Was Freiheit bedeutet
"Der letzte Sommer der Tauben" von Abbas Khider ist nicht mein erstes Buch des Autors, aber es ist das, welches sich am einfachsten lesen ließ. Es fesselte mich von der ersten Seite an und am liebsten hätte ich es gar nicht mehr aus der Hand gelegt.
Noah ist ein Junge , 14 Jahre alt, sein Hobby ist das züchten und halten von Tauben und er lebt in einer Stadt, die sich verwandelt. Das Kalifat übernimmt das Regime und nach und nach verschwindet alles aus seinem Leben, was ihm wichtig und normal erscheint.
Sein Vater muss Plakate schwärzen und Waren vernichten, die Frauen der Familie dürfen nicht mehr arbeiten oder alleine aus dem Haus, Musik und Spiele sind verboten, die Religionen sich uneins.
Das Leben ist gefährlich, man muss aufpassen, wem man vertraut. Als er selber Zeuge einer Steinigung wird, versteht er das komplette Ausmaß und lehnt sich innerlich auf.
Das Buch nimmt einen komplett mit und wirkt sehr nachhaltig, vielleicht gerade, weil wir die Geschichte von einem Jungen erzählt bekommen. Es ist sehr gefühlvoll, obwohl wir es aus einer gewissen Distanz erleben, dem Autor gelingt hier eine sehr geschickte Gratwanderung.
Mich hat diese Geschichte sehr beeindruckt, zu sehen, wie schnell sich alles wandeln kann und wie machtlos die Menschen sind. Ein Buch, welches ich nur weiter empfehlen kann, mich wird es noch lange beschäftigen.