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    zwischen.den.buchwelten

    Aktiv seit: 20. November 2024
    "Hilfreich"-Bewertungen: 1

    Bitte beachten Sie

    Wir können nicht sicherstellen, dass die Angaben von Verbrauchern stammen, die das Produkt tatsächlich genutzt oder erworben haben.

    43 Rezensionen

    Wir können nicht sicherstellen, dass die Angaben von Verbrauchern stammen, die das Produkt tatsächlich genutzt oder erworben haben.
    The Ordeals

    Rachel Greenlaw
    The Ordeals (Buch)

    4 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern
    08.04.2026

    Dark Academy mit bekannten Erzählmustern – trotzdem spannend

    In ‚The Ordeals‘ begleiten wir die Protagonistin Sophia DeWinter. Sie ist Magiebegabt, aber durch einen Blutsvertrag an „den Sammler“ gebunden und muss für ihn Aufträge erledigen. Ihre einzige Möglichkeit auf Freiheit ist die Aufnahme an der Akademie Killmarth, in der Magiebegabte ausgebildet werden. Obwohl Sophia kaum Erfahrung mit ihrer Magie hat, gelingt ihr die Aufnahmeprüfung, auf die eine Reihe weiterer tödlicher Prüfungen - die sogenannten „Ordeals“ - folgen.

    Sophia hat mir als Figur gefallen. Im Gegensatz zu ihren Mitstudent:innen wurde sie nicht in Magie ausgebildet. Doch durch ihre Vergangenheit beim Sammler hat sie zahlreiche Fähigkeiten erworben, die ihr bei den Ordeals zugutekommen. Sie ist tough und selbstbewusst und definitiv keine „Damsel in Distress“, auch wenn der männliche Protagonist Alden zunächst das Gefühl hat, sie beschützen zu müssen. Trotz seines übertriebenen Beschützer-Gehabes war Alden einigermaßen sympathisch und im Laufe der Geschichte lernte man seine emotionale Seite kennen.

    Die Romanze zwischen den beiden… nun ja. Leider werden hier die üblichen Romantasy-Erzählmuster bedient, so dass ich vom Augenrollen fast Muskelkater bekam. Glücklicherweise hielten sich die spicy Szenen einigermaßen in Grenzen und passten in den Handlungsverlauf.

    Das Dark Academy-Setting hat mir sehr gut gefallen. Die geheimnisvolle Killmarth Academy war stimmungsvoll beschrieben. Die Atmosphäre der Prüfungen war düster und spannend, und ich habe mit Sophia mitgefiebert, ob es ihr gelingen würde, die Prüfungen zu bestehen und mit ihrer Magie zurechtzukommen. Natürlich ist diese Art von Geschichte (Academy, tödliche Prüfungen, unerfahrene, aber mächtige Hauptfigur) alles andere als neu. Aber der Autorin gelingt es m.M.n. sie spannend zu erzählen, und auch das Ende bekommt einen würdigen Cliffhanger, der Lust auf die Fortsetzung macht.

    Fazit. ‚The Ordeals‘ erfindet weder das Dark Acedemy noch das Romantasy Genre neu. Doch trotz der bekannten Erzählmotive habe ich den Roman gerne gelesen. Das Setting war stimmungsvoll, die Figuren waren mir sympathisch und ich bin ihnen gerne gefolgt. Ich freue mich auf den zweiten Band. Meine Wertung: 3,5 Sterne.
    Heartbreak Hotel

    Micol Arianna Beltramini
    Heartbreak Hotel (Buch)

    4 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern
    06.04.2026

    Berührende Geschichte und schön illustriert

    In ‚Heartbreak Hotel‘ geht es um vier Teenager, deren Herz gebrochen ist und die im titelgebenden Hotel ihren Weg zur Heilung finden – jeder für sich, aber vor allem auch gemeinsam.
    Maya muss den Unfalltod ihrer Freundin Laura verkraften, in die sie heimlich verliebt war. Martin wurde von seinem Schwarm ausgelacht und gedemütigt. Fiona muss damit zurechtkommen, dass ihre beste Freundin etwas mit ihrem Freund angefangen hat. Und dann ist da noch Finn, der Freund von Laura, der sich die Schuld an ihrem Tod gibt.

    Vor allem die Schicksale von Maya und Finn haben mich berührt. Ihrer beider Beziehung zu Laura stellt am Ende auch eine Schlüsselszene der Gesamtgeschichte dar – diese war so emotional erzählt, da sind einige Tränen bei mir geflossen.
    Martin und Fiona blieben dabei leider ein bisschen auf der Strecke und ihr Weg zur Heilung verlief für meinen Geschmack zu schnell. Am Ende kehren alle vier Teenager aus dem Heartbreak Hotel zurück ins echte Leben und stellen sich dem Weiterleben.

    Sehr gut gefallen hat mir, wie die Geschichte mit der Bildsprache einer Graphic Novel transportiert wurde. Die Zeichnungen sind schön gestaltet, die Emotionen der Figuren kommen gut rüber und auch die grafische Abgrenzung des Hotels als „Nicht-Ort“ zum echten Leben war gut umgesetzt.

    Fazit. Die Geschichte der vier Protagonisten hat mich berührt und wurde einfühlsam und vor allem grafisch sehr schön erzählt. Ich persönlich bevorzuge zwar nach wie vor Geschichten in Romanform – die sind einfach ausführlicher. Hier gingen mir die Entwicklungen teilweise etwas zu schnell bzw. es fehlte mir manchmal an Tiefe. Trotzdem empfehle ich ‚Heartbreak Hotel‘ gerne weiter.
    Die Rätsel meines Großvaters

    Masateru Konishi
    Die Rätsel meines Großvaters (Buch)

    3 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern Inaktiver Stern
    27.03.2026

    Charmante Figuren aber erzählerisch etwas blasser als Band eins

    ‚Die Rätsel meines Großvaters‘ ist der zweite Band einer dreiteiligen Reihe des japanischen Autors Masateru Konishi. Auch in diesem Roman stehen die junge Lehrerin Kaede und ihr Großvater im Mittelpunkt, die eine gemeinsame Leidenschaft für Krimigeschichten und Rätsel teilen.

    Bereits im ersten Band dieser Reihe - ‚Die Bibliothek meines Großvaters‘ - sehen sich die beiden mit verschiedenen rätselhaften Vorkommnissen konfrontiert, die der Großvater durch clevere Deduktionen lösen kann.
    Diese Erzählweise setzt sich auch in diesem Band fort. Die Handlung, die sich über einen Zeitraum von einem Jahr erstreckt, wird episodenhaft erzählt. Sie konzentriert sich in fünf Kapiteln auf fünf Fälle bzw. rätselhafte Ereignisse aus dem persönlichen Umfeld Kaedes bzw. ihrer Freunde.
    Ich habe die Fälle dieses Mal als nicht ganz so interessant empfunden wie im ersten Band, auch weil man diesmal nicht so richtig miträtseln konnte. Die Herleitungen des Großvaters erschienen mir teilweise etwas zu weit hergeholt.

    Der übergreifende Handlungsbogen des Buches ist die enge Beziehung zwischen Kaede und ihrem an Demenz erkrankten Großvater, dessen Gesundheitszustand sich langsam verschlechtert. Darüber hinaus steht die Freundschaft zwischen Kaede, Iwata und Shiki im Mittelpunkt. Diese Freundschaft ist sehr schön beschrieben, insbesondere die Kabbeleien zwischen Iwata und Shiki sind amüsant. Am Ende des ersten Bands offenbart Kaede ihrem Großvater, dass sie sich verliebt hat. Auch Iwata und Shiki sind beide an Kaede interessiert und haben einen Pakt miteinander geschlossen, sie entscheiden zu lassen. Etwas genervt hat mich allerdings, dass es zu keiner Entscheidung kommt und die Leser bis zum Ende nicht erfahren, für welchen der beiden Männer Kaedes Herz schlägt. Hier muss man wohl auf Band drei warten.

