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    Tara Top 50 Rezensent

    Aktiv seit: 24. August 2019
    "Hilfreich"-Bewertungen: 37

    Bitte beachten Sie

    Wir können nicht sicherstellen, dass die Angaben von Verbrauchern stammen, die das Produkt tatsächlich genutzt oder erworben haben.

    398 Rezensionen

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    Berauscht vom Leben

    Jardine Libaire
    Berauscht vom Leben (Buch)

    4 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern
    20.11.2021

    Gewinn durch Verzicht

    „Berauscht vom Leben - Die Freiheit, nicht zu trinken“ ist ein Sachbuch über ein Thema des Alltags von den Autorinnen Jardine Libaire und Amanda Eyre Ward. Es geht um Alkohol, um das Trinken, um das Leben, darum den Augenblick zu genießen, die Perspektive zu wechseln und welche Rolle Alkohol in unserer Gesellschaft spielt.

    Die Autorinnen wollen keinen Alkohol mehr zu trinken und haben hier in vielen kleinen kurzen Geschichten und Episoden zusammengefasst, was man wahrnimmt, wenn man trinkt bzw. was einem entgeht. Sie haben genau beobachtet und analysiert, was es bedeutet, wenn wir nüchtern sind, was wir dann alles wahrnehmen und welche Gelegenheiten es gibt berauscht vom Leben zu sein.

    Es ist schon eindrucksvoll welche Beobachtungen sie machen, wenn sie auf Alkohol verzichten. Es geht aber nicht nur um Alkohol, sondern um jede Art oder Form von Sucht und Abhängigkeit. Dabei beschönigen sie nicht, wie hart der Verzicht sein kann, wird mehr als deutlich.

    Ich denke nicht, dass dieses Buch Menschen, die ernsthafte Probleme mit Alkohol haben weiterhilft. Dennoch haben mir die Tipps für mehr Achtsamkeit im Alltag gut gefallen und auch die alkoholfreien berauschenden Rezepte am Ende des Buches fand ich durchaus interessant.

    Es geht hier nicht allein um den Entzug von Alkohol, sondern darum Alternativen zu seinen bisherigen Lebensmuster zu finden und dieser Ansatz gefällt mir sehr gut.
    Die Kampagne

    Die Kampagne (Buch)

    4 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern
    31.10.2021

    Ein fesselnder Politthriller – nichts für zarte Gemüter

    „Die Kampagne“ ist der dritte Band in der Maggie-Costello-Reihe von dem Journalisten und Autor Sam Bourne. Die Bücher sind eigenständig und lassen sich ohne Verständnisprobleme unabhängig voneinander lesen.

    Natasha Winthrop wird in ihrem Haus überfallen, aber sie schafft es, sich zur Wehr zu setzen und tötet dabei in Notwehr ihren Angreifer. Sie ist Anwältin und wird als Kandidatin der nächsten Präsidentschaftswahl gesehen. Nachdem es zu Zweifeln an ihrer Darstellung kommt, befürchtet sie eine Verschwörung und bittet die Ermittlerin Maggie Costello um Hilfe. Als Maggie mit ihren Nachforschungen beginnt, stößt sie schon bald auf Ungereimtheiten in Natashas Leben.

    Die Kapitel sind kurz und die Perspektiven wechseln immer wieder, wodurch schnell eine enorme Spannung aufgebaut wird. Neben dem Überfall auf Natasha werden zahlreiche weitere brisante Themen - wie dem Wahlkampf, der mit umstrittenen Praktiken betrieben wird und dem Einfluss der sozialen Medien auf unsere Gesellschaft – angesprochen.

    Neben dem fiktiven Fall hat Sam Bourne einige erschreckende Fakten – z.B. wie niedrig die Aufklärungsquote bei Vergewaltigungen ist – eingebaut.

    Zunächst ist die Handlung ein wenig undurchsichtig, aber gegen Ende laufen die verschiedenen Handlungsstränge zusammen. Es kommt zu einer zufriedenstellenden Aufklärung des Falls, aber einzelne Fragen bleiben auch offen und der Fantasie des Lesers überlassen.

    Obwohl die Handlung fiktiv ist, kann man sich durchaus vorstellen, dass sich die dargestellten Szenarien so oder in ähnlicher Form abspielen. Aufgrund einiger sehr detailliert dargestellten brutalen Szenen, eignet sich das Buch weniger für zart besaitete Leser, bietet aber eine enorme Spannung für alle, die das gut vertragen.

    Mich hat das Buch gefesselt und ich kann es Liebhabern von Politthrillern nur empfehlen.
    Wenn ich wiederkomme

    Marco Balzano
    Wenn ich wiederkomme (Buch)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    31.10.2021

    Eine andere Sichtweise auf die Pflegekräfte aus Osteuropa

    „Wenn ich wiederkomme“ ist ein gesellschaftskritischer Roman des italienischen Autors Marco Balzano.

    Daniela lebt mit ihrer Familie in Rumänien und wünscht sich für ihre Kinder Angelica und Manuel ein finanziell gut abgesichertes Leben. Um ihnen dieses zu ermöglichen, geht sie nach Italien, um dort zu arbeiten. Sie kümmert sich um andere Menschen, arbeitet als Pflegerin und Kinderfrau. Natürlich vermisst sie ihre Kinder, aber noch mehr vermissen diese sie, da sie ohne Vorankündigung einfach abgehauen ist.

    Marco Balzano schildert in drei Abschnitten aus drei Perspektiven die Ereignisse, wodurch die Gefühle und Gedanken von Daniela, Manuel und Angelica gut dargestellt werden. Dabei wird die Belastung der Familie sehr deutlich. Die Kinder kommen sich im Stich gelassen vor und Daniela muss schwer arbeiten. Ein schönes Leben hat keiner von ihnen. Die Lücke, die Daniela bei ihrer Familie hinterlässt, ist einfach zu groß. Daniela arbeitet hart und gerät an ihre physischen und psychischen Grenzen.
    Mit seinem Buch macht der Autor aber nicht nur auf die Situation der osteuropäischen Pflegekräfte aufmerksam, sondern auch auf die Missstände in unserer Gesellschaft, die davon profitiert. Ohne Frauen wie Daniela wäre es in vielen Familien nicht möglich, dass beide Elternteile arbeiten gehen können ,während ihre Kinder oder die eigenen Eltern gut versorgt sind.

