Emotional & berührend
„Die Rückkehr zur Hütte“ ist die Fortsetzung des Buches „Die Hütte – Ein Wochenende mit Gott“ des in Oregon lebenden, kanadischen Autors William Paul Young. Das Buch lässt sich unabhängig von dem ersten lesen, da die grundlegenden Ereignisse erneut aufgegriffen werden.
Inzwischen ist Missys Tod zehn Jahre her, aber ihr Vater Mack und ihre Mutter Nan haben die Vergangenheit noch nicht losgelassen. Wie auch? Der gewaltsame Tod eines Kindes ist sicherlich mit das Schlimmste, was Eltern passieren kann. Die tiefe Trauer hat dazu geführt, dass sie Abstand voneinander benötigen.
Nun wird Mack gebeten, den Mann, der für den Tod seiner Tochter verantwortlich ist, im Todestrakt zu besuchen.
Thematisch ähnelt das Buch stark dem ersten. Es geht wieder um Trauer, Schmerz, Liebe, Heilung, Glauben, Vergebung und Herausforderungen.
Der Schreibstil von William Paul Young ist ruhig und die Sätze sehr gehaltvoll. Das Geschriebene hat hier sehr viel in mir ausgelöst, sodass ich mehr Zeit zum Nachdenken über das, was im Leben wirklich wichtig ist, benötigt habe als für das Buch selbst.
Ich bin kein religiöser Mensch, aber ich denke, dass das auch nicht Voraussetzung ist, da die schwierige Situation nicht religiöse Menschen genauso fordert wie jene, die Macks Gottvertrauen haben, aber trotzdem im entscheidenden Moment auf sich gestellt sind.
Heilung braucht Zeit, ist aber nur möglich, wenn man sich der Situation stellt. Das erfordert Mut und Stärke, ruft Emotionen hervor, die kaum auszuhalten sind und vor denen man sich am liebsten verstecken möchte. Mich hat das beim Lesen sehr berührt und ich war froh, dass die Kapitel recht kurz sind, um diese Stück für Stück verarbeiten zu können.
Die den Kapiteln vorangestellten Zitate sind eine gute Einleitung und haben eine enorme Aussagekraft.
Mich hat das Buch emotional bewegt und berührt. Es vermittelt eine neue Sichtweise auf das Leben und den Umgang mit dem eigenen Schmerz.