Die besonderen Herausforderungen einer Halb-Fee
Die 12-jährige Elva sieht den Tod von Menschen voraus und macht sich mit dieser besonderen Gabe erwartungsgemäß keine Freunde. Bevor sie in eine Psychiatrie eingewiesen wird, erscheint eine fremde Frau und „entführt“ Elva in eine andere Welt. Hier erfährt das Mädchen etwas mehr über ihre Magie und lernt andere Kinder kennen, die so sind wie sie selbst: Halb Mensch, halb Fee.
Die Geschichte beginnt, wie ich finde, doch recht ungewöhnlich, als sich eine der Erzählerinnen vorstellt und mir als Leserin erste Einblicke in die Welt der Feen bietet. Als ich dann Elva kennenlernte, fühlte ich mich sofort in Sympathie mit ihr verbunden. Sie hadert mit ihrer magischen Gabe, während sie gleichzeitig versucht zu verstehen, was es mit dem Reich der Feen und der Unterteilung in Lichterfeen und Düsterfeen auf sich hat. Über ihre eigene Herkunft weiß sie gar nichts, was den Kontakt mit ihren neuen Mitschülerinnen und Mitschülern zusätzlich erschwert. Zur Hälfte Fee und Mensch zu sein bedeutet das Beste aus beiden Welten zu vereinen, aber möglicherweise auch die schlimmen Dinge.
Die Illustrationen im Buch gefallen mir sehr gut, insbesondere die farbige im Einband. Leider wiederholen sie sich immer wieder. Hier wäre weniger mehr gewesen.
Geärgert habe ich mich über die überdurchschnittlich vielen Fehler. In einem Buch, das von Kindern gelesen wird, die noch üben und lernen, sollte da verstärkt drauf geachtet werden. Leider wurde hier bei der Korrektur deutlich zu viel übersehen, so dass ich es in meine Bewertung mit einfließen lasse.
Die Geschichte liest sich wunderbar spannend und endet mit reichlich offenen Fragen gepaart mit einem riesigen Cliffhanger, der mehr als neugierig auf die Fortsetzung macht. Leider lässt diese noch mehrere Monate auf sich warten, so dass sich die erneute Lektüre von Band 1 zuvor auf jeden Fall lohnen würde. Für mich ist das Buch trotzdem toll und ich freue mich auf den weiteren Verlauf.
Ich schließe mit einem Zitat ab, da mir die Aussage von einer der Figuren im Gedächtnis geblieben ist und ich sie einfach wunderbar finde: „Ich glaube, die Entscheidungen, die wir treffen, sagen mehr über uns aus als die Dinge, bei denen wir bei unserer Geburt kein Mitspracherecht hatten."