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    Murksy

    Aktiv seit: 09. März 2019
    "Hilfreich"-Bewertungen: 13

    Bitte beachten Sie

    Wir können nicht sicherstellen, dass die Angaben von Verbrauchern stammen, die das Produkt tatsächlich genutzt oder erworben haben.

    115 Rezensionen

    Wir können nicht sicherstellen, dass die Angaben von Verbrauchern stammen, die das Produkt tatsächlich genutzt oder erworben haben.
    Das Jahr der Schmetterlinge

    Lea Korsgaard
    Das Jahr der Schmetterlinge (Buch)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    30.03.2026

    Alles hängt zusammen

    Die viel beschäftigte und engagierte Journalistin und Autorin Lea Korsgaard fasst irgendwann den zunächst absurd klingenden Plan, alle dänischen Schmetterlingsarten zu finden, und zwar innerhalb eines Jahres. Eine Laie mag denken, na gut, dann gehe ich halt etwas über Wiesen und Felder, dann wird das schon funktionieren. Nicht ganz, aber fast so naiv ging die Autorin an diese selbstgewählte Aufgabe heran. Jemand der sich mit der Natur oder speziell den Schmetterlingen etwas besser auskennt weiß, dass diese Tiere aber nicht überall und nicht zu jeder Zeit vorkommen. Ganz zu schweigen davon, dass sie von bestimmten Pflanze- oder sogar Ameisenarten abhängig sind. Dieses Wissen musste sich die Autorin im Laufe ihrer Suche aneignen. Dabei hat sie viel gelernt, nicht nur über Schmetterlinge. Titel und Cover des Buches lassen zunächst auf ein reines Naturbuch schließen. Mancher dachte sogar, dies sei ein Roman. Ganz sicher ist es kein Fachbuch über Schmetterlinge geworden, dies war auch nie die Intension der Autorin. Aber was treibt nun einen Menschen dazu, Schmetterlinge zu suchen, jagen oder gar zu sammeln? Einige berühmte Persönlichkeiten der Geschichte, die diesem Hobby verfallen sind, werden im Buch genannt. Ebenso Menschen, die sogar Angst vor Schmetterlingen haben. Der vielleicht bekannteste Patient Freuds hatte panische Furcht vor den geflügelten Insekten. Angst vor gefährlichen Tieren und Situationen mag man mit der genetischen Veranlagung und der Evolution erklären können, die Angst vor Schmetterlingen liegt vermutlich in einem verdrängten, traumatischen Ereignis. Und die Sucht nach Schmetterlingen? Einfacher Jagd- und Sammeltrieb oder auch schon eine krankhafte Obsession? Die Autorin legte tausende Kilometer zurück, nur um Schmetterlinge zu sehen, zu fotografieren und wieder weg zu fahren. Klingt für manche sinnfrei, liest man allerdings das teilweise sehr philosophische Buch der Journalistin, stellt man fest, das der Schmetterling, das uralte Symbol für Wiedergeburt, auch ein Zeichen der Hoffnung ist und die Autorin den weiten Bogen schlägt, wie alles zusammenhängt. Themen wie Krieg, Umweltverschmutzung, menschliche Beziehungen finden genauso Einfluss in das autobiografische Werk, wie die alte Frage was Gott ist? Wenn ich auf einem Berggipfel stehe empfinde ich zugleich eine Weite und Ewigkeit, als auch eine eigene Bedeutungslosigkeit im Angesicht der majestätischen Natur. Ähnlich ging es vielleicht Korsgaard, wenn sie einen seltenen Schmetterling sah. Die Suche nach Schmetterlingen als Suche nach dem Sinn des Lebens und der eigenen Existenz. Vielleicht. Auf jeden Fall ein Buch, dass sich einreihen darf an Klassiker der Umweltliteratur ala Carson oder Thoreau, ein Anreiz über das Leben und die Natur nachzudenken.

    Dies ist eine Privatrezension ohne KI erstellt. Kopie, auch in Auszügen, unterliegt dem Urheberrecht.
    Logbuch einer Himmelsstürmerin

    Frauke Angel
    Logbuch einer Himmelsstürmerin (Buch)

    3 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern Inaktiver Stern
    25.03.2026

    Etwas zu viel des Guten

    Mein Sohn, 9 Jahre, hat die gut 90 Seiten gelesen und war etwas ratlos. Relativ viele englische Begriffe ( bye the way, oldschool usw.) und eine Sprache, die für die 8jährige Protagonistin seht entwickelt ist. Auch das abrupt Ende ließ ihn fragend zurück. Nachdem ich das Buch auch gelesen habe, muss ich da zustimmen. Das Buch erzählt von einem kleinen, schlauen Mädchen, das seinen Weg im Leben finden will. Die Erfinderin hadert mit der Welt der Erwachsenen und dem, was daraus für die Kinder entsteht. Freundinnen, die Model werden wollen und sich schlank hungern stehen da in forderster Reihe. Dass das Buch gegen Intervallfasten wettert und Schokolade als den Glücksbringer darstellt, ist zumindest fragwürdig. Mir persönlich kam auch das Wort Sch... zu oft vor. Dir Grundidee, dass jeder so gut ist, wie er ist, punktet. Wie aber das Ganze umgesetzt wurde, ist zumindest für 8 jährige nicht altersgerecht.
    Tödliche Freundinnen

    Tess Sharpe
    Tödliche Freundinnen (Buch)

    4 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern
    24.03.2026

    Rasante Achterbahnfahrt

    Titel und Cover des Buches lassen keinen Zweifel daran, dass die beiden Hauptdarstellerinnen des Thrillers mindestens ein dunkles Geheimnis haben. Was passierte damals bei der unglückseligen Geburtstagsfeier? Und wir Mel, die mittlerweile eine Privatdetektivin ist, ihre verschwundene Freundin Chloe finden? Viele Fragen, die das Buch aufwirft. Und der einfache, aber effektvolle Trick der Autorin, möglichst viele offene Fragen zu präsentieren, was sowohl die Figuren der Geschichte, als auch die Leser auf Trab hält. Bis zur Mitte des Buches darf man fiebrig miträtseln, um was genau es eigentlich geht. Und auch danach wird die Spannung raffiniert aufrecht gehalten, weil ja irgendein Ende der Achterbahnfahrt gefunden werden muss. Ein kurzweiliger Thriller, der gut unterhält und das eine oder andere Klischee bedient. Glücklicherweise hält sich der Anteil, der im Umschlagtext angepriesenen Thriller-Romance in Grenzen. Somit bekommen Thrillerfans gute Kost präsentiert und jede Menge Wendungen, die keine Langeweile aufkommen lassen. Die Figuren sind glaubhaft, wenn sich auch der eine oder andere Verfolger sich eine Spur zu tölpelhaft anstellt. Der Thriller kommt nicht ohne Gewalt aus, aber die hält sich im genreüblichen Rahmen, es gibt deutlich blutrünstigere Bücher auf dem Markt. Wer coole Charaktere, eine wilde Geschichte und einen Hauch von Erotik sucht, darf hier beherzt zugreifen.

    Dies ist eine Privatrezension, ohne KI erstellt. Kopie, auch in Auszügen, unterliegt dem Urheberrecht.
    Ein Date mit deinem Gehirn

    Damir del Monte
    Ein Date mit deinem Gehirn (Buch)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    16.03.2026

