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    lielo99

    Aktiv seit: 25. August 2019
    "Hilfreich"-Bewertungen: 14

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    93 Rezensionen

    Aus dem Schatten des Vergessens

    Aus dem Schatten des Vergessens (Buch)

    4 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern
    04.12.2020

    Nach schwachem Beginn wurde es doch noch spannend

    In dem Krimi Aus dem Schatten des Vergessens“ sterben drei Menschen innerhalb weniger Tage. Die Todesfälle haben auf dem ersten Blick nichts miteinander zu tun. Diese Meinung ändert sich als Sergent-Détective Victor Lessard die Ermittlungen aufnimmt. Seine Kollegin Jacinthe Taillon, so heißt seine Partnerin, steht ihm dabei helfend zur Seite. Die beiden leben in Montreal und haben etliche Verdachtsmomente, denen sie mehr oder weniger intensiv nachgehen.

    Es ist ein Krimi aus Kanada und der dritte Teil einer Serie. Dass hier bereits zwei Bücher davor die Hauptfiguren beschrieben, merkt man als Leser recht deutlich. Für mich war es nicht so einfach, in die Story zu finden. Aber ich hielt durch und wurde belohnt. Der Autor lässt sich mit dem Aufbau der Geschichte und seiner Akteure viel Zeit. Das war für mich ungewohnt aber nach einem Drittel setzte die Spannung ein. Es geht um Verschwörungstheorien und auch um Manipulation von Menschen. Gibt es sie wirklich in dem Maße, wie hier beschrieben? Wie kann man sich dagegen schützen? Wie arbeiten die amerikanischen Geheimdienste? Diese und noch einige andere Fragen kommen beim Lesen auf. Und nein, nicht alle werden beantwortet. Zum Ende des Buches gibt es zudem noch einen heftigen Cliffhanger. Aber okay, das ist wohl so üblich, wenn weitere Folgen geplant sind.

    Fazit: Anfangs schleppend, später sehr spannend mit einigen unvorhersehbaren Wendungen. Vier Sterne und eine Leseempfehlung für Krimifans gibt es von mir.
    Hofstede, B: Verlangen

    Hofstede, B: Verlangen (Buch)

    4 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern
    18.11.2020

    Keine leichte Kost, aber lesenswert

    In dem Buch „Verlangen“ schreibt eine junge Frau von ihrer Flucht aus der Ehe. Sie schaut zurück auf das Kennenlernen und viele Ereignisse der Vergangenheit werden lebendig. Wie kam es dazu, dass sie sich in den Mann verliebte? Warum musste es ausgerechnet ihre erste Liebe sein? Sie zweifelt schon lange und es dauert noch länger, bis sie den Schritt nach draußen wagt. Beim Lesen ihrer vielen Tagebücher lässt sie die Zeit ihrer Kindheit und Jugend nochmals an sich vorbeiziehen.

    Es klingt durchaus logisch wenn die Autorin darlegt, in welcher Weise Liebe ein wenig mit Betrug zu tun hat. Dass es am Beginn der Zuneigung vornehmlich um den Beischlaf in sämtlichen Varianten geht, stellt Frau Hofstede für meinen Geschmack allzu plastisch dar. Das mag allerdings an der Vorliebe vieler Leser liegen. Die Hauptperson Bregje lebt mit ihrem Mann in Brüssel und arbeitet in einem Auktionshaus. Vor einigen Jahren heiratete sie ihre Jugendliebe Luc und schafft es endlich, sich von ihm zu trennen. Warum endlich? Das erfahren die Leser des Buches „Verlangen“ mit der Zeit und ich möchte nicht spammen.

    Neben der Liebesgeschichte spielen auch die Reisen der Hauptpersonen eine Rolle. Sie besuchten unter anderem Herculaneum und die Beschreibung dieses Ortes gefiel mir sehr gut. Er wurde ebenfalls Opfer eines Vulkans und tritt nach der Entdeckung Pompejis leider eine untergeordnete Rolle. Auf Anraten von Familien und Freunden entschließen Bregje und Luc sich zu einer Paartherapie. Hier wird klar, was beide belastet und warum ihre Beziehung nicht gesund ist. Haben sie eine Chance für den Neuanfang? Und wie kann der aussehen?

    Dieses Buch verlangt volle Konzentration. Es gilt, viele Zeitsprünge zu überbrücken und stets den häufigen Wechseln von Ort und Zeit folgen zu können. Für mich einzigartig und herausragen aus den vielen Neuerscheinungen ist das Cover. Es zeigt einen Frauenkopf, der durch etliche Farbstreifen ausgemalt wird.
    Ada

    Ada (Buch)

    4 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern
    10.11.2020

    Herr Berkel ist ein begnadeter Erzähler

    Ada ist eine junge Frau, die endlich ihre Vergangenheit aufarbeiten möchte. Sie entschließt sich, dieses mit der Hilfe einer Therapie zu schaffen. Sie wächst auf im Schweigen des Grausamen, was von Deutschland im Zweiten Weltkrieg ausging. Ihren Bruder sah sie lange nicht mehr und mit ihrer Mutter verbindet sie kaum etwas. Was verschweigt man ihr und warum floh die Mutter damals mit ihr nach Argentinien?

    Adas Mutter ist Jüdin und sie war im Lager Gurs. Dort wurden Babys nach den Büchern der Frau „Doktor“ Haarer „erzogen“. Grausam kann ich nur sagen und wenn Sie näheres erfahren möchten, dann schauen Sie im Internet nach dieser Frau. Und wer im Lager war, der kann doch nicht vergessen? Und ist es nicht auch verständlich, dass Adas Mutter nichts darüber erzählt? Dass sie vergessen möchte? In den 50er Jahren kehren Mutter und Tochter nach Deutschland zurück. Für das Kind ist es zunächst wie eine kalte Dusche. Nicht nur die Temperaturen sind tief auch die Menschen kälter als in Argentinien. Dabei gab es dort einige Nazis, die sich versteckten. Vor der Strafe, vor dem Entdecken, vor ihren Alpträumen.

    Adas beste Freundin heißt Uschka und die war der erste Mensch, der ihr von Hitler erzählte. Aber auch nicht freiwillig, sondern weil er auf einem Foto zu sehen war, das im Haus der Eltern Uschkas hing. Das neue Buch von Christian Berkel ist eine Fortsetzung seines „Apfelbaums“. Ich konnte es aber auch ohne Vorkenntnis sehr gut lesen, kam leicht in die Geschichte rein. Es gefiel mir gut, Herr Berkel ist wahrlich ein großartiger Erzähler. Allerdings verliert er sich zuweilen darin und findet kein Ende.

