sehr schöne Fortsetzung
Julia Pauss – Kiss of the Broken, Seine Liebe ist ihre Verdammnis
Um die Stadt Lethia und vor allem Ren, den König mit dem dunklen Geheimnis, zu beschützen, lässt sich die Gestaltwandlerin Scarlett von Aurelian Calyx, dem Erzdämon aus Tenebria, entühren.
Scarlett ist selbst eine Halbdämonin und konnte einst nur mit sehr viel Geschick aus Tenebria fliehen und eine neue Identität annehmen. Ihr Name ist eigentlich Ophelia Avernus, und ihre Mutter Solanine ist seit Ewigkeiten auf der Flucht vor Aurelian.
Doch auch in Tenebria kann Scarlett Ren nicht vergessen und versucht Wege zu finden, um erneut zu fliehen.
Ren, der den Tod seines besten Freundes und dessen Verrat betrauert, sucht ebenfalls nach Möglichkeiten Lethia zu beschützen und Scarlett zu finden.
Getrennt voneinander müssen sie sich ihre Liebe eingestehen und die Vergangenheit und Gegenwart bewältigen, um ihr Happy End zu bekommen.
Die Fortsetzung setzt nahtlos an "Heart of the Damned" an und muss daher bekannt sein um das volle Potenzial der Geschichte auszuschöpfen.
Postiv hervorheben möchte ich den Rückblick zu Band 1, was ich in vielen Mehrteilern vermisse.
Der erste Band hat mir bereits sehr gut gefallen, und auch wenn die Fortsetzung nicht ganz daran herankommt, hat mir auch diese wieder kurzweilige Lesestunden beschert.
Während wir in Band 1 in Lethia verortet waren, ergibt sich in der Fortsetzung eine neue Welt rund um Tenebria, die so anders ist, als ich sie mir im ersten Moment vorgestellt habe. Hell, freundlich und mystisch wandern wir mit Scarlett durch eine Welt voller magischer Momente, Dämonen unterschiedlichster Art und einer feindlichen Atmosphäre.
Dennoch liegt Scarletts Vergangenheit schwer auf ihr und eine Flucht unter den wachsamen Augen von Aurelian scheint unmöglich.
Die bereits bekannten Charaktere wie Ren und Scarlett werden weiter entwickelt, die neuen Figuren wie Aurelian oder Evadne wurden recht schnell lebendig und greifbar.
Das Figurenensemble ist sehr groß und ich brauchte eine Zeit, um zuzordnen, wer was kann und woher er/sie kommt. Obwohl ich durchaus ein großes Figurenensemble mag, hätte ich mir eine bessere Verortung gewünscht.
Apropos Verortung, eine klarere Definition zu dem Magiesystem und den Dämonenarten wäre auch schön gewesen, da es den Lesefluss etwas gestört hat.
Die Charaktere sind dennoch insgesamt gut und vielseitig ausgearbeitet, und die wichtigsten Figuren haben eine interessante Backstory bekommen.
Die Dynamik zwischen Ren und Scarlett war in diesem Band etwas schwieriger, da sie über lange Strecken getrennte Wege gehen. Natürlich gibt es ein Happy End, auch wenn der Weg dahin wirklich sehr turbulent war.
Insgesamt gab es weniger Überraschungen, als ich gehofft habe, dennoch hat mich die Geschichte von der ersten bis zur letzten Seite sehr gut unterhalten. Der Romance-Anteil hätte höher sein können, dafür hätte man den Spice etwas reduzieren können, um die Intensität zwischen Ren und Scarlett zu verstärken, aber das ist wirklich meckern auf hohem Niveau.
Die verschiedenen Schauplätze sind detailliert und anschaulich ausgearbeitet. Besonders gut gefällt mir der Kontrast zwischen Lethia und Tenebria.
Ich mochte die Fortsetzung sehr gerne und obwohl sie etwas schwächer als der erste Band der Dilogie ist, hat sie mir gut gefallen. Es war mir klar, dass es echt schwer ist "Heart of the Damned" zu toppen. Von mir gibt es für diese düstere Fantasy-Romance mit dem unglaublichen Setting und den interessanten Charakteren eine Leseempfehlung.
Das Cover passt sehr schön zum ersten Buch und ist ein absoluter Eye-Catcher.
Fazit: sehr schöne Fortsetzung. 4 Sterne.