    Reise ins Unbekannte

    Damir del Monte entführt uns mit seinem Sachbuch auf eine teilweise sehr philosophische Reise ins Gehirn. Das vielleicht komplexeste Gebilde des Universums, noch zu großen Teilen unerforscht und immer wieder aufs Neue faszinierend. So weit es das Thema zulässt erklärt der Wissenschaftler möglichst einfach dass Zusammenwirken der einzelnen Regionen im Gehirn. Das kommt natürlich nicht ohne Fachbegriffe aus und bleibt oft sehr abstrakt. Die Dimensionen sind aber auch nicht zu fassen. 86 Milliarden Nervenzellen, 1000 Billionen Synapsen, das sind Zahlen, die wir uns nicht vorstellen können. In einem Stück der Großhirnrinde von der Größe einer Bleistiftspitze befinden sich geschätzt 30000 – 60000 Nervenzellen und kilometerlange Leitungen, unfassbar. Das macht begreiflich, wie schwierig die Funktionsweise des Gehirns zu verstehen und zu erklären ist. Ich hätte mir etwas mehr Einblick in die Forschung gewünscht, also welche Verfahren genau genutzt werden, um zu ermitteln, in welcher Region was gesteuert wird. So muss man als Leser das Angebotene hinnehmen und staunt über das Gesamtkunstwerk Hirn, das so viel mehr ist als nur ein Organ, das Nervenimpulse empfängt, aussendet und verarbeitet. Im Gehirn entstehen Gefühle, Ängste, Erfahrungen werden gespeichert und zu einem ganz eigenen Weltbild verarbeitet. Denn das ist einer der Kernaussagen des Buches, unsere Realität ist eine subjektive. Jeder erlebt seine Welt auf eine eigene Art. Und das unterscheidet uns letztendlich von jeder noch so hoch entwickelten KI. Wir sind geprägt von unseren Erinnerung und Wahrnehmungen, unser Gehirn schreibt daraus unsere eigene Geschichte, gibt uns Emotionen und macht uns einzigartig. Dabei ist das Gehirn kein ausgereifter, fertiger Zellhaufen. Das Gehirn wächst weiter oder verkümmert auch, wenn bestimmte Bereiche nicht gefordert oder überfordert werden. Deshalb ist lebenslanges Lernen so wichtig. Jonglieren, Fremdsprachen oder ein Musikinstrument, wer Zeit investiert, neue Fähigkeiten zu erwerben, der fordert sein Gehirn heraus, neue Verknüpfungen zu bilden. Das Gehirn lebt. Das unterscheidet uns von der KI. Diese basiert auf Statistiken und Algorithmen. Das Menschliche fehlt komplett. Und das ist auch die große Gefahr. Ein System, das keine Gefühle, Moral oder Mitleid empfindet, handelt rein zielorientiert ohne Rücksicht auf die weitreichenden Folgen. Wir müssen uns das menschliche Sein bewahren, wir müssen an uns glauben, an unsere Einzigartigkeit, mit all den Träumen, Fantasien, Hoffnungen und Geschichten, die wir uns erzählen. Dann kann es uns gelingen, Mensch zu bleiben und trotzdem den für uns größten Nutzen aus der KI zu ziehen, ohne uns aufzugeben. Das Buch gibt viele Denkanstöße, bietet einen tiefen Einblick in unser Denken und lässt uns hoffen, dass unser Gehirn das bleibt, was es ist: einzigartig.

    Dies ist eine Privatrezension, ohne KI erstellt. Kopie, auch in Auszügen, unterliegt dem Urheberrecht.
    Eagle Rider 1. Deine Kraft findet dich

    Britta Sabbag
    Eagle Rider 1. Deine Kraft findet dich (Buch)

    3 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern Inaktiver Stern
    16.03.2026

    Luftleerer Flugraum

    Mein Sohn mit seinen knapp 9 Jahren hat das Buch gelesen und war durchschnittlich begeistert. Auch ich muss nach der Lektüre sagen, dass mich die Geschichte eher etwas enttäuscht. Das im Ritterzeitalter angesiedelte, allerdings nicht näher verortete Fantasyjugendbuch, handelt von einem 11 Jährigen, der von seinem Vater verstoßen wird und im Wald auf einen großen Adler trifft. Daraus entsteht eine mehr oder eher minder spannende Reise mit den Adlerreitern.
    Das wirkt alles zusammengebastelt aus anderen Büchern und Geschichten. Das beginnt schon beim englischen Titel. Es gab auch schon andere Bücher mit dem rider im Namen. Ja, englisch klingt vielleicht cooler oder soll verkaufsfördernd sein. Sinn macht es aber keinen. Genauso wenig, sie die englischen Adlernamen. Mein Sohn kann noch kein Englisch, war also etwas ratlos. Auch die Bestimmung, die im Buch erwähnt wird, ist von anderen Reihen bekannt. Ebenso wie die Grundidee vom armen Kind, das erst durch die Freundschaft zu einem wilden oder magischen Tier sein Schicksal meistern kann. Tiefenpsychologie willkommen im Kreis der Verzweifelten.
    Zum Thema Reihe muss ich bemängeln, dass auf dem Buch nicht erwähnt wird, dass dies der Band 1 ist. Denn dieser endet recht plötzlich und offen. Erst hinten im Buch wird mit dem Ende des Buches und der Leseprobe des zweiten Teils dieser Fakt klar. Vieles im Buch bleibt ungeklärt, die Figuren, die auftauchen werden nicht erklärt, genauso wie der Hintergrund der verfeindeten Gruppen. Das wirkt alles sehr luftleer und lieblos zusammengewürfelt. Die Grafiken im Buch sind im Gegensatz zum verlockenden Cover schwarz-weiß gehalten und sehr düster durch den hohen Anteil dunkler Flächen. Die kleinen, wahllos im Buch verteilten runden Zeichnungen wiederholen sich, da hätte man entweder weniger nutzen sollen oder mehr verschiedene Motive. Das wirkt eher so, als wollte man die kurze Geschichte strecken, um das dünne Buch zu füllen.
    Meinem Sohn ist gleich auf der ersten Seite ein Kraftausdruck aufgefallen. Warum man den in einem Buch für ab 8Jährige nutzen muss, darf zumindest erfragt werden.
    Die Geschichte spielt im Mittelalter und ist Fantasy. Da ist ja bekanntlich fast alles erlaubt. Trotzdem will ich richtigstellen, dass die erwähnten Adler niemals zusammen in der freien Natur anzutreffen waren. Außerdem wurde zum Beispiel der Weißkopfseeadler erst 1766 beschrieben, der Kaiseradler 1809. Dass ein armer Bauernsohn im 12. Jahrhundert diese Tiere kennt, ist also unmöglich. Etwas mehr Faktennähe wünscht man sich auch in einem fiktionalen Kinderbuch. Die Rechtschreibung war in Ordnung, man kann erwähnen, dass die eher unübliche Schreibweise zig Hundert gewählt wurde, in der Schule lernen die Kinder zighundert.
    Alles in allem eine lesbare, aber nicht zwingende Geschichte, die für 8 jährige auch an manchen Stellen vielleicht zu deftig ist. Die lückenhafte Geschichte animiert nicht wirklich, sich den zweiten Band zu kaufen.

    Dies ist eine Privatrezension ohne KI erstellt. Kopie, auch in Auszügen, unterliegt dem Urheberrecht.
    Der Comic-Club

    Scott Mccloud
    Der Comic-Club (Buch)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    02.03.2026

    Wie gestalte ich einen Comic

    Ich bin mit Comics aufgewachsen. Natürlich habe ich auch normale Bücher gelesen, aber die Faszination für die gezeichneten Geschichten hatte mich lange im Griff. Mittlerweile ist, im Gegensatz zu vielen anderen Erwachsenen, der Reiz bei mir etwas verschwunden. Vielleicht noch ab und zu ein Heft über die renitenten Gallier, mehr aber auch nicht. Beim Lesen des Comic-Clubs wurde etwas dieser Faszination wiederbelebt. Obwohl natürlich das Buch eine andere Altersgruppe anspricht. Vor mir hat allerdings mein knapp 9jähriger Sohn das Buch kritisch gelesen. Genau wie mir gefielen im die Zeichnungen und die farbige Gestaltung sehr gut. Das Buch erklärt wunderbar, wie ein Comic entsteht, wie er aufgebaut wird und welche Tricks man einbauen kann, um einen solchen Comic interessant und witzig zu gestalten. Da mein Sohn auch schon eigene kleine Geschichten malt, hat er das sehr aufmerksam verfolgt. Sehr gut hat ihm der Abschnitt gefallen, in dem Gefühle erklärt werden und wie man sie darstellen kann. Nach dieser Lektüre werde ich mir vielleicht unter diesem Gesichtspunkt meine alten Comics noch einmal anschauen. Es sind doch erstaunlich viele Feinheiten, die man vielleicht einfach so überfliegt, die aber im kreativen Schaffen viel Nachdenken und künstlerisches Können verlangen. Was meinem Sohn nicht immer so gut gefallen hat, waren die schwierigen Wörter. Das hängt natürlich auch damit zusammen, dass das Buch aus dem amerikanischen Raum kommt. Die Namen werden natürlich anders gesprochen, als gelesen. Als Beispiel sei der Name Gene genannt. Außerdem wurden Neopronomen wie xiem erwähnt, damit konnte mein Sohn nichts anfangen. Viele andere Begriffe aus dem Comicbereich sind englisch. Die werden zwar mit Masse erklärt, aber Aussprache wird für die meisten jüngeren Leser eher ein Problem darstellen. Es gab also einige Fragen zum Text, die de Lesefluss bremsten.
    Die Verständlichkeit der Geschichte war allerdings sehr gut. Auch die sozialen Botschaften, also dass man sich ruhig an etwas heranwagen soll und es nicht so wichtig ist, alles perfekt zu machen, werden gut transportiert. Der Comic ist übersichtlich gestaltet und nicht überladen. Ein weiterer Höhepunkt des Buches ist das Interview mit den Autoren und der Abschnitt im hinteren Teil des Buches, der die verschiedenen Berufe und Schritte zum fertigen Comic zeigt, inklusive der Werkzeuge, sprich Software, die dazu genutzt werden. Ein Glossar rundet das gute Gesamtbild ab.
    Rundherum ein Buch, das also nicht nur genau zeigt, wie das Medium Comic entsteht, welche Arbeit dahintersteckt, sondern auch ein Buch, das Kinder dazu ermutigt, sich auszuprobieren, sich etwas zu trauen, ohne Angst davor zu haben, zu scheitern.