    Ada ist eine Mischung aus Tatsachen und Fakten der Deutschen Historie und den Freiheiten eines Dichter. Dieser Grat gelang dem Autor sehr gut. Seinen Fans teilte er mit, dass das dritte Buch bereits angefangen sei. Ich bin gespannt, was er uns darin erzählen wird.
    Trinkwalder, S: Heimat muss man selber machen

    Trinkwalder, S: Heimat muss man selber machen (Buch)

    4 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern
    03.11.2020

    Das Gefühl von Heimat kann niemand kaufen

    Sina Trinkwalder ist Unternehmerin. Nein, keine der „üblichen“ Art. Sie gab 140 Menschen Arbeit, die sonst nirgends angenommen worden wären. Es sind Behinderte, Alte und jene, die nicht in Deutschland geboren wurden. In dem Buch „Heimat muss man selber machen“ schreibt sie über die Anfänge, den schwierigen Aufbau und das ständige Lernen von sich und ihren Kollegen.

    Geld ist nicht das Maß aller Dinge und damit lässt sich keine soziale Teilhabe oder Gemeinschaft kaufen. Frau Trinkwalder schreibt, dass sie in ihrem Elternhaus nie Heimatgefühle hatte und diese erst durch eigene Tatkraft für sich selbst erschuf. Sie benennt die Eliten der heutigen Zeit. Was vor vielen Jahren der Adel war, das ist heute auch ein Adel, der Finanzadel. Immer reicher und stets höher hinaus, das treibt viele heute um. Familie oder ein Miteinander gibt es kaum noch. Ein prägnanter Satz steht für das ganze Buch: „Wo ist er, der Notknopf für unsere Gesellschaft?“

    Nein, der Aufbau ihrer Firma war kein Selbstläufer. Hier gab und gibt es die unterschiedlichen Kulturen, Sprachen, Behinderungen, Alter und Herkunft. Die unter einen Hut zu bekommen, das ist täglich harte Arbeit. Aber es lohnt sich. Der Erfolg gibt ihr recht und diesen teilt sie mit allen Frauen und Männern, mit denen sie gerne tätig ist.

    Was mir nicht gefiel: Das Wort Partizipation und Lady wurde permanent benutzt und auch wenn die Autorin das große Latinum hat, die permanente Benutzung von Fremdwörtern passt nicht. Zumal sie auch auf die Verrohung der Sprache hinweist. Bei Facebook und Co ist das klar zu erkennen. Wildfremde Menschen fallen übereinander her (und das nicht erst seit Corona). Frei nach dem Motto: „Das wird man doch wohl noch sagen dürfen!“ Viele Ausrufezeichen und Fragezeichen sollen dann den Wahrheitsgehalt der Aussagen verdeutlichen und untermauern.

    Die Bereitschaft, sich gegenseitig zu helfen ist verkümmert. Was wird mir dafür? ist der erste Gedanke, wenn jemand um Beistand bittet. Wer sich für Geflüchtete einsetzt, muss um seine Gesundheit und die Zerstörung seines Eigentums bangen. Das Buch weckt auf und enthält viele Denkanstöße. Was ich mich persönlich frage: „In welcher Weise kann die Pandemie dazu beitragen, dass wir wieder zu den Grundsätzen eines friedlichen Miteinanders zurückkehren?“
    Das Buch eines Sommers

    Bas Kast
    Das Buch eines Sommers (Buch)

    4 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern
    02.11.2020

    Wunschlos unglücklich, ja, das gibt es

    „Das Buch eines Sommers“ erzählt die Geschichte von Nicolas. Strenger Vater, der sehr erfolgreiche eine Firma aufbaute. Sehr streng zu seinem Sohn und der Zwang, die Firma zu übernehmen. Aber, eigentlich wollte Nicolas doch etwas ganz Anderes. Er wollte schreiben, wie sein Onkel Valentin, der von dem Vater nur als „Spinner der Familie“ genannt wird. Als Valentin stirbt, ändert sich auch für Nicolas etwas Grundlegendes. Er will aus dem Hamsterrad seines Lebens aussteigen.

    Bas Kast schrieb also hier seinen ersten Roman. Mit einem Sachbuch war er wohl schon recht erfolgreich. In dem „Buch eines Sommers“ zeigt sich, was er studierte und womit er sich beschäftigt. Mit Erziehung, den Auswirkungen von Druck und dem Einfluss der Gene bei der Entwicklung. Valentin war für Nicolas ein großes Vorbild, jedoch gefiel das dem Vater überhaupt nicht. Er erwartete absoluten Gehorsam von seinem Sohn und der traute sich nicht, sich selbst zu verwirklichen.

    Bas Kast bringt einige gute Beispiele für seine Ansichten und die waren für mich nachvollziehbar. Jedoch nicht die Kapitel, wo es um seine Wachträume und der Unterhaltung mit Gestalten aus der Phantasie. Da ging mit ihm wohl die Einbildungskraft durch. Wie sich dann schlussendlich der Traum des Nicolas erfüllt und was sich in seinem Leben ändert, das erfährt der Leser, wenn er sich dieses feine Buch gönnt. Für meinen Geschmack ein wenig zu oberflächlich, hat es mich trotzdem gut unterhalten. Zumindest gibt es einige gute Denkansätze, die jeder für sich weiter entwickeln kann.
    Escape Room Adventskalender. Die drei unheimlichen Geschenke

    Eva Eich
    Escape Room Adventskalender. Die drei unheimlichen Geschenke (Buch)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    27.10.2020

    Spannende Unterhaltung bis zum Heiligen Abend

    Toni und Bruder Luka sind dir zwei Hauptpersonen in diesem tollen Mitmachbuch. 24 Rätsel müssen gelöst werden bis am Schluss der Weihnachtsmann befreit werden kann. Aber stopp! Nicht einfach umblättern, das wäre doch zu einfach. Erst muss der Detektiv ein Rätsel lösen und falls er das richtig machte weiß er, welche Seite er auftrennen darf. Ja, es sind immer zwei Seiten durch eine Perforation verbunden. Keine Angst, die Kinder haben kompetente Hilfe an ihrer Seite. Da gibt es die Spinne Melitta und auch Freund Rudolph, die ihnen bei der Lösung wertvolle Tipps geben.

    Auf der Rückseite des Buches steht der Satz: „Für eine spannende Adventszeit!“ Und ich muss sagen, dass es wirklich so ist. Mit Feuereifer haben unsere Enkel versucht, die Rätsel zu lösen. Aber ja, nur zwei, da sie ja auch im Advent noch forschen sollten. Langeweile gibt es dabei nicht. Auch wenn unser 9jähriger erst lange überlegen musste, er konnte die Fragen ohne Hilfe von mir beantworten. Die Geschichte gefiel ihm ebenfalls sehr gut. Auch er ist in jedem Jahr von dem ganzen Trubel genervt und setzt wie Luka viel lieber seinen Kopfhörer auf und lässt sich Bücher vorlesen. Luka ist immerhin schon 13 und findet Weihnachten „uncool“. Warum er dann doch neugierig wird und seiner Schwester beim Rätseln helfen möchte, das erfahrt Ihr, wenn Ihr das Buch in den Händen haltet.