    Fazit. ‚Die Rätsel meines Großvaters‘ knüpft an die Erzählweise des ersten Bandes an. Die Fälle waren dieses Mal für mich jedoch nicht ganz so interessant. Die persönlichen Beziehungen der Protagonistin Kaede zu ihrem Großvater und ihren Freunden waren grundsätzlich schön beschrieben. Insgesamt habe ich das Buch aber als etwas schwächer als den ersten Teil empfunden. Ich freue mich trotzdem auf Band drei.
    Das White Octopus Hotel

    Alexandra Bell
    Das White Octopus Hotel (Buch)

    4 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern
    13.03.2026

    Ein atmosphärischer Zeitreise-Roman mit emotionaler Tiefe

    Der Roman ‚Das White Octopus Hotel‘ hat mir auf so vielen Ebenen gefallen. Da ist zum einen das Zeitreise-Thema… ich liebe Zeitreisegeschichte. Auch das Setting im luxuriösen Grand Hotel mit seinen geheimen Räumen und magischen Gegenständen war zauberhaft und hat der Geschichte eine tolle Atmosphäre verliehen.

    Und dann sind da natürlich noch die beiden Protagonisten Eve und Max, deren Schicksale sich im Laufe der Zeit mehrfach miteinander verflechten und die mich sehr berührt haben. Eve kämpft ihr ganzes Leben mit einer Tragödie aus ihrer frühen Kindheit, für die sie sich die Schuld gibt. Max hat im Krieg Grauenhaftes erlebt und ist als einziger Überlebender seiner Einheit zurückgeblieben. Trauer, Schuld und Scham ziehen sich durch die Geschichte und geben der Handlung einen ernsten Ton.

    Wir erleben aber auch viel Magie und zauberhafte Momente. Die Handlung war spannend und, wie es sich bei Zeitreisegeschichten gehört, mysteriös mit „Knoten-im-Kopf“ Potential. Es hat mir viel Freude gemacht, Eve und Max zu begleiten, das Rätsel um das White Octopus Hotel und der geheimnisvollen Familie Roth zu lösen.

    Am Ende ging es mir allerdings fast ein bisschen zu schnell. Die „Auflösung“ und ihre Folgen passierten in den letzten Kapiteln und wirkten leider etwas gehetzt. Hier hätte ich mir ein paar Seiten mehr gewünscht.
    Der Comic-Club

    Scott Mccloud
    Der Comic-Club (Buch)

    4 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern
    09.03.2026

    Wie aus Ideen Comics werden

    In ‚Der Comic-Club‘ geht es um vier Kinder, die Comics lieben. Makyla denkt sich gerne epische Geschichten aus, weiß aber nicht, wie sie diese strukturiert zu Papier bringen soll. Howard zeichnet gerne, hat aber keine Ideen für eine Handlung. Lynda ist schüchtern und zweifelt daran, ob ihre Zeichnungen gut genug sind. Und Art möchte am liebsten alles auf einmal ausprobieren. Gemeinsam gründen die vier den Comic-Club. Unterstützt werden sie von der Bibliothekarin und Comic-Fan Fatima, die ihnen und den Lesern das Handwerk des Comic-Zeichnens näherbringt.

    Mir hat die Idee hinter dem Buch sehr gefallen: Ein Comic über Comics. Altersgerecht und eingebunden in eine Rahmenhandlung wird erläutert, was zum Erstellen eines Comics dazugehört. Die Themen Mimik, Körpersprache, verschiedene Zeichenelemente und die Seitengestaltung werden anschaulich erklärt. Gerade für Kinder, die Comics lieben und vielleicht sogar selbst gerne zeichnen, ist das ein tolles Buch, um tiefer in die Materie einzusteigen. Ergänzt wird die Comic-Geschichte noch durch einen umfangreichen Anhang mit Glossar, einer Auflistung von Berufen rund ums Comiczeichnen und einer Beschreibung der Entstehung des Buches.

    Fazit. ‚Der Comic-Club‘ ist ein sehr schönes Buch für Kinder, die sich für Comics und ihre Entstehung interessieren. Die Figuren mit ihren unterschiedlichen Vorlieben bieten Identifikationspotenzial. Positiv aufgefallen ist mir außerdem, dass im Buch deutlich wird, dass Comics nicht nur „Kinderkram“ sind, sondern eine ernstzunehmende Form der Geschichtenerzählung.
    Der Briefladen, in dem die Zeit stillstand

    Baek Seungyeon
    Der Briefladen, in dem die Zeit stillstand (Buch)

    4 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern
    13.02.2026

    Die Magie des geschriebenen Wortes

    ‚Der Briefladen, in dem die Zeit stillstand‘ ist ein stilles Plädoyer für das Briefeschreiben für das Innehalten und dafür, sich selbst und den eigenen Gedanken Raum zu geben - ein schöner Kontrast zu unserer schnelllebigen Zeit, in der das Leben in so vielen Bereichen digital stattfindet.

    Wir begleiten die Protagonistin Hyoyeong, die ihr Studium abgebrochen hat und sich aufgrund einer schwierigen familiären Situation unsicher und etwas haltlos fühlt.
    Der Briefladen, in dem sie zu arbeiten beginnt, hilft ihr, zur Ruhe zu kommen und über sich und ihr Leben nachzudenken. Es war schön zu lesen, wie die Atmosphäre des Ladens nicht nur auf Hyoyeong, sondern auch auf die vielen Kunden des Briefladens eine positive Auswirkung hat.

    Die Geschichte hat keinen großen Handlungsbogen. Zwar sind Hyoyeongs Familie und der Konflikt mit ihrer Schwester Themen, die sich durch das Buch ziehen, aber ansonsten sind die Kapitel eher episodenhaft und erzählen von den Menschen, die den Briefladen besuchen und ihren individuellen Lebenssituationen. Das hat mir gut gefallen. Der Roman ist ruhig und entschleunigend, ganz wie das Schreiben von Briefen.

    Ich fand das Personenverzeichnis am Anfang des Buches sehr hilfreich. Besonders gut fand ich, dass darin auch Hinweise zur Aussprache der koreanischen Namen gegeben wurden. Dank dieser Übersicht konnte ich mich schnell in dem Buch und seinen Figuren zurechtfinden.

    Fazit. ‚Der Briefladen, in dem die Zeit stillstand‘ ist ein ruhiges Buch, das die positive Wirkung des geschriebenen Wortes herausstellt. Wir begegnen verschiedenen Figuren, deren Leben sich durch die Briefe gegenseitig berühren. Leseempfehlung.
    Mathilde und Marie

    Torsten Woywod
    Mathilde und Marie (Buch)

    4 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern
    28.01.2026

    Eine ruhige und unaufgeregte Geschichte

    ‚Mathilde und Marie‘ spielt im belgischen Dorf Redu, das zwar nur knapp 400 Einwohner, dafür aber rund 20 Antiquariate und Buchhandlungen hat. Die Personen und die Handlung der Geschichte sind fiktiv, das Dorf selbst gibt es jedoch wirklich. Man merkt, dass der Autor Torsten Woywod mit diesem Buch dem Ort, dem Lesen und den Buchhändlern ein Denkmal setzen möchte.

    Mir hat die Atmosphäre des Buches sehr gefallen. Ich konnte mir Redu gut bildlich vorstellen: der Ort, die Menschen, alles ist auf eine heimelige, urige, naturbelassene und entschleunigte Weise beschrieben.
    In diesen Ort verschlägt es Marie, eine junge Frau Mitte zwanzig, die nach einem Schicksalsschlag überstürzt aus Paris geflohen ist. Im Zug wird sie von der Buchhändlerin Jonina „aufgelesen“ und nach Redu eingeladen.

    Auch Maries Entwicklung hat mir gut gefallen. Im Laufe der Tage, die zu Wochen und schließlich zu Monaten werden, entwickelt sich die orientierungs- und perspektivlose Studentin zu einer selbstbewussten Frau, die zu sich selbst findet. Dabei nimmt sie großen Einfluss auf das Dorf, seine Einwohner und insbesondere auf die verschlossene Mathilde.
    Diese Entwicklung ist schon ein bisschen kitschig, vor allem die Freundschaft zwischen Marie und Mathilde, die sich recht schnell vertieft. Trotzdem hat es Freude gemacht, die beiden Frauen auf ihrem Weg zu begleiten.

