eine bescheidene, geistige Ausstattung. Kritik ja, aber begründet, sachlich, argumentativ, aber nicht als tumbe Emotionseskalationen.
    Parsifal

    Parsifal (BR)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    30.11.2016
    Bild:
    5 von 5
    Booklet:
    4 von 5
    Gesamteindruck:
    5 von 5
    Klang:
    4 von 5
    Künstlerische Qualität:
    5 von 5
    Repertoirewert:
    5 von 5

    Nichts für den traditionsorientierten Wagnerianer- interessantes Tscherniakov Inszenierungskonzept - gute sängerische Leistungen

    Tscherniakov zeigt in seiner Inszenierung u.a.
    die zersetzenden Aspekte von religiös dogmatischem Kult.
    Folglich ist das keine Inszenierung für den Alt-Wagnerianer Kult, der das Werk umfunktoniert hat mit einer schwarmgeistig nebulos, ätherischen Trivialkonstante. Also einem Religionskitsch, der sofort in die autoritäre Ebene anschlußfähig war und immer sein wird.
    Richard Wagner wollte ausdrücklich Diskurs Kunst etablieren, wie es u.a. aus Oper und Drama und sonstigen Schriften hervorgeht.
    Der Kultus der Alt-Wagnerianer in der Cosima Umfunktionierung von Wagners Denken und Schaffen, wird hier in dieser Inszenierung nicht vollzogen.
    Sängerisch, musikalisch überzeugend.
    Diese Inszenierung muß man nicht mögen, sondern verstehen aus Wagners Denken und Wollen und zwar, dass die optische Darstellungsform in jeder Zeit anders sein muß, wie er das ausdrücklich formulierte.
    Andrea Chenier

    Andrea Chenier (BR)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    30.11.2016
    Booklet:
    4 von 5
    Gesamteindruck:
    5 von 5
    Klang:
    4 von 5
    Künstlerische Qualität:
    5 von 5
    Repertoirewert:
    5 von 5

    Kaufmann als berückender Chenier in einer traditionsorientierten McVicar Inszenierung

    Inszenierungen von David McVicar stehen eher für einen traditionsorientierten Stil, der aber schauspielerische Interaktion beinhaltet, so auch hier.
    Kaufmann als Chenier, sängerisch und darstellerisch Spitzenklasse.
    Lucic in der Baritonpartie, robust, voluminös,
    Westbrook in der Sopranpartie, eine eher wagnerianische Stimme, nicht so mein Fall in diesem Fach, aber durchaus überzeugend.
    Musikalisch überzeugend. Insgesamt die ideale Aufnahme für den Liebhaber eher traditioneller Inszenierungen.
    Rasputin (Oper in 3 Akten)

    Rasputin (Oper in 3 Akten) (DVD)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    07.05.2016
    Bild:
    4 von 5
    Booklet:
    4 von 5
    Gesamteindruck:
    5 von 5
    Klang:
    5 von 5
    Künstlerische Qualität:
    5 von 5
    Repertoirewert:
    5 von 5

    Matti Salminen in einer Paraderolle - großartige Inszenierung

    Finnische Oper bzw. finnische Opernkomponisten, leider viel zu wenig bekannt.
    Hier eine tendenziell charismatisch mystische Inszenierung mit hervorragendem sängerischen Ensemble. Matti Salminen als Rasputin, eine Sternstunde. In finnischer Sprache mit deutschen Untertiteln.
    Insgesamt ein überragendes Werk mit einer Musik, die auch dem gefallen könnte, der etwa Mussorgsky´s Ur-Boris Godunov liebt oder Richard Strauss Opern.
    Auch Salinen`s Lear auf DVD erhältlich, siehe Rezension, auch eine weitere finnische Entdeckung. Die finnische Sprache ist sehr sanglich, strömt atmosphärische Dichte.
    Im Repertoiretheater wären beide Werke Publikumsmagneten, würden sie bekannter.
    Les Contes D'Hoffmann

    Les Contes D'Hoffmann (DVD)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    03.05.2016
    Bild:
    5 von 5
    Booklet:
    5 von 5
    Gesamteindruck:
    5 von 5
    Klang:
    5 von 5
    Künstlerische Qualität:
    5 von 5
    Repertoirewert:
    5 von 5