    Dies ist eine Privatrezension ohne KI erstellt. Kopie, auch in Auszügen unterliegt dem Urheberrecht.
    Giftiger Grund

    Thomas Knüwer
    Giftiger Grund (Buch)

    4 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern
    02.03.2026

    Lost places, lost people

    Eine junge Frau, die Videos von lost places, verlassenen Orten dreht, ein Häftling, der frisch entlassen versucht, wieder ins normale Leben zurück zu finden und ein Mädchen, das nachts in eine alte Tankstelle flüchtet dies sind die Hauptdarsteller in diesem realistischen, harten Krimi. Die Härte kommt allerdings weniger von der durchaus vorhandenen und gezeigten Gewalt, als vielmehr von der psychologischen Darstellung der Situation. Diese ist sehr authentisch und glaubhaft darstellt, was auch dazu führt, dass das Buch einige Stellen enthält, die durchaus empfindliche Personen triggern können. Für Freunde der sogenannten Cosy-Crime-Szene ist dieses Buch ganz sicher nichts. Dem Autor gelingt es bedrückend gut, die Verzweiflung der Personen darzustellen, ihre Ängste, Hoffnungen und Verlorenheit in einer Welt, weit ab der bunten Fassade unserer Gesellschaft. Das tut manchmal weh, man will ins Geschehen eingreifen und die Personen retten, auch vor sich selbst. Die Hilflosigkeit der Personen im Buch überträgt sich auf die Leser. Beinahe schmerzhaft verfolgt man die agierenden Figuren, wenn sie das Richtige tun wollen, aber an der Realität scheitern. Der giftige Grund des Covers ist viel mehr, als der ölgetränkte Boden an der alten Tankstelle. Vielmehr ist es die Schattenwelt, die so gerne ignoriert wird. Was nicht sein darf, kann nicht sein. Wir leben doch in einer zivilisierten Gesellschaft, oder nicht? Kein einfaches Buch, aber ein fesselndes, das neben aller Trostlosigkeit auch einen Funken Hoffnung versprüht. Man kann sich ändern, man kann zusammen etwas bewirken, nicht alles ist verloren, wie in den lost places. Und es gibt das Gute im Menschen, das vielleicht manchmal erst aus seiner Wohlfühlzone gelockt werden muss.
    Das Einzige, das mir persönlich nicht wirklich zugesagt hat, war der Erzählstil, der die jeweilige Hauptperson der einzelnen Kapitel in der Ich-Form agieren lässt. Dieser Kniff, der den Charakter und die Sichtweise der Personen durchaus verstärkt, irritierte mich teilweise im Lesefluss.

    Dies ist eine Privatrezension, ohne KI erstellt. Kopie, auch in Auszügen, unterliegt dem Urheberrecht.
    Schwarzer September

    Sandro Veronesi
    Schwarzer September (Buch)

    3 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern Inaktiver Stern
    02.03.2026

    Ende ohne Anfang oder Anfang ohne Ende

    Ein 12jähriger, frühreifer Junge verbringt wie gewöhnlich seine Ferien am Meer. Doch dieses Mal wird der Urlaub anders verlaufen, als gedacht. Da ist die frische Liebe zu einem hübschen Mädchen nur der Auftakt.
    Nun, wie bezeichnet man dieses Buch? Familiengeschichte? Oder eine dieser Coming-of-age Erzählungen. Irgendwie von allem etwas. Ganz nebenbei wird auch das Jahr 1972 reflektiert, Musik, die gehört wurde, Sportler, die berühmt waren und natürlich die dramatische Olympiade in München. All das erzählt der Autor aus Sicht des Jungen, der versucht, mit all dem klar zu kommen. Mir persönlich wirkte der Junge mit gerade einmal 12 Jahren zu erwachsen. Was mir auch erschwert hat, die Dramatik in der Geschichte ernst zu nehmen. Denn während der ersten Kapitel reizt der Autor immer wieder zum Weiterlesen, indem er ein schreckliches, alles veränderndes Ereignis vorhersagt. Selbstverständlich ist das, was dann passiert für ein Kind dramatisch. Aber irgendwie auch nicht so, dass ich nach Luft schnappend und mit zittrigen Händen das Buch weiterlesen musste. Der Stil ist gut, es macht Spaß in Erinnerungen an die alte Zeit, die tolle Musik zu schwelgen. Trotzdem wirkte das Buch auf mich irgendwie zu offen, ohne mir wirklich eine Erklärung zu liefern, warum ich jetzt die 280 Seiten gelesen habe. Für mich persönlich irgendwie nicht Halbes und nichts Ganzes.

    Dies ist eine Privatrezension, ohne KI erstellt. Kopie, auch in Auszügen, unterliegt dem Urheberrecht.
    Liefern

    Tomer Gardi
    Liefern (Buch)

    3 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern Inaktiver Stern
    23.02.2026

    Abhängigkeiten

    Das Buch ist aufgeteilt in verschiedene Geschichten, die mehr oder weniger direkt zusammenhängen. Dabei führt uns der Autor in verschiedene Regionen dieser Welt. Was die Erzählungen verbindet, sind die sogenannten Rider, also die Menschen, die die Straßen säumen und alles liefern, was der Kunde bestellt. Egal ob Indien, Deutschland oder Israel, überall hetzen die Lieferanten mit Rädern, Rollern oder Motorrädern halsbrecherisch von Adresse zu Adresse, um möglichst zeitnah die gewünschten Güter auszuliefern. Hier zeigt das Buch sehr genau, was das Problem dabei ist. Es sind die Abhängigkeiten. Die Lieferanten sind abhängig von den Kunden und dem Lieferservice. Zusätzlich gibt es noch Personen, die die Lieferanten gegen Provision an die Dienstleister vermitteln. Die Kunden sind abhängig von den Lieferanten, hoffen auf pünktliche und vollständige Zustellung. Und alle sind abhängig vom Mobiltelefon. Das Gerät, das alle überwacht, Bestellungen ermöglicht, Orte anzeigt, Routen ermittelt oder im Notfall Hilfe holt. Das Buch hält hier schonungslos den Spiegel vor. Wie oft bestellen wir aus Bequemlichkeit etwas zu essen? Machen wir uns Gedanken, unter welchen Bedingungen die Lieferanten arbeiten müssen, teilweise mit anderen Identitäten für mehrere Anbieter. Hier greift die nächste Abhängigkeit. Alle wollen und brauchen gute Bewertungen. Eine negative Bewertung zu viel, und der Zusteller ist seinen Job los. Nachschub gibt es genug. Bekommt ein Anbieter zu viele negative Bewertungen, wird weniger bestellt und wieder werden nicht benötigte Zusteller entlassen. Machen wir uns Gedanken, wie es sein kann, dass zum Valentinstag rote Rosen im Winter zu kaufen sind? Unter Zeitdruck werden die Rosen in Afrika gezüchtet und geschnitten, gekühlt nach Deutschland transportiert und von schlecht bezahlten Minijobbern verkauft. So zeigt das Buch sozialkritisch die Tücken des globalen Dorfes auf ohne allerdings eine Lösung aufzuzeigen. Diese Ratlosigkeit spiegelt sich auch in den Geschichten des Buches wieder. Teilweise sind die Enden so offen, dass ich mich teilweise gefragt habe, was ich aus dem Buch mitnehme. Gibt es eine Lösung für diese Liefergesellschaft? Auf der einen Seite die, die es sich leisten können, sich alles liefern zu lassen. Natürlich gibt es auch Menschen, die aus diversen Gründen auf solche Lieferdienste angewiesen sind. Aber würde es etwas bringen, weniger zu bestellen? Eine provokante These ist, dass dann viele Menschen kein Einkommen mehr hätten. Deutlich wird dieser Zwiespalt am Flüchtlingsproblem. Durch solche Jobs wie im Zustellbereich, finanzieren sich viele Menschen ihr Leben und ihre Flucht mit Hoffnung auf eine bessere Zukunft.
    Das Buch regt zum Nachdenken an. Ob es eine Änderung der Gewohnheiten, der Arbeitsbedingungen und all der anderen Probleme geben wird, bezweifle ich. Dazu ist der Mensch sich selbst am nächsten. So lässt mich das Buch genauso ratlos zurück, wie das eine oder andere Kapitel.

    Dies ist eine Privatrezension ohne KI erstellt. Kopie, auch in Teilen, unterliegt dem Urheberrecht.
    Kleine Lesehelden: Wir sind erste Klasse!