    Die Aufmachung des Adventskalenders ist sehr wertig. Ganz toll finden wir alle auch die schönen Malereien und die passenden Überraschungen darauf, welche auf jeder neuen Seite zu finden sind. Aber auch die Geschichte ist spannend geschrieben und das Lesen macht Spaß.
    Hildebrandt, S: Trümmerland

    Hildebrandt, S: Trümmerland (Buch)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    27.10.2020

    Rumänien zwischen den Fronten

    Zunächst folgte Rumänien noch dem „Führer“, es war im Jahr 1941 nationalsozialistisch. Soldaten wurden zum Ostfeldzug eingezogen und kämpften gegen Russland. Nelu, ein junger Rumäne mit dem Wunsch erfolgreich zu sein, freut sich auf den Einsatz im Krieg. Voller Enthusiasmus reist er mit seinen Kameraden an die Front. Er lässt seine junge Verlobte Andrada zurück und beide versichern sich, dass sie nach dem Krieg auf jeden Fall heiraten werden. Die Träume zerplatzen wie Seifenblasen und auch der Fronteinsatz entspricht so gar nicht den Vorstellungen Nelus. Er sieht grausame Dinge und muss selbst Misshandlung und Schmerz hinnehmen. Im Sommer 1944 wechselt Rumänien die Fronten und stellt sich an die Seite Russlands. Freunde werden zu Feinden und umgekehrt. In der Heimat geht das Leben weiter und Andrada muss ihren Weg ohne Nelu gehen.

    Erst nachdem ich Bücher über Rumänien las, lernte ich ein wenig die Menschen und deren Eigenheiten kennen. Silvia Hildebrandt wurde in Rumänien geboren und kann aus einem reichen Erfahrungsschatz ihrer Eltern und Großeltern schöpfen. Das macht ihre Bücher so wertvoll. Hier schreibt sie eindrücklich die Zerrissenheit der Menschen. Dazu gehört auch der Kampf zwischen Ungarn und Rumänen in privaten Bereichen. Viele haben Angst vor Verrat und kaum jemand traut sich, seine ehrliche Meinung zu vertreten. Juden werden verfolgt und wer sich schützend vor sie stellt, muss mit harten Sanktionen rechnen. Hunger und Traumen beeinflussen das Leben und nach dem Krieg muss der Wideraufbau vorangetrieben werden. „Trümmerland“ ist ein Buch, welches viele Fakten enthält und mir das Land Rumänien ein wenig näher brachte.
    Das Haus in der Claremont Street

    Das Haus in der Claremont Street (Buch)

    4 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern
    07.10.2020

    Gelungenes Debüt

    Innerhalb weniger Minuten war der kleine Tom Waise. Was er mitansehen musst, kann niemand nachvollziehen und ist Thema des Debütromans „Das Haus in der Claremont Street“. Dass er seitdem nicht mehr spricht und auch noch einige andere „Eigenheiten“ an den Tag legt, das ist verständlich. Seine Mutter hatte drei Geschwister, die sich um Tom kümmern wollen. Mona, die Tote, beschloss vor ihrem Tod, dass die Älteste das Sorgerecht für Tom bekommt. Die ist kinderlos und mit beim Umgang mit dem Traumatisierten schon bald überfordert. Es folgt Rose, die im Haus an der Claremont Street wohnt. Das ist übrigens das Elternhaus der Geschwister. Hier lebt auch Roses Sohn und der ledige Bruder Will. Alle bemühen sich um Tom, der bleibt aber verschlossen.

    Es war ein Mord mit Ansage und trotzdem kam er für die Geschwister überraschend. Allerdings machen sie sich jetzt, wo die Tat geschah, bittere Vorwürfe. Warum haben sie die Zeichen nicht erkannt? Versäumten sie es mit Absicht, ihre Schwester zu retten? Es gibt ja Frauen, die angeblich täglich vor einen Schrank laufen oder die Treppe hinunterfallen. Doch, ist das glaubwürdig? Trotz des ernsten Themas über Traumen und den brutalen Verlust der Eltern, musste ich hin und wieder schmunzeln. Die Autorin berichtete nicht nur todernst sondern stets mit einem Augenzwinkern.

    Ich fand es anstrengend, dass ich mich immer wieder auf neue Gedanken und Schauplätze einlassen musste. Viele Erlebnisse aus der Vergangenheit Toms und der Geschwister wechselten mit den Problemen der Gegenwart. Aber trotzdem lohnte es sich, dabeizubleiben und dem Geschehen zu folgen. Es ist ihr Debüt und dafür ist es gut gelungen. Luft nach oben gibt es immer. Vier Sterne und eine Leseempfehlung sind berechtigt, so denke ich.
    Das Wörterbuch des Windes

    Nina Blazon
    Das Wörterbuch des Windes (Buch)

    4 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern
    07.10.2020

    Eine Reise nach Island

    „Eifersüchtige Irre“ und „total krank im Kopf“, das schrie Henrik als er sich zum letzten Mal mit Swea stritt. Dabei sollte es ein neuer Anfang werden, sozusagen die zweite Hochzeitsreise. Swea steigt in den Mietwagen und rast davon. Sie kommt vom Weg ab und wird von einem Senior namens Einar gefunden. Der bringt sie mit in sein Haus und das Schicksal nimmt seinen Lauf. Schritt für Schritt versucht Swea, sich von ihrem Mann und den Eltern loszueisen. Dabei macht sie auch Fehler und es stellt sich die Frage, ob die wechselnden Liebhaber tatsächlich dazu beitragen können, dass sie vergessen kann.

    Die Autorin reiste im Jahr 2008 nach Island um dort an einem Literaturfestival teilzunehmen. Dabei kam ihr die Idee zu diesem Roman. Sie schreibt von der rauen und wunderschönen Landschaft dieser Insel. Von dem Wind, dem man nachgeben sollte, alles andere sei zu anstrengend (laut Einar). Aber auch der Glaube an Übernatürliches, wie Elfen oder Begegnungen mit Toten, ist ein großes Thema. Das war mir ein wenig zu abstrakt aber ich akzeptiere alle, die daran glauben. Swea beginnt zu malen, sie versucht sich als Reinigungsfrau und muss erkennen, welche hinterhältigen Schachzüge ihr Vater veranlasst. Lässt sie sich davon beeinflussen und geht wieder zurück nach Deutschland?

    Ja und dann gab es noch den Bankencrash. Dass viele Isländer damals ihre Häuser an die Banken verloren ist bekannt. Wie sie damit umgingen und dass einige es nicht schafften, ins Leben zurückzufinden, das beschreibt Nina Blazon gut. Ein Blickpunkt ist das tolle Cover. Diese Farben und die auffallende Figur im roten Kleid, das hat was. Vier Sterne gibt es von mir und für Freunde der Insel im hohen Norden ist es mit Sicherheit ein tolles Buch.
    Bailey, C: Bis wir uns wiedersehen

    Bailey, C: Bis wir uns wiedersehen (Buch)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    25.09.2020

    Die verlorenen Kinder

    Mir gefällt der englische Titel „The lost boys“ wesentlich besser und er passt auch eher zum Inhalt des Buches. Aber der Verlag entschied es so und die Verantwortlichen dachten sich wohl etwas dabei. Fey von Hassell lebte mit ihrem Mann Detalmo und den beiden Jungen Roberto und Corradino in einem Palazzo in Italien und zwar in dem Ort Brazzá. Die Eltern wohnen in Berlin und der Vater Ulrich von Hassell wirkte aktiv im Widerstand gegen Hitler mit. Als ihr Ehemann mal wieder eingezogen wurde, musste sie mit ihren Kindern den Nazis folgen und wurde nach Innsbruck gefahren. Dort raubte man ihre Kinder. Sie wusste nicht, wohin diese kamen und auch ihr eigenes Schicksal war ungewiss.

