Eine bedeutsame Warnung
Das kalte Moor von Marklund ist der zweite Band einer Trilogie und für mich wieder eine klare fünf Sterne Leseempfehlung. Schon das Cover hat mich neugierig gemacht, es wirkt geheimnisvoll und passt sehr gut zur düsteren Atmosphäre der Geschichte.
In diesem Band wird es deutlich persönlicher als im ersten Teil, vor allem für Polizeichef Wiking. Gleich zu Beginn erhält er eine niederschmetternde Krebsdiagnose, mit der er erst einmal umgehen muss. Trotzdem versucht er weiterzuarbeiten und sich nicht von der Krankheit bestimmen zu lassen. Parallel dazu tauchen neue rätselhafte Entwicklungen auf, die ihn sowohl beruflich als auch privat betreffen.
Besonders spannend ist die Situation um seinen Sohn Markus. Dieser wird anonym, aber sehr eindringlich davor gewarnt, eine bevorstehende Beförderung anzunehmen. Die Botschaft wirkt so persönlich und gezielt, dass schnell der Verdacht entsteht, sie könne nur von einer Person stammen, die eigentlich gar nicht mehr existieren dürfte, nämlich von Wikings Ehefrau und Markus Mutter, die seit über zwanzig Jahren vermisst wird. Allein dieser Gedanke bringt viele alte Fragen wieder an die Oberfläche.
Während Wiking versucht herauszufinden, wer hinter der Warnung steckt, arbeitet er gleichzeitig an einem anderen Fall. Ein mysteriöser Waffendiebstahl sorgt für Unruhe und könnte weitreichendere Folgen haben, als zunächst angenommen. Wie man es von ihm kennt, kombiniert Wiking wieder ruhig, logisch und sehr präzise. Schritt für Schritt setzt er die einzelnen Puzzleteile zusammen.
Dabei wird er immer wieder mit seiner eigenen Vergangenheit konfrontiert. Dinge, die lange ungeklärt geblieben sind, tauchen erneut auf und werfen ein neues Licht auf frühere Ereignisse. Nach und nach lösen sich einige der offenen Fragen, während gleichzeitig neue Zweifel entstehen.
Der Roman ist durchgehend sehr spannend geschrieben. Marklund erzählt wie immer in einem klaren, schnörkellosen Stil, der sich sehr flüssig lesen lässt und trotzdem eine starke Spannung aufbaut. Gerade diese ruhige, präzise Erzählweise passt hervorragend zu der eher düsteren und nachdenklichen Geschichte.
Das Ende ist diesmal vergleichsweise ruhig, wirkt aber wie ein bewusst gesetzter Übergang. Es deutet bereits an, dass im letzten Band der Trilogie noch einige wichtige Dinge ans Licht kommen werden. Für mich auf jeden Fall ein sehr gelungener zweiter Teil, der die Geschichte stark weiterentwickelt und neugierig auf das Finale macht.