    Daniela Kulot
    Kleine Lesehelden: Wir sind erste Klasse! (Buch)

    4 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern
    29.01.2026

    Für geübte Erstleser

    Das Bunt bebilderte Buch animiert schon vom Cover an, darin zu blättern. Die vielen Zeichnungen lockern das Ganze auf. Denn auch wenn als Altersangabe 6 Jahre gemacht wird, ist Kind nicht gleich Kind. Für reine Erstleser sind manche Wörter noch schwer. Zum Beispiel „schlagartig, Herbstblätter, Atemzug, Käsegeruch, Piroggen oder zickzack“ sind für ältere Kinder kein Problem, die wirklichen Erstleser brauchen da Unterstützung. Erstleser brauchen wirklich einfache Texte, sonst entsteht schnell Frust. Das kenne ich von meinen Kindern. Auch hätte ich bei einem reinen Erstleserbuch auf Wortverlängerungen wie bei siiiiie verzichtet. Das verwirrt nur beim Lesenlernen. Auch einen Satz wie „Und Futsch ist sie“, der zweimal vorkommt, hätte ich zumindest einmal mit der Beschreibung „sie ist weg“ ersetzt.
    Ansonsten ist das Buch gut gestaltet, die Schrift ist groß und auch die Rätsel lockern etwas auf, zusätzlich werden erste Schreibfähigkeiten getestet. Das Niveau des Buches ist meiner Meinung nach gehobener Erstleser, also in die zweite Klasse hineinreichend. Das hat mein größerer Sohn auch so gesehen. Leider ist ja das Leseniveau auch von Bundesland zu Bundesland und von Klasse zu Klasse verschieden. Pauschale Empfehlungen sind hier schwer zu treffen. Die Geschichte mit der Maus hat unserem Jüngsten gut gefallen. Positiv ist, dass das Buch auch über die Antolin-App bearbeitet werden kann. Diese App unterstützt nach meiner Erfahrung die Lesefähigkeit und fördert die Aufmerksamkeit. Unsere Kinder arbeiten gerne damit und werden zum Lesen animiert.


    Dies ist eine Privatrezension ohne KI erstellt. Kopie, auch in Auszügen, unterliegt dem Urheberrecht.
    Lola im Spiegel

    Trent Dalton
    Lola im Spiegel (Buch)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    29.01.2026

    Große Erzählkunst

    Gelber Einband, rosa Schrift. Obwohl ich wenig auf die Aussagekraft von Covern gebe, muss ich gestehen, dass ich das Buch vermutlich nicht weiter beachtet hätte. Doch welch ein Versäumnis wäre dies gewesen, unfassbar. Es ist immer zweifelhaft, wenn Autoren mit großen Werken der Weltliteratur verglichen werden. In diesem Fall neige ich selber dazu. Dickens, Irving oder Updike, Vergleiche fallen einem ein, auch wenn diese immer etwas hinken. Was Dalton mit diesen auf jeden Fall vereint, ist die großartige Erzählkunst. Die Sätze, manchmal kurz und abgehackt, ergänzen sich, ergänzen die Geschichte um das namenlose Mädchen in der Schattenwelt der von der Gesellschaft abgehängten Menschen zu einem Epos voller Hoffnung, Trauer, Verlust, Liebe, Gewalt und Verzweiflung. Und über allem thront trotzdem der Glaube, dass es so etwas gibt wie ein Schicksal, das wir bestimmen können und nicht ein Schicksal, das uns bestimmt. So wie das Mädchen an seine Zukunft als Künstlerin glaubt, auch wenn alles dagegen spricht, so glauben diverse Personen in dem Buch an ihre persönliche Zukunft. Diese Zukunft, die sich aber trotz dem Glauben daran nicht für alle erfüllen wird. Aber genau dies ist für mich die Botschaft dieser wunderbar erzählten Geschichte. Glaube an deinen Traum und versuche, ihn zu verwirklichen. Denn dies macht uns aus. Wer sich ergeben fügt und alles hinnimmt, wird nicht einmal die Chance haben, etwas zu verändern oder vielleicht sogar sein Stück vom Glück zu bekommen.
    Das Mädchen ohne Namen, das so talentiert zeichnet, ist auf der Suche nach ihrer Identität und ihrem Ziel zugleich. Manchmal scheint alles gegen sie zu sprechen. Die Welt, mit ihrer grausamen Härte, frisst Hoffnungen und Mut wie eines der Monster, dass sie auf manchen Zeichnungen festhält. In diese scheinbar ausweglosen Dunkelheit blitzen aber immer wieder Fünkchen von Menschlichkeit auf, die einen auf dem tobenden Fluss des Lebens wie Bojen oben halten. Das Buch fesselt auf eine teilweise grausame Weise. Einerseits kann man nicht davon ablassen. Andererseits hält man immer wieder inne, versucht das Gelesene zu verarbeiten. Das Buch hat düstere Seiten, Seiten voller Gewalt, aber auch Seiten von der Leuchtkraft eines hundertfach überzeichneten Sonnenaufgangs. Das Buch nur als Coming-of-age-Roman abzutun, greift deutlich zu kurz. Vielmehr ist es eine Metapher auf das Leben, wie sie die oben genannten Autoren ebenso grandios erschaffen haben. Die teilweise schaurig-schönen Zeichnungen des Illustrators Paul Heppell ergänzen perfekt und führen in die Kapitel ein. Explizit muss ich die herausragende Übersetzung von Rita Gravert erwähnen, ein wahrer Genuss. Und auch betonen will ich, dass im Gegensatz zu vielen neueren Veröffentlichungen auf dem Büchermarkt, keinerlei Druck- oder Rechtschreibfehler zu entdecken sind. Ja, leider ist auch das mittlerweile erwähnenswert.

    Dies ist eine Privatrezension, ohne KI erstellt. Kopie, auch in Auszügen, unterliegt dem Urheberrecht.
    Spaceboy

    Frank Schätzing
    Spaceboy (Buch)

    4 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern
    25.01.2026

    Der ewige Bowie

    Über Bowie wurde schon unendlich viel geschrieben und interpretiert. Über seine Kunstfiguren, seine vielfachen Persönlichkeiten, seine Mode und natürlich seine Musik. Bowie war und ist immer noch einer der einflussreichsten Gestalten im Musikgeschäft. Er setzte Trends und Maßstäbe, veränderte Stile und beeinflusste Generationen von Künstlern. So auch Frank Schätzing, ein künstlerisches Multitalent, der mit seinen Büchern mit das erfolgreichste geschrieben hat, was auf dem deutschen Markt zu finden ist. Genauso umstritten wie die Platten von Bowie, sind aber auch die Bücher von Schätzing. Manchmal haben beide den Bogen überspannt. Bowie durch seine Experimente, Schätzing durch seine vor Wissen strotzenden Texte, die manchmal etwas zu besserwisserisch klingen mögen. Spuren dieser, nennen wir es Arroganz, sind auch in diesem durchaus unterhaltsamen Buch zu finden. Wenn er über eine Seite lang nur Musikrichtungen aufzählt, wirkt das doch etwas penetrant. Auch etwas ermüdend ist seine wiederholte Darstellung des jungen Schätzing, der gehemmt ist, keinen Zugang zu Mädchen findet und sich als Einzelgänger fühlt. Das geht vielen Kinder und Jugendlichen so, muss man das allerdings über Kapitel hindurch breittreten? Im Kontext vielleicht schon, aber etwas weniger Nabelschau hätte dem Buch gut getan. Schätzings Seelenverwandtschaft zu Bowie ist die Kernbotschaft des Buches. Wäre der Autor dort gelandet, wo er heute ist, ohne Bowie? Vermutlich schon. Vielleicht auf anderem Wege, aber Talent hat man, oder nicht. Und genau wie Bowie hat Schätzing viel davon. Die Erzählweise ist amüsant und intelligent. Die Interpretationen zu Bowies Werk lesenswert, wenn natürlich jeder einen anderen Blickwinkel hat. Ich bewerte manche Platten von Bowie durchaus anders. Was das Buch aber sehr gut darstellt, ist die kulthafte Verehrung, die mancher Künstler erfährt. Vor allem wenn die betroffenen Personen unsicher sind, Kontaktschwierigkeiten haben und ihren Platz im Leben suchen. Idole können hier helfen. Können aber auch in ein Nichts führen, vor allem, wenn das Idol plötzlich verschwindet oder nicht die Erwartungen erfüllt. Bei Schätzing war das Erlebnis eher positiv prägend. Sein großes Vorbild hat ihm den Weg gewiesen und seine Laufbahn unterstützt. Das Buch ist somit eine Mischung aus Biografie über Bowie, eine Spur Autobiographie über Schätzing und auf jeden Fall eine gute Unterhaltung für die Fans beider Lager.
    Minnesota

    Jo Nesbø
    Minnesota (Buch)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    03.01.2026

    Der dunkle Gott der Rache

    Ein norwegischer Journalist reist nach Amerika, um über ein Jahre zurückliegendes Verbrechen zu schreiben. In Rückblicken wird die Geschichte teilweise aus der Sicht der damals handelnden Personen erzählt. Wer war für die Morde verantwortlich? Was waren die Beweggründe? Das Cover mit dem blutigen Abdruck wird im Laufe des Buches relevant, wobei sich der Leser genau wie die Ermittler scheinbar immer einen Schritt zu langsam bewegt. Der Täter scheint mit den Polizisten zu spielen, ein raffiniertes Katz-und-Maus-Spiel, das niemanden zu Atem kommen lässt.