    „Bis wir uns wiedersehen“ ist eine Mischung zwischen Kriegsbericht, Biographie und Krimi. Die Autorin führt im Anhang auf, welche Quellen sie nutzte und wer von den Hinterbliebenen ihr halfen. Schon das Cover hat mich sehr bewegt. Es zeigt die junge Fey mit ihren beiden kleinen Söhnen, die kurz darauf in einem Waisenhaus untergebracht wurden. Es lag in der Nähe des Ortes Absam und dem Berg „großer Bettelwurf“. Wer heute in dem Ort nach dem Haus „Wiesenhof“ fragt, wird keine Auskunft bekommen. Niemand wusste irgendetwas. Das Foto trug auch Vater Detalmo bei sich als er lange von den Seinen getrennt war. Es war das einzige, welches er von den Söhnen hatte.

    „Wir gingen wie 2 Götter auf Wolken“ soll Mussolini zu seinem Freund Hitler gesagt haben, als sie gemeinsam vor das „Volk“ traten. Das war in Berlin und sie wurden umjubelt wie kaum jemand nach ihnen. In Italien gab es auch etliche Anhänger Hitlers und auch dort blühte der Faschismus. Wer sich dagegen wehrte, musste mit heftigen Sanktionen und meistens mit dem Tod rechnen. In Deutschland schlugen die Versuche, den „Führer“ zu töten alle fehl. Einzig die Widerständler bezahlten mit dem Leben. Denunzierungen waren an der Tagesordnung und dieser Tatsache ist auch die Entführung der beiden Jungen zu „verdanken“.

    Sehr schön fand ich, dass Frau Bailey unseren späteren Kanzler Helmut Schmidt würdigte, indem sie auch seine Meinung zum „Prozess“ gegen Ulrich von Hassel schilderte. Auch dass er der Witwe einen wahrlich empathischen Brief schrieb, adelt ihn. Ebenfalls beeindruckte mich ihr Zeugnis über Stauffenberg. Leider wird dies ja immer mal wieder von „Historikern“ beschmutzt. Ich werde das Buch mit Sicherheit noch öfter lesen und sobald sie reif dafür sind, es auch meinen Enkeln geben. „Wehret den Anfängen“, so denke ich und auch „Niemals vergessen“ ist ein Spruch, den ich mir zu Herzen nahm. Ich gebe diesem wertvollen Buch fünf Sterne und selbstverständlich eine Empfehlung.
    Last Wish

    Last Wish (Buch)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    18.09.2020

    Beckys letzter Wunsch

    Becky ist die Mutter von Luke und wird bald sterben. Ihr letzter Wunsch ist ungewöhnlich. Sie möchte, dass ihre Lieben sich fünfmal treffen und gemeinsam essen. Luke und sein Vater sind nämlich völlig zerstritten, da der Junge vor drei Jahren plötzlich sein Elternhaus verließ. Dabei hoffte doch der Vater darauf, dass er die Farm weiter betreibt und nicht als Countrysänger durch die Gegend tingelt. Und dann ist da auch noch Charlotte, die Exfreundin von Luke. Auch sie ist sauer und hat ihn damals überhaupt nicht verstanden. Erst zur Beerdigung Bettys sahen die Streithähne sich wieder.

    Das Buch ist berührend geschrieben und keineswegs eine Schnulze. Hier werden Probleme geschildert, wie sie in vielen Familien vorkommen. Häufig ist es ja so, dass nicht genug darüber geredet wird und jeder sich in seinen Schmollwinkel zurückzieht. Die sehr kranke Mutter und Ehefrau Becky wusste sich keine Rat mehr als ein Testament zu verfassen. Das lag sogar bei einem Anwalt und hat daher eine gewisse Macht. Die Idee von ihr fand ich gut und die Umsetzung nicht selbstverständlich. Es stellt sich also die Frage, ob alle so viel Achtung vor Betty haben, um ihr the „Last Wish“ zu erfüllen.

    Das Lesen machte Freude und es ist ein Buch für zwischendurch, aber mit ernster Messsage. Fünf Sterne und eine Leseempfehlung gebe ich dafür.
    Abidi, H: Arthurs wildes Hundeleben

    Abidi, H: Arthurs wildes Hundeleben (Buch)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    14.09.2020

    Ein Buch für alle, die sich einen Hund wünschen

    Arthur ist sauer. Gerade kommt er vom Training im Tischtennisverein und musste sich dort anhören, wie seine Freunde von ihren Haustieren schwärmten. Alle haben einen Freund fürs Leben. Egal, ob Pony, Hund oder Wellensittich. Arthur hat nichts und bisher konnte er seine Eltern auch nicht von seinem größten Wunsch überzeugen: einen Hund.

    Lucky ist aufgeregt. Er muss mit ansehen, wie seine Zweibeiner Koffer packen und befürchtet, dass er mal wieder in eine Hundepension gebracht wird. Das gefiel ihm beim letzten Mal überhaupt nicht. So viele Köter sind dort und die lassen ihn noch nicht einmal in aller Ruhe dösen. Aber okay, die Zweibeiner bringen ihn zu einer Familie mit einem Menschenwelpen, zu Arthur. Dort geschieht etwas Außergewöhnliches. Lucky schlüpft in den Körper von Arthur und der in den von Lucky. Sie erleben nicht nur die tollsten Abenteuer. Auch das Leben aus der Sicht eines Hundes machen Arthur zu einem Spezialisten, wenn es um die Wünsche dieses Vierbeiners geht.

    Ich las das Buch gemeinsam mit unserem 11jährigen Enkel. Es war zunächst die große Schrift und dann die tollen Zeichnungen, die ihm gefielen. Aber auch die spannenden und lustigen Abenteuer von Arthur und Lucky brachten ihn dazu, das Buch schnell durchzulesen. Er wollte wissen, wie die Geschichte endet. Haha, am ersten Morgen nach der „Verwandlung“, als Arthur (eigentlich Lucky) mit Lucky (eigentlich Arthur) im Schlafanzug Gassigehen wollte. Welch eine lustige Vorstellung. Und davon gibt es viele in diesem Buch.