    Die Geschichte ist ruhig und unaufgeregt. Zwar gibt es das eine oder andere Vorkommnis, jedoch keine krassen Plot Twists oder dramatischen Wendungen. Manche Leser mögen das als langweilig oder langatmig empfinden. Mir hat ein solch ruhiges Buch zur Abwechslung jedoch sehr gut getan.

    Gefremdelt habe ich aber mit dem Schreibstil des Autors, denn auch wenn es ihm gelingt, die Atmosphäre des Ortes und der Natur gut einzufangen, klingen die Dialoge der Figuren leider sehr gestelzt und wenig authentisch. Beim Lesen habe ich mir oft gedacht: „So redet doch keiner.“ Das fand ich schade, denn es ist mir wirklich negativ aufgefallen.
    Smeralda Bohms Bestiarium (Bd. 1)

    Anja Fislage
    Smeralda Bohms Bestiarium (Bd. 1) (Buch)

    4 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern
    08.01.2026

    Fantastische Kryptiden und wo sie zu finden sind...

    Das Buch punktet schon mal durch seine tolle Optik. Das Cover sieht fantastisch aus und macht sofort Lust aufs Lesen. Auch im Inneren gibt es viele schöne Details. Da die gesamte Geschichte aus der Ich-Perspektive der Protagonistin Smeralda geschrieben ist, wirkt das gesamte Buch wie ein Tagebuch. Es enthält Fußnoten, Seitenbemerkungen, Zeichnungen und Fotos. Das hat mir sehr gut gefallen, denn es lockerte den Text auf und hat mir viel Freude beim Lesen bereitet. Ich könnte mir aber vorstellen, dass es auch ablenken kann, da es den Lesefluss unterbricht. Das ist sicherlich eine Frage der Leseerfahrung.

    Ich würde das Buch Kindern ab 12 Jahren empfehlen, die gerne und viel lesen. Die Kapitel sind teilweise recht lang, auch wenn sie meist in einzelne Abschnitte unterteilt sind. Der Schreibstil ist an sich witzig, denn Smeralda sieht sich als „ernstzunehmende Wissenschaftlerin”, hat aber gleichzeitig mit den Nöten und Pflichten einer Zwölfjährigen zu kämpfen. Man muss sich an diese manchmal etwas gestelzt wirkende Erzählweise aber erst gewöhnen.
    Auch wenn sich am Ende alles zum Guten wendet, würde ich das Buch nicht für ängstliche Kinder empfehlen. Die Handlung ist nicht nur spannend, sondern teilweise auch ziemlich gruselig, grausam und traurig.

    Als erwachsene Leserin war ich schnell versucht, der Protagonistin Smeralda das Label „autistisch“ aufzudrücken, denn sie tut sich schwer mit menschlicher Interaktion und Emotionen und ist hyperfokussiert auf ihr Spezialinteresse. Aber das ist meine erwachsene Sicht. Ich glaube nicht, dass die Autorin es darauf angelegt hat, und auch Kinder werden beim Lesen noch nicht in diesen „Schubladen“ denken. Nichtsdestotrotz könnte ich mir vorstellen, dass Kinder im neurodivergenten Spektrum in Smeralda eine Identifikationsfigur sehen.

    Erwähnenswert ist außerdem, dass es sich um den ersten Band einer Reihe handelt - einige Aspekte bleiben am Ende offen. Band 2 ist für Herbst 2026 angekündigt.
    Das Jahr voller Bücher und Wunder

    Libby Page
    Das Jahr voller Bücher und Wunder (Buch)

    4 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern
    18.12.2025

    Ein Buch fürs Herz

    Das Cover von ‚Das Jahr voller Bücher und Wunder‘ ist ein absoluter Hingucker und hat mich sofort angesprochen.

    In diesem Roman begleiten wir die Protagonistin Tilly über einen Zeitraum von einem Jahr. Zu Beginn der Handlung steckt sie in tiefer Trauer, denn sie hat vor einem halben Jahr ihren Mann Joe verloren. Dieser hat vor seinem Tod noch ein besonderes Geschenk für sie arrangiert. Jeden Monat erhält sie ein Buch mit einem Brief von ihm. So begleiten die Bücher Tilly durch den Trauerprozess und holen sie Stück für Stück ins Leben zurück.

    ie Ausgangssituation ist etwas konstruiert und es passieren in der Handlung (zu) viele glückliche Zufälle, aber darüber konnte ich hinwegsehen, weil mir Tillys Geschichte sehr gut gefallen hat. Es war berührend zu sehen, wie jedes Buch Tilly dabei hilft, ihre Trauer zu verarbeiten und wieder Freude in ihr Leben zu lassen. Hier fand ich die Botschaft sehr schön, welche positive Wirkung Bücher bzw. das Lesen haben kann.

    Tilly war eine sehr sympathische Figur. Aber auch die anderen Charaktere der Handlung haben mir gefallen, allen voran Buchhändler Alfie. Natürlich war von Kapitel eins an klar, dass die beiden zueinanderfinden würden. Aber der Romance-Plot wurde behutsam aufgebaut und gipfelte auf den letzten Seiten in einem - zugegebenermaßen etwas kitschigen, aber herzerwärmenden - Happy End.

    Fazit. Obwohl das Coverdesign es suggeriert, ist ‚Das Jahr voller Bücher und Wunder‘ eigentlich kein Weihnachtsbuch. Allerdings ist es genau das richtige Buch für diese Jahreszeit – eine Story fürs Herz, ein bisschen kitschig, aber trotzdem schön.
    Greta Grimaldi und der Junge aus dem Schatten

    Davide Morosinotto
    Greta Grimaldi und der Junge aus dem Schatten (Buch)

    3 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern Inaktiver Stern
    10.12.2025

    Historisch spannend, aber emotional und charakterlich blass

    ‚Greta Grimaldi und der Junge aus dem Schatten‘ ist ein Kinder-/Jugendbuch, das ab 12 Jahren empfohlen wird. Es handelt sich um eine interessante Mischung aus historischer und Krimigeschichte. Besonders gut hat mir gefallen, dass der Autor den real existierenden und bis heute nicht gelösten Fall des Kaspar Hauser in seine Geschichte verwoben hat. Die Mischung aus historischen Fakten und fiktiver Neuinterpretation fand ich sehr gelungen.

    Schwierigkeiten hatte ich allerdings mit den Figuren. Leider ist mir kaum eine der Figuren der Geschichte wirklich nah gegangen. Protagonistin Grata blieb für mich blass und profillos. Außerdem hat mich gestört, dass ihr Verhalten meiner Meinung nach nicht zu einem 14-jährigen Mädchen passte. Auch die anderen Figuren konnten mich nicht überzeugen. Teilweise empfand ich sie als sehr unsympathisch, beispielsweise Oskar.
    Ich fand den Aufbau der Handlung überwiegend gelungen, wie sich Greta und ihr Vater nach und nach dem Mysterium um Kasper Hauser und die Drohungen gegen ihn nähern. Die Auflösung war zwar nachvollziehbar, ich empfand sie für diese Altersempfehlung jedoch als zu grausam.

    Positiv hervorheben möchte ich die stimmungsvolle Gestaltung des Covers und die schönen Illustrationen im Inneren des Buches. Sie ergänzen den Text sehr gut und verleihen der Geschichte eine zusätzliche historische Atmosphäre.

    Fazit. ‚Greta Grimaldi‘ konnte mich leider nicht ganz überzeugen. Zwar wird die Geschichte interessant erzählt und schön illustriert, auch die Einbeziehung realer historischer Ereignisse ist gelungen. Die Figuren bieten für ein Jugendbuch aber m. M. n. kaum Identifikationspotenzial und das Ende halte ich, gerade für sensible Kinder, für zu grausam.
    In den Scherben das Licht

    Carmen Korn
    In den Scherben das Licht (Buch)

    4 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern
    21.11.2025

    Hoffnung zwischen Trümmern

    Von Carmen Korn habe ich bereits die Jahrhundert-Trilogie mit großer Begeisterung gelesen. Auch ‚In den Scherben das Licht‘ hat mir gefallen, wenngleich es nicht ganz an die Trilogie herankam.
    Auch dieser Roman spielt in Hamburg und erstreckt sich über einen Zeitraum von mehreren Jahren. Im Oktober 1946 begegnen wir den drei Protagonisten Giesela, Gert und Friede und begleiten sie bis Dezember 1955.

