Samurai Of Prog + Zugabe...
Schon das Artwork (Ed Unitsky) und die liebevolle Aufmachung verraten dem geneigten Fan sofort, dass hier eine neue Scheibe aus dem scheinbar unerschöpflichen Kosmos von Samurai Of Prog vorliegen muss. Auch wenn die CD unter dem Namen von Bassist Marco Bernard (zusammen mit Kimmo Pörsti ist er bekanntlich der Macher von SoP) läuft (seine zweite Soloscheibe), ist die Vorgehensweise identisch. Aus der Weltliteratur hat man einen Klassiker als Inspiration für ein Konzeptalbum gewählt (Herman Melvilles „Moby Dick“), verschiedene Keyboarder durften die Stücke beisteuern (u.a. auch hier die üblichen Verdächtigen wie Alessando Di Benedetti, Octavio Stampalia und Marco Grieco), ein Heerschaar von Musiker, darunter die Bandkollegen Steve Unruh und Kimmo Pörsti (wenn auch nur in einem Song an den Drums), setzen die bis zu elfminütigen Songs kompetent um. Sogar Pianist David Myers bekommt sein Feature, wenn hier auch im Duett mit Marco Bernard. Somit erklingen keine Überraschungen, jedoch eine hörenswerte, kurzweilige Retro-Prog-Scheibe in der Güte der SoP-Alben. Auf der Bonus-CD wagt sich Bernard in der Hauptsache an seine Lieblingssongs von u.a. Rush (“Anthem”, mit Sänger Sean Francis in typischer Geddy-Lee-Manier), Led Zeppelin (“Good Times Bad Times”, Sänger Steph Honde müht sich redlich, doch Plant ist halt ein Sanges-Gott), Frank Zappa (“Uncle Remus”, Sänger Yannick Papail kommt dem Zappa-Timbre recht nah, von Valentina Bruno kraftvoll unterstützt), Boston (“Foreplay/Long Time”, der Lieblingssong vieler Proggies von den AOR-Kings aus den USA), UK (“In The Dead Of Night”, Steve Unruh schlägt sich hier als Drummer wacker, auch wenn Bill Bruford ein Klasse für sich bleibt), P.F.M. (“Impressioni Di Settembre”, als Römer lag Bernard der neunminütige Song der italischen Proglegende sicher besonders am Herzen) und sogar Al Di Meola (“Race With Devil On A Spanish Highway”, virtuos, doch die Faszination des Originals kann nicht reproduziert werden). Im finalen Instrumental “Stories Of The Sea” stehen die Bässe im Zentrum, hierzu holt sich Bernard mit Michael Manring einen weiteren Tiefsaiter hinzu. Auch Tony Riveryman (g) und Marco Grieco (keys) erhalten ausgiebige Solospots. Man merkt den Jungs die Spielfreude an, auch wenn keine neuen Deutungen gelingen, die Klassiker unerreicht bleiben.