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    bluenote Top 100 Rezensent

    Aktiv seit: 16. September 2011
    "Hilfreich"-Bewertungen: 1043

    Bitte beachten Sie

    Wir können nicht sicherstellen, dass die Angaben von Verbrauchern stammen, die das Produkt tatsächlich genutzt oder erworben haben.

    151 Rezensionen

    Wir können nicht sicherstellen, dass die Angaben von Verbrauchern stammen, die das Produkt tatsächlich genutzt oder erworben haben.
    The Lamb Lies Down On Broadway (50th Anniversary) (Super Deluxe Edition)

    Genesis
    The Lamb Lies Down On Broadway (50th Anniversary) (Super Deluxe Edition) (CD)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    28.09.2025
    Klang:
    5 von 5
    Musik:
    5 von 5

    Gutes Boxset mit kleinen Einschränkungen

    Mal abgesehen von den vollmundigen Ankündigungen im Herbst 2024 wird jetzt mit einer Verspätung von 6 Monaten endlich die Anniversary Abmischung vorgelegt. OK, geboten wird nicht das angekündigte Konzert, sondern das hinlänglich bekannte aus dem Shrine Auditorium (wie das letztendlich produziert wurde, dürfte hinlänglich bekannt sein. Wenn nicht: bei Babyblaue ProgRock nachlesen), oder ein 50 prozentiger Aufschlag. Dennoch, die Box ist wertig gehalten, der Sound ist nochmal eine Ecke satter als bei den bekannten Editionen, von der Konzertaufnahme in den Archives ganz zu schweigen. Zur Atmos Abmischung: Toll, sehr differenziert, Instrumenten- und Vocalparts die bisher untergegangen sind, bereichern das Hörerlebnis nicht unerheblich. Dass das Bassfundament schwach ist: das lässt sich korrigieren. Ich hätte allerdings schon einen satten Pegel wenigstens bis 60 oder 70 Hertz erwartet.
    Als jemand, dem es vergönnt war, bei 1974er Tour eines dieser Konzerte zu erleben, ist die Box Pflicht.
    Live At The Berkeley Community Theater 1972

    Live At The Berkeley Community Theater 1972 (CD)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    22.09.2025
    Klang:
    3 von 5
    Musik:
    5 von 5

    Bester Live Überblick zu MO1

    Seit 2009, als es über Wolfgangs Vault noch legale Download Möglichkeit gab, habe ich dieses Konzert, neben anderen, im Bestand. Geboten werden Interpreationen, die alles bisher Bekannte in den Schatten stellen. Wäre die Tonqualität entsprechend, könnte man Between Nothingness getrost vergessen.
    Eine Sternstunde!
    Ein kleiner Wermutstropfen bleibt doch: Das Original kommt auf mehr als 2 Stunden, mit einer CD muss es dann leider zu Kürzungen gekommen sein!
    Zeitreise / Live im Sartory

    Niedeckens BAP
    Zeitreise / Live im Sartory (CD)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    20.12.2024
    Klang:
    5 von 5
    Musik:
    5 von 5

    Keine Sekunde Langeweile

    Die Songs sind hinreichend bekannt und Evergreens. Dass der Einsatz eines Flügelhorn mokiert wird, Geschmachsache aber unverständlich. Jedenfalls passt es. Die Stimmung beim Konzert muss großartig gewesen sein. Und leider ist die Tour so gut wie ausverkauft. Aber glücklicherweise gibt es nahezu vor der Haustür in 8/25 in St. Wendel ein open air mir BAP als Headliner.
    Der Sound der Scheiben ist gut: breit aufgestellt, differenziert, transparent.
    The Brothers: March 10, 2020 Madison Square Garden, New York, NY

    The Brothers: March 10, 2020 Madison Square Garden, New York, NY (BR)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    06.12.2024
    Bild:
    5 von 5
    Extras:
    2 von 5
    Klang:
    5 von 5
    Musik:
    5 von 5

    Tolles Konzert - Toller Sound - Tolles Bild

    In der Liste der Konzerte von ABB: Atlanta1970; Tower City 2005; Cow Palace 1973; Wanee 2005; Charlotte 2003; Nassau 1973; Walnut Creek 2003; Fillmore East 1970 - ist "The Brothers", wenn auch ohne brothers absolut ebenbürtig. Zwar sind keine ultralangen jams (les brers 40 Minuten oder Mountain Jam 40 Minuten) mit dabei. Aber sehr dichte Interpretationen auf höchstem Niveau.
    Sound und Bild exzellent!
    Million Voices Whisper (Deluxe Edition)

    Warren Haynes
    Million Voices Whisper (Deluxe Edition) (CD)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    06.11.2024
    Klang:
    5 von 5
    Musik:
    5 von 5

    All Blues - Herzblut

    Eine vermutlich sehr persönliche Produktion von WH. Seit einigen Jahren kommen immer wieder von ihm durch den Blues inspirierte Alben auf den Markt. So auch dieses. Kaum wirklich unbekanntes Material, Irgendwie schon oft gehört- trotzdem auf seine Weise neu und inspirierend. Nahezu ausschließlich midtempo - sehr relaxed, Richtig um einen Sonnenuntergang entspannt zu genießen. Es lohnt sich, die 2-CD zu kaufen, denn auf die letzten vier Songs hin gibt es klar eine Steigerung zu registrieren. (Vielleicht auch nur geschicktes Marketing, wer kann das heutzutage ausschließen?). Insgesamt bekommt "Million Voices....." einen "Ehrenpunkt" für WH, denn vier Sterne wären auch genug.
    Der Sound der CD ist exzellent, Instumente klar durchgezeichnet, transparent.
    Electric Lady Studios: A Jimi Hendrix Vision

    Jimi Hendrix
    Electric Lady Studios: A Jimi Hendrix Vision (CD)

