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    2. Alle Rezensionen von Kerstin aus Obernbeck bei jpc.de

    Kerstin aus Obernbeck

    Aktiv seit: 15. Mai 2026
    "Hilfreich"-Bewertungen: 0

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    Wir können nicht sicherstellen, dass die Angaben von Verbrauchern stammen, die das Produkt tatsächlich genutzt oder erworben haben.

    3 Rezensionen

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    Die Wahrheit hinter Sherlock Holmes. Wie ein viktorianischer Mordfall enthüllte, wer hinter dem größten Detektiv aller Zeiten steckt

    Daniel Smith
    Die Wahrheit hinter Sherlock Holmes. Wie ein viktorianischer Mordfall enthüllte, wer hinter dem größten Detektiv aller Zeiten steckt (Buch)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    03.06.2026

    super spannend, informativ und ein "must read" für Sherlock Fans

    Die Wahrheit hinter Sherlock Holmes / Daniel Smith

    Wie ein viktorianischer Mordfall enthüllte, wer hinter dem größten Detektiv aller Zeiten steckt

    „Die Wahrheit hinter Sherlock Holmes“ erzählt die Geschichte der „Ardlamont-Affäre“ und davon, wie der Medizinstudent Arthur Conan Doyle in Dr. Joseph Bell und Dr. Henry Littlejohn Vorbilder für die Figur des Sherlock Holmes gefunden hat.

    Der reiche Erbe Cecil Hambrough kommt am 10. August 1893 in Schottland bei einem Jagdunfall ums Leben. Er war in Begleitung seines Lehrers Alfred Monson sowie eines Mr. Scott. Laut ihrer Aussage ist Cecil gestolpert; dabei habe sich ein Schuss aus dem geschulterten Gewehr gelöst und ihn tödlich getroffen. Da es keine Zweifel an der Geschichte gibt, stellt der Arzt den Totenschein aus.
    Nachfragen der Versicherung hinsichtlich Cecils Lebensversicherung bringen erste Ungereimtheiten ans Licht – und die Polizei nimmt die Ermittlungen auf. Am 31.08. wird Alfred Monson verhaftet.
    Nicht nur Alfred Monson, auch Cecils Familie steht vor dem finanziellen Ruin, und das Netz undurchsichtiger Finanzgeschäfte, in dem sie sich gemeinsam verstrickt haben, kann den Anschein von Reichtum nicht länger aufrechterhalten.

    Als Sachverständiger wird der Mediziner Dr. Henry Littlejohn mit der Exhumierung und Obduktion beauftragt; dieser zieht seinen Weggefährten Dr. Joseph Bell hinzu.

    „Sowohl Bell als auch Littlejohn leisteten dem Gemeinwesen unschätzbare Dienste und waren auf dem Gebiet der Medizin vielfache Wegbereiter …“ (S. 21)

    Die beiden Mediziner befassen sich intensiv mit diesem Fall, sie sind Experten ihres Fachbereiches, Pioniere der Forensik, herausragende Persönlichkeiten und kluge Köpfe – ihr Gutachten wird maßgeblich Einfluss auf den Indizienprozess nehmen.

    Ist Alfred Monson der Mörder von Cecil Hambrough?

    „Denken Sie immer daran, Ihre Schlussfolgerungen durch Tatsachen zu bekräftigen.“
    (Dr. Joseph Bell, S.24)

    Es ist Ansichtssache, wer der größte Detektiv aller Zeiten ist. Ich kann mir gut vorstellen, dass Hercule Poirot diesen Titel für sich in Anspruch nehmen möchte. Aber ohne Frage gehört auch Sherlock Holmes zu den ganz Großen – und dieses Buch leistet einen wertvollen Beitrag, um zu verstehen, warum das so ist.

    Arthur Conan Doyle studiert in Edinburgh Medizin und ist ab 1878 Assistent von Dr. Joseph Bell. Bell war zu der Zeit bereits eng mit Dr. Henry Littlejohn befreundet, und so ist davon auszugehen, dass Arthur Conan Doyle diese beiden herausragenden Persönlichkeiten bei ihren Arbeiten im Bereich der Medizin und Forensik erlebt hat und von ihnen inspiriert wurde. Unkonventionelle Methoden und scharfsinnige Rückschlüsse zeichnen die Arbeiten von Bell und Littlejohn aus.
    In einem Interview im Mai 1892 sagt Doyle:

    „Sherlock Holmes ist sozusagen die literarische Verkörperung meiner Erinnerungen an einen Medizinprofessor an der Edinburgh University, der oft im Wartezimmer saß, keine Miene verzog und schon eine Diagnose stellte, wenn die Patienten gerade hereingekommen waren und noch kein Wort gesagt hatten.“ (S.29)

    Bell und Littlejohn waren wegweisend in der Forensik der Strafjustiz. Fingerabdrücke sind in Schottland bereits in den 1890er-Jahren ein bewährtes Mittel bei der Verbrechensaufklärung; Doyle erwähnt sie zu der Zeit auch in seinen Sherlock-Holmes-Geschichten, wohingegen Scotland Yard diese Methode in England erst ab 1901 einsetzt.

