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    Strohhaken

    Aktiv seit: 15. Oktober 2024
    "Hilfreich"-Bewertungen: 0

    Bitte beachten Sie

    Wir können nicht sicherstellen, dass die Angaben von Verbrauchern stammen, die das Produkt tatsächlich genutzt oder erworben haben.

    45 Rezensionen

    Wir können nicht sicherstellen, dass die Angaben von Verbrauchern stammen, die das Produkt tatsächlich genutzt oder erworben haben.
    Totensee

    Sophie Czerny
    Totensee (Buch)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    05.09.2026

    Sehr stark!

    „Bei schlechten Menschen frisst sich das Böse in den Kopf. Dort wohnt der Fluch.“ Schon lange hat mich ein Thriller nicht mehr so gefesselt wie Totensee von Sophie Czerny.

    Viel mehr als den Klappentext, kann man inhaltlich nicht preisgeben. Allerdings sollte man wissen, dass die Handlungen teilweise nur schwer zu ertragen sind. Eine vorherige Triggerwarnung wäre gut gewesen.
    In den Aufbau des Buches muss man sich erst einmal hineinfinden. Es geht zeitlich und örtlich immer hin und her. Anfänglich ist es nicht immer klar, um wen es sich gerade dreht. Das löst sich im Verlauf der Geschichte und einiges wird klarer. Von da an ging es für mich nur noch darum, welche Umstände zu den Verbrechen geführt haben oder eventuell führen werden. Für mich war der Täter/die Täterin nicht so entscheidend. Täter und Opfer gab es eigentlich immer und überall. Sprachlich hat mir das Buch sehr gut gefallen. Der Schreibstil lässt Bilder entstehen, die extrem düster und emotional sind. Nur „Hund“ sticht heraus und ist für Ada und die Leser ein Lichtblick. Durch die sehr kurzen Kapitel konnte ich nicht aufhören zu lesen. Noch ein Kapitel, noch eins, noch eins. Ada, als Hauptcharakter, ist zu allem bereit, um ihre Tochter zu finden und setzt sich über Regeln hinweg. Es ist schmerzlich, ihr bei der Aufarbeitung ihrer eigenen Geschichte zu folgen.

    Nach vielen falschen Fährten folgt eine finale und flotte Auflösung. Es bleiben keine Fragen offen und das Ende ist schlüssig. Dies finde ich immer ganz angenehm.

    Fazit: Eine sehr guter und düsterer Thriller, aber nichts für schwache Nerven!
    Eine zu viel

    Samantha Hayes
    Eine zu viel (Buch)

    3 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern Inaktiver Stern
    28.08.2026

    Ein Geheimnis zu viel

    Nach dem Tod von Ray, trifft sich die gesamte Familie in der Familienlodge in den schottischen Highlands. Connie, ihre drei Töchter, deren Partner und Kinder versammeln sich dort. Schnell wird klar, dass das Treffen nicht besonders harmonisch verlaufen wird. Die Differenzen sind zu groß und es baut sich eine Spannung unter den Anwesenden auf. Connie verfolgt ihren eigenen Plan. Sie will ihre Kinder vor der Testamentseröffnung über einige brisante Details informieren.
    Was zunächst nach einer heilen Welt und Familienidylle aussieht, entpuppt sich als Trugschluss. Nach und nach kommen Geheimnisse und Tragödien ans Licht
    .
    Die Kapitel werden aus der Sicht verschiedener Charaktere, meist aus Sicht der Mutter oder der Töchter, erzählt . Der erste Abschnitt des Buches spielt in der Gegenwart und man lernt die Familie sowie die ersten Geheimnisse, Abgründe und Tragödien kennen. Der zweite Abschnitt spielt 40 Jahre zuvor und behandelt die Ereignisse, die die Ursache für all die Geschehnisse sind. Der dritten Abschnitt wird im Jetzt fortgesetzt. Es werden immer wieder neue Fährten ausgelegt und das Puzzle scheint sich langsam zusammenzusetzen, um dann doch wieder auseinander zu fallen. Es war interessant, immer wieder neue Details und Wendungen zu erfahren. Letztendlich war es für meinen Geschmack aber zu viel. Nach dem Klappentext und Prolog hatte ich ein völlig anderes Buch erwartet. Auch der Hinweis auf den Ruf des Wachtelkönigs und den Sensenmann habe ich anders gedeutet.

    Eine Leseempfehlung für alle, die gerne miträtseln, Familientragödien mögen und nicht nach dem typischen Thriller suchen.
    Oasen der Ruhe in Berlin

    Christoph Kaufmann
    Oasen der Ruhe in Berlin (Buch)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    17.07.2026

    Was für eine Vielfalt!

    Mit dem im Bebra Verlag erschienenen Buch „Oasen der Ruhe in Berlin“ ist Christoph Kaufmann etwas ganz Besonderes gelungen. Er verrät uns, dass Lärm und Ruhe ganz nah beieinanderliegen können.

    Das Buch ist in sechs Bereiche aufgeteilt:
    - Spirituelle Rückzugsorte
    - Inspiration und Erkenntnis
    - Entspannen durch Perspektivwechsel
    - Zeit für Körper und Geist
    - Wo die Zeit stillsteht
    - Durchatmen in der Natur
    Die Kapitel geben auch schon mal einen Hinweis darauf, dass es viele verschiedene Möglichkeiten gibt, um Entspannung zu finden.
    Insgesamt werden 41 Orte beschrieben. Zu jedem Ort gibt es eine Beschreibung der Besonderheiten und was er bieten kann. In einer kleinen Infobox findet man die Adresse, die Öffis und die Internetseite. Am Ende des Buches gibt es eine Übersichtskarte von Berlin, auf der die vorgestellten Orte vermerkt sind. Erstaunlich, wie viele Ruheoasen Mitte zu bieten hat!
    Die Texte machen Lust darauf, die Orte zu entdecken. Die Max Liebermann Villa hab ich direkt wieder einmal aufgesucht und konnte den herrlichen Garten und den Blick auf den Wannsee genießen.
    Obwohl ich als Berliner eine ganze Menge kenne, habe ich mich über zahlreiche Neuentdeckungen gefreut. Dazu zählen beispielsweise der Friedhof der Insulaner sowie ein Kajakomat in Köpenick.
    Es zeigt sich, dass “Ruhe in Berlin nicht unbedingt Stille bedeuten muss, sondern ein kleines Stück Gelassenheit mitten im Alltag“.
    Bemerkenswert finde ich auch, dass die meisten Fotos vom Autor selbst stammen.