    Mit seinem Nachwort rundet Marco Balzano seinen Roman gelungen ab. Es wird deutlich, dass Daniela und ihre Familie stellvertretend für viele Familien steht und welche Missstände in unserer Gesellschaft vorliegen. Wer beschäftigt sich schon mit den Menschen / Familien, die hinter den Pflegekräften stehen, die aus Osteuropa zu uns kommen, um unser System zu unterstützen ?
    Mich hat das Buch sehr berührt und es wird mich gedanklich auch noch eine Weile beschäftigen.
    Revolution der Träume

    Andreas Izquierdo
    Revolution der Träume (Buch)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    23.10.2021

    Detailreicher und spannender historischer Roman

    „Revolution der Träume“ ist nach „Schatten der Welt“ der zweite Band der Wege-der-Zeit-Reihe des Schriftsteller und Drehbuchautors Andreas Izquierdo. Das Buch kann unabhängig vom ersten Band gelesen werden, aber da sich sich die Protagonisten aus dem ersten Band hier weiterentwickeln, ist es schon sinnvoll und interessant diesen zuerst zu lesen.

    Carl, Artur und Luise sind erwachsen geworden. Carl möchte bei der UFA Kameramann werden, Artur taucht in die Berliner Unterwelt ab und Luise - Isi – schließt sich dem Spartakusbund an und setzt sich für Gerechtigkeit ein.
    Durch das Leben der Protagonisten erlebt man das Berlin der in den 1920er Jahren und jeder der drei macht eine spürbare Entwicklung durch.

    Der Schreibstil von Andreas Izquierdo ist grandios. Wortgewaltig und mit vielen Details transportiert er die Stimmung der Zeit. Die politischen Ereignisse sind gekonnt mit der Handlung verwoben und das Lebensgefühl der Menschen kam direkt bei mir ans. Berlin befindet sich im Wandel und die positiven Aspekte kommen ebenso zur Geltung wie die negativen. Die Protagonisten werden authentisch dargestellt, sind sehr unterschiedlich und die Dialoge äußerst lebendig.

    Die Geschichte über das Leben der drei Freunde lässt sich leicht lesen, es ist sehr interessant, was sie erleben und wie sie einander Halt geben und immer aufeinander zählen können.

    Mir hat dieser hervorragend recherchierte historische Roman gut gefallen, da er gleichermaßen informativ und unterhaltsam ist.

    Eifersucht

    Jo Nesbø
    Eifersucht (Buch)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    23.10.2021

    Sieben spannende Kurzgeschichten

    In „Eifersucht“ befinden sich sieben spannende Stories des norwegischen Autors Jo Nesbø. Eigentlich bin ich kein Fan von Kurzgeschichte, aber einer des Autors und deswegen war ich sehr gespannt auf dieses Buch.

    Die sieben Geschichten haben eine Länge von acht bis 122 Seiten. Sechs von ihnen sind in der Ich-Form geschrieben und jede für sich ist spannend. Außer dem Thema Eifersucht haben sie nicht viel gemeinsam, die Handlungsorte variieren, die Charaktere bieten Abwechslung und der Umgang mit der Eifersucht ist jedes Mal ein anderer.

    Ich mag den Schreibstil des Autors, da gibt es kein unnötiges Drumherum, aber genau die richtige Menge an Informationen, um in sich in die Handlung einzufinden und den Gedanken der Protagonisten folgen zu können, gibt und immer ein wenig schwarzen Humor vorhanden ist.

    Mich haben die Geschichten gefesselt und ich kann sie als kurze, spannende Abwechslung nur empfehlen.
    Das Haus der Düfte

    Das Haus der Düfte (Buch)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    17.10.2021

    Eine großartige Familiensaga um Liebe, Macht, Geheimnisse und Düfte

    Mit ihrem Roman „Das Haus der Düfte“ nimmt die in Köln lebende Autorin Pauline Lambert ihre Leser mit auf eine wunderbare Reise durch Paris und Grasse, in die Stadt der Düfte.

    Die Handlung wird in zwei Zeitebenen erzählt. 1952 träumt die junge Anouk, die mit ihrer Mutter in Paris lebt, davon Parfümeurin zu werden. Tatsächlich bietet sich ihr, durch das Kennenlernen von Stéphane - dem Sohn des bekannten Parfümhauses Girard mit Sitz in Grasse – die Möglichkeit dort eine entsprechende Ausbildung zu beginnen. Mehr als 60 Jahre zuvor lebte in Grasse die Lavendelpflückerin Florence, die gemeinsam mit ihrem Mann Horace erfolgreich eine Parfümerie aufgebaut hat.

    Zunächst haben die beiden Handlungsstränge keinen Zusammenhang, aber schon bald ahnt man, dass die Leben von Florence und Anouk miteinander verknüpft sind.

    Der Schreibstil der Autorin hat mir sehr gut gefallen. Sie schafft es Düfte in Worte zu fassen, macht Paris und Grasse lebendig und beschreibt die Landschaft so detailliert, dass ich die Lavendelfelder direkt vor Augen hatte.

    Die Anzahl der Charaktere ist hoch und die Familienkonstruktionen ziemlich komplex und undurchsichtig vor, deswegen hat es ein wenig gedauert, bis ich den Überblick hatte.

    Die Liebesgeschichte zwischen Florence und Horace und den Aufbau ihres Parfumhauses, waren einfach schön und toll beschrieben. Auch das Leben und die Entwicklung von Anouk waren interessant. Es ist bewundernswert wie sie an ihrem Traum festhält und wie zielstrebig sie ihr Leben meistert.

    Dieser Roman ist aber keineswegs nur eine leichte romantische Liebesgeschichte, sondern er steckt voller Dramatik und Familiengeheimnissen. Neben der Handlung vermittelt die Autorin interessantes Wissen rund um die Parfümherstellung, wie ein Duft entsteht, wirkt und auch was Düfte bewirken können.

    Mein Fazit: Eine fesselnde Familiensaga, in der alle Emotionen vorhanden sind und die gleichzeitig gut recherchierte Hintergrundinformationen vermittelt.
    Farnaby, S: Merdyns magische Missgeschicke - Zaubern will ge

    Farnaby, S: Merdyns magische Missgeschicke - Zaubern will ge (Buch)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    16.10.2021

    Witzig & total verrückt !

    „Merdyns magische Missgeschicke - Zaubern will gelernt sein!“ ist das erste Kinderbuch des Schauspielers und Autors Simon Farnaby für junge Leser ab acht Jahren.