    Herheims epochale Meisterinszenierung mit sängerischer Klasse

    Stefan Herheim, der Meister der mehrdimensionalen Verschachtelungsinszenierung bietet eine Fassung, die die Dimensionen des nie vollendeten Werks exzessiv präsentiert. Satire, Tragödie, Künstlerdrama, alles mit den adäquaten hervorragenden Sänger-Darstellern. Man sollte das Konzept vorher lesen, um es zu verstehen.
    Insgesamt ein kongeniales Inszenierungsstatement, Offenbach ein Denkmal setzend. Er ist der Dreh-und Angelpunkt des Konzepts, wird bühnenpräsent. Zeigt, wie modernes, vielschichtig interpretatorisches Musiktheater ehemals Schaffenden die Anerkennung verschaffen kann, die sie im Leben oft nicht hatten.
    Nichts für Besitzstandswahrer des ewig Gleichen, auf keinen Fall für "Romantikröschen", deren Einfalt sich auch im Opernbereich immer wieder präsent macht mit Unverständnis und Ignoranz.
    Cavalleria Rusticana

    Cavalleria Rusticana (BR)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    09.04.2016
    Bild:
    4 von 5
    Booklet:
    4 von 5
    Gesamteindruck:
    5 von 5
    Klang:
    4 von 5
    Künstlerische Qualität:
    5 von 5
    Repertoirewert:
    5 von 5

    Phänomenaler Kaufmann in zwei Verismo Partien in exzellenten Philipp Stölz Inszenierungen

    Die Inszenierung in geteilter Bühnenoptik stellt die dramatische Handlung beider Werke in darstellerisch interaktionistischer Weise in den Fokus, großartig. Vorbilder sind Bleischnitte von der optischen Anmutung, einmal die eher s/w zentrierte Cavalleria, farbig buntes Treiben dagegen im Bajazzo. Die Teilung der Bühne verdeutlicht die Parallelität der Handlungen, macht die innere Grundspannung unter den Agierenden anschaulich.
    Sängerisch mit Jonas Kaufmann, der in beiden Verismo Rollen eine Sternstunde der Rolleninterpretation liefert, großes Musiktheater. Das sonstige sängerische Niveau sehr gut. Überzeugende Darstellungen machen die beiden Werke zu Höhepunkten.
    La Forza del Destino

    La Forza del Destino (BR)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    09.04.2016
    Bild:
    5 von 5
    Booklet:
    4 von 5
    Gesamteindruck:
    5 von 5
    Klang:
    4 von 5
    Künstlerische Qualität:
    5 von 5
    Repertoirewert:
    4 von 5

    Herausragend - Harteros-Kaufmann-Tezier in einer Familiendrama Inszenierung

    Die inszenatorische Umsetzung in Form eines Familiendramas in eher moderner optischer Form wird Traditionalisten eher weniger gefallen.
    Sängerisch dagegen herausragend mit einer großartigen Harteros und fulminantem Kaufmann. Ludovic Tezier in der Baritonrolle. Victor Kowalew in den Basspartien exzellent.

    Gesamtwertung aufgrund der sängerischen Ausnahmeleistungen - 5- Sterne, obwohl ich die Inszenierung eher begrenzt ansprechend sehe.
    Peter Schreier - Die Edition zum 80. Geburtstag

    Peter Schreier - Die Edition zum 80. Geburtstag (CD)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    01.09.2015
    Gesamteindruck:
    5 von 5
    Klang:
    5 von 5
    Künstlerische Qualität:
    5 von 5
    Repertoirewert:
    5 von 5

    Das Natürliche so leicht

    Peter Schreier, die Personifikation dessen, das Schwere so leicht, so natürlich erscheinen zu lassen. Auch hier zeichnet ihn aus, jede Art von Verkitschung zu meiden. Und das ist mehr als schwer.
    Simone Kermes & Vivica Genaux - Rival Queens

    Simone Kermes & Vivica Genaux - Rival Queens (CD)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    01.09.2015
    Gesamteindruck:
    5 von 5
    Klang:
    5 von 5
    Künstlerische Qualität:
    5 von 5
    Repertoirewert:
    5 von 5

    Zwei herausragende Interpretinnen jede auf ihre Art

    Bei solch albernen Konkurrenz - Unterstellungen der Bewerbung wird der Eindruck von besser-schlechter erweckt. Solche infantilen Aspekte wären für den Teeny - Pop - Sektor noch Szene bildend, aber nicht auf dem künstlerischen Niveau dieser herausragenden Interpretinnen.
    Von der Interpretation jede auf ihre Art eine künstlerische Bereicherung.
    Medea

    Medea (CD)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    15.08.2015
    Gesamteindruck:
    5 von 5
    Klang:
    4 von 5
    Künstlerische Qualität:
    5 von 5
    Repertoirewert:
    5 von 5