    Bei all den Thrillern, die jedes Jahr auf den Markt kommen und sich gefühlt immer wieder die gleichen Geschichten wiederholen, sticht dieser Nesbo wie ein Leuchtturm heraus. Raffiniert erzählt, menschlich nachvollziehbar, spannend bis zum Schluss und mit herrlich unsympathisch-sympathischen Antihelden, liefert Nesbo eines seiner besten Bücher ab. Ich nehme mir diese persönliche Wertung heraus, da ich alle seine Bücher gelesen habe. Es ist faszinierend zu beobachten, wie er die Charaktere psychologisch analysiert und einen schmalen Grat zwischen Zuneigung und Widerwillen erzeugt. Ganz nebenbei schafft er es auch noch, mir einen Beruf so lebhaft zu beschreiben, über den ich mir bisher noch keine wirklichen Gedanken gemacht habe und dessen Ergebnisse ich eher fragend angesehen habe. In diesem Buch ist alles stimmig. Von den Motiven, bis zu den tiefsten Abgründen der menschlichen Seele, die Geschichte wirkt glaubhaft und authentisch. Wer Nesbo kennt, weiß auch, dass seine Bücher nichts für Zartbesaitete sind. Die Grausamkeiten der Ereignisse und deren Folgen für die Akteure lassen den Leser stocken und versucht man, sich in diese Situationen zu versetzen, spürt man hautnah die Verzweiflung, den Hass und die Schwärze, die den Personen innewohnt. Ein tiefgründiger, intelligenter und bewegender Thriller, der weit über einen gewöhnlichen Kriminalfall hinausgeht. Wer bisher kein Nesbo-Fan war, wird es nach diesem Buch sein, vorausgesetzt man mag das Genre.

    Dies ist eine Privatrezension, ohne KI erstellt. Kopie, auch in Teilen, unterliegt dem Urheberrecht.

    Verbrenn das Negativ

    Josh Winning
    Verbrenn das Negativ (Buch)

    3 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern Inaktiver Stern
    29.12.2025

    Eine Hommage

    Die Dreharbeiten zu einem Remake stehen unter keinem guten Stern. Vor vielen Jahren, als das Original des Horrorfilms gedreht wurde, gab es viele Tote, die mit dem Film in Verbindung standen. Die teilweise makabren Todesfälle ähnelten den Todesszenen aus dem Film. Nun, bei der geplanten Neuverfilmung, kommt es ebenfalls zu tödlichen Unglücken. Die Hauptdarstellerin des damaligen Filmes muss sich der Frage stellen, ob der Film verflucht war und ob sie diesen Fluch brechen kann.

    Das Buch ist eine einzige Hommage an die guten alten Zeiten des Horrorfilms. Verwunschene Orte, mysteriöse Tode, Monster, Flüche, Psychoterror oder Besessenheit, alles, was einen Horrorfilm spannend machte, wird in diesem bunten Mix verarbeitet. Der Autor macht aus seiner Vorliebe für das Genre auch keinen Hehl. Das Schema ist allerdings Segen und Fluch zugleich. Denn wer ein eingefleischter Fan ist, wird vieles wieder erkennen, aber auch vieles vorhersehen. Neulinge werden einen wilden Ritt durch die Gefilde des Suspense erleben. Und obwohl natürlich auch Blut eine Rolle spielt, ganz so schlimm, wie der Klappentext vermuten lässt, sind die Gewaltszenen nicht. Auch bei einem wirklich guten Horrorfilm, lässt der Regisseur vieles ungezeigt, das Gehirn des Zuschauers kann sich austoben. Mir hat der Roman gut gefallen, wobei wie gesagt vieles doch vorhersehbar war. Was mir allerdings gar nicht gefallen hat, war die klischeehafte Darstellung eines Brandes. Dass sich Menschen Minuten lang in einem brennenden Haus aufhalten und außer ein wenig Atemnot nichts erleiden, ist auch für einen Horrorroman zu unglaubwürdig. Bei einer solchen Rauchentwicklung, stirbt man nach ein paar Atemzügen an Rauchvergiftung. Genauso unlogisch ist, dass man sich in höhere Bereiche flüchtet und dort besser atmen kann. Rauch steigt nach oben. Abgesehen davon, man verzeihe mir den kleinen Spoiler, ist das Buch gute, aber vom Spannungsfaktor nicht überragende Horrorkost.

    Dies ist eine Privatrezension ohne KI erstellt. Kopie, auch in Teilen, unterliegt dem Urheberrecht.
    Carnivora

    Caroline Stadsbjerg
    Carnivora (Buch)

    3 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern Inaktiver Stern
    29.11.2025

    Hätte mehr sein können

    Der, nennen wir es Öko-Thriller behandelt ein Thema, das uns alle betrifft. Unser Essen. Wie wir es erzeugen, welche moralischen und ethischen Grundsätze damit in Verbindung stehen und welche Konsequenzen unser Konsum hat. Ohne allzu viel aus dem Buch zu verraten, möchte ich trotzdem das Szenario schildern. In einer Zukunft sind die Tiere durch diverse Krankheiten und den Klimawandel als Nahrungsquelle für die Menschen ausgefallen. Durch die Züchtung einer neuen Art, wird der Fleischverzehr aufrecht erhalten. Doch dieses Fleisch ist nicht tierischer, sondern menschlicher Herkunft.
    Das reicht, um neugierig zu machen, oder? Mir ging es ähnlich. Beim Lesen des Buches, das so vermute ich, von einer Veganerin, zumindest Vegetarierin geschrieben wurde, wird dieses scheinbar Undenkbare als Metapher auf unseren tierischen Fleischverbrauch gebraucht. Durch die Idee, satt Tieren Menschen zu essen, entsteht sehr schnell ein ziemlicher Ekelfaktor. Ob aber durch diese Überspitzung der Genuss von Fleisch beim Leser überdacht wird, darf bezweifelt werden. Denn wie gesagt, geht es hier um Menschen. Diese Eskalation hebt das Buch, ob gewollt oder nicht, eher in den Bereich Science fiction mit Horrorelementen. Dies lässt das traurige Thema der Massentierhaltung und wirtschaftlicher Fleischproduktion vor allem in der zweiten Hälfte des Buches eher in den Hintergrund treten. Doch genau hier will das Buch eher greifen. Denn setzt man statt menschlichen Fleischlieferanten Tiere ein, sind wir bei der aktuellen Problematik unserer Ernährung. Nur würde ein solches Buch nicht diese Aufmerksamkeit erregen. Beim Lesen entsteht tatsächlich ein sehr unangenehmes Gefühl und lässt den einen oder anderen Konsumenten innehalten. Allerdings wird meiner Meinung nach aus dem Thema zu wenig gemacht. Irgendwann ist die Moralkeule ausgeschwungen und übrig bleiben die bekannten Versatzstücke eines Thrillers, inklusive einer Liebesgeschichte und etwas Sex. Schade, denn daraus hätte man mehr machen können. Das Ende des Buches lässt viele Fragen offen, eine wirkliche Lösung oder politische Diskussion kommen zu kurz. Nun ja, vielleicht sollte es auch so sein, letztendlich ist es ein Thriller, nicht mehr oder weniger.