    Nachdem der Hexenmeister Merdyn aus dem Jahr 511 in die Gegenart verdammt wurde, meint er in der Hölle gelandet zu sein. Mit den ganzen Veränderungen der letzten Jahrhunderte ist er total überfordert und mit seinem merkwürdigen Äußerem fällt er direkt überall auf. Für die Schülerin Rosie ist gerade der Traum Sängerin zu werden geplatzt und nun treffen die beiden aufeinander. Nach dem ersten Schreck ergänzen sich die beiden gut. Merdyn möchte Rosie bei der Verwirklichung ihres Traums helfen und Rosie versucht dafür zu sorgen, dass Merdyn nicht total aus dem Rahmen fällt. Eigentlich wäre die Situation so schon witzig genug. Aber dazu gibt es auch noch Pupsie, das redselige Meerschweinchen von Rosie und einen alten Feind aus Merdyns Vergangenheit.

    Das Buch lässt sich leicht lesen. Die Ereignisse sind lebendig geschildert und - anders kann ich es nicht sagen - ziemlich abgefahren. Über die Ideen des Autors musste ich einfach lachen. Die Missverständnisse, die entstehen können, wenn hunderte von Jahren zwischen zwei Personen liegen, sind einfach zu witzig.

    Sowohl die kurz gereimten Kapitelüberschriften als auch die kurzen Verse am Ende eines jeden Kapitels haben mir gut gefallen. Die Gestaltung des gesamten Buches ist in sich stimmig. Die knalligen, grellen Farben des Covers passen zu der verrückten Handlung. Im Buch befinden sich zahlreiche Zeichnungen der Illustratorin Claire Powell, die die Handlung ebenso gelungen abrunden wie die verschiedenen Schrifttypen, welche die Handlung zusätzlich lebendig werden lassen.

    Ich fand das Buch äußerst amüsant und würde gerne mehr von Merdyn, Rosie und Pupsie lesen.
    Grace

    Paul Lynch
    Grace (Buch)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    09.10.2021

    Ein sehr intensiver irländischer Roman aus dem 19. Jahrhundert

    „Grace“ ist ein unglaublich beeindruckender und intensiver Roman des in Dublin lebenden Autors Paul Lynch.

    Grace ist gerade einmal vierzehn Jahre alt als ihre Mutter sie, als Junge verkleidet, fortschickt und sie alleine ihr Überleben sichern soll. Begleitet wird sie von ihrem kleinen Bruder Colly. Aber nicht nur die beiden Kinder ziehen durch das Land. Die gesamte Bevölkerung ist arm und jeder kämpft ohne Rücksicht auf Verluste um sein Überleben. Grace zieht durch das Land und jede aufkeimende Hoffnung auf Besserung der Lage wird ebenso schnell wieder zerstört, wie sie gekommen ist.

    Der Schreibstil des Autors ist sehr eindringlich, einfühlsam und intensiv, dass mir beim Lesen fast die Luft wegblieb. Nicht weil es so spannend war, sondern weil ich regelrecht fühlen konnte, was Grace fühlt und nicht nur Grace, auch die anderen Menschen leiden. Die Armut des Landes ist bedrückend, die Menschen haben Hunger und jeder kämpft für sein Überleben. Auch wenn das Verhalten von Grace Mutter zu Beginn sehr brutal wirkt, so versteht man doch nach und nach warum sie sich so verhalten hat.

    Paul Lynch hat hier anhand von Grace ein Stück dunkle irische Geschichte lebendig gemacht, in die ich beim Lesen komplett abgetaucht bin. „Grace“ ist keine leichte Lektüre, aber eine die sich lohnt.
    Austen, J: Von ganzem Herzen ...

    Austen, J: Von ganzem Herzen ... (Buch)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    09.10.2021

    Eine ganz zauberhafte Biografie

    Mit „Jane Austen Von ganzem Herzen“ ist der Autorin Penelope Hughes-Hallett ein ganz zauberhaftes Buch zum Träumen und zum Eintauchen in das England des 19. Jahrhunderts gelungen.

    Jane Austens Romane haben mich begeistert und damit bin ich nicht alleine. Ihre Literatur gehört zu den englischen Klassikern, die man einfach gelesen haben muss. Über die Autorin selbst wusste ich bisher allerdings nicht viel und diese Lücke konnte ich nun schließen.

    Das Buch ist in sechs Abschnitte eingeteilt

    STEVENTON 1796-1801 FRÜHE SCHÖPFERISCHE JAHRE
    BATH 1801-1805 ABSCHIEDE UND UNGEWISSHEITEN
    SOUTHAMPTON 1807-1809 NEUE PERSPEKTIVEN
    CHAWTON 1809-1813 EIN NEUES UND GEORDNETES ZUHAUSE
    CHAWTON 1813-1816 ERFÜLLTE JAHRE
    HAWTON UND WINCHESTER 1816-1817 LETZTE TAGE

    und in jedem gibt es neben ihren Briefen an ihre Freunde und Familie – von denen viele an ihre Schwester Cassandra gingen - zahlreiche Zeichnungen und Fotografien, die den Zeitgeist lebendig machen und mich direkt in die Atmosphäre des 19. Jahrhunderts in England eintauchen ließen. Die Briefe lesen sich genauso schön wie ihre Romane und man kann ihr inniges Verhältnis zu ihrer Schwester spüren. Sie schreibt oft über ganz alltägliche Dinge, die ihr damals wichtig erschienen. Es ist wirklich ein ganz privater Einblick in das Leben der Autorin. Sehr aufschlussreich und interessant fand ich die Gegenüberstellung ihrer Briefe und ihrer Romane.

    Mich hat diese Briefbiografie begeistert und ich möchte fast sagen, dass sie ein Muss für jeden Jane-Austen-Fan ist, da sie optisch ebenso viel Freude bereitet wie inhaltlich.
    Probe 12

    Kathrin Lange
    Probe 12 (Buch)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    02.10.2021