    Reimann`s expressiv subtile Musik in hervorragender sängerischer Umsetzung - moderne Oper -

    Sicher nur etwas für Operninteressenten, die sich auch intensiv mit "moderner Oper" auseinandersetzen. Tonal subtil expressive Musik, sängerisch exzellent auf ganzer Linie. Ich ziehe allerdings die DVD mit Marlis Petersen als Medea vor. Wie man diese Aufnahme mit nur - 1 - Stern bewerten kann, ist allenfalls der irrationalen Anverwandlung zuzuordnen.
    Wenn man diese Musik nicht mag, ist das jederzeit zu akzeptieren. Aber solche Bewertungen sind respektlos vor der großen künstlerischen Leistung der Beteiligten.
    Dionysos

    Dionysos (DVD)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    09.08.2015
    Bild:
    5 von 5
    Booklet:
    4 von 5
    Gesamteindruck:
    5 von 5
    Klang:
    5 von 5
    Künstlerische Qualität:
    5 von 5
    Repertoirewert:
    5 von 5

    Moja Erdmann grandios - Johannes Martin Kränzle atemberaubend - modernes Operntheater

    Nur für Freunde modernen Musiktheaters, die fordernde Komposition von Wolfgang Rihm. Gleissend, subtil, dramatisch ausagierend, auch disharmonisch, eine glutvolle Arbeit. Keine Zwölftonmusik, insofern noch gut anzuhören.

    Die Rollenverkörperungen atemberaubend. Der Komponist arbeitete die Extrem-Tessitura für Moja Erdmann`s Stimme.. Das Bühnenbild setzt die Dionysos Dithyramben Nietzsches in freier assoziativer Verknüpfung um. Der Komponist generierte das Libretto aus dieser Vorlage.
    Höchst forderndes Musiktheater der Extraklasse.
    Richard Wagner - The Bayreuth Edition

    Richard Wagner - The Bayreuth Edition (BR)

    4 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern
    09.08.2015
    Bild:
    5 von 5
    Gesamteindruck:
    4 von 5
    Klang:
    4 von 5
    Künstlerische Qualität:
    4 von 5
    Repertoirewert:
    4 von 5

    Nicht für Freunde traditioneller Inszenierungen

    Diese Zusammenstellung würde ich niemanden empfehlen, der traditionelle Inszenierungen bevorzugt. Einzig die Regie von Tankred Dorst wäre als solche einzuordnen. Dagegen sind die Inszenierungen von Baumgarten, Gloger, Marthaler, K. Wagner nur für Leute, die eine konkrete Vorstellung von Freiheit von Kunst haben, den sich daraus ergebenden Konsequenzen. Die Bühnenästhetik ist immer Ästhetik auf Zeit, wusste schon Richard Wagner.

    Sängerisch durchaus auf hohem Niveau. Interessant auch der Baumgarten Tannhäuser, die Meistersinger von Katharina Wagner. Den Gloger Holländer schätze ich nicht.
    Eindeutige Warnung für Traditionelle.

    Simone Kermes - Dramma

    Simone Kermes - Dramma (CD)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    09.08.2015
    Gesamteindruck:
    5 von 5
    Klang:
    5 von 5
    Künstlerische Qualität:
    5 von 5
    Repertoirewert:
    5 von 5

    Kermes mit Fans und Gegnern - Polarisierungs-Ebene im Gesang -

    Simone Kermes hat neben vielen Verehrern auch eine Gegnerschaft, die Clique von Anti-Fan-Struktur, die sich Sängern immer nur subjektiv emotional eingleisig nähern. Hat etwas von naiver Mentalität.
    Kermes hat sängerische Extraklasse, egal, ob man ihre Art mag. Ihre Interpretationen haben individuelle Note, sind technisch brillant.