    Daniel Smith erzählt spannend und sehr gut lesbar von einem irritierenden Mordfall (und ich werde nicht verraten, ob Alfred Monson der Täter ist), der Geschichte der Forensik und dem Ursprung von Sherlock Holmes. Ich bin begeistert!

    In den Kapitelüberschriften finden sich Zitate aus Sherlock Holmes Geschichten, Fotos veranschaulichen das Erzählte, und der Autor gibt einen Überblick, wie die Leben der Personen nach der „Ardlamont-Affäre“ verlaufen sind.

    Spoiler: Bell und Littlejohn haben auch in Sachen „Jack the Ripper“ ermittelt…

    Ein faszinierendes Buch über einen mysteriösen Mordfall und kluge Männer, die ihn aufklären wollen!

    Ganz große Leseempfehlung!
    Die Rätsel meines Großvaters

    Masateru Konishi
    Die Rätsel meines Großvaters (Buch)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    03.06.2026

    herzlich, wunderbar und gut erzählt

    Die Rätsel meines Großvaters / Masateru Konishi
     
    Im vergangenen Jahr habe ich „Die Bibliothek meines Großvaters“ gelesen und die junge Lehrerin Kaede, ihre Freunde Iwata und Shiki und natürlich den titelgebenden Großvater kennenlernen dürfen. Nun ist der zweite Teil der Reihe erschienen und ich war neugierig zu erfahren, wie es weitergeht. Nachdem im ersten Teil die Charaktere vorgestellt wurden, vertieft der Autor in diesem Buch nun ihre Geschichten. Iwata begegnet dem Weihnachtsmann, es wird von Shikis Theaterarbeit erzählt und natürlich gibt es Begegnungen mit dem Großvater, verbunden mit Erläuterungen zu seiner besonderen Form der Demenz, aber auch mit Momenten, in denen er brillant die Rätsel löst, die seiner Enkelin und ihren Freunden begegnen.
     
    Das Buch beinhaltet fünf Rätsel, erzählt von dem Verschwinden von Iwatas Vater, einem faszinierenden Schauspieler, dem Mord an einem Polizisten, einem unerwarteten und unerwünschten Wiedersehen sowie einer Zeitreise.
    Es sind kluge Geschichten mit nicht vorhersehbaren Auflösungen, die darüber hinaus Einblicke in die japanische Kultur geben und viel interessantes Wissen vermitteln.
     
    Masateru Konishi greift in seinen Geschichten auf klassische Krimi-AutorInnen zurück, spielt auf bekannte Werke an oder lässt Elemente wie „die letzte Botschaft / Dying Message“ einfließen, so dass die Rätsel der Gegenwart eine Verbindung zu bekannten Krimis bekommen.
     
    „Alle Dinge, die sich auf der Welt zutragen, waren Geschichten. Und weil Geschichten immer ein Happy End haben müssen, muss man fest an ein gutes Ende glauben. Das war einer von Großvaters Lieblingssprüchen.“ (S.93)
     
    Ein bisschen „Love is in the Air“ ist auch dabei - und auch wenn die Situation von Kaede, Iwata und Shiki auch in diesem Buch nicht aufgelöst wird, ist das völlig okay für mich. Zum Pageturner allein macht dieser Handlungsstrang das Buch nämlich nicht, dass es sich förmlich wie von selbst liest, liegt an den gut und spannend erzählten Geschichten, den unerwarteten Wendungen und den lebendigen und bildhaften Beschreibungen.
     
    Der Großvater ist an Lewy-Körperchen-Demenz erkrankt, seine gesundheitlichen Einschränkungen sowie das wechselhafte Befinden werden unaufgeregt erzählt, Kaedes Sorge um und ihre Liebe für ihn einfühlsam und nachvollziehbar beschrieben.
    Der Autor nennt die weit zurückliegenden Erinnerungen des dementen Großvaters Zeitreisen und ich finde dies eine wunderbare, fantasievolle und tröstliche Umschreibung.

    Neben der Begeisterung des Autors für klassische Krimis scheint er auch ein großer Fan von Alfred Hitchcock zu sein, denn es gibt einige Momente mit dem „Master of Suspense“. Großartig!
     
    „Die großen Rätsel kann nur das Herz lösen“ steht auf der Rückseite und gibt auf wunderbare Weise meinen Eindruck von dem Buch wieder. Das Cover ist liebevoll gestaltet und wird der Geschichte sehr gerecht. Die Rätsel meines Großvaters“ bietet unterhaltsame, feine und kurzweilige Lektüre. Es gibt spannende Momente, kluge Erklärungen und Figuren, die mir mehr und mehr ans Herz wachsen, so dass ich mich schon jetzt auf den dritten Teil freue. Das Buch bietet eine ganz eigene Mischung aus Krimi und Erzählung hat mir gut gefallen.

    Herzliche Leseempfehlung!
     
     
    Real Americans

    Rachel Khong
    Real Americans (Buch)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    15.05.2026

    ein großartiger Roman!