    1 von 5 Sterne Aktiver Stern Inaktiver Stern Inaktiver Stern Inaktiver Stern Inaktiver Stern
    15.10.2024
    Klang:
    2 von 5
    Musik:
    3 von 5

    audite ante emere

    Man bekommt auf 3 CDs im Prinzip die längst, und BTW, in exzellentem Sound, erhältliche "First Rays Of The New Rising Sun". Dazu einige jams (es gibt aus dieser Session Periode, also Januar - August 1970 erheblich besseres Material: Hendrix in the studio, Vol. 1-6), die aber, auch wie das hier in einer Rezension hervorgehobene 26-minütige, eher müde daher kommen.
    Und im Ernst: wenn aus einer Vielzahl von takes, etwa "belly button...." einer für "New Rising Sun" ausgewählt wurde und die anderen nicht. Dann wird das seine Gründe haben. Und das kann man hier nachvollziehen. Die "Visions" ist grotesk aufgebläht und dem Schaffen von Hendrix nicht würdig. Bei meiner Sammlung nur digitaler Tonträger von gut 700 Produktionen von Hendrix (Vinyl nicht gezählt) (BTW Hendrix hatte zu Lebzeiten nur 4 veröffentlicht) bekommt diese einen sicheren letzten Platz.
    Aber weil Kunst immer das ist, was jemand dafür hält, bleibt es jedem selbst überlassen (siehe Titel Überschrift)
    Los Angeles Forum - April 26, 1969

    Jimi Hendrix
    Los Angeles Forum - April 26, 1969 (CD)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    23.09.2022
    Musik:
    5 von 5

    Erstmals?

    Nein, erstmals erscheint dieses Konzert nicht. Schon 2004 gibt es das vollständige Konzert mit exzellentem Sound als Pilot200 limited numbered edition (meine 07049 von 10000). Reihenfolge der Songs, setlist, wie gehabt.
    Das Konzert an sich ist uneingeschränkt zu empfehlen. Einschätzungen sind natürlich immer subjektiv, aber von all den Konzerten, die ich kenne, rangiert dieses sicher unter den Top 5.
    Es ist weiterhin bedauerlich, dass der "Nachfolger", LA Forum vom 24. April 1970, nach wie vor nur in unzureichender Soundqualität verfügbar ist (Enjoy Hendrix mit Coca Cola Cover) und dass sich die Hendrix Epigonen nach wie vor zieren, den Film zum Albert Hall Konzert, 24. Februar 1969, anzubieten, obwohl er fertig für DVD wäre.
    Heavy Load Blues (Deluxe Edition)

    Gov't Mule
    Heavy Load Blues (Deluxe Edition) (CD)

    3 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern Inaktiver Stern
    15.11.2021
    Klang:
    2 von 5
    Musik:
    4 von 5

    Mit Patina

    Zuerst dachte ich an einen Defekt an der Anlage. Aber, kein Defekt, es ist der Sound dieser Scheibe, der aus den 50ern stammt, dessen man sich bewußt sein sollte. Neil Young's "Psychedelic Pill" ist geradezu High End in der Relation. Na ja, ein roher Sound, wie eine unfertige Soundboardabmischung vor der Fertigstellung.
    Die Musik: ein bunter Mix aus bekannten Bluesstandards und neuen Kompositionen von Haynes und Co.
    Die sehr dürftigen Linesnotes komplettieren den Eindruck. Meine letzte Scheibe von GM, gekauft bei deren Konzert am 8. Juni 2018, wäre die klar bessere Wahl. Oder gleich bei muletracks nach gusto stöbern und echte Diamanten schürfen.
    The Tschaikowsky Project

    The Tschaikowsky Project (CD)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    14.02.2021
    Booklet:
    4 von 5
    Gesamteindruck:
    5 von 5
    Klang:
    4 von 5
    Künstlerische Qualität:
    5 von 5
    Repertoirewert:
    5 von 5

    Außergewöhnlich

    Semyon Bychkov zeigte schon in den 1990er Jahren, mit welcher Verve er Tchaikovsky in der Lage ist zu interpretieren, etwa die für mich nachwievor überzeugende Aufnahme des "Nußknacker" mit den Berliner Sinfonikern. Zwar setzt er eher langsamere Tempi als etwa ein Rattle, aber Bychkov hat die russische Seele Tchaikovskys verstanden und mit dieser Gesamteinspielung der Sinfonien ein Meisterwerk vorgelegt.
    Die tschechische Philharmonie rangiert vielleicht nicht unter den Top Orchestern der Welt, aber hier wachsen sie über sich hinaus. Und es gelingen außergewöhlich stimmige Interpretationen. Auch die gelegentlich geschmähte "Manfred Sinfonie" gelingt. Quasi als Zugabe noch die Klavierkonzerte 2 und 3, die live eingespielt werden. Der Klang ist durchweg überzeugend, leiche Abstriche gibt es nur für die Live Einspielungen. Am Ende bleibt nur noch zu sagen, dass Decca erneut seinem Ruf als überragendes Klassiklabel erneut gerecht wurde.
    Das Kantatenwerk (Ton Koopman)

    Das Kantatenwerk (Ton Koopman) (CD)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    14.01.2021
    Booklet:
    3 von 5
    Gesamteindruck:
    5 von 5
    Klang:
    5 von 5
    Künstlerische Qualität:
    5 von 5
    Repertoirewert:
    5 von 5

    Referenz

    Die Luft im Spitzensegment der Bach Interpreten ist recht dünn. Das Bach Collegium Japan, Elliot Gardiner, Herrewghe. Und eben Ton Koopman. Es sind letztlich kleine Differenzen in der Detailbewertung. Und nirgendwo finde ich die Interpretation einer Kantate so ausgewogen und überzeugend wie bei Koopman. Zunächst ist mir seine historische Aufführungspraxis sehr sympathisch, aber es stimmt eben auch die klangliche Balance zwischen Chor, Solisten und Instumenten. Es ist nicht unbedeutend ob ich den Text gut verstehe oder gelegentlich rätseln muss (Japan Collegium etwa). Die gesamt Aufnahmetechnik ist exzellent und bietet einen transparenten, sauberen und ausgewogenen Klang.
    Bei Koopman stimmt die Gesamtanlage. Schon CD 1 wartet mit einem wahren Meisterwerk auf, die zeigt, wie gut Bach auch im säkularen Bereich unterwegs war.
    Twin Peaks: Live 1973

    Twin Peaks: Live 1973 (CD)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    11.01.2021
    Klang:
    5 von 5
    Musik:
    5 von 5

    Dezentes Remaster - aber gelungen!