    Amüsant ist eher, dass hier Wertungen von - 1 - und -2 - Sternen vorliegen. Damit zeigt man eher Unverstand und dogmatisch subjektive Ablehnung.
    Il Trovatore

    Il Trovatore (DVD)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    09.08.2015
    Bild:
    5 von 5
    Booklet:
    4 von 5
    Gesamteindruck:
    5 von 5
    Klang:
    5 von 5
    Künstlerische Qualität:
    5 von 5
    Repertoirewert:
    5 von 5

    Netrebko - Domingo- Prudenskaya in expressionistischer Bildoptik

    Es ist die expressionistische Optik, die viele hier eher verunsichert. Diese ist aber ein legitimes künstlerisches Mittel und in aller Dramatik glänzend umgesetzt.
    Sängerisch exzellent, klasse Netrebko, Domingo in der Baritonrolle, erstaunlich profund für sein Alter. Prudenskaya klasse. Rivero mittelprächtig.
    Insgesamt erstklassig, insbesondere auch die expressionistische Umsetzung von Philipp Stölzl.
    Turandot

    Turandot (BR)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    09.08.2015
    Bild:
    3 von 5
    Gesamteindruck:
    5 von 5
    Klang:
    4 von 5
    Künstlerische Qualität:
    5 von 5
    Repertoirewert:
    5 von 5

    Carreras noch in guter stimmlicher Verfassung - Marton Explosiv Turandot- Ricciarelli als Liu

    Eine Aufführung der historischen Extraklasse, klanglich durchaus überzeugend.
    Inszenatorisch traditionell.

    Stimmlich für den interessant, der die Entwicklung von Stimmen im Fokus hat. Carreras noch in guter stimmlicher Verfassung als Kalaf, Marton mit Explosiv-Sopran als Turandot, Ricciarelli wunderbare Liu. Wobei der Kalaf für Carreras den stimmlichen Grenzbereich darstellte.

    Ein Dokument der Sängergeschichte, insofern überragend.
    Tannhäuser

    Tannhäuser (DVD)

    4 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern
    26.07.2015
    Bild:
    4 von 5
    Booklet:
    4 von 5
    Gesamteindruck:
    4 von 5
    Klang:
    5 von 5
    Künstlerische Qualität:
    4 von 5
    Repertoirewert:
    5 von 5

    Spektakulärer Tannhäuser - wieviel Droge braucht der Mensch - Das Kind der Venus Elisabeths Opertod konterkarrierend

    Baumgartens Vorstellung war, den Tannhäuser aus der Ebene stetige Interpretation herauszuführen. Integriert wurde er in das Installationskunstwerk von Joep van Lieshout, dass eine Art Kesselhaus der Evolution darstellt.
    Die Optik ist gewöhnungsbedürftig, liefert aber teils auch sehr eindrucksvolle Bilder. Man muss das Konzept verstehen, sonst erübrigt sich die Konfrontation. Wagner sah sich nach seiner Vorstellung, der Welt immer noch einen Tannhäuser schuldig. Hier ist der Versuch das Werk einzubinden in eine größere Idee, als die der Dulderausrichtung der Frau.
    Kritik an Wagners eigener verquaster Sexualmoral wie der heuchlerischen Wartburggesellschaft.
    Botschaft, das Leben geht weiter trotz aller fundamentalistisch religiöser Herrschaftsansprüche, die Generationen durch Konditionierung versklavten.
    Herausragend Torsten Kerl als Tannhäuser, Michelle Breedt als Venus, Camilla Nylund als Elisabeth.
    Es ist im übrigen immer wieder amüsant mit welcher Penetranz gewisse Wagner Anhänger alles negieren, was ihrem Soap Opera Horizont, den sie Wagner aufdrücken wollen, entgegensteht.
    Wagner hat in ca. 5000 Seiten Selbsterklärungen seiner Vorstellungen vom Musiktheater geliefert, die offenbar kaum jemand der romantischen Sucht-Wagnerianern kennt. Dabei wird offenkundig, dass er nicht die schöne, heile Wagner Welt wollte, die so immer noch von einigen Ignoranten gesucht wird.
    Die Geschichte der Rezeption der Wagner Opern durch die Zeit ist eine Geschichte der Reduzierung der Werke auf eine romantisch naive Ebene. Wenn Wagner von der Gefühlswerdung des Verstandes sprach, so setzt diese eben erst mal Verstand und Wissen voraus, ehe das Gefühl angesprochen werden kann. Die rein gefühlige Einvernahme Wagners ist mithin ein Kapitel größter Simplifizierung seiner Ideen.
    Der Rosenkavalier

    Der Rosenkavalier (DVD)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    26.07.2015
    Bild:
    4 von 5
    Booklet:
    4 von 5
    Gesamteindruck:
    5 von 5
    Klang:
    4 von 5
    Künstlerische Qualität:
    5 von 5
    Repertoirewert:
    5 von 5

    Lebendige Jones Inszenierung frei von Bräsigkeit - Lars Woldt großartiger Ochs

    Erstklassige, lebendige Inszenierung frei von jeder Bräsigkeit, die das Werk zur Schmähklamotte verkommen läßt.
    Dazu eine hervorragende sängerische Umsetzung auf ganzer Linie mit dem großartigen Lars Woldt, als Ochs. Woldt ist ein Schüler von Thomas Quasthoff. Habe Woldt vor zwei Monaten live in der Rolle gesehen in der alten Otto Schenk Inszenierung, herausragend.
    Auch Kate Royal überzeugt wie Tara Erraught.