    Neben den drei genannten Figuren treten noch diverse weitere auf, deren Schicksale die Autorin geschickt miteinander verknüpft. Gerade diese interessante Verflechtung der Figuren miteinander und wie sie nach und nach zu einer „Wahlfamilie“ zusammenfinden, hat mir sehr gefallen, auch wenn nicht jeder Charakter mit gleich viel Tiefe erzählt wird. Glücklicherweise war es für mich kein Problem, den Überblick über die Figuren und ihre Beziehungen zueinander zu behalten. Ich kann mir aber vorstellen, dass das nicht für jeden einfach ist. Ein Personenverzeichnis wäre hilfreich gewesen.

    Die Autorin hat eine außergewöhnliche Erzählweise: Die einzelnen Kapitel haben eine zeitliche Einordnung von Monat und Jahr und bestehen aus Abschnitten, in denen jeweils eine Momentaufnahme einer oder mehrerer Figuren erzählt wird. Manchmal liegen zwischen den Kapiteln nur ein Monat, manchmal aber auch ein Jahr.
    Meiner Meinung nach gelingt es der Autorin trotz – oder vielleicht sogar wegen – dieser schnappschussartigen Erzählweise sehr gut, Atmosphäre aufzubauen. Gerade die ersten Kapitel der Nachkriegsjahre waren sehr bildhaft und nachfühlbar erzählt.

    Ich empfand das Pacing allerdings als nicht ganz ausgewogen. Während die Geschichte in der Mitte eher langsam voran ging, reihten sich die Ereignisse gegen Ende Schlag auf Schlag aneinander. Das hätte etwas ausgewogener sein können. Die Begegnung auf der letzten Seite hat mich jedoch sehr gerührt und war für mich ein perfekter Abschluss.

    Eine Kleinigkeit, die mich gestört hat, ist, dass Cover und Buchrücken leider nicht zur Gestaltung der anderen Bücher von Carmen Korn passen, obwohl sie im selben Verlag erschienen sind. Bei der Jahrhundert-Trilogie und der Drei-Städte-Diologie wurde auf ein passendes Design geachtet. Das hätte ich mir auch hier gewünscht.
    Falling Like Leaves

    Misty Wilson
    Falling Like Leaves (Buch)

    3 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern Inaktiver Stern
    07.11.2025

    Cozy-herbstliche Teenager-Geschichte

    Cover und Farbschnitt lassen bereits erahnen, was für eine Geschichte den Lesenden erwartet. Das Buch ist wunderhübsch gestaltet in herbstlichen Farben und Design. Und genauso wunderhübsch wird auch die Kleinstadt Bramble Falls beschrieben, in die es die New Yorker Schülerin Ellis unvermittelt verschlägt.
    Obwohl es schon ziemlicher Herbst-Kitsch war, hat mir die Atmosphäre des Buches sehr gefallen. In Bramble Falls würde ich auch gerne mal Urlaub machen.

    Wie es sich für diese Art von Romanen gehört, sind die Einwohner des Ortes herzlich, die Jungs „hot“ und die Protagonistin Ellis fühlt sich immer wohler, obwohl sie doch eigentlich zurück nach New York will.
    Im Laufe der Handlung trifft Ellis nicht immer sympathische Entscheidungen. Dennoch konnte ich ihr Handeln nachvollziehen und fand ihre widersprüchlichen Gefühle gut beschrieben.
    Ellis Vater ist auf seine Karriere fokussiert und vernachlässigt dadurch die Familie. Dass Ellis genau deswegen versucht, es ihm recht zu machen, konnte ich nachvollziehen. Das Verhalten von Ellis Mutter und die mangelnde Kommunikation der beiden fand ich hingegen schwierig. Die Auflösung am Ende war nicht überraschend, aber die Mutter-Tochter-Beziehung blieb für mich unklar.

    Typisch Teenager Romanze war dann noch das Verhältnis zwischen Ellis und Cooper. Natürlich ist Cooper nicht nur sehr gutaussehend, sondern auch ein herzensguter Kerl, der Angst hat, (wieder) von Ellis verletzt zu werden. Coopers Reaktionen fand ich manchmal etwas überzogen, und das „Rumgeeiere“ der beiden hat mich die Augen rollen lassen. Insgesamt war es aber eine ganz niedliche Geschichte mit dem obligatorischen Ende.

    Fazit. ‚Falling Like Leaves‘ hat bei mir vor allem mit dem cozy Herbst-Setting gepunktet. Der Ort Bramble Falls war einfach direkt aus dem Bilderbuch. Ansonsten ist es eine nette Teenie-Romanze mit allem, was dazugehört – inklusive eines vorhersehbaren Endes. Für mich war es nette Unterhaltung, aber mit 47 bin ich auch schon lange nicht mehr die Zielgruppe. ;-)
    Wintern

    Kari Leibowitz
    Wintern (Buch)

    4 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern
    30.10.2025

    Winter – eine Frage der Einstellung

    Das Buch fällt durch sein stimmungsvolles Cover sofort ins Auge. Die Haptik des Buchdeckels erinnerte mich an Büttenpapier und war sehr angenehm. Das hat Lust gemacht, das Buch zur Hand zu nehmen.

    Dies ist kein „Hygge“-Buch. Zwar enthält jedes Kapitel eine Liste mit konkreten Tipps für das „Überwintern“, doch das Buch ist mehr als nur ein Ratgeber. Die Autorin bringt eigene Erfahrungen und Forschungsergebnisse ein, setzt sich mit psychologischen Grundlagen auseinander, grenzt z.B. eine „echte“ Depression ab vom „Winter Blues“ und schreibt über die von verschiedenen Psychologen untersuchten Themen.
    Besonders gut gefallen hat mir, dass sich die Denkanstöße nicht nur auf die persönliche Einstellung gegenüber dem Winter, sondern auch auf andere Lebensbereiche übertragen lassen - z.B. die Wirkung von Glaubenssätzen, die Anregung auf die Bedürfnisse des eigenen Körpers zu hören, aktiv zu werden anstatt sich einer Situation hinzugeben.

    Manchmal fand ich den Schreibstil ein bisschen mühsam. Man merkt, dass die Autorin sich seit Jahren intensiv mit dem Thema beschäftigt und psychologisch tief fundiertes Fachwissen hat. Leider haben der ein oder andere Schachtelsatz den Lesefluss für mich manchmal erschwert. Es ist kein Buch, das man „mal eben wegliest“, man sollte sich ein bisschen Ruhe dafür gönnen. Aber das ist ja ohnehin eine der Botschaften der Autorin ;-) .

    Fazit. ‚Wintern‘ ist ein informatives Sachbuch, das eine gute Mischung aus persönlichen Erfahrungen der Autorin, psychologisch fundiertem Fachwissen und Ratgeber-Tipps bietet. Das Buch hat mich sehr abgeholt und ich werde versuchen, einiges für die kommende Jahreszeit umzusetzen, um besser zu „überwintern“.
    Die Bibliothek meines Großvaters

    Masateru Konishi
    Die Bibliothek meines Großvaters (Buch)

    4 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern
    21.10.2025

    Die Kunst des Rätselns

    'Die Bibliothek meines Großvaters' war das erste Buch aus Japan, das ich gelesen habe. Das Setting in Japan hat mir gut gefallen, da ich bislang nur wenige Berührungspunkte mit diesem Land hatte. Während des Lesens habe ich den einen oder anderen Begriff gegoogelt und mich mit den Anrede-Gepflogenheiten der Japaner beschäftigt. Allein das hat mir schon Freude gemacht.