    Rasant, spannend und erschreckend aktuell

    „Probe 12“ ist ein spannender Wissenschaftsthriller der Autorinnen Kathrin Lange und Susanne Thiele (Mikrobiologin und Wissenschaftsautorin).
    Nachdem es Professor Georgy Anassis gelungen ist ein Medikament gegen Multiresistente Keime zu entwickeln, wird er angegriffen und getötet, da das Interesse an seinen Ergebnissen groß ist. Zuvor kann er jedoch der Wissenschaftsjournalistin Nina Falkenberg von seiner Entdeckung berichten.
    Die Tochter - Sylvie - des Foodhunters Tom Morell ist an einem dieser multiresistenten Keime erkrankt und kann nur durch die Forschungsergebnisse des Professors gerettet werden.
    Nina und Tom versuchen nun die Forschungen des Professors nachzuvollziehen, aber nicht nur sie sind daran äußerst interessiert und ihre Gegner schrecken vor nichts zurück.
    Die Handlung ist in der nahen Zukunft angesiedelt, ein Zukunft, die ziemlich düster und beängstigend ist. Der Schreibstil der Autorinnen liest sich angenehm, es wird von Anfang an Spannung erzeugt und man erhält eine Menge medizinischen und wissenschaftlichen Input.
    Zu Beginn werden erst einmal die Charaktere vorgestellt. Es ist eine Vielzahl, aber dank der detaillierten Beschreibungen ist es kein Problem diese auseinanderzuhalten. Nicht alle sind einfach einzuschätzen, aber jeder von ihnen wirkt authentisch.
    Durch wechselnde Perspektiven wird eine enorme Spannung aufgebaut und von der Handlung bin ich bis zum Schluss immer wieder überrascht worden.
    Die wissenschaftlichen Informationen sind perfekt aufbereitet worden, so dass sie auch für einen Laien gut verständlich werden. Man merkt, dass die Autorinnen – wobei Susanne Thiele ohnehin Mikrobiologin – ist, viel recherchiert und ihr Wissen hier unterhaltsam umgesetzt haben. Es wurden eine Menge wissenswerter Fakten auf unterhaltsame Weise präsentiert.
    Abschließend findet man eine Glossar, in dem nochmals die wichtigsten Begriffe kurz und prägnant erläutert werden.
    Mich hat dieser Thriller gefesselt und ich würde mich über weitere Bücher der Autorinnen freuen.

    Ackermann, A: Aliens im Spiel

    Ackermann, A: Aliens im Spiel (Buch)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    02.10.2021

    Rasant durch das All

    „Aliens im Spiel“ ist ein actionreicher Comicroman der Autorin Anja Ackermann für junge Leser ab acht Jahren.

    Samuel und Gunnar lieben Computerspiele und rasen von Weltraumpiraten gejagd mit ihren Avataren Sumo L und Kazanga in ihrem Raumschiff durch das All. Ihr Ziel ist es – wie bei so vielen Computerspielen – Credits zu sammeln und in das nächste Level zu gelangen. Mit dabei ist Nachbarin und Klassenkameradin Nelli. Nach den Ferien entdecken die drei nun eine auffällige Ähnlichkeit zwischen einem der Weltraumpiraten und ihrem neuen Klassenlehrer. Das gilt es klären.

    Der Schreibstil ist äußerst lebendig und springt zwischen dem Computerspiel Pirate Port Planet und dem realen Leben hin und her. Durch die wechselnden Schriftfarben - grün = Spiel und schwarz = Realität - ist das leicht zu unterscheiden.

    Über die gesamte Handlung findet man Zeichnungen der Illustratorin Dorothee Mahnkopf wodurch der Lesespaß nochmals vergrößert wird und auch nicht so lese affine Kinder Spaß an dem Buch finden. Mit den beiden Themen Weltall und Computerspiel hat die Autorin zu Gebieten gegriffen, die sich hervorragend miteinander kombinieren lassen und die viele junge Leser begeistern werden.

    Abschließend befindet sich ein „Intergalaktisches Wortverzeichnis auf den letzten Seiten, das die wichtigsten Worte einfach erklärt.

    Ich denke, dass dieses spannende und auch humorvolle Buch nicht nur Computerfreaks und Astronauten begeistert und hatte selbst auch großen Spaß beim Lesen.
    Eis. Abenteuer. Einsamkeit

    Eis. Abenteuer. Einsamkeit (Buch)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    29.09.2021

    Abenteuerliche Extremtour durch Sibirien

    „Eis Abenteuer Einsamkeit - Mit dem Fahrrad in die sibirische Arktis“ ist ein extrem spannender Reisebericht des Autors Richard Löwenherz.

    Im Jahr 2017 tritt der Autor eine 43-tägige Reise über 1700 km von Jakutsk nach Tiksi an. Er ist mit seinem Rad und einer minimalistischen Ausrüstung unterwegs. Seine eindrucksvollen Erlebnisse hat er hier in Wort und Bild festgehalten. Es ist faszinierend zu erfahren welchen Herausforderungen er sich stellen musste und wie er diese gemeistert hat. Ich habe eine Menge über das Land, die Kultur und die Menschen dort erfahren. Die beschriebene Hilfsbereitschaft und die Gastfreundschaft, die dem Autor unterwegs begegnet sind, ist einfach schön.

    Die Fotos sind ebenso eindrucksvoll wie der Mut, der für so eine Reise notwendig ist. Nicht überall lief alles glatt, aber Richard Löwenherz hat sich jedem Hindernis gestellt.

    Insgesamt ist es ein großartig bebilderter Reisebericht – eigentlich könnte man fast Abenteuerbericht sagen - über eine Region, von der ich bisher nur wenig wusste und der die Eindrücke gelungen wiedergibt.
    Reality Show

    Reality Show (Buch)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    28.09.2021

    Was für eine Show

    „Reality Show“ ist ein spannender Roman der in München lebenden Autorin Anne Freytag.

    Die sozialen Ungerechtigkeiten werden immer größer, der Konsum immer wichtiger und der Rechtsdruck steigt. Es sind nicht mehr die Politiker, die das Land regieren, es ist das Geld und die wenigen Menschen, die dieses besitzen. Nach außen nennt sich die Regierungsform Demokratie, aber in Wirklichkeit ist davon nichts mehr übrig. Unzufrieden über die Zustände entwickeln ein paar junge Menschen einen unglaublichen Plan. An Weihnachten sollen an verschiedenen Standorten Geiseln genommen werden. Dabei handelt es sich um wohlhabende und einflussreiche Menschen, die jeder eine oder mehrere Leichen im Keller haben, aber bisher nicht im Fokus der Öffentlichkeit standen. Sie sollen sich vor Millionen von Menschen zur Primetime im TV live für ihre Taten verantworten und die Zuschauer dürfen über sie urteilen. Innerhalb kürzester Zeit ist die Polizei im Großeinsatz und das Chaos perfekt.

    Mit ihren Geiselnahmen geben die Protagonisten, die den Plan ausgearbeitet haben, dem Volk die Möglichkeit sich zu rächen. Da die Geiselnahmen von verschiedenen Standorten aus live übertragen werden und die Autorin dem Leser ein umfassendes Bild gibt, erfolgen innerhalb weniger Seiten immer wieder Ortswechsel. Dadurch kommt ordentlich Tempo in die Handlung und die Spannung steigt stetig.

    Die Anzahl der Charaktere ist durch die vielen Geiseln recht hoch und ich hatte anfangs die Befürchtung den Überblick zu verlieren. Einfach weiterlesen hat hier gut geholfen, da die Ereignisse Stück für Stück ein stimmiges Gesamtbild ergeben und sich gut zusammenfügen.