    Wer eine Rosenkavalier sehen möchte, frei jeder Klamotte, diese Umsetzung ist lebendig und überzeugend.
    Cosi fan Tutte

    Cosi fan Tutte (DVD)

    3 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern Inaktiver Stern
    26.07.2015
    Bild:
    4 von 5
    Booklet:
    4 von 5
    Gesamteindruck:
    3 von 5
    Klang:
    4 von 5
    Künstlerische Qualität:
    3 von 5
    Repertoirewert:
    3 von 5

    Simple Amüsement Aufführung

    Sven-Eric Bechthold liefert in einer Art Einheitsbühnenbild-Konzeption eine reichlich eindimensionale Umsetzung. Dass dieses Werk als heitere Oper gedacht war, ist wohl eher eine krasse Simplifizierung der Tatsache, dass das Werk nicht ohne Grund, dem gesellschaftskritisch, moralischen Zeitgeist entgegenstand, infolgedessen der Zensur immer wieder ins Auge fiel.
    Rein sängerisch eine durchaus überzeugende Aufführung.

    Insgesamt kein Musiktheater, das über die Eindimensionalität hinausreicht, begeistern kann. Eine solide Aufführung mit guten sängerischen Leistungen.
    The Turn of the Screw op.54

    The Turn of the Screw op.54 (DVD)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    28.06.2015
    Bild:
    5 von 5
    Booklet:
    4 von 5
    Gesamteindruck:
    5 von 5
    Klang:
    4 von 5
    Künstlerische Qualität:
    5 von 5
    Repertoirewert:
    5 von 5

    Hautnahe psychisch dichte Inszenierung mit Delunsch/McLaughlin

    Der Stoff, der innerhalb der Literaturwissenschaft die unterschiedlichsten Interpretationen erfahren hat, denn Mehrschichtigkeit, Myteriöses ist hier präsent in der Handlung, wird hier in einer eher minimalistischen Bühnenkonzeption umgesetzt.

    Hier werden Räume in verdichteter psychischer Innenspannung inszeniert.
    Hervorragende sängerische Besetzung mit u.a. Delunsch und McLaughlin.

    Insgesamt Sternstunden Musiktheater in Luc Bondy Inszenierung.
    Jenufa

    Jenufa (DVD)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    28.06.2015
    Bild:
    5 von 5
    Booklet:
    4 von 5
    Gesamteindruck:
    5 von 5
    Klang:
    4 von 5
    Künstlerische Qualität:
    5 von 5
    Repertoirewert:
    4 von 5

    Herausragende Loy Inszenierung / Jennifer Larmore u. Michaela Kaune

    Ich kenne Christof Loy´s Inszenierungen auch live. Sein Inszenierungsstil zeichnet sich durch bühnenminimalistische Konzepte aus mit glänzender Personenregie.
    Auch diese Inszenierung bietet hautnahes Musiktheater, ist aber für die Kostüm Erwartungshaltung eher ungeeignet.
    Glänzende sängerische Besetzung mit einer wunderbaren Jennifer Larmore und exquisiten Michaela Kaune, exzellente Rollenporträts.

    Wer interaktionistisches Musiktheater liebt, hier ist die passende Inszenierung.
    Der Zwerg

    Der Zwerg (DVD)

    4 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern
    02.06.2015
    Bild:
    4 von 5
    Booklet:
    4 von 5
    Gesamteindruck:
    4 von 5
    Klang:
    4 von 5
    Künstlerische Qualität:
    4 von 5
    Repertoirewert:
    5 von 5

    Überzeugende Inszenierung - traditionell - sängerisch auf ganzer Linie gut

    Eine eher traditionelle Inszenierung, die optische die Delikatesse bietet, die offenbar viele wollen.

    Sängerisch insgesamt überzeugend.

    Durchkomponierte Musik der tonalen, schwelgerischen Art, aber keine Arienoper.
    Lear

    Lear (DVD)

    4 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern
    25.05.2015
    Bild:
    4 von 5
    Booklet:
    4 von 5
    Gesamteindruck:
    4 von 5
    Klang:
    4 von 5
    Künstlerische Qualität:
    4 von 5
    Repertoirewert:
    5 von 5

    Bo Skovhus als Lear

    Musikalisch sperriger als Reimannns Medea, die sanglicher ist. Eruptive Klangcluster mit lyrischer Ebene. Nicht atonal, aber sperrig.