    Dieses Buch beinhaltet eine tolle Sammlung von Vorschlägen, um seine eigenen Rückzugsorte zu finden. Eine ganz klare Leseempfehlung!
    Deine Zeit wird kommen

    Carl-Johan Vallgren
    Deine Zeit wird kommen (Buch)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    09.07.2026

    Düster!

    Wessen Zeit wird kommen? Die Zeit des Opfers? Die Zeit des Täters? Dieser Thriller bleibt bis zu den letzten Seiten spannend.

    In einem abgelegenen Fluss wird eine junge Frau tot aufgefunden. Viele Merkmale deuten darauf hin, dass sie über eine langen Zeitraum hinweg gefangen gehalten wurde. Kommissar Björling übernimmt die Ermittlungen in diesem Fall. Er erhält Unterstützung von Johanna, einer jungen Kollegin aus der Rikskrim.
    Malin, Björlings Tochter, kehrt von einem angeblichen Wochenende mit ihrer Freundin nicht zurück. Die Suche nach dem Täter und Malin beginnt.

    Vallgren wechselt zwischen Björling, Johanna und Malin als Erzähler bzw. Erzählerin hin und her. Vallgren nimmt sich viel Zeit für die Entwicklung der Figuren.
    Björling sucht verzweifelt nach seiner Tochter und versucht professionell als Ermittler tätig zu sein. Er erhält vermeintlich Unterstützung von seiner toten Frau, die ihm Hinweise gibt. Ihn plagen Halluzinationen, sowie die Sehnsucht und die Trauer um seine Frau. Die Vorstellung, Malin auch noch verloren zu haben, bringt ihn an seine Grenzen. Die Ermittlerin Johanna scheint eine schwere Kindheit und Jugend gehabt zu haben. Sie ist ständig auf der Suche nach Hinweisen, was selbst mit ihr geschehen ist und kämpft mit ihrer eigenen Vergangenheit. Sie versucht durch ihr Äußeres, alle Verbindungen zur Vergangenheit zu kappen. Und trotzdem quält sie ihr schlechtes Gewissen, ihrer jüngeren Schwester gegenüber. Und Malin?

    Der Thriller ist düster und beklemmend. Die Natur spielt eine große Rolle. Die Beschreibungen einiger Handlungen sind grenzwertig. Es werden viele Hinweise gegeben, die manchmal etwas taugen, teilweise aber auch nicht. Erst ganz zum Schluss, wird die Geschichte entwirrt. Dabei bleiben einige Handlungsfäden lose hängen. Insbesondere zum Motiv hätte ich mir mehr gewünscht. Der Thriller ist jedoch wirklich fesselnd geschrieben, sodass ich das Buch nicht weglegen wollte.
    Eine absolute Leseempfehlung für alle, die düstere und undurchsichtige skandinavische Thriller mögen.

    Insel der Ratten

    Jo Nesbø
    Insel der Ratten (Buch)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    06.07.2026

    Heftig!

    Mit „Insel der Ratten“ ist Jo Nesbø eine besonders düstere Dystopie gelungen.

    Die Welt, wie wir sie kennen, ist nicht mehr existent. Es herrschen Massenarbeitslosigkeit und Armut. Banden beherrschen die Stadt und es wird geplündert, vergewaltigt und getötet. Eine Rechtsordnung existiert nicht mehr, es herrscht Anarchie.
    Der Anwalt Will Adam und seine Familie wird von einer Gang überfallen. Ihr Anführer ist der Sohn von Wills ehemaligen Freund und Arbeitgeber Colin. Will steht vor der Wahl: Vergebung oder Rache, ein fairer Prozess oder der Tod.
    Nur häppchenweise erhält man vom Autor Informationen. Die Wendungen waren für mich nicht vorhersehbar. Die (sehr kurze) ganze Geschichte ist spannend, abstoßend, verstörend, aber auch realistisch. Oft habe ich mich gefragt, wie ich wohl in dieser Ausnahmesituation gehandelt hätte.

    Eine Leseempfehlung für alle, die keinen Harry Hole erwarten und sich auf einen düsteren und intelligenten Endzeitroman einlassen wollen.

    OTTO fährt los - Eine Reise nach England

    Madlen Ottenschläger
    OTTO fährt los - Eine Reise nach England (Buch)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    29.06.2026

    Otto ist super!

    Dieses Mal bringt Otto, der Campingbus, seine Ferienfamilie nach England. Seine Ferienfamilie besteht aus Freda, Arthur und Papa Martin und zwei Mittendrin-Zusteigerinnen. In der lustigen Geschichte geht es quer durch London, in den Sherwood Forest und auch nach Cornwall. Neben der Geschichte wird auch gleich noch Wissen vermittelt, beispielsweise über den Eurotunnel, Stonehenge oder englische Vokabeln.

    Die Illustrationen sind wieder großartig gelungen. Es gibt so viel zu entdecken. Besonders gut hat mir die Illustration zu „Wie lustig die Salzluft ihre Zungen kitzelt.“ gefallen. Toll!
    Die Sprache ist einfach gehalten und die Sätze sind kurz. Dadurch können junge Menschen der Geschichte sehr gut folgen. Dass in einem Urlaub auch jeder mal der Bestimmer oder die Bestimmerin sein darf, werden sich die Kinder bestimmt gut merken!

    Ein tolles Buch um einen Urlaub in England vorzubereiten, nachzubereiten oder um dem Fernweh einfach freien Lauf zu lassen. Eine absolute Leseempfehlung.

