Viktor Kalinke: Nichtstun als Handlungsmaxime, Kartoniert / Broschiert
Nichtstun als Handlungsmaxime
- Zur Rationalität des Mystischen. Studien zum Laozi - Daodejing, Band 3
(soweit verfügbar beim Lieferanten)
- Verlag:
- Leipziger Literaturverlag, 05/2026
- Einband:
- Kartoniert / Broschiert
- Sprache:
- Deutsch
- ISBN-13:
- 9783866602892
- Artikelnummer:
- 12714980
- Umfang:
- 272 Seiten
- Nummer der Auflage:
- 26002
- Ausgabe:
- 2., vollständig überarbeitete und erweiterte Ausgabe
- Gewicht:
- 290 g
- Maße:
- 210 x 122 mm
- Stärke:
- 25 mm
- Erscheinungstermin:
- 4.5.2026
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Klappentext
Inwieweit folgt die moderne Reflexion der Folgen sozialen und politischen Handelns archaischen Mustern? Was können wir aus einer 2500 Jahre alten Schrift lernen über die Durchsetzung globaler Wirtschaftsmechanismen und eine Welt, die sich komplexen Zusammenhängen öffnet? Gibt das berühmte Daodejing des Laozi tatsächlich Antworten auf unsere heutigen Fragen oder sind es vielmehr wir selbst, die, verführt von den Übersetzern, unsere eigenen Antworten in das Buch hineinprojizieren? Auf scheinbar mystische Weise wohnt dem Daodejing die Fähigkeit inne, uns die Antworten zu entlocken, die wir benötigen. Den altchinesischen Philosophen zeichnet aus, daß er mehrere Sichtweisen gegenüber der Wirklichkeit einzunehmen vermag, ohne sich an eine fest zu klammern. Er wechselt zwischen den Perspektiven, wenn es die Situation erfordert oder anbietet. In diesem Essay geht Viktor Kalinke der Frage auf den Grund, wie mehrdeutige Formulierungen sowohl zur sozialrevolutionären als auch zur spirituellen Wirkung des Daodejing geführt haben und bis in die Gegenwart zur Neuauslegung anregen. Laozi war königlicher Schrifthüter in der Zhou-Dynastie, der angesichts chaotischer Zustände seinen Dienst am Hof quittierte. Daher wundert es nicht, wenn sich viele Kapitel des Daodejing mit politischen Themen beschäftigen. Das Faszinierende des Textes besteht jedoch in einer einzigartig anmutenden Bündelung kosmischer, seelischer und gesellschaftlicher Zusammenhänge, die mit Recht als unio mystica bezeichnet werden kann. Laozi gilt noch vor Konfuzius als erster Philosoph Chinas. Viele Aussagen wurden bereits in der Zeit der Streitenden Reiche von anderen Philosophen aufgegriffen, später orientierten sich erste Kaiser an Laozi's Ideen. In diesem Band gibt Viktor Kalinke eine Einführung zur Entstehung und geschichtlichen Wirkung des Buches in den letzten 2500 Jahren sowie zu grundlegenden Erkenntnissen der neueren sinologischen Forschung: Laozi kann (wieder) als historische Person angesehen werden.
Der Essay untersucht das Daodejing des Laozi als ein Werk, das kosmologische, ethische und politische Dimensionen miteinander verschränkt und dabei eine "Rationalität des Mystischen" entfaltet. Im Zentrum steht das Prinzip des "Nicht-Handelns" (wu wei), das nicht Passivität meint, sondern ein situatives, an Natürlichkeit orientiertes Handeln. Der Text argumentiert, dass die besondere Wirkung des Laozi aus seiner gezielten Mehrdeutigkeit und Nicht-Festlegung entsteht, die Leser dazu zwingt, eigene Deutungen zu entwickeln. Drei zentrale Themen werden hervorgehoben: die Stellung des Menschen im Kosmos, die Selbstkultivierung des Weisen und Strategien politischer Herrschaft. Diese Bereiche sind eng miteinander verwoben und bilden ein offenes, aber zugleich strukturiertes Denksystem. Der Essay zeigt zudem, wie das Werk historisch rezipiert wurde und sich immer wieder neuen Kontexten angepasst hat. Besonders betont wird, dass das Daodejing keine direkten Antworten liefert, sondern Denkprozesse anstößt. Der Leser wird nicht dogmatisch instruiert, sondern erhält ein Instrumentarium zur Reflexion komplexer Zusammenhänge. Der Essay macht verständlich, wie das Daodejing als "Denkanstoßmaschine" funktioniert und warum es über Jahrtausende relevant geblieben ist. Er bietet zudem Einblicke in historische Kontexte, Interpretationsprobleme und moderne Anschlussmöglichkeiten (z. B. für Politik, Ethik und Systemdenken).
Anmerkungen:
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