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    Before I met Supergirl

    Rea Garvey
    Before I met Supergirl (Buch)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    24.11.2025

    Werdegang eines Sängers

    Das gut und unterhaltsam geschriebene Buch gewährt dem Leser einen tiefen, persönlichen und bewegenden Einblick in das Leben des Künstlers, bevor er mit Supergirl so richtig bekannt wurde. Die Autobiografie endet also kurz vor dem Jahre 2000. Man erfährt viel über die irische Lebensweise, die große Familie des Sängers und seine Entwicklung vom ziellosen Jungen zum erfolgreichen Star. Was mir neben der wunderbaren Erzählkunst des Musikers besonders gut am Buch gefiel, war das verzichten auf Liebesgeschichten. Garvey fokussiert sich auf seine Entwicklung mit den Anfängen als Sohn eines Polizisten, seiner Liebe zur Musik und all den Schritten, die in schließlich in die Charts führten. Er spricht offen über seine Gefühle, beschönigt nichts und nimmt den Leser somit ganz nah mit an seine irischen Wurzeln und lässt seinen persönlichen Dämonen genug Freiraum, sich zu zeigen. Ein ehrliches Buch, das auch den Lesern gefallen wird, die kein eingefleischter Fan sind. Wer sich mit der Musik näher befassen will, findet im Buch einen QRCode, um die dazugehörende Playlist genießen zu können.
    Was mich etwas irritiert hat, war die Einleitung, die nicht übersetzt wurde. Genauso wie die Danksagung. Ob dies nun den persönlichen Eindruck vertiefen soll, oder einfach nur übersehen wurde, kann ich nicht beurteilen. Ich hätte das Buch auch gerne in englisch gelesen, aber die Übersetzung ist ausgezeichnet.
    Obwohl es schon die 2. Auflage des Buches ist, sind immer noch kleinere Fehler enthalten. Auf Seite 177 steht „ Er konnte kein Ton halten“, richtig sollte es heißen „er konnte keinen Ton halten“. Auf Seite 181 steht „Tische, auf die ich tanzte“, statt „Tische, auf denen ich tanzte“. Und auf Seite 249 endet ein Satz mit einem Komma, die Zeile endet leer in der Mitte. Fehlt dort ein Halbsatz oder endet der Satz mit dem Komma?
    Meiner Meinung nach willkürlich und an den entsprechenden Stellen unpassend eingefügt sind Ogham-Zeichen, eine irische Schriftsprache. Hätte man diese zum Beispiel mit den Kapitelüberschriften oder stattdessen eingefügt, wäre das für mich sinnvoller gewesen.
    Fazit: eine gelungene Autobiografie und eine unterhaltsame Reise in die jungen Jahre des Rea Garvey.

    Dies ist eine Privatrezension, ohne KI erstellt. Kopie, auch in Teilen, unterliegt dem Urheberrecht.
    Clegg, B: Durchblick Künstliche Intelligenz

    Clegg, B: Durchblick Künstliche Intelligenz (Buch)

    3 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern Inaktiver Stern
    05.11.2025

    Der Mensch bleibt Mensch

    Wie auf dem leuchtenden Cover des Sachbuches zu lesen ist, richtet sich diese Lektüre an all jene Menschen, die von KI noch nicht allzu viel wissen oder sich einfach einlesen wollen. Auch das Innenleben des Buches ist bunt gehalten. Weiße Seiten wechseln sich mit blauen, gelben und orangen ab. Auf diese Form der Gliederung hätte ich gut verzichten können, da ich vor allem bei weniger Licht auf dem orangen Hintergrund Leseprobleme habe. Ein durchgehendes Weiß hätte genügt, auch wären vermutlich die Produktionskosten geringer gewesen. Zudem sind reinweiße Seiten umweltschonender in der Herstellung.
    Zu Beginn jedes Kapitels wird mit Hilfe von Flussdiagrammen versucht, die kommenden Begriffe kurz anzukündigen. Diese Übersichten wirken aber eher umstrukturiert und sorgen auf keinen Fall für mehr Verständnis. Diese Seitenfüller hätte man sich besser gespart und die freiwerdenden Seiten für genauere oder tiefer gehende Erklärungen genutzt. Einfache Erklärungen für ein möglichst breites Publikum sind in Ordnung, aber teilweise fehlt eine genauere Erklärung. Zumindest gibt es für Interessierte am Ende des Buches eine Seite mit Quellen und weiterführenden links. Das Buch behandelt durchaus die meisten Aspekte der KI. Aber der enorme Energieverbrauch und die Kritiker kommen zu wenig ins Spiel. Gerade was die Gefahren der KI betrifft, bleibt das Buch recht oberflächlich. Gerade im Bereich der Kriegsführung ist die Wirtschaft leider schon deutlich weiter, als es das Kapitel im Buch vermittelt. Gesichtserkennung und gezielte Tötung sind leider kein Zukunftsszenario. Das Thema Spiegelmoleküle wird nicht erwähnt. Spiegelbakterien könnten mit KI deutlich leichter erzeugt werden, mit unvorhersehbaren Folgen. Gleiches gilt für B- und C-Waffen. Was ist mit tausenden Büchern und Songs, die das Internet fluten und alle KI-generiert sind? Oder unzählige Schauspieler, Sprecher, Autoren, die um ihren Job bangen? Vieles bleibt unerwähnt oder nur angerissen.
    Das Buch darf man als Einsteigerbuch sehen, das einen groben Überblick vermittelt, mehr nicht. Mehr als ein umrissener Überblick bleibt nicht übrig, vieles davon wird aus anderen Medien bekannt sein. Zum Schluss noch ein persönliches Fazit. Meiner Meinung nach ist KI nicht auf dem Wege, den Menschen zu ersetzen. Dafür fehlt Bewusstsein, Moral, Gewissen oder nennen wir es Seele. Aber genau darin liegt die Gefahr. Ein System, das einzig zweckgebunden agiert, kann frei der oben genannten Attribute zu einer Bedrohung werden. Leider gibt es genügend Mächte und Gruppierungen, die in eigenem Interesse, quasi ohne Rücksicht auf internationale Gesetze oder Menschenrechte KI einsetzen. Der Mensch bleibt Mensch. Das ist die Hoffnung und Sorge zugleich. Solange wir uns unsere Menschlichkeit bewahren und unsere Werte verteidigen, bleibt KI ein nützliches Instrument. Leider ist aber auch Teil unserer Menschlichkeit, dass wir die Technik nutzen, um Vorteile zu erlangen. Davor werden uns auch keine Gesetze schützen. Die Büchse der Pandora ist offen.

    Dies ist eine Privatrezension ohne KI erstellt. Kopie, auch in Teilen unterliegt dem Urheberrecht.
    Aus! Die Wissenschaft vom Ende

    Busters Science
    Aus! Die Wissenschaft vom Ende (Buch)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    15.10.2025

    Das Ende vom Lied

    Die Autoren des Buches, das sich auf dem Cover schlicht mit einem Schalter präsentiert, sind eine bunte Truppe aus Wissenschaftlern und Kabarettisten,  die auch auf Tour zu bewundern sind. Ihre Wissenschaftsbücher sind demzufolge nicht bierernst, obwohl es die Themen sind. Dieses Mal, wie der Titel kurz und bündig aussagt, geht es um das Aus, also das Ende von allem. Von allem? Das ist eine berechtigte Frage. Gibt es eine Unendlichkeit? Zumindest Atome scheinen ewig zu existieren.  Endet das Universum oder die Zeit? Wieder berechtigte Fragen, die in diesem unterhaltsamen und lehrreichen Buch behandelt werden. Als  Kind habe ich versucht ein Blatt Papier so lange zu zerschneiden, bis es weg war. Mein Gedanke war simple. Wenn die Schnipsel immer kleiner würden, wäre doch irgendwann alles weg. Aus dieser Neugier ist möglicherweise mein späterer Beruf als Wissenschaftler entstanden. Als Kind sieht man in eine unbegrenzte Zukunft. Wird man älter, ändert sich das. Wer glaubt, ewig Zeit zu haben, nehme sich ein Maßband. Man schneidet das Band bei der durchschnittlichen Lebenserwartung ab. Dann schneidet man sein Alter in cm ab. Und schließlich vom Rest noch ca. ein Drittel, denn so lange schläft man ungefähr am Tag. Die Zentimeter,  die jetzt noch da sind, zeigen ungefähr die Lebenszeit,  die bleibt, um seine Träume zu verwirklichen.  Pessimismus?  Nein, Realismus. Genauso verhält es sich mit diesem Buch. Das Ende der Menschheit, das kommen wird, denn Dinosaurier und unzählige ausgestorbene Arten geben uns ein Beispiel,  wird auf humoristische Weise behandelt. Die Abstrakte Unendlichkeit des Universums,  etwas, das wir nicht greifen können, wird zumindest so erklärt, dass auch Nicht-Physiker einigermaßen damit zurecht kommen. Ein Buch, das viele Aspekte des Endes aufgreift, dabei österreichischen Schmäh mit Fakten verbindet,  die leider immer noch zu oft ignoriert werden. Die momentane Klimamüdigkeit ist ein gutes Beispiel dafür, warum der Mensch nicht wirklich zur Problemlösung solcher komplexer Dinge geeignet ist. Was unseren Zeithorizont übersteigt, wird ignoriert. Schafft das Buch eine positive Stimmung? Am Ende sicher nicht. Wie auch? Aber der Weg dorthin ist amüsant, spannend, informativ und kurzweilig.

    Dies ist eine Privatrezension, ohne KI erstellt. Kopie, auch in Auszügen, unterliegt dem Urheberrecht. 
    Die Schule der magischen Tiere Neuausgabe 16: Land unter!