    Aber „Arthurs wildes Hundeleben“ hat auch eine ernste Aussage. Hier erfahren nämlich junge Hundefreunde, was die Vierbeiner so gar nicht ab können. Welche Verantwortung sie haben, wenn sie einen Hund haben und wie viel Zeit sie investieren müssen. Das Buch sollten alle Kinder lesen, die sich ein Tier wünschen. Ein Lucky ist nicht zum Knuddeln da und muss regelmäßig an die frische Luft und das auch bei Regen und Schnee.
    Der falsche Preuße

    Der falsche Preuße (Buch)

    4 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern
    10.09.2020

    Humorvolle Studie über die Kriminalistik in der Vergangenheit

    Sehr interessant zu lesen, wie eine völlig neue Sparte in der Wissenschaft langsam bekannt wurde: die Kriminalistik. Wilhelm Freiherr von Gryszinski zieht auch aus dem Grund von Berlin nach Bayern. Er ist ein Pionier auf dem Gebiet und soll die Erkenntnisse seines Lehrers Hans Groß zum Lösen von Kriminalfällen nutzen. Aber auch dafür sorgen, dass seine Gehilfen darin geschult werden. Fingerabdruck und Spurensicherung ist für jene noch ein Buch mit sieben Siegeln und sie sind bestrebt, mehr darüber zu erfahren. Das können sie auch bei diesem Fall. Ein Bierbrauer wird tot aufgefunden und ist mit einem Mantel aus Federn gekleidet. Ein verzwickter Fall, der dem Freiherrn vor nahezu unlösbare Probleme stellt.

    „Der falsche Preuße“ ist eine Mischung aus Humoreske, historischem Roman und Krimi. Der Stil ist locker und mit viel bayerischer „Logik“ gewürzt. Oft musste ich schmunzeln. Die Autorin hat einige Klischees bedient, welche den Preußen und den Münchnern auch heute noch zugeschrieben werden. Die lebendige Beschreibung der Lebensart zur damaligen Zeit versetzte mich förmlich dorthin. Auch die Spannung kam nicht zu kurz und bis zum Schluss hatte ich keine Ahnung, wer der Täter tatsächlich ist. Zumal der Mord nicht das einzige Verbrechen war, das in dem Buch eine Rolle spielte.

    Vor jedem Kapitel steht ein Zitat aus dem Buch von Hans Groß, aus der ersten Auflage des Jahres 1893. Es ist schon erstaunlich, wie die Ermittler zu der Zeit arbeiteten und welche Hilfsmittel sie hatten. Wenn man bedenkt, was ihnen heute zur Verfügung steht, dann ist das ein gewaltiger Unterschied und eigentlich sollte kein Verbrechen mehr ungeklärt sein. Zum Schluss klärt die Autorin auf, welche hier geschilderten Ereignisse und Personen historisch belegt und welche ihrer dichterischen Freiheit entsprangen. Vier Sterne und eine Leseempfehlung für dieses interessante Buch.
    Die Liebenden von der Piazza Oberdan

    Christian Klinger
    Die Liebenden von der Piazza Oberdan (Buch)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    01.09.2020

    Prädikat: Sehr wertvoll

    Schon das Cover lässt darauf schließen, dass es sich bei „Die Liebenden von der Piazza Oberdan“ um ein außergewöhnliches Buch handelt. Und so ist es auch. Der historische Roman beruht auf Tatsachen und diese wurden vom Autor gekonnt in Szene gesetzt.

    Die Geschichte beginnt im Jahr 1917 als der Erste Weltkrieg tobte. Vittorio Robusti ist an der Front und wird verletzt. Er darf nachhause und sich dort eine Existenz aufbauen. Nach der Heirat folgt auch bald der Sohn Pino, um den es in dem Buch geht. Dank seinem Studium muss er nicht an die Front und verbringt viel Zeit mit seiner Freundin Laura. Allen Triestern ist eines gemein: Sie sehnen sich nach Frieden.

    Zunächst war es das Joch der Habsburgern, von denen sich die Triester befreien konnten. Noch heute gibt es Zeugnisse von der Zeit in der italienischen Stadt. Danach kam Mussolini und mit ihm der Faschismus. Die Deutschen besetzten dann später Triest und herrschten hier ohne Skrupel, wie halt überall in Europa. Das alles und noch einige spannende historische Begebenheiten sind in dem Buch von Christian Klinger nachzulesen. Dabei wollte er in erster Linie auf das Leben des Pino Robusti aufmerksam machen. Es gibt kaum Triester, die ihn kannten und das gilt auch für Deutschland. Dabei ist sein Schicksal auf jeden Fall so bemerkenswert und verdient es, in einem Buch aufgeschrieben zu sein.

    Die Sprache gefiel mir sehr gut, da sie lebendig und voller Adjektive ist. Das Kopfkino wurde gekonnt angestoßen. Viel las ich über die Zeit aber nur sehr wenige Bücher mit Schwerpunkt Italien. Wie gut, dass ich auch dieses Werk in Händen hielt und wieder ein wenig schlauer wurde. Fünf Sterne und eine Leseempfehlung für alle Geschichtsinteressierte gebe ich. Ja, die Liebesgeschichte gibt es auch, die nimmt aber nicht den überwiegenden Raum ein.
    Zugvögel

    Zugvögel (Buch)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    26.08.2020

    Ein beachtenswertes Debüt

    Fanny ist die Hauptperson in „Zugvögel“. Sie liebt das Meer und die Vögel, welche hier leben. Sie beobachtet die Küstenseeschwalben in Grönland und beringt sie. Aus Sorge um die Tiere macht sie sich auf den Weg zu den Brutplätzen. Sie möchte sehen, ob diese Vögel tatsächlich vom Aussterben bedroht sind. Das ist ein waghalsiges Unterfangen, da sie auf ein Boot muss, das ihr kaum Sicherheit oder Komfort zu bieten hat. Gleichzeitig ist es aber auch ein Flucht. Fanny will nicht mehr denken und die Vergangenheit hinter sich lassen. Ob ihr das gelingt und wie sie die Gefahren der See meistert, das ist spannend und in lebendiger Sprache erzählt.

    Am Anfang tat ich mich schwer mit dem Lesen von „Zugvögel“. Die Autorin wechselte immer wieder die Zeiten und Orte und das machte das lesen anstrengend. Aber ich blieb dabei und es lohnte sich. Je weiter ich las desto gefälliger wurde für mich das Buch. Ich lernte etwas über die Intelligenz von Krähen, dem Kipppunkt des Artensterbens und der Arbeit von Ornithologen. Aber auch die realistische Darstellung einer großen Liebe, die in keiner Weise das Ihre suchte, gefiel mir ausgesprochen gut.

    Die Autorin Charlotte McConaghy wuchs in Australien auf und „Zugvögel“ ist ihr Debüt. Sie beobachtet die Auswirkungen des Klimawandels auf die Tierwelt und sieht mit Sorge, wie viele Arten vom Erdball verschwinden. Das gibt sie auch als Begründung für das Schreiben dieses Buches an. Diesem beeindruckenden und mitreißenden Werk gebe ich gerne fünf Sterne. Wer gute Literatur mag, der wird es gerne lesen.
    Das Leben ist ein wilder Garten

    Roland Buti
    Das Leben ist ein wilder Garten (Buch)

    4 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern
    20.08.2020

    Bemerkenswerte Sprache und viel Kopfkino

    Carlo ist Landschaftsgärtner und das mit Leib und Seele. Ja, er liebt die Pflanzen und freut sich, wenn er Kunden hat, die seine Arbeit zu würdigen wissen. Doch so richtig läuft es im Moment nicht. Seine Frau hat ihn nach 16 Jahren Ehe verlassen. Einfach so. Und sein Mitarbeiter wurde zusammengeschlagen. Er liegt schwer verletzt im Krankenhaus. Nein, der Grund war nicht aktuell. Irgendwann im Krieg damals, da benahm er sich nicht so, wie die anderen es haben wollten. Und jetzt, 20 Jahre später rächten sie sich. Da ja, wenn etwas schief läuft, immer noch mehr Unangenehmes dazu kommt: Seine Mutter floh aus dem Seniorenheim. Was also tun? Wichtig ist erst mal, dass die Mutter gefunden und wieder ins Heim gebracht wird. Oder?

