Madonna setzt ihre Bekenntnisse für den Dancefloor mit Confessions II fort
Madonna besinnt sich nach ihrem ersten neuen Album nach sieben Jahren auf alte Qualitäten und legt mit "Confessions II" wieder ein stimmiges Album aus einem Guss vor. Dafür führte sie die Zusammenarbeit als Co-Produzent wieder zum genialen Stuart Price, der auch musikalischer Direktor ihrer letzten "Celebration Tour" war. Herausgekommen ist dabei ein abwechslungsreiches Album, das man als Dance-Pop mit Trance und Techno-Elementen bezeichnen kann. Gesampelt wird dabei von Lil Louis (French Kiss im eröffenenden Song "I feel so free")), Lou Reed (Walk on the Wide Side auf "Danceteria"), Iner City ("Good Life") und der Kult Band "Army of Lovers" (Song "My Sins are my Savior"). Auch einige andere Sängerinnen und Sänger sind an Bord wie u.a. Savrina Carpenter in "Bring your Love". Eine Kooperation gibt es beim Song "Bizarre" mit dem niederländischen House DJ Martin Garrix, der vo der Professionalität Madonnas beid er Zusammenarbeit im Studio schwärmt. Die Songs gehen dabei genial ineinander über und gewinnen dadurch noch mal neue Qualität. Im letzten Drittel des Albums wird das Tempo erheblich runtergedimmt. Angefangen mit "Betrayal", einem Song, der das schwierige Verhältnis zur verstorbenen Stiefmutter thematisiert (nicht auf der 12 Track CD enthalten, für mich einer der absoluten Highlights unter allerdings lauter Highlights) geht es ins Midtempo, während mit "Fragile" (Song, der das besondere Verhältnis zum 2025 verstorbenen Bruder Christopher, mit dem sie in den Anfangsjahren ihrer inzwischen mehrere Jahrzehnte umfassenden Karriere auch zusammenarbeitete, beschreibt) balladeske Töne angeschlagen werden. Im letzten Song "Les Girl" erinnert sich Madonna an ihre Anfangsjahre, hier wird muskalisch in einem interessanten Arrangement auch mit Akustikgitarre gearbeitet. Stimmloich ist Madonna in Top-Form.
Die Alben vor "Confessions II" waren musikalisch oft zu divers, behandelten politische Themen wie u. a. Rassismus, Waffengewalt und -missbrauch und wirkten oft etwas wie Compilations. Madonna hatte schon immer einen mehr künstlerischen Anspruch und wollte nicht mehr unbedingt die jugendliche Pop Musik ihrer Anfangszeit wiederholen. Um das Album "MDNA" war etwas müde vom Musikgeschäft mit Promotion und Touren, da auch immerhin zu dieser Zeit Mutter von insgesamt 6 Kindern - außerdem reizte sie damals das Filmemachen sehr.
Mit "Confessions II" legt die Künstlerin und inzwischen kann man wohl lebende Legende sagen ein rundum gelungenes Album vor, das mit Recht bereits sehr erfolgreich in den weltweiten Charts ist und daran erinnert, was für ein Ausnahmetalent Madonna - bei auch aller berechtigten Kritik - ist.
Die Cds sind leider viel einfacher gehalten als die tollen Vinylveröffentlichungen, die es sogar in vielen verschiedenen Covern und das Vinyl in verschiedenen Farben gibt.
Für mich eines der Alben des Jahres mit hohem Hörsucht-Faktor.