Quinsin Nachoff: Patterns From Nature auf CD
Patterns From Nature
Herkömmliche CD, die mit allen CD-Playern und Computerlaufwerken, aber auch mit den meisten SACD- oder Multiplayern abspielbar ist.
(soweit verfügbar beim Lieferanten)
- Label:
- Whirlwind
- Aufnahmejahr ca.:
- 2025
- Artikelnummer:
- 12796927
- UPC/EAN:
- 5065024546014
- Erscheinungstermin:
- 8.5.2026
Weitere Ausgaben von Patterns From Nature |
Preis |
|---|---|
| LP | EUR 36,99* |
- Gesamtverkaufsrang: 5934
- Verkaufsrang in CDs: 2653
Jede neue Veröffentlichung von Quinsin Nachoff ist ein herausragendes Ereignis – eine radikale Verbindung und Neukombination klanglicher und konzeptioneller Innovationen, stetig sich wandelnder Texturen sowie kraftvoller Melodien und Rhythmen. Sie eröffnen stets neue Horizonte für Entdeckungen und weisen zugleich klar den Weg zurück zu dem, was bereits geschaffen wurde. Das Album *Patterns from Nature* ist ein überaus ehrgeiziges Zeugnis seiner außergewöhnlichen Fähigkeiten als Komponist und Arrangeur. Es bewegt sich in jenem Spannungsfeld, in dem die tief empfundene, gemeinschaftliche Improvisation des Jazz auf die wagemutige Strenge zeitgenössischer Musik sowie auf die Tiefe und Komplexität konzeptioneller Kunst trifft.
Als Komponist schuf Nachoff die präzise ausgearbeiteten und detailreichen Partituren für zwei groß angelegte Ensemblewerke. Als Bandleader leitete er deren Umsetzung durch ein handverlesenes Team herausragender, genreübergreifender Musiker – darunter der Pianist Matt Mitchell, der Perkussionist Satoshi Takeishi, der Bassist Carlo De Rosa, der Klarinettist François Houle, der Posaunist Ryan Keberle und das international renommierte Molinari String Quartet, unterstützt von einem großen Kammerensemble unter der Leitung von JC Sanford. In interdisziplinärer Zusammenarbeit arbeitete er mit dem Physiker Dr. Stephen Morris zusammen, dessen Forschungen zu emergenten Mustern in der Natur die strukturellen Konzepte des Projekts prägten. Zudem kooperierte er mit den vier Filmemachern Tina de Groot, Lee Hutzulak, Gita Blak und Udo Prinsen; gemeinsam konzipierten sie ursprünglich eine Multimedia-Version des Werks, aus der schließlich die titelgebende Suite *Patterns from Nature* hervorging – ein vierteiliges Werk mit kontrastierenden Sätzen, die den Hörer auf allen Ebenen ansprechen.
Für das zweite Werk, das komplex angelegte, dreisätzige Konzert *Winding Tessellations*, tritt Nachoff als Tenorsaxophon-Solist in den Vordergrund und erkundet das Zusammenspiel von strukturierter Komposition, improvisatorischer Freiheit und dynamischer Orchestrierung.
*Patterns from Nature* präsentiert vier musikalische Sätze, die ebenso detailreich sind wie die natürlichen Prozesse, die ihrer Entstehung zugrunde liegen. „Branches“ interpretiert die Wachstumsmuster von Bäumen, wobei sich Matt Mitchells Klavierspiel über ständig wechselnde orchestrale Texturen entfaltet. „Flow“ nutzt die weite Dynamik von Satoshi Takeishis einzigartigem Perkussions-Setup in Kombination mit der außergewöhnlichen klanglichen Vielfalt des Molinari String Quartet, um Momentaufnahmen der Komplexität von Strömungsprozessen einzufangen. In „Cracks“ entspinnt sich ein dreiseitiges Gespräch zwischen der orchestralen Partitur und den Improvisationen von Carlo De Rosas Bass sowie François Houles Klarinette; es entsteht eine endlose Reihe sich verzweigender Möglichkeiten. Das abschließende Stück „Ripples“ entwickelt sich hingegen zu einem packenden Dialog voller Spannung und Entspannung zwischen Nachoffs Saxophon und Ryan Keberles Posaune – eingebettet in sich ausbreitende Klangwellen, die schließlich in der Stille verklingen und so die Eiszapfen nachahmen, denen das Werk seine Inspiration verdankt.
Das klangliche Spektrum ist verblüffend: Die Kombination aus Spitzenmusikern der New Yorker Jazzszene und Virtuosen der zeitgenössischen klassischen Musik ermöglicht eine Verschmelzung von komplex komponierter Musik und freier Improvisation. Auch „Winding Tessellations“ begibt sich in ein ebenso dramatisches Terrain. Nachoffs virtuoses Saxophonspiel durchquert über drei ausgedehnte Sätze hinweg eine sich wandelnde Klanglandschaft – von abenteuerlicher Energie über meditative Ernsthaftigkeit bis hin zu einer treibenden, auf Grooves basierenden Entladung, bevor das Stück auf ein intensives Finale zusteuert. Das Werk endet dramatisch: Das Saxophon schwingt sich zu einem schrillen Schrei in stratosphärische Höhen auf, während Bässe und Celli in eine verstimmt-düstere Tiefe abgleiten – eine Klanglandschaft, die förmlich auseinandergerissen wird.
Nachoff sagt dazu: „Ich bringe gerne Menschen und Disziplinen zusammen, die sich normalerweise nicht begegnen – Physiker, Filmemacher sowie Musiker aus Klassik und Jazz –, um Gemeinsamkeiten zu entdecken und zugleich zuzulassen, dass die Unterschiede neue Wege eröffnen. In einer Zeit, in der so vieles zu einer uniformen Gleichförmigkeit nivelliert wird, können wir stattdessen aufregende, abenteuerliche Werke schaffen, die zur Neugier anregen und Raum für das Geheimnisvolle lassen.“
Es handelt sich um kompromisslos komplexe Werke, die ihre Inspiration ebenso aus Komponisten wie Strawinsky, Xenakis und Ligeti schöpfen wie aus Jazzgrößen wie Gil Evans, Duke Ellington, Kenny Wheeler, Wayne Shorter und Henry Threadgill. Dennoch spricht die Musik den Hörer klar und unmittelbar an; sie greift verborgene Komplexitäten der Natur auf und spiegelt sie wider – und macht dabei deutlich, dass all diese Naturphänomene auch intuitiv erfassbar sind und die Seele mit Staunen erfüllen können.