    Der klare Schreibstil ist einfach und angenehm zu lesen, enthält aber viele Details und nimmt immer wieder Bezug auf aktuelle politische Themen. Sehr interessant sind auch die Überlegungen mit Blick auf die Wahlen, deren Nutzen und Effektivität. Wer hat wirklich das Sagen ? Durch einen stetigen Wechsel der Perspektive und der Orte bleibt die Spannung durchgehend gewahrt.

    Der Plot ist originell und gut durchdacht. Mir hat das Lesen Spaß gemacht und ich war durchgehend gefesselt.
    Survivors - Die Flucht beginnt

    Boris Pfeiffer
    Survivors - Die Flucht beginnt (Buch)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    18.09.2021

    Wichtiges Thema spannend verpackt

    In „Survivors - Die Flucht beginnt“ von dem Autor Boris Pfeffer geht es um die Folgen der Klimakatastrophe und welche Bedeutung diese für die Meeresbewohner hat.

    Durch die Erderwärmung stirbt ein Korallenriff, das zahlreichen Meerestieren ein Zuhause bietet. Diese müssen nun kurzfristig eine neue Heimat finden, aber das gestaltet sich als gar nicht mal so einfach, da die Erderwärmung ein globales Problem ist. Obwohl die verschiedenen Meerestiere zuvor nur wenig Gemeinsamkeiten hatten und zum Teil sogar Fressfeinde waren, versuchen sie gemeinsam eine Lösung zu finden.

    Boris Pfeffer hat in seiner Geschichte wichtige Themen wie Klimawandel, Umweltschutz und Erderwärmung anschaulich und altersgerecht thematisiert. In einer lebendigen Sprache vermittelt er durch seine sympathischen Charaktere eindringlich wie wichtig das Meer ist, was durch die Erwärmung passiert und wie dramatisch es ist, wenn Korallenriffe absterben, Tiere ihre Heimat verlieren und nichts mehr zum Fressen finden. Es ist ein spannender und actionreicher Kampf um das Überleben.
    Neben einer lehrreichen und fesselnden Geschichte und interessanten Informationen befinden sich zahlreiche passende schwarz-weiß Zeichnungen der Illustratorin Theresa Tobschall in dem Buch, die das Gelesene gelungen abrunden und noch einmal mehr verbildlichen.

    Es handelt sich hier um den ersten Band einer neuen Reihe und die Geschichte endet offen. Wir sind nun schon wahnsinnig gespannt wie es für Zacky und seine Freunde weitergeht.
    Die Überlebenden

    Alex Schulman
    Die Überlebenden (Buch)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    15.09.2021

    Eine erschütternde Familientragödie

    „Die Überlebenden“ ist das Debüt des schwedischen Autors und Journalisten Alex Schulmann.

    Die drei Brüder Benjamin, Pierre und Nils haben sich im Laufe der Jahre auseinandergelebt. Nun ist ihre Mutter tot und sie kehren an den Ort ihrer Kindheit – einem Holzhaus am See – zurück, um dort die Asche ihrer Mutter zu zerstreuen.
    Die Geschichte wird in zwei Zeitebenen erzählt. Da ist zum Einen der Erzählstrang in der Vergangenheit, in dem man viel über die Vergangenheit der Brüder erfährt und zum Anderen die Gegenwart, in der die Brüder bereits erwachsen sind. Schnell wird klar, dass in der Kindheit der Brüder nicht alles glatt gelaufen sind. Sie sind mit ihren Eltern am See und eigentlich wirkt alles ganz idyllisch, aber die Eltern trinken zu viel, lassen die Umgebung verkommen, vernachlässigen und misshandeln ihre Kinder. Auch als Erwachsene machen Benjamin, Pierre und Nils keinen normalen Eindruck. Sie können nicht miteinander sprechen, irgendetwas steht unsichtbar zwischen ihnen.

    Da die Ereignisse rückwärts erzählt werden, ist es schwierig zu verstehen was passiert ist. Es fehlen Informationen und es dauert lange bis such die Puzzleteile zusammenfügen.

    Der Schreibstil des Autors ist unglaublich intensiv, leicht dramatisch und emotional. Er versteht es die Landschaft so zu beschreiben, dass ich sie direkt vor Augen hatte. Auch seine Charaktere beschreibt er gut. Jeder für sich hat andere Eigenheiten, die darauf hindeuten, dass in der Vergangenheit etwas Bedeutendes passiert sein muss.

    Ich habe zwischenzeitlich immer wieder über die Bedeutung des Titels gerätselt, der in vielerlei Hinsicht hätte passen können. Die wirkliche Bedeutung erschließt sich aber erst am Ende. Ein Ende, das mich überrascht und sprachlos gemacht hat.

    Diese Familiengeschichte hat mich sehr berührt und ich werde sie sicherlich nicht so schnell wieder vergessen.
    Shuggie Bain

    Douglas Stuart
    Shuggie Bain (Buch)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    13.09.2021

    Intensiv & berührend

    „Shuggie Bain“ ist ein wirklich bemerkenswertes Debüt des schottisch-amerikanischen Autors Douglas Stuart.

    Die Handlung findet in einer Arbeitersiedlung im Glasgow der 80er Jahre statt. Die Gegend ist trostlos. Die Menschen sind arm und alles wirkt dreckig und verwahrlost. Hier lebt Shuggie mit seiner Mutter Agnes, seinem Vater Shug und seinen beiden älteren Halbgeschwistern. Shug ist Taxifahrer und Agnes hat ein Alkoholproblem. Shug kann die Sucht seiner Frau nicht ertragen, wird gewalttätig und verlässt sie schließlich. Während die beiden großen Geschwister schon bald in ihr eigenes Leben starten, bleibt Shuggie bei Agnes. Shuggie sieht, dass es seiner Mutter nicht gut geht und versucht alles, um sie zu beschützen.

    Der Schreibstil des Autors ist unglaublich intensiv. Erschreckend klar, präzise und mit einer ungeheuren Wucht vermittelt er die Atmosphäre aus einer Zeit, in der die Menschen in einer eingefahrenen und ausweglosen Situation leben. Man kann die Armut und die Hoffnungslosigkeit regelrecht spüren.
    Alle Charaktere werden authentisch beschrieben. Beim Lesen hat man den zarten Shuggie, den gewalttätigen Shug und auch die schöne Agnes - deren Äußeres in einem starken Kontrast zu ihrem Inneren steht - äußerlich strahlt sie und innerlich ist sie schwach, klein und unglücklich – direkt vor Augen.

    Mich hat das Leben von Shuggie sehr berührt und auch schockiert. Was er ertragen und erleben musste, fand ich oft kaum zum Aushalten. Das Elend ist unglaublich groß und es wird stetig größer. Deswegen konnte ich das Buch auch nicht am Stück lesen, musste es zwischendurch immer wieder zur Seite legen und kam dennoch gedanklich nicht davon los.

