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    Dragon

    Aktiv seit: 19. Dezember 2025
    "Hilfreich"-Bewertungen: 0

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    Wir können nicht sicherstellen, dass die Angaben von Verbrauchern stammen, die das Produkt tatsächlich genutzt oder erworben haben.

    33 Rezensionen

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    The Roommate Arrangement

    Samantha Markum
    The Roommate Arrangement (Buch)

    4 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern
    15.10.2026

    Cozy, authentisch und einfach zum Wohlfühlen

    Blair hat es schon ganz klar vor Augen und schon in Gedanken ihr Zimmer in der WG mit ihren Freundinnen eingerichtet, als diese ihr plötzlich eröffnen, dass sie zwar zusammen ziehen werden wie geplant, Blair aber nicht mit von der Partie sein wird! Um das vor ihrer Familie geheim zu halten, setzt Blair alles daran, eine neue Wohngelegenheit zu finden und zu vertuschen, wie verletzt sie vom Plan ihrer Freundinnen ist. Als dann zwar eine WG gefunden, aber dummerweise der beste Freund ihres Bruders ein Mitbewohner ist, wird es für sie noch komplizierter. Zwischen Chaos, College, Heimlichkeiten und Abmachungen versucht Blair ihren Studienalltag zu meistern und nicht nur in schulischen Dingen kommt sie immer wieder ins Schleudern. Denn wie geht man mit dem Freund des Bruders um, den man eigentlich schon von klein auf kennt?

    Das Cover stimmt mich schon auf eine gemütliche Lesezeit ein, die sich dann auch bewahrheitet hat. Die Story von Samantha Markum ist leicht, humorvoll erzählt und hat trotzdem genau den richtigen ernsthaften Ton, um glaubwürdig rüber zu kommen. Dazu tragen besonders die beiden Hauptpersonen Blair und Jamie bei, die ich beide von Anfang an sehr mochte. Jeder ist auf seine Art interessant und authentisch, als könne er ein Bekannter aus dem eigenen Freundeskreis sein. Blair ist herrlich normal, sodass man sich gut in sie hineinversetzen und mit ihr identifizieren kann. Sie struggelt mit ihrem Körper, hat Selbstzweifel, Versagensängste und ganz normale Probleme mit ihrer Familie und ihren Freunden. Umso interessanter ist es, ihre Entwicklung mit Jamie zu verfolgen. Auch hier hat man immer das Gefühl, dass sich alles genauso im realen Leben zutragen könnte. Jamie, den sie von Kindesbeinen an als den besten Freund ihres Bruders kennt, ist plötzlich ihr Mitbewohner und ihre Beziehung bekommt eine ganz andere Art von Dynamik. Es hat unglaublich Spaß gemacht, dies zu verfolgen. Auch immer in Kombination mit der chaotischen, liebenswerten WG-Clique im Hintergrund, wovon auch hier jede Person ihre eigenen Probleme und Themen mitbringt.

    So kann ich an dieser Stelle dieses Buch wirklich empfehlen, denn die cozy Rom-Com liest sich wunderbar leicht und flüssig, ist humorvoll und zieht einen so mühelos in ihren Bann, dass man sie am liebsten in einem Rutsch verschlingen möchte. Auch ohne Spice funktioniert die Geschichte hervorragend, denn sie braucht ihn schlichtweg nicht, um zu berühren und zu begeistern. Stattdessen überzeugt sie mit authentischen Charakteren, glaubwürdigen Entwicklungen und einem herrlich wohlig-warmen Lesegfühl, das auch wunderbar zu diesem Lese-Herbst passt. Dabei bleibt die Geschichte nicht nur locker und unterhaltsam, sondern findet genau die richtige Balance zwischen Leichtigkeit und Ernsthaftigkeit. Themen und Probleme rund um Familie, Freundschaft und Selbstwahrnehmung werden ehrlich, nachvollziehbar und mit viel Gefühl aufgegriffen, ohne dass die Wohlfühlatmosphäre verloren geht. Eine authentische, herzerwärmende Geschichte, die zeigt, dass es manchmal gar nicht viel braucht, um sich beim Lesen rundum wohlzufühlen.
    Im letzten Moment (Paper Hearts 2)

    Maxine Reuker
    Im letzten Moment (Paper Hearts 2) (Buch)

    4 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern
    15.10.2026

    Wenn Nähe zur Bedrohung wird

    Nach dem ersten Band über Mila und Nicolas war ich wahnsinnig gespannt auf eine Fortsetzung. Die Dichtigkeit der Story und die realen Probleme der Protagonisten haben mir auch schon im ersten Teil von Autorin Maxine Reuker gefallen und auch jetzt in der Band 2 der Paper Hearts-Reihe liegt eine gelungene und packende Fortsetzung vor.

    Mila ist nach ihrem Klinikaufenthalt wieder zurück bei ihrer Familie und den Freunden, doch einer fehlt: Nicolas. Ihr Freund ist zumindest in ihren Gedanken und Gefühlen noch derart präsent, dass es ihr schwer fällt, sich auf eine neue Beziehung einzulassen. Und als es dann ausgerechnet der ältere Finn mit seinem Bad Boy-Auftreten ist, fühlt Mila sich geschmeichelt, dass er sich ausgerechnet für sie interessiert. Schnell lässt sie sich aber in etwas hineinziehen, über das sie bald die Kontrolle verliert.

    Das Jugendbuch kann optisch schon einmal mit einem tollen aussagekräftigen Cover aufwarten, einem zauberhaften Buchschnitt und einer Playlist für noch intensivere Lesemomente. Intensiv finde ich sie allerdings aber ohnehin schon, denn der Inhalt des Buches ist alles andere als leichte Kost, weswegen die enthaltene Triggerwarnung auf jeden Fall seine Daseinsberechtigung hat. Man merkt der Story an, dass Maxine Reuker nicht nur oberflächliches Wissen aus dritter Hand, sondern real Erlebtes mit einfließen hat lassen. Selbstzweifel, toxische Beziehung und Gewaltmomente sind manchmal mit der Protagonistin schwer auszuhalten; noch mehr mit dem Wissen, um tatsächlich Geschehenes. Die Autorin zeigt aber auch Auswege auf und dass eine Therapie eine gute Möglichkeit ist, um schwer zu Verarbeitendes zu begreifen und zu bewältigen. Milas Wandel zur mutigen jungen Frau gefällt mir besonders.

    Ein starkes Jugendbuch, das nicht vor schweren Themen zurück scheut, sehr realitätsnah auch durch die Probleme der anderen Protagonisten daher kommt und gleichzeitig Mut macht, seinen eigenen Selbstwert zu erkennen und zu vertreten. Ich bin nun sehr gespannt, wie die Autorin noch weitere Fäden in Band 3 zusammen führen wird.
    Aprikosenkind

    Judith Merchant
    Aprikosenkind (Buch)

    4 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern
    15.10.2026

    Psychothriller mit Familiengeheimnissen

    Das Buch hat mich total überzeugt, angefangen beim Cover, das auf den ersten Blick noch etwas nichtssagend wirkt, aber mit Fortschreiten der Geschichte seine Bedeutung offenbart. Mit einem tollen Buchschnitt macht sich das Buch auch optisch super im Buchregal.

    Die Autorin kannte ich bis dato nicht, doch es wird nicht beim somit ersten und einzigen Buch von ihr bleiben, da ich ihren Schreibstil sehr angenehm empfand. Sie versteht es, den Lesenden sofort gefangen zu nehmen und tief in das Geschehen hinein zu ziehen, das einen bald nicht mehr loslässt. Sehr subtil spinnt Judith Merchant ihre Fäden und führt aus anfänglichen Geheimnissen, Verwirrungen und Fragezeichen hin zu einer dichten Story, die aber immer wieder überraschende Wendungen nimmt, mit denen ich so nicht gerechnet hatte. Die kurzen Kapitel machen das Lesen sehr entspannt und flüssig und ich mag es besonders, wenn die Sichtweise der Personen wechselt, so wie es auch hier geschah. Einmal aus Nathalies Perspektive, dann auch wieder der ihres Mannes. Viele Andeutungen, die aber zunächst nicht weiter erklärt werden, lassen einen miträtseln und fasziniert weiter die Geschichte verfolgen.

    Schon kurz nach dem Einstieg hat sich bei mir ein beklemmendes Gefühl und eine innere Anspannung breit gemacht, da es eine Reihe unerklärlicher Vorfälle und Handlungen gab. Besonders der Kontrast Landleben, Familienidyll und heile Welt zu den unheimlichen Vorfällen und den Familiengeheimnissen rufen eine nervenaufreibende Spannung hervor. Am meisten jedoch wird die Story natürlich von Ruby, der kleinen Tochter, getragen, die sich so ganz anders als andere Kinder verhält und mir mehr als einmal ein Schaudern beschert hat, weil sie so schwer zu verstehen ist. Ich finde, besonders wenn im Thriller Kinder mit nicht ganz typischen Verhaltensweisen im Spiel sind, bringt das oft eine vor allem unheimliche Atmosphäre mit sich und die ist hier sehr deutlich zu spüren.

    Ein kleiner Minuspunkt ist für mich das stellenweise unglaubwürdige Handeln einzelner Personen, wie z. B. des Kindergartenpersonals. Sieht man über kleine Schwachstellen hinweg, erhält man aber einen absolut dichten, spannenden und nicht vorhersehbaren Thriller, der sich schnell zu einem Pageturner entwickelt. Ich kann das Buch jedem empfehlen, dem Familiengeheimnisse und Psychospiele für spannende Lesestunden gefallen.
    Dunkle Künste 1. Pudel-Panik

    Daniel Bleckmann
    Dunkle Künste 1. Pudel-Panik (Buch)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    11.10.2026

    Des Pudels Kern

    Vom Erfolgsduo Bleckmann/Hussung gibt es mit der „Dunkle Künste“-Reihe nun neue spannende und gruselige Abenteuer, die kleine Lesende lieben werden. Mir hat das Buch sehr gefallen, da es ein überzeugendes Gesamtpaket aufweisen kann: ein Cover, das schon zeigt, dass es unheimlich und interessant werden wird; die tolle Aufmachung im Stil eines Tagebuchs; der leicht zugängliche Text sowie das altersgerechte Thema für junge Lesende ab etwa 9 Jahren und die Themen Freundschaft, Zusammenhalt und Magie.

