Streben nach der Krone
Ein winzig kleiner Vogel ist er und doch voller Selbstbewusstsein, wenn er mit lautem Gesang seine Anwesenheit verkündet. Wurde er deshalb einst „Zaunkönig“ genannt? Aber zum Königsein gehört mehr als nur eine laute und melodische Stimme; so sehen es jedenfalls die Vögel im Grimm‘schen Märchen „Der Zaunkönig“. Hinauf in höchste Höhen und hinab in tiefste Tiefen muss derjenige gelangen, der König werden will. Das schafft der smarte Vogel auch, allerdings nicht aus eigener Kraft, sondern im Gefieder des Adlers und durch ein Mauseloch in der Erde. Dass die Vögel dies nicht anerkennen – wer will ihnen das verdenken?
Wunderbar, voller Witz und Charme hat Mary Adler diese Geschichte in ihren Bildern umgesetzt. Immer wieder taucht die Krone darin auf, und als er sie erreicht zu haben glaubt, ist sie dem Zaunkönig viel zu groß. Was als Parabel für das menschliche Leben gelten kann, wird hier in realistischen und zugleich wunderschönen Illustrationen geschildert. Und nebenbei lernt man eine Menge anderer Vögel kennen, zum Beispiel den Kiebitz, die Lerche und den Sperling. Zwanzig der gemalten Vögel sind auf den ersten und den letzten Seiten des Buches nochmals abgebildet – einmal ohne und einmal mit den Namen, sodass man sein eigenes Vogelwissen prüfen und erweitern kann.
Ein Buch, das mit viel Liebe gemacht ist und das ich mir immer wieder gerne anschaue.