    Shuggie ist nur eines der Kinder, das in diesem Milieu groß werden musste, aber er steht für viele andere, die ein ähnliches Schicksal teilen. Mich hat dieser intensive und atmosphärische Roman zutiefst bewegt und berührt.
    Ein Koffer voller Schönheit

    Kristina Engel
    Ein Koffer voller Schönheit (Buch)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    11.09.2021

    Hier wird ein Stück Zeitgeschichte lebendig – die 60er Jahre in Deutschland

    „Ein Koffer voller Schönheit“ ist ein interessanter historischer Roman der Autorin Kristina Engel, in dem die Geschichte der ersten Avon-Beraterinnen lebendig wird.

    Wie es in den 60er Jahren üblich war, kümmert sich Anne Jensen um den Haushalt und die Kinder während ihr Mann Benno für das Familieneinkommen zuständig ist. Obwohl sie schon vor vierzehn Jahren mit ihrem Mann nach Lüneburg gezogen ist, fühlt sie sich dort als Fremde. Ihre Ehe läuft längst nicht mehr so gut wie zu Beginn, ihre Zwillinge befinden sich in der Pubertät und Anne ist einfach unzufrieden. Einen Hoffnungsschimmer findet sie durch ihre Schwiegermutter Margarethe, die einen Friseursalon betreibt und ihr Mut macht, etwas eigenes zu machen. Als Avon-Beraterin könnte sie andere Frauen beraten, ihnen Kosmetikprodukte vorführen und sie schminken. Benno ist kritisch, gibt aber sein Einverständnis, dass Anne mit der Tätigkeit als Avon-Beraterin beginnen kann. Es dauert nicht lange bis Anne in ihrer Tätigkeit aufgeht.

    Der Schreibstil der Autorin liest sich flüssig und angenehm. Der Zeitgeist der 60er Jahre wird gut beschrieben. Durch die wechselnden Perspektiven erhält man einen guten Einblick in die Gefühlswelt von Benno und Anne. Annes neue Aufgabe verleiht ihr Energie und Elan. Mit ihrer Tätigkeit verkauft sie nicht einfach nur ein Produkt, sie verkauft den Frauen Luxus, Schönheit und ein neues Stück Selbstbewusstsein. Sie geht in ihrer Tätigkeit als Avon-Beraterin auf. Gleichzeitig kämpfen die Eheleute um den Erhalt ihrer Ehe, da sie sich immer mehr auseinandergelebt haben.

    Neben dem Leben von Anne erfährt man auch viele historische Hintergründe zu der Firma Avon und ihrer Entwicklung. Das ist interessant in die Handlung eingebaut. Auch die Beschreibung der Unterschiede zwischen dem Stadt- und Landleben der Frauen ist gut gelungen.

    „Ein Koffer voller Schönheit“ ist eine interessantes Stück Zeitgeschichte, das ebenso unterhaltsam wie informativ ist und das ich gerne gelesen habe und empfehlen kann.
    Das Buch der verschollenen Namen

    Kristin Harmel
    Das Buch der verschollenen Namen (Buch)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    11.09.2021

    Fesselnd und berührend

    „Das Buch der verschollenen Namen“ ist ein historischer Roman mit wahrem Hintergrund der Autorin und Journalistin Kristin Hamel.

    Die Handlung beginnt im Jahr 2005. Eva Abrams entdeckt in der New York Times ein Buch, dass ihr vor über 60 Jahren gehörte „Das Buch der verschollenen Namen“ in dem so viele Geheimnisse stehen auf die sie nie eine Antwort erhalten hat. Der Bibliothekar Otto Kühn sucht den Besitzer. Eva beschließt dem Aufruf in der Zeitung zu folgen und macht sich auf den Weg nach Berlin, da nur sie das Buch entschlüsseln kann.

    Der Roman wird in zwei Handlungssträngen erzählt. In dem einen erfährt man, was sich in Frankreich zur Zeit des Zweiten Weltkriegs abgespielt hat und der andere berichtet in der Gegenwart.

    Das Leben von Eva im Zweiten Weltkrieg ist sehr berührend. Auch wenn inzwischen längst bekannt ist, wie viele grausame Taten sich damals ereignet haben und dass es trotzdem viele mutige Widerstandskämpfer gab, die sich unerschrocken zur Wehr gesetzt haben, ist es jedes Mal wieder erschütternd dies anhand einzelner Schicksale zu erfahren. Eva ist eine ganz starke Protagonistin die mich mit ihrer Vergangenheit ebenso beeindruckt hat, wie sie es in der Gegenwart tut.

    Dieses Buch macht sprachlos und gibt gleichzeitig Hoffnung. Es zeigt, dass es sich lohnt zu kämpfen und Aufgeben keine Option ist. Mir bleibt nur eins zu sagen: Unbedingt lesen.
    Die Teehändlerin

    Susanne Popp
    Die Teehändlerin (Buch)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    11.09.2021

    Historische Familiensaga über die Familie Ronnefeldt

    „Die Teehändlerin“ ist der erste Band der Ronnefeldt-Saga der in der Schweiz lebenden Autorin Susanne Popp, die mich bereits mit ihrem Debüt „Madame Clicquot und das Glück der Champagne“ begeistert hat.

    Die Handlung beginnt im Frühjahr 1938 in Frankfurt. Es geht um das Leben der Eheleute Friederike und Tobias Ronnefeldt, die im Tee- und Kolonialwarenhandel tätig sind. Bisher war hauptsächlich Tobias für das Geschäft zuständig, aber als er sich auf eine Geschäftsreise nach China begibt, merkt Friederike, dass das Unternehmen durch den Prokuristen in Gefahr ist und nimmt die Geschäfte selbst in die Hand.

    Der Schreibstil der Autorin gefällt mir gut, er ist angenehm zu lesen, unterhaltsam und atmosphärisch. Der Zeitgeist, die aufkommende Industrialisierung und das gesellschaftliche Leben werden lebendig beschrieben. Mir gefiel das Setting und konnte mir das historische Frankfurt gut vorstellen.

    Auch die Charaktere wirken authentisch und lebendig. Friederike ist eine starke Persönlichkeit, sympathisch, engagiert willensstark und klug. Ihr Mann Tobias passt perfekt in die Zeit und auch die Nebencharaktere, wie z.B. der charmante Paul Birkholz oder der windige Julius Mertens werden detailliert beschrieben.

