Rache und Gerechtigkeit
Birdie Kellers Schwester wurde vor 18 Jahren ermordet. Jetzt soll ihr Mörder Jimmy Maguire entlassen werden. Birdie macht sich mit einem Plan und einer Waffe auf eine Reise, die alles verändern wird.
Die Story wird aus zwei Perspektiven erzählt. Da ist Birdie, die nie mit dem Tod der Schwester klarkommen konnte, noch immer leidet Und da ist Jimmy Maguire, den die Zeit im Gefängnis natürlich verändert hat. Doch schnell merkt man, dass nichts so ist, wie man zunächst annahm und man leidet mit den Protagonisten.
Wer nicht in sich gefestigt ist, wer in einem Tief steckt, sollte keinesfalls dieses Buch lesen oder hören. Es ist wunderbar, aber düster, es zieht runter, es macht traurig, es verteilt Nierenschläge. Das muss man verkraften. Ja, es ist in sich stimmig und all die deprimierenden Dinge, die geschehen, kann man nicht fröhlich erzählen. Dennoch verlangt das Buch Stabilität beim Leser oder Hörer, die man nicht jeden Tag hat.
Zunächst hat man den Eindruck, es wird planlos drauflosgeplappert. Doch nach und nach erkennt man, dass ohne dieses weite Ausholen die Story nicht komplett und nicht zu verstehen wäre. Wenn man so will, braucht es diesen langen Anlauf, um alles richtig einordnen, verstehen, sehen zu können. Das Buch zeigt, dass Außenstehende niemals einen Sachverhalt wirklich richtig erfassen können, weil sie nur einen kleinen Ausschnitt sehen. Auch zeigt es, wie tief die Sehnsucht nach Gerechtigkeit sein kann, von zwei unterschiedlichen Sichtweisen her gesehen sogar. Enorm beeindruckend!
Das Ende hat einen Knalleffekt parat. Ich bin regelrecht hilflos und auch ein wenig sprachlos. Für diese Kunst gebe ich vier Sterne.