    In ihrem Roman erzählt die Autorin Masateru Konishi die Geschichte der Lehrerin Kaede und ihres an Demenz erkrankten Großvaters. Er war früher selbst Lehrer, ist ein sehr belesener Mann und hat eine Schwäche für Rätsel - eine Vorliebe, die Kaede von ihm geerbt hat. Trotz seiner Erkrankung hat Kaedes Großvater immer noch einen wachen Geist und eine hervorragende Kombinationsgabe. Mit dieser gelingt es ihm scheinbar mühelos, Kriminalfälle und rätselhafte Begebenheiten, die sich in Kaedes Umfeld ereignet haben, zu lösen. Das fast schon Sherlock-Holmes-artige Deduzieren hat mir sehr gefallen und war nachvollziehbar erzählt.

    Auch die Hauptfigur Kaede hat mir gut gefallen. Sie liebt ihren Job als Lehrerin, ist ansonsten aber ein sehr zurückhaltender Mensch und hat deshalb nur wenige soziale Kontakte. Im Laufe der Geschichte blüht sie ein wenig auf, was unter anderem an ihrem Kollegen Iwata und dessen Freund Shiki liegt. Die sich entwickelnde Freundschaft mit den beiden jungen Männern war schön beschrieben und auch hier war es interessant, mehr über die sozialen Normen der japanischen Kultur zu erfahren.

    Bereits früh in der Geschichte wird angedeutet, dass es in Kaedes Vergangenheit ein tragisches Ereignis gab, dass sie und ihre Familie nachhaltig geprägt hat. Im letzten Drittel des Buches wird genau dieser Aspekt aufgenommen und hier kippte das Buch für mich ein wenig. Für mich wollte dieser Part der Erzählung, der deutlich in Richtung Thriller ging, nicht so recht zu dem Rest des Buches passen.

    Auch den deutschen Titel fand ich etwas unpassend, da die umfangreiche Bibliothek von Kaedes Großvater zwar mehrfach erwähnt wird, aber ansonsten keine zentrale Rolle in der Geschichte spielt. In der englischen Übersetzung heißt das Buch 'My Grandfather, the Master Detective' - dieser Titel passt deutlich besser.

    Fazit. 'Die Bibliothek meines Großvaters' hat mir gut gefallen. Vor allem die Einblicke in die japanische Kultur waren für mich etwas Neues. Die Figuren des Buches waren sympathisch und ich konnte mit ihnen mitfühlen. Ein bisschen irritierend fand ich allerdings den Genre-Wechsel im letzten Drittel des Buches. Der Roman ist der erste Band einer Trilogie, kann aber durchaus auch einzeln gelesen werden. Der zweite Band erscheint im März nächsten Jahres auf Deutsch. Ich freue mich darauf, Kaedes Weg weiterzuverfolgen.
    Oishii!

    Stefan Braun
    Oishii! (Buch)

    4 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern
    09.10.2025

    Authentischer Einblick in die japanische (Ess-)Kultur

    Für mich lag der Reiz dieses Buches in der Kombination aus Bildband, Kochbuch und kurzen, informativen Texten, wie man sie in einem guten Reiseführer findet.
    Vor allem die farbenfrohen und lebendigen Fotos haben es mir angetan. Sie vermitteln ein authentisches Bild von Japan, seinen Menschen und ihrem Alltag.
    Der Autor geht unter anderem auf die japanische Esskultur und ihre Wandlungen ein. Außerdem werden typische Elemente der japanischen Küche wie Macha, Sojasauce oder Ramen beschrieben.

    Und dann wären da natürlich noch die Rezepte. Diese reichen von einfachen Basics, die sich gut mit anderen Gerichten kombinieren lassen, bis hin zu aufwendigen Gerichten, für die man etwas mehr Zeit einplanen muss. Bei den Zutaten werden sowohl „gängige“ Zutaten verwendet, die in jedem gut sortierten Supermarkt erhältlich sind, als auch speziellere Zutaten, die nur im Asiashop oder übers Internet zu beziehen sind.
    Hier liegt mein einziger Kritikpunkt. Ich habe das Glück, in einer Großstadt zu leben, in der es viele Asiamärkte gibt. Wenn man sich jedoch nicht auskennt, hat man bei der großen Auswahl Schwierigkeiten herauszufinden, wo das Gesuchte zu finden ist. Insbesondere stellt sich die Frage, ob Zutat XY ein Pulver, eine Paste oder eine Sauce ist. Hier hätte ich mir am Ende des Buches ein Kapitel zum Thema Warenkunde gewünscht, ggf. auch mit Tipps, wo man welche Zutaten bekommt bzw. ob man etwas ersetzen kann.
    Ich verstehe aber auch, warum der Autor dieses nicht in das Buch integriert hat, denn das hätte nicht so richtig zu dem Gesamtkonzept gepasst.

    Fazit: ‚Oishii!‘ ist mehr als ein Kochbuch. Es bietet einen spannenden, bildgewaltigen und natürlich auch kulinarischen Einblick in die japanische (Ess-)Kultur. Dabei geht die Authentizität leider ein wenig auf Kosten der Praktikabilität.
    KUNO KLAPPER hat nicht alle Knochen beisammen

    Tina Schilp
    KUNO KLAPPER hat nicht alle Knochen beisammen (Buch)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    30.09.2025

    Auf der Suche nach den verschwundenen Knochen

    Kuno Klapper ist ein leicht schusseliges Skelett, das gerne mal seine Knochen verbummelt. Ausgerechnet an seinem 100. Geburtstag fehlt plötzlich - ohne Kunos Verschulden - eine seiner Fersen. Auch sein penibler Cousin Jonas vermisst plötzlich einen Finger. Für die beiden beginnt eine abenteuerliche Suche nach dem Knochendieb, bei der sie zum Glück nicht auf sich allein gestellt sind…

    Ich fand das Buch großartig! Das Städtchen Torfingen und seine Bewohner sind liebevoll und vielfältig beschrieben – kindgerechter Grusel- und Ekelfaktor inklusive. Die Illustrationen ergänzen die Geschichte perfekt. Überhaupt hat mich die Gestaltung des Buches wirklich begeistert: vom tollen Cover über den Vor- und Nachsatz mit den wichtigsten Figuren der Handlung bis hin zur Seitengestaltung. Fast auf jeder Seite gab es ein Bild oder ein anderes grafisches Detail, das die Geschichte auflockert und begleitet.

    Die Geschichte ist ebenfalls sehr charmant und mit viel Humor erzählt. Über „Geistergram“ und „Nachtflix“ habe ich sehr geschmunzelt. Die einzelnen Etappen des Abenteuers sind originell und voller „monstermäßiger” Ideen. Das Thema Rivalität und Freundschaft wird gut aufgegriffen. Anfänglich können sich Kuno und Jonas nicht ausstehen, im Laufe der Handlung unterstützen sie einander jedoch und werden am Ende zu Freunden.

    Fazit. ‚Kuno Klapper‘ ist eine tolle Abenteuergeschichte, die perfekt zu Herbst und Halloween passt. Die Altersempfehlung von acht Jahren ist angemessen und der Text ist altersgerecht geschrieben. Sowohl mich als auch mein Patenkind haben die abenteuerliche Handlung und die schönen Illustrationen begeistert.
    Organisch

    Giulia Enders
    Organisch (Buch)

    4 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern
    25.09.2025

    Ein ganzheitlicher Blick auf unseren Körper

    Anders als bei ihrem Bestseller „Darm mit Charme“ steht in diesem Buch der Ärztin Giulia Enders nicht ein einzelnes Organ im Mittelpunkt. Vielmehr wirft sie einen umfangreichen und ganzheitlichen Blick auf das Zusammenspiel verschiedener Körperfunktionen: die Lunge, das Immunsystem, die Haut, die Muskeln und das Gehirn.

    In den einzelnen Kapiteln werden die Funktionen des menschlichen Organismus erläutert. Der Schreibstil ist verständlich und locker ohne dabei an Tiefe einzubüßen. Die Autorin geht auch auf die evolutionäre Entwicklung unseres Körpers sowie die Auswirkungen unserer modernen Welt und Lebensweise ein und gibt Tipps, wie wir unsere Gesundheit erhalten können.