    Vorweg gibt es ein hilfreiches Personenverzeichnis, in dem die realen und fiktiven Personen gekennzeichnet sind. Die beiden Innencover fand ich sehr gelungen, im vorderen befindet sich eine Karte des historischen Frankfurts und im hinteren Abbildungen aus den Anfängen der Tee-Marke Ronnefeldt.

    Mit ihrem Nachwort hat Susanne Popp den Roman perfekt abgerundet indem sie noch einmal deutlich macht worum es ihr beim Schreiben des Romans ging und was fiktiv und was Geschichte ist.

    Mir hat die Kombination aus emotionaler Unterhaltung und der Vermittlung von historischen Fakten sehr gut gefallen und ich bin schon sehr gespannt auf den zweiten Teil der Saga.
    Reise durch ein fremdes Land

    Reise durch ein fremdes Land (Buch)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    09.09.2021

    Intensiv & emotional

    „Reise durch ein fremdes Land“ ist ein sehr intensives Buch des nordirischen Autors David Park und hat mich besonders durch seine poetische Sprache sehr beeindruckt.

    Es ist kurz vor Weihnachten. Überall herrscht Schneechaos und die Bevölkerung wird aufgefordert unnötige Reisen zu vermeiden. Aber für Tom und seine Familie ist es wichtig, dass sein kranker Sohn Luke Weihnachten zu Hause ist und so macht sich Tom mit dem Auto auf den Weg in die Universitätsstadt. Während der Autofahrt durch den Schnee kommen bei Tom Erinnerungen hoch. Er hat Schuldgefühle wegen seines ersten Sohnes Daniel. Seine Gedanken werden immer wieder von Telefonaten mit seiner Frau, seiner Tochter und Luke unterbrochen, wandern aber immer wieder zurück zu seinem ältesten Sohn Daniel.

    Der Schreibstil des Autors ist poetisch und bildgewaltig. Die Schneelandschaft, die Gewalt der Natur hatte ich direkt vor Augen und konnte die Kälte regelrecht spüren. Toms innerer Zwiespalt, das Gefühl versagt zu haben, seine Schuldgefühle, die er seinem Sohn Daniel gegenüber verspürt, haben mich richtig mitgenommen. Die Handlung ist eigentlich sehr ruhig, aber so voller Emotionen, das ich durchweg gefesselt war. Im Grunde ist es eine Familientragödie, in der es darum geht, dass Tom loslassen muss, um für sich den inneren Frieden zu finden. Das Ende ist offen, da das Leben weitergeht.

    Abschießend findet man einen Link zu einer Playlist mit Songs, die Tom auf seiner Fahrt gehört hat. Ich hätte mir diese zu Beginn des Buches gewünscht, um mich von Toms Musik während des Lesens begleite zu lassen. Außerdem gibt es einen Hinweis zu der Seite auf der Bilder der Fotografin Sonya Whitefield zu finden sind, auf denen sie ihre persönlichen Eindrücke zu dem Buch sichtbar gemacht hat.
    Die andere Tochter

    Die andere Tochter (Buch)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    09.09.2021

    Komplex & spannend

    In „Die andere Tochter“ beschäftigt sich die in Berlin lebende Autorin Dinah Marte Golch mit mehrern interessanten Themen: Organtransplantation, Traumata und Kunstraub im Nationalsozialismus.

    Durch einen Unfall mit ätzender Flüssigkeit ist Toni fast erblindet. Dank einer Hornhauttransplantation kann sie wieder sehen. Von wem das Organ kam, unterliegt absoluter Anonymität, aber Toni hat die Möglichkeit den Angehörigen über das Deutsche Organsendezentrum einen Brief zukommen zu lassen. Obwohl es strenge Vorschriften gibt, meldet sich die Mutter der Verstorbenen bei ihr und es kommt zu einem Treffen. Toni möchte so viel wie möglich über ihre Spenderin erfahren, erhält nach und nach immer mehr Einblicke in deren Leben und hat gleichzeitig immer mehr Flashbacks. Bis sie erkennt das hier etwas nicht stimmt und es auch in ihrer eigenen Familie Geheimnisse gibt, steckt sie schon mitten in einem gefährlichen Spiel.

    Die Geschichte wird nicht chronologisch erzählt, sondern beginnt im Oktober 2019, springt zurück in den April des Jahres und bewegt sich durchgehend zwischen diesen beiden Zeitebenen. Im Verlauf der Handlung nähern sich die Handlungsstränge an, bis zu schließlich komplett zusammenlaufen. Durch diesen Wechsel und die kurzen Kapitel wird eine enorme Spannung aufgebaut. Der Schreibstil ist flüssig, wendungsreich und leicht zu lesen.

    Tonis Gefühle, ihre Probleme und die psychologischen Auswirkungen nach der Cornea-Transplantation sind nachvollziehbar und werden gut erklärt. Zusätzlich fließen dann noch die Vergangenheit von Tonis Familie und - ein weiteres interessantes Thema - der Kunstraub im Nationalsozialismus in die Handlung ein. Es dauert eine ganze Weile bis sich die verschiedenen Handlungsstränge Puzzleteil für Puzzleteil zusammenfügt, wodurch die Handlung sehr komplex und dicht wird.

    Ich fand das Buch großartig, da hier mehrere interessante Themen geschickt vereint wurden und freue mich auf weitere Bücher der Autorin.
    Das Kreuz des Pilgers

    Petra Schier
    Das Kreuz des Pilgers (Buch)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    04.09.2021

    Gelungener Trilogieauftakt

    Gelungener Trilogieauftakt

    „Das Kreuz des Pilgers“ ist der erste Band der Pilger-Reihe der Autorin Petra Schier.

    Die Handlung beginnt im Juni im Jahre 1379 und Reinhild von Winneburg-Manten möchte mit ihrem Mann Gottfried gemeinsam mit einer Gruppe aus Pilgern und Kaufleuten aus der Schweiz in ihre Heimatstadt Koblenz zurückkehren. Mit dabei sind auch ihre beiden Freunde Palmiro und Conlin, die sie seit Kindertagen kennt. Während ihrer Reise sind sie an ein silbernes Kreuz gelangt, das den Menschen in die Seele blicken und Gutes und Böses unterscheiden kann. Bei einem Überfall auf die Reisegruppe kommt Gottfried ums Leben und nun muss Reinhild allein für ihren fünfjährigen Sohn Hannes und sich sorgen.

    Der Einstieg in die Geschichte war sehr angenehm. Bereits nach wenigen Seiten habe ich mich zeitlich zurückversetzt gefühlt und konnte mir das Leben der Menschen gut vorstellen. Der Schreibstil von Petra Schier ist unkompliziert und flüssig zu lesen. Die Dialoge machen alles sehr lebendig und auch authentisch. Der Zeitgeist wird hier gut eingefangen und ich konnte durch die detaillierten Beschreibungen der Schauplätze direkt in die Örtlichkeiten des 14. Jahrhunderts eintauchen.

