Erneut eine Rarität
Auch Déjanire ist eine wirklich fantastische Saint-Saëns Oper, die eine Wiederentdeckung verdient hat. Hier bediente sich Saint-Saëns einer mythologischen Handlung (wie etwa auch bei Samson et Dalida), aus deren Quellenumfeld bereits Händel Opernstoff gewann (Hercules). Stilistisch war das durchaus berechtigt, zumal zu Beginn des zwanzigsten Jahrhunderts einige Neoklassizisten auf den Plan traten, die ebenfalls antike Stoffe und Grundlagen bemühten. Musikalisch blieb sich Saint-Saëns mit seiner Déjanire allerdings treu.
Wir hören großartige Orchestersounds, ganz im Sinne französisch-deutscher Spätromantik, ausgeführt vom Bestens aufgelegten Orchestre Philharmonique de Monte Carlo (in Monte Carlo fand, wie das wie immer fantastische Booklet erklärt, auch die Uraufführung der Opernfassung des Stoffes statt), unterstützt vom ebenfalls hervorragend abgestimmten und stimmgewaltigen Opernchor Monte Carlos unter der umsichtigen, geschmackvoll interpretierenden Leitung Kazuki Yamadas. Das Solistenensemble vereint mit Kate Aldrich und Julien Dran, Jerome Boutillier, Expert:innen für französische Spätromantische Oper, die schon häufiger für das verdienstvolle Label Bru Zane vergessene Werke neu entdeckt haben. Allen Solist:innen gelingt es, trotz großer notwendiger Kraftreserven (gegen das große Orchester), weitgehend leicht in der Stimme und immer am musikalischen Fluss zu bleiben. Allein das verdient für dieses Repertoire großes Lob.
Wie immer: Bru Zane findet Schätze und birgt sie gekonnt!