Augen auf – auch beim Spontan-Kauf
Erst dachte ich, es wäre der falsche Film – äh, pardon: die falsche Musikabteilung, aaaber die meisten Songs der 5 CDs von Jeff Beck sind eher jazzig und funky, nur eben NICHT sehr gitarrenlastiger Rock oder gar Hardrock (unter „Psychedelic und Progressive Guitar Music“ verstehe ich komplett etwas anderes als es der Quark-Schreiber bei Wikipedia tut !). Viele Stücke erinnern mich spontan an den Bassisten Stanley Clarke, der mit Fusion- und Jazzmusik glänzt (habe von dem sogar 3 LPs !). Bei Jeff Beck allerdings erwarte ich eher heiße Gitarrensoli bis zum Kreischen. ...
Interessant sind allerdings die verschiedenen musikalischen Darstellung der selben – eher ungleichen Musikstücke wie "Scatterbrain", welches auf dem Album / der CD „Blow by Blow“ ziemlich funky herüberkommt, während das gleiche Stück auf dem Album, der CD „Jeff Beck with the Jan Hammer Group Live“ eher rockiger ist und damit den Funky-Käse (der im Hintergrund noch verweilt) voll an die Wand spielt. ...
"Cause We've Ended as Lovers" von der CD „Blow by Blow“ (übrigens stammt von Stevie Wonder) ist dagegen eher ein ruhiger „Schiebe-Blues“. Nun ja, wer‘s mag. ...
Schaut man mal nach, wer viele Stücke so geschrieben hat, wundert man sich nicht mehr: Max Middleton, der Keyboarder, macht(e) überwiegend Jazz, der Drummer Richard Bailey kommt aus der Jazz- und Funk-Ecke. Auch eher aus der Jazz-Ecke kommt der Gitarrist Bernie Holland, der das Lied "Diamond Dust" auf der CD „Blow by Blow“ verfasst hatte. Das Musiklied ist jedoch eher funky-blusig; ein ruhiges Instrumentalstück. ...
Die CD „Wired“ ist etwas rockiger, glänzt allerdings ebenso mit vielen Funky-Einschlägen und einem Stück gleich am Anfang "Led Boots" von Max Middleton, bei dem man froh ist, wenn‘s zu Ende geht, so nervig klingt es. "Come Dancing" (von Narada Michael Walden) ist wiederum jazzig-funky, während das nächste Lied "Goodbye Pork Pie Hat" (von Charles Mingus) eher an Duke Ellington und Miles Davis erinnert. ...
Nicht missverstehen, ich höre auch ab und an Miles Davis; hatte mir sogar sein berühmtestes Werk „Kind of Blue“ mal gekauft gehabt. Aber dazu muss man schon die richtige Stimmung für haben. ...
Wer Jeff Beck als rockigen Gitarristen hören möchte, legt eher die CD „Jeff Beck Group (album)“ oder die „Jeff Beck with the Jan Hammer Group Live“ in den Player. Diese beiden CDs sind (überwiegend) genau das, was man von Jeff Beck hören möchte. Bei letzterer CD beinhalten die beiden Musikstücke: "Freeway Jam" (auch von Max Middleton) sowie "Blue Wind" (von Jan Hammer) genau die super Gitarrenakzente, welche man hören will und was einem zu Jeff Beck eigentlich spontan einfällt. "Earth (Still Our Only Home)" von Jan Hammer ist leider wiederum richtig nervig. ...
Ich hatte vor Urzeiten mal den Sampler / die Compilation von „The Yardbirds“ (Charly Records – CR 3028, Bellaphon – CR 3028) gekauft gehabt. Die Lieder sind gut, aber die Aufnahmequalität aus der damaligen Zeit (Ende der 1960er Jahre / Anfang 1970er) ist unterirdisch – klingt wie in der Mülltonne aufgenommen, so dermaßen hallig und gallig. Hatte daher gehofft nun mit Kauf dieser 5 CDs endlich etwas vernünftiges von Jeff Beck zu hören zu bekommen – leider Fehlanzeige. 3 von 5 Alben sind für meine Ohren nix – schade. ...
Zum Glück sind diese 5 CDs zu einem günstigen Preis (rd 13 Euronen) zu haben; daher schmerzt dieser Fehlgriff nicht all zu sehr. Immerhin habe ich nun mehr über Jeff Beck und seine Mitmusiker erfahren und damit gelernt – auch etwas Positives! ... Die CD „The Yardbirds: The Best Of The Yardbirds“ enthällt übrigens aus der uralten LP (Stichwort „ aus der Mülltonne“) auch ein paar Stücke – und wenn man genau hinhört, klingt‘s fast genau so - hallig und gallig. ;) ...
Also, wer Gitarren ab und an kreischen hören will, dem empfehle ich das Gitarren-Genie Michael Schenker – der ist echt super jut. ;) auch wenn das Magazin „Rolling Stone“ von dem anscheinend noch nie etwas gehört hat bzw. ihn voll ignoriert. Zumindest in Japan ist er x-mal als bester Gitarrist ever gewählt worden.