    Die Sprache ist einzigartig und so bildhaft, dass ich die Akteure vor mir sah. Die Handlung suchte ich allerdings. Es gab nämlich keine zusammenhängende. Welchen Weg die Mutter während des Zweiten Weltkrieg ging und warum sie eine glamouröse Vergangenheit hatte? Keine Ahnung. Es ist ein munteres Hin und Her aus Gegenwart und Vergangenheit wobei der Zeitpunkt des Geschehens für mich nicht immer eindeutig war.

    Mir gefiel aber nicht nur die Sprache. Auch der Umgang Carlos mit seiner Mutter, war rührend. Welcher Sohn nimmt sich so viel Zeit für eine alte Frau und geht so sehr auf ihre Wünsche ein? Es fällt mir schwer, das Buch zu bewerten. Trotzdem, ich gebe vier Sterne und hoffe, dass es viele Leser findet. Verdient hätte es die.
    Das Lichtenstein

    Das Lichtenstein (Buch)

    4 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern
    20.08.2020

    Freud und Leid im Kaufhaus Lichtenstein

    Auf den ersten Seiten begrüßt uns die Autorin von „Das Lichtenstein“ mit einem ausführlichen Personenregister. Das ist auch nötig, da es etliche Akteure gibt, die uns in dem Buch begleiten.

    Es beginnt im Jahr 1913 in Berlin. Schauplatz ist ein großes Kaufhaus, welches vornehmlich Damenoberbekleidung anbietet. Es wird die Familie der Inhaber sowie einige der Angestellten beschrieben. Deren Alltag, ihre Sorgen und ihre Freuden. Ein Brand macht viele Pläne zunichte und es zeigt sich, wer genug Mut und Kraft hat, trotzdem die Zukunft zu gestalten. Ist es Jacob, der flexibel und seinen Mitarbeitern zugewandt agiert? Oder doch Ludwig, der eher konservativ ist und sich nur schwer für neue Wege begeistern kann?

    Es müssen nicht immer Bücher sein, die von einigen Lesern als „anspruchsvolle Literatur“ bezeichnet werden. „Das Lichtenstein“ gehört zu den Unterhaltungsromanen und hat durchaus auch einen Mehrwert. Es wird die Zeit vor und während des Ersten Weltkriegs beleuchtet. Welche Ängste hatten die Menschen und wie kamen die Soldaten zurück? Wie wurde mit Traumen umgegangen? Aber auch die Situation der „gefallenen Mädchen“ beschreibt die Autorin. Dabei fand ich die Frage spannend, warum die im Krieg getöteten ebenfalls als „Gefallene“ tituliert wurden. Welche Verbindung gibt es zwischen den beiden Lebensumständen? Wie oft werden Worte gedankenlos daher gesprochen und deren Sinn nicht hinterfragt.

    Leichte Kost für heiße Tage, so sehe ich „Das Lichtenstein“. Klar, es werden nicht alle Rätsel gelöst, es gibt ja noch zwei Bände. Vier Sterne und eine Leseempfehlung für alle, die sich über das Leben während des Ersten Weltkriegs informieren möchten. Aber auch für Leser, die sich für Mode und deren Geschichte interessieren, ist es gewiss das Lesen wert.
    Ein Sonntag mit Elena

    Ein Sonntag mit Elena (Buch)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    17.08.2020

    Welch ein berührendes Buch

    In dem Roman ist es die Tochter, die vom Leben ihres Vaters erzählt. Der 67 Jährige ist seit 8 Monaten Witwer und kann sich nur schwer mit dem Verlust abfinden. Er lässt die schönen Topfpflanzen der Mutter verkümmern und schafft es nicht, ihre Kleidung abzugeben. Die Wohnung kommt ihm traurig und leer vor. Aus dem Grund freut er sich, dass ihn die große Tochter Sonia mit Ehemann und den beiden Enkelinnen besuchen möchte. Er kocht sogar und das mit der Hilfe des Kochbuches seiner verstorbenen Frau. Leider wird nichts aus dem Treffen und er verlässt fluchtartig die Wohnung. Er geht zur Skateboardbahn und setzt sich auf eine Bank neben eine junge Frau. Er nennt sie in Gedanken „Albino“. Später erfährt er, dass sie Elena heißt und ihr Sohn Gaston der tolle Skater auf der Bahn ist. Die drei gehen gemeinsam zur Wohnung des Mannes und genießen das Mahl, welches er so liebevoll bereitete.



    Eigentlich passt der Titel nicht wirklich zum Buch. Es geht hier nämlich um die Dauer von 10 Jahren, die hier erzählt werden. Immer wieder geht es auch in die Vergangenheit. Auch die Fehler des Vaters beschreibt die Tochter und dass sie nach dem Tod der Mutter noch mehr darunter litt. In dem Buch geht es um die Unannehmlichkeiten des Alters, wenn man es alleine durchleben muss. In der Vergangenheit um die Arbeit, welche das Leben bestimmte und die Erziehung der Kinder. Selbst Kintsugi und seine Bedeutung wird beschrieben und das alles in einer sehr feinen Sprache.



    Ja, das Buch war für mich ein Genuss. Viel zu schnell las ich es durch und war noch Stunden danach gefangen. Ich werde es mit Sicherheit nochmals zur Hand nehmen so viel Weisheit und Wahrheit liegt darin und ich habe gewiss einige Passagen zu schnell gelesen. Und auch das sehr schöne Cover verdient eine Erwähnung. Es ist leise und passt perfekt zum Thema. Volle fünf Sterne und eine eindringliche Leseempfehlung für alle, die gerne hochwertige Literatur genießen.
    Die Dirigentin

    Die Dirigentin (Buch)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    13.08.2020

    Ihr Leben war die Musik

    Wie selbstverständlich ist es für mich als Frau, dass ich jederzeit das lernen darf, wozu ich Lust habe. Ich kann Ärztin oder Musikdirektorin werden und niemand stört sich daran. Ganz anders war es noch am Anfang von 1900 bis weit in die Mitte des Jahrhunderts. Auch Antonia Brico wurden viele Steine in den Weg gelegt als sie den Wunsch äußerte, Dirigentin zu werden. Viele Orchester, ob in Europa oder den USA, wurden von Männern dominiert und diese wollten sich niemals den Anweisungen einer Frau unterordnen. Frau Brico lebte ihren Traum und dafür tat sie fast alles. Und sie schaffte es bis zu einem gewissen Grad. Denn, die Festanstellung blieb ihr verwehrt. Trotz vieler Rückschläge und Anfeindungen sowie Sexismus ließ sie sich niemals unterkriegen. Dabei half ihr unter anderem, dass sie immer wieder Unterstützer fand, die ihr sowohl moralisch als auch finanziell unter die Arme griffen.