    Weil sie lügt

    Caroline Seibt
    Weil sie lügt (Buch)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    27.06.2026

    Gute Spannung

    Annas Schwester Juli verschwindet vor einem Jahr spurlos. Es gibt keine Hinweise auf ihren Verbleib. Der Vater wird verdächtigt und landet im Gefängnis. Annas Mutter zerbricht unter der psychischen Belastung und leidet unter Depressionen. Anna fühlt sich für ihren kleinen Bruder verantwortlich und sorgt für ihn. Ein neuer Hinweis zum Verschwinden von Juli führt dazu, dass der Fall neu aufgerollt wird. Anna selbst stellt Nachforschungen an und versucht ein Geflecht aus Lügen (an dem sie maßgeblich beteiligt ist), zu entwirren.
    Der Psychothriller ist aus zwei Perspektiven geschrieben. Einerseits aus Annas Perspektive als Schwester. Andererseits aus der Perspektive von Katharina, der Kommissarin.
    Das Bild setzt sich nach und nach zusammen, um dann wieder auseinanderzubrechen. Es gibt neue Hinweise, falsche Fährten und die nächste Wendung. Ich konnte das Buch kaum aus der Hand legen. Oft endete ein Kapitel mit einem Cliffhanger. Dabei stellt man sich immer die Frage: Wer lügt hier eigentlich?
    Die Stimmung ist meist düster und eine Schwere zieht sich durch die Geschichte. Die „Gewitter im Kopf“ der Mutter lassen einen erahnen, welche Auswirkungen solch eine Tragödie haben kann.
    Zum Ende hin bleiben einige Fäden lose hängen, das macht aber nichts. Das Buch hat mich sehr gut unterhalten.

    Berlin mit der Ringbahn entdecken

    Armin A. Woy
    Berlin mit der Ringbahn entdecken (Buch)

    4 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern
    20.06.2026

    Wer hätte gedacht, dass es auf der Ringbahn so viel zu entdecken gibt?


    Wie schnell man sich an die Ringbahn gewöhnen kann. Dabei ist es noch gar nicht so lange her, dass die Lücken geschlossen wurden.
    Die Struktur des Buches ist logisch aufgebaut. Alle 27 Bahnhöfe und ihre Umgebung werden beschrieben. Dabei erfährt man viel über die Geschichte und Architektur des jeweiligen Bahnhofs. Eine kleine Übersichtskarte zeigt, wo sich die Sehenswürdigkeiten, Denkmäler, Museen, Geschäfte, Cafés und Parks befinden. Durch die Angaben der Adressen, Entfernungen in Metern und Zeit, kann man seine Abstecher gut planen.

    Es geht querbeet durch die Bezirke mit Perlen, Kuriositäten oder ganz unscheinbaren Orten. Schon einmal etwas von der Anflugbefeuerung gehört?
    Besonders beeindruckt hat mich der Güterbahnhof Moabit mit seinen Gedenkorten. Dieser Ort hat mich sehr nachdenklich gemacht.

    Die Detailtiefe rund um die Architektur und Stadtplanung war teilweise sehr spannend, aber auch für meinen Geschmack manchmal zu viel des Guten. Nicht ganz nachvollziehbar ist für mich beispielsweise die Wohnanlage am Ernst Thälmann Park mit 18 Geschossen. Merkwürdig fand ich das Wohnhaus der Frauenrechtlerin Ottilie Baader. Geschichtlich ist es sicherlich interessant. Allerdings gibt es an dem (nichtssagenden) Haus, keinen Hinweis auf Ottilie Baader oder etwas anderes. Ich habe mich gefragt, ob ich diesen Ort wirklich erlaufen musste. Am Nebenhaus hingegen, gibt es eine große Informationstafel mit QR-Code. Über diesen QR-Code erfährt man etwas über die Bewohnerin, ihre Familie und über das Quartier Richardplatz Süd.

    Dem Autor ist jedenfalls bei seinen Texten anzumerken, wie sehr er sich für die Geschichte der Stadt, die Architektur und Stadtplanung begeistern kann.

    Ein interessantes Buch, um Berlin abseits der Hotspots zu entdecken. Ich bin auch als Berliner beeindruckt .
    Wenn kleine Igel mutig sind

    Sandra Grimm
    Wenn kleine Igel mutig sind (Buch)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    20.05.2026

    Was hilft dir, mutig zu sein?


    Dieser Satz ist eigentlich schon die Zusammenfassung des gut gelungenen Kinderbuches „Wenn kleine Igel mutig sind“ von Matthias Derenbach und Sandra Grimm.
    Der kleine Igel ist ängstlich und wäre viel lieber mutig. Er schaut sich bei den anderen Tieren um, was ihnen hilft, um nicht mehr ängstlich zu sein. Nicht jede Strategie ist für den Igel geeignet. Aber es gibt viele Möglichkeiten.
    Dies ist ein sehr schön illustriertes Buch, in dem es viele kleine Details zu entdecken gibt. Die Texte sind kurz, leicht verständlich und dem Alter angemessen. Am Ende des Buches werden alle vorgestellten Möglichkeiten nochmals kurz dargestellt. Die Lösungsmöglichkeiten bieten eine gute Grundlage, um mit einem Kind über das Thema ins Gespräch zu kommen. Und diese Phase machen wohl alle Kinder durch, oder?
    Eine klare Leseempfehlung für dieses wichtige Thema.

    Ich möchte zurückgehen in der Zeit

    Judith Hermann
    Ich möchte zurückgehen in der Zeit (Buch)

    3 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern Inaktiver Stern
    20.04.2026

    Anderes erwartet

    Judith Hermann setzt sich mit ihrer Familienbiographie auseinander. In „Ich möchte zurückgehen in der Zeit“ folgt sie den Spuren ihres Großvaters. Dieser war während des Zweiten Weltkriegs als SS-Mann im polnischen Radom stationiert. Gesprochen wurde in der Familie nie über seine Vergangenheit, ein Thema das immer ausgespart wurde, es blieb eine Leerstelle. Ihre Mutter entfernt sich geistig langsam aus dem Leben, sodass Herrmann von ihr nicht mehr viel erfahren kann. Hermann hat ein Foto ihres Großvaters aus seiner Zeit in Radom. Sie begibt sich auf die Suche. Sie sucht Plätze in Radom auf, sucht Erinnerungen, lässt sich treiben und bleibt eine längere Zeit dort. Anschließend fährt sie zu ihrer Schwester und deren Familie nach Italien. Auch dort begegnet sie dem Thema Tod. Das Verhältnis zur Schwester ist schwierig. Findet sie, wonach sie sucht?