    Giulia Enders verfolgt bei dem erzählerischen Aufbau ihres Buches einen interessanten Ansatz: Zu Beginn jedes Kapitels gibt sie einen autobiografischen Einblick in ihre Familiengeschichte und zieht dabei Parallelen zu der im Folgenden besprochenen Körperfunktion. Beispielsweise steht die immer anpackende Mutter Pate für das Kapitel über die Muskeln.
    Ich fand diese Idee einerseits interessant. Die Personen und ihre Geschichte wurden passend gewählt. Andererseits wirkte dieser Kapitelbeginn immer auch ein bisschen wie ein Fremdkörper auf mich, da die Personen im weiteren Verlauf des Kapitels, wenn überhaupt, nur am Rande eine Rolle spielten.

    Die Illustrationen, insbesondere die der Familie, sind sehr schön gestaltet. Sie haben mir als Leser ein Bild der Personen vermittelt, die uns die Autorin vorstellt. Im weiteren Verlauf des Buches gibt es ebenfalls vereinzelt grafische Darstellungen. Hier hätte ich mir allerdings noch etwas mehr gewünscht. Denn trotz des angenehmen Schreibstils der Autorin ist das Thema doch sehr umfangreich und Bilder helfen mir beim Verständnis immer sehr.

    Fazit. ‚Organisch‘ ist ein faszinierendes Buch über den menschlichen Körper. Die Autorin hat einen sehr angenehmen und gut verständlichen Schreibstil. Trotzdem ist es meiner Meinung nach kein Buch, das man „mal eben wegliest“, sondern es bedarf schon etwas Konzentration und Aufmerksamkeit, um alle Facetten der jeweils in den fünf Kapiteln besprochenen Körperfunktionen zu erfassen. Der autobiografische Anteil war für mich nicht notwendig, aber eine nette Ergänzung.
    Die Hummerfrauen

    Beatrix Gerstberger
    Die Hummerfrauen (Buch)

    4 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern
    19.09.2025

    Eine ruhige, unaufgeregte Geschichte

    Der Roman spielt im fiktiven Küstenort Stone Harbor in Maine (USA) und handelt von den Lebensgeschichten der drei Frauen Ann, Julie und Mina, die alle Schicksalsschläge in ihrem Leben hinnehmen mussten.

    Die Erzählweise der Autorin ist ruhig und unaufgeregt. Es gelingt ihr hervorragend, eine Atmosphäre zu schaffen. Insbesondere die Beschreibungen der Natur, des rauen Meeres und der Arbeit der Hummerfischer sowie die Darstellung der ganz eigenen, patriarchal geprägten Gesellschaftsstruktur dieses Ortes sind hervorragend gelungen. Es war spannend zu lesen, wie „Neulinge“ wie Ann und Julie einerseits eine neue Dynamik in das Leben in Stone Harbor bringen, ihnen anderseits das Leben dort auch hilft, zu sich selber zu finden.

    Im Fokus steht besonders die Geschichte von Mina, die als Kind ihre Sommerferien in der Gegend verbracht hat. In Rückblenden wird immer wieder der Sommer 1982 thematisiert, in dem etwas geschah, das ihre Familie nachhaltig erschütterte. Was genau passiert ist, wird in dem Roman jedoch nie vollständig aufgeklärt. Das hat mir aber tatsächlich gut gefallen, denn es gibt nun mal im Leben nicht immer eine Antwort auf alles.

    Überhaupt nicht mochte ich allerdings den Prolog. Meiner Meinung nach hat er bereits zu viel vorweggenommen. Das hat mich wirklich gestört. Ich verstehe zwar, dass Prolog und Epilog einen Rahmen um die Geschichte bilden sollten, aber das hätte man aus meiner Sicht anders lösen sollen. Ich würde jedem, der das Buch liest, empfehlen, den Prolog zu überspringen und ihn erst am Ende, vor dem Epilog, zu lesen.

    Fazit. ‚Die Hummerfrauen‘ ist eine ruhige Geschichte, die vor allem mit einer großartigen Atmosphäre und toll geschriebenen weiblichen Protagonistinnen punktet. Für mich ist es das perfekte Sommerbuch.
    Die drei ??? Kids, Geheimnis um CubeMax

    Calle Claus
    Die drei ??? Kids, Geheimnis um CubeMax (Buch)

    4 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern
    02.09.2025

    Die drei ??? Kids – Abenteuer in der Pixelwelt

    Ich bin mit den Drei ??? aufgewachsen. Daher fand ich dieses Crossover mit dem Computerspiel Minecraft anfangs etwas gewöhnungsbedürftig. Aber ich bin hier auch nicht die Zielgruppe ;-) . Mein Patenkind war jedenfalls begeistert. Er liebt Detektivgeschichten und Minecraft, daher war dieses Buch wie für ihn gemacht.

    Gut gefallen hat mir dann die Mischung aus Fließtext und Comic. Das lockerte die Geschichte auf und vor allem der Part, der in der Computerspielwelt spielt, lässt sich bildhaft besser darstellen als mit reinem Text.
    Das in dem Buch beschriebene Computerspiel heißt zwar CubeMax, seine Optik und Spielmechanik sind aber eindeutig dem Spiel Minecraft nachempfunden. Gerade hier boten die Comic-Seiten einen spannenden Wiedererkennungseffekt.

    In diesem Buch liegt der Fokus des Abenteuers der drei Detektive auf den Besonderheiten des Computerspiels, also den besonderen Fähigkeiten von Spielfiguren und den Effekten innerhalb des Spiels. Zwar gibt es nebenbei auch einen Fall zu lösen. Die detektivischen Fähigkeiten sind hier aber nicht ganz so gefragt, wie in den üblichen Drei ??? Geschichten. Trotzdem war die Handlung spannend und vor allem der Showdown am Ende, bei dem Justus über sich hinaus gewachsen ist, fand ich sehr gelungen.

    Fazit. ‚Die drei ??? Kids - Geheimnis um CubeMax‘ ist ein kreatives Crossover zwischen den Drei ??? Kids und Minecraft und dürfte vor allem jenen Kindern Spaß machen, die beides mögen. Die Mischung aus erzählendem Text und Comic fand ich sehr gelungen und passte gut zur Thematik. Eine Fortsetzung der Geschichte ist bereits für Anfang 2026 angekündigt.
    Kosmos SchlauFUX Roboter und KI

    Thorsten Leimbach
    Kosmos SchlauFUX Roboter und KI (Buch)

    3 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern Inaktiver Stern
    14.08.2025

    Interessanter Inhalt, Umsetzung nicht überzeugend

    "Roboter und KI" ist ein Sachbuch für Kinder aus der Kosmos SchlauFUX-Reihe. Das Buch hat ein angenehmes großes Format, ist ein Hardcover und liegt somit gut in der Hand. Mit 62 Seiten ist es nicht zu dick, enthält aber viel Inhalt zum titelgebenden Thema. Verständlich geschrieben wird das Thema Robotik und seine Anwendungsmöglichkeiten behandelt. Die einzelnen Kapitel sind ansprechend mit Fotos oder Grafiken illustriert.

    Interessant, aber letztlich nicht überzeugend fand ich die „Navigation“ des Buches. Jede Doppelseite stellt ein Kapitel dar, in dem ein Aspekt zum Thema Roboter und KI behandelt wird. Dabei gibt es über das Buch verteilt sieben Themenschwerpunkte, die mittels Farbcode gekennzeichnet sind. Am linken und rechten Rand jeder Doppelseite befindet sich ein „Navigationsmenü“, mit dem man zu passenden Folgekapiteln vor- oder zurückspringen kann. Wahrscheinlich wollte man hier die Browser-Navigation im Internet nachempfinden. Anfänglich fand ich die Idee noch originell. Der Nachteil ist jedoch: Wenn man das Buch „normal“ durchblättert, ist die Aneinanderreihung der Kapitel willkürlich und nicht aufeinander aufbauend.
    Inhaltlich bleiben die Texte der Kapitel für meinen Geschmack eher an der Oberfläche. Sicher, wenn man sich alles zu einem Themenschwerpunkt durchgelesen hat, ist es eine gute und kindgerechte Informationszusammenstellung. Die fehlende Chronologie erschwert jedoch das Erfassen der Themen.

    Das ist natürlich meine „erwachsene Sicht“. Für ein Kind mag diese Form des Entdeckens vielleicht spannend sein. Das ist sicher auch eine Typfrage. Mein Patenkind fand das Buch zwar ganz gut, meinte aber auch, dass er schon bessere Wissensbücher hatte.