    Zur Musik ist alles gesagt. Wahrscheinlich die beste Live CD von Mountain.
    Zum Remaster: Dieses fällt durch ein sehr lineares Klang / Pegel Spektrum auf. Ein neutrales Klangbild ist das Resultat, das für Mountain und Papparlardi eher bassarm ausfällt. Dafür sehr differenziert im Spektrum, auch Hihat sind gut auszumachen, die Stereo Basis breit. Und im Unterschied zur Urscheibe: rauscharm.
    Fazit: Das Remaster ist eine echte Verbesserung.
    Live In Maui

    Jimi Hendrix
    Live In Maui (CD)

    1 von 5 Sterne Aktiver Stern Inaktiver Stern Inaktiver Stern Inaktiver Stern Inaktiver Stern
    20.11.2020
    Klang:
    2 von 5
    Musik:
    2 von 5

    Maui Hype

    Erfrischend ehrlich ist sie ja, die Überschrift: Music – yes; Money – sure, we're only in it for the profit and for the greed; Madness – absolutely.

    Michael Jeffery brauchte Geld und so bekam er einen 400.000 Dollar Vorschuss für ein Filmprojekt, einschließlich zweier Konzerte an den Hängen des Haleakala Kraters auf Maui. Der Film selbst, RAINBOW BRIDGE (Rhino / Eagle Vision EREDV 133), war selbst für eingefleischte Fans nicht erträglich und verschwand in der Versenkung. Gedreht wurde um zwei etwa jeweils 50 minütige sets von Hendrix an dem besagten Kraterhang. Und, wie Mitch Mitchell (1947 – 2008) in seiner Autobiographie einräumt, begleitet von erheblichen technischen Problemen und einem sehr starken Wind, man spricht von Böen im Bereich von 60 – 70 m/ph. Und es kann verdammt kalt und windig dort sein, das weiß ich aus eigener Erfahrung.Von 16 Kanälen am Mischpult waren 8 unbrauchbar, das Schlagzeug kaum zu hören, kurz: das Ganze war vom Winde verweht. 1971 kommt es zum overdub in den Electric Lady Studios: Mitchell spielt im Studio die drum parts nachträglich ein.
    Schon 1990 bringt dann The Swingin' Pig (TSP) die Konzerte als LAST AMERICAN CONCERT Vol 1 (TSB CD 062) und Vol. 2 TSP CD 072 mit eben diesen overdubs heraus. Neun Songs im ersten, sieben im zweiten set. Das gleiche Material wird dann in 2002, technisch überarbeitet, mit deutlich verbesserter Tonqualität von Purple Haze Records (HAZE 001) als THE RAINBOW BRIDGE CONCERTS (2CD) heraus gebracht. Gleiche setlists, 9 und 7 takes.
    Musikalisch handelt es sich eher um ein mediokres, vor allem set 1, eher lustlos gespieltes Konzert, das seine besseren Momente im set 2 hat. Insgesamt aber nichts wirklich aufregendes, eher Routine im Rahmen einer PR Veranstaltung. Von 400 tapfer ausharrenden Zuschauern ist die Rede. Immerhin: Von Lahaina sind es gute 2 Autostunden bis dorthin. Nun, wenn man sich die wenigen erhaltenen Bild und Filmschnipsel ansieht, wird klar: auch vom Equipment wirklich nur das allernötigste.
    In dieser neuen Edition nun, abgesehen von dem „Dokumentarfilm“ mit aufsehenerregenden Statements (es fehlt noch ein Kabelträger, der was dazu sagt; schade dass Pat Hartley Nichts dazu sagt, denn sie könnte Substantielles beitragen), wird das erste set auf 11 Nummern aufgebläht, indem das Announcement von Chuck Wein vorangestellt wird und SPANISH CASTLE MAGIC aus dem Zauberhut gezogen wird. Dieser take wird für dieses set wirklich nirgendwo erwähnt. Gleiches gilt für STONE FREE in set 2 gegen Ende. STONE FREE ist ein klassischer opener, niemals jedoch ein closer bei Hendrix. An dieser Stelle sei der Verweis auf die vollmundige Propaganda von Janie Hendrix & Co erlaubt: die letzte Produktion „GROOVY CHILDREN....“ wurde als „erstmals“ (stimmte nicht) vollständig angepriesen (stimmte erst recht nicht, denn es fehlen glatt fünf Titel, zwei sind massiv gekürzt (FOXEY LADY um die Hälfte). Ein Titel, der dito nirgends auftaucht (STEAL AWAY, wahrscheinlich ein Schnipsel vom Sound Check) wird eingefügt, oder die Unterschlagung des encore (HEY BABY) beim Konzert Atlanta POP 1970 (auch dieses Konzert wird von Janie Hendrix & Co. als vollständig bezeichnet. Mithin sind Zweifel berechtigt, daran, ob SPANISH...und STONE FREE wirklich gespielt wurden. Ich meine: nein.
    Eine letzte Bemerkung zu Eddie Kramer. In einem großen Interview 2015 mit harmony central (der Profiwebseite für Musiker etc.) stellt er fest, dass er ab sofort für keine Hendrix Produktionen mehr zur Verfügung steht.
    Wenn der Preis stimmt aber doch.

    Zum guter Letzt Hendrix (in his own words); „The first rays of the new rising sun“ ist mein neues Leben. Jeder kann seinen Beitrag leisten, und zwar nicht nur mit Geld. Ich weiß nicht, was in England passiert, aber der Gott in Amerika ist die Dollarnote. Diese Anzugtypen glauben an Geld und an sonst gar nichts. (Hendrix zum Melody Maker am 11. Januar 1969)“. [zitiert nach Shapiro 1983, S.441]
    Steel Wheels Live (Atlantic City 1989)

    The Rolling Stones
    Steel Wheels Live (Atlantic City 1989) (CD)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    01.10.2020
    Klang:
    5 von 5
    Musik:
    5 von 5

    Ultimativ!