    Inszenatorisch modern abstrahierend, atmosphärisch weniger ansprechend als Medea, ist aber auch Geschmacksache.

    Reimann ist noch traditioneller Komponist im Vergleich zur späteren Avantgarde. Heute erfolgreich mit Aufführungen, soweit man das von Avantgarde sagen kann.
    Der Ring des Nibelungen

    Der Ring des Nibelungen (DVD)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    25.05.2015
    Bild:
    4 von 5
    Booklet:
    5 von 5
    Gesamteindruck:
    5 von 5
    Klang:
    4 von 5
    Künstlerische Qualität:
    5 von 5
    Repertoirewert:
    5 von 5

    Einzigartige Kunstwerk - Inszenierung in expressiver Optik

    Achim Freyer ist Künstler, der bereits einige Operninszenierungen von außerordentlicher Klasse auf die Bühne gebracht hat. Aber seine expressive Figurenzeichnung ist sicher nicht das, was gängig erwartet wird.
    Hier zeigt er den Ring als Posse und Drama aus einer Wurzel, so wie Thomas Mann auch Richard Wagners Perspektive sah.
    Sängerisch in vielen Rollen überzeugend, die Brünnhilde teilweise zu schrill, nicht in guter Tagesform offenbar.

    Warum - 5 - Sterne? Weil die Einzigartigkeit der Konzeption, des Ineinanderfließens von Vergangheit, Gegenwart und Zukunft auf einer sich bewegenden Rundbühne, den Werkcharakter einer Geschichte der Spezies Mensch trifft.
    Ich würde diese Aufführung aber niemanden empfehlen, der eine traditionelle Vorstellung hat, obwohl Freyer eng an Wagner arbeitet. Der expressive Charakter ist nicht jedermanns Sache.
    Otello

    Otello (DVD)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    25.05.2015
    Bild:
    4 von 5
    Booklet:
    4 von 5
    Gesamteindruck:
    5 von 5
    Klang:
    4 von 5
    Künstlerische Qualität:
    5 von 5
    Repertoirewert:
    4 von 5

    Traditioneller Othello an der Met mit Fleming-Botha und Struckmann

    Eine traditionsorientierte Inszenierung, die versucht, auch die schauspielerische Umsetzung präsent werden zu lassen.

    Sängerisch mit Fleming, Botha und vor allem Falk Struckmann, der einen kernbaritonal eruptiven Ton als Jago über die Rampe bringt, exzellent.

    Fleming mit Pastell Sopran, Botha mit Stentor-Tenor.

    Sicher eine Aufführung, die für den traditionsorientierten Geschmack nahezu ideal ist.
    Wilhelm Tell

    Wilhelm Tell (DVD)

    4 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern
    21.05.2015
    Bild:
    4 von 5
    Booklet:
    4 von 5
    Gesamteindruck:
    4 von 5
    Klang:
    3 von 5
    Künstlerische Qualität:
    4 von 5
    Repertoirewert:
    5 von 5

    Erstmals die gesamte Oper - 4 - Stunden- Florez und Rebeka

    Die akustischen und optischen Beschränkungen des Aufführungsortes bestimmen das Niveau.
    Graham Vick inszeniert auf enger Bühne, Balettintegration teils gelungen, teil fragwürdig.
    Ein Filmset der ca. 1920er Jahre ist die optische Spielfläche in diesem Konzept

    Florez als Arnold glänzend wie Rebeka als Mathilde.
    Überzeugendes sängerisches Gesamtensemble.
    Der Tell optisch leider schlecht in der Kostümgestaltung umgesetzt, hier muss man Masse mehr kompensieren. Sängerisch aber überzeugend.
    Die Audioqualität ist nur durchschnitlich.

    Inszenatorisch sicher weniger etwas für Freunde traditioneller Inszenierungen, obwohl die Kostümgestaltung historisierend ist. Hier werden die hierarchischen Aspekte der Unterordnung brutal realistisch akzentuiert. Eben eine Freiheitsoper mit allem Pathos aber auch teilweiser Überzeichnung der Unterdrücker der Habsburger Monarchie.
    Für Rossini Liebhaber sicher zwingend, da erstmals die gesamte Oper auf DVD.
    1 bis 25 von 351 Rezensionen
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