    Auf den Spuren des Großvaters mit SS-Vergangenheit hatte ich mir etwas anderes vorgestellt. Das Thema der Zugehörigkeit zur SS, die Rolle des Grossvaters und sein Umgang nach dem Krieg damit, bleiben offen. Inhaltlich war mir das zu seicht und zu wenig bearbeitet. Die Leerstellen blieben. Den Gedanken der Autorin konnte ich nicht immer folgen. Das Treffen mit der Schwester in Italien und der Grund für die familiären Schwierigkeiten bleiben verborgen. Der dritte Teil des Buches blieb für mich rätselhaft.

    Sprachlich hingegen finde ich das Buch sehr gelungen.

    „Der Karpfen war in der Rinne eines Brunnenbeckens in Brackwasser im Kreis geschwommen, die Rinne war zu schmal gewesen, als dass er sich hätte drehen können, das Schwimmen im Kreis war die einzig mögliche Bewegung, …“ Er schwimmt schlicht geradeaus und erkennt die Sinnlosigkeit nicht. Solche Passagen haben mir gut gefallen.

    Fazit: Das Thema SS-Vergangenheit wurde nur angekratzt, das war deutlich zu wenig. Sprachlich macht das Buch allerdings Freude.

    Die Briefträgerin

    Francesca Giannone
    Die Briefträgerin (Buch)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    20.04.2026

    Schöne Familiengeschichte

    Welche Facetten kann die Liebe haben? Liebe auf den ersten Blick, verbotene Liebe, heimliche Liebe, Geschwisterliebe, unerwiderte Liebe, arrangierte Liebe, freundschaftliche Liebe, …

    Das Buch beginnt mit dem Tod von Anna und der Trauergemeinde. Was hat dazu geführt, dass sie neun Jahre lang (bis zu ihrem Tod ) nicht mit ihrem Schwager gesprochen hat? In der Rückblende wird die Familiengeschichte erzählt. Über mehrere Jahrzehnte hinweg begleitet man die Familie durch alle Höhen und Tiefen.
    Anna und Carlo ziehen aus dem Norden Italiens in den Süden, in Carlos Heimatort. Anna ist die Fremde, die von allen argwöhnisch beäugt wird. Sie hat ein enges Verhältnis zu ihrem Schwager und zu ihrer Nichte. Mit dem Schwager Antonio verbindet sie insbesondere das Interesse an Büchern. Als sich ihr die Möglichkeit bietet, wird sie in den dreißiger Jahren die erste Briefträgerin im Ort. Anna ist eine selbstbewusste und selbstbestimmte Frau mit Prinzipien, die nur wenige Kompromisse eingeht. Es ist herzerwärmend, wie sie den Menschen die Post vorliest und dabei unweigerlich sehr persönliche Eindrücke erhält.

    Der Erzählstil ist langsam und unaufgeregt, teilweise hat die Geschichte Längen. Die Schönheit der Landschaft und das Herstellen des Pestos konnte ich förmlich sehen und riechen. Zu manchen Charakteren hätte ich mir mehr Informationen gewünscht. Nicht alle Handlungsstränge werden aufgelöst.

    Insgesamt war es für mich ein Vergnügen, auf dem Sofa zu sitzen und diese leichte Geschichte zu genießen.

    National Geographic Kids Weltatlas - Fremde Kulturen, großartige Naturwunder und wilde Tiere entdecken: Kinderatlas für Kids ab 8 Jahren

    National Geographic Kids Weltatlas - Fremde Kulturen, großartige Naturwunder und wilde Tiere entdecken: Kinderatlas für Kids ab 8 Jahren (Buch)

    3 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern Inaktiver Stern
    29.03.2026

    Weder Fisch noch Fleisch

    Was hatte ich von einem Weltatlas für Kinder erwartet? Viele Landkarten. Wer den Untertitel des Buchcovers liest stellt jedoch fest, dass es auch um fremde Kulturen, großartige Naturwunder und wilde Tiere geht.
    Die Gliederung des Atlas ist logisch und die Abschnitte sind farblich gut aufbereitet. Es gibt anschauliche Karten, viele Informationen zu Besonderheiten des Landes, interessante Grafiken, Flaggen, Umrechnungstabellen und vieles mehr. Die verwendeten Fotos sind sensationell, für meinen Geschmack gibt es aber zu wenig Landschaftsfotos. Hier ist m.E. auch einer der Schwachpunkte des Buches.
    Das Buch ist mit wunderschönen Fotos überfrachtet. Die Fakten bleiben da zu sehr auf der Strecke, insbesondere sind sie zu dünn, zweifelhaft oder falsch. Beispiele:
    Die Lebenserwartung in Afghanistan liegt lt. Weltatlas bei 54 Jahren, lt. statistischem Bundesamt liegt sie bei 66 Jahren.
    Die Lebensmittelverschwendung in Haushalten soll in Nigeria in absoluten Zahlen in Tonnen höher sein als in den USA?
    Wenn man beispielsweise Bamako auf der Landkarte sucht, findet man den Ort nicht unter den im Anhang angegebenen. Koordinaten. Diese drei Beispiele lassen mich an der Qualität des Nachschlagewerks zweifeln.

    Auch über die Zielgruppe bin ich mir nicht im Klaren. Die Texte sind für Achtjährige nicht immer einfach zu verstehen. Für ältere Kinder sind sie jedoch sicherlich gut machbar. Obwohl ich Begriffe wie die azimutale Kartenprojektion schon gewagt finde. Die vielen nur kurz angeschnittenen Themen eignen sich eher, um Interesse zu wecken, da sie inhaltlich nicht in die Tiefe gehen.

