Bruno Latour: Jubilieren, Kartoniert / Broschiert
Jubilieren
- Über religiöse Rede
- Originaltitel: Jubiler ou les tourments de la parole religieuse
(soweit verfügbar beim Lieferanten)
- Übersetzung:
- Achim Russer
- Verlag:
- Suhrkamp Verlag, 07/2016
- Einband:
- Kartoniert / Broschiert
- Sprache:
- Deutsch
- ISBN-13:
- 9783518297865
- Artikelnummer:
- 8468825
- Umfang:
- 247 Seiten
- Gewicht:
- 159 g
- Maße:
- 175 x 106 mm
- Stärke:
- 20 mm
- Erscheinungstermin:
- 11.7.2016
- Serie:
- suhrkamp taschenbücher wissenschaft - Band 2186
Klappentext
Warum haben wir die religiöse Sprache verloren? Was ist das Spezifikum religiöser Rede im Vergleich zur wissenschaftlichen Sprache? Das sind die Fragen, denen Bruno Latour in seinem wohl persönlichsten Buch nachgeht. Seine Antwort lautet: Dem religiös Suchenden geht es um die Treue zum Wort, die Genauigkeit der Wiederholung. Anders als der Wissenschaftler will er nicht entdecken, sondern wiederentdecken, nicht erfinden, sondern wiederfinden; er strebt nicht nach dem Neuen, sondern will erneuern. Hierin ähnelt er dem Liebenden, der mit jedem >>Ich liebe dich<< den Bund zu bekräftigen sucht. Wer die Möglichkeit oder Unmöglichkeit religiöser Rede heute verstehen möchte, muss bei ihrer Verwandtschaft zur Sprache der Liebe ansetzen. Das tut Latour in einer faszinierenden Mischung aus Analyse und Andacht.
Biografie (Bruno Latour)
Bruno Latour wurde 1947 im der burgundischen Kleinstadt Beaune als Sohn einer Winzerfamilie geboren. Nach einem Studium der Philosophie und Anthropologie promovierte er 1975 an der Universität Tours. 1979 veröffentlichte Latour zusammen mit dem britischen Soziologen Steve Woolgar Laboratory Life, das Ergebnis seiner Feldstudien im Labor des späteren Nobelpreisträgers Roger Guillemin. Dabei konnte Latour aufzeigen, welche Rollen rhetorische Strategien und technische Artefakte bei der "Konstruktion wissenschaftlicher Tatsachen" spielen. Mit dem 1987 erschienenen Science in Action weitete Bruno Latour diese zunächst sozialkonstruktivistische Argumentation auf das Gebiet der Technik aus. Er entwickelte zusammen mit anderen Soziologen, vor allem Michel Callon und John Law, die Akteur-Netzwerk-Theorie, die über den Sozialkonstruktivismus hinausgeht. Anders als dieser geht die Akteur-Netzwerk-Theorie nicht davon aus, dass Technik und Wirklichkeit sozial konstruiert sind. Vielmehr wird davon ausgegangen, dass Technik/Natur und das Soziale sich in einem Netzwerk wechselseitig Eigenschaften und Handlungspotentiale zuschreiben. Latour entwickelte später auf Basis dieser Überlegungen mit "Wir sind nie modern gewesen" und "Das Parlament der Dinge" eine Kritik der "modernen" Gesellschaft. 1987 erfolgte die Habilitation an der Ecole des Hautes Etudes en Sciences Sociales. In den Science Wars der 90er Jahre wurde Latour unter anderem von Alan Sokal heftig kritisiert. In "Die Hoffnung der Pandora" setzte sich Latour mit dieser Kritik auseinander. 1982 wurde er Professor für Soziologie an der Ecole Nationale Supérieure des Mines in Paris. Neben seiner wissenschaftlichen Tätigkeit im engeren Sinne kuratierte er zusammen mit Peter Weibel die Ausstellungen Iconoclash (2002) und Making Things Public (2005) am Karlsruher Zentrum für Kunst und Medientechnologie. 2008 wurde Bruno Latour mit dem "Siegfried Unseld Preis" ausgezeichnet.Anmerkungen:
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