    Das Freunde-Trio bestehend aus Henri, Charlotte und Sahin beweist in „Pudel-Panik“ einen tollen Zusammenhalt und echte Freundschaft, als es darum geht, herauszufinden, warum sich Henris Hund neuerdings richtig gruselig verhält. Seit Henri alte Schriften aus dem Nachlass seines Opas in seinem Besitz hat und sich sehr für Alchemie interessiert, ist schon einiges passiert, wovon seine Eltern nichts wissen dürfen. In seinem Alchemie-Keller erforscht Henri unermüdlich die Geheimnisse der Alchemie, hat bereits auch Sahin damit angesteckt und mit ihren unterschiedlichen Charakteren passen die drei Freunde bestens zusammen, um die bisher entdeckten Geheimnisse möglichst verborgen zu halten. Doch wie lange wird das gelingen, wenn sie nicht schnellstens heraus finden, was mit Henris Pudel Jowo passiert ist und warum dieser sich so seltsam verhält…?

    Das Thema ist genau richtig für die Zielgruppe und bietet jede Menge Lesespaß, Grusel und sogar Wissenswertes. Mir gefällt besonders die Form eines Tagebuchs, in der Henri von seinen Erlebnissen berichtet. In aufgelockertem Schreibstil mit vielen Zeichnungen, Skizzen, Querverweisen und Randnotizen wirkt der Text authentisch und animiert auch ungeübtere Lesende zum Dranbleiben. Denn die Story ist allemal spannend, denn es gilt herauszufinden, was mit Henris Hund passiert ist.

    Dabei spart der Autor nicht an witzigen Passagen und Anspielungen durch Namen und Hinweisen auf Goethes Werk „Faust“. Meiner Meinung nach trifft er auch genau den richtigen Ton, um das Buch spannend und gruselig zu gestalten, jedoch nicht zu sehr, um nachhaltige Ängste bei den kleinen Lesenden zu schüren. Besonders die Dynamik der drei Freunde untereinander gefällt mir, da sie so unterschiedlicher Charaktere sind, die dann doch im Ganzen eine tolle Einheit bilden. Ein wenig schade finde ich das Klischee der braven, regeltreuen und immer sauberen Charlotte, sodass die Freunde mich ein wenig an ein berühmtes Trio einer Zauberschule erinnern. Hier hätte ich mir ein wenig Vielfalt bzw. etwas realitätsnahere Eigenschaften der Kinder gewünscht. Ansonsten ist die Story sehr modern und für das jetzige technische Zeitalter angepasst, da Henri sogar sein eigenes KI-Wesen hat.

    Der Band überzeugt, macht Spaß und schürt die Vorfreude auf weitere. Deshalb empfehle ich das Buch für alle kleinen Lesenden, die magische, leicht gruselige Abenteuer und sympathische Charaktere erleben wollen.
    Mordsbohei in der kleinen Frittenbude am Strand

    Kirstin Hesse
    Mordsbohei in der kleinen Frittenbude am Strand (Buch)

    4 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern
    07.09.2026

    Lüttesand hat mehr als nur ein Kürbisproblem

    Schon das stimmungsvolle Cover von „Mordsbohei in der kleinen Frittenbude am Strand“ des Autorinnen-Duos Hesse & Hahn hat mich direkt angesprochen. Es versprüht diesen gemütlichen Herbstcharme und macht sofort Lust auf eine Tasse Tee, eine kuschelige Decke und ein paar entspannte Lesestunden. Und genau dieses Gefühl hat das Buch für mich auch beim Lesen vermittelt.

    Wir befinden uns auf der kleinen Nordseeinsel Lüttesand, wo die Cousinen Liliane und Vicky von einer Katastrophe in die nächste stolpern. Sie haben eine Frittenbude geerbt, doch damit sie das restliche Erbe ihrer verstorbenen Tante antreten können, müssen sie diese innerhalb einer bestimmten Frist restaurieren. Was zunächst schon nach einer Herausforderung klingt, wird natürlich nicht einfacher. Ganz im Gegenteil. Zwischen allerlei Irrungen und Wirrungen, einer Leiche und jeder Menge anderer Probleme wird es auf Lüttesand ordentlich turbulent. Dabei sind die Kürbisse vielleicht eines der skurrilsten Probleme, denn plötzlich befinden sich die beiden im Besitz von über 200 Kürbissen und müssen irgendwie zusehen, wie sie diese wieder loswerden. Besonders witzig fand ich, dass über jedem Kapitel angegeben wird, wie viele Kürbisse aktuell noch in ihrem Besitz sind. Eine kleine, aber wirklich amüsante Idee, die wunderbar zum chaotischen Geschehen passt.

    Obwohl es sich bereits um den zweiten Band handelt, hatte ich keinerlei Schwierigkeiten, in die Geschichte hineinzufinden. Ein paar kleinere Fragen zum Vorgänger blieben für mich zwar offen, waren aber für das Verständnis der Handlung nicht weiter wichtig. Erzählt wird abwechselnd aus der Sicht von Liliane und Vicky, wodurch man beide Cousinen gut kennenlernen kann. Allerdings hätte ich mir gerade bei den beiden Hauptfiguren noch etwas mehr Tiefe gewünscht. Vicky und Liliane sind unterhaltsam, teilweise herrlich überdreht und auf jeden Fall interessante Charaktere, aber emotional hätte ich mir stellenweise noch etwas mehr gewünscht. Trotzdem haben mir ihre unterschiedlichen Perspektiven und ihre Dynamik miteinander sehr gut gefallen.

    Was mich dafür direkt auf den ersten Seiten gepackt hat, war der Humor und der lockere Schreibstil. Das Buch liest sich leicht und flüssig und hat mich immer wieder zum Schmunzeln gebracht. Man sollte allerdings nicht mit der Erwartung an die Geschichte herangehen, einen besonders spannenden oder nervenaufreibenden Krimi zu bekommen. Zwar gibt es einen Mord aufzuklären, im Mittelpunkt stehen für mich aber eindeutig das Cozy-Feeling, die liebenswerten und teilweise skurrilen Figuren, die turbulenten Wendungen und die herbstliche Atmosphäre.

    Für mich war dieses Buch vor allem eine herrlich leichte und unterhaltsame Auszeit vom Alltag. Ich mochte die gemütliche Atmosphäre, den besonderen Humor und das kleine Inselsetting sehr gerne. Auch wenn mir bei den beiden Cousinen stellenweise etwas mehr Tiefe gefehlt hat, konnte mich die Geschichte mit ihren skurrilen Situationen, den vielen Wendungen und dem ganz eigenen Charme von Lüttesand gut unterhalten. Besonders die Mischung aus Nordsee, Herbststimmung, Kürbis-Chaos und Cozy Crime hat für mich einfach wunderbar funktioniert.
    Dracula & Töchter (Dracula & Töchter 1)

    Emma Carroll
    Dracula & Töchter (Dracula & Töchter 1) (Buch)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    04.09.2026

    Abenteuer mit Biss

    Das Jugendbuch ab 10 Jahren konnte mich schon auf den ersten Blick mit seinem stimmungsvollen Cover neugierig machen. Es passt perfekt zur Geschichte und vermittelt bereits einen ersten Eindruck von der geheimnisvollen und leicht schaurigen Atmosphäre, die einen beim Lesen erwartet.

    Als sich nach langer Zeit in der kleinen Stadt Temstown wieder die Anzeichen einer großen Bedrohung durch Vampire mehren, ahnt Mina noch nicht, wie sehr sich ihr Leben verändern wird. Als dann auch noch ihr bester Freund gebissen wird und selbst zum Blutsauger werden soll, beschließt sie gemeinsam mit ihren Cousinen, einen neuen Weg in der Vampirjägerei einzuschlagen. Statt einen Vampir zu pfählen, wollen sie versuchen, ihn zu heilen. Die Lösung scheint zunächst sogar greifbar nahe, doch natürlich ist nichts so einfach, wie es zunächst aussieht.

    Mir hat besonders der Einstieg in die Geschichte gefallen. Von der ersten Seite an ist Spannung vorhanden und danach fiel es mir ehrlich gesagt schwer, das Buch wieder aus der Hand zu legen. Die Handlung entwickelt sich immer weiter, hält einige überraschende Wendungen bereit und schafft es dabei, den Spannungsbogen über das gesamte Buch hinweg aufrechtzuerhalten. Natürlich sind viele Elemente aus bekannten Vampirsagen nicht völlig neu. Auch bekannte Namen wie Van Helsing oder Anspielungen auf Buffy und Bella tauchen auf. Trotzdem schafft es die Geschichte meiner Meinung nach sehr gut, daraus etwas Eigenständiges zu machen. Die Ereignisse sind nachvollziehbar, und gerade die immer wieder neuen Entwicklungen haben mich beim Lesen mehrfach überrascht.

    Der Schreibstil ist für die Zielgruppe angenehm flüssig und absolut passend. Gleichzeitig kommt das Gruseln nicht zu kurz. Es entsteht genau die richtige Mischung aus Spannung, Vampiren und einem wohlig-schaurigen Gefühl, ohne dabei zu übertrieben zu sein. Die Autorin schafft es meiner Ansicht nach sehr geschickt, auch Humor und weniger gruselige Momente einzubauen.