    Die Dirigentin von Maria Peters ist so lebendig geschrieben, dass bei mir das Kopfkino hervorragend funktionierte. Ich sah sie vor mir, die feisten und selbstgerechten Herren, die Frauen nur als Gebärende oder Hausmütterchen sehen wollten. Vielleicht hätte Antonia Brico es leichter gehabt, wenn sie auf Avancen der Mächtigen reagiert hätte. Sie blieb sich treu und das macht sie zu einem Vorbild, das auch heute noch als solches gesehen werden kann. Spannend ist das Buch ebenfalls und die Autorin vereinte Tatsachen und Fiktion sehr gekonnt und abwechslungsreich. Am Schluss von #DieDirigentin schrieb sie auf, welche Quellen sie nutzte um möglichst eine zumeist wahre Story zu schreiben. Fünf Sterne und eine Leseempfehlung gibt es von mir.
    Zeiten des Sturms

    Nele Neuhaus
    Zeiten des Sturms (Buch)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    06.08.2020

    Gelungenes Finale

    „Das, wonach man im Leben streben sollte, ist Zufriedenheit. Und die kann nur in einem selbst entstehen.“

    „Zeiten den Sturms“ ist der dritte und letzte Band, der das Leben der Hauptakteurin Sheridan schildert. Sie wollte endlich Ruhe finden vor allem Leid und den Traumen, die ihr von der Stiefmutter und anderen Bekannten und Verwandten angetan wurden. Quer durch die USA ging die Reise und sie erlebt auch dabei nicht nur gute Dinge. Doch, nun steht die Hochzeit unmittelbar bevor. Ihr künftiger Ehemann Paul trägt sie auf Händen und sichert ihr eine Zukunft, wo Geldsorgen und Hunger keine Rolle mehr spielen. Doch, ist es richtig, was sie macht? Soll sie nicht doch lieber zu ihrem Vater zurückkehren? Vielleicht wartet ihre große Lieb ja noch auf sie? Wie wird es sein, wenn sie wieder nach Nebraska zurückkehrt?

    Es war mein erstes Buch mit Sheridan und dank der guten Erzählweise von Nele Neuhaus, konnte ich dem Geschehen trotzdem gut folgen. Wichtige Dinge aus der Vergangenheit erwähnte sie immer mal wieder. Die Story ist nicht nur spannend und voller Action. Sie zeigt ebenfalls, dass niemand zu früh aufgeben sollte, wenn er seine Träume verwirklichen möchte. Bei Sheridan ist es ein alter Cowboy der ihr zeigt, was Durchhaltevermögen wert ist. Sie darf sich nichts aus dem Geschwätz der Menschen des Ortes machen und muss ihren eigenen Weg gehen. Trifft das nicht auch auf viele von uns zu? Verlieren wir nie die Ziele aus den Augen. Auch dann nicht, wenn Rückschläge kommen. Das macht uns selbstbewusst und stärke.

    Das Buch las ich sehr gerne und die Spannung fand ich ausgewogen. Also nichts, was unrealistisch war. Und ein wenig Glück, das gehört auch wirklichen Leben dazu. Ja, ich gebe fünf Sterne und eine Leseempfehlung. Die beiden ersten Bücher der Reihe lese ich auf jeden Fall auch noch.
    Klemmer, A: HOLIDAY Reisebuch: Wo Deutschland am schönsten i

    Klemmer, A: HOLIDAY Reisebuch: Wo Deutschland am schönsten i (Buch)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    23.07.2020

    So schön ist Deutschland

    Das Buch „Wo Deutschland am schönsten ist“ oder anders ausgedrückt: „Urlaub daheim“, ist außergewöhnlich. Und zwar außergewöhnlich gut. Es beschreibt nicht nur die schönsten Ziele in Deutschland, es sind auch entsprechende Fotos zu bewundern. Auch die kurzen Beschreibungen der Sehenswürdigkeiten heben sich von üblichen Reisebüchern ab. Sie sind liebevoll und mit Humor bedacht. Egal, welche Aktivitäten die Urlauber bevorzugen, hier kommen alle auf ihre Kosten.

    Nicht erst seit dem Jahr 2020 bietet Deutschland eine Menge Abwechslung, wenn es um Freizeitgestaltung geht. Aber in diesem Jahr sind es halt sehr viele, die wegen der Pandemie nicht in ferne Länder reisen wollen. Egal, ob es die Nord- oder Ostsee mit ihren tollen Stränden, die Industriemuseen und Zechen im Ruhrgebiet oder die stillen Orte der Eifel sind. Unsere Heimat ist so abwechslungsreich, dass sich niemand langweilen muss. Und das gilt für alle Altersstufen.

    Dieses Buch wurde mit Herzblut und Kenntnis der Orte geschrieben. Es hat mich mitgerissen und viele der hier erwähnten Plätze kannte ich bereits. Einige Sehenswürdigkeiten warten noch darauf, von mir entdeckt zu werden. Ein tolles Werk, dem ich gerne fünf Sterne und eine Leseempfehlung gebe.
    Alter Hund, neue Tricks

    Adrian Mckinty
    Alter Hund, neue Tricks (Buch)

    4 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern
    22.07.2020

    Duffy in Aktion

    Inspector Sean Duffy ist Detective und arbeitet bis zu seiner Rente in Teilzeit. Das heißt, dass er nur sechs Tage im Monat arbeitet und die andere Zeit mit seiner Familie in Schottland wohnt. Seine Familie, das ist die Lebensgefährtin und die kleine Tochter. Die Situation ändert sich als ein Maler auf offener Straße erschossen wird. Duffy ist entzückt, da der Chef ihn fragt, ob er die Ermittlungen leiten möchte. Danach sehnte er sich schon lange und steigt voller Tatendrang ein. Schnell stellt sich raus, dass der Tote nicht der war, für den er sich ausgab. Sogar der Name war gefälscht. Duffy startet die Ermittlungen und das mit all seiner Kraft und Erfahrung.