    P. S.: Als Lego-Fan ist mir natürlich sofort aufgefallen, dass der auf Seite 10 abgebildete Roboter Wall-E kein Lego ist, obwohl die Bildunterschrift etwas anderes behauptet. Das ist sicherlich kein Drama, aber ich finde so einen Fehler dann doch ärgerlich.
    Die Auferstehung

    Andreas Eschbach
    Die Auferstehung (Buch)

    3 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern Inaktiver Stern
    04.08.2025

    Die Auferstehung der Drei ??? – starke Grundidee, durchwachsene Umsetzung

    Ich bin kein Hardcore Drei ??? Fan, habe als Kind aber gerne die Hörspiele gehört und war in den letzten Jahren regelmäßig bei den Live-Shows. Daher hat mich die Prämisse des Romans begeistert: Eine Drei ??? Geschichte, in der die drei Detektive keine Teenager mehr sind, sondern erwachsene Männer von Mitte 50. Ein tragisches Unglück hat die Drei entzweit. Und das im wahrsten Sinne des Wortes, denn während Bob noch sporadisch Kontakt zu beiden hat, haben Justus und Peter seit 30 Jahren kein Wort mehr miteinander gewechselt.

    Gelungen fand ich die Charakterisierung und den Werdegang der drei Detektive. Das war plausibel beschrieben und vor allem Justus habe ich von Beginn an gemocht. Auch der Grund für den Bruch zwischen Justus und Peter war nachvollziehbar. Etwas unglaubwürdig war für mich allerdings, dass Peter 30 Jahre lang emotional auf der Stelle tritt und die Geschehnisse scheinbar nicht wirklich verarbeitet hat. Dafür erfolgte die Versöhnung dann aber sehr schnell.
    Der „Fall“, um den es in diesem Buch geht, war durchaus interessant. Hauptfigur war hier aber häufig „Kommissar Zufall“, was mich doch gestört hat. Vor allem den Handlungsstrang von Peter und wie er mit dem Fall in Berührung kommt, fand ich doch arg konstruiert.
    Leider hatte die Handlung auch ein paar Längen, es dauert für mein Empfinden, bis die Geschichte in Gang kommt. Ab dem Moment, in dem die drei wieder zusammenkommen und gemeinsam in dem Fall ermitteln, wurde es spannend und ich hatte wirklich Freude an dem Buch. Auch das Ende war dann clever gemacht und auf den letzten Seiten hatte ich sogar ein paar Tränen in den Augen.

    Was das Buch für mich leider etwas madig gemacht hat, ist der Schreibstil des Autors. Die Geschichte wirkte auf mich lieblos heruntergeschrieben. Teilweise kam es zu Wiederholungen und holprigen Satzkonstruktionen. Außerdem hatte ich nicht den Eindruck, dass sich Eschbach mit der Geschichte der Drei ??? auseinandergesetzt hat. Es gab zwar Verweise auf Personen wie die Familie Hitfield, Kommissar Reynolds oder Skinny Norris, aber ansonsten blieben Querverweise zu vergangenen Fällen aus. Auch wenn sich Justus, Peter und Bob an die Vergangenheit erinnerten, blieb das sehr oberflächlich und klang hölzern.

    Fazit. ‚Die Auferstehung‘ war für mich ein Buch mit Licht und Schatten. Die Grundidee fand ich großartig. Allerdings war mir die Handlung etwas zu konstruiert und der Schreibstil leider auch nicht überzeugend. Im letzten Drittel konnte mich das Buch dann aber doch noch packen und das Ende bietet auf jeden Fall Potenzial für weitere Romane mit den erwachsenen Detektiven. Diese würde ich mir aber von einem anderen Autor wünschen.
    Midwatch - Schule der unerwünschten Mädchen

    Judith Rossell
    Midwatch - Schule der unerwünschten Mädchen (Buch)

    4 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern
    30.07.2025

    Starke Mädchen, starke Geschichte

    Zunächst fällt das schön gestaltete Cover ins Auge, auf dem es viel zu entdecken gibt. Dies setzt sich im Inneren des Buches fort. Die Illustrationen sind meiner Meinung nach großartig gelungen, sie ergänzen den Text sehr gut. Vor allem die doppelseitigen Bilder geben die Atmosphäre der Geschichte ganz toll wieder.

    Auch die Idee der Geschichte hat mir sehr gefallen. Rebellische Mädchen werden auf eine spezielle Schule geschickt, um dort „gesellschaftsfähig” erzogen zu werden. In Wahrheit ermuntert die Schulleiterin Miss Mandelay ihre Schützlinge jedoch zu selbstständigem Denken und dazu, ihre Stärken zu entdecken und sie für das Gute einzusetzen. Diesen feministischen Grundton fand ich großartig!
    Miss Mandelay ist es wichtig, dass die Mädchen „nützliche“ Dinge lernen. Das Buch wird zwischen den Kapiteln immer wieder durch die Beschreibung dieser „nützlichen Dinge“ aufgelockert, z. B. Charleston tanzen, ein Tier dressieren, Morsecode, Knoten knüpfen, möglichst geräuschlos gehen … Ich denke, viele Kinder werden sich dazu animiert fühlen, die beschriebenen Dinge selbst auszuprobieren. :-) .

    In der Geschichte begleiten wir die drei Mädchen Maggie, Nell und Sofie, die neu an die Schule kommen. Anfangs ist alles ungewohnt und auch ein bisschen überfordernd für die Kinder. Doch nach und nach schließen sie Freundschaften, entdecken ihre Stärken und tragen schließlich maßgeblich dazu bei, einen Entführungsfall aufzuklären.
    Gegen Ende wird es sehr spannend und auch ein bisschen gruselig. Kinder, die eher zu Ängsten neigen, sollten hier vielleicht begleitet werden.
    Der Verlag empfiehlt das Buch für Kinder ab 10 Jahren. Zum Selberlesen ist diese Altersempfehlung angemessen, zum Vorlesen werden auch jüngere Kinder ab 8 Jahren ihren Spaß haben.

    Fazit. ‚Midwatch –Schule der unerwünschten Mädchen‘ war wieder einmal ein Kinderbuch, das mir rundum gefallen hat. Die Geschichte ist spannend erzählt und enthält eine tolle Botschaft. Die wunderschönen Illustrationen ergänzen die Handlung perfekt und bereichern das Leseerlebnis. Ich würde mich freuen, mehr von dieser außergewöhnlichen Schule zu lesen.
    Great Big Beautiful Life

    Emily Henry
    Great Big Beautiful Life (Buch)

    4 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern
    27.07.2025

    Liebe, Familie und Geheimnisse

    ‚Great Big Beautiful Life‘ war mein drittes Buch von Emily Henry. Und es war tatsächlich das erste, was mich wirklich überzeugt hat.

    Dabei klang der Klappentext nach dem altbekannten Muster einer „Enemies-to-Lovers“-Geschichte. Und ja, dieser Aspekt ist Teil des Buches. „Feinde“ sind die beiden Protagonisten Alice und Hayden allerdings nicht, sondern sie konkurrieren um denselben Job: die Biografie der ehemaligen Society-Lady Margaret Ives zu schreiben.

    Ich fand es schön, wie sich die Beziehung zwischen Alice und Hayden entwickelt hat, auch wenn die Anziehung natürlich mal wieder sehr schnell ging. Aber es war wenigstens nicht so schmalzig beschrieben, wie z.B. in dem Roman ‚Booklovers‘ der Autorin. Auf die spicy Szenen hätte ich persönlich verzichten können, aber das ist Geschmackssache.

    Auch die Charakterisierung der Figuren fand ich gelungen. Gerne hätte ich noch etwas mehr über Hayden erfahren, aber da das Buch aus der Ich-Perspektive von Alice geschrieben ist, lag der Fokus natürlich stark auf ihrer Person. Vor allem die Szenen, die in Alice‘ Elternhaus spielten und das Verhältnis zu ihrer Mutter fand ich schön geschrieben.