    Besonders gut gefallen hat mir außerdem das Setting. Die kleine Stadt Temstown passt für mich einfach perfekt zu einer Geschichte über Vampire, Grusel und Grauen. Auch die drei Cousinen fand ich toll. Durch ihre unterschiedlichen Charaktere ergänzen sie sich hervorragend und trotzdem sind mir alle drei gleichermaßen sympathisch geworden. Erzählt wird die Geschichte aus Minas Ich-Perspektive. Besonders interessant fand ich dabei ihren für die damalige Zeit außergewöhnlichen Wunsch, später im medizinischen Bereich zu arbeiten. Mina ist eine taffe Hauptfigur, die mutig, selbstbewusst und wagemutig ihren eigenen Weg geht. Auch ihre Cousinen stehen ihr dabei in nichts nach. Schön fand ich, dass neben dem eigentlichen Vampirabenteuer auch Freundschaft, Zusammenhalt und gegenseitige Unterstützung eine wichtige Rolle spielen.

    „Dracula & Töchter“ ist für mich ein gelungenes Jugendbuch für alle, die Lust auf Vampire, Spannung und eine ordentliche Portion Grusel haben. Die Geschichte ist abwechslungsreich, spannend erzählt und bietet immer wieder neue Wendungen. Besonders die starken Mädchen, das passende Setting und der flüssige Schreibstil haben mir gefallen. Ich empfehle es daher für junge Lesende ab etwa 10 Jahren, die sich gerne ein bisschen wohlig gruseln.
    Vier Hexen und ein Zufallszauber

    Marie Braner
    Vier Hexen und ein Zufallszauber (Buch)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    29.08.2026

    Wenn Freundschaft den stärksten Zauber entfacht

    Schon das Cover hat mich sofort angesprochen. Es ist wunderschön gestaltet, zeigt alle wichtigen Elemente der Geschichte ohne zu viel vorwegzunehmen und die glitzernde Bordürenranke verleiht dem Buch einen ganz besonderen, magischen Charme.

    Die Geschichte dreht sich um vier Mädchen, die auf außergewöhnliche Weise miteinander verbunden sind und durch einen Zufall einen uralten Bannzauber brechen. Von da an überschlagen sich die Ereignisse: turbulent, witzig, spannend und natürlich voller Magie. Genau die richtige Mischung für junge Lesende ab 9 Jahren.

    Besonders gut gefallen hat mir, wie unterschiedlich die vier Freundinnen dargestellt werden. Jede bringt ihre eigenen Stärken, Schwächen und Eigenheiten mit, sodass sich eigentlich jeder in mindestens einer der Figuren wiederfinden kann. Auch kleine Streitereien, Unsicherheiten und Eifersüchteleien werden nicht ausgeklammert. Gerade diese Momente machen die Freundschaft glaubwürdig und die Charaktere lebendig.

    Ein weiteres Highlight sind die detailreichen Schwarz-Weiß-Illustrationen. Sie sind wunderschön gestaltet, kindgerecht und fangen die Atmosphäre der Geschichte perfekt ein. Damit ergänzen sie den Text auf gelungene Weise und machen das Leseerlebnis noch anschaulicher. Zu Beginn des Buches findet sich auch eine Seite mit „Fotos“ der Mädchen zur besseren Vorstellung.

    Die Story bietet eine tolle Portion Magie und Geheimnisse, die Lust aufs Weiterlesen macht. Immer wieder wollte ich wissen, wie es weitergeht und welche Überraschungen noch auf die vier Mädchen warten. In ihren Grundzügen hat mich das Buch sogar an Geschichten über Hexenfreundinnen oder Hexenschwestern erinnert, wie man sie eher aus Büchern oder Filmen für Erwachsene kennt. Hier natürlich kindgerecht und altersgerecht umgesetzt.
    Als Auftakt einer neuen Reihe macht „Vier Hexen und ein Zufallszauber“ richtig Lust auf mehr. Ein gelungener Reihenstart mit sympathischen Figuren, viel Magie und einer spannenden Geschichte, die zum Mitfiebern einlädt. Darum kann ich dieses Buch für ein zauberhaftes Lesevergnügen für alle ab 9 Jahren empfehlen, die Freundschaft, Magie und spannende Abenteuer lieben. Ich freue mich schon auf den nächsten Band.
    Der blaue Drache Pango

    Bari Arain
    Der blaue Drache Pango (Buch)

    4 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern
    18.08.2026

    Eine Geschichte, die Herzen berührt

    Manche Bücher lassen einen für eine Weile in eine andere Welt eintauchen. „Der blaue Drache Pango“ von Bari Arain gehört für mich eindeutig dazu.

    Im Mittelpunkt steht der kleine Viktor, der ganz allein in einem Zelt lebt und dabei in einem besonderen Einklang mit der Natur steht. Die Tiere vertrauen ihm, und auch die Kinder aus dem Dorf fühlen sich von Anfang an zu ihm hingezogen. Viktor hat eine ganz besondere Gabe, denn er versteht die Kinder wie kaum ein anderer, hört ihnen zu und gibt ihnen das Gefühl, gesehen und ernst genommen zu werden. Kein Wunder also, dass Groß und Klein gerne Zeit bei ihm verbringen und sich danach ein Stück leichter und besser fühlen.

    Doch Viktor hat ein Geheimnis und das heißt Pango. Der blaue Drache ist ein ganz besonderes Wesen, das nur Kinder sehen können und eine außergewöhnliche Fähigkeit besitzt. Gerade dieses Geheimnis macht die Geschichte so zauberhaft und verleiht ihr eine märchenhafte Atmosphäre. Beim Lesen hatte ich immer wieder das Gefühl, selbst ein wenig in diese geheimnisvolle Welt hineinzuschauen und mich daran zu erinnern, wie selbstverständlich Magie für Kinder sein kann. Besonders schön finde ich, dass sich hinter der fantasievollen Geschichte viele wichtige Themen verbergen: Freundschaft, Vertrauen, Zusammenhalt, Selbstvertrauen und der Mut, eigene Gefühle zuzulassen. Diese Botschaften werden nicht mit dem erhobenen Zeigefinger vermittelt, sondern ganz natürlich in die Geschichte eingebettet. Genau das macht das Buch auch für Erwachsene so angenehm zu lesen.

    Die Sprache ist ruhig und leicht verständlich, die große Schrift macht das Buch auch für Leseanfänger angenehm. Dadurch eignet es sich wunderbar ab etwa 7 Jahren, sowohl zum Vorlesen als auch zum ersten selbstständigen Lesen.

    Einen kleinen Wermutstropfen gibt es für mich allerdings. Die bunten Illustrationen wurden mithilfe von KI gestaltet. Gerade bei einer so märchenhaften und liebevollen Geschichte hätte ich mir persönlich handgemachte, vielleicht sogar ein wenig „unperfekte“ Illustrationen gewünscht. Bilder, in denen man die ganz eigene Handschrift eines Illustrators oder sogar der Autorin erkennen kann, hätten für mich den Zauber der Geschichte noch einmal auf besondere Weise unterstrichen.

    Trotzdem ist „Der blaue Drache Pango“ für mich ein Buch, das zum Träumen einlädt und gleichzeitig wichtige Werte vermittelt. Eine warmherzige Geschichte über Vertrauen, Gefühle und die Kraft der Freundschaft, die Kindern Mut machen kann, an sich selbst und an das Besondere in ihnen zu glauben. Ein schönes Buch, das nicht nur bei Kindern, sondern auch Erwachsenen ein gutes Gefühl hinterlässt.
    Cinnamon Spice Love

    Harper Graham
    Cinnamon Spice Love (Buch)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    15.08.2026

    Zimt, Herbstzauber und ganz viel Herz

    Es gibt Bücher, bei denen man schon nach wenigen Seiten das Gefühl hat, an einen Ort zu reisen, den man am liebsten gar nicht mehr verlassen möchte. Genau so ging es mir mit „Cinnamon Spice Love“ von Harper Graham. Dieses Buch ist für mich pures Herbstgefühl mit seinen warmen Zimtschnecken, kühler Abendluft, bunten Blättern, einem See im goldenen Licht und einer Kleinstadt, in der man am liebsten selbst durch die Straßen schlendern würde.

    Im Mittelpunkt stehen Madison und Zach, die früher ein Paar waren und deren gemeinsame Geschichte alles andere als abgeschlossen ist. Während Madison in New York als Restaurantkritikerin ihren beruflichen Traum lebt, ist Zach in Maple Falls geblieben und hilft den Bewohnern der Kleinstadt bei Reparaturen aller Art. Ein geheimnisvoller Brief führt Madison schließlich zurück in ihre Heimat. Dort erfährt sie, dass das Hotel ihres Vaters nach dem Tod ihrer Mutter in großen Schwierigkeiten steckt. Und dann steht plötzlich auch noch Zach vor ihr, der Mann, den sie eigentlich längst hinter sich gelassen hatte. Natürlich ist das Wiedersehen alles andere als unkompliziert. Zwischen den beiden sind noch immer Gefühle und eine gewaltige Anziehungskraft vorhanden. Gleichzeitig stehen ihnen jede Menge Missverständnisse und unausgesprochene Dinge im Weg. Genau das hat für mich einen großen Reiz der Geschichte ausgemacht. Man möchte Madison und Zach zwischendurch wirklich gerne an den Schultern packen und ihnen sagen: „Redet doch einfach miteinander!“
    Aber gerade dadurch wirken die beiden für mich auch sehr menschlich. Die Geschichte zeigt schön, wie schnell fehlende Kommunikation zu Problemen führen kann und wie lange man manchmal an Dingen festhält, die längst hätten ausgesprochen werden müssen.

    Und dann ist da noch die Spice! Die Szenen zwischen Madison und Zach sind definitiv heiß, bleiben dabei aber geschmackvoll und passen wunderbar zur Geschichte. Für mich genau die richtige Mischung. Prickelnd und leidenschaftlich, ohne vulgär zu werden.

    Was ich ganz besonders geliebt habe, waren allerdings die Charaktere. Die Menschen in Maple Falls sind unglaublich warmherzig, sympathisch und authentisch beschrieben. Einige von ihnen hätte ich am liebsten sofort in meinen eigenen Freundeskreis aufgenommen. Aber auch Madison und Zach sind zwei Figuren, mit denen ich gerne befreundet wäre. Sie haben ihre Ecken und Kanten, treffen nicht immer die besten Entscheidungen und machen Fehler, doch genau das macht sie für mich so glaubwürdig.

    Mein persönliches Highlight war aber eindeutig die Atmosphäre. Harper Graham schafft es, Maple Falls so lebendig werden zu lassen, dass ich beim Lesen das Gefühl hatte, selbst dort zu sein. Die herbstliche Stimmung ist unglaublich eindringlich eingefangen. Ich konnte die bunten Blätter förmlich vor mir sehen, den kühlen Wind spüren und hatte nicht nur einmal den Duft von frisch gebackenen, warmen Zimtschnecken in der Nase. Es ist diese besondere Mischung aus Herbstluft, Abendsonne, gemütlichen Orten und liebenswerten Menschen, die das Buch für mich so besonders gemacht hat. „Cinnamon Spice Love“ strahlt Wärme und Gemütlichkeit aus und vermittelt dieses wunderbare Gefühl, nach Hause zu kommen. Zusätzlich sorgt ein kleines Rätsel rund um die geheimnisvollen Briefe für Spannung. Denn Madison ist nicht die Einzige, die einen solchen Brief erhalten hat. Immer mehr Bewohner von Maple Falls bekommen Post, und natürlich möchte man unbedingt herausfinden, was dahintersteckt. Dadurch bekommt die Geschichte neben der Romance noch eine kleine geheimnisvolle Komponente, die mir sehr gut gefallen hat.

    Für mich ist „Cinnamon Spice Love“ damit die perfekte Lektüre für einen gemütlichen Herbsttag. Am besten mit einer Tasse Tee oder Kaffee und natürlich einer Zimtschnecke daneben. Wer Kleinstadtromantik, Second-Chance-Romance, sympathische Charaktere, ein bisschen Spice und eine ganz besondere Wohlfühlatmosphäre liebt, sollte sich dieses Buch definitiv anschauen, denn das Buch ist eine warmherzige, romantische und unglaublich atmosphärische Geschichte über zweite Chancen, alte Gefühle, Missverständnisse und die Frage, ob manche Menschen vielleicht einfach füreinander bestimmt sind.
    Cats Tagebuch - Lass die Ratte aus dem Sack!

    Franziska Höllbacher
    Cats Tagebuch - Lass die Ratte aus dem Sack! (Buch)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    18.07.2026

    Von der Couch ins Abenteuer

    Wer schon einmal mit einer Katze zusammengelebt hat, wird beim Lesen vermutlich öfter schmunzeln, denn Knutbert ist genau die Sorte Kater, die sich für den heimlichen Herrscher des Hauses hält.

    Und wer hat sich nicht schon mal gefragt, was in seinem Haustier vorgeht? Da kann dieses Buch die Antwort drauf geben, denn in seinem Tagebuch berichtet der Kater mit jeder Menge Selbstbewusstsein, trockenem Humor und einer guten Portion Arroganz aus seinem Alltag. Menschen? Praktische Dosenöffner. Andere Tiere? Meistens ziemlich nervig. Und natürlich ist Knutbert überzeugt, der intelligenteste Bewohner weit und breit zu sein. Doch hinter seiner großen Klappe steckt mehr, als man zunächst vermutet. Als plötzlich das Wort „Tierheim“ fällt und ausgerechnet er unter Verdacht gerät, für das Chaos ums Haus verantwortlich zu sein, bekommt seine ansonsten gemütliche Welt erste Risse. Um das drohende Unheil abzuwenden, muss Knutbert seine Komfortzone verlassen und sich auf eine abenteuerliche Mission begeben. Dabei zeigt sich nach und nach, dass unter der harten Schale doch ein ziemlich weicher Kern steckt.

    Besonders gut gefallen hat mir die originelle Erzählweise. Das Buch ist tatsächlich wie ein Tagebuch gestaltet und wird durch witzige Sketchnotes, kleine Kritzeleien und Randbemerkungen ergänzt. Dadurch wirkt es lebendig und authentisch, als hätte Knutbert wirklich selbst zur Feder gegriffen. Die Illustrationen lockern den Text wunderbar auf und sorgen immer wieder für kleine Lacher.

    Auch die kurzen, überschaubaren Kapitel sind ein großer Pluspunkt. Gerade für Kinder ab 9 Jahren entstehen dadurch schnelle Erfolgserlebnisse beim Lesen, ohne dass die Geschichte an Spannung verliert. Der Humor trifft genau die richtige Mischung aus Situationskomik und tierischem Schlagabtausch, sodass auch Erwachsene beim Vorlesen oder Mitlesen ihren Spaß haben dürften.

    „Cats Tagebuch – Lass die Ratte aus dem Sack“ ist eine charmante, humorvolle und spannende Geschichte über Vorurteile, Mut und Zusammenhalt erzählt aus einer herrlich eigenwilligen Katzenperspektive. Ein tolles Kinderbuch mit viel Witz, liebenswerten Figuren und einer kreativen Gestaltung, das nicht nur Katzenfans begeistern wird. Originell finde ich auch Knutberts Test am Ende es Buches, welche Sorte Mensch der Lesende ist.
    Im Bann des Erlkönigs

    Mina Roth
    Im Bann des Erlkönigs (Buch)

    4 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern
    16.07.2026

    Märchenhaft und geheimnisvoll

    Zora war schon immer anders als die Menschen um sie herum. Sie sieht Wesen, die für alle anderen unsichtbar sind und direkt aus Märchen und Mythen zu stammen scheinen. Als sie versucht, einer Fee das Leben zu retten, wird sie in eine Welt hineingezogen, die alles verändert. An der Umbra Academy muss sie nicht nur um ihr eigenes Schicksal kämpfen, sondern auch herausfinden, wem sie vertrauen kann. Besonders schwierig wird das, als ihr Herz ausgerechnet für jemanden schlägt, der mehr Geheimnisse zu haben scheint, als Antworten zu geben.

    Schon der Auftakt der Geschichte hat mich neugierig gemacht. Trotzdem muss ich zugeben, dass ich anfangs etwas gebraucht habe, um wirklich in die Handlung hineinzufinden. Die Vielzahl an verschiedenen Wesen, Namen und neuen Begriffen war zunächst etwas überwältigend und hat meinen Lesefluss immer wieder unterbrochen. Zum Glück hat sich das nach den ersten Kapiteln gelegt, denn je weiter die Geschichte voranschritt, desto mehr hat sie mich in ihren Bann gezogen.

    Besonders gut gefallen hat mir Zora als Protagonistin. Sie ist mutig, klug und schlagfertig, trifft nachvollziehbare Entscheidungen und entwickelt sich im Laufe der Geschichte glaubwürdig weiter. Auch die Beziehungen zwischen den Figuren wirken authentisch und werden mit viel Gefühl aufgebaut. Während Silas für mich leider etwas blass geblieben ist, hat mich Kilian umso mehr fasziniert. Seine düstere Ausstrahlung, die vielen Geheimnisse und die Frage, was wirklich hinter seiner Fassade steckt, haben ihn für mich zu einer der spannendsten Figuren des Buches gemacht.

    Ein großes Highlight war für mich das Setting. Die Atmosphäre ist düster, geheimnisvoll und stellenweise richtig unheilvoll. Die vielen Fantasiegestalten aus Märchen und Mythen verleihen der Welt ihren ganz eigenen Charme und gerade diese Mischung aus bekannten Märchenelementen und einer eigenen Fantasywelt fand ich unglaublich faszinierend.

    Auch die Handlung konnte mich nach dem etwas holprigen Einstieg immer mehr überzeugen. Dadurch, dass Zora eine klare Mission verfolgt, entsteht ein roter Faden, der die Geschichte spannend vorantreibt. Es gibt immer wieder neue Enthüllungen, offene Fragen und unerwartete Wendungen. Trotz kleiner Startschwierigkeiten hat mich die Geschichte am Ende vollkommen überzeugt. Wer düstere Fantasy, märchenhafte Welten und spannende Young-Adult-Geschichten mit glaubwürdigen Charakteren und geheimnisvollen Figuren liebt, dem kann ich dieses Buch empfehlen.
    Cozy Coloring - Love Yourself

    Hikaru Kotz
    Cozy Coloring - Love Yourself (Buch)

    4 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern
    01.07.2026

    Mit bunten Farben zur Entspannung

    Das Ausmalbuch mit 38 Motiven war mir sofort ein willkommenes kleines Ritual im Alltag. Besonders gefällt mir, dass es eine Testseite zum Ausprobieren seiner Stifte und Farben gibt, bevor man sich in die eigentlichen Motive stürzt. Das nimmt den Druck raus und macht das Ausmalen spielerisch entspannt.

    Mit seinem quadratischen Format liegt das Buch gut in der Hand und passt auch in Taschen, sodass es mir ideal für unterwegs erscheint. Die Blätter sind heraustrennbar und somit perfekt geeignet, wenn man eine fertige Seite abheften oder verschenken möchte.

    Was ich auch immer ganz wichtig finde an Malbüchern, ist die Papierstärke. Das Papier wirkt ausreichend dick, sodass Farben nicht ungewollt durchs Blatt drücken, selbst bei Markern oder Gelstiften wie ich bereits getestet habe.

    Schnelle Ergebnisse und einen befriedigenden Erfolg liefern die relativ großen Flächen der Illustrationen, sodass ich denke, dass sowohl Erwachsene als auch Kinder ihren Spaß damit haben werden und es besonders für Anfänger gut zu handhaben ist. Das liegt auch an den niedlichen Motiven mit Entspannungscharakter, denn die liebevollen, zarten Bilder wirken beruhigend und bieten ein angenehmes Abtauchen in eine fantasievolle Welt. Das Motiv mit Potenzial zum Träumen zieht sich durch das ganze Buch.

    Es eignet sich besonders für Anfänger, Vielreisende und alle, die einfach mal abschalten möchten. Kurz gesagt, ist das Ausmalbuch ein toller Begleiter für Ruhepausen, mit genügend Flexibilität für unterwegs und einer klaren Empfehlung für alle, die einfache Flächen, niedliche Motive und echtes Entspannungsgefühl suchen.
    Klein aber tot

    Jo Fischler
    Klein aber tot (Buch)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    19.06.2026

    Kommissar Jojo jagt brisante Beweise

    Mit „Klein aber tot“ bringt Autor Jo Fischer den ersten Teil einer neuen Krimireihe heraus, die in der fiktiven Kleinstadt Knuffingen spielt, die im wirklichen Leben ein Teil der Attraktion im Miniatur Wunderland Hamburg ist, wo liebevolle Szenen rund um die Eisenbahnwelt kreiert wurden. Der Auftakt der neuen Krimireihe stellt Kommissar Jojo nicht nur vor die Aufgabe, den Feuerteufel zur Strecke zu bringen, der in Knuffingen sein Unwesen treibt, sondern sich auch noch um einen ganz brisanten Mordfall zu kümmern, in dem plötzlich einige seiner Familienangehörigen und Freunde verdächtig sind.

    Wer schon einmal das Miniatur Wunderland besucht hat, wird von den vielen kleinen Szenen, die ihre ganz eigenen Geschichten erzählen, begeistert gewesen sein und nicht selten bleibt man an einer Darstellung etwas länger hängen und fragt sich, was die Geschichte dahinter ist und was die Modellfiguren wohl gerade erlebt haben und wie ihre eigene kleine Story lautet. Dass daraus nun eine Buchreihe entstehen wird, finde ich eine grandiose Idee! Autor Jo Fischer gelingt es wirklich wunderbar, eine direkte Brücke zwischen Realität und Fantasie zu schlagen, die dem Krimi eine charmante, fast heimelige Atmosphäre verleiht. Er schafft es gekonnt, die Balance zwischen klassischem Ermittlerdrama und der persönlichen Belastung des Protagonisten zu halten, denn Jojo steht nicht nur vor der Aufgabe, den Brandstifter zu fassen, sondern auch vor dem moralischen Dilemma, das durch den Verdacht über Verwandte und Freunde entsteht. Dabei trifft der Lesende auf sympathische, teils skurrile Personen, die die Story erst interessant machen, da jeder seine eigenen Macken, Ecken und Kanten besitzt und in dieser Vielfalt auch sehr glaubwürdig wirkt. Der Humor kommt keinesfalls zu kurz und die Story macht auch Lust auf einen realen Besuch im Miniatur Wunderland.

    Für Fans von wendungsreichen Krimis mit einem sympathischen Ermittler und tollen Protagonisten bietet „Klein aber tot“ eine gelungene Lektüre. Der Auftakt der Reihe macht Lust auf mehr, um wieder in die Knuffingen-Welt einzutauchen. Ein kleiner, feiner Krimi, der sich durch Herzblut und eine klare Liebe zum Detail auszeichnet.
    If Books Could Kill

    Kate Eberle
    If Books Could Kill (Buch)

    3 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern Inaktiver Stern
    06.06.2026

    Zwischen Liebe und Gefahr

    „If Books Could Kill“ von Kate Eberle ist eine verspielt gemischte Thromance, die vielversprechend klingt, aber in der Umsetzung nicht ganz hält, was der Grundgedanke verspricht. Die Idee, dass Roxie sich unbedacht wünscht, ein Charakter aus einem Buch ihrer Lieblingsautorin zu sein, und dieser Wunsch plötzlich Realität wird – nur um sie in einen Serienkiller-Köder zu verwandeln – bietet ein starkes Fundament. Fantasie trifft Gefahr, und das erzeugt sofort Spannung. An ihrer Seite ist der durch Zufall in diesen Schlamassel geratene schüchterne Grant, der trotz Flucht und Todesgefahr bei Roxie auch für Herzklopfen sorgt.

    Die Geschichte entwickelt sich zu Beginn ziemlich rasch und man ist schon bald mittendrin im eigentlichen Roman-Geschehen des Wunsches von Roxie. Danach beginnt aber auch schon das große Manko, denn so flott, wie das Buch begonnen hat, so zäh plätschert es dann aber auch erst mal dahin. Mich konnte die Thriller-Seite leider nicht wirklich packen, da sie meiner Meinung nach zu flach bleibt.

    Generell gefällt mir aber die Idee eines Mixes aus Romance und Thriller, doch leider bleibt das Ergebnis hinter meinen Erwartungen zurück. An den Figuren und dem Schreibstil liegt es nicht, denn Kate Eberle schreibt flott, witzig und wartet mit pointierten Dialogen auf. Roxie und Grant mag ich recht gerne, da ihre unterschiedlichen Charaktere für eine humorvolle Dynamik sorgen. Mir ist der Handlungsstrang allerdings zu unruhig, teilweise vorhersehbar und manchmal auch recht unglaubwürdig. Das sorgte bei mir leider dafür, dass ich nicht voll und ganz in die Geschichte eintauchen konnte und deshalb nur eine vorsichtige Empfehlung dafür aussprechen möchte. Einen spannenden Thriller, der unter die Haut geht oder für Nervenkitzel sorgt, darf man hier nicht erwarten. Wer sich jedoch als Feierabend- oder Urlaubslektüre mit Roxie und Grant in ein Buch begeben möchte, kann sich auf eine außergewöhnliche Story mit Genremix und unterhaltsame Lesestunden freuen.
    Seaside Sisters 1: Lenes Inselsommerglück

    Mia Andersen
    Seaside Sisters 1: Lenes Inselsommerglück (Buch)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    31.05.2026

    Inselglitzer und Sommergefühle

    Der erste Band der neuen Reihe entführt mich sofort in den Sommer, der greifbar warm auf der Haut liegt und das Herz ein wenig schneller schlagen lässt. Die Zwillingsschwestern Lene und Elsa, die ihren Eltern gerne in der Inselpension helfen, sind mitten im Zentrum all dessen, was junge Lesende gerne haben, wie authentische Sorgen, viel Herz und eine Freundesbande, die sich wie eine vertraute Clique anfühlt. Der Einstieg gelingt mit einer Leichtigkeit, die sich sofort wie eine warme Umarmung anfühlt, denn man ist sofort Teil der Gemeinschaft aus Freundschaft, Unterstützung und den kleinen, aber feinen Alltagsfreuden, die das Teenagerleben so besonders machen.

    Die Sommerferien beginnen gerade und mit ihnen bei Lene auch das erste Herzflattern und die erste Verliebtheit, die noch etwas unbeholfen, aber so echt ist. Die Eifersüchteleien auf jedes Mädchen, das Mats gerne mögen könnte, sorgt schon hier und da mal für Kummer bei Elsas Schwester oder die ein oder andere peinliche Situation. Mit viel Humor, Insel- und Sommerfeeling schafft Autorin Mia Andersen einen Wohlfühlroman für junge Lesende und legt das Feeling des Sommers wunderbar in jede Seite, sodass man fast die Meeresluft schmecken, die Sonnenmilch riechen und knisternde Ferienspannung spüren kann. Dafür sorgen unter anderem auch die wundervollen farbigen Illustrationen, die zusammen mit dem schönen Farbschnitt und dem in Pastelltönen gehaltenen Buchcover das Buch zu einem rundum gelungenen Band machen.

    Der Insel gibt die Autorin ihren eigenen Charakter und skizziert sie warmherzig, ein wenig eigenwillig, aber genau als den Ort, an dem Freundschaften wachsen und aus ersten Verirrungen echte Bindungen werden.

    Besonders gelungen finde ich die Charaktere. Das besondere Band zwischen den Zwillingsschwestern ist spürbar und sehr authentisch mit all den Träumen, kleinen Ängsten und Unsicherheiten. Die Freundesclique wirkt ehrlich und sympathisch, denn niemand ist perfekt, alle haben Ecken und Kanten, und genau das macht sie so glaubwürdig. Die Lebensnähe der Sorgen der Teenies lässt sich leicht nachvollziehen und finde ich besonders für die Zielgruppe ab etwa 10 Jahren sehr wichtig.

    Die DIY-Seiten im Anhang sind noch einmal etwas Besonderes und ich bin schon gespannt, was es dazu in den anderen Folgebänden geben wird, denn jeder wird von einer der Freundinnen handeln. Die kleine Leseprobe am Ende macht schon Lust auf das nächste nähere Kennenlernen mit einer der Mädchen. Deshalb kann ich nur sagen, dass dies ein erster wundervoller Band der neuen Reihe ist, der Sommerfeeling, authentische Teenager-Erlebnisse und eine sympathische Freundesclique stimmig miteinander verbindet. Wer eine leichte, bezaubernde Sommergeschichte mit Tiefgang im Teenageralter sucht, wird hier perfekt bedient. Leseempfehlung absolut und perfekt für entspannte Lesestunden am Strand, im Garten oder auf dem Balkon, mit dem Potenzial, sich zu einer absoluten Lieblings-Reihe zu entwickeln.
    Die Queen von Mayfair

    Alex Hay
    Die Queen von Mayfair (Buch)

    4 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern
    21.05.2026

    Wer zieht hier die Fäden?

    Der Roman „Die Queen von Mayfair“ spielt im viktorianischen London und knüpft an „Mayfair House“ an. Ohne den Vorgängerroman zu kennen, lässt er sich auch ohne Vorkenntnisse gut lesen und verstehen: Quinn treibt ein Spiel mit der High Society, denn sie will sich einen lukrativen Junggesellen angeln. Dabei schlüpft sie gekonnt in eine Rolle. Sie ist die Königin eines Spiels, das sie selbst perfekt beherrscht. Nach klaren Regeln läuft ihr Plan ab, die Schlinge zieht sich enger um die Beute. Was sie jedoch nicht ahnt, ist, dass nicht nur sie ein Spiel spielt. Die Macht der Intrigen zieht mehrere Fäden, und jeder, der sich auf das Netz einlässt, wird selbst Teil des Spiels.

    Mir persönlich gefallen besonders die Charaktere, da sie scharf gezeichnet sind: interessante Persönlichkeiten mit Ecken und Kanten, Geheimnissen und spannenden Familienhintergründen. Niemand bleibt blass; alle wirken lebendig und fesselnd. Wie die Tage des Spiels fortschreiten, so lernt der Lesende auch die Figuren näher kennen, erfährt deren Hintergründe und Beweggründe und erlebt als außenstehender Betrachter, wie sich die Fäden der Geschichte durch die Beziehungen der Figuren miteinander verweben.

    Die Story baut sich logisch und stetig auf, tagtäglich mit der Auflistung der einzelnen Tage. Sie treibt zielstrebig auf den Höhepunkt zu. Mit jedem Einblick in das Leben der Protagonisten gewinnt der Lesende einen leichten Vorteil gegenüber den Figuren und kennt schon Details, die ihnen noch verborgen sind. Doch dieser Wissensvorsprung sorgt gerade dafür, dass die Spannung bleibt. Man wird so tief ins Intrigennetz gezogen, dass das Buch sich zu einem echten Pageturner entwickelt.

    Alex Hay gelingt es, die viktorianische Atmosphäre greifbar zu machen, Rauch, Prosa, feine Spitze und der Geruch von Macht. Die Erzählung ist in angenehmem Schreibstil gehalten, lässt sich flüssig verfolgen, doch manchmal aufgrund der unvorhergesehenen und plötzlichen Wendungen ein wenig zu sprunghaft. Alles in allem ist der Roman jedoch sehr unterhaltsam und der einzige echte Kritikpunkt für mich ist das Ende, das mich eher unbefriedigt zurück lässt. Gefallen hat mir aber, wie aus den einzelnen Geheimnissen und den Beziehungen der Figuren ein dichtes Netz aus Spannung entsteht, das sich Kapitel für Kapitel enger zieht.

    So lässt sich sagen, dass „Die Queen von Mayfair“ ein starkes Nachfolgewerk ist, das auch ohne Vorkenntnisse aus „Mayfair House“ gut zu lesen ist. Es bietet lebendige Figuren, eine durchdachte, schrittweise erzählte Handlung und eine düstere Faszination für Machtspiele in einer glitzernden, gefährlichen Welt. Wer Intrigen, feine psychologische Spannung und viktorianische Atmosphäre mag, wird hier auf seine Kosten kommen. Empfohlen für Lesende, die clevere, scharfsinnige Charaktere mögen, bei denen jedes Wort sitzt und jeder Blick eine Absicht verrät.
    Hilfe, zu viele Zaubereulen!

    Mars-Leo Frei
    Hilfe, zu viele Zaubereulen! (Buch)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    30.04.2026

    Gefühle im Bauch schafft Federn

    Dass Zoas Großmutter nach Griechenland zieht, ist für das Mädchen nur schwer zu ertragen. Sie ist sogar regelrecht wütend auf die Oma, die ihr aber ein ganz besonderes Abschiedsgeschenk überreicht, das in Zoas Alltag noch für eine Menge Chaos, starke Gefühle und tierische Abenteuer sorgen soll.

    Mit der neuen witzigen, fantasievollen Reihe von Mars-Leo Frei ist ihm für die Altersgruppe ab etwa 8 Jahren ein tolles Leseabenteuer gelungen, das immer wieder für Spannung und Witz sorgt, aber auch einen lehrreichen, ernsten Hintergrund hat. Mit der leichten, verständlichen Sprache ist es perfekt für kleine Selbstleser und die tollen detailreichen Illustrationen von Daniela Kohl sind wieder einmal im wahrsten Sinne des Wortes zauberhaft! Apropos Zauber: Ich mag die Mischung aus Realität und Fantasie und denke, dass das genau das Richtige für diese Altersgruppe ist. Die Figuren sind sympathisch und wirken echt, so dass sich jeder mit dem ein oder anderen identifizieren kann, denn ich finde es besonders gelungen, dass der Autor gleich zu Beginn hervorhebt, wie normal es ist, total verschieden zu sein.

    Trotz ernsteren Themen wie Ausgrenzung, negativen Gefühlen anderen gegenüber und Überforderung mit neuen Situationen kommt der Humor definitiv nicht zu kurz, was schon an den lustigen Namen der Orte und Personen liegt, die einen ein Lächeln aufs Gesicht zaubern. Besonders gefallen hat mir die Auflösung des Konflikts am Ende des Buches, der nachvollziehbar, glaubhaft und originell war, sodass er auch für Kinder geeignet war. Insgesamt wirklich ein schöner Band über Freundschaft und Gefühle mit viel Fantasie und Humor. Die kurze Leseprobe des neuen Bands am Ende des Buches lässt auf ein neues spannendes Abenteuer ganz im Stil dieses Auftakts hoffen.
    Die ganze Wahrheit über die 5. Klasse

    Kim Tomsic
    Die ganze Wahrheit über die 5. Klasse (Buch)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    30.04.2026

    Zwischen den Zeilen einer Freundschaft

    In fremden Tagebüchern lesen gehört sich einfach nicht! Das wissen wohl Charli (Charlotte) und ihr bester Freund Alex am allerbesten, nachdem sie in ein wahres Chaos der Gefühle und Missverständnisse schlittern, denn die 5. Klasse verändert so einiges und Gerüchten zufolge verändert man sich in der Fünften – das sagen alle!

    Und obwohl man nicht die Nase in fremde Tagebücher stecken sollte, ist genau dies dem Lesenden hier erlaubt! Man erhält exklusive Einblicke über das jeweilige Tagesgeschehen aus der Sicht von Charli und parallel seinem Eintrag in das eigene Tagebuch bei Alex. Ich muss sagen, dass ich mich auch als Erwachsener sehr gut unterhalten und abgeholt gefühlt habe, denn dem Autoren-/Illustrationsteam Tomsic/Parisi gelingt hier ein absolut überzeugendes Buch, das das Gefühlsleben von frisch gebackenen Fünftklässlern beleuchtet und authentisch und mitreißend darstellt. An die eigene Jugendzeit erinnert, kommt mir dabei so einiges bekannt vor.

    Ich mag besonders, wie die Tagebucheinträge von Charli und Alex sich sowohl im Textstil als auch inhaltlich unterscheiden und verschiedene Situationen aus der jeweiligen Sicht zeigen. Die comicartigen Illustrationen passen perfekt dazu und vermitteln einen glaubwürdigen Tagebucheintrag. Für die junge Zielgruppe ab etwa 10 Jahren dürfte das Thema ideal passen, weil sich viele darin wiederfinden können, wenn man gerade für jemanden zu schwärmen beginnt. Die unterhaltsamen Texte sind wirklich kurzweilig, witzig und altersgerecht. Ich könnte mir auch vorstellen, dass es den ein oder anderen dazu animieren könnte, selbst mit dem Tagebuchschreiben zu beginnen. Mit ihren liebenswerten Charakteren hat Kim Tomsic bei mir voll ins Schwarze getroffen und ich kann das Buch jedem empfehlen, der einen unterhaltsamen Comicroman über Freundschaft und Vertrauen mit viel Humor sucht.
    Yesteryear

    Caro Claire Burke
    Yesteryear (Buch)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    29.04.2026

    Hinter dem perfekten Schein

    Als ich die ersten Seiten von Yesteryear umblätterte, fühlte ich mich wie vor einer glänzenden Glasvitrine. Alles wirkt perfekt: die Farm mit Tieren, der Mann an ihrer Seite, die lachenden Kinder, das makellose Performen vor der Kamera, wenn Natalie Heller Mills ein neues Rezept aufnimmt. Und doch spürt man von Anfang an, dass hier mehr ist als ein Instagram-Feed, der in Echtzeit erzählt. Es ist eine Geschichte, die hinter dem Vorhang lauert.

    Die Autorin Caro Claire Burke führt uns behutsam durch drei Handlungsebenen: Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft. In der Vergangenheit zeichnet sich ein Muster ab, das viele kennen. Der Traum von einem stabilen, anerkannten Leben, der Druck, Erwartungen zu erfüllen, die sich wie eine zweite Haut anfühlen. Natalie versucht, alles zu managen, Familie, Karriere, Ansehen und doch schimmert darunter eine Ungeduld, eine stille Überforderung, die selten laut wird, aber ständig arbeitet. Diese Rückblenden sind kein nostalgischer Rückblick, sondern eine nüchterne Bestandsaufnahme der Erschöpfung, die sich hinter dem perfekten Bild verbirgt.

    Mit wachsender Followerzahl steht Natalie mitten im Blickfeld der Öffentlichkeit. Die Farm, die Social-Media-Perfektion, die scheinbar mühelose Organisation des Haushalts; all das wird zu einem Spiegel, dessen Glas längst Risse zeigt. Die Autorin scheut sich nicht davor, die inneren Monologe zu platzieren, die oft unausgesprochen bleiben: Zweifel an der eigenen Rolle als Mutter, Angst vor dem Verlust von Individualität im Druck des Familien-Images, das ständige Pendeln zwischen Selbstwertgefühl und dem Gefühl, doch nur eine Darstellerin zu sein.

    Die Zukunftsperspektive zeigt, wohin das dauerhafte Spiel mit Identität führen könnte, wenn man sich zu sehr an das Bild bindet, das andere von einem haben wollen. Was Yesteryear meiner Meinung nach besonders stark macht, ist die Schonungslosigkeit, mit der die Autorin innere Konflikte, Ängste und Spannungen schildert, ohne in Klischees zu verfallen. Es gibt keine simplen Lösungen, nur ehrliche, manchmal schmerzliche Schritte in Richtung Selbstakzeptanz und echter Kommunikation.

    Yesteryear ist kein schillernder Enthüllungsskandal, sondern eine ehrliche, manchmal schonungslos offene Auseinandersetzung mit dem Druck, als Frau, Ehefrau und Mutter in der digitalen Ära Perfektion zu spielen. Wer bereit ist, sich auf eine vielschichtige Erzählung einzulassen, wird berührt von der Menschlichkeit, die hinter dem Social-Media-Lichtschein liegt. Eine eindringliche Lektüre, die lange nachhallt und mich wirklich mitreißen konnte.
    School of Talents Mission 1: Achtung, Alien!

    Silke Schellhammer
    School of Talents Mission 1: Achtung, Alien! (Buch)

    3 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern Inaktiver Stern
    21.04.2026

    Wenn Talente auf Sterne treffen

    Die School of talents ist eine ganz besondere Schule und ihre Schüler sind es umso mehr. Denn sie haben außergewöhnliche Fähigkeiten, die man ihnen auf den ersten Blick nicht ansieht. Und wie das in einer Schule so ist, soll da natürlich auch was gelernt werden. Deshalb steht den Schülern nun eine ganz besondere Mission für sie als Zweierteams bevor. Alva und Elvin werden auf ein Abenteuer in die Sternwarte geschickt und hätten nicht gedacht, dass sie da in etwas hineinschlittern, was nicht nur mit Sternen zu tun hat.

    Vom Cover bin ich echt begeistert und muss immer wieder darüberstreichen, denn besondere Glanzelemente heben sich auf der stimmungsvollen Illustration ab und die Farben sind sehr stimmig, so dass schon ein erster Eindruck von Abenteuer und Weltall entsteht.
    Die Idee des Themas gefällt mir ebenfalls sehr gut, denn die Reihe ist darauf ausgelegt, immer 2 Schüler in den Vordergrund zu rücken und auf ihren Missionen zu begleiten. Das Thema Weltraum, Sterne und fantastische Talente sind genau richtig für die Zielgruppe ab etwa 8 Jahren und der Schreibstil ebenso, mit dem Silke Schellhammer gekonnt erzählt und viel Humor einbaut. Vom Umfang her lässt sich das Buch gut vorlesen oder eben auch für die jüngeren Lesenden gut bewältigen. Tolle Illustrationen in Schwarz-Weiß bieten die perfekte Ergänzung dazu.

    Leider bin ich noch nicht dahinter gekommen, warum die Schriftart von einer Serifenschrift ab und zu zu einer ohne die kleinen Füßchen wechselt. Erst dachte ich an ein stilistisches Element, doch erscheint mir auch das nicht sinnig. Was der lustigen, fantasievollen und kindgerechten Story allerdings den entsprechenden Schwung und das Abenteuer nimmt, ist, dass der Gegenspieler von Anfang an eindeutig als solcher (in Wort und Bild) zu identifizieren ist und deshalb die Geschichte wenig Wendungen oder Überraschungsmomente besitzt. Das finde ich wirklich sehr schade, denn genau dies hätte der fantasievollen Story sehr gut getan.

    Wer aber eine lustige, kindgerechte und geradlinige Mission auf der Sternwarte mit sympathischen Charakteren und außergewöhnlichen Talenten sucht, ist hier genau richtig. Eine schöne neue Reihe, die die bereits vorhandene Reihe der School of talents ergänzt.
    Der rätselhafte Verwandte aus der Eiszeit

    Silke Vry
    Der rätselhafte Verwandte aus der Eiszeit (Buch)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    06.04.2026

    Von Knochen bis zu Geschichte

    Die Sachbuchreihe „Dusty Diggers“ vermittelt spannend und unterhaltsam geschichtliches Wissen für Kinder ab etwa 8 Jahren. Dabei ist der Band „Das Geheimnis vom Neandertaler“ schon der 7. der Reihe. Ohne die Vorgänger zu kennen, konnte ich dem eigenständigen Band gut folgen, der dich um die Entdeckung des Menschen aus der Urzeit dreht.

    Der Lesende wird dabei von 2 Kindern der Neuzeit begleitet, mit denen er die geschichtlichen Ereignisse erlebt, entdeckt und verfolgt. Der Begleittext ist als Story verfasst, sodass hier nicht langweiliges und trockenes Wissen vermittelt wird, sondern so aufbereitet ist, dass auch schon jüngere Lesende und Zuhörende gut folgen und verstehen können und gerne am Ball bleiben, um mitzuerleben, wie es weiter geht. Die einzelnen Personen, die in der Geschichte eine wichtige Rolle spielen und historisch belegt sind, werden namentlich vorgestellt und am Ende des Bandes gibt es ein sogenanntes Schatzsucher-Handbuch, in dem schwierige Begriffe erklärt werden.

    Die Illustrationen finde ich sehr kindgerecht, teilweise witzig und sehr verständlich dargestellt. Besonders spannend fand ich auch als Erwachsener die Hintergründe zum Neandertaler, von dem man meist nur so eine vage allgemeine Vorstellung hat. Von Grund auf wird erklärt, wie die damalige Suche 1856 nach dem begehrten Kalk zur Herstellung von Eisenbahnschienen zum sensationellen Fund des Neandertalers führte und dass es nicht nur Befürworter der Theorie unseres Vorfahren gab, sondern auch Gegner. Bis in unsere heutige Zeit hinein gibt es viele spannende Berufe, wie z. B. den des Modellierers zur Herstellung von Exponaten in Ausstellungen und Museum, die sich immer noch mit dem Neandertaler befassen. Was die Forschung bisher über diesen herausgefunden hat, ist spannend. Der Lesende erfährt, wie der Neandertaler gelebt und gejagt hat und wie sein Sozialleben war.

    Nach dieser tollen geschichtlichen Wissensvermittlung schaut man sich beim nächsten Museumsbesuch den Neandertaler vielleicht mit anderen Augen an. Definitiv auch für Erwachsene eine interessante Buchreihe.
    How It All Ends

    Emma Hunsinger
    How It All Ends (Buch)

    4 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern
    26.03.2026

    Auf dem Weg zur Identität

    Tara ist auf der Middle School und noch so richtig und gerne Kind. Sie spielt mit ihrem kleinen Bruder, hat phantasievolle und lustige Tagträume, in denen sie die Heldin in allen möglichen Situationen ist und ihre beste Freundin ist die 22 Monate alter Schwester Isla. Tara führt ein Leben, in dem sie gut zurechtkommt, immer mal wieder Zeit zum Spielen hat und gut in der Schule ist. Als sie eines Tages jedoch die Mitteilung bekommt, dass sie die 8. Klasse zusammen mit 2 anderen Mitschülern aufgrund ihrer guten Leistungen überspringen darf und sofort nach dem Sommer auf die Highschool wechselt, wird sie in eine völlig andere Welt katapultiert, in der sie sich schwer einfügen kann.

    Die Umsetzung der Story ist meiner Meinung nach gut gelungen. Besonders gefällt mir, dass die Graphic Novel in 2 verschiedenen Farben gehalten ist, was auch schon auf dem Cover angedeutet wird. So kann man gut zwischen der Realität und Taras Gedanken unterscheiden. Der Illustrationsstil ist jetzt nicht so meins, denn ich finde ihn teilweise zu hart, „eckig“ und sehr vereinfacht, wodurch sich bei mir beim Lesen keine so rechte Verbindung zur Story einstellen mag. Allerdings finde ich die Darstellung von Taras bisherigem behüteten Leben auf der Middle School und den auf sie einprallenden, erst mal schockierenden Gegebenheiten an der Highschool sehr glaubwürdig dargestellt, Mir gefällt, dass immer wieder Taras Gedanken und Gefühlsleben thematisiert werden und in welch innerem Zwiespalt sie sich befindet. Man kann auch schön miterleben, wie nicht nur sie langsam reifer wird, sondern auch die Schwester, die ihr bisher immer eine große Vertraute und Stütze war und jetzt aber auch zunehmend ins eigene Leben startet.

    Das Buch handelt davon, wie Tara zu sich selbst findet und langsam herausfindet, wer sie ist. Ein klassischer Coming-of-age-Roman, der sich für die Altersgruppe ab etwa 10 Jahren genau richtig anfühlt und mit Tara eine Hauptprotagonistin hat, mit der man sich identifizieren kann. Die Graphic Novel halte ich nicht nur für (angehende) Teenager interessant, sondern auch für Eltern, um ihre Kids ein bisschen besser in dieser schwierigen Zeit des Erwachsenwerdens zu verstehen.
    Der Rikscha-Fahrer, der dir das Glück zeigt

    Biyon Kattilathu
    Der Rikscha-Fahrer, der dir das Glück zeigt (Buch)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    18.03.2026

    Inspirierender Ratgeber voller wertvoller Impulse

    Rikscha-Fahrer Rahul nimmt in seinem gelben Tuk-Tuk-Taxi die verschiedensten Leute mit und schenkt jedem am Ende der Fahrt nicht nur einen materiellen Gegenstand aus seinem kleinen Koffer, sondern oft so viel mehr durch seine klugen Gespräche mit weisen Gedanken.
    Die ganze Aufmachung des Buches entspricht dem oft gebrauchten Wort „Wohlfühlbuch“. Und genau das ist es tatsächlich. Die fröhlichen, lebendigen Farben, die treffenden wundervollen Illustrationen, die Gestaltung und allem voran die Texte, die genau ins Herz treffen, geben einem von der ersten Seite bis zur letzten ein Gefühl der Ruhe, der Erkenntnis und des Verstandenwerdens.

    Autor Biyon Kattilathu zeigt mit seinen kleinen Geschichten und Vergleichen treffend auf, was wir oft im Leben vergessen. Da tut es gut, daran erinnert zu werden, wie wertvoll und schön das Leben in unserer hektischen, neidischen und lauten Gesellschaft ist, in der man sich selbst manchmal im Wege steht. Kattilathu holt einen ganz sanft mit seiner Geschichten-Rikscha ab, lässt einen zur Ruhe kommen und einem wieder Dinge bewusstwerden, die man schon vergessen glaubte. Er gibt einem gute Ratschläge, um sein Leben schöner und erfüllter zu gestalten und tut dies mit doch ganz einfachen Mitteln. Ich habe beim Lesen gemerkt, wie viel Leidenschaft und Liebe in diesem Buch steckt. Rahul kann man einfach nur vom ersten Moment an gern haben, als er uns in seiner Rikscha begrüßt. Die Fahrt mit ihm durch seine Geschichten waren für mich oft Erkenntnis. Ohne beeinflussen oder ermahnen zu wollen, schenkt der Autor dem Lesenden Mut, Zuversicht, Glück und Dankbarkeit.

    Dieser Ratgeber zeigt eindrucksvoll, wie wertvoll kleine Veränderungen und neue Denkanstöße sein können. Mit seinen verständlichen Erklärungen und alltagstauglichen Tipps lädt er dazu ein, das Gelesene direkt umzusetzen. Ein rundum gelungener Begleiter, den ich allen empfehlen kann, die sich weiterentwickeln und neue Inspiration finden möchten.
    Eagle Rider 1. Deine Kraft findet dich

    Britta Sabbag
    Eagle Rider 1. Deine Kraft findet dich (Buch)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    13.03.2026

    Adlerherz

    Man schreibt das 12. Jahrhundert. Tyls großer Bruder war es schon immer bestimmt Ritter zu werden und eines Tages erfüllt sich dessen Traum. Zurück bleibt Tyl beim hartherzigen Vater, der ihm schon immer das Gefühl gibt, nicht erwünscht zu sein. Auf der Suche nach seiner Bestimmung beginnt für Tyl ein großes, unglaubliches Abenteuer, als er eines Tages einen verletzten riesigen Adler findet und pflegt.

    Tyl ist mir von Anfang an ans Herz gewachsen. Sein geringes Selbstwertgefühl erklärt sich aus seinen Kindheitserfahrungen, wenn man 11 Jahre lang das Gefühl vermittelt bekommt, man sei nicht gewollt. Britta Sabbag gelingt es, dieses Ungleichgewicht sensibel und nahbar zu schildern, sodass man direkt mit Tyl mitleidet, aber auch an ihn glaubt, sobald sich neue Perspektiven für ihn auftun. Die Wendung kommt, als er einen verletzten riesigen Adler entdeckt und ihn liebevoll gesundpflegt. Diese Begegnung markiert den ersten echten Schritt auf Tyls innerer Reise. Er findet Gleichgesinnte unter den Adlerreitern, Freundschaft, Vertrauen und eine tiefe, fast mystische Verbindung zu seinem Adler. Die Gefühle, die dabei wachsen, sind noch nie dagewesen für ihn. Sie geben ihm Mut und zeigen ihm, wozu er innerlich fähig ist, wenn man ihn nur lässt. Die Darstellung dieser neu gewonnenen Verbindung wirkt authentisch und warm.
    Der Konflikt mit den finsteren Falkenreitern treibt die Handlung in eine neue, gefährliche Dynamik. Die Welt der Adlerreiter wird bedroht, und Tyl landet mittendrin. Nicht als Randfigur, sondern als jemand, der sich behaupten muss. Die Spannung zieht früh an, aber der Fokus bleibt auf Tyls Entwicklung. Wie geht er mit Angst, Gefühlen und dem neuen Selbstbewusstsein um? Die Illustrationen von Raimund Frey tragen die Stimmung stimmig weiter.

    Der Schreibstil von Britta Sabbag ist lebendig und direkt und somit eine ideale Lektüre für junge Leser ab 8 Jahren, zum Selberlesen oder Vorlesen geeignet. Die Erzählung bleibt nah an Tyls Perspektive, wodurch seine inneren Prozesse greifbar bleiben, wie seine Sehnsucht nach Zugehörigkeit, sein Mut, sich zu öffnen, und das zarte Vertrauen, das sich nur langsam, aber verlässlich entwickelt. Die Balance zwischen spannendem Abenteuer und gefühlvollem Coming-of-Age gelingt der Autorin besonders gut.

    Tyls Reise von Selbstzweifeln zu Selbstbewusstsein, begleitet von treuen Freunden, einer tiefen Bindung zu seinem Adler und dem mutigen Blick in eine bedrohte Welt, macht dieses Buch zu einer spannenden Lektüre für junge Leser. Es ist berührend, hoffnungsvoll und inspirierend und eine wunderbare Erinnerung, daran zu glauben, dass jeder eine Bestimmung finden kann, auch wenn der Weg zunächst unsicher erscheint.
    Und alles zerbricht (Paper Hearts 1)

    Maxine Reuker
    Und alles zerbricht (Paper Hearts 1) (Buch)

    4 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern
    28.02.2026

    Mehr als nur eine Lovestory

    Mila fällt aus allen Wolken, als ihre Eltern ihr einen Umzug in die Schweiz wegen einer beruflichen Chance ihrer Mutter mitteilen. Das heißt für Mila: weg von ihrer besten Freundin Juno, weg aus ihrem heilen Idyll inmitten eines großen Anwesens in Berlin, weg von all dem Vertrauten, was dem Teenager wichtig ist und weg, bevor ihre lang geplante Sweet-Sixteen-Party mit ihrer besten Freundin stattfinden kann. Dass auch der Umzug für ihren Vater alles andere als leicht ist, wird mit der Zeit immer deutlicher und sowohl Mila als auch der Vater rutschen in etwas hinein, aus dem es irgendwann ausweglos erscheint.

    Das Jugendbuch ist keine leichte Kost und ich hätte mir die am Ende des Buches enthaltene Triggerwarnung deutlich früher, ja zu Beginn des Buches gewünscht. Autorin Maxine Reuker greift schwierige, aktuelle und sensible Themen wie Essstörung und Alkoholsucht auf. War sie selbst einst von ersterem betroffen, weiß sie, wovon sie schreibt und das merkt man ihrer Hauptprotagonistin Mila auch an. Die Figur hat Tiefe, man kann ihre Gedanken gut nachvollziehen und erlebt die schleichende Wandlung eines fröhlichen Teenagers zu
    einer von Selbstzweifeln und Kontrolle bestimmten Jugendlichen. Dabei ist schockierend zu beobachten, wie diese Krankheit sich allmählich langsam entwickelt, bis sie so groß und raumeinnehmend wird, dass man alleine nicht mehr dagegen ankommt. Emotional geht dieses Buch sehr tief, denn die Story zeigt nicht nur einen Menschen, der sich selbst immer mehr aus den Augen verliert. Auch der Vater ist seinen Problemen nicht mehr gewachsen und für den Lesenden ist es fast schmerzlich mitanzusehen, wie die einst glückliche Familie immer mehr zerbricht.

    Die Autorin hat einen packenden Schreibstil, der für die junge Zielgruppe genau richtig erscheint. Nichtsdestotrotz geht Milas Entwicklung an manchen Stellen zu schnell, wodurch ihre innere Wandlung teilweise sprunghaft wirkt. Zwar werden ihre Gedanken und Unsicherheiten nachvollziehbar geschildert, doch bleibt für mich die tatsächliche Tragweite der Essstörung zu undeutlich. Es wird nicht ausreichend herausgestellt, wie gravierend und potenziell lebensbedrohlich diese Erkrankung sein kann – sowohl körperlich als auch psychisch. Dadurch verliert die Darstellung an Dringlichkeit, und die Ernsthaftigkeit der Thematik tritt stellenweise in den Hintergrund. Eine intensivere Auseinandersetzung mit den langfristigen Folgen hätte der Geschichte mehr Tiefe und Authentizität verliehen.

    Beim Lesen hatte ich das Gefühl, dass unbedingt noch eine Lovestory eingefügt werden musste, damit sie ins Genre des Jugendbuchs passte. Die Beziehung entwickelt sich sehr schnell, wodurch das Vorgehen des Jungen teilweise überstürzt und wenig einfühlsam wirkt. Statt die Handlung zu vertiefen, lenkt die Romanze stellenweise von der eigentlichen Problematik ab und mindert die Ernsthaftigkeit des Themas.

    Insgesamt behandelt der Roman ein wichtiges und aktuelles Thema, das gesellschaftlich nach wie vor hohe Relevanz besitzt. Besonders gelungen ist die einfühlsame Darstellung von Milas Gedankenwelt, wodurch ihre innere Zerrissenheit nachvollziehbar wird. Dennoch wirkt ihre Entwicklung stellenweise zu schnell, und die Gefährlichkeit der Essstörung wird nicht immer deutlich genug herausgearbeitet. Auch die eingefügte Liebesgeschichte erscheint teilweise konstruiert und lenkt vom ernsten Kern der Handlung ab. Trotz dieser Schwächen regt das Buch zum Nachdenken an und sensibilisiert für die Problematik.
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