    1990 bringt Swingin' Pig ein 3 CD Set auf den Markt: Rolling Stones live in Atlantic City. Es sollte der größte Erfolg für SP werden mit über 90000 verkauften Exemplaren für einen "offiziellen" Bootleg. Und einer der letzten, denn SP stellte nach diversen Klagen seine Tätigkeit ein. Klar, dass ich mir damals, BTW bei jpc, dieses Set zugelegt habe. Bis heute, da bin ich mir sicher und im Großen und Ganzen einig mit vielen Kritikern: Es handelt sich um eines der besten, womöglich das beste Live Album der Stones ever. Nur leider damals in recht bescheidener Tonqualität (FM Mitschnitt) und natürlich ohne Bild. Selten gespielte Takes (nicht nur 2000 lightyears...) machen diese Scheibe zum ohnehin unverzichtbaren Repertoirestück.

    Kurz & gut: dieser Liveauftritt ist einmalig.

    Was jetzt auf den Markt gekommen ist, lässt sich kurz charakterisieren: Der Sound ist, bei vielleicht etwas zuviel Basspegel, auf der Höhe des Machbaren: Sehr ausgewogen, differenziert, gute Tiefenstaffelung. Das Bild (BR) ist "pickelscharf", der dts Sound verdient seinen Namen. Einzig ist das Format nicht Original 16:9 wie angegeben, sondern schmaler.
    In The Studio Vol. 2

    Jimi Hendrix
    In The Studio Vol. 2 (CD)

    3 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern Inaktiver Stern
    14.05.2020
    Klang:
    3 von 5
    Musik:
    3 von 5

    Blech und Silber

    Neben einigen takes, die nichts Neues bieten wie etwa "Valleys....", gibt es hier die erste vollständige Version von "Machine Gun", so dass die Entwicklung dieses Songs und die Variabilität von Hendrix bis hin zur letzten, offiziellen Version (Isle of Wight) dokumentiert ist. Das alleine kann Motivation sein, die CD zu kaufen. Darüberhinaus gibt es noch einen interessanten take ("Keep on Grooving"), bei dem immer wieder Harmonien auftauchen, die später "Hey Baby" prägen.
    Der Sound changiert von ordentlicher Studioqualität (Machine Gun") bis zu unfertigen Abmischungen (bei dem meisten Songs)
    Für Sammler und Komplettisten.
    Live At Rockpalast 1979

    Johnny Winter
    Live At Rockpalast 1979 (CD)

    3 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern Inaktiver Stern
    10.02.2020
    Klang:
    3 von 5
    Musik:
    4 von 5

    German Television proudly presents....

    Für Fans war er 1979 längst kein Unbekannter mehr. Nur Konzerte in Europa sehr selten. Und dann gelingt es der Rockpalast Mannschaft ihn für dieses Konzert zu verpflichten. Nicht nur wir waren gespannt, was der Meister der Blues-Slide-Guitar zelebrieren würde.

    Es wurde ein Konzert mit und für den Blues. Und kaum jemand in der Grugahalle war darauf eingestellt, wie die gelegentlichen - und ungnädigen - Kommentare von Johnny Winter zeigen (..."some blues - if anyone knows what that means..." sagt er, als die Fans Rock'n Roll verlangen). Nun, Winter spielt den Chicago-Blues so beseelt und virtuos wie den Blues der Südstaaten. Und wenn eigenes Leiden Voraussetzung ist, den Blues glaubwürdig und authentisch zu singen oder zu spielen, so hatte er nach seinem x-ten Entzug die Autorität, davon zu berichten (so wie Bessie Smith, der man in ihren Liedern auch den eigenen Blues anmerkt). Johnny Winter mag inzwischen körperlich ein Wrack sein, wie man unlängst bei einem Konzert sehen konnte, zu dem er mühsam am Stock auf die Bühne schlich. Aber auf seinem Stuhl sitzend den Blues spielt wie kaum ein Zweiter.

    Das Konzert hatte seine Höhen und Tiefen: Die eindeutigen Höhepunkte liefert er in der ersten Hälfte ab: mit dem Opener "Hideaway", mit dem er Eric Clapton zeigt, wo der Hammer hängt (siehe Cream live Vol.2 aka "Steppin' out"), oder seinen späteren Standards "Walkin' by Myself", "Missisippi Blues", "Divin' Duck" oder dem großartigen "Suzie Q". Der Rest ist bis auf das uninspirierte und verzichtbare, aber damals unvermeidliche Drumsolo (bei dem aber kurioserweise die Halle aufwacht), solider Rock'n Roll.

    Der Sound ist für sogar für damalige Verhältnisse sehr mässig. Da sind meine eigenen Tape Aufnahmen aus dem Radio (UKW-Standard) gleichwertig. Schade, hier hat man eine Gelegenheit verpasst, Kompression rauszunehmen. So bleiben der Bass verschwommen statt konturiert, die Becken ein Rauschen, Nur die Gitarre ist gut zu hören, immerhin.

    Abschließend ein Wort zur DVD: die hat wirklich eine sehr bescheidene Bildqualität. Man könnte darüber spekulieren. ob es sich um eine VHS-Kopie handelt. Nein, im Ernst: wenn man das Konzert vollständig in Schwarz-Weiß anglegt hätte statt in diesem Farbmatsch, dann wäre es noch Kunst gewesen. Und hätte zum Charakter der Musik gepasst: Film Noir. Also: Produzenten, bitte die DVD überarbeiten.
    Songs For Groovy Children: The Fillmore East Concerts

    Jimi Hendrix
    Songs For Groovy Children: The Fillmore East Concerts (CD)

    4 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern
    26.11.2019
    Klang:
    4 von 5
    Musik:
    4 von 5

    Gute Arbeit!