    In der Geschichte findet man immer wieder Querverweise zu anderen Romanen der Autorin und mir hat es gut gefallen diese hier, wenn auch nur als Nebencharaktere, anzutreffen.

    Zu Beginn des Buches findet man eine Karte der Umgebung, durch die man sich sehr gut orientieren kann und so weiß man, wo sich alles abspielt.

    Auch das vorgestellte Personenverzeichnis fand ich sehr hilfreich, da man sich so einen guten Überblick über die zahlreichen Charaktere verschaffen kann und den Überblick behält wer zu wem in welchem Verhältnis steht. Durch die detaillierten Beschreibungen, konnte ich mir von jeder Person ein gutes Bild machen.

    Von mir gibt es eine uneingeschränkte Leseempfehlung für Leser, die gut recherchierte Romane mit Spannung und interessanten historischen Hintergründen mögen.
    Was bleibt, wenn wir sterben

    Louise Brown
    Was bleibt, wenn wir sterben (Buch)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    04.09.2021

    Sehr persönlich - Teil des Lebens

    „Was bleibt wenn wir sterben“ ist ein sehr persönliches Buch der Journalistin und Trauerrednerin Louise Brown. Sie befasst sich hier mit einem Thema, dass wir im Leben nur zu gerne außen vorlassen, dabei ist es ein Teil des Lebens und gehört dazu: der Tod.

    Nachdem Louise Brown in kurzer Zeit beide Elternteile verloren hat und sich zwangsläufig mit dem Thema Tod und Trauer auseinandersetzen muss, möchte sie etwas Sinnvolles mit ihren Erfahrungen machen. Hier hat die Autorin ihre Erfahrungen und Eindrücke als Trauerrednerin zusammengefasst. Es ist keine Anleitung für Verbliebene wie man mit dem Thema umgehen muss/kann, es sind lediglich ihre persönlichen und beruflichen Erlebnisse. Mir hat es sehr gut gefallen wie offen Louise Brown mit dem Thema umgeht, da ich selbst das Thema schwierig finde und mir oft die richtigen Worte fehlen.

    Wenn man einen geliebten Menschen verliert, sind es die Erinnerungen, die uns Trost spenden und die dabei helfen, die Trauer zu verarbeiten. Ich finde das Buch sehr tröstlich zu lesen und wenn man das Thema Tod, so wie die Autorin dies tut, in sein Leben lässt, ist es auch gar nicht mehr so beängstigend. Wenn wir den Tod als Teil des Lebens akzeptieren, wird der Umgang sowohl für die nächsten Trauernden als auch für die, die ein wenig weiter weg stehen, einfacher.

    Ich finde das Buch mutig und mir gefällt der einfühlsame Schreibstil der Autorin sehr gut. Deswegen möchte ich es nicht nur Menschen empfehlen, die sich gerade in der Situation des Trauerns befinden, sondern allen, da das Thema auch alle betrifft.
    Kasi Kauz und die komische Krähe (Kasi Kauz 1)

    Kasi Kauz und die komische Krähe (Kasi Kauz 1) (Buch)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    03.09.2021

    Wichtige Themen wunderschön umgesetzt

    „Kasi Kauz und die komische Krähe“ ist ein schönes Kinderbuch über wichtige Themen des Schauspielers und Autors Oliver Wnuk.

    Als im Wald ein fremder Vogel mit buntem Gefieder auftaucht, sind die einheimischen Waldtiere äußerst misstrauisch. Jedes der Tiere hat andere Bedenken und Vorurteile gegenüber dem Neuankömmling. Lediglich Kasi Kauz steht dem Neuankömmling offen gegenüber und versucht Freundschaft zu schließen. Aber er nimmt auch die Ängste und Sorgen der anderen Tieren ernst und hört ihnen zu.

    Die kurzen einfachen Sätze sind genau richtig für kleine Zuhörer ab fünf Jahren. Die Tiere haben eingängige Namen und ihre Vorbehalte werden anschaulich und altersgemäß erklärt. Es ist total schön zu erfahren wie Kasi Kauz ihnen ihre Ängste nimmt, die Vorurteile abbaut und so für Toleranz und Akzeptanz sorgt.

    In dem Buch gibt es zahlreiche, liebevoll gestaltete Zeichnungen des Illustrators Matthias Derenbach, die die Handlung perfekt abrunden.

    Ich kann das Buch nur empfehlen. Es eignet sich wunderbar, um schon mit den Kleinsten offen über das Anderssein, Toleranz und Akzeptanz zu sprechen.
    Der Sucher

    Der Sucher (Buch)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    01.09.2021

    Spannend und atmosphärisch

    „Der Sucher“ ist ein atmosphärischer und spannender Roman der in Dublin lebenden Autorin Tana French.

    Den Ex-Cop Cal Hooper hat es nach seiner Scheidung aus Chicago in den Westen von Irland gezogen. Dort hat er sich ein Haus mit einem großen Grundstück gekauft und möchte die Ruhe und das Leben genießen. Ihm gefällt die Natur und das ruhige Dorfleben mit seinen freundlichen Einwohnern. Aber es bleibt nicht lange friedlich. In seiner Nachbarschaft kommen Tiere auf zu Tode und der zunächst zurückhaltende 13-jährige Trey benötigt seine Hilfe. Er möchte, dass Cal ihm bei der Suche nach seinem verschwundenen Bruder hilft.

    Ich habe schon einige Bücher der Autorin gelesen und mag ihren Schreibstil sehr. Sie schafft es jedes Mal wieder mich mit nach Irland zu nehmen und sorgt dafür, dass ich die Atmosphäre spüre und die Landschaft vor Augen habe. Auch in diesem Roman ist ihr das wieder großartig gelungen, allerdings habe ich ihn als anders als ihre vorherigen Bücher empfunden. Es dauert ungewohnt lange bis sich Spannung aufbaut, stattdessen wird vieles in der Natur sehr bildhaft und detailliert beschrieben. Mir haben die ausgiebigen Landschaftsbeschreibungen sehr gut gefallen, da hierdurch eine tolle Atmosphäre geschaffen wurde.

    Die Charaktere wirken authentisch und lebendig. Durch sie erfährt man viel über die Gesellschaft in der ländlichen Gegend, über ihre Gemeinschaft, Vorteile und Ängste.

    Auch wenn dieser Roman ganz anders war als ich ursprünglich erwartet hatte, mich hat er gefesselt und ich empfehle ihn gerne weiter.
    201 bis 225 von 398 Rezensionen
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