    Das ist wohl der achte Band einer Reihe rund um Inspector Sean Duffy. Für mich war es das erste Buch, welches ich problemlos ohne Vorkenntnisse lesen konnte. Als Thriller bezeichne ich es zwar nicht, aber es hat mich gut unterhalten. Die Spannungen in Irland und das Verhältnis zu den Briten zeigt der Autor recht anschaulich. Immer wieder kommt es zu Ausschweifungen ins Privatleben des Ermittlers und das fand ich zu ausführlich. Trotzdem unterhielt mich der Krimi gut und was mir besonders zusagte, das waren die humorvollen Dialoge. Duffy ist ein Typ mit Ecken und Kanten. Er geht anderen auf die Nerven und das stets mit einem Augenzwinkern. Er ist kein Held und bekommt selbst immer wieder einige Blessuren ab. Vier Sterne und eine Leseempfehlung gibt es daher von mir.
    Unter den Linden 6

    Unter den Linden 6 (Buch)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    16.07.2020

    Absolut lesenswert

    Sie heißen Anni, Hedwig und Lise. Drei junge Frauen, die sich im Jahr 1907 in Berlin treffen. Unterschiedlicher können die Verhältnisse nicht sein, aus denen sie kommen. Aber eins haben alle drei gemeinsam: Sie möchten mehr erreichen als Hausfrau und Mutter zu sein. Nein, auch nicht nur für den Mann kochen und die Wohnung sauber halten oder Besucher empfangen. Zum Beispiel will Lise unbedingt an der Universität zu Berlin studieren. Das war damals für Frauen verboten und sie kämpft um ihr Recht. Die drei verbünden sich und lernen auch noch einige Damen kenne, die ebenfalls für die Emanzipation kämpfen wollen.

    „Unter den Linden 6“ ist ein Buch, das ich nicht aus der Hand legen konnte. So gefällig ist die Sprache und auch die abwechslungsreiche Beschreibung der Lebensumstände damaliger Zeit machte es zum „Pageturner“. Die Autorin schreibt über die Anfänge der Berliner Universität und die Entwicklung bis zum Krieg. Wie hart die Frauen arbeiten mussten und dennoch nicht die Anerkennung bekamen, die ihre Kommilitonen längst hatten. Wie schwierig es war, sich gegen die Eltern durchzusetzen und n i c h t den Mann zu heiraten, der für sie ausgesucht wurde, das können wir uns heute kaum noch vorstellen. Sogar der Titel Professorin half ihnen nicht viel.

    Der Schluss lässt einige Fragen offen und ich hoffe sehr, dass es eine Fortsetzung der Geschichte um die drei Damen gibt. Die Autorin erläutert, dass der Titel des Buches nicht historisch sei. Ebenfalls schreibt sie am Ende des Buches, welche Fakten sie verarbeitete und wo sie ihre dichterische Freiheit einsetzte. Viele der hier genannten Personen lebten tatsächlich und dazu zählt unter anderem die hier erwähnte Lise. Für mich ein wenig zu ausführlich, das waren die Erklärungen physikalischer Lehren und deren Erforschung. Die Autorin studierte eine Weile dieses Fach und daher kam wohl die Lust am Darlegen der Zusammenhänge. Das konnte aber meine Lust am Lesen und Lernen nicht wesentlich dämpfen. Fünf Sterne und eine Leseempfehlung gebe ich ganz eindeutig.
    Schwarzer August

    Gil Ribeiro
    Schwarzer August (Buch)

    4 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern
    20.06.2020

    Besuch in einem Sehnsuchtsland

    Leopold Lost lebt und arbeitet dort, wo andere Urlaub machen. Was zunächst nur eine vorübergehende Lösung sein sollte, hat sich zu seinem Vorteil entwickelt. Er bleibt in Portugal und zwar genau in Faro, bei der dortigen Polizei. Das ist ein kleiner Fischerort, direkt an der Algarve.

    Herr Lost ist ein brillanter Ermittler, obwohl er immer mal wieder für Erstaunen sorgt. Das liegt an seiner Andersartigkeit, die durch seine Behinderung hervorgerufen wird. Die nennt sich Asperger Syndrom und wer ihn nicht kennt, ist erstaunt über seine Art zu kommunizieren. In dem Buch Schwarzer August bekommen die Ermittler es mit mehreren Bomben zu tun. Zum Glück wurde kein Opfer tödlich verletzt, bis jetzt. Es tauchen Bekennerbriefe auf und trotzdem bleibt alles im Nebel verdeckt. Wer ist der Unbekannte? Was will er und was hat ein Journalist mit ihm zu tun?

    Ich kann nicht beurteilen, ob die Darstellung über Menschen mit Asperger stimmt. Die Beschreibung der Landschaft und den Leuten vor Ort fand ich abwechslungsreich und so gut, dass ich die Orangen förmlich riechen konnte. Die Story ist sehr lang gezogen und hätte meiner Meinung nach ein Zusammenstreichen etlicher Seiten vertragen. Obwohl es der vierte Band einer Reihe ist, hatte ich keine Schwierigkeiten, dem Geschehen zu folgen. Auch die privaten Geschichten der Ermittler hielten sich in überschaubaren Grenzen. Das Buch lädt zu einer Reise nach Portugal ein. Es ist ein leichter Krimi für Strand und Gartenliege.
    Inges Krieg

    Svenja O'Donnell
    Inges Krieg (Buch)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    13.06.2020

    Welch ein berührendes Buch

    „Es gibt keine Vergangenheit ohne Erzählen und keine Zukunft ohne Erinnerung.“

    Es dauerte 10 Jahre bis die Autorin Svenja O´Donnell genug Recherchematerial für #IngesKrieg zusammen hatte. Sie wollte das Leben ihrer Großmutter Inge nicht nur erforschen, sondern auch darüber berichten. Alles begann in Königsberg im Jahr 1939. Inge lebte dort mit ihren Eltern als einziges Kind. Der Familie ging es finanziell gut, das Geschäft des Vaters florierte und die kleine Inge wurde verwöhnt. Sie wurde im Jahr 1924 in Königsberg geboren und musste schon in jungen Jahren erfahren, was Not und Entbehrung bedeuten.

    Nach den unbeschwerten Jahren in Königsberg musst Inge die Verantwortung für ihre Eltern übernehmen. Nach der Flucht kamen weitere einschneidende Erlebnisse dazu und es war für Frau O´Donnell nicht mehr verwunderlich, dass ihre Großmutter so verschlossen war. Das lag nicht nur an der Flucht sondern wohl auch an dem Geheimnis, welches sie einige Jahrzehnte mit sich herumschleppte. Karten über das damalige Königsberg und die Grenzen Ostpreußens aus dem Jahr 1939, stehen am Anfang des Buches. Ferner gibt es Originalfotos aus vergangener Zeit, wozu auch das Bild auf dem Cover gehört. Kopien von erwähnten Briefen und anderen Schriftstücken belegen zusätzlich das, was Frau O´Donnell niederschrieb. Zum Schluss gibt sie an, welche Buchquellen sie nutzte und wo es Artikel und Aufsätze zum Thema nachzulesen gibt.

    Ein berührendes Buch, welches mir viele Dinge offenbarte, die ich nicht wusste. Besonders das Leid der Menschen aus Ostpreußen ging mir nahe. Was mussten sie erdulden und wie oft wurden sie für Untaten Hitlers und seiner Vasallen bestraft. Frau O´Donnell schrieb in der Ich-Form und das sehr anschaulich und lebendig. Es ist zwar die Rede von ihrer Großmutter, aber das gilt stellvertretend für viele Kinder und Frauen, die damals in ähnlichen Situationen lebten. Fünf Sterne und mehr hat dieses Werk in meinen Augen verdient. Meine Empfehlung zum Lesen gebe ich daher sehr gerne.
    51 bis 75 von 93 Rezensionen
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