    Fast könnte man ja eine Rezeptionsgeschichte der "Band of Gypsies" Konzerte schreiben. Einige inoffizielle und fünf offizielle Editionen, aber nie vollständig oder in durchgehend guter Soundqualität. Noch mit die vollständigste waren die "2 Nights at the Fillmore" mit, vor allem für set 2 am 31.12. doch sehr bescheidener Tonqualität.
    Zwar ist set 1 vom 31.12. 1 zu 1 übernommen von der letzten Veröffentlichung "Machine Gun", für den Rest aber ist saubere Arbeit geleistet worden. Alle (!) takes liegen jetzt in ausgezeichneter Tonqualität vor, ausgewogene Klangbalance, nuancenreich. Insofern die wirklich beste Edition zu den "Band of Gypsies" Konzerten die es je gab. Die Einschränkung, die zu machen ist: das 2nd set am Silvesterabend ist arg amputiert, fehlen doch 5 takes völlig und "Foxey Lady" ist von rund 13 Minuten auf 6 gekürzt. Wollte man alle sets vollständig, so hätte es 6 CD gebraucht (wie eben bei "2 nights at the fillmore"). Das war dann marketing technisch nicht erwünscht, oder?

    Die Musik selbst braucht keinen weiteren Kommentar, die hat längst - und zu recht - Denkmalcharakter. Aber selbst für mich gibt es hier noch einen neuen Titel zu vermerken: "Steal Away", bisher nirgends und nirgendwo gehört: ein slow blues in der Tradition von "Red House", mit Buddy Miles mit Lead Vocals.
    In The Studio Vol.6 - Collectors Limited Edition

    In The Studio Vol.6 - Collectors Limited Edition (CD)

    2 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern Inaktiver Stern Inaktiver Stern
    08.02.2018
    Klang:
    3 von 5
    Musik:
    2 von 5

    Keine Erkenntnisse

    Es handelt sich ausschließlich um Mitschnitte von Probensessions. Wer denkt, er bekäme eine 36 Minuten Version von Voodooo Chile, liegt ziemlich daneben. OO, es hat natürlich was, zu hören wie Hendrix auf den Riß einer Saite reagiert - ziemlich gelassen - aber neue musikalische Dimensionen. Letztlich zu hören ist die Version, die man schon von Electric Ladyland kennt. Wenngleich diese bekannte Version noch eine gewisse Bearbeitung erfahren hat. Der Rest: Cherokee Mist (müde hingespielt, ein langsamer Stampfer in Cherokke Art; Jam H290: ein sehr kurzer, vielversprechender Schnipsel, kein Song. Noch am besten: Calling all Devil's Children Jam.
    Der Sound: ok. Mehr nicht. Wer auf der Suche nach Perlen ist: Am I Blue ist so eine. Diese hier nicht.
    Live in Chicago, June 28th, 2017

    King Crimson
    Live in Chicago, June 28th, 2017 (CD)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    23.10.2017
    Klang:
    4 von 5
    Musik:
    5 von 5

    Lohnt sich

    „The world's most talented artists and technicans pass through this door“ (So das Foto im Booklet). Wenn das mal keine Aussage ist zum Selbstverständnis. Fripp und sein Oktett legen einen hochaktuellen Livemitschnitt vor, der sehr selten bis nie live präsentierte Tunes bringt. Etwa „The Lizard Suite“, leider nur der halbe Lizard, aber, siehe Zitat oben, musikalisch vielleicht zu komplex für eine Live Performance. (Dabei gilt: wo ein Wille, da ein Weg. Jedenfalls, spannend wäre es, den ganzen „Lizard“ zu bringen). Oder „Islands“. Kurz: es gibt noch einige andere Highlights aus der Anfangszeit die durch die drei Drummer an Komplexität gewinnen in diesem Auftritt,. Jakszyk ist sicher einer der besseren Vocalisten in der langen Liste der KC Formationen, an Geschmeidigkeit und Intonationssicherheit kann er es aber mit dem frühen Greg Lake nicht aufnehmen. Wenn ich mir die Babyblauen Seiten ansehe als seriöses Organ für Progrog (die Rezi für Chicago steht noch aus), so stimme ich zu, dass es im umfangreichen Live Repertoire schon wesentlich Schlechteres gab. Überblicke ich meinen eigenen Bestand, dann sehe ich auch teilweise unterirdisches Soundmaterial nur für Hardcore Fans. Diese Produktion aber ist, was Sound angeht ziemlich blitzsauber (Zitat oben). Ein Wort zur Repertoirepolitik: Ein Foto im Booklet zeigt die setlist, und so realisiert man, was wegfiel: nicht nur „In The Court of The Crimson King“, sondern noch einige andere Songs. So dass der werte Fan nicht das komplette Konzert bekommt. Und wer unbedingt „In The Court...“ haben will, kann ja schließlich noch „Toronto“ kaufen, ha! Vielleicht noch ein Wort zur Diskussion Cover-Revial Band. Irgendwann machen das alle Größen im Geschäft, und damit meine ich nicht nur die Stones, die ewige (Hochpreis) Jukebox, sondern auch den gerade so gefeierten David Gilmour, der auch Recycling betreibt.
    Für die Musik: 5 Sterne, der Sound 4 Sterne. Für die Repertoirepolitik: 1 Stern.
    The Ultimate Collection

    Black Sabbath
    The Ultimate Collection (CD)

    4 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern
    02.05.2017
    Klang:
    3 von 5
    Musik:
    4 von 5

    bekannt - bewährt

    Ausschließlich Aufnahmen der ersten Jahre mit etlichen Highlights und einigen "Lowlights". Eine sorgfältigere Werkschau hätte auch Stücke aus "13" berücksichtigen müssen, wenn man sichh schon entscheidet, die Dio Ära auszulassen. Und so finden sich dann schon einige verzichtbare Titel auf den CDs. Die, immerhin, sind randvoll gepackt.
    Der Sound ist besser als das 70er Jahre Ausgangsmaterial. Darüberhinaus gibt es keine klanglichen Verbesserungen (bezogen auf die Remaster der ersten BS Alben).
    Meine Produktempfehlungen
    • 13 (Deluxe-Edition) 13 (Deluxe-Edition) (CD)
    Machine Gun: The Fillmore East First Show 12/31/1969

    Machine Gun: The Fillmore East First Show 12/31/1969 (CD)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    02.10.2016
    Klang:
    5 von 5
    Musik:
    5 von 5

    Under-rehearsed

    Vorab: Es handelt sich nicht um die erstmalige Veröffentlichung der BOG Konzerte oder der 1st show 31.12.69. Da gab es schon die "2 Nights At The Fillmore" in 2007 als limitierte (2000 Ex) 6 CD Ausgabe (meine: 0284) bei Voodoo Chile Records. Aber die Klangqualität, insbesondere der zwei Konzerte am Silvesterabend ist doch sehr bescheiden bis einigermaßen.