    Margit Auer
    Die Schule der magischen Tiere Neuausgabe 16: Land unter! (Buch)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    30.09.2025

    Endlich neue Abenteuer

    Das Cover ist kunterbunt gestaltet mit teilweise Glanzdruck, der Lust aufs Lesen macht. Vor allem bei Kindern ist dieser erste Eindruck sehr wichtig. Meinem Sohn, der das Buch gelesen hat und mit mir nun die Rezension schreibt, hat das Cover sehr gut gefallen. Etwas weniger begeistert war er von den neu gestalteten Portraits der Figuren und Tiere. Aber dies ist sowieso nur ein sehr subjektiver Eindruck. Anderen mögen die neuen Zeichnungen besser gefallen.
    Wie immer dreht sich auch bei Band Nummer 16 die Kernfrage darum, welches Kind ein magisches Tier bekommt. Das Rätselraten diesbezüglich macht immer großen Spaß. Selbstverständlich gibt es neben dieser Frage aber auch wieder ein großes Abenteuer zu bestehen. Auch hierbei waren wieder alle Kinder und Gefährten gefordert. Zum Inhalt wollen wir aber nicht mehr verraten.
    Der Schreibstil des Buches ist gewohnt flüssig und das Buch wurde sozusagen am Stück verschlungen. Ein paar englische Wörter, wie zum Beispiel Bodyguard und Cheerleader bremsten den Lesefluss. Aber das ist nicht weiter schlimm, da dadurch auch ein Lerneffekt einsetzte. Auch bisher unbekannte Wörter, wie Almanach und Poesi fanden so ihren Weg in den Wortschatz meines Sohnes. Im Nachwort der Autorin geht sie auf die Nutzung von Handys ein und den leider zunehmenden Einfluss von Social media. Diese Bemerkungen fand mein Sohn, der auch in der Schule schon mit dem Thema konfrontiert wird, sehr gut. Aktuelle Themen aufzugreifen, gibt dem Buch auch einen tieferen Sinn.
    Zum Handwerklichen kann man nichts Negatives sagen, bis auf einen Satz, in dem die magischen Tiere aufgezählt wurden, siehe Seite 41. Dort wird ein Tier zweimal erwähnt. Ansonsten sind keine Fehler bemerkt worden.
    Selbstverständlich ist jede Rezension eine subjektive Angelegenheit, Alter und Vorkenntnisse spielen eine Rolle. Auch werden sich Quereinsteiger trotz der kurzen Beschreibungen der Figuren etwas schwerer tun, was aber dem Lesespaß unserer Meinung nach keinen Abbruch tut.


    Dies ist eine Privatrezension ohne KI erstellt. Kopie, auch in Teilen unterliegt dem Urheberrecht.
    Mit kalter Hand

    Michael Tsokos
    Mit kalter Hand (Buch)

    3 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern Inaktiver Stern
    18.09.2025

    Zu wenig Spannung

    Das Buch lebt vor allem von der morbiden Faszination, die wahre Verbrechen und Bluttaten so mit sich bringen. Die Detailverliebtheit, mit der der Rechtsmediziner Tsokos in seinem neuen Buch agiert, zeigt die Grausamkeiten dieser realen Vorkommnisse, die der Autor in seinem Werk mit, man verzeihe mir das Wortspiel, Leben füllt. Damit das Buch nicht zu dünn ausfällt, werden gleich mehrere Fälle behandelt. Der Hang des Autors zu Fremdwörtern wird, vermutlich berufsbedingt, teilweise etwas übertrieben. Da wird nicht widersprochen, sondern opponiert. Teilweise erklärt er Begriffe aus den fachlichen Ergüssen seiner Mediziner im Buch, manchmal allerdings nicht. Ich habe noch nie in einem Buch das Wort Enterdet gelesen, als Übersetzugn des bekannten Exhuminiert. Das erschwert dem Unkundigen Leser das Verständnis. Nicht nur bei den Obduktionen lebt der Autor die Genauigkeit bis zum Zerreißen aus. Wiederholt fällt auf, dass er genau beschreibt, was seine Figuren anziehen. Ich persönlich sehe dies nur als Seitenfüller an. Das ein medizinischer Fachmann einen weißen Laborkittel trägt, sehe ich nicht als Information, die ich brauche. Ein anderes Beispiel. Eine ankommende Email beginnt ausführlich mit den Adresszeilen. Auf der nächsten Seite wird das Spiel mit der Antwortmail wiederholt. Abgesehen davon, dass die Logik hinkt, wenn es in der Email um einen kurzfristigen Termin geht, der knapp anderthalb Stunden später stattfindet. Ein Anruf wäre effektiver gewesen. Einer Suchmannschaft der Polizei wird genau erklärt, wie sie mit Stäben und Rechen Laub durchsuchen sollen. Nicht zu vergessen, dass man nichts übersehen darf. Aha, wer hätte das gedacht? All das führt zu vielen Zeilen, die so gut wie nichts zur Handlung des Buches beitragen und im Gegenteil das Hauptproblem des True crime-Thrillers bekräftigen. Es kommt keine Spannung auf. Weder wird man mit den Figuren warm, noch gibt es wirklich überraschende Momente, von denen ein Krimi lebt. Nur ein paar Todesfälle präzise schildern, mag bei manchen Lesern genügend Grusel erzeugen, um das Buch zu lesen und zu lieben. Ich habe lediglich ein paar Fachbegriffe gelernt und ein wenig Anatomieunterricht genossen. Zu wenig, um mich weitere Bücher des Autors lesen zu lassen.

    Dies ist eine Privatrezension, ohne KI erstellt. Auszüge, auch in Teilen, unterliegen dem Urheberrecht.
    Sharkpedia - Die erstaunliche Welt der Haie

    Daniel C. Abel
    Sharkpedia - Die erstaunliche Welt der Haie (Buch)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    09.09.2025

    Faszinierende Haie

    Ein Buch nicht nur für reine Hai-Freunde, sondern für jeden neugierigen Naturliebhaber. Als Spielberg mit dem weißen Hai das Tier für Generationen zum Monster gemacht hat (etwas, dass er heute zutiefst bereut), trauten sich Badegäste nicht mehr ins Meer und eine Vielzahl von Filmen prägte das Bild des Menschenfressers. Das Sachbuch, das natürlich nicht allumfassend die ganze Welt der Haie abbilden kann, bietet die ideale Gelegenheit kurzweilig und informativ in die Weiten des Meeres abzutauchen. Und hier sind wir schon beim neuen Wissen, denn Haie können durchaus auch im Süßwasser vorkommen. Diese und viele weitere Fakten zu den Tieren liefert der Haiforscher fundiert und unterhaltsam. Das Buch ist alphabetisch geordnet, wie gesagt, ohne Anspruch auf Vollständigkeit. Ein idealer Einstieg für Interessierte, aber auf jeden Fall lesenswert für alle, die mehr wissen wollen. Leider hatte meine ebook-Ausgabe keine Zeichnungen, deren Fehlen habe ich oft bedauert.
    Kreuzfahrer

    Dan Jones
    Kreuzfahrer (Buch)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    09.09.2025

    Reise ins Mittelalter

    Die Zeit, die oft romantisiert dargestellt wird und Vorlage für unzählige Filme und Bücher ist, wird in diesem umfassenden Sachbuch spannend wie ein Historienroman und sachlich fundiert wie eine wissenschaftliche Abhandlung bildgewaltig beschrieben. Wer in Kreuzfahrern die edlen Ritter sieht, die aus hehren Zielen in die weite Welt Reisen, um den Glauben ihrer Kirche zu verteidigen, wird hier bald eines Besseren belehrt. Auch grausame Gräueltaten werden in dem Werk nicht verschwiegen, doch das gehörte zu dieser Epoche dazu, wie auch das politische und kalkulierte Taktieren. Besonders interessant finde ich, dass auch vor hunderten von Jahren Chronisten schon sehr genau das Geschehen festhielten und dabei detailliert analysierten, wie die Herrscher und Kriegsherren fragile Allianzen abschlossen und sich mit dem Feinde verbündeten, um ihre Macht zu festigen oder zu vergrößern. Lug, Betrug, Täuschung, Bestechung und weit schlimmere Werkzeuge waren an der Tagesordnung. Auf den über 500 Seiten, die natürlich auch nur ausreichen, eine, wenn auch sehr gute, Zusammenfassung der Kreuzfahrten zu geben erleben wir buchstäblich, wie Politik und Gier, Neid und Leid, Liebe und Hass die Geschicke der erforschten Welt beherrschten. Diverse Karten und Abbildungen ergänzen das rundherum hervorragende Leseerlebnis. Zugegeben, der unbedarfte Leser verliert oftmals den Überblick, wer mit wem welchen Handel abschließt und welche religiöse Gruppe mit welchem Herrscher im Streit ist. Aber all diese Daten und Fakten zeigen, wie ausgezeichnet das Buch recherchiert ist, welche enormen Informationen zusammengetragen wurden. Und in mir hat sich der Wunsch geäußert, mehr darüber zu lesen. Man verzeihe mir das Wortspiel, aber ich habe Blut geleckt. Es ist höchst interessant, zu erfahren welche Figuren bereits in der damaligen Zeit ihren Einfluss ausgeübt haben. Diese Liebe zum Detail hat mich auf jeder Seite begeistert und ich will mehr lesen von den Quellen dieses herausragenden Sachbuches.