    Fazit: Das Buch ist hübsch anzuschauen, als Nachschlagewerk jedoch nicht geeignet.


    Niemands Töchter

    Judith Hoersch
    Niemands Töchter (Buch)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    21.03.2026

    „Jeder hat Geheimnisse, stimmt’s?“

    In „Niemands Töchter“ geht es um Mutter-Tochter-Beziehungen. Im Mittelpunkt stehen Marie, Gabriele, Isabell und Alma. Alle sind Töchter. Aber sind sie auch Mütter?
    Die Lebensgeschichten der vier Frauen lernt man in einem Zeitraum von 40 Jahren kennen. Die Geschichten spielen sich überwiegend in Berlin und in der Eifel ab. In Zeitsprüngen wechselt die Handlung ständig zwischen den Personen und Orten. Es geht um Liebe und Verlust, Familie, Beziehungen und Identität. Ob und welche Zusammenhänge es gibt, wird langsam und durchaus spannend erzählt.

    Auf beeindruckende Weise wird das Glück des Mutterseins herausgearbeitet. Es geht aber auch um die Herausforderungen, Überforderungen, Geheimnisse und Ängste. Es hat mich beeindruckt, wie durch einen Perspektivenwechsel die getroffenen Entscheidungen plötzlich nachvollziehbar wurden. Polaroid-Bilder spielen in der Geschichte eine wichtige Rolle. Beim Lesen wurde mir erst bewusst, wie unverfälscht und einzigartig sie sind.

    Der zeitliche Sprung ins West-Berlin der 80er Jahre war toll. Marie hat mich in den Dschungel mitgenommen und dabei meine Erinnerungen an die Zeit wachgerüttelt. Schön war‘s.

    Wer einen Roman sucht, der berührt und bewegt, kommt an diesem Buch nicht vorbei.
    So schmeckt Brandenburg

    Olaf Kosert
    So schmeckt Brandenburg (Buch)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    23.02.2026

    Kohlrüben erwartet - Bärlauch-Risotto mit Spargel bekommen


    In dem Buch „So schmeckt Brandenburg“ von Olaf Kosert gibt es eine schöne Mischung an Rezepten in neun Kategorien, z.B. Stulle mit Brot, Fisch, Geflügel oder Salate.
    Die Rezepte kommen ohne viel Chichi aus und sind für Laien gut nachvollziehbar und machbar. Alle Rezepte sind mit schönen Fotos gestaltet und enthalten nützliche Tipps wie z.B. der Papierzylinder für den Käsekuchen. Das Rezept „Backkartoffeln mit Sauerkraut“ habe ich bereits ausprobiert und bin begeistert.
    Die Texte sind teils witzig geschrieben. „Und von wegen: Schaffleisch schmecke nach tranigem Hammel.“ Auch die traumatischen Kindheitserlebnisse durch den totgekochten Rosenkohl haben mir gut gefallen.
    Circa die Hälfte der Rezepte wurde direkt auf den brandenburgischen Höfen gekocht, von denen auch Produkte stammen. Diese Höfe sind am Ende des Buches aufgelistet und werden kurz beschrieben. Einige Höfe kenne ich bereits. Andere werde ich sicherlich bei meinen nächsten Wanderungen kennenlernen.

    Mein Fazit: Die Brandenburger Küche ist gar nicht so deftig, wie ich erwartet habe, sondern vielseitig und bunt. Eine schöne Sammlung regionaler und saisonaler Rezepte! Toll!
    Berlins süße Seite

    Susanne Leimstoll
    Berlins süße Seite (Buch)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    15.02.2026

    „Konditern gehen“

    „Konditern gehen“ habe ich schon lange nicht mehr gehört. Wenn man das Buch „Berlins süße Seite“ von Susanne Leimstoll in den Händen hält, dann kann man gar nicht anders, als sich den Versuchungen hinzugeben.
    In dem Buch werden 30 Patisserien, Konditoreien, Bäckereien und Spezialitätenläden vorgestellt. Was ist das Besondere an dem jeweiligen Laden? Und welche Lebenswege sind die Süßkram-Dealer gegangen? Egal ob man japanische, französische, deutsche, italienische, portugiesische, israelische, … Teilchen mag - hier kommt jeder auf seine Kosten. Und wie entscheidet man sich zwischen Macarons, Pastéis de Nata, Popcorn und Dinkelknauzen? Am besten nutzt man die Übersichtskarte am Ende des Buches und probiert alle Orte aus. Ich habe schon mehr als zehn (!) Läden ausprobiert und bin absolut begeistert. Menschen, die sich vegan oder glutenfrei ernähren, kommen jedenfalls auch auf ihre Kosten.
    Besonders erwähnenswert finde ich, dass alle Vorgestellten ein Rezept verraten, das sich zum Nachmachen eignet. Einen Versuch ist es wert.
    Zum Schluß werden noch 30 empfehlenswerte Cafés aus verschiedenen Bezirken vorgestellt, die entdeckt werden wollen. Prima.

    Mein Fazit: Ein tolles Buch, um die Stadt und ihre süßen Seiten zu entdecken!
    Die Stimme unseres Körpers

    Ingo Froböse
    Die Stimme unseres Körpers (Buch)

    3 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern Inaktiver Stern
    24.01.2026

    Einblicke in die Zusammenhänge

    Wenn es doch nur so einfach wäre!


    „Die Stimme unseres Körpers“ von Ingo Froböse ist ein gutes Sachbuch. Es geht um die eigene Körperwahrnehmung und die biologischen Zusammenhänge. Es geht darum zu verstehen, warum der Körper stetig nach Balance strebt und was wir dafür tun können.
    Auf über 150 Seiten erklärt Froböse das Nervensystem. Dabei geht er fachlich sehr ins Detail. Es mag wichtig sein, so in die Tiefe zu gehen, für mich war es jedoch zu viel und ich musste mich durch einige Abschnitte durchkämpfen.
    Sein Schreibstil ist teils sehr trocken und theoretisch.
    „Diese Neurotransmitter diffundieren über den synaptischen Spalt und binden an spezifischen Rezeptoren auf der postsynaptischen Membran. Dadurch werden dort Ionenkanäle geöffnet, und das führt zur Depolarisation oder Hyperpolarisation der postsynaptischen Membran.“
    Andererseits ist sein Stil auch sehr bildlich beispielsweise durch Vergleiche mit Formel-1-Autos, Stromkabeln oder Schnellstraßen.