    Zum Konzert: Sogar Hendrix (Intro zu "Burning Desire" räumt am Set Ende ein, dass es hier und da noch nicht so gepasst hat, man sei unter Druck gewesen (Kartenvorverkauf etc). Tatsächlich spielen sich BOG bis zum vierten Konzert ein und es klingt dann auch wie aus einem Guß. (Wenn man sich die "Baggy Rehearsals" anhört, wird klar, welche Probleme Buddy Miles mit der Musik von Hendrix hatte). Trotzdem, wer die limitierte 6-CD hat und/oder die 2-CD Version ist mit dieser CD allerbestens bedient. Der Sound ist auf der Höhe der 2-CD Version: klar, transparent, balanciert. So lassen sich etwa bei "Power Of Soul" Nuancen entdecken, die vorher nicht einmal zu ahnen waren. Bei allen vier Konzerten spielt Hendrix "Machine Gun". Jede Version anders und wahrnehmbar dichter. Die Versionen vom 1. Januar sind besser. Eindrücklicher als hier bei "Machine Gun" lässt sich die musikalische Entwicklung kaum verfolgen. Gelegentlich wurde schon die Hoffnung geäußert, auch das zweite Set am Silvesterabend in dieser Qualität zu veröffentlichen. . Auch ich wollte, es wäre so. BTW: hier loht es sich sogar, die lner notes zu lesen, sind sie doch weit entfernt von der sonst üblichen PR-Lob-Hudelei. Sonderpunkt dafür.
    Hitler, Mein Kampf - Eine kritische Edition

    Hitler, Mein Kampf - Eine kritische Edition (Buch)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    26.01.2016

    Glanzstück der Editionswissenschaft

    In der Vor-Bologna Zeit war im zehnsemestrigen Studium der Geschichtswissenschaften (Abschlüsse: Staatsexamen Lehramt, Diplom oder direkte Promotion) kanonisierter Pflichtbestandteil im Grundstudium die Teilnahme an einem Seminar „Editionswissenschaft“. Wer ein solches Seminar erfolgreich bestanden hat, etwa durch Anfertigen einer eigenen Edition, weiß, welche Anforderungen gestellt werden, welcher Aufwand ihn erwartet. Wesentlich bei einer Edition ist immer die Einleitung, denn hier werden die Editionsrichtlinien dargestellt und das zu edierende Werk auch historisch eingeordnet. Das Team um Christian Hartmann hat hier wahrhaft vorbildliches geleistet. Über das Übliche hinaus werden Kriterien diskutiert wie z.B. die Papierwahl (geglättete hochwertige Papiersorte: Kriterium Haltbarkeit), das Buchformat oder die Auswahl der Schrifttype, die Wahl des Einbandes: Kriterium Haltbarkeit. Hier erwartet den Leser eine beispielhafte, exzellente, ja Maßstäbe setzende Edition. Schon bescheidenere Editionen kosten ein mehrfaches, insofern ist der Preis für dies Edition geradezu lächerlich niedrig.

    Was ist nun unter Kommentierung zu verstehen in dieser Edition? Zunächst, und in der überwiegenden Mehrzahl sind es Kommentierungen, die z.B. informieren über etwa die Bevölkerungsentwicklung in Wien oder über die verschiedenen Phasen der Sozialgesetzgebung in Österreich. Also reine Sachinformation. Aber auch Richtigstellungen dazu, ob etwa Angaben Hitlers stimmen können. Diverse Male wird korrigiert, wenn etwa der Besuch einer Theatervorstellung nicht mit 12 Jahren in Wien gewesen sein kann, weil das entsprechende Werk erst zu einem späteren Zeitpunkt überhaupt aufgeführt wurde. Und so gelingt es den Autoren, so manche „Stilisierung“ aufzudecken. Die Autoren enthalten sich jeder politisierenden, moralisierenden Stellungnahme. Es sei denn, jemand kritisiert in diesem Zusammenhang eine sachliche Korrektur als „ideologisch motiviert“oder was auch immer.

    Das Team um Christian Hartmann hat darüber hinaus auch die textkritische Edition durchgeführt. Dabei werden verschiedene Ausgaben (Auflagen) von der Erstausgabe bis hin zur letzten Auflage 1944 dahingehend verglichen, ob der Text verändert wurde. Was, wenn man sich die Edition ansieht, sehr oft, im Schnitt zehnmal pro Seite erfolgt ist: Es handelt sich um Veränderungen von Schreibweisen oder auch Streichungen und Ergänzungen im Text.

    Das Team um Hartmann lässt es auch nicht unerwähnt in der Einleitung, dass es natürlich auch andere Bezugsquellen für den reinen, unkommentierten Text gibt. Und nennt diese. Man kann davon ausgehen, dass es vor allem Vertreter des „rechten Spektrums“ sind, die eine Edition dieser Qualität in Bausch und Bogen verdammen. Nun ist Lernen ja keine Krankheit, die es zu verhindern gilt. Und mit dieser Edition lässt sich ein Lernprozess größeren Ausmaßes anstoßen.

    Jedem, der sich mit einem der mutmaßlich einflussreichsten Bücher des 20. Jahrhunderts befassen will, sei diese Edition empfohlen.

