Nightwish in einer anderen Dimension
Mittlerweile haben wahrscheinlich die meisten Fans das Album in irgendeiner Form zuhause. Ich bin mir auch ziemlich sicher, dass es die unterschiedlichsten – bestimmt auch sehr konträren - Meinungen gibt.
Das Folgende ist deshalb rein subjektiv!
Fakt ist, dass sich Yesterwynde grundsätzlich von den früheren Nightwish-Alben unterscheidet. Es ist groß, bombastisch, sehr diffizil und vielleicht deshalb nicht (mehr) jedermanns Geschmack.
Nach den 71 Minuten des ersten Durchlaufs musste ich auch erst einmal durchschnaufen und das Gehörte sacken lassen. Inzwischen habe ich das Album zum Vergleich der verschiedenen Medien etliche Male gehört und es gefällt mir immer besser. Man entdeckt jedes Mal neue Nuancen, eine Fülle musikalischer Ideen und geniale Arrangements. Der ständige Wechsel von uptempo und balladesken Parts lässt nie lange Weile aufkommen. Die Duette von Floor und Troy wie z.B. bei Sway oder Lanternlight sind wunderbar.
Es gab ja in diesem Jahr eine ganze Reihe interessanter Neuerscheinungen (Orden Ogan, Powerwolf, Sonata Arctica, Visions of Atlantis u.e.m.) aber es würde mich nicht wundern, wenn Yesterwynde bei den Alben des Jahres vorne mit dabei wäre.
Ich habe mir das Album in allen möglichen Varianten zugelegt (Schwarzes Vinyl, weißes Vinyl, 3-CD-Earbook, Limited Edition Blu-Ray-Audio) und möchte an dieser Stelle etwas über die digitalen Varianten sagen. Zum Vinyl dann an anderer Stelle.
Mein Fehler war, dass ich als erstes die CD gehört habe. Danach war ich über den Klang bzw. die Abmischung so gar nicht glücklich. E-Bass und Basstrommel sind stellenweise sehr dominant und in den lauten Passagen hat man den Eindruck sie erdrücken die anderen musikalischen Elemente einschließlich der Gesänge und der Becken. Bei den leiseren Passagen, in denen der Druck aus den Tieftoninstrumenten herausgenommen wurde, atmete die Musik irgendwie auf und Gesang und Becken kommen viel klarer zur Geltung. In diesem Moment war ich noch der Meinung, dass die Abmischung – für meinen Geschmack – nicht optimal ist. Nachdem ich das Album auf anderen Medien, besonders in Stereo LPCM 96/24 der BRA gehört habe, konnte ich erkennen, dass es nicht die Mischung ist sondern es sind scheinbar die beschränkten akustischen Möglichkeiten der CD mit ihren 44,1/16. Aber dazu später noch. Auch auf Vinyl klingt es besser als auf CD.
Die Bewertung für den Klang bezieht sich deshalb auf die Wiedergabe von CD. Das Album bekommt von mir 5 Klang-Sterne.
Das Earbook ist sehr wertig gemacht, bis auf die CD-Halter. Als ich die CD 1 entnehmen wollte habe ich den transparenten Halter gleich mit abgezogen. Die Kraft der verwendeten Klebung ist scheinbar nicht sehr hoch und man sollte bei der Entnahme die Halter mit einem Finger fixieren.
Der Farbdruck bei Einband und Büchlein ist präzise und das Papier ist wertig. Man findet da auf 28 Seiten im Format 28x27 cm2 einige Bilder und die Liedtexte zu allen Titeln. Am Ende dann eine umfangreiche Übersicht aller Beteiligten.
CD 2 mit den instrumentalen Versionen ist natürlich Geschmackssache. Ich persönlich finde es interessant sich mal nur auf die Instrumente konzentrieren zu können.
CD 3 mit den Orchestralen Versionen ist für alle die es noch theatralischer möchten.
Nachdem ich es vorhin erwähnt habe noch kurz etwas zur Blu-Ray-Audio.
Dort liegt das Album in LPCM Stereo 96/24, DTS-HD 5.1 48k und Dolby Atmos 48 k vor.
Klanglich bietet aus meiner Sicht die LPCM Stereo-Variante das Optimum (Ausgabe am Stereoausgang eines OPPO UDP-205). Deutlich feiner aufgelöst als bei der CD und diese oben beschriebene Komprimierung habe ich hier nicht. Klanglich einfach genial.
DTS 5.1 hat auch was. Zu beachten ist, dass der Gesang fast vollständig auf den Center gemischt ist. Dieser sollte also akustisch unbedingt mit den Hauptboxen mithalten können. Durch den Raumklang gibt es sehr interessante Positionierungen wobei auf Effekthascherei erfreulicherweise verzichtet wurde.
Atmos kann ich nur im Downmix als 5.1 hören. Für die Mischung dieser Variante ist laut Beschreibung ein anderes Team verantwortlich und ich bilde mir ein da auch marginale Unterschiede zu hören. Manchmal scheinen Floors Stimme etwas präsenter und die Raumaufteilung etwas anders zu sein.
Bei allen 3 Varianten werden während der Wiedergabe auf dem Bildschirm immer 2 Seiten des zugehörigen Buches angezeigt. Diese werden titelbezogen umgeblättert so dass immer der aktuelle Songtext sichtbar ist. Ganz nett zum mitlesen.