    Real Americans / Rachel Khong
     
    „Deutschland liest ein Buch“ – ein wunderbares Herzensprojekt von Kiepenheuer & Witsch, los geht’s mit: „Real Americans“.
     
    1999 – Lily, Tochter chinesischer Einwanderer, arbeitet als Praktikantin in einem Medienunternehmen. Ihre Eltern sind Wissenschaftler, und für ihre Tochter haben sie sich ein erfolgreiches Leben mit einer Tätigkeit, die sie glücklich macht, gewünscht – sie soll es einmal besser haben.
Auf einer Party lernt sie den wohlhabenden Matthew kennen, die beiden verlieben sich ineinander. Lily lernt, ihr neues Leben zu akzeptieren, gewöhnt sich an den Reichtum, an Matthews Kreditkarte und an die einflussreichen Menschen um sich herum. Ein gemeinsames Kind rundet das perfekte Leben ab. Ist das Glück von Dauer?
     
    2021 – Nick lebt mit seiner Mutter abgeschieden und in einfachen Verhältnissen auf einer kleinen Insel bei Seattle. Er ist kurz vor dem Schulabschluss, und ebenso wie die Frage, auf welches College er gehen soll, beschäftigt ihn auch die Frage, wer sein Vater ist. Groß, blond, blauäugig scheint er rein optisch nichts mit seiner Mutter gemeinsam zu haben. Ein heimlicher DNA-Test führt zu einem unerwarteten Ergebnis und bringt sein Leben – und alles, was er bisher zu wissen glaubte – völlig durcheinander.
     
    2030 – Mai blickt auf ihr Leben zurück – ein Leben, das nicht immer einfach war, geprägt von einer harten Kindheit in China, einer abenteuerlichen Flucht, einem Neuanfang in Amerika und einem Leben, das sie voll und ganz in den Dienst der Wissenschaft gestellt hat – bis an die Grenzen des Denkbaren und darüber hinaus.
     
    Drei Leben: getrennt und doch untrennbar miteinander verbunden
Drei Menschen auf der Suche nach Glück, dem richtigen Weg und Zeit
     
    Gegliedert in drei Teile, beginnend mit Lily (1999), dann Nick (2021) und abschließend Mai (2030) erfährt der Lesende nach und nach, wie ihre Geschichten miteinander verbunden sind – was sie trennt und doch eint.
    Es wird nachvollziehbar, warum Szenen, die zunächst faltenbringendes Stirnrunzeln verursacht haben, gar nicht anders sein konnten. Handlungsweisen, die nicht greifbar waren, werden verständlich, und es wird deutlich, dass wir alle unsere Geschichte haben und wie sehr die Liebe in ihrer vielfältigen Art darauf Einfluss nimmt. Mich haben besonders die Schilderungen des Lebens von Mai in China zur Zeit von Mao Zedong berührt.
     
    Rachel Khong hat mich in einigen Momenten an T.C.B. erinnert, der ja immer wieder schöne Szenerien mit störenden Elementen bricht:
     
    „Die Äpfel in den Bäumen waren golden. Auch auf dem Boden lagen Äpfel, braun und verfault. Überall schwirrten Fliegen um das matschige Obst herum. Doch wir sahen nur die Äpfel, die noch hingen, leuchtend, an Ästen wie Armen, die sich uns entgegenstreckten.“ (S.129)
     
    Die drei Hauptcharaktere verbindet, dass sie immer wieder Momente erleben, in denen die Zeit stillsteht – mich hat dies zunächst verwirrt, aber um ehrlich zu sein: kennen wir nicht alle die Situationen, in denen wir uns genau das wünschen?
     
    „Hätte ich die Zeit anhalten können, hätte ich es getan: Ich wäre in diesem Augenblick geblieben, solange ich nur konnte – mein gesamtes Leben lang.“ (S.196)
     
    Der Roman wirft große, ethische Fragen auf, fragt was Wissenschaft darf, welche Grenzen es gibt, ob es überhaupt Grenzen geben darf – und zeigt, dass gut gemeint und gut gemacht eben doch nicht dasselbe ist.

    Und neben all den großen Fragen, einer spannenden Familiengeschichte ist es auch ein Roman, der von Liebe in vielfältiger Weise erzählt: von glücklicher Liebe und Liebe, die wehtut, von Liebe, die wir vielleicht nicht verstehen und Liebe, die nicht sein kann.
    All das jedoch nicht kitschig oder maximal herzschmerztriefend, sondern real, verständlich und nachvollziehbar.
     
    Ich werde hier jetzt nicht mit Superlativen um mich werfen, aber aus tiefster Überzeugung möchte ich mit maximal-ostwestfälischer Emotion sagen:
     
    das ist ein richtig gutes Buch!
     
    Ein großer Roman, der mich absolut begeistert hat. Rachel Khong erzählt mitreißend von Lily, Nick und Mai – nimmt uns mit in ihre Leben, lässt uns sie verstehen, an ihnen zweifeln und stets hoffen, dass alles gut wird.
     
    Ganz große Leseempfehlung!
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