    Vielleicht abschließend noch ein Wort zur Preisgestaltung: Das IFZ hat bei dieser Edition bewusst den rein kostendeckend kalkuliert (siehe oben etwa Einband oder Papierqualität). Dass es dann leider Geschäftemacher gibt, die ohne jeden Grund ein Vielfaches verlangen, ist zum einen nicht wirklich verwunderlich und vor allem: höchst bedauerlich. Insofern ist es sehr zu begrüßen, dass alle vom IFZ in 2016 gedruckten Exemplare genau eine einzige Auflage darstellen. Keine Erstausgabe, keine zweite Auflage.
    Live At The Cow Palace, California 1973

    Live At The Cow Palace, California 1973 (CD)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    20.01.2016
    Klang:
    3 von 5
    Musik:
    5 von 5

    Starke Leistung

    Die Allman Brothers Band hat eine lange Tradition mit Silvesterkonzerten. Warren Haynes und seine Gov't Mule führen ja diese Tradition fort, so auch ihr letztes Konzert zum Wechsel 15/16 eben mit Klassikern von Grateful Dead und Allman Brothers. Dieses Konzert aus 1973, kurz nach den tragischen Todesfällen von Duane Allman und Berry Oakley zeigt ABB in einer Selbstfindungsphase und dabei, ABB im Geiste Duane Allmans weiterzuführen. Zusammen mit den Gästen (Jerry Garcia, Bill Kreutzman, Boz Scaggs und Les Dudek) gelingt ihnen das souverän. Drei sets werden gespielt, ab set drei verstärkt durch Garcia & Co. Alle Klassiker und einige selten gespielte Titel (Hideaway, Linda Lou etwa), einige längere jams. Was will der Fan mehr. Im Vergleich zur 3-CD Box hat man hier das komplette Konzert. Auf der 3-CD Box ist nahezu jeder Titel bearbeitet, gekürzt. „Mountain Jam“ schrumpft so von knapp 16 Minuten auf ca. 8. Wegen der Musik ist die 4-CD Box also klar die erste Wahl. Es handelt sich eben nicht um geringfügige Kürzungen an den Laufzeiten, wie das manchmal behauptet wird.

    Der Cow Palace ist jetzt alles andere als eine ideale Konzert Arena. Zudem liegt das Konzert als 1:1 Mitschnitt einer Radio-FM Übertragung vor. Mit den entsprechenden Einschränkungen, was Sound angeht, Klangbalance. Es liegt grenzwertig Hall über der Aufnahme, immer gut hörbar, nie wirklich dominant. Woher der Mitschnitt stammt wird zwischendrin immer klargemacht: es gibt nach jedem Set eine kurze Ansage vom übertragenden Radiosender (20-40 Sekunden). Diese Ansagen lassen sich verhältnismäßig einfach raus schneiden (etwa mit Wavelab). Schwieriger ist es mit dem Sound, insbesondere mit dem Hall. Dafür einen Punkt Abzug. Schade, dass es zu diesen Konzert keine original 16-Spur Mastertapes gibt. Trotzdem, zum guten Schluss: der Sound ist ganz ordentlich, kann sich jederzeit messen mit den besten Soundboard Aufnahmen.
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      Live New Year's Eve 1998: With A Little Help From Our Friends (CD)
    Brown, W: Die schleichende Revolution

    Brown, W: Die schleichende Revolution (Buch)

    3 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern Inaktiver Stern
    13.01.2016

    Hartes Brot

    Es ist ein hartes Brot, was Wendy Brown ihren Lesern anbietet. Und dazu trägt, dazu später, auch maßgeblich die deutsche Ausgabe bei. Auch engagierte Befürworter einer ANTI- neoliberalen Perspektive und im Geiste solidarisch mit WB werden sich mit dieser Schrift schwertun. Denn WB mäandert mehr als sie stringent argumentiert. Selten bringt sie ihre Gedanken auf den Punkt, hält eine Linie. Stattdessen schweift sie oft ab, diskutiert Details, die nur wenig zum Gesamtverständnis beitragen, bleibt bei ihren Ausführungen oft seltsam nebulös. In Kapitel IV will sie eigentlich den Begriff der „Governance“ zerpflücken, aber so recht gelingt ihr das nicht. Im Gegenteil: so wie sie es darstellt, scheint sie ungewollt FÜR Governance zu schreiben. So als habe sie es gegen Kapitelende bemerkt, stellt sie apodiktisch klar, dass Governance schlecht sei. Punkt.

    Inhaltlich referiert sie im Wesentlichen über Foucaults Vorlesungen zur Biopolitik, was ihr dann, leider, ausgiebig Gelegenheit bietet zu mäandern. Ihr Anspruch: Foucault revidieren und erweitern in eine linke, marxistische Perspektive. In ihren Erweiterungen geht sie aber nur wenig, sehr dezent, über Foucault hinaus. Stattdessen gibt es einen Exkurs darüber, ob der „homo politicus“ weiblich ist. Dieser „homo politicus“ spielt in ihrer Argumentation eine wesentlich Rolle, wird er doch aus ihrer Perspektive durch den „homo oeconomicus“ übernommen. Sie fände damit ja jede Menge Befürworter, aber sie macht es ihren Lesern sehr schwer. Denn sie erklärt ihren Standpunkt einfach nicht, sondern setzt ihn quasi voraus. Und so wiederholt sich über die Schrift regelmäßig als Behauptung, was aber als Argumentation auszuführen wäre: die Vereinnahmung des einen durch den anderen. Und dass damit die Aushöhlung der Demokratie einhergeht. Wer die Geduld hat, den Text sorgfältig durchzuarbeiten, wird die folgenden Punkte festhalten können als ursächlich für die Aushöhlung der Demokratie: Governance, Humankapital, Dezentralisierung, Responsibilisierung, Leistungsvergleiche (benchmarking).

    Sogar in ihrem Nachwort macht WB noch ein Fass auf und referiert über „Opfer“, besser zu verstehen als „victim“ und „sacrifice“. Beginnend bei Aristoteles endet auch dieser Exkurs (im Nachwort!) wieder bei Foucault. Um in ihrem letzten Appell an den Leser zu enden: möge dieses Buch dazu beitragen, dass die Aushöhlung der Demokratie gestoppt wird. Wohl an denn!