    Was mich außerdem begeistert hat, war die Geschichte von Margaret Ives. Ihre Erzählung zieht sich wie ein roter Faden durch das Buch und war spannend zu lesen. Man merkt schnell, dass hinter ihrer Schilderung mehr steckt, und auch Alice und Hayden stoßen auf Ungereimtheiten. Dass deren Auflösung nur durch einen Zufall gelingt, hat mich zwar ein wenig gestört. Dennoch hat mich das Ende emotional sehr mitgerissen.

    Mein einziger größerer Kritikpunkt bezieht sich auf den Epilog, der für meinen Geschmack leider viel zu kitschig ausgefallen ist und den ich außerdem ziemlich überflüssig fand. Man hätte das Buch wunderbar mit dem letzten Kapitel enden lassen können. Da mir der Roman ansonsten aber gut gefallen hat, kann ich über dieses Manko gerne hinwegsehen.
    Die Sprache der Drachen

    S. F. Williamson
    Die Sprache der Drachen (Buch)

    4 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern
    24.06.2025

    Ein vielschichtiger Roman mit Schwächen im Worldbuilding

    Wir befinden uns im Jahr 1923 in einem alternativen London, in dem Drachen real sind. Ein Friedensvertrag regelt das Zusammenleben von Menschen und Drachen, organisiert die Gesellschaft streng hierarchisch und benachteiligt sowohl niedere Klassen als auch Drachen. Sowohl bei den Menschen als auch den Drachen regt sich Widerstand. Dieses fast dystopische Setting hat mir gut gefallen.

    Im Mittelpunkt steht die 17-jährige Vivien – ehrgeizig, systemtreu erzogen und bereit, moralisch fragwürdige Entscheidungen zu treffen. Ihr Weltbild gerät ins Wanken, als sie erfährt, dass ihre Eltern Teil der Rebellion sind.
    Vivien ist eine interessante Figur. Zwar ist sie keine Sympathieträgerin, aber ihre Einstellung und ihr Verhalten sind nachvollziehbar. Ich fand es gut, dass sie sich immer wieder hinterfragt und mit ihrem Gewissen hadert. Sie weiß, dass ihr Handeln falsch ist, stellt aber dennoch ihr Wohl und das ihrer Familie immer in den Vordergrund. Mir hat gefallen, dass wir hier keine strahlende Heldin haben, die von Anfang an das Richtige tut, sondern dass diese Wandlung ein langer Prozess ist.

    Besonders spannend fand ich den Handlungsstrang um Bletchley Park, wo Vivien mit anderen Jugendlichen an geheimen Projekten gegen die Rebellen arbeitet. In ihrem Fall geht es um die Entschlüsselung einer geheimen Drachensprache. Denn die Drachen in dem Buch sind komplexe, intelligente Kreaturen mit eigener Sprache und Sozialverhalten. Gerade die Bedeutung von Sprache als Teil von Identität und Kultur wird im Rahmen der Handlung sehr gut herausgearbeitet.

    Anstelle einer dominanten Liebesgeschichte legt die Autorin den Fokus auf politische Verwicklungen, persönliche Schuldfragen und die Auseinandersetzung mit gesellschaftlichen Zwängen. Die Liebesbeziehung entwickelt sich langsam, bleibt dezent im Hintergrund und wirkt dadurch umso glaubwürdiger. Das Ende des Buches war hier überraschend und berührend.

    Ich hätte mir in Bezug auf das Worldbuilding etwas mehr Details gewünscht. Der Friedensvertrag wird zwar immer wieder erwähnt, aber nicht ausreichend erklärt. Überhaupt wurde das gesellschaftliche Zusammenleben zwischen Drachen und Menschen nur am Rande behandelt. Auch der historische Kontext war mir zu ungenau: Einerseits gibt es diesen seit 50 Jahren gültigen Friedensvertrag, andererseits ist aber von einem Krieg vor fünf Jahren die Rede, der vermutlich dem Ersten Weltkrieg entspricht. Wer da aber gegen wen Krieg geführt hat, wurde nie erläutert. Das fand ich alles maximal verwirrend hat mich doch immer wieder rausgebracht, weil sich hier für mich kein klares Bild ergab.

    Fazit. ‚Die Sprache der Drachen‘ war für mich ein Buch mit Licht und Schatten. Einerseits hat mir vieles an dem Buch gefallen: das Grundsetting, die glaubhafte Entwicklung der Protagonistin, die spannende Handlung, die langsame Liebesgeschichte. Die Schwächen im Worldbuilding trübten das Leseerlebnis etwas, aber das offene Ende lässt auf eine Fortsetzung hoffen, in der die für mich unklaren Punkte dann hoffentlich besser erläutert werden. 3,5 Sterne.
    Atmosphere

    Taylor Jenkins Reid
    Atmosphere (Buch)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    16.06.2025

    Starke Frauen, große Träume - ein fesselnder Roman über Raumfahrt, Identität und Liebe

    ‚Atmosphere‘ war eine der Neuerscheinungen, auf die ich mich sehr gefreut habe, da mich die letzten Bücher von Taylor Jenkins Reid durchweg begeistert haben. Entsprechend hoch waren meine Erwartungen … was soll ich sagen … die Autorin hat diese vollstens erfüllt, nein, sogar übertroffen!

    Das Buch beginnt im Dezember 1984 mit einem dramatischen Zwischenfall an Bord eines Space Shuttles. Protagonistin Joan Goodwin hat in der Missionskontrolle der NASA Dienst und ist als CAPCOM die einzige Kontaktperson zu den Astronaut:innen im All.
    Die Handlung springt dann einige Jahre in die Vergangenheit und erzählt von Joans Ausbildung bei der NASA. Nach und nach lernen wir auch die anderen Figuren kennen. Die Erzählstruktur auf diesen zwei Zeitebenen – Joans Ausbildungszeit bei der NASA und die spätere dramatische Mission – sorgt für Spannung und ist emotional sehr aufwühlend.
    Denn je mehr wir über die Geschehnisse der Vergangenheit erfahren und die Figuren und ihre Beziehungen zueinander kennenlernen, desto mehr begreifen wir als Leser:innen, welche Tragödie sich gerade im Weltall abspielt. Das ist dramaturgisch hervorragend aufgebaut und hat mich emotional sehr mitgenommen.

    Wie auch in ihren anderen Büchern hat die Autorin großartige Recherchearbeit geleistet. Die Darstellung der NASA und der Raumfahrtprogramme der 1980er Jahre sowie die wissenschaftlichen Hintergründe werden von Taylor Jenkins Reid so überzeugend erzählt, dass man sich fühlt, als wäre man selbst dabei gewesen.

    In diesem Buch beweist TJR einmal mehr ihr Talent für authentische Charakterzeichnungen, insbesondere von starken weiblichen Figuren.
    Protagonistin Joan habe ich aufgrund ihrer Stärke und Leidenschaft für die Raumfahrt sofort ins Herz geschlossen. Ihre Entwicklung, ihre Beziehungen zu den anderen Figuren – insbesondere zu ihrer Nichte Frances – sowie ihr Antrieb, sich in einer von Männern dominierten Welt zu behaupten, haben mir sehr gut gefallen. Auch die Nebenfiguren sind großartig charakterisiert und tragen wesentlich zur emotionalen Dichte der Geschichte bei.

    Ein besonderer Aspekt des Romans ist die Liebesgeschichte zwischen Joan und Vanessa. Es hat mich berührt, wie die beiden Frauen zueinanderfinden und ihre Beziehung sich zu einer tiefen, von gegenseitigem Respekt und Vertrauen geprägten Verbindung entwickelt. Gleichzeitig hat es mich traurig gemacht, dass diese Beziehung nur im Verborgenen stattfinden darf, denn ein Outing würde das Ende aller Träume vom Weltall für die beiden Frauen bedeuten.

    Fazit. ‚Atmosphere‘ von Taylor Jenkins Reid ist mein bisheriges Jahreshighlight. Das Buch punktet mit einer wunderschönen queeren Liebesgeschichte und glaubwürdigen, inspirierenden Figuren. Die Handlung ist zudem spannend und hat mich auf eine emotionale Achterbahnfahrt geschickt. Für mich ein absolutes „Must-Read“!
    1 bis 25 von 43 Rezensionen
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