    Dies ist eine Privatrezension, ohne KI erstellt.
    Cosmix

    Laurent Schafer
    Cosmix (Buch)

    3 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern Inaktiver Stern
    20.08.2025

    Wissenschaft in bunt

    Das Wissenschaftsbuch richtet sich an alle, die mit möglicherweise wenig Vorkenntnissen einen schnellen und einfachen Überblick über verschiedene Bereiche bekommen wollen. Die Aufmachung im Comicstil sorgt dafür, dass das Ganze locker und nicht zu ernst rüber kommt. Wer tiefgehende Informationen ohne füllendes Beiwerk möchte, ist hier falsch. Inhaltlich erinnert das Buch ein wenig an die bekannte Buchreihe, die sich an sogenannte Dummies richtete. Dies soll nicht despektierlich sein, aber trotzdem darf man das Niveau nicht allzu hoch erwarten. Die Informationen des Buches sind faktisch natürlich richtig, keine Frage. Nur sorgt die Präsentation als Graphic novel eher dazu, das Ganze auch genauso zu lesen. Das Hinterfragen der Informationen oder die tiefgreifende Recherche fällt weg. Die Frage ist, ob von dem Gelesenen allzu viel hängen bleibt. Gerade die flapsigen Kommentare im Comic, die zwar für Lockerheit sorgen, aber teilweise auch etwas zu flach sind. Dennoch ist das Buch ein guter Einstieg, wenn man sich mit normalen Sachbüchern schwer tut und doch einen Blick in die Welt der Wissenschaft werfen will. Möglicherweise regt es den einen oder anderen doch dazu an, sich näher mit diversen Gebieten zu beschäftigen. Das Buch bietet auf den etwas über 200 Seiten einen rudimentären Rundumschlag über das Entstehen des Universums und uns Menschen, viel Stoff für einen Comic. Das Buch ist zwischen lockerer Unterhaltung und ernster Wissenschaft in einer Grauzone, die nicht so recht begeistern mag. Für manchen Leser werden die Informationen trotzdem zu komplex sein, hier fehlt eindeutig eine wirklich thematische, genaue Erklärung, für andere Leser enthält das Buch zu wenig Informationen, aus ebenfalls diesen Gründen.

    Dies ist eine Privatrezension, ohne KI erstellt. Kopie, auch in Teilen, unterliegt dem Urheberrecht.
    Asa

    Zoran Drvenkar
    Asa (Buch)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    18.08.2025

    Ein epochaler Rachethriller

    Die Einführung des Buches begleitet ein Mädchen bei einer brutalen Prüfung, bei der sie ums Überleben kämpfen muss. Dieser Einstieg gibt dem Leser Rätsel auf und sorgt sofort für einen Spannungsbogen, der fast das komplette Buch über das Niveau hält. Was hat es mit dieser Prüfung auf sich? Eine Sekte, eine paramilitärische Gruppe? Erst spät im Buch erfährt der Leser Näheres. Auch die Identität des Erzählers bleibt lange im Verborgenen. Atemlos verfolgt der Leser die Protagonistin bei ihrem Rachefeldzug. Nur häppchenweise wird ihr Motiv gelüftet. Das erfordert vom Leser etwas Geduld und Aufmerksamkeit. Denn die Erzählebene wechselt zwischen Vergangenheit und Gegenwart. Man lernt die Familie kennen, Verbindungen werden offengelegt und die Komplexität der Geschichte wird durch den Stil des Autors grandios zu einem Teppich der Gefühle, der Gewalt, der Hoffnung und der Konsequenzen des Handels verwoben. Das Buch ist kompromisslos. Die Erzählung ist teilweise brutal und schonungslos, nichts für zartbesaitete Leser. Aber die Gewalt ist ein Schlüssel des Buches, ein fester Bestandteil des Lebens der Asa, die als geheimnisvoller Racheengel wie ein Sturm durch die fast 700 Seiten fegt. Die Seiten fliegen nur so dahin, auch auf den ersten Blick langatmige Erklärungen runden das Ganze ab und sind notwendig, um den ganzen Ablauf einordnen zu können. Zoran Drvenkar springt präzise vor und zurück, lässt die Informationen wie kleine Puzzleteile auf den Leser herabfallen. Allerdings sind manche dieser Teile blutrot gefärbt. Die Anleihe diverser Bücher und Filme ist so raffiniert umgesetzt, dass man es dem Autor nicht übel nimmt. Ein drastisches Buch, ein fesselndes Buch. Ein großartiger Thriller, der den Leser kaum zur Ruhe kommen lässt.


    Dies ist eine Privatrezension ohne KI erstellt. Kopie, auch in Teilen, unterliegt dem Urheberrecht.
    Sunbirds

    Penelope Slocombe
    Sunbirds (Buch)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    13.07.2025

    Vom Suchen und Finden

    Das Buch Sunbirds handelt von einer Familie, die durch die Suche nach ihrem Sohn zerrissen ist.
    Torran hat vor sieben Jahren Schottland verlassen, um nach Indien zu gehen. Die Eltern Robert und Anne hatten die Hoffnung, dass er nach einer Selbstfindungsphase zurückkehren würde. Doch der Sohn bleibt verschwunden. Indien, das für viele mystische Land, zieht Touristen und Pilger an, aber auch Aussteiger, die entweder nach einem neuen Weg zu leben suchen oder einfach nach dem Sinn des Lebens, was auch immer das bedeuten mag. Immer wieder kommt es leider auch zu Unglücken oder Verbrechen, so mancher Backpacker bezahlt seine Reise mit dem Leben. Getrieben von der Furcht verlässt Anne ihren Mann und reist nach Indien, eine jahrelange Suche beginnt. Nach einigen Jahren bittet Robert eine Verwandte der Familie, nach Indien zu fliegen, um Anne zu unterstützen. Es gibt neue Spuren. Während Robert vom Tod seines Sohnes überzeugt ist, klammert sich Anne an jeden noch so dünnen Strohhalm.
    Das Buch spielt auf verschiedenen Ebenen. Jedes Kapitel handelt abwechselnd von den Personen dieses Familiendramas. Die Suche nach Torran wird somit zur Selbstfindung. Manchmal erscheint die Frage, ob der Sohn noch lebt oder nicht, die Nebensache in der Geschichte zu sein. Die Existenz des Torran wirkt wie Schrödingers Katze, solange man ihn nicht findet, existiert er in beiden Zuständen. Anne sucht nicht nur ihren Sohn, sondern auch die Antwort, warum der Sohn verschwunden ist. Sie ist geplagt von Selbstzweifeln, die vermutlich die meisten Mütter kennen. Habe ich meinen Sohn zu viel geliebt? Oder war es nie genug? Die Mutterschaft wird als Drahtseilakt dargestellt, das Glück als Gegenspieler zur Überforderung. Robert hingegen war zu
    sehr mit seinem Beruf beschäftigt, um zu erkennen, welchen inneren Kampf seine Frau führte. Esther, die Cousine des Sohnes, versucht durch ihre Hilfe Wiedergutmachung zu erlangen. Sie hatte vor Jahren einen Artikel verfasst, der die Eltern zutiefst gekränkt hat. Esther sucht nach Vergebung und ihrem Platz in der Familie. So wird die Suche nach dem vermissten Sohn zu einer Selbstfindung und Befreiung auf verschiedenen Ebenen. Das magische und geheimnisvolle Indien bildet die Bühne für diesen Weg, der scheinbar ohne Ziel zu sein scheint. Spuren tauchen auf, verblassen wieder und wie ein ewiges Mantra reisen die Suchenden einem Schatten hinterher.
    Das Buch der Autorin funktioniert hervorragend, da es sehr fein die psychologischen Nuancen der Figuren herausarbeitet. Man versteht den Zwiespalt der Mutter, fühlt mit. Aber ebenso lässt sich das Wesen der anderen Personen und ihre Gefühlswelt nachvollziehen. Wer hat sich noch nie selbst hinterfragt? Habe ich mein Kind richtig erzogen? Ist mein leben gut, so wie es ist? Und was bedeutet Glück für mich? Das Buch lässt einen nachdenken und grübeln, gibt vielleicht den einen oder anderen Anstoß, sich zu fragen, was ich will und ob ich weiß, was meine Nächsten wollen.


    Diese Rezension ist eine Privatmeinung, ohne KI erstellt. Kopie, auch in Teilen, unterliegt dem Urheberrecht.
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