    Zur Übersetzung. Diese schreckt zusätzlich ab. Wer mit Begeisterung Cicero übersetzt hat, der wird an den Bandwurmsätzen seine Freude haben (suche Subjekt, Prädikat, Objekt, bestimme die Casi und Zeiten und baue einen einigermaßen sinnvollen Satz daraus). Jedenfalls bin ich nach dreißig Seiten, als ich mich zunehmend dabei ertappte, wie ich den Text simultan ins Englische rückübersetzte, weil dadurch sich die Verständlichkeit besserte, gleich auf das Original umgestiegen. Der deutsche Text liest sich, als sei ein Übersetzungscomputer am Werk gewesen. (So wird, nur ein Beispiel, urverwandt von „Vernunft“ geschrieben, wo etwa „Kalkül“ oder „Theorem“ einfach sinnhafter wären, ganz zu schweigen von „Vernunft“ im Kantischen Sinne einer „Kritik der reinen Vernunft“ .) Und nur die gröbsten Kapriolen seien dann von Hand ausgebessert worden.

    Achtung: Ironie. Unfreiwillig ist dieser Text dann noch ein schönes Beispiel für neoliberales Handeln aka Profitmaximierung. Ist er, gemessen am Inhalt, kein Sonderangebot.
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    Hitler

    Peter Longerich
    Hitler (Buch)

    4 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern
    07.01.2016

    Umfassende Darstellung

    Mit Platons Höhlengleichnis lassen sich gleich mehrere Analogien, Metaphern aufstellen. Da ist zunächst die doppelte Blindheit, die sich ergibt, wenn man aus der Höhle aufsteigt zum Licht und dann wieder, beim Wiederabstieg in die Höhle. Zum anderen, dass alle, die sich in der Höhle aufhalten, die Realität, das „Außen“ immer nur als „Schatten“, als Näherung erfassen können. Niemals aber die Realität als solche. Mithin ein Problem der Erkenntnis (-theorie) seitdem.

    Die Quellenlage zu Hitler hat sich, um eine Zäsur zu setzen, seit den 90er Jahren nicht mehr verändert. Dieser zentrale Einblick in das innerste der Person Hitler und / oder in das innerste Arkanum der obersten Führungsspitze (seien es jetzt Goebbels, Himmler, Göring, Speer) stellt aber mit die wichtigste Quelle zur Beurteilung. Ungeachtet etwa der Problematik im Zusammenhang mit der Bewertung von Tagebucheinträgen (gleichgültig von wem). Schon bei einer oberflächlichen Sichtung der Anmerkungen wird deutlich, dass Longerich sich, vor allem wenn es um Belege für seine These des aktiv handelnden Hitler geht, auf die Tagebücher von Goebbels bezieht, oder die von Model, ja auf Speers Erinnerungen (um nur drei zu nennen). Mithin alles bekannte Quellen. Insofern ist auch die gesamte Literatur seit den 90er Jahren eher Sekundärbearbeitung, Interpretation von Bekannten, Akzentverschiebung. Genau das haben alle großen Biographen, Fest eingeschlossen, getan. Ob sie jetzt Fest, Kershaw oder Ulrich (mit seinem ersten Band) heißen, nicht genannt die unzähligen Partikularstudien. Oder auch Paul Matusseks Monographie „Hitler. Karriere eines Wahns“ von 2000. Das ist Teil zwei vom Höhlengleichnis: alle erkennen die Realität nur als Näherung, und weil neue Quellen nicht aufgetaucht sind, entfällt auch der Weg ins Licht, keiner erfasst die Realität als solche. Deshalb wird sich in der Gesamtschau aller hier genannten Biographen mutmaßlich das vollständigste Bild der Person Hitler ergeben und ihres Handelns, aber nicht auf der Grundlage einer einzigen. Es gibt keine "Beste".

    Longerich legt hierfür eine sicher sehr solide Untersuchung vor, die aber mehr eine Gesamtschau der Nazidiktatur ist, und kann, vor allem für zentrale Entscheidungen, überzeugend Belege dafür anführen, dass Hitler „Handelnder“ war. Aber eine völlige Neubewertung, die sich von den „großen“ Vorgängern, ist das nicht. Und solange keine neuen Quellen auftauchen, werden wichtige Fragen unbeantwortet, spekulativ bleiben: War van der Lubbe tatsächlich der Täter oder war der Reichstagsbrand doch eine Inszenierung der Nazis (auch Longerich bedauert, dass er keine Antwort hat); gab es einen ausdrücklichen, schriftlichen Befehl zum Holocaust (Longerich beschreibt, dass am 28.4.45 ein Befehl an den Adjutanten ergeht, persönliche Unterlagen Hitlers in der Reichskanzlei und in den Privaträumen Hitlers zu vernichten (was er wohl auch getan hat).

    Longerichs Monographie hält nicht den Maßstab, den er selbst mit den Biographien zu Goebbels und Himmler gesetzt hatte. Aber er legt ein Werk vor, das sich hochaktuell, umfassend und gut lesbar mit Hitler und der Nazidiktatur befasst. Und damit so etwas wie die erste Wahl darstellt für einen Einstieg in die Materie.
    Die 3 Ballette

    Die 3 Ballette (CD)

    4 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern
    04.01.2016
    Booklet:
    3 von 5
    Gesamteindruck:
    4 von 5
    Klang:
    4 von 5
    Repertoirewert:
    5 von 5

    Die russische Seele

    Valery Gergiev, das Orchester des Mariinsky Theater und Tschaikowskys drei große Ballette. Wenn das mal keine glückliche Verbindung ist. Gergiev gilt als ausgesprochener Meister seines Fachs, er hat die russische Seele (so wie z.B. Semyon Bychkov bei seiner Einspielung des Nußknacker mit den Berliner Philharmonikern). Das Marriinsky war gewissermaßen das „Wohnzimmer“ Thchaikovskys.

    So bleiben alle drei Einspielungen der reine Genuss, Gergiev ist etwas schneller als Bychkov, aber immer präzise. Dass die Aufnahmen aus sehr verschiedenen Zeiten stammen ist zwar zu hören (Dornröschen 1993, Schwanensee 2007, Nußknacker 1998), rauscht die Aufnahme von Dornröschen doch mehr als die anderen. Insgesamt aber sicher ein marginaler Makel. Was man bekommt sind überzeugende Einspielungen mit gutem Preis-Leistungsverhältnis.
    1 bis 25 von 151 Rezensionen
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