    Im weiteren Verlauf des Buches wird es etwas eingängiger, wenn es um Schmerzen, Hunger, Durst und das Körpergefühl geht. Es wird erklärt, wie sich Schmerzarten unterscheiden oder wie Müdigkeit und Erschöpfung voneinander abgegrenzt werden können.
    Das Buch hilft, die Körperwahrnehmung zu verbessern. Wie ich jetzt aber die Signale deuten oder etwas ändern kann, kam mir in dem Buch eindeutig zu kurz. Meine Erwartungen, die durch das Buchcover und den Klappentext geweckt wurden, waren andere.

    Ein gutes Buch über die Zusammenhänge zwischen Körper und Seele. Es ist eher ein Lehrbuch, als ein praktischer Ratgeber.

    Oxen. Interregnum

    Jens Henrik Jensen
    Oxen. Interregnum (Buch)

    3 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern Inaktiver Stern
    15.01.2026

    Kann man lesen

    … muss man aber nicht.

    Im siebten Band der Oxen-Reihe ermittelt das eingespielte Team Oxen und Franck im Fall des ertrunkenen Generalstaatsanwalts Eilertson. Ist er ein begeisterter Anhänger des Eisbadens oder steckt etwas anderes dahinter? Parallel dazu wird ein vermeintlicher Suizid eines chinesischen Studenten und der Mord an seiner Freundin untersucht.
    Mossmann befindet sich in einer beruflichen Zwischenphase. Eigentlich ist er entmachtet worden, leitet jedoch kommissarisch das PET. Geschickt nutzt er windige Ressourcen und wendet unkonventionelle Ermittlungsmethoden an. Well.
    Bei den vielen Handlungssträngen, Verstrickungen und Personen kann man schnell den Faden verlieren, wenn man an dem Buch nicht dranbleibt. Streckenweise fehlte mir die Spannung und ich fand es langatmig. Der Charakter Niels Oxen hat mir hingegen wieder gut gefallen. Ich mag seine Entschlossenheit, seine Verletzlichkeit und seine Art zu kommunizieren. Margarethe Franck als kernige Macherin, nimmt dieses Mal die Zügel gut in die Hand. Einzig ihre privaten Geschichten und Bedürfnisse empfand ich als störend und hoffte inständig, dass es nicht kitschig wird. Die Recherchen zu Technik, Wirtschaft und zu Zusammenhängen haben mich beeindruckt.

    Ich denke, man sollte die vorherigen Bände gelesen haben, um die Charaktere und Hintergründe verstehen zu können. Aus meiner Sicht, reicht es jetzt aber auch. Danehof hat sich erschöpft.
    Der Kuckucksjunge

    Søren Sveistrup
    Der Kuckucksjunge (Buch)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    05.01.2026

    Guter Nervenkitzel

    Die Geschichte beginnt im Jahr 1992 in der Vergangenheit und handelt von Schulkindern eines Kinderheims, die einen Ausflug in ein Naturreservat machen. Beim Versteckspiel entdecken sie im Schilf die Leiche eines vermissten Jungen. Ein Lehrer findet sein Messer und ein zerfetztes Kuckucksjunges, das kurz zuvor noch quietschfidel war. Hängen beide Ereignisse zusammen?

    Die Geschichte wird 30 Jahre später fortgesetzt. Eine Frau wird vermisst, die seit einiger Zeit gestalkt wird. Stalking ist schon schlimm genug. Wenn dann aber auch noch die Stalking Opfer getötet werden, dann wird es unheimlich.
    Anfänglich sieht es so aus, als wären nur Frauen betroffen. Sie werden verfolgt, erhalten Nachrichten, in Form von Abzählreimen und es werden Fotos aus nächster Nähe aufgenommen. Dann folgt die letzte Nachricht: „Hab Dich!“
    Das Ermittlerteam Naia Thulin und Mark Hess bearbeiten gemeinsam die Fälle. Beide waren bereits beim „Kastanienmann“ ein Ermittlungsteam.
    Als jedoch der erste Mann gestalkt und ermordet wird, ändert sich auch die Ermittlungsarbeit. Die Ermittler lassen Daten auswerten und finden Übereinstimmungen zu alten, ungelösten Fällen. Die Zeit scheint ihnen davon zu laufen, während sie versuchen, den nächsten Mord zu verhindern. Fieberhaft versuchen sie die Gegenwart und die Vergangenheit miteinander zu verbinden.

    Auf knapp 700 Seiten wird Spannung aufgebaut und gehalten. Man lernt Thulin und Hess etwas kennen, die beim Kastanienmann noch ein Paar waren. Mit Thulin konnte ich nicht richtig warm werden. Sie wirkt auf mich distanziert und hölzern. Hess ist der Zerrissene und Unabhängige.
    Es macht Spaß den einzelnen Erzählsträngen zu folgen. Immer wenn ich dachte, jetzt hab ich es, dann nahm die Geschichte doch einen anderen Lauf. Das Einzige, was mich zeitweise, störte waren Passagen, die einen erklärenden Charakter hatten.

    Fazit: Ein spannender Krimi, mit vielen Wendungen.
    OTTO fährt los - Weihnachten in Finnland

    Madlen Ottenschläger
    OTTO fährt los - Weihnachten in Finnland (Buch)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    05.12.2025

    Gute Laune ist garantiert

    Dies war mein erstes Otto Buch und ich wusste nicht genau, was mich erwarten würde. Otto ist ein sprechender Zauberbus. Das wird leider nicht erklärt und es ist auch nicht sofort klar.

