Zweifeln nimmt Vertrauen
"Der Gläubige, der nie gezweifelt hat, wird schwerlich einen Zweifler bekehren." (Marie von Ebner-Eschenbach)
Nach einem schweren Schicksalsschlag, den Lindsey Barnes nur knapp überlebt hat, wagte sie einen Neuanfang in St. Louis. Sie ist jetzt als Privatköchin in verschiedenen Haushalten tätig und engagiert sich auch in der christlichen Gemeinde der Stadt. Nie hätte sie gedacht, dass eine Unachtsamkeit sie wieder in Schwierigkeiten bringt. In der Küche ihres ehemaligen Jobs begegnet sie einem Leichnam und erhascht kurz einen Blick auf den Mörder. Detective Jack Tucker kümmert sich um diesen Fall und betrachtet Lindsey als eine bedeutende Zeugin. Lindsey scheint jedoch nicht erfreut über Jack zu sein. Er fragt sich, ob er Lindsey schon begegnet ist. Zudem wirkt es so, als wäre Lindsey psychisch instabil. Oder wird dieses absichtlich provoziert, um Jack zu veranlassen, an ihr zu zweifeln? Aber je intensiver Jack sich mit dem Fall beschäftigt, desto mehr verdichtet sich ein Netz aus Lügen und Intrigen. ---
Meine Meinung:
Im zweiten Band der Unerschrockener Mut-Reihe geht es erneut um die Familie Tucker. Im ersten Band stand Bri Tucker im Mittelpunkt, während sich dieser um ihren Bruder Jack dreht. Der sehr enge Zusammenhalt der Geschwister Tucker ist auch im zweiten Band dieser Krimireihe spürbar. Vermutlich, da alle drei vor ihrer Adoption eine schwere Zeit durchlebt haben. Darüber hinaus verbindet sie ihr intensiver Glaube. Vermutlich wird Jack sich deshalb auch über Lindseys distanzierte Verhalten wundern. Doch insgeheim kann ich gar nicht verstehen, warum jemand den sympathischen Jack nicht mögen sollte. Lindsey hat jedoch tatsächlich einen Grund, den wir im Verlauf der Geschichte erfahren. Aber je näher sich die beiden kommen, umso mehr ist Jack überzeugt, dass Lindsey tatsächlich die Wahrheit spricht. Die Autorin präsentiert erneut einen Kriminalfall, der mit viel Geschick und überraschenden Wendungen aufwartet. Zunächst war ich von Lindseys Abneigung gegen Jack etwas verwirrt, doch als Leser erfahren wir recht schnell, warum sie so reagiert. Es gefiel mir wieder einmal gut, nicht nur einen Kriminalfall zu haben, sondern auch mehr über die Familie Tucker zu erfahren. Besonders schockiert hat mich Jacks Kindheit, in der er viel durchgemacht hat, bevor er ins Heim kam. Was mir an ihm besonders gefällt, ist seine positive Ausstrahlung und Herzlichkeit, die er nicht nur seiner Familie gegenüber zeigt. Zunächst wirkt Lindsey auf mich sehr seltsam, labil und introvertiert. Je besser Jack und sie sich allerdings kennenlernen, desto mehr öffnet sie sich ihm gegenüber. Jedoch ahnt Jack noch nicht, dass Lindsey in größerer Gefahr schwebt. Auch dieser zweite Band überzeugt mit seinem großartigen Plot, dem Einfluss des Glaubens und den persönlichen Lebensumständen der Protagonisten. Für mich hat dieser Kriminalroman dadurch eine ausgeglichene Wirkung und er fesselt bis zum Ende. Ich freue mich auf den dritten Band über Cara Tucker und vergebe ihm 5 Sterne.