Fast so gut wie vor acht Jahren
Ich habe das Buch „Echoes of Ashes and Rain - Die Perfekten“ von Caroline Brinkmann vor acht Jahren das erste Mal gelesen, als es neu unter dem Namen „Die Perfekten“ veröffentlicht wurde. Damals hat es mir unglaublich gut gefallen, aber da ich nie den zweiten Band gelesen habe, habe ich die Neuveröffentlichung genutzt, um den Inhalt aufzufrischen, an den ich mich nur noch vage erinnern konnte, und bald endlich den zweiten lesen zu können.
Rain lebt anders als die anderen, denn sie ist ein sogenannter Ghost. Sie ist nirgendwo registriert und versteckt sich mit ihrer Mutter vor den sogenannten Gesegneten, die das Land Hope regieren. Doch Rain beobachtet gerne Gleichaltrige und so macht sie mit Lark Bekanntschaft. Durch ihn bricht sie die wichtigste Regel, denn sie lässt ihn und seine Schwester Rose nahe an sich heran. Doch Lark verfolgt seine eigene Ziele und dafür riskiert er alles, auch Rain.
Beim Lesen kam die eine oder andere Erinnerung wieder, aber vieles war für mich wiederrum neu, was ich echt gut fand. Dennoch kamen die selben kleinen Fehlerchen vor, die es auch schon in der Erstauflage gab, was ich schade fand. Ich habe auch festgestellt, dass mich andere Sachen mehr gestört haben, als noch vor acht Jahren. So fand ich Rains Verhalten in Aventin noch unpassender. Sie hat dort alles hingenommen und einfach mitgemacht, ohne groß etwas zu hinterfragen oder mal anzuecken. Das hat nicht zu ihrem Charakter gepasst, da sie gerne immer gemacht hat, was sie möchte und selbst Gefahr nicht wirklich beachtet hat. Sicherlich gab es in Aventin ein zwei Momente, wo ihr Charakter wieder durchkam, aber sonst war sie so angepasst, als ob sie schon immer dort gewesen wäre. Das fand ich doch recht störend.
Lark hat mir gut gefallen. Ich konnte seine Zerrissenheit immer spüren. Für ihn sind seine Familie und beste Freundin Hail am wichtigsten und für diese würde er alles tun. Daher möchte er unbedingt zu einem Sentinal ausgebildet werden, um aus der Stadt Grey zu entkommen und seiner Familie, gerade seiner Schwester Rose, zu helfen. Ich liebe Rose. Die Kleine ist so süß und unschuldig, handelt gerne ohne nachzudenken, will dabei aber immer helfen. Ich fand sie einfach toll und war immer froh, wenn es eine Szene mit ihr gab. Auch viele Nebencharaktere mochte ich gerne, wie Nife, andere etwas weniger, wie Hail, die mit der Geschichte immer unsympathischer wurde, auch wenn ich ihre Beweggründe durchaus nachvollziehen konnte.
Die Geschichte fesselt einen von der ersten Sekunde an. Die Welt ist unglaublich gut beschrieben und man spürt die Unterschiede, die Vorurteile der Menschen, den Hass der Spines auf die Gesegneten und die Ängste, die jeder von ihnen hat. Außerdem zeigt Caroline Brinkmann wunderbar an, wie beeinflussbar die Menschen sind, gerade wenn sie verzweifelt sind oder Angst haben, besonders wenn sie sich auch um geliebte Menschen sorgen. Zudem sieht man, was Hass für gefährliche Auswirkungen haben kann. Im Gegensatz dazu wird aber auch verdeutlicht, wie wichtig Freundschaft und Liebe ist, gerade wenn einer nicht als perfekt gilt.
Ich habe dem Buch vor acht Jahren die vollen fünf Sterne gegeben, aber nun vergebe ich einen weniger, also vier, da mich Rains Verhalten mehr gestört hat und die selben Fehler wie damals noch vorhanden sind.