    Otto fährt mit seiner Ferienfamilie in die Winterferien zum Campen. Es geht zur Weihnachtszeit nach Finnland und in der Geschichte kann man viel über Bräuche und Riten, die Natur, das Essen, Weihnachten und vieles mehr erfahren. Die Sprache ist gut gewählt. Über so manche Wortkreationen mussten wir sehr schmunzeln. „Gltzerglänzen“ und „glücksbrüllen“ sind doch schön, oder?
    Die Illustrationen sind liebevoll gestaltet. Überall gibt es etwas zu entdecken. Besonders gut haben uns die Wichtel gefallen. Die finnischen Begriffe beim Vorlesen richtig auszusprechen, war allerdings eine kleine Herausforderung.
    Wir hatten das Glück, dass wir auch das Hörbuch hören konnten. Dann war es klar. Das Hörbuch enthält viele zusätzliche Details und macht die Geschichte etwas klarer.
    Fazit: Ein fantasievolles Buch, das einfach gute Laune macht.

    Was wütest du so sehr, kleiner Pandabär?

    Nora Imlau
    Was wütest du so sehr, kleiner Pandabär? (Buch)

    3 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern Inaktiver Stern
    03.12.2025

    Ein Mutmachbuch für Eltern

    In dem Buch „Was wütest du so sehr, kleiner Pandabär?“ werden viele Aspekte der Wut auf anschauliche Weise erklärt. Die Illustrationen sind m.E. sehr gut gelungen. Egal, ob die zuckersüßen Tiere spielen, sich streiten, traurig oder wütend sind - die Emotionen werden gut dargestellt. Das Buchformat ist für die Kleinsten handlich und durch die Pappausführung sehr stabil.
    Die Texte sind gereimt. Teils sind die Verse kurz und rund. Teilweise sind sie aber auch viel zu lang und sperrig. Beim Vorlesen musste ich deshalb des Öfteren nochmals meinen Rhythmus und die Betonung anpassen.

    „Dann sagt sie, meine Wut darf sein
    und ich bin nicht mit ihr allein,
    denn meine Wut, die kann mich führen.
    Ich muss nur lernen, hinzuspüren.“

    Dieses Buch soll für Kinder ab 24 Monate geeignet sein. Dafür finde ich das Buch sprachlich und inhaltlich sehr ambitioniert. Ich hatte eher den Eindruck, das es sich hierbei um ein Mutmachbuch für Eltern handelt.
    Die schönsten Seen in Brandenburg

    Roswitha Schieb
    Die schönsten Seen in Brandenburg (Buch)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    30.11.2025

    Schöne neue Anregungen

    Brandenburg hat eine Vielzahl an Seen. Wie kann man 33 Seen auswählen?

    Wer den Untertitel des Buches liest, stellt schnell fest, dass das Baden in diesem Reiseführer nicht im Vordergrund steht. Es sind die Natur, die Kultur, die Poesie, die Architektur und die Geschichte, die diese ausgewählten Seen ausmachen.
    Nach einer Einführung in die eiszeitliche Urzeit, der Entstehung der Seen und ihre Entwicklung, beginnen die einzelnen Kapitel. Sie sind nach den Himmelsrichtungen NO, SO, SW, NW in Quadrate geordnet. Eine Übersichtskarte befindet sich am Ende des Buches.
    Jeder See bzw jede Seenkette beinhaltet einen Text, der den See und interessante Geschichten und Details beschreibt. In einer blauen Infobox sind die wichtigsten Informationen komprimiert dargestellt, wie z.B. Größe, Zugang, Öffis, was in der Nähe ist und Tipps. Mit einem Kartenausschnitt endet jede Beschreibung.
    Mich haben insbesondere die geschichtlichen Ausflüge angesprochen. Wenn ich vom Alexander Haus oder Einstein Haus lese, dann wird schnell mein Interesse geweckt.
    Dass die Grenze zu Mauerzeiten durch die Havel oder den Niederneuendorfer See verlief, ist heute nicht mehr präsent. Umso bereichernder empfinde ich es, dass die NS-Zeit und die DDR-Zeit in diesem Buch ihren Platz finden.
    Also, nichts wie los und zum Beispiel die Lichtreflexionen am Schwielowsee studieren, die Glindower Alpen erklimmen, die Waldmöpse suchen oder den Fontanewanderweg laufen. Eine Badehose für das feuchte Nass braucht man nicht überall!
    Fazit: Ein wunderbares Buch, um Brandenburg zu entdecken und einzutauchen.
    Mega

    Jules Howard
    Mega (Buch)

    3 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern Inaktiver Stern
    06.11.2025

    Großformatiges Sachbuch

    In einem Mega-Format wird Sachwissen über die Tierwelt für Schulkinder aufbereitet. Und es geht wirklich nur um große Tiere, die in die Gruppen Säugetiere, Vögel, Reptilien, Fische und Molukken unterteilt werden.
    Im Wechsel werden immer Tiere der ausgestorbenen und der modernen Megafauna beschrieben. Um sich wirklich diese sehr großen Tiere vorstellen zu können, gibt es bildliche Größenvergleiche. Das ist sehr hilfreich, um sich beispielsweise das Größenverhältnis zwischen einem Megalodon und einem Weißen Hai vorzustellen. Abgerundet werden die Informationen durch ein Kapitel zum Artenschutz und ein Glossar.
    Die Illustrationen sind überwiegend gut gelungen. Sprachlich hingegen finde ich das Buch hingegen nicht überzeugend. Vielleicht habe ich die Kackpumpe oder die Känguru-Kack-Party auch nicht verstanden. Warum Tiere Weltbürger oder Promi-Bären sind, erschließt sich mir ebenfalls nicht.
    So richtig warm werden konnte ich mit dem Buch nicht. Es ist aber sicherlich interessant, darin zu blättern, zu staunen und einfach bei Themen hängenzubleiben.

    Lebensbande

    Mechtild Borrmann
    Lebensbande (Buch)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    03.11.2025

    Hervorragender zeitgeschichtlicher Roman

    Lebensbande von Mechthild Borrmann ist ein historischer Roman, der mich sprachlos zurücklässt!

    Er erzählt von den Lebenswegen und Schicksalen mehrerer Frauen in Deutschland. Die Geschichte wird auf zwei Zeitebenen und aus unterschiedlichen Perspektiven erzählt. Drei Frauen spielen eine besondere Rolle.
    Die Geschichte beginnt in den 1930er Jahren. Lene wird ungewollt schwanger und bekommt einen Sohn, Leo. Schon früh zeichnet sich ab, dass Leo seiner Entwicklung hinterherhinkt. Nora , die als Krankenschwester in der Heil- und Pflegeanstalt Waldniel arbeitet, hilft Lene, ihr Kind aus den Fängen der Anstalt zu befreien. Das Verstecken und Täuschen beginnt. Wem kann man trauen?

    Nora lernt, die vom Nationalsozialismus überzeugte, Lotte während des Krieges in Danzig kennen. Nora arbeitet im Lazarett als Krankenschwester, Lotte als Sekretärin in der Kommandantur. Beide geraten zum Ende des Krieges in russische Gefangenschaft und werden in einem Gulag inhaftiert.

    Zeitlich kurz nach den Wende erfahren wir einiges über Lotte, die jetzt in Kühlungsborn lebt. Sie ist beunruhigt, ein Neffe nimmt zu ihr Kontakt auf und möchte sie kennenlernen. Welches Geheimnis trägt sie mit sich herum und wovor hat sie Angst? Sie beginnt ihre Geschichte niederzuschreiben. Für wen schreibt sie? Für sich oder für andere?

    Die Geschichte wird im Wechsel zwischen den Zeitebenen erzählt. Zunächst erscheinen die Einzelteile verwirrend, doch dann fügt sich das Puzzle langsam zusammen.

    Es ist beeindruckend, wie Mechthild Bormann die Lebensumstände der Frauen beschreibt. Es ist der pure Überlebenswille und die Unterstützung der Frauen untereinander, die es ihnen ermöglichen die Erniedrigungen, die Willkür, den Hunger, die Verzweiflung und das totalitäre System zu überleben. Mechthild Borrmann recherchiert meisterhaft und mischt historischen Fakten mit Fiktionen.

    Ich war entsetzt, wie wenig ich über die inhaftierten Frauen in den russischen Gulags und die damit verbundenen Reparationszahlungen wusste. Das Buch ist für mich ein Anfang, um mehr darüber zu erfahren.

    Mein Fazit: Eine Leseempfehlung für Menschen, die zeitgeschichtlich interessiert sind.


    Wieso? Weshalb? Warum? - Das Lexikon der Antworten

    Andrea Schwendemann
    Wieso? Weshalb? Warum? - Das Lexikon der Antworten (Buch)

    4 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern
    27.10.2025

    Solide

    Schon mal Kältewüsten auf dem Globus gesucht?

    Das Lexikon der Antworten beinhaltet Sachwissen für Schulkinder ab 8 Jahren zu den Themen Natur, Tiere, Menschen, Geschichte und Technik. Pro Themengebiet gibt es ein Inhaltsverzeichnis mit Fragestellungen. Jedes Thema hat eine eigene Farbe. Dank des Regenbogenschnitt, findet man sich schnell zurecht.
    Die Fakten sind interessant und teilweise lustig dargestellt. Es gibt eine gute Mischung aus Fotos und tollen Illustrationen. Schon beim Durchblättern bleibt man bei einigen Themen hängen, die plötzlich Lust auf mehr machen. Die Sprache ist für Schulkinder gut verständlich.
    Am Ende des Buches befindet sich ein Register, sodass man auch gezielt nach Stichwörtern suchen kann.
    Besonders gut haben mir die Experimente gefallen . Es werden die benötigten Materialien genannt, der Versuch beschrieben und auch was passiert oder passieren sollte. Oder auch den SWR Fakefinder auszuprobieren, fand ich nützlich.
    Bei der Themenauswahl konnte mich das Lexikon jedoch nicht ganz überzeugen. Es gibt beispielsweise zu viele Saurier, aber keine Photosynthese. Auch den Themenblock Geschichte empfand ich als zu dünn.

    Insgesamt ein gutes Lexikon, in dem Schulkinder einfach stöbern können oder gezielt etwas über einige Themen erfahren können.
    Die schönsten Museen in Brandenburg

    Gerhard Drexel
    Die schönsten Museen in Brandenburg (Buch)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    07.10.2025

    Super Zusammenstellung

    Schon was am nächsten freien Tag vor?
    In dem Buch „Die schönsten Museen in Brandenburg“ werden über 90 Gedenkstätten, Kunst-, Literatur-, Schloss-, Spezial-, Stadt-, Regional- und Technikmuseen vorgestellt. In einem Verzeichnis sind alle Museen thematisch aufgelistet, sodass man schnell das gewünschte Interessengebiet finden kann. Es werden vier geographische Bereiche nach den Himmelsrichtungen gebildet, in denen die Museen gruppiert und vorgestellt werden. Jedes Museum wird auf einer Doppelseite mit seinen Besonderheiten inhaltlich vorgestellt. in der Regel gibt es dazu zwei Fotos und einen Infokasten, mit der Adresse, Webseite und den Öffnungstagen. Ich dachte, dass ich schon viele Museen besucht hätte. Ich musste jedoch feststellen, dass Brandenburg so viel zu bieten hat und ich doch nur einen Bruchteil kenne.
    Auf meiner Wunschliste für die nächsten Ausflüge stehen das Museum im Steintor in Bernau und Ehm Welk in Angermünde ganz weit oben. Man merkt dem Autor an, dass er selbst ganz begeistert von den Museen ist (dies gilt für alle Museen). Und das ist ansteckend.

    Bemerkenswert finde ich, dass fast alle Fotos vom Autor stammen.
    Manch ein Museum enthält noch einen besonders hervorgehobenen Hinweis. Oft handelt es sich dabei um einen kulinarischen Tipp.

    Gerhard Drexel hat ein sehr informatives Buch geschrieben, mit vielen kulturellen Ausflugsideen. Besser geht es nicht. Losgehen muss man allerdings schon selbst!
    1